Vortragsreihe: "Begegnung am Vormittag",
Martin-Luther-Kirche Stuttgart- Sillenbuch, Donnerstag, 22.11.01, 9.30 Uhr
Text-Copyright: Dr. Hans-Georg Müller, Stuttgart, hgmueseill@t-online.de
Erfahrungen einer Reise in den russischen Teil Ostpreußens, die Kaliningradskaja Oblast
Lassen Sie mich mit einem ganz persönlichen Erlebnis beginnen:
Da stand ich nun vor dem Treppengeländer, auf dem ich als Kind hinunter rutschte ? und nicht nur ich bin inzwischen 55 Jahre älter geworden, das Geländer ist es auch, aber es ist tatsächlich noch dasselbe, - da stand ich in dem Flur, in dem im Winter unsere Schaukel hing, - in unserem Kinderzimmer, nun völlig verändert zu einem Büroraum geworden, aber ich wusste noch, an welcher Wand mein Bett stand.
Ein Gefühl ganz eigener Art - aber davon will ich heute nicht sprechen.
Ich möchte vielmehr zunächst darlegen, welche Gründe mich veranlassten, nach Ostpreußen zu reisen, oder genauer: vor allem meinen Geburtsort aufzusuchen ? Mehlauken oder Liebenfelde (wie er später hieß), ein Marktdorf an der Bahnlinie Königsberg ? Tilsit, wo ich bis zu meinem 12. Lebensjahr aufwuchs.
Zwei Fragen hauptsächlich stellte ich mir:
1. Wie sieht es heute dort aus? Was ist aus Land und Ort geworden? Was hat sich in den 55 Jahren gewandelt? ? Welche Erwartungen konnte ich haben? Ich sagte mir ganz einfach: wer beispielsweise Sillenbuch im Jahre 1945 verlassen hat und jetzt, 1999, dorthin zurückkommt ? wie vieles ihm Vertraute ist unwiederbringlich verschwunden?
Nach fünf Jahrzehnten kann man nicht erwarten die Vergangenheit zu erblicken, nirgendwo. Und schon gar nicht in einem Land, über das der Krieg in seiner verheerendsten Form gezogen war und in dem nun andere Menschen leben als früher - in einem völlig anderen gesellschaftlichen und politischen System - bis 1990 zumindest.
2. Diese Überlegungen führen nun mich zu der zweiten Frage, die mich beschäftigte: Wie leben die Menschen heute dort, von denen viele so wenig freiwillig nach Ostpreußen gekommen sind, wie wir seinerzeit von dort weggegangen sind. Flüchtlinge und Vertriebene wir einen, Umgesiedelte die anderen. Ich wollte auch das Gegenbild sehen!
Zu bedenken war weiterhin: es sind nun immerhin mehr als fünf Jahrzehnte, dass die neuen Bewohner in diesem Gebiet leben, Menschen aus vielen Teilen der früheren Sowjetunion, sogar aus den Steppengebieten östlich des Urals nach hierher in die Ostseeprovinz umgesiedelt ? die dritte Generation wächst inzwischen heran. Für die in Ostpreußen lebenden russischen Menschen ist dieses Land ihre Heimat geworden ? sie haben keine andere.
Zunächst aber sind einige Fakten von Nöten. Vielen von Ihnen sicher bekannt, seien sie hier nochmals vergegenwärtigt und zum besseren Verständnis für die heutige Lage im nördlichen Ostpreußen dienend.
Das nördliche Ostpreußen wurde als "Kaliningradskaja Oblast", also auf Deutsch als "Gebiet Königsberg", zur Sowjetunion geschlagen. Bis 1948 lebten hier neben den bereits seit 1946 umgesiedelten russischen Menschen diejenigen Deutschen, welche auf der Flucht von den sowjetischen Truppen überrollt worden waren. Sie wurden damals angewiesen, in ihre Heimatorte zurückzukehren. Im Jahre 1948 dann wurden alle Deutschen ausgewiesen, neue russische Familien angesiedelt. Dies waren zum größten Teil Militärs. Das gesamte Gebiet wurde ein militärisches Sperrgebiet, hermetisch abgeriegelt, so dass auch die Bevölkerung nur mit größten bürokratischen Schwierigkeiten ihre Verwandten in Russland besuchen konnte. Diese absolute Militärherrschaft über nahezu fünf Jahrzehnte hinweg hat das Bild des Gebiets entscheidend geprägt ? alle Infrastruktureinrichtungen beispielsweise, jede wirtschaftliche Maßnahme waren auf das Bedürfnis des Militärs ausgerichtet.
Diese Situation änderte sich fast schlagartig mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Nicht nur wurde die Zahl der dort stationierten Soldaten drastisch verringert, nicht nur fielen damit die staatlichen Finanzspritzen aus Moskau weg, nicht nur standen die bisher zur Versorgung des Militärs dienenden riesigen landwirtschaftlichen Betriebe ohne Abnehmer da, wurden überflüssig und schlossen ihre Tore, - viel mehr als dies: das Königsberger Gebiet war plötzlich zu einer russischen Exklave geworden, umgeben von dem aus der Konkursmasse des sowjetischen Reiches neugebildeten Litauen im Osten und von Polen im Süden, von Staaten, die ihre nationale Identität neu definierten und sich von Russland - verständlicherweise - abgrenzten. Jeder Warentransport von und nach Russland musste nun mehrere Zollgrenzen passieren - in Litauen und in Belorussland.
Diese neue Situation hatte für das Königsberger Gebiet wirtschaftlich und psychologisch negative Folgen. Seither geht es immer weiter abwärts dort. Heute ist die einstige Kornkammer Deutschlands zu einem großen Teil auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln angewiesen, um wenigstens die Grundversorgung der Bevölkerung befriedigen zu können. Die Staatsverschuldung übertrifft bei weitem das Bruttosozialprodukt. Die Arbeitslosigkeit hat etwa die Marke von 80 % erreicht. Alters- und Kinderarmut, Kriminalität, mafiöse Strukturen, Drogenkonsum, Aidserkrankungen sind die höchsten in Europa, Tuberkulose weit verbreitet.
Heute leben in Nordostpreußen etwa 1 Mio. Menschen, fast 500 000 davon in Kaliningrad; das flache Land ist so gut wie entvölkert.
So viel zur allgemeinen Situation.
Als wir ? mein Cousin und ich ? nach unserer Ankunft auf dem Königsberger Südbahnhof mit dem Auto unseres russischen Begleiters, Jewgenji Barinow, durch die Stadt und die etwa 80 km ostwärts zu unserem Hotel in Groß Baum, in der Nähe von Mehlauken, fuhren, bekamen wir einen ersten nachhaltigen Eindruck davon, was Ostpreußen heute ist.
Bei der Fahrt durch die Stadt erkannten wir, daß wir nicht im früheren Königsberg sind, sondern in der Stadt Kaliningrad. Das Stadtbild hat mit dem alten Königsberg nichts mehr gemein. Mitten durch die früher dicht bebaute mittelalterliche Altstadt führen nun mehrspurige Autostraßen durch ausgedehnte freie Flächen, an deren Rändern eintönige Wohnblocks und Hochhäuser in Plattenbauweise stehen, die uns größtenteils sanierungsbedürftig erschienen. Einzelne ?Goldzähne? blitzten dazwischen, Agenturen westlicher Firmen. Auch war noch alte Bausubstanz auszumachen, meist sehr heruntergekommen. Dennoch sind die Wohnungen in diesen alten ?Deutschhäusern?, wie sie genannt werden, offensichtlich sehr begehrt, wie wir später auch in Tilsit erfuhren, trotz völlig veralteter sanitärer Einrichtungen. Aber wer einen alten Kachelofen in der Wohnung hat, sitzt im Winter wenigstens im Warmen, wenn die zentrale Heizung in den Wohnblocks ausfällt, was offensichtlich öfters der Fall ist.
Die Altstadt von Königsberg wurde zum größten Teil im August 1944 durch englische Luftangriffe und 1945 durch die Kampfhandlungen in der Stadt vernichtet. Was diese Zerstörung überlebte, wurde später platt gemacht, wie die Ruine des Schlosses im Jahre 1969. Eine Erscheinung, die wir selbst in den Dörfern erlebten - in der Breschnjew-Ära sollte möglichst alles, was an die deutsche Vergangenheit erinnerte, vernichtet werden; dass dies nicht vollständig gelungen ist und manches doch noch erhalten blieb, ist einesteils örtlichen Initiativen zu verdanken, die manche Kirche als Lagerraum, manches öffentliche Gebäude als Kindergarten, als Bibliothek oder anderes benötigten, andererseits dem bürokratischen Schlendrian und wohl auch dem Geldmangel.
Auf dem Platz, auf dem das Schloss stand, errichtete man ein Gebäude gigantischen Ausmaßes, das ?Haus der Sowjets?, oder genauer: begann man zu errichten. Der Koloss mit 16 Stockwerken steht heute halb fertig, schief und hässlich da. Offenbar hatte man die ganze Sache statisch falsch berechnet. Seit 1991 rostet die Bauruine vor sich hin; auch dänische und schwedische Spezialfirmen scheiterten an Sanierungsversuchen an der mißratenen Statik und an den unsicheren Fundamenten des Gebäudes. So steht das hässliche Monstrum mitten in der Stadt und wird dort wohl auch so bleiben.
Vom breiten Moskau-Prospekt geht es hinunter zur Dominsel. Der Königsberger Dom wird wieder aufgebaut, der Turm ist errichtet, im Kirchenschiff wird intensiv gebaut und renoviert, im Mittelschiff türmen sich hölzerne Gerüste, Steinmetzen und andere Handwerker sind tätig, das Kupferdach steht fest.
An der Nordecke des Doms besuchten wir die Grabstätte Immanuels Kants, die wie ein Wunder Luftkrieg und Häuserkampf überstand und auch der Zerstörung in der Breschnew-Ära entging. Frische Blumen dort. Gleich hinter dem Eingang des Doms dienen zwei Kapellen der russisch-orthodoxen und der deutsch-lutherischen Gemeinde als Gottesdiensträume, friedlich nebeneinander ? so geht?s also auch! Im ersten und im zweiten Stock des fertig gestellten Teils sind zwei kleine Museen über die Geschichte des Kneipphofs und über das Leben Kants, sowie ein kleiner Konzertsaal untergebracht. Das gesamte Gebäude soll nach Fertigstellung ein Konzerthaus werden.
Der Autobahnring um Kaliningrad führte uns auf die Straße zu unserem Hotel in Groß Baum (Sosnowka), eine etwa 1 ½ stündige Fahrt. Die schönen, nunmehr über 50 Jahre älter gewordenen Chausseebäume stehen größtenteils noch auf beiden Seiten der Straße. Daß die Kaliningradskaja Oblast ein vom Militär beherrschtes Sperrgebiet war, hat für die Durchgangsstraßen einen positiven Effekt gehabt - diese sind in einem ordentlichen Zustand, Militär benötigt eben brauchbare Straßen. Sobald man aber diese verlässt, stößt man meistens auf unvorstellbar schauderhafte Wege.
Wir sahen auf unserer ersten Fahrt durch das Gebiet die deprimierenden Ergebnisse jahrzehntelanger Militärdominanz: Land, Dörfer und Städte sind heruntergekommen, regelrecht verludert ? unbebaute, versteppte Äcker und Wiesen, Gebäuderuinen rechts und links der Straße, einfach so stehen gelassen, halb oder ganz verfallen, armselige Dörfer mit schlecht gekleideten Menschen, einzelne Kühe und Schafe am Straßenrand oder mitten auf der Fahrbahn, so daß wir öfters anhalten oder den Tieren ausweichen mussten.
Das Land wirkte menschenleer, fast verlassen. Tatsächlich hatte der Kreis Labiau vor 1945 rund 45 000 Einwohner, heute leben dort ? nach offiziellen Angaben ? cirka 15 000 Menschen. Im nördlichen Ostpreußen sind etwa 1 000 Dörfer völlig vom Erdboden verschwunden, andere ? wie beispielsweise Mehlauken ? entvölkert.
Wir stellten fest, daß das Land zwischen Königsberg und Labiau besser bebaut ist, wohl durch die Nähe der Großstadt, wo die Produkte leichter abgesetzt werden können; je weiter man nach Osten kommt, desto öder und verlassener wird das Land. Nur vereinzelt beobachteten wir auf unseren Fahrten größere Rinderherden auf mageren Weiden. Viele ehemaligen Kolchosen und Sowchosen sind verlassen, die Gebäude dem Verfall preisgegeben, die Äcker versteppen. Auf zahlreiche Wassertürme und Schornsteinen haben sich Störche ihre Nester gebaut. Unsere Beobachtungen werden durch statistische Angaben bestätigt: nur etwa 30 % der landwirtschaftlichen Fläche in Nordostpreußen wird heute bewirtschaftet, 70 % des Landes liegen brach.
Erste Erfahrung:
Wer hierher fährt, kommt eher in eine russische Provinz als in das ehemalige Ostpreußen.
Auf den Straßen in Königsberg sieht man neben den verrosteten städtischen Bussen und Straßenbahnen, neben klapprigen Lastwagen zahlreiche Autos westlicher Fabrikate, darunter nicht wenige nagelneue schwere Mercedeswagen und BMWs ? die sogenannten ?neuen Russen? schwimmen im Geld, und dies zeigen sie auch. Sonst aber herrschen Not und Armut, vor allem hervorgerufen durch eine enorm hohe Arbeitslosenquote. Die Kluft zwischen Arm und Reich sticht schmerzlich ins Auge.
Auf dem Weg zum Eingang des Königsberger Doms sprach uns ein Mann mittleren Alters in fast perfektem Deutsch an. Er wollte Video-Kassetten an den Mann bringen. Im Gespräch stellte sich heraus; er ist Historiker an der Königsberger Universität und suchte hier einen Nebenverdienst. Auf dem Parkplatz vor dem landesgeschichtlichen Museum auf der Kurischen Nehrung boten Akademikerinnen Bernsteinschmuck an Ständen an. Das Gehalt eines Professors oder einer Ärztin reicht gerade mal für das Lebensnotwendige.
Rentner sind ganz übel dran; die monatliche Rente beträgt im Durchschnitt 350 Rubel, das sind etwa 14 Euro. Jewgenji Barinow berichtete von seiner Muter, der in Kaliningrad nach Abzug der Wohnungsmiete knapp 10 Euro monatlich für ihren Lebensunterhalt verbleiben. Rentner, die in der Stadt leben, können ohne Unterstützung durch ihre Kinder oder durch humanitäre Einrichtungen, meist durch die Kirchen organisiert, nicht existieren. Daher ist auch die Bettelei weit verbreitet, besonders von alten Frauen, die man auch in Abfalleimern nach Essbarem suchen sieht.
Ein Kapitel für sich sind die bettelnden Straßenkinder in den Städten. Diese werden oft von ihren Eltern zum Betteln angehalten; oft werden ihnen die erbettelten Gelder allerdings von älteren Jugendlichen wieder abgenommen. So trauen sich viele aus Angst vor Bestrafung nicht nach Hause und leben buchstäblich auf der Straße, übernachten in Abwässerkanälen, ernähren sich von Abfällen oder Gestohlenem. Karitative westliche Einrichtungen, allen voran die evangelisch-lutherische Kirche, kümmern sich sehr um diese Kinder.
Die Menschen auf dem Land stehen sich das etwas besser als die Stadtbewohner. Sie haben meist einen kleinen Kartoffelacker, einige Hühner, eine oder zwei Kühe, Ziegen oder Schafe, vielleicht ein Schwein im Stall ? und sie haben den Wald, wo sie Beeren und Pilze sammeln können. Auf unseren Fahrten begegneten wir auf Schritt und Tritt Menschen, die am Straßenrand Kartoffeln, Äpfel und Pilze in Eimern und Körben anboten.
In Tilsit besuchten wir den großen Markt, den ?Basar?. Es ist der größte seiner Art im Nordosten, aus der ganzen Umgebung, auch aus Litauen, strömen Händler und Käufer herbei. Hier findet man alles: Lebensmittel, Kleider, Schuhe, Handwerkszeug und allerlei technische Geräte. Schon im Lebensmittelteil kann man die enormen Gegensätze in dieser Gesellschaft beobachten: vom alten Bauernmütterchen, das auf wackligem Tisch die wenigen Produkte ihres Ackers (Kartoffeln, rote Rüben, Dill und Gurken) feilbietet bis zum professionellen Händler, auf dessen Marktstand sich Berge von Melonen aus Südrussland und von spanischen Weintrauben häufen, von Ständen mit lebenden Hühnern und rohem Fleisch in der Sonne bis zu solchen mit Kaviar und anderen teuren Delikatessen.
Die finanziell unterschiedliche Käuferschicht sieht man auch im Textilsektor: Mädchen und junge Frauen, gut und modisch gekleidet, findet man vor den Ständen mit Markenjeans und anderen westlichen Importen, gleich daneben die ärmlichen Leute, die in den angebotenen getragenen Kleiderstücken wühlen, welche einfach auf dem Boden liegen und verdächtig nach im Westen gesammelten aussehen. Das Handwerkzeug und technischen Geräte, die hier angeboten werden, stammen wohl größtenteils aus dem deutschen Sperrmüll und finden hier dankbare Abnehmer.
Das Gefälle zwischen Stadt und Land ist enorm; eigentlich auch ein typisches Merkmal für eine unterentwickelte Wirtschaft, das für das Gebiet Kaliningrad ebenso zutrifft wie der ungeheure Unterschied zwischen Arm und Reich. In den kleinen Dorfläden, den ?Magazinen?, besteht über die Hälfte des Warenangebots aus Alkoholika, die allenthalben in größter Menge vorhanden sind, daneben findet sich überall ein reiches Angebot an Brot. Sonst aber schwankt das Sortiment von Ort zu Ort beträchtlich: In Groß Skaisgirren (Kreuzingen/Bolschakowo) hat sich an der Durchgangsstraße eine Anzahl von privaten Geschäften etabliert, in denen so gut wie alles zu bekommen ist: außer den für den täglichen Bedarf notwendigen Waren auch westliche Erzeugnisse, Zigaretten, Coca Cola, Pralinen, Waschmittel, Kosmetika u.a., und dies rund um die Uhr. Das Gegenstück erlebten wir in Gilge (Metrosowo), wo im einzigen Ladengeschäft des Dorfes in ausreichender Zahl Brot und Schnaps vorhanden waren, daneben Salz, ein paar Kekse und Kinderstrümpfe, jedoch keine Fleisch- und Wurstwaren, keine Butter ? der Kühlschrank des Ladens war seit geraumer Zeit defekt und nicht repariert.
Ein Kaufhaus in Gumbinnen bot auf drei Stockwerken vor allem westliche Erzeugnisse an, und die Kioske im Königsberger Bahnhof führen eigentlich alles, was ein Reisender für eine Eisenbahnfahrt benötigt oder auch nicht benötigt. In den Zentren zumindest kann man alles kaufen, wenn man Geld hat. Aber wie viel Prozent der Bevölkerung hat dieses Geld?
In den letzten Jahren haben mehrmalige Inflationsschübe und vor allen Dingen die Rubelabwertung 1998 die Preise in die Höhe schießen lassen. Für uns Westler erscheinen die Waren, auch westliche Importgüter, verglichen mit den Preisen in Deutschland sehr billig. Doch für das durchschnittliche Einkommen eines Arbeitnehmers dort, falls die Löhne überhaupt ausgezahlt werden, ist das meiste unerschwinglich. Auch wer Arbeit hat, lebt am Existenzminimum. Für Kleidung und für Schuhe oder für das winterliche Heizmaterial bleibt so gut wie kein Geld übrig. Nach Angaben des Sozialamts für den Kreis Labiau leben etwa 15 % der Bevölkerung dort unterhalb des offiziellen Existenzminimums, und was das bei den dortigen sozialen Grenzwerten bedeutet, kann man sich ausmalen. Die Dunkelziffer bei den amtlichen Angaben über Arbeitslosigkeit und über soziale Not ist hoch; die tatsächliche Arbeitslosenquote wird auf 75 bis 80 % geschätzt. Kein Wunder, daß die Menschen, wo immer und wie immer es geht, zur Selbstversorgung greifen, nicht immer auf legalem Wege allerdings.
Wie immer in Notzeiten sind es die Frauen, welche die Familien zusammenhalten, Haus und Hof in Ordnung und auch etwas Schönheit ins alltägliche Leben bringen. Bei Spaziergängen vom Hotel in Groß Baum zur Hauptstraße sahen wir in den Vorgärten neben Gemüsebeeten auch Blumenrabatte, in den Fenstern Gardinen. Die Männer saßen auf den Bänken am Straßenrand, redeten und tranken, die Frauen holten in Eimern Wasser vom Ziehbrunnen, arbeiteten in den Gärten, kümmerten sich um die streunenden Kühe.
Vor allem mangelt es an der Infrastruktur, beispielsweise an den öffentlichen Verkehrsmitteln. Als wir von Groß Baum nach Mehlauken mit dem Bus fahren wollten, kam dieser nicht. Schließlich konnten wir herausfinden, daß an diesem Tag ein Busverkehr überhaupt nicht stattfand. Grund: es war kein Treibstoff geliefert worden.
Dieser Mangel und die ungewisse politische und damit wirtschaftliche Zukunft des Gebiets lässt westliche Investoren zögern hier zu investieren. Aber auf westliche Investitionen und auf westliches Knowhow ist die Wirtschaft des Königsberger Gebiets angewiesen.
Die Produktionsweise in der Landwirtschaft, wie wir sie erlebten, entspricht keineswegs den westlichen Standards. Auf einem recht großen Feld beobachteten wir die Kartoffelernte: drei Männer gruben mit Spaten die Kartoffeln aus und einige Frauen lasen die Knollen in Säcke, zum Transport standen ein Pferdefuhrwerk und mehrere Handwagen zur Verfügung. Öfters begegneten wir auf den Straßen einspännigen Fuhrwerken, noch zahlreicher aber waren Fußgänger, die auf Handwagen Säcke oder Material von Ortschaft zu Ortschaft zogen.
Auch dies sind Zeichen für die enorme Rückständigkeit des Gebiets. Es sind Folgen von einem halben Jahrhundert Zwangsideologie und Zwangswirtschaft, in denen alle Entscheidungen zentral von oben gefällt und in denen dem Einzelnen jede Verantwortung abgenommen wurde, in denen Eigeninitiative nicht nur nicht gefragt, sondern bestraft wurde. Die Rundumversorgung durch die Behörden hat einen Schlendrian hervorgerufen, den abzulegen den Menschen schwerfällt, zumal bei der herrschenden Armut und Perspektivlosigkeit für viele, ja für die meisten Menschen dort. Und durch die finanziellen und versorgungstechnischen Schwierigkeiten bedarf es sehr großer Willensanstrengung und ausgeprägter Eigeninitiative, um beispielsweise Haus und Feld in Ordnung zu bringen.
Zweite Erfahrung:
Wer hierher fährt, erlebt ein gesellschaftlich und wirtschaftlich rückständiges Land mit verarmten Menschen, ohne sichtbare Perspektive.
Im Hotel in Groß Baum wurde unser Gepäck von einem Mann in Empfang genommen, den wir als Hausmeister oder Hausburschen taxierten. Später tauchte ein zweiter Hoteldiener auf, abends dann die Nummer drei. Schließlich wurde klar: dies sind beileibe keine Hausknechte, sondern Revolvermänner zur Bewachung der Anlage; Dienst rund um die Uhr. Das gesamte Gelände des Hotels ist mit einem festen Zaun umgeben, und dies offensichtlich nicht nur, um das herumstreifende Vieh vom Betreten abzuhalten. Eindrucksvoll dann das Erlebnis im Hotel ?Zum Bären? in Insterburg. Das Gebäude liegt mitten in der Stadt, direkt an einer belebten Straße, auch mit viel Fußgängerverkehr. Der Eingang ist durch eine massive Tür fest verschlossen, man muss klingeln. Unmittelbar hinter dem Eingang ist ein uniformierter, recht ansehnlich bewaffneter Mensch platziert, an dem man erst mal vorbei muss. So hat jedes Hotel hier seine eigene Schutztruppe. Die Armutskriminalität und die Mafia machen?s notwendig.
In Mehlauken wollten wir die Kapelle der Baptisten aufsuchen, wo ich als Kind meine Großmutter zu manchem Gottesdienst begleitet habe. Wir fanden das Gebäude bis auf den Erdboden abgeräumt, einige zerbrochene Ziegelsteine waren die einzigen Überreste. Wie uns unser russischer Begleiter berichtete, stand die Kapelle einige Wochen vorher noch unversehrt da. Dann wurde sie einfach abgerissen ? die Ziegel als Baumaterial für das Haus eines russischen ?Kapitalisten? fortgeschleppt, wie der junge Mann uns erklärte. Keine Ortsbehörde, keine Polizeistelle kümmerte sich darum.
Schlimm sind die Zustände an den Grenzen, wo Polizei, Zoll und die Mafia offensichtlich Hand in Hand arbeiten. Wir entgingen dem, weil wir von Berlin nach Königsberg mit dem Zug fuhren ? was ich nur empfehlen kann. Die Eisenbahn hat ihre Fahrpläne, und wir kamen tatsächlich auf die Minute pünktlich auf dem Kaliningrader Südbahnhof an. Der fast einstündige Aufenthalt an der polnisch-russischen Grenze in Braniewo, in Braunsberg, ist im Fahrplan bereits einkalkuliert. Die Pass- und Zollkontrolle im Zug war korrekt, wenn auch umständlich und zeitraubend.
Wer dagegen mit einem Bus oder mit dem eigenen Pkw in den russischen Teil Ostpreußens fährt, muss sich auf manches gefasst machen, braucht viel Geduld und starke Nerven: Stunden dauernde Wartezeiten an der Grenze; dann vielversprechende Angebote der dort platzierten Mafia-Leute bei entsprechender Bezahlung für schnelleren Durchlass zu sorgen, bei Zögern oder gar bei Weigerung dieses zu tun, Nötigung bis zu massiver Bedrohung, beispielsweise dadurch, daß das eigene Auto durch quergestellte Fahrzeuge für Stunden blockiert wird. Und dies alles vor den Augen der Grenzpolizisten, die sich natürlich um diese Vorgänge nicht kümmern. ? So wenigstens berichteten deutsche Hotelgäste, die mit dem eigenen Auto angereist waren.
Jewgenji, unser russischer Chauffeur, stellte deshalb sein Auto nur auf bewachten Parkplätzen ab oder bei einem Cafébesuch immer in Sichtweite. Das Anbringen der Lenkradkralle war für ihn eine so selbstverständliche Handhabung wie das Anziehen der Handbremse. Ohne diese Vorsichtsmaßnahme verließ er sein Auto nie, auch nicht für wenige Minuten.
Dritte Erfahrung:
Wer hierher fährt, begegnet einer Entwicklung hin zur Anarchie, einem im Schwinden begriffenen staatlichen Gewaltmonopol und einer zunehmenden privatisierten und kommerzialisierten Gewalt.
An einem strahlenden Spätsommertag machten wir uns auf eine Fahrt an das Kurische Haff. Für das Befahren der Straße auf dem Damm des Großen-Friedrichs-Grabens braucht man eine Sondergenehmigung, die auf einem Amt in Labiau erhältlich ist. Vor der Adlerbrücke über die Deime in Labiau geht es Richtung Norden in eine der schönsten Landschaften des nördlichen Ostpreußen. Hier stoßen die Ausläufer des Großen Moosbruches und der Elchniederung ans Haff. Die Gegend war äußerst fruchtbar, was jedoch nur durch ständige Entwässerung zu erreichen war, woran es heute mangelt. Die russischen Neusiedler, aus trockenen Landschaften kommend, waren gewohnt, die Erde tief zu pflügen. Dabei stießen sie auf Röhren im Erdboden, mit denen sie nichts anzufangen wussten. Also rissen sie diese zum Teil heraus und zerstörten damit unbeabsichtigt das komplizierte Entwässerungssystem. Die meisten der Kanäle und Wassergräben sind deshalb heute verlandet, die Schöpfwerke zum größten Teil außer Betrieb, das Land weitgehend versumpft. Der Große-Friedrichs-Graben hat schon lange als Verkehrsweg ausgedient; der ehemals etwa 40 Meter breite Kanal verlandet zusehends. Einige wenige Fischerkähne konnten wir ausmachen ? die Natur erobert das Ufer zurück, ein Eldorado für allerlei Wasservögel.
Bei Agilla, knapp sieben Kilometer hinter Labiau, machten wir Halt. Hier sind wir an der schmalsten Stelle zwischen der Küste und dem Kanal. An den schönen Sandstrand hier verbinden uns Kindheitserinnerungen; denn hierher waren wir mit meinen Eltern öfters zum Baden gefahren. Der Ponton der alten Fähre, mit der wir seinerzeit über den Kanal gesetzt haben, liegt unbrauchbar am Ufer und rostet vor sich hin. Vom Badestrand fanden wir leider keine Spur mehr; Erlengebüsch und verstepptes Land, ein versumpfter Küstenstreifen und ein dichter Schilfgürtel verwehrten uns den Weg zum Wasser. Absolut still war es hier. Nur einige verspätete Singvögel hörten wir, hoch am blauen Himmel schrieen zwei Bussarde und über dem Haff kreisten Möwen. Vom einst schmucken Fischerdorf Agilla sind nur wenige Häuser übrig geblieben. 1948 hat eine Feuersbrunst fast den ganzen Ort vernichtet, und aufgebaut wurde inzwischen nichts.
Wir fuhren weiter, links das Haff, rechts der Kanal immer in Sichtweite, eine besonders schöne Strecke. Kurz vor Nemonien biegt der Kanal nach rechts ab. Der Ort kündigte sich mit einer neuen Siedlung an, wenig einladende Neubauten, die meisten davon wohl ?Datschen? von Kaliningradern, die sich?s leisten können. Auf einem Schild: hier wird ein Haus mit Grundstück für umgerechnet siebentausend Euro angeboten. Auch dies ein interessanter Aspekt, wie Wohlstand relativ zu bewerten ist.
Am Nemonienstrom stehen noch zahlreiche alte Fischerhäuser mit den blauen Farben der kurischen Dörfer, eine romantisch wirkenden Flusslandschaft mit breiten Schilfgürteln an den Ufern. Früher musste man mit einer Fähre übersetzen, jetzt führt eine abenteuerliche Pontonbrücke über den Strom.
Hinter der Brücke begann der beschwerliche Teil des Wegs; die wenigen Kilometer bis nach Gilge sind auf einem halsbrecherischen Kopfsteinpflaster mit vielen Löchern zu bewältigen, was nur Schritttempo zulässt. Eigentlich ist diese Strecke eine wunderschöne Allee mit altem Baumbestand. Kurz hinter Nemonien steht ein Monument in stalinistischem Stil, das auf die Bedeutung der Fischerkolchose in Gilge hinweist, die heute als Genossenschaft weiter besteht.
Gilge war immer ein bedeutendes Fischerdorf, und im südlichen Teil begegneten wir mehreren alten Fischerhäusern in recht ansehnlichem Zustand. Am Ufer des Stromes stehen noch die Vorratsschuppen der Fischer. Unser erster Eindruck war: hier ist die Zweit stehen geblieben. Bei näherem Hinsehen merkten wir jedoch, Häuser und Schuppen sind gealtert und bedürften dringend einer ?Verjüngungskur?.
Ähnliche Eindrücke, wenn auch gewaltiger, erhält man bei einem Besuch auf der Kurischen Nehrung. Diese schmale Landzunge zwischen der Ostsee und dem Kurischen Haff ist ein einmaliges Erlebnis: die mächtigen Sandberge vermitteln den Eindruck, man sei in der Sahara, nicht im nördlichen Europa. Die Kurische Nehrung ist ein Naturschutzgebiet, entsprechend gehegt und gepflegt.
Deshalb hat mich die Landschaft an der Ostseite des Haffs mit ihrer ursprünglichen Natur mehr beeindruckt. Hier ist alles ursprünglich: die Natur erobert die einstige Kulturlandschaft wieder zurück.
Vierte Erfahrung:
Wer hierher fährt, kann scheinbar unberührte Landschaften sehen, in denen sich die Natur die ehemalige Kulturlandschaft wieder zurück erobert.
Interessant und lehrreich zugleich war der Besuch des Museums für Geschichte und Kunst in Königsberg, in der 1912 erbauten ehemaligen Stadthalle, dem früheren Konzerthaus der Stadt. Das Gebäude, das im Krieg fast völlig zerstört worden war, ist stilgerecht wieder aufgebaut.
Die historische Abteilung wird eröffnet mit der pruzzischen Vergangenheit, vor der Eroberung des Landes durch den Deutschen Ritterorden. Kettenhemden und Waffen der Ordensritter werden als Dokumente der ausbeutenden Fremden dargestellt ? nicht ganz zu Unrecht -; die kulturelle Leistung des Ordens dagegen wird stillschweigend übergangen. Desgleichen die brandenburgische Herrschaft über das Land, dem die Hohenzollern ja erst den Namen ?Preußen? für ihr Herrschaftsgebiet verdanken. Die Geschichte setzt erst 1812 wieder ein mit Monumentalgemälden über das russisch-preußische Bündnis im Kampf gegen Napoleon, selbst eine Blücher-Büste fehlt nicht. Dann folgt eine Lücke bis zum Zweiten Weltkrieg ? speziell zum Kampf um Ostpreußen und zur Eroberung Königsbergs durch die Rote Armee in den Monaten Januar bis April 1945. Dieser Zeitraum wird ausführlich und anschaulich präsentiert.
Die Geschichte der Stadt und Ostpreußens wird also hier noch ganz aus der sowjetischen Sicht dargestellt; die deutsche Vergangenheit des Landes so gut wie völlig ignoriert.
Die meist überdimensionalen Denkmäler ? selbst in den Dörfern auf markanten Plätzen aufgestellt ? für die im Kampf um Ostpreußen gefallenen russischen Soldaten sollen wohl der russischen Bevölkerung das Gefühl geben, daß Ostpreußen ihre Heimat ist, ein Land, für das so viele russische Menschen ihr Leben gelassen haben ? also eine Art Legitimation, daß dieses Land zu recht ein Teil Russlands ist.
Wir waren überrascht in Königsberg wieder die ?Brahmsstraße? mit ihrem früheren Namen zu entdecken, im Park am Schlossteich begegneten wir dem Denkmal E.T.A. Hoffmanns, vor der Königsberger Universität steht das Denkmal Immanuel Kants, auf Initiative von Gräfin Dönhoff dort errichtet, auf dem Fletscherplatz in Tilsit erinnert ein Gedenkstein an den Tilsiter Frieden mit einer in drei Sprachen abgefassten Inschrift, am Geburtshaus von Max von Schenkendorffs sahen wir eine Gedenktafel.
Dies alles sind Zeichen, daß die deutsche Vergangenheit des Landes nicht mehr gänzlich ausgeklammert wird. Auch der Wiederaufbau des Doms in Königsberg, die Wiederbelebung der Erinnerung an das Viertel der Salzburger in Gumbinnen, wo die Salzburger Kirche wieder errichtet ist und überhaupt die erlaubten Aktivitäten der lutherisch-evangelischen Kirche in Ostpreußen gehören in diese Reihe. Neben dem von der orthodoxen Kirche genutzten Kirchengebäude in Rossitten auf der Kurischen Nehrung steht ein Stein, dessen Inschrift an die früheren deutschen Bewohner des Ortes erinnert.
Und schließlich: Obwohl die russische Verwaltung in einem Erlass die offizielle Verwendung der alten deutschen und litauischen Ortsnamen untersagt, wird deren Gebrauch stillschweigend geduldet.
Dass das Personal im Hotel in Groß Baum nur von Tilsit, von Labiau, oder von Mehlauken spricht und nicht von Sowjetsk, von Polessk und von Zals?je ist verständlich, die deutschen Gäste des Hotels kennen die Orte unter diesen Namen. Aber auch viele andere russische Bewohner des Gebiets benutzen immer häufiger die alten Ortsbezeichnungen - die Jugend zumal. Die Jugendlichen sprechen im allgemeinen von "Keenigsberg" oder einfach von "Keenig", wenn sie ihre Stadt Kaliningrad meinen, und die Studenten der Königsberger Universität nennen ihre Alma Mater kurz "Kant".
Dies alles sind Zeichen für einen Bewusstseinswandel; so ist es auch das 1999 erschienene wissenschaftliche Werk Königsberger Historiker mit dem deutschen Titel "Als Russe in Ostpreußen", in dem die Geschichte der russischen Umsiedler dargestellt wird und das mit einem bisherigen Tabu in Russland bricht.
Die ungewisse Zukunft dieses Gebiets mag zu diesem Wandel einen Beitrag leisten. Die sich abzeichnende EU-Mitgliedschaft der Nachbarn Polen und Litauen trägt natürlich zur Verunsicherung bei.
Was wird dann aus dem Gebiet Königsberg?
Diese Frage beschäftigt nicht nur die Politiker, sondern auch die Bevölkerung in hohem Maße. Skepsis vor allem bei den Älteren, Zuversicht und ein vorbehaltloses Ja zum westlichen Europa bei den Jungen.
Es würde jetzt zu weit führen, einen Ausblick auf eine mögliche Zukunft des Gebietes zu geben; ich will es bei Erfahrungen belassen, die ich dort gemacht habe. Sicher bietet das anschließende Gespräch auf einige Fragen dieser Art einzugehen.
Fünfte Erfahrung:
Wir erlebten bei unserem Aufenthalt in Ostpreußen ein merkbares Abrücken von der sowjetischen Vergangenheit und eine Stimmung zwischen Resignation und Zuversicht, was die Zukunft des Gebietes angeht.
Zum Abschluss nun ein
Fazit:
Die Reise in das nördliche Ostpreußen war eine Reise in ein fremdes und doch auch vertrautes Land. Ich möchte die Erlebnisse und die Begegnungen, die ich dort hatte, und die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, nicht vermissen.