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Duisburg (dpa) - Täglich quälen sich tausende Autofahrer durch den Berufsverkehr in Nordrhein-Westfalen. Um ihnen zu helfen, haben «Stauforscher» der Universität Duisburg/Essen seherische Fähigkeiten entwickelt: Sie warnen vor Staus, bevor diese entstehen. Ihre Stau-Prognose im Internet ist in wenigen Wochen zum Renner geworden: 200 000 Besucher klicken täglich auf die virtuelle Stau-Schau. «Jeder deutsche Autofahrer steht pro Jahr durchschnittlich 58 Stunden im Stau», berichtet Michael Schreckenberg. Der Professor hat gemeinsam mit seinen Studierenden ein System entwickelt, das Autofahrer in die Zukunft blicken lässt: Immerhin kann dort die Verkehrslage der nächsten halben Stunde simuliert werden. Auftraggeber für das weltweit beispielhafte Prognosesystem, das seit Ende März im Netz steht, ist das NRW-Verkehrsministerium. Aus insgesamt 4 000 Induktionsschleifen, die in den Fahrbahndecken der Autobahnen des Landes installiert sind, werden minütlich aktuelle Daten in die Uni übermittelt. Diese verraten den Stauforschern, wie viele Autos gerade mit welcher Geschwindigkeit über die Autobahnen rollen. Herzstück des Systems ist ein Verkehrssimulator, der jedes einzelne Fahrzeug, das sich auf den Straßen bewegt, im Rechner abbildet. In der Simulation bewegen sich die Fahrzeuge virtuell nach physikalischen Gesetzen weiter. Wenn es eng zu werden droht, markiert der Computer den Autobahnabschnitt gelb für zäh fließend und rot für einen zu erwartenden Stau. «Wir wollen mit unserem System eine Entlastung der Verkehrslage schaffen» sagt Physiker Schreckenberg. Im Idealfall informiere sich jeder Autofahrer kurz vor der Fahrt über die Situation auf den Straßen - sucht sich bei viel Verkehr eine Alternativroute oder weicht auf öffentliche Verkehrsmittel aus - und der Stau entsteht doch nicht. Ob die Internet-Prognose den Straßenverkehr selbst bereits positiv beeinflusst, würde der Wissenschaftler selbst gerne wissen: «Wir bekommen zwar E-Mails von Autofahrern, die unser System loben - ob die Fahrer deswegen tatsächlich auf Alternativen ausweichen, können wir allerdings noch nicht sagen.» Die Stauforscher sind inzwischen nicht nur bei Autofahrern gefragt: Für die Veranstalter der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 berechnen die Duisburger nun das Verkehrsaufkommen vor den WM-Spielen, damit Fans und Fußball-Teams pünktlich zum Anpfiff im Stadion sind. Ihre populäre Internet-Prognose wollen die Duisburger auf eine Stunde erweitern. Außerdem sollen sich Autofahrer auch über die Landesgrenzen hinaus informieren können. «Wir führen gerade Gespräche mit Rheinland-Pfalz», berichtet der Stauforscher. «Langfristig möchten wir auch alle anderen Bundesländer einbinden.»
Hamburg (dpa/gms) - Wo der Verkehr üppig fließt, da sinkt die Lebensqualität rapide, und die Umweltbelastung steigt. Der Lärmpegel raubt den Schlaf und die Abgasschwaden nicht selten den Atem. Doch immer öfter können derart Geplagte buchstäblich aufatmen: Behörden und Straßenbauer haben ein teures, aber wirkungsvolles Rezept gegen Lärm und Gestank gefunden: so genannte Einhausungen. Dabei verschwinden ganze Autobahnabschnitte in Tunneln oder gläsernen Röhren - und mit ihnen die schlechte Luft und störende Geräusche. Die ersten Straßen in Deutchland sind bereits unter Dach und Fach, mindestens drei Großprojekte liefen im Frühjahr. Und in Zukunft sollen zwischen Füssen und Flensburg noch viel mehr Autobahnen eingehaust werden. Der Lärm- und Abgasschutz-Effekt ist nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums in Berlin deutlich größer als bei konventionellen Lärmschutzwänden. Wird der Lärm durch die Einhausung weitgehend geschluckt, lassen sich Abgase umleiten oder filtern. Damit gehen die Verantwortlichen für den Straßenbau gegen ein drängendes Problem vor: Nach einer Umfrage des Umweltbundesamtes (UBA) in Berlin fühlen sich 68 Prozent der Bürger in Deutschland durch Verkehrslärm belästigt. Zugleich schadet dieser der Gesundheit. So unterliegen Menschen, die dauerhaft den an Hauptverkehrsstraßen üblichen Lärmpegeln ausgesetzt sind, einem deutlich erhöhten Herzinfarktrisiko. Bei aller Begeisterung gibt es aber auch mahnende Stimmen: Gerd Lottsiepen vom umweltorientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin rät zu einem wohl überlegten Umgang mit den teuren Maßnahmen. Denn oft könne schon mit weniger Mitteln, etwa durch Tempolimits oder den Einsatz von so genanntem Flüsterasphalt, ein ähnlich positiver Effekt erreicht werden. Zudem sollte eine Grundvoraussetzung von Einhausungen laut dem Umweltexperten sein, dass Städtebau- oder Freiflächenplaner mit eingebunden werden, damit der neue Freiraum über der Autobahn sinnvoll genutzt wird. An Streckenabschnitten, auf denen alle anderen Lärm- und Abgasschutzmittel ausgeschöpft sind, hält jedoch auch Lottsiepen die Einhausung für eine effektive Problemlösung. Technisch können Einhausungen auf verschiedene Weise bewerkstelligt werden: Bisher wurde nach Angaben des Ingenieurbüros ILF in München meist an Ort und Stelle mit Betonwänden, tragfähigen Decken und Glasfronten ein Tunnel errichtet und dann mit Mutterboden zugeschüttet und begrünt. Zudem bietet der Erfinder Gert Witting aus Ramsau in Bayern ein Baukastensystem an, bei dem jeweils zehn Meter lange, vormontierte Module zu einer Röhre verbunden werden. Die Seitenteile werden laut Witting großzügig verglast und das etwas angeschrägte Dach mit Gras besät. Zudem sorgen Ventilatoren für den Luftaustausch, Abzugsfenster und Fluchttüren sollen Sicherheit garantieren. Den Preis für die erste Einhausungs-Alternative beziffert Wittig auf mit 40 000 bis 50 000 Euro pro Meter. Der «Baukasten-Tunnel» sei für etwa 25 000 Euro pro Meter zu haben. Obwohl also schon ein halber Kilometer Einhausung im günstigsten Fall 12,5 Millionen Euro verschlingt, findet das Prinzip immer mehr Freunde. Für rund 20 Millionen Euro bereits fertig eingehaust ist laut Bundesverkehrsministerium beispielsweise ein rund 700 Meter langes Stück der Autobahn 93 in Regensburg. Wo bisher 70 000 Autos am Tag gelärmt und die Luft verpestet haben, entstehen nun 350 Park-&-Ride-Plätze und eine Grünanlage mit Spielplätzen, Rad- und Spazierwegen. Das derzeit größte Einhausungs-Projekt läuft auf der Autobahn 3 zwischen Frankfurt und Würzburg. Dort entsteht nach Angaben des Verkehrsministeriums zwischen den Ausfahrten Hösbach und Goldbach ein 2,1 Kilometer langer Tunnel, in dem schon bald Verkehr, Lärm und Gestank verschwinden sollen. Auf der B 49 zwischen Gießen und Limburg werden die Anwohner bei Wetzlar auf einem 300 Meter langen Teilstück mit einem künstlichen Tunnel buchstäblich ruhig gestellt. In München bekommt der Petuelring auf etwa 1,5 Kilometern Länge ein Lärmschutz-Dach, und in Köln lief im Frühjahr laut Erfinder Witting die Ausschreibung für eine Einhausung der A1 bei Löwenich. Wirklich große Projekte sind derzeit aber noch Visionen. So hat sich Witting für eine privat finanzierte Einhausung des Irschenbergs auf der Autobahn 8 von München nach Salzburg beworben und will damit drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zusätzlich zum Lärm- und Abgasschutzschutz verspricht er im Winter eine schneefreie Steigungsstrecke. Ebenfalls noch in der Vorplanung ist ein Großprojekt in Hamburg: Dort würde Witting an der A7 gerne die Zufahrt zum Elbtunnel unter Dach und Fach bringen. Der tägliche Verkehrsfluss könnte nach der Vorstellung des Erfinders auf einer Länge von 3,5 Kilometern unter die Erde verbannt und durch einen Grüngürtel mit Kleingärten, Biotopen, Spiel- und Sportplätzen ersetzt werden.
Medien/Kommunikation, Freizeit/Kultur content-start --> "Faces" wagt den Sprung zum überregionalen Magazin
In der aktuellen Ausgabe mit dem Thema "Klischee", schreiben Pioniere der deutschen Pop-Literatur, wie Helge Timmerberg (Tempo, Wiener, Playboy, Stern, etc.), Uwe Kopf (ehemaliger Tempo-Kolumnist), Alexander von Schönburg (FAZ), sowie der aktuelle Träger des Ingeborg-Bachmann Preises Peter Glaser. Daneben erhielten aber auch bei dieser Ausgabe wieder junge, talentierte Schweizer Autoren eine Plattform. Das Magazin erscheint quartalsweise und soll laut den Herausgebern 20- bis 45-Jährige ansprechen, die "sich in der Region zu einem Drink mit Freunden treffen, ein gutes Essen geniessen oder einfach eine Nacht lang durchtanzen wollen".
___/\---> ODER: AUGENWEIDEN
Das ist nicht nur eine Ansichtssache! Denn: Der ____/\- - -> Link< führt z.B. zur z w e i f a c h e n | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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___/\---> D: Pkw-Neuzulassungen sinken im Februar um 1,2 Prozent zum Vorjahr |
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| FLENSBURG (dpa-AFX) - Die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland von Personenkraftwagen (Pkw) und von Kraftfahrzeugen (Kfz) ist im Februar insgesamt zurückgegangen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes vom Freitag wurden im Berichtsmonat 233.281 Pkw fabrikneu zugelassen. Das sind 1,2 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Pkw-Zulassungen den Angaben zufolge um 4,2 Prozent. Insgesamt seien im Februar 268.756 Kraftfahrzeuge neu in Verkehr gebracht worden, hieß es. Damit hätten sich die Kfz-Zulassungen in diesem Monat um 2,4 Prozent zum Vorjahr und um 0,5 Prozent zum Januar vermindert. KRÄFTIGER ANSTIEG BEI MOTORRÄDERN Jahreszeitlich bedingt sei von Januar auf Februar vor allem die Zahl der Neuzulassungen für Motorräder gestiegen. Diese habe im Berichtszeitraum um 237,6 Prozent zugelegt, teilte das Bundesamt mit. Dagegen seien die Zulassungen für Lastkraftwagen zwischen Januar und Februar um 16,4 Prozent gesunken. Auch das kumulative Ergebnis der Monate Januar und Februar sei mit einem Rückgang um 1,6 Prozent zum Vorjahr auf 538.834 neue Kfz "bescheiden" ausgefallen. Besonders starke Steigerungen verzeichneten den Angaben zufolge Autos französischer Hersteller. AUTOS AUS FRANKREICH GEFRAGT So hätten Citroen einen Zuwachs von 32,1 Prozent verzeichnet, Peugeot einen von 26,3 Prozent. Renault-Zulassungen seien um 20,8 Prozent geklettert. Opel (minus 21,0 Prozent), Fiat |
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Media-Analyse (MA): ARD-Radiosender mit fast 34 Millionen
Hörern weiter Spitze - Info- und Kulturprogramme
erstmals bei sieben Prozent
Pleitgen: "Starker Beitrag der ARD zur Radiokultur"
Köln, 06.03.2002: Die öffentlich-rechtlichen
Radioveranstalter haben zum dritten Mal in Folge Hörer
gewonnen und sind in Deutschland weiterhin an der
Spitze. 33,78 Millionen Menschen schalten montags bis
freitags ein Radioprogramm der ARD-Sender ein. Das
ergibt die Media Analyse 2002/I, die heute in
Frankfurt am Main veröffentlicht wurde.
Deutlich mehr als die Hälfte (52,7 %) der in
Deutschland lebenden Menschen hört demnach an einem
durchschnittlichen Werktag eines der 60
öffentlich-rechtlichen Radioprogramme (Hörer gestern
Montag bis Freitag). Die 180 rein werbefinanzierten
Konkurrenten kamen insgesamt auf eine Tagesreichweite
von 47,0 Prozent, das entspricht 30,12 Millionen.
"Der Erfolg unserer Radioprogramme liegt in ihrer
Vielfalt begründet", so der ARD-Vorsitzende Fritz
Pleitgen. "Wir begleiten unsere Hörerinnen und Hörer
mit schneller, zuverlässiger und unabhängiger
Information aus der Region und aus der ganzen Welt
durch den Tag. Radio ist ein kultiviertes Medium und
zugleich allen leicht zugänglich. Besonders froh bin
ich über den starken Beitrag der ARD zur Radiokultur -
von der anspruchsvollen Comedy über Alltagskultur bis
zum Sinfoniekonzert."
Die Kultur- und Informationsprogramme der ARD-Sender
erzielten ein Rekordergebnis. Erstmals schalteten 7,0
Prozent (4,47 Millionen) der Hörer diese in der MA als
sogenannte "gehobene Programme" ausgewiesenen
Hörfunkwellen ein (Hörer gestern Montag bis Freitag).
Mit dem erneuten Gewinn bei den Kultur- und
Informationsprogrammen setzt sich ein Aufwärtstrend
der vergangenen Jahren fort.
Auch im gesamten Wochendurchschnitt (Hörer gestern
Montag bis Sonntag) sind die Hörfunkprogramme der ARD
wieder sehr erfolgreich. In dieser Kategorie hörten
50,6 Prozent eines der 60 Radioprogramme der
Landesrundfunkanstalten, das entspricht 32,42
Millionen. Die 180 privaten Konkurrenten kamen
insgesamt auf eine Tagesreichweite von 44,7 Prozent,
das entspricht 28,65 Millionen.
Das Radio ist mit einer leicht gestiegenen
durchschnittlichen Hördauer von 204 Minuten pro Tag
das Medium, das nach dem Fernsehen - das
durch-schnittlich 205 Minuten genutzt wird - die
meisten Menschen erreicht.
Die ____/\- - -> MA ist eine von der Arbeitsgemeinschaft Media
Analyse getragene Standarduntersuchung zur
regelmäßigen Erhebung von Nutzungsdaten. Beim Hörfunk
stellt die MA mit zuletzt knapp 55.000
Telefoninterviews die größte regelmäßige Befragung
dar, die repräsentative Ergebnisse für die Deutsch
sprechende Bevölkerung ab 14 Jahren erbringt (rund
64,1 Millionen). Ermittelt wird vor allem, für welche
Programme sich die Hörer am Tag vor der Befragung
entschieden haben ("Hörer gestern"). Die Ergebnisse
der MA werden zurzeit zweimal im Jahr - im März und im
August - veröffentlicht.
Rückfragen: ARD-Pressestelle, Alexander Hack, Tel.
0221/220-1867
WDR/ARD-Pressestelle
Tel. 0221-220-2406
Fax.0221-220-2376
email: susanne.enders@wdr.de
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Gut situiert liegt Mann heute oft voll daneben
Ein Zürcher Soziologe hat 8000 Kontaktanzeigen der Jahre 1900 bis 2000 ausgewertet
VON BALZ SPÖRRI
Zürich - Man mag über Kontaktanzeigen schmunzeln. Tatsache ist, dass
sie sehr
viel über die verborgenen Werte und Ideale einer Gesellschaft verraten. Das beweist eine kürzlich publizierte Untersuchung von Heirats- und Bekanntschaftsinseraten, die zwischen 1900 und 2000 in der «Neuen Zürcher Zeitung» und im «Tages-Anzeiger» erschienen sind.
Rund 8000 Annoncen hat der Soziologe Alexander Salvisberg ausgewertet. Seine Frage: Wie verändert sich das Bild, das die Inserierenden von sich und ihrem Wunschpartner zeichnen?
Salvisbergs Befund ist eindeutig: Wir definieren sowohl unsere eigene Identität wie auch unseren Traumpartner immer stärker über unsere Freizeitaktivitäten und unseren Lebensstil. Beruf, Einkommen und Vermögen treten dagegen immer mehr in den Hintergrund. «Die Arbeit hat ihre einst unangefochtene Stellung als Nabel des Lebens eingebüsst», sagt Salvisberg, der als Assistent am Soziologischen Institut der Universität Zürich arbeitet.
Wer heute mittels Inserat einen Partner sucht, listet eine ganze Reihe von sportlichen und kulturellen Hobbys auf. Die 53-jährige Madeleine zum Beispiel, die letzte Woche in der NZZ einen Traummann suchte, «liebt Natur, Berge, Meer, Golf, Reisen, gepflegt essen, Ski, Konzerte und Kunst». Zu den Hobbys eines andern NZZ-Inserenten von letzter Woche zählen neben anderem «Musik, Theater, Kulinarik, Ski, Golf, Motorbootfahrten und Wassersport».
Fast 25 Prozent eines Inseratetextes, so zeigt Salvisberg, sind heute durchschnittlich der Freizeit gewidmet; nur gera- de vier Prozent hingegen dem Beruf. Zwei Drittel aller Inserierenden ma- chen überhaupt keine Angaben zum Beruf.
Kaum vorstellbar, dass es einst gerade umgekehrt war: Im Jahr 1905, als die wöchentliche Arbeitszeit noch 60 Stunden betrug, nannten vier von fünf Inserenten ihren Beruf. Nur fünf Prozent der Heiratswilligen dagegen erwähnten eine Freizeitaktivität. Und wenn, dann ganz verschämt: Als ein Fabrikbesitzer 1904 zwecks Heirat eine «vermögliche Dame» suchte, erwähnte er seine Neigung zum Sport, der «ohne fürs Geschäft hindernd zu sein, nebenher betrieben wird».
Es dauerte bis 1936, ehe das Wort «Freizeit» überhaupt in einer Kontaktanzeige erschien. Das Wort «Hobby» tauchte gar erst 1963 erstmals auf. Dafür war es bis Mitte des letzten Jahrhunderts gängig, seine Finanzen offen zu legen, um dadurch seinen soliden Charakter zu untermalen. Da suchte dann ein «gut situierter Handwerker mit 15 000 Franken Vermögen eine Witwe mit eigenem Geschäft», oder es hoffte ein «Jüngling mit Fr. 2000 fixem Einkommen» auf sein Glück.
Der Wandel von der Arbeits- zur Freizeitgesellschaft setzte in den Fünfzigerjahren ein. Plötzlich waren Geld und Zeit vorhanden, die neu geschaffene AHV sicherte den Wohlstand im Alter. Die wichtigste Aufgabe bestand nun weni- ger darin, das wirtschaftliche Überleben zu sichern als das Leben zu gestalten - und zu geniessen. Unter dem Einfluss der amerikanischen Jugendkultur waren Jeans, Spass und Rock 'n' Roll an- gesagt. Das bürgerliche Arbeitsethos hingegen roch zusehends nach altmodischem Mief.
Kein Zufall, dass in Zürcher Kontaktanzeigen ausgerechnet im rebellischen Jahr 1968 die Freizeit erstmals mehr Platz einnahm als der Beruf. Es sei nicht mehr allein entscheidend gewesen, in der sozialen Ordnung etwas weiter oben oder unten zu stehen, sagt Salvisberg. «Stattdessen wurde es immer wichtiger, anders zu sein.» Und das gelang in erster Linie ausserhalb der festgefügten Arbeitswelt.
Zusammen passt, wer die gleichen Vorstellungen von Freizeit hat
Seither hat sich die Freizeitgesellschaft, trotz mehreren Wirtschaftskrisen, fest etabliert. Bis 1972 erwähnten die bürgerlich-betuchten NZZ-Inserenten häufiger ihre Hobbys als Inserenten im «Tages-Anzeiger». Inzwischen hat der Mittelstand aufgeholt. Auch die Unterschiede zwischen Frauen und Männern haben sich angeglichen, Freizeit ist zum Universalgut geworden.
Salvisbergs Untersuchung, die im Rahmen einer europaweit einzigartigen Langzeitstudie an der Professur für Soziologie der ETH Zürich entstand, zeigt eindrücklich, wie sich die Wertvorstellungen der Schweizer gewandelt haben. Freizeitaktivitäten sind nicht nur zum zentralen Merkmal unserer eigenen Persönlichkeit geworden. Die Freizeit, so Salvisberg, «ist heute auch ein entscheidendes Kriterium, ob man zusammenpasst».
Eine glückliche Ehe zu führen, ist dadurch nicht einfacher geworden. Im Gegenteil. Die Partner haben heute den Anspruch, harmonisch zu leben, immer glücklich zu sein und sämtliche Interessen zu teilen. «Wenn das nicht mehr zutrifft», so Salvisberg, «ist man schneller bereit, jemanden zu suchen, der noch besser zu einem passt.»
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Computer/Telekommunikation, Medien/Kommunikation
US-Regierung verbannt "kritische" Informationen von ihren Webseiten
Daten zu Massenvernichtungswaffen sollen aus dem Internet verschwinden
Washington (pte, 22. März 02/12:13) - Nach US-Medienberichten hat das Weiße Haus alle US-Behörden angewiesen, die Inhalte ihrer Webseiten zu überprüfen. So sollen Informationen über Massenvernichtungswaffen aus dem Internet entfernt werden. Aber auch Inhalte, die keiner Geheimhaltung unterliegen aber von Terroristen "unter Umständen für die Waffenherstellung genutzt werden könnten", sollen zurückgezogen werden. Die Richtlinie gilt für alle Informationsbestände, unabhängig von ihrem Alter.
In einem Memo weist der Stabschef im Weißen Haus, Andrew Card, die Regierungsstellen an, innerhalb von 90 Tagen alle notwendigen Maßnahmen durchzuführen. Die Richtlinien, nach denen die Webinhalte beurteilt werden, wurden von den Direktoren des Security Oversight Office und des Informationsbüros des Jutizministeriums verfasst. http://www.fas.org/sgp/bush/wh031902.html
In den USA stößt die Order des Weißen Hauses durchaus auf Kritik. So stimmen verschiedene Bürgerrechtsgruppen wie die Federation of American Scientists (FAS) mit der Verwaltung überein, dass Informationen über die Herstellung und Verbreitung von Massenvernichtungswaffen nur bedingt ins Netz gehören.
Sie befürchten allerdings, dass die Richtlinie dazu benutzt wird, wichtige Informationen der US-Öffentlichkeit vorzuenthalten.
____/\- - -> EIN FALL FÜR ai - amnesty international ZUR ai HOMEPAGE
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Medien/Kommunikation, Gesundheit/Umwelt
"HANF" - nicht nur für Kiffer
Die Schweizer Zeitschrift für Hanfkultur wird neu gelauncht.
Wohlen (28. Februar 02/10:08) - In keinem Land Europas ist die Legalisierung von Cannabis so weit gediehen wie in der Schweiz. Und kaum irgendwo erfreut sich die Nutzung der Kulturpflanze Hanf einer ähnlich grossen Beliebtheit wie hier. Das zeigt sich nicht nur im Konsum von Cannabis als Rauschmittel. Auch die Wieder- und Neuentdeckung des Hanfs als Heil- und Nahrungsmittel sowie als Werkstoff hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen in der Schweiz mit Hanf zu tun haben.
Höchste Zeit also, dass das "Hanf-Paradies" Schweiz eine Fachzeitschrift zum Thema erhält. Diese Lücke zu schliessen ist das erklärte Ziel von "HANF", der Zeitschrift für Hanfkultur von A bis Z. Bereits vor einiger Zeit verlegte die Internationale HANF-Medien AG, welche "HANF" seit sieben Jahren auf dem gesamten deutschsprachigen Markt herausgibt, ihre Geschäftsführung in die Schweiz.
"In der Schweiz werden derzeit die wichtigsten politischen Entscheidungen auf dem Weg zur Cannabis-Legalisierung getroffen", erklärt Geschäftsführer Roger Bottlang. "Mit dem Umzug in die Schweiz sind wir nicht nur näher an diesem Geschehen, sondern auch näher an dem Markt, der von der Liberalisierung bereits heute am stärksten profitiert." Um die Berichterstattung aus der Schweiz zu verstärken, ist "HANF" jetzt mit einem Redaktionsbüro in der Schweiz präsent. Zusätzlich wurde ein Netz von Korrespondenten aufgebaut.
Ob Bauern, Produzenten, Händler, Konsumenten oder sonstwie an der Wunderpflanze Hanf Interessierte: Sie alle finden in "HANF" eine Plattform, wo sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen, ihre Produkte anbieten und Aktivitäten koordinieren können.
"HANF" ist aber mehr als ein informatives und unterhaltendes Fachmagazin für die Hanfszene. "HANF" will die politische Diskussion fördern und aktiv daran teilnehmen. Beiträge über die drogenpolitische Situation in der Schweiz und Fachbeiträge von Schweizer Experten haben einen festen Platz im inhaltlichen Konzept von "HANF".
Gegenwärtig laufen die Arbeiten am inhaltlichen und grafischen Redesign der Zeitschrift. Einen Vorgeschmack aufs neue "HANF", das am 21. März erstmals in der neuen Form erscheint, gibt es bereits jetzt: Die vor dem Relaunch übliche Nullnummer wird gegenwärtig in ausgewählten Hanfshops gratis verteilt.
Die beste Gelegenheit, "HANF" näher kennen zu lernen, bietet die cannaTrade in Bern. "HANF" ist an der Internationalen Hanfmesse (Stand 206) mit zahlreichen prominenten Gästen präsent, etwa den Comic-Zeichnern Gerhard Seyfried und Steve Stoned. Mit 110 Ausstellern aus 11 Ländern bietet die cannaTrade wie keine andere Veranstaltung einen umfassenden Überblick über die immense Palette von Produkten, die aus Hanf erzeugt werden.
cannaTrade 2002. 1. bis 3. März in der BEA expo, Bern (Halle 310). Öffnungszeiten: Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 22 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr.
George Michaels neuer Song attackiert Tony Blair
Politischer Videoclip sorgt für Medienrummel
London (pte, 6. Juli 02/10:25) - Mit seinem neuen Song "Shoot The Dog" hat es George Michael wieder einmal geschafft. Alle Scheinwerfer sind auf ihn gerichtet, der potenzielle Hit und vor allem der Videoclip dazu sind in aller Munde, berichtet die BBC http://news.bbc.co.uk .. Am Dienstag wurde das Cartoon-Video erstmals auf MTV und VH1 gespielt. Es zeigt den britischen Premier Tony Blair als Pudel von US-Präsident George W. Bush. Lied und Video seien durch seine Sorge ausgelöst, Bushs "War on Terror" sei zuwenig in der Öffentlichkeit diskutiert und hinterfragt. Kritik, der Song sei ein Angriff auf Amerika, wies er zurück. Angegriffen müsse sich nur Tony Blair fühlen.
Tony Blair wird als Kapitän eines Schiffes dargestellt, das in Richtung USA segelt aber noch in Europa festgebunden ist. George Michael wehrt sich gegen den Vorwurf, der Song sei anti-amerikanisch. Er wolle die Gefühle der US-Amerikaner nach der Tragodie des 11. September auf keinen Fall verletzen. Das Lied sei ausschließlich eine Attacke auf Premier Blair, von dem er gehofft hatte, er habe einen "beruhigenden und rationalen" Einfluss auf Bush. Der Song werde daher nicht in den USA veröffentlicht werden. Das sei auch nie geplant gewesen.
Er mache sich keine Illusionen über die Wichtigkeit seines Statements. Wenn eine öffentliche Debatte unterdrückt werde, könne sogar "etwas so Triviales wie ein Popstar" Gutes bewirken. Was aber die Briten vielleicht mehr empört als die politische Aussage ist, dass George Michael in dem Video First Lady Cherie Blair in einem Leopardentanga verführen will.
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Produkte/Innovationen, Computer/Telekommunikation
Microsoft launcht neues Online-Bezahlservice
MSN Wallet soll im März 2003 in Betrieb gehen
Redmond - Der Softwarekonzern Microsoft http://www.microsoft.com etabliert mit MSN Wallet eine neue Plattform für Bezahlservices beim Online-Shopping.
Der neue Service soll Passport auf seine eigentliche Aufgabe als Authentizitierungsplattform zurückführen. Der existierende Service, Passport Express Purchase, soll im März 2003 eingestellt werden, gibt Microsoft in einer Aussendung bekannt. MSN Wallet soll den Online-Shopping-Prozess vereinfachen und Fehler in der Eingabe persönlicher Daten beim Onlinekauf eliminieren. http://www.microsoft.com/presspass/press/2002/sep02/09-02WalletPR.asp
Aus Sicherheitsgründen sind die Transaktions- und Adressinformationen bei MSN Wallet elektronisch verschlüsselt und werden in einer Datenbank auf zugangsbeschränkten Servern gespeichert. Durch die Verschlüsselung nach Industrie-Standard (triple DES) und Datenfilter soll die Sicherheit zusätzlich erhöht werden. Microsoft rechnet damit, dass eine Reihe von Händlern wie zum Beispiel Kmart, Nordstrom und Fossil das neue Service im Laufe der kommenden Monate anbieten wird.
Passport war als zentraler Aspekt des Consumer Web Services Plan unter dem Namen ".Net My Services" eingeführt worden, hatte jedoch auf der Nutzerseite Unklarheiten und Unsicherheit über den Datenschutz ausgelöst. Der alte Service soll noch bis März in Betrieb sein, beim Wechsel werden keine Daten abgeglichen. Bisherige Nutzer von Passport Express Purchase müssen sich für MSN-Wallet neu anmelden, die bestehenden Daten im alten Service werden nach der Umstellung gelöscht.
User können sich ab heute, Dienstag, für den E-Wallet-Service registrieren. Im Moment gibt es nur eine englische Version, Microsoft will den Service jedoch auch bald in anderen Sprachen anbieten.
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Computer/Telekommunikation, Unternehmen/Finanzen content-start -->
Japan: Massenproduktion von DVD-Recordern in den Startlöchern
Baldiger Preiskampf absehbar - Sony will eigene Produktion starten
Tokio (pte, 9. September 02/17:38) - DVD-Freaks dürften bald aufatmen. Immer mehr japanische Anbieter für Unterhaltungselektronik planen den Einstieg in den äußerst lukrativen Markt für DVD-Recorder mit eigener Festplatte. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" will Marktführer Sony http://www.sony.com bis zum nächsten Frühjahr erste eigene Produkte fertiggestellt haben. Bisher hatte Sony lediglich Geräte des Herstellers Pioneer unter eigenem Label weiterverkauft. Andere OEM-Händler wie Matsushita Electric (Panasonic) und Hitachi wollen nach dem Bericht ebenfalls eigene Fertigungskapazitäten aufbauen.
Trotz verschiedener Standards bei den DVD-Rohlingen verkaufen sich erste Serien offenbar sehr gut. Ein Panasonic-Sprecher geht davon aus, das der weltweite Markt sich bis zum Jahr 2005 auf ein Volumen von 15 Mio. Geräte verzehnfachen wird. Bis zum Ende des nächsten Jahres erwartet man die Marktreife von DVD-Recordern, die mit blauen Lasern höhere Kapazitäten erreichen, und damit auch Film-DVDs mit ihren acht bis neun GB Datenmenge 1:1 kopieren könnten. Hier tobt noch ein Kampf zwischen den inkompatiblen Standards von Toshiba und NEC, die einen 40 GB-DVD-Standard angekündigt haben. Die Technologie ist jedoch inkompatibel zu den bereits von den Konkurrenten Sony und Panasonic vorgestellten Blu-ray-DVD. Gibt es erst einen übergreifenden Standard am Markt ist mit raschem Preisverfall zu rechnen.
Forschung/Technologie, Computer/Telekommunikation content-start -->
Glasfaser: Forscher übertragen zwei Terabit/Sekunde
Neue Technologien verhundertfachen Übertragungsrate
Cardiff (pte, 9. September 02/15:34) - Die in Glasfaserkabeln übertragene Datenmenge soll durch die Kombination verschiedener Techniken zur Manipulation von Licht mehr als verhundertfacht werden können. Die Kabel, die bisher Daten mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von zehn GB pro Sekunde weiterleiten, sollen mit der neuen Methode eine Übertragungsrate von bis zu zwei Terabit pro Sekunde schaffen, berichtet der Informationsdienst New Scientist. Stuart Walker, Forscher an der University of Essex, hat die Neuerung auf der Photon2 Conference in Cardiff vorgestellt. http://www.newscientist.com/news/news.jsp?id=ns99992769
Die neuen Technologien werden bereits im transatlantischen Bereich für Hochleistungskabel angewandt. Werden sie auf die Kabel in Städten übertragen, so resultiere daraus die deutlich erhöhte Übertragungsrate, erklärt Richard Penty, Forscher an der Cambridge University.
Penty hatte bewiesen, dass durch die Verwendung einer zweiten Lichtfrequenz in der Datenleitung die Menge der übertragenen Daten verdoppelt werden kann, indem die beiden Frequenzen übereinander gesendet werden. Im Januar 2002 hatte ein Forscherteam an der University of Essex die Untersuchung weitergeführt, mit Hilfe von mehreren Lasern wurden unterschiedliche Wellenlängen simultan gesendet und in verschiedene Lichtfrequenzen gesplittet. Die neueste Entwicklung der Forscher soll durch die Polarisation von Licht das Senden von Lichtwellen in mehreren Winkeln unterstützen, und soll auf diese Weise mehr Information enkodieren können.