MUNDARTGEDICHTE
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Carl Spitzweg: "Der arme Poet..."

...und die aktuelle Version 2005 (Update)

 

Die nachfolgenden Gedichte entstammen alle meiner Feder... :

Zum Goethejubiläum 1999:

GOETHERU(H)MMEL...

Jetzt ist's zwaahunnertfuffzich Jahr,
daß Mutter Goethe ihn gebar, -
e ganz besonnere Geburt,
am Maa, nah' bei der Frankenfurt...

Denn Goethe, das war ein Genie,
in Botanik - Dichtung - Geologie -
und was damals kaum wen int'ressierte,
er genaustens archivierte...

Somit war er der Zeit voraus -
(und auch selten mal zuhaus)
und fuhr herum in aller Welt,
(noch ohne Bahn-Card und viel Geld !) 

Doch fand er immer die Sponsoren,
die ihn als förd'rungswürdig auserkoren,
war auch zu Damen äußerst nett -
und schleppte manche mit in's Bett...

Nur zuhaus, in Frankfurt/Main,
da schloß man ihn viel lieber ein,
machte schnell das Fenster zu,
so hatten seine Eltern ruh... (!)

Doch was würd' Goethe heut' wohl saache,
könnte man ihn danach fraache -
üwwer Frankfurt, Stadt der Banke,
üwwer Obdachlose, Dealer , Blanke,
Halsabschneider, Schwätzer un Betrüscher -
(ich glaab, des füllte ganze Büscher... !)

Vielleicht würd' er sei Kutsch' verkaafe,
im ICE fahr'n, odder laafe -
säß beim Ebbelwoi in Sachsehause,
beträcht' sich die Kulturbanause...

Jedoch möcht' ich nach  soviel Jahr'n
net, daß die Anner'n, die mich gar net kannte,
so duh'n, als wär'n se mei Verwandte,
(un des ganz ohne meine Wahl) -
des wär' ja noch im Grab e Qual...

Mei Konterfei uff Tellern, Tasse, Deckel -
(hauptsach' es kimmt Geld in's Säckel),
un jeder, der däht' voll Entzücke,
sich mit meine Feddern schmücke,
un nach soooviel Jahr'n der Sichtung,
wüßt' kaaner mehr, was Wahrheit ist
und was nur Dichtung... 

Ei, wann ich de Goethe wär,
ich käm' direkt vom Jenseits her,
würd' im Goethehaus mit Kette rasseln -
den Touri's den Besuch vermasseln,
haut' mit der Faust auf einen Tisch -
freute - und verdrückte mich...

Doch trotz all' der schlimmen kommerziellen Dinge -
so drastisch kann merr's doch net bringe:
Und so guck ich  jetzt von "oben" zu,
denn dort, da  hab'  ich meine (Goethe) Ruh ...
such' mir da aus die richt'gen Geister
und schick' zur Höll' den Scheibenkleister...

Denn Namen, die sind Schall und Rauch,
des sehe ich hier "oben" auch -
Denn dort im Himmel, hinter'm Tor,
bin  ich noch schlauer als zuvor...

 

MILLENNIUMFIEBER

Die Hysterie ist riesengroß,
Millennium - ei was kommt da bloß ?
Werd' die Welt wohl unnergeh'n,
mir uns jemals wiederseh'n ?

Hocke alle wir im Dunkeln,
so wie die Propheten munkeln,
oder spinnt der Automat der Bank,
un wir sind all' uff aamal blank ?

Sitz' im Keller merr uff uns're Arsch-Bäckcher,
un üwwerlebe mit Survivel-Päckcher ?
Oder duh'n merr so, als ob nix wär,
un gebe uns dem Schicksal her ?
Stirbt die Omma, oder nur die Katz ? -
EI HÖRT MERR DOCH UFF MIT DEM RABATZ !!!

Millenniumhaft sind auch die Preise,
bei Sylvestergalas, un bei Reise -
Doch Viele ham die Schnauz' schon voll,
allein des Wort erzeuscht schon Groll ! 

Auch mir hängt des zum Hals heraus,
un ich bleib' ganz bestimmt zuhaus -
DENN DIE WELT, DIE WERD' SICH WEITER DREH'N
UN GANZ BESTIMMT NET UNNERGEH'N !!!

 

2000 JAHR´ - UND NIX GELERNT !

Des neu' Jahrtausend is jetzt da,
un merr denkt: wie wunnerbar !
Was konnte mir doch all' erreiche -
Ei, merr könnt' vor Stolz erbleiche... :

Mir schlafe uff'm Wasserbett,
surfe durch des Internet,
ham' des Handy stets am Ohr -
un komme uns wer-weiß-wie vor !

Doch die Technik fordert ihr'n Tribut -
denn uns geht's einfach viel zu gut !
Weil ein's ham wir - des zeigt des Ressümee,
noch net erreicht, denn des wär' schee:

Nämlich Frieden schaffe uff de Welt,
denn da hilft weder Gut noch Geld,
da braucht merr HERZ und auch VERSTAND -
doch der kam leider uns abhand...

 

POSSE FÜR POSSMÄNNER...

Vor einischer Zeit, suchte die Apfelwein-Fa.Possmann kurze 4-Zeiler, in denen das Wort "Apfelwein" enthalten ist. Hierzu meine Beiträge: 

De Appel fällt net weit vom Stamm,
doch meistens gleich daneebe -
d'rum quetsch ihn aus, mach Ebbelwoi,
dann kannst Du einen heben !

De Mensch lebt net vom Brot allein,
er braucht auch seinen Ebbelwein -
un en Handkäs' noch dezu,
dann hat die arme Seele ruh'...

Trink' Ebbelwoi, des rat ich Dir,
des is ein Lebenselixier -
Der gibt Dir den gewissen Kick,
un außerdem macht er net dick !

Sitzt im Lokal Du auf Dei'm Hocker,
un die Zung' werd langsam locker,
un es kribbelt im Gebein -
dann siehst de: So wirkt Ebbelwein...

Viel besser noch,  als Schnaps un Bier -
O Ebbelwein, mein Elixier !
Brauch' kein Juxplatz, keine Wiesen,
duh dich einfach still genießen...

De Ebbelwein hält schlank un jung,
un gibt uns widder neuen Schwung -
d'rum trinket täglich Euer'n Bembel,
un laßt den anner'n süße Krempel  !

Ob allein, ob in der Runde,
Ebbelwein in aller Munde -
un en Handkääs' noch dezu,
dann hat die arme Seele ruh' !

Wasser säuft das liebe Vieh,
doch Ebbelwein (so heißt die Brieh)
die merr als "Homo Sapiens" braucht,
damit de Schornstein immer raucht !

... un es will merr net in de Kopp enei -
w
as machte mer bloß ohne Ebbelwoi...

PS: Äppler derf merr ja net saache,
sonst duht ei'm die Konkurrenz verhaache,
odder vor Gericht verklaache -
Naja, was soll merr dazu saache...
Hauptsach' merr duht net verzaache,
denn wichdisch is, was drin' im Maache... (!)

 

Schlitzaache un Ebbelwein... 

(s’baßt aafach net...)

 

Es war einst am Römerbersch –

inmidde Dom un Römer un de Kersch –

Dort feiert’ merr – ei war des fein,

des große Fest des Ebbelwein...

 

Fröhlich’ Leut’ uff Bänke hockte,

Mussik und de Ebbler lockte,

und auch de Handkäs’ und noch anner’n Speise –

Korzum: Die Stimmung war grad’ zum zerreiße...

 

Da schlich von Hinne sich heran,

aus Fernost der „Fuji-Mann“

und lächelnd er von Ferne guckte,

was mir denn da so “Gelbes“ schluckte...

 

Und nach ner halben Stunde des Betrachtens,

dacht’ der Fremde -  ja er macht es !

und er bestellt voll Übermut,

so en Schoppe – gelb und gut...

 

Es war ein Bild der Götter gleich,

der Japaner wurd ganz bleich –

und er schluckt’ des Zeusch enunner –

(daß er net brach, des war e Wunner !)

 

Und im Nu war’n merr umringt

und die Kamera die blinkt,

denn schließlich galt’s zu dokumentatieren,

daß merr' des saure Zeusch hier daht’ probieren...

 

Zwar hat die Mutprob’ er bestande

und kann dahaam in seinem Lande,

per Foto, Video perfekt beweise,

er hat’s versucht – auf seine Weise...

 

Hat er danaach auch fast gereiert,

wird er dehaa’m als Held gefeiert,

Tja – and’re Länder, and’re Sitten –

Als Touri hat merr oft gelitten...

 

So bleibt der “Sake“ bei dem “gelben Mann“

und der Türke trinkt den Raki dann -

Der Hesse bleibt beim Ebbelwein –

So soll’s wohl von Natur aus sein... 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KONSTI

Oh Bauernmarkt, Konstablerwache –
Du bist für mich die schönste Sache –
Hab’ ich am Samstag mal nix vor –
So fährt die S-Bahn vor Dei’n Tor...  

Und ich treff’ Leut’ von Nah und Fern –
Und Jeder kommt auch immer gern –
Sogar von Hamburg, Mannheim, Sauerland,
da sind die Gäste ganz gebannt,
und kommen öfters zu uns her –
Ja wir Hesse sinn schon wer...

Am Anfang sin merr zwar sehr unnerkühlt,
merr erstemal den “Fremde“ fühlt,
doch wenn merr dann mal aufgetaut –
so sinn merr meistens schnell vertraut...

Und nach em Paar der saure Brüh’
Dem Äppelwoi – macht’s keine Müh’
und der Fremde der ist integriert –
hat er des Zeusch erst mal probiert...

O.K. – es ist beim erste Schoppe,
für Ungewöhnte noch en saure Droppe,
doch wenn Japaner dieses raffe –
dann müsste MIR'S doch auch noch schaffe...

So – jetzt is die Zeit soweit –
wo de Abbel in der Presse leit’...
und  en gute Jahrgang wünsch’ ich nur –
und  viel Freud’ der “Apfelkur“...

Denn des Zeusch des is gesund,
(net nur für Kinner, Katze un de Hund...)
und es hat wenisch von de Kalorie –
in dere gelbe trübe Brieh'...

Doch wenn merr’s Üwwerdreibt mit dem Genuß –
kommt die Frau Rauscher – dann ist's Schluß !
Und sie spuckt so weit sie kann –
da is merr nüchtern gleich sodann...

Denn auch der beste Zecher,
der dult’ kaan Wasser in sei’m Becher,
und krischt merr des auch grad noch an de Kopp –
da is merr nüchtern – s’ geht Hopp-Hopp !!!

 

 

 

 

 

 

 

FRÜHLINGSERWACHEN

Schneller ging es, als merr dacht',
die Natur
- sie is erwacht !
Vorbei die Zeit der kaale Fieß,
un dem Gewächshauskunstgemies'

Jetzt geht's uffwärts, rasend schnell,
(s' bleibt auch drauße länger hell),
un
die Vöschel zwitschern im Geäste,
wie beim Grand Prix - wer is der Beste ?

Merr liebt's uff sei'm Balkong zu sitze,
de Sonn' die "Fernwärm" zu stibitze,
un des ganz ohne Geld zu bleche,
(de Herrgott zahlt für uns die Zeche...)

Die Spinner in de Cabrio's,
ja die fahr'n auch schon wieder los,
un duh'n die Mussik voll uffreiße,
(so sich als "Toller Typ" beweise...)

Un wenn auch die Bäum' ausschlaache,
so werd hier kaan Mensch verhaache,
des sacht merr nur so vor sich hin,
weil eischentlich ergibt's kaan Sinn !

Merr genießt die Blütenpracht,
weil des richdisch glücklich macht,
geht uff'n Flohmarkt was verramsche,
odder spazzier'n mit sei'm Maddamche
un is für jede Schandtat stets bereit,

Korzum: Es ist Frühlingszeit ! 

MUDDERDAACH

Wenn die Blummeläde leer
un die Verkäufer könn' net mehr,
dann kann des nur Eins bedeute -
Es ist Mudderdaach, ihr Leute !

Auch junge Leut' mit Sträuß' in Hände,
die sonst beschmier'n die S-Bahn Wände,
sitzen d'rin in Bahn und Busse
(de Strauß ist net für ihre Tusse...)
sondern für die Frau Mamma,
denn die ist immer  für sie da...

Wasche , koche, büscheln, butze -
"Hotel Mamma" is von Nutze
Un auch de brave Ehemann
packt sein Gewisse irschendwann,
kommt heim mit Blumme un Praline -
ja die Mudder duht's verdiene  !

Ansonsten heißt's des ganze Jahr
(un des ist aach kein Scherz fürwahr)
"Komm Mudder, mach die Küche zu -
dann hast in dei'm Revier Du Ruh..."

Un aach beim Wasche und beim Büscheln,
da duht de feine Herr sich züscheln,
hauptsach' is, des Bier is kalt,
da werd' gesoffe un gelallt...
un die Sportschau werd' geguckt -
(Wehe wenn die Mudder muckt !)

Einmal im Jahr werd dran gedacht,
was die Mudder alles macht -
Sie wird verwöhnt nach Strich und Faden -
doch wie's schon Morschen aussieht, läßt sich raten...

Auch die Revanch', die folgt schon bald -
De Vadderdaach - wo Pappi lallt...
Un des wird ausnahmsweis' mal toleriert,
wo sonst des Nudelholz regiert...

 

VADDERDAACH

Heut' bleibt die Mudder mal Zuhaus,
denn heut'
ruht sich de Vadder aus...
Weil - merr sinn ja sooo gestreßt,
weil merr uns net saufe läßt !!!

Zwar kriegt merr mal e Bier zum Esse,
doch willste mehr - des kannst' vergesse !
Denn die Mudder in de Küch' gleich faucht:
"Es reicht, Du wirst heut' noch gebraucht..."

So zieh'n merr los, mit uns're Kumpel,
mit dem Bollerwaache (rumpel-rumpel )
auf welchem schon des Faß verfrachtet,
nach dessem Inhalt merr schon schmachtet...
und fährt in's Herze der Natur
und feiert dort die Saufkultur!!!

Die Stimmung steicht bis zum Eßzeß,
mit dem mobile Saufexpress,
un mit jedem weit'rem Becher,
steigt die Laune uns'rer Zecher...

Es werd' gellallt mit schwerer Zunge,
drekisch' L
ieder werr'n gesunge,
un übber manchen Witz gelacht,
den merr - wenn nüchtern- nie gemacht...

Dann duht merr dann nach Hause wanke
(merr hoert' im Geist schon des Gezanke (!) )
des heißt, wenn merr noch laufe kann,
denn Mancher kommt auch gar net an...

Doch vielleicht, gemaach, gemaach,
gibt's ne Amnestie zum Vadderdaach
un des Nudelholz bleibt in der Truhe,
un merr läßt uns heut' in Ruhe...

Doch morschens sieht's schon annerst aus,
de Wecker bimmelt - merr muß raus,
un merr duht , als ob nix wär'
un gibt sich dem Alldaach her...

 

 WÄLDCHESDAACH...

Ja, de Wäldchesdaach is so ne Sach –

meist duht’ es reechne - Donnerkrach –

Und merr watet in dem Matsch –

un fällt merr hin – dann macht es “Batsch...“ 

Doch iss merr des schon lang gewohnt –

da es sich wie immer lohnt... 

Auch im Festzelt mit Fressalien –

Hauptsach’ merr duh’t alles zahlen...

Ob Tahainudeln oder Worscht –

odder’n Bierschen für den Dorscht,

odder nur des Karussell –

auch des Riesenrad, des liebt Ihr, gell ??? 

Doch oh Schreck, wo’s Audo steht ?

Nach ein paar Bierchen nix mehr geht –

und wie Ihr Euch auch dreht und windet –

Ihr dieses garantiert nicht findet... 

Ach, oh Gott, jetzt kommt die Angst,

un Du um Dein Verstande bangst –

und du überlegst, im Magen flau –

wo fährt jetzt bloß der RM-Vau...  

Nun gut, des is da kein Problem –

wo’s quietscht, da steicht merr ein bequem –

und merr lässt des Audo steh’n –

am nächsten Daach kann’s weitergeh’n...

 

MEINUNGSUMFRAACHE...

Als Shoppingmeile gut bekannt,
ist Frankfurt's Zeil, in Stadt und Land.
Doch oft werd' ei'm die Tour vermasselt,
weil - dauernd werd merr angequasselt !

Hallo SIE da, junger Mann,
ob ich sie mal was fraache kann ?
Und sei'n se da auch gar net bang -
es dauert alles gar net lang...
Es
soll auch net ihr Schaden sein,
ein Piccolo gibt's obendrein !

Nun gut, denk ich, merr kann's mal waache,
-hab das Fläschli stets vor Aache-
un geh' mit hoch in des Büro -
un freu mich schon auf's Piccolo...

Doch statt der erhofften Zehrung,
gab's erst -wie bei der jährlich Steuer'klärung-,
en Frachebooche, welcher sich gewasche -
na, des is ja ne tolle Masche !!!
Mit Alkohol mich hier zu locke -
und jetzt du ich hier owwe hocke !

Und dann wollt' merr auch noch wisse,
ob en Fernsehspot mich mitgerisse,
und ob ich auch so gerne sauf,
und jetzt de "Hannes Läufer" - Johnny Walker -  kauf... !

Die Zeit schritt immer mehr hinfort -
un nix wie weg von diesem Ort !
Doch wollt' ich net gehen, odder laufe,
ohne ebbes ham zum saufe...

E halb' Stund' hab ich dort gesesse,
die Middagspaus' - die war gegesse
und außerdem - ich mußt' auf's Klo,
und eilisch hat' ich's sowieso...

Kaum war ich 'raus, was mich sehr freute -
'raus aus dem Meinungstestgebäude,
stand da schon wieder so ein Mann,
und quatschte mich ganz einfach an...
Ob ich an Jesus glaub' und so,
(weil der, der macht' die Leut so froh !)

Ja, sag' ich, da glaub' ich dran,
doch hilft mir dann der gute Mann,
auch wenn durch Sie ich komm' zu spät,
und des mein Chef gar net versteht ???

So ließ' ich ihn bedröppelt steh'n,
um weiter meines Weg's zu geh'n...

Vor dem Wullwors, da steht dann,
ein "vor-sich-hin-babbelnder Mann",
mit Quetschmaschin' für Knoblauchzehe -
ich denk', des brauch' ich net - und gehe...

Leider komm' ich net sehr weit -
Ham se mal e bissi Zeit ?
Nein sag' ich, jetzt ist's genuch -
Laßt mich in Ruhe - und ich fluch...

Von de Penner ganz zu schweiche -
von de Panflöt' un de Geische -
Vom Amputierte und sei'm Hund -
JA UFF DE ZEIL, DA GEHT'S SCHON RUND !!!

 

GRIE SOß' (UN DIE FOLSCHE...)

Merr duht sibbe Kräuter fein massakrier'n
un dann in de Yoghurt, odder die Mayo 'reinrühr'n
Des Ganze mit Salz, Pfeffer, Zitrone abschmecke -
gut 'rumrühr'n - un dann wünsch' ich viel Spaß beim Verrecke !!!

Zunächst schmeckt's ja auch wunnerbar - ganz dolle Sach',
doch nach 'ner viertel Stund' dann, oh weh und ach,
da duht es mir rumpeln und knorre im Maache -
ei, ich könnte doch g'rade die Marktfrau verklaache,
die merr des Zeusch an ihr'm Stand daaht verkaufe -
denn ab jetzt heißt's bei mir nur noch: Marathon-laufe !!! 

Ach, hätt' ich doch bloß uff mein Vadder geheert,
un noch e Flasch' Unnerbersch in mich geleert,
bevor ich zu mir dann nach Hause gefahre -
denn was jetzt kommt, des is gar net des Wahre...

So hab' ich also, zu schnell nach dem Esse,
mich in de nächste Bus neigeschmisse -
de Gürtel zur Vorsicht schon weiter geschnallt,
un mich mit de Händ' an de Lehn' festgekrallt...

Ich hab' 5 Minudde da kaum d'ringesesse,
da dacht' ich, mein Maache der wär von Geistern besesse,
un die setzten nun alles daran,
wie merr die Grün' Soß' widder (r)austreibe kann...

Auf alle Fäll' wurd's mir banger und bänger,
un die Zeit, die wurd' auch immer enger,
die Schweißperle tropften mir schon von der Wange,
denn ich war ja im Bus wie gefange...

Doch um es letztendlich mit Goethe zu saache
(de Erlkönisch, der kommt da ja infrage)
ich erreichte die Schüssel mit Müh' und mit Not
und aus "Grüner Soß", da wurd' jetzt brauner Kot...

Ich wüßt' gern' was Goethe sich nur dabei dachte,
als er die "Grie' Soß" zu sei'm Leibgericht machte -
vielleicht braucht' er damals zum Abführ'n e Mittel,
weil dorsch zu viel Fresse und Saufe zu eng wurd sein Kittel...

Tja, so kann's komme, wenn merr uff annernleut's Rat(h)schlääche hört -
un so ist mein 
Verhältnis zu ihm jetzt gestört...

 

HANDYMANIE

(Laberrharbarber...)
 
 
Ei, was wär’ die Welt nur ohne Handy –
ohne wap und sms –
wohl niemand wäre da mehr Trendy –
und vor den Zellen wieder Streß !
 
Schon morjends früh’, da fängt es an –
im Bus und Bahn o – mannomann...
Ob Manager, ob “Mrs. Wichtig“,
hauptsach’ ist, merr tippt auch richtisch –
obwohl die Matzelaache sind halb zu –
es piept so schön – vorbei die Ruh’... 
 
Und dann des Klingelinggetön -
wie is des toll, wie find' ich's schön...
 
Beim Einen der Radetzky-Marsch –
beim Anner’n blökt der Rapper-Arsch -
un vor lauter tütelüttitiii –
vergisst mer fast, wo merr will hie...
 
Und das größte Tütelütitiii find’ statt,
wenn die S-Bahn mal Verspätung hat –
und sind’s auch nur mal 3 Minuten –
da kommt Panik auf – man muß sich sputen !
 
Ei Schatz, kommst Du und holst mich ab ?
Ei Schatzi, komm’ doch mal in Trab !
Ich mach’ jetzt Schluß, der Akku der wird schwach –
Ich bin jetzt schon in Offebach...
 
De Anschlussbus, der is auch fort –
Ich spar mir all’ die böse Wort’ –
Bin voller Panik, hol’ mich ab –
Laß mich net warte - Zeit ist Knapp...
                                  
 PS: Ich weiß ja net wie’s früher ging,
ohne Handy’s dudelding –
jedoch die Technik fordert ihr’n Tribut –
es scheint – es geht uns Allen viel zu gut...
 
R.K.
 
 
 
DE LAPPETOPPEL...
 
De “Lappetoppel“, des ist meist en Mann –
der üwwerall ’reintippt, so viel er kann...
 
Und in de Bahn, da ist’s ihm einerlei –
(die schöne Landschaft zieht vorbei)
 
Doch dafür hat er keinen Sinn –
tippt konzentriert so vor sich hin...
 
Doch eischentlisch tut er mir leid –
Nur Bitz und Beitz und keine Zeit...
 
Isch jedenfalls möchte’ net mit sowem tausche –
du lieber an de Landschaft mich berausche...
 
Und auch selbst im Dunkeln –
da seh’ doch lieber ich die Sterne funkeln...
 
Abber Jeder so, wie er es mag –
(Für MICH käm so en Ding auf Reisen net in Fraach...)
 
 
WEIHNACHTSMARKT

 When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When the Glatteis on the street,
And we all a Glühwein need,
Then you know, es ist soweit:

She is here, the Weihnachtszeit...

Every Parkhaus is besetzt,
Weil die people fahren jetzt,
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things-
and the Christmasglocke rings...

Mother in the kitchen bakes,
Schoko-, Nuss- and Mandelkekes -
And Daddy in the Nebenraum -
Schmückt e Riesen-Weihnachtsbaum...

He is hanging off the balls,
Then he from the Leiter falls...
Finally the Kinderlein,
to the Children's kommen rein -

And it sings the family -
Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"

And the Jeder in the House,
is packing the Geschenke aus...

Mama find's unter der Tanne
Eine brandnew neue Teflon-Pfanne,
Papa gets a Schlips and Socken-
Everybody does frohlocken.... !!!

President speaks in TV,
Des ist der größte Supergau !

And all around is Harmonie,
bei uns, dem Dietzenbacher Vollgenie...
 
Bis mother in the kitchen runs:
Im Ofen burns the Weihnachtsgans.

And so comes die Feuerwehr
With Tatü, tata daher,
And they bring a long, long Schlauch
And a long, long Leiter auch.
And they schrei dann - "Wasser
marsch!",
Christmas now is in the Arsch...

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits.

Des wünscht, (ist es auch bitter), aus Dizzebach Ihr'n Rolf  Klawitter...

WEIHNACHTSMARKT IN DE GROßSTADT (Frankfurt)
odder: Hommage an den Ober-Hilbersheimer
Märchenweihnachtsmarkt...

Duftkerze neber'm Pufferstand,
Mandeln die schon angebrannt
un de Fisch schwimmt dot un mangels Wasser,
in triefend Fett - es geht kaum krasser !

En Glühwein, welcher süß un billich,
mit Rum vom ALDI - ja den will ich !
Mit 6 Mack' bin ich schon debei -
den schütt' ich mir ganz einfach nei...

Die Stimmung steischt bis zum Exzeß,
mit Buden von de Dippemeß',
die ebe noch am Ostpark stande,
un hier schon neue Freßsäck' fande...

Ich weiß net wie es Anner'n geht,
nur MIR des bis zum Halse steht -
denn ich lieb' Weihnachtsmärkt' der klein'ren Sorte,
nicht kommerziell, in stille Orte,
von Privatleut' un Vereine,
un vom Winzer noch die Weine,
wo die Scheune' offe sind,
mit Kunsthandwerk und Christuskind,
so wie in OBER-HILBERSHEIM/Rheinhesse -
da kann merr alles Ann're sonst vergesse !

Des macht mir jedesmal viel Freud',
(auch weil se annerst sin, die Leut !)
Denn dort werd net gleich 'rumgemeckert,
wenn de Nachbar mal mit Wein bekleckert,
odder von de Cörriworscht die Soß',
läuft em Annern uff die Hos' -
Dort träscht merr's noch mit viel Humor
(des kommt woannerst net oft vor...)

D'rum ziehe ich des Resümee -
(un ich glaub' daß net nur ich's so seh' !)

Die Großstadt is für mich tabu,
da gibt's nur Rummel un kei Ruh' -
Soll'n doch die Touri's unser'n Glühwein saufe -
ICH jedenfalls werd' nix dort kaufe...

 

 ICH LIEBE FRANKFURT...

 

 
Ich liebe Frankfurt – mein Frankfurt am Main –
Denn hier bin ich Mensch un hier darf ich’s sein !
 
Hier lebte einst Goethe – un hier fließt der Main -
Un auch Stoltze war stolz, Frankfurter zu sein...
 
Auch habbe mir net nur die Meß’
Sonnern auch noch den Ebblerexpreß –
Habbe die Skyline und die Börse dazu –
Doch auch nach Feierabend, da gibt es kaa Ruh’...
 
Denn da zieht's allemann zuhaufe,
nach Sachsehause odder Bernem, de Ebbler zu saufe -
un en Rippche odder’n Handkä’s dazu –
so hat dann die arme Seele ihr’ Ruh...
 
Auch gibt's die Kleimarkthalle und so –
De Palmegadde, der Frankfurter Zoo –
Und die Vielzahl von dere Musee –
kann, wer sich Zeit läßt, dann auch noch begehe...
 
Zwar möge viel' auswärtisch’ Leut' un die Presse auch saache:
“Krankfurt, Bankfurt und Drogeplaache...“
Doch wer des RISCHTISCHE Frankfurt nur kennt,
der weiß auch, was jeder Nörgler verpennt...
 
Un so sag ich’s – und schwör’s Stein und Bein –
Hier bin ich Mensch, denn hier darf ich’s sein...
 
Rolf Klawitter
 
 
 
 
 
 
 
 

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