Das Ratstöchterlein von Rothenburg

Die junge Magda Toppler wohnt mit ihrem Bruder Werner, ihrer kleinen Schwester Trautchen und dem älteren Bruder Heinz bei ihrem Vater und ihrer alten Tante Brigitte. Im Hause Toppler herrschen alte, strenge Familiensitten, so darf Magda nicht mit ihren Freundinnen ins Theater und ist auch noch nicht aus Rothenburg hinausgekommen. Ihr sehnlichster Wunsch das Abiturium zu machen und zu studieren wird vom Vater strengstens untersagt. Trotzdem lernt Magda heimlich fleißig weiter und erledigt auch die, von ihr so verhaßte, Hausarbeit.

Abwechslung erhält sie erst als Heinz seinen früheren Lehrer dem Hause vorstellt. Dieser wird bald ein guter Freund, der Magda in ihren wissenschaftlichen Bemühungen unterstützt.

Der erste Weltkrieg durchbricht die Ruhe der Familie. Der älteste Sohn meldet sich zu den Fliegern, Magda verrichtet Lazarettdienst und schließlich geht auch Dr. Erwin Lindner in den Krieg. Der Vater der, seit Magda laut den Wunsch zum Studium geäußert hat, verstimmt ist, wird wieder versöhnlich, als diese ihm zum Geburtstag eine selbstgearbeitete Familienchronik überreicht.

Eine Schreckensnachricht ereilt plötzlich die Familie, Heinz ist gefallen. Der Vater ist durch diese Nachricht völlig gebrochen und auch Magda hat ihr fröhliches, lebenslustiges Wesen verloren. So trifft der Freund, Dr. Lindner, die Familie an und obwohl er schon lange den Wunsch hegt, Magda zu heiraten, bittet er den Vater um Erlaubnis zu Magdas Studium. Als dieser resigniert einwilligt nimmt Magda die Nachricht gar nicht so freudig auf, sie hatte gehofft, ihr Glück an der Seite des Doktors zu finden. Trotzdem nimmt sie ihre Studien wieder auf und lernt unter schriftlicher Anweisung des Doktors.

 Als dieser im Krieg auch verwundet wird, kehrt er erblindet und gebrochen zur Erholung nach Rothenburg zurück. Dort wird er von Magda aufopfernd gepflegt, diese ermutigt ihn auch, seine Arbeiten wieder aufzunehmen. Als ihm eine schwere Operation das Augenlicht wiederschenkt, kann er Magda endlich um ihre Hand bitten.

 

Strenger als sonst schon in den Büchern dieser Zeit wird hier auf Anstand und Sitte Wert gelegt. Die typisch weiblichen Tätigkeiten werden sehr hervorgehoben. Glaubt man hier anfangs, Else Ury würde ebenso wie die temperamentvolle Magda um das Bildungsrecht für Frauen kämpfen, wird man doch bald eines besseren belehrt. Wie so oft findet auch dieses junge Mädchen sein Glück in der Ehe an der Seite eines, doch um einige Jahre älteren, Mannes.



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