GEDICHTE 2
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DIE NACHFOLGENDEN GEDICHTE ENTSTAMMEN NICHT MEINER EIGENEN FEDER, SIND ABER, SO GLAUBE ICH ZUMINDEST, SEHR GEEIGNET DAFÜR, UNS EIN BISSCHEN NACHDENKLICH ZU STIMMEN...   

 

(Ausschnitt aus einem Bild in meiner Galerie)

Kunstmaler: Bruno Dörr, Walldürn

 ES IST ALLES NUR GELIEHEN...

Es ist alles nur geliehen,
hier auf dieser schönen Welt.
Es ist alles nur geliehen,
aller Reichtum, alles Geld.
Es ist alles nur geliehen,
jede Stunde voller Glück.
Mußt du eines Tages gehen,
läßt du alles hier zurück.

Man sieht tausend schöne Dinge
und man wünscht sich dies und das.
Nur was gut ist und was teuer,
macht den Menschen heute Spaß.
Jeder will noch mehr besitzen,
zahlt er auch sehr viel dafür.
Keinem kann es etwas nützen,
es bleibt alles einmal hier.

Jeder hat nur das Bestreben,
etwas Besseres zu sein.
Schafft und rafft das ganze Leben,
doch was bringt es ihm schon ein ?
Alle Güter dieser Erde,
die das Schicksal dir verehrt,
sind dir nur auf Zeit gegeben
und auf Dauer gar nichts wert.

Darum lebt doch Euer Leben !
Freut Euch auf den nächsten Tag !
Wer weiß schon auf diesem Globus,
was das Morgen bringen mag.
Freut Euch an den kleinen Dingen,
nicht nur an Besitz und Geld.
Es ist alles nur geliehen,
hier auf dieser schönen Welt.

Video: Guckst Du HIER: 

http://vodpod.com/watch/1107473-heinz-schenk-es-ist-alles-nur-geliehen

 

http://www.youtube.com/watch?v=8GY8L0o8N2Q

 

 

WIR SIND ALLE MARIONETTEN...

Wir sind alle Marionetten -
Nur zu Gast auf dieser Welt,
die an unsichtbaren Fäden,
spielbereit das Schicksal hält.
So agieren wir tagtäglich,
den uns dieses Dasein schenkt,
in dem Puppenspiel des Lebens,
das an diesen Fäden hängt.


Wir sind alle Marionetten -
Wenn es mancher auch nicht glaubt,
stets bereit zu einem Einsatz,
der uns nur auf Zeit erlaubt.
Und wir spielen uns're Rollen,
die uns vorher nicht bekannt,
zwar perfekt, jedoch am Schnürchen -
vorgeführt von starker Hand.


Wir sind alle Marionetten -
Hängen an dem selben Strang,
der für manchen von uns kurz ist -
für den Anderen sehr lang...
Keiner weiß von uns die Dauer,
hier vor seiner Auftrittszeit -
Nur der große Puppenspieler,
der allein, der weiß  bescheid...


Wir sind alle Marionetten,
die zu Gast auf dieser Welt -
werden täglich auf der Bühne,
hier auf's neue vorgestellt...


Wenn wir nicht mehr zu gebrauchen,
wenn einmal der Faden reißt,
dann legt man uns meist schnell beiseite,
in dem Stück, das "Leben" heißt...

Video:

 http://www.youtube.com/watch?v=wc3svRmNGsU&feature=PlayList&p=85B7B45874174D70&playnext_from=PL&playnext=1&index=14

KINDER  -  WIE DIE ZEIT VERGEHT...

Erst, da kommt man auf die Welt,
ganz egal, ob's ei'm gefällt -
Danach kommen dann die Zähne -
man vergießt oft manche Träne...
Man lernt krabbeln unter Schwitzen -
Anschließend lernt man dann das sitzen,
bis man dann von selber steht:
Kinder, wie die Zeit vergeht !

Wenn man laufen kann und spricht,
muß man dann zum Unterricht.
Durch die Schule aller Klassen -
bleibt mal sitzen - wird entlassen...
Um das Wissen man vermehre,
geht man dann in eine Lehre,
bis man als Gesell' da steht:
Kinder, wie die Zeit vergeht !

Danach sieht man in dem Städtchen,
hold errötend nach 'nem Mädchen -
geht des öfter'n mit ihr aus,
(bringt sie abends bis vors Haus...)
gibt ihr dann auch noch zum Schluß,
zaghaft einen Abschiedskuß -
Bis vor'm Standesamt man steht:
Kinder, wie die Zeit vergeht !

Nun lebt man im Ehestande,
wie in einem Märchenlande...
Bald darauf hat man ein Söhnchen,
das sitzt stolz auf seinem Thrönchen -
Es bekommt die ersten Zähne
und vergießt auch manche Träne,
bis es sitzen kann und steht:
Kinder, wie die Zeit vergeht !

Nun verrinnen rasch die Jahre,
(man verliert des Öfteren  die Haare)
Das Gesicht kriegt manche Falte
und die Jugend sagt: Der Alte !
Man kann nicht  so schnell mehr laufen,
muß beim Treppensteigen schnaufen,
bis das Herzchen stille steht:
Kinder, wie die Zeit vergeht !

D'rum seid nett, ihr lieben Leute,
macht das Leben euch zur Freude
und genießet all' die Stunden -
Lebensjahre sind Sekunden,
in dem Ablauf uns'rer Zeit.
Denkt daran und seid gescheit !
Denn allzuschnell ist es zu spät:
Kinder, wie die Zeit vergeht !

 

ALLES KANN DER MENSCH SICH KAUFEN

Jeden Tag in uns'rem Leben,
gibt's nur einmal auf der Welt,
Zeit kann keiner von uns kaufen,
nicht für gut und nicht für Geld.
Jede Stunde die vergangen,
voller Freude, voller Glück,
voller Hoffen, voller Bangen,
die kehrt nimmer mehr zurück.

Jedes Wort, das ausgesprochen,
das wird einmal nur gesagt,
jeder Schritt in uns'rem Leben,
der wird einmal nur gewagt.
Was wir mit den Augen sehen,
gilt nur für den Augenblick,
doch die Bilder, sie vergehen
und sie kehren nie zurück...

Was noch heute, ist schon morgen,
schneller als man denken kann,
Zeit kann keiner von uns borgen,
und das gilt für jedermann...
Ob man reich ist oder mächtig,
ob man Bettler, Majestät -
wenn die Stunde einst gekommen,
ist die Zeit vom Wind verweht...

Darum nutzt die Zeit im Leben,
die das Schicksal hier euch schenkt,
sagt euch stets in eu'rem Streben,
es ist später als man denkt...
Lebt bewußt und lebt zufrieden -
keiner ist davor gefeit,
Alles kann der Mensch sich kaufen,
für sein Geld, nur keine Zeit...

Video:

http://www.youtube.com/watch?v=RVVp2iVtjIg

DAS VÖGLEIN

Ein Vöglein saß auf einem Baum,
und unten ging ein Mann.
Da sprach das Vöglein: Ei der Daus,
dem zeig ich, was ich kann !

Es lies sodann von oben her,

sein schönsters Lied erschallen -

doch weil der Mann nicht aufwärts sieht,
da läßt es etwas fallen...

Das merkte unser Mann im Nu -
jetzt sah er gleich nach oben -
und als das Resultat ihn traf,
da fing er an zu toben...

Nun fragt ihr mich nach der Moral,
vom Vöglein und dem Mann:
Die Kunst hat's schwer heut allemal -
Der Mist kommt immer an !

 

DER FRACK

Der Herr Müller wollt' zur Hochzeit,
einen Frack mit gutem Sitz,
den er sich sofort bestellte,
bei dem Schneidermeister Schmitz.
Jener hat ihn zugeschnitten,
hat ihn viermal angeprobt -
Da hat plötzlich der Herr Müller,
(was nicht schön war), sich entlobt...

Zufällig kam da ein Minister,
für Soziales und Kultur,
und der hatte, außer Ämtern,
auch die gleiche Frackfigur.
Ihm gefiel der Frack auf Anhieb,
ja, er fand ihn wirklich schick,
und so macht der Frack Karriere
in der großen Politik.

Doch man wechselt die Parteien,
und schon nach der nächsten Wahl,
kamen andere ans Ruder -
(Dieser Vorgang ist normal...)
Unser Frack war überflüssig,
und er wurde über Nacht,
von der Frau des Herrn Ministers,

zu dem Frackverleih gebracht...

Nun begann für ihn ein Leben,
er war einfach überall -
Man sah ihn bei Staatsempfängen,
auch bei manchem Maskenball...
An sehr vielen kalten Buffets,

wurd beim Andrang er beschmiert -
mit der Zeit hat er gelitten,
und er wurde ausrangiert.

Man hat ihn zum Müll geworfen -  
Dort fand ihn der Bauer Schmidt
und nahm ihn, da er sehr sparsam,
gleich auf seinen Acker mit.
Dort steht er als Vogelscheuche
einsam draußen auf dem Feld.
Ja, das ist der Lauf der Dinge,
hier, auf uns'rer schönen Welt...

Und die Moral von der Geschichte:
So wie ihm, geht's manchem hier -
heute noch auf stolzen Rossen,
heute noch ein großes Tier -
Morgen schon total verschlissen,
unmodern für den Geschmack,
abserviert und fortgeschmissen -
Ganz genau wie unser Frack...



                    Heinz Schenk

(Langjähriger Fernsehmoderator der Frankfurter Mundartsendung: "Zum blauen Bock"
und begnadeter Volksschauspieler, u. A. am Frankfurter Volkstheater.)

http://www.heinzschenk.com/

De Bembelheinzi...

 EIN LIEBES WORT...

Sag' morgens mir ein liebes Wort,
bevor Du gehst zu Hause fort.
Es kann so viel am Tag gescheh'n,
wer weiß, ob wir uns wiederseh'n.

Sag' ein liebes Wort zur guten Nacht,
wer weiß, ob man noch früh erwacht.
Das Leben ist so schnell vorbei,
und dann ist es nicht einerlei,
was du zu mir zuletzt gesagt,
was du zuletzt mich hast gefragt.

D'rum laß' ein gutes Wort das Letzte sein,
bedenk': Das letzte könnt's für immer sein !

(Verfasser (mir) unbekannt.)

 

ICH WÜNSCHE DIR ZEIT...

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben,
Ich
wünsche Dir nur, was die Meisten nicht haben:
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freu'n und zu lachen,
Und wenn Du sie nutzt, kannst Du etwas d'raus machen.

Ich wünsche Dir Zeit, für Dein Tun und Dein Denken,
Nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche Dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen -
Sondern die Zeit, zum Zufrieden-sein-können !!!  

Ich wünsche Dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben -
Ich wünsche, sie möge Dir übrig bleiben,
Als Zeit, für das Staunen und das Vertrau'n,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schau'n...

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen -
und Zeit, um zu Wachsen, das heißt um zu reifen.
Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,
es hat keinen Sinn, die Zeit zu verschieben !

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche Dir:

ZEIT ZU HABEN, ZUM LEBEN !!!

(Elli Michler/Bad Homburg)

http://www.buch24.de/1169581474-86268698/shopdirekt.cgi?id=0&p=&t=searchresult_schlagwort.html&h=&kid=0&klid=2&sid=1&static=1&f=search&limit=30&schlag=1680

(Bitte Link mit der linken Maustaste markieren und kopieren und im Browserfenster einfügen.)

 

 EIN LIEDTEXT VON REINHARD MAY...

 
Ein Wahlplakat, zerrissen auf dem nassen Rasen,

sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen,

Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen,

die dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen.

Und ich denk' mir, jeder Schritt zu dem verheiß'nen Glück,

ist ein Schritt nach ewig gestern, und ein Schritt zurück.

Wie sie das Volk zu "Besonnenheit" und Opfern ermahnen,

sie nennen es “das Volk“ - aber sie meinen Untertanen,

All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,

wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:

Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:

Halt DU sie dumm - ich halt' sie arm!
 

Sei wachsam,
 
präg' dir die Worte ein !

Sei wachsam,

fall nicht auf sie rein!

Pass auf, daß du deine Freiheit nutzt,

die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt !

Sei wachsam,

merk' dir die Gesichter gut !

Sei wachsam,

bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

und sei auf der Hut !

Du machst das Fernseh'n an, sie jammern nach guten, alten Werten.

Ihre guten, alten Werte, sind fast immer die verkehrten.

Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln,

sind es, die auf allen Werten mit Füßen 'rumtrampeln:

Der Medienmogul und der Zeitungszar,

die schlimmsten Böcke als Gärtner - na wunderbar !

Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und guten Sitten,

doch ihre Botschaft ist nichts als Arsch und Titten.

Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote,

Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote.

Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:

So viel gute alte Werte - echt, da wird mir echt schlecht !
 

Sei wachsam,

präg' dir die Worte ein!

Sei wachsam,

fall nicht auf sie rein !

Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt !

Sei wachsam, merk' dir die Gesichter gut !

Sei wachsam, bewahr dir deinen  Mut.

Sei wachsam und sei auf der Hut !
 

Es ist  'ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,

Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,

'ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,

Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.

Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt

und nach den Schlimmsten werden Straßen und Flugplätze benannt.

Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber läßt man laufen.

Kein Pfeifchen Gras, aber 'ne ganze Giftgasfabrik kannst du kaufen.

Verseuch' die Luft, verstrahl' das Land, mach ungestraft den größten
Schaden,

Nur laß dich nicht erwischen, bei Sitzblockaden !

Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau'n,

Und die Polizei muß immer auf die Falschen draufhau'n...
 

Sei wachsam,

Präg dir die Worte ein !

Sei wachsam,

fall nicht auf sie rein!

Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt !

Sei wachsam,

präg dir die Worte ein !

Sei wachsam,

fall nicht auf sie rein !

Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt !

Sei wachsam,

merk' dir die Gesichter gut !

Sei wachsam, bewahr’ dir deinen Mut.

Sei wachsam und sei auf der Hut !
 

Wir ha'm ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat garantieren,

was hilft's, wenn sie nach Lust und Laune d’ran manipulieren,

Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln

und unter’m Tisch schon emsig mit dem Säbel rasseln ?

Der alte Glanz in ihren Augen, beim großen Zapfenstreich,

Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und heim ins Reich !

"Nie wieder soll von diesem Lande Gewalt ausgehen !"

"Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!"

"Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen !"

"Kampfeinsätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen..."

Sieh zieh'n uns immer tiefer rein, Stück für Stück,

und seit heute früh um fünf Uhr, schießen wir wieder zurück !

Sei wachsam,

präg dir die Wahrheit ein !

Sei wachsam,

fall nicht auf sie rein !

Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt !

Sei wachsam,

merk' dir die Gesichter gut !

Sei wachsam,

bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

und sei auf der Hut !


Ich hab' Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen,

die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke volllügen,

Und verschon' mich mit den falschen Ehrlichen,

die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen !

Ich hab' Sehnsucht, nach einem Stück Wahrhaftigkeit,

nach 'nem bißchen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit,

Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr zu lachen,

Sie wer'n dich ruinier'n, exekutier'n und mundtot machen,

Erpressen, bestechen, versuchen dich zu kaufen -

Wenn du die Wahrheit sagst, laß draußen den Motor laufen,

Dann sag sie laut und schnell, denn das Sprichwort lehrt:

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.


Sei wachsam ...  

Video unter: http://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I


www.reinhard-mey.de

 

 

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