Bruder Tod
Auch zu mir kommst du einmal,
due vergisst mich nicht,
und zuende ist die Qual,
und die Kette bricht.
Noch erscheinst du fern und fremd,
lieber Bruder Tod,
stehst als kühner Stern,
über meiner Not.
Aber einmal wirst du nah,
und voller Flammen sein,
komm Geliebter ich bin da,
nimm mich, ich bin dein Tod.
Das Katzentier
Hast du ihre Angst gespürt,
als dein Herr in tiefer Nacht,
sich mit einem langen Dolch,
über sie hat hergemacht,
ja das hast du wohl gewusst,
denn dir allein hat er erzählt,
das er sie einfach haben muss,
er wusste das du nichts verrätst.
Du Katzentier, du schwarzer Bösewicht,
du hast ihn morden sehen,
doch du verrätst ihn nicht,
Das Mädchen kam den Weg entlang,
wie ein Tier sprang er sie an,
den Dolch sieht man im Mondlicht blitzen,
Ihr die Kehle aufzuschlitzen.
Der Erlöser
Jetzt steh ich hier vor meinem Fenster,
blicke in die weite Welt,
seh nur Tod und Verderben,
ist es das was Euch am Leben fehlt.
Seh Hungersnot in allen Gemäuern,
durstende doch kein Wasser naht,
Sterbende vor Qualen sich biegen,
doch dich sehe ich nicht.
Ich hab mir oft den Kopf zerbrochen,
wo du eigendlich hier bist,
hab gebetet und gebangt,
das du mich in deiner Gnade nie vergisst.
Nun will ich alsdann mich von dir wenden,
das Leben so leben wies das Leben mich lehrt,
und dann die Blicke nach vorne richten,
denn dich, dich brauch ich nicht.
Du bist nicht das was viele glauben,
bist nicht der, dem man vertraut,
du bist nicht Licht und nicht Erlösung,
in Ewigkeit, amen.
Der gelbe Vogel
Hoch oben in dem Baum
Sitzt ein kleiner Vogel
Aus meinem letzten Traum
Kenne ich sein Lied
Er singt es nur für mich
Mit seiner feinen Stimme
Ich seh zu ihm hinauf
Von meinem Fenstersims
Jetzt hat er mich gesehen
Er fliegt zu mir herab
Seine leichten Flügel
Schlagen auf und ab
Der kleine gelbe Vogel
Sitzt nun auf meinem Arm
Und wir singen beide
Sein wunderschönes Lied
Nach einer kurzen Weile
Hat er es dann leid
Er lässt mich hier alleine
Er macht die Flügel breit
Er fliegt zu seinem Sitze
In des Baumes Spitze
Und dort singt er wieder
Sein wunderschönes Lied
Die Magd des Herrn
Sie dient jetzt schon seit Jahren am Hofe,
ob sie es will oder nicht,
sie tut ihre Arbeit sie trägt sie mit Mühsal,
weil man einst das Herz ihr zerbrach.
Sie hat und kennt keinen mehr,
auf den sie noch baut,
alles um sie rum ist wieder so leer,
sie erinnert sich gern an das gestern zurück,
weil das heute, das heute so grau und leer,
Sie lachte oft mit ihrem Liebsten,
das man die Sonne in ihren Augen sah,
bis zu jenem Tag, bis zu jenem Tag,
als die Finsternis in ihre Augen kam,
Es kamen sechs mächtige Reiter,
sagten Steuern her für den Herrn,
sie konnte nicht zahlen, gab's lieber den Armen,
und nicht diesem reichen Herrn.
Alsdann fingen die Reiter an wütend zu werden,
über sie ergoss sich der pechschwarze Hass,
sie brannten das Haus ab, töteten ihn,
nahmen sie mit für des Herren Gemach.
es
Ich bin nicht der, der Angst haben muss,
denn ich bin Es, das den Schrecken verbreitet,
ich bin nicht das, was Tod euch lehrte,
denn ich bin Es, was den Tod euch bringt,
bin nicht das Leben, das euch Freude schenkt,
denn ich bin Es, das die Trauer bringt,
bin nicht der Tag, der eure Herzen hell erstrahlt.
Ich bin die Nacht die Verderben bringt.
Bin nicht die Sonne die, die Erde aufwärmt,
bin die Finsternis, die in Euren Herzen wohnt,
bin nicht das Weiß, das die Herzen verbindet,
ich bin nur schwarz, das die Trauer verkündet,
die Krähen und Raben, sie künden mein Kommen,
ich bin ganz tief, in jedem von Euch drin,
gewiss es wird mich mühe kosten,
doch ich komme ans Tageslicht.
Ich bin nicht er und ich bin nicht sie,
ich bin nur Es, kein Mensch kein Tier.
Hexenmeister
Fürwahr es ist mir Angst und bang,
mit dem Gesindel vor dem Haus
mit Messer, Keule, Eisenstange
machen sie mir den Garaus.
Hört ihr wie ich leise lache
Von dem Fenster unterm Dache
schaue ich auf euch herab
über euch brech ich den Stab
Ich bin der Hexenmeister
Zauberei ist meine Waffe
Der Gehörnte steht mir bei
fürchterlich ist meine Rache
Ich eile nun in meine Kammern
um Dämonen zu umwerben
hilft kein Klagen und kein Jammern
denn jetzt müsst ihr alle sterben
Das Höllenfeuer bricht herein
schon wird euer Mut ganz klein
doch ich kenne kein Erbarmen
meine Macht wird euch zermahlen
Mein Zorn hat nun genug getan
ihr steigt als Rauch zum Himmel auf
dort wird der Wind euch mit sich nehmen
keiner wird euch wieder sehen
Ich hab gelebt...
Ich hab gelebt wohl vierzig Jahre minder zwei
mit toben wüten dichten singen mancherlei
Es wär wohl an der Zeit das ich mein eigens Kinds
Geschrei zuweilen hört in einer Wiege gellen
Doch kann ich der vergessen nicht in Ewigkeit
Die mir hat geben Mut auf diesem Erdenreich
In aller Welt konnt keine finden ihrer gleich
Auch fürchte ich doch sehr ehelicher Weibe bellen
In Urteil Rat viel weiser hat geschätzt mich
Dem ich gefallen hab mit schallen liederlich
Ich lebe sicher klein vernünftiglich
Das mich die Welt schon lang beginnt zu quälen
jerusalem
Mit den Rittern kam ich an,
das Grab des Erlösers anzuschauen,
hier zu beten und zu bitten,
für mich und die, die mit mir ritten.
Mit Schwert und Feuer kamen wir,
in Schutt und Asche legten wir,
des Herren auserwählte Stadt,
wohin Gott uns geleitet hat.
Operie Femina
Dein junges Herz hat aufgehört zu schlagen,
und wollte doch so gern noch bei uns sein,
Gott hilf uns diesen Schmerz zu tragen,
denn ohne dich wird manches anders sein,
zu früh bist du uns heimgegangen,
die Liebe ruht im Grabe dein,
was wir durch dich verloren haben,
das weis nur Gott und wir allein.
Stern von Bethlehem
Als man noch nicht wusste,
ob die Erde rund sei,
oder nur eine Scheibe,
leuchtete er schon vom Himmelszelt,
von Anbeginn der Zeit,
blickte er auf alle Elemente,
die da kamen und gingen,
auf diesem Erdenland
Halleluja
Doch einmal unterzog auch er,
sich einer Prüfung vor dem Herrn,
sein Sohn wurde geboren in Betlehem,
man sagte Gott gab ihm die Kraft,
heller als alle anderen Planeten zu leuchten,
und so stand er still am Horizont,
Halleluja
Was mag das nur für ein Gott sein,
der es nicht vermag,
zu verkünden die Ernte seiner Saat.
Halleluja
Säufergrab
Rote Nase trübe Augen
Einen fetten Bauch vom Saufen
Kannst nur wanken statt zu laufen
Und nur saufen saufen saufen
Schlaffe Arme schwere Beine
Bälger zeugen kannst du keine
grässlich stinkst du aus dem Maul
wie ein alter kranker Gaul
Der Dämon streckt die Finger aus
Und packt dich feste im Genick
Du kommst dem teufel nicht mehr aus
Er lenkt für dich nun dein Geschick
Hast versoffen Hof und Haus
Bist jetzt arm wie eine Kirchenmaus
Bist des Teufels fette Beute
Ein Säufer das Gespött der Leute
Doch eines Tages bist du tot
Da hat der Schnitter dich geholt
Das wird für dich ein Segen sein
Dann schreibe ich auf deinen Stein
Seht hier liegt ein armer Mann
Schon nagen ihn die Ratten an
Das letzte Gold gab er für Wein
Jetzt liegt er unter diesem Stein