Skandal
Schlüpfrige Sarah

Die Familiensendung "Wetten dass..?" hat am Samstag abend für heiße Diskussionen in deutschen Wohnzimmern gesorgt. 14,37 Millionen Zuschauer fragten sich, ob Sarah Connor (21), der blonde Star aus Delmenhorst, ihren Schlüpfer in der Garderobe vergessen hatte. Thomas Gottschalk war sich der pikanten Situation, dem wohl größten "Nackt-Skandal" in seiner Sendung seit Chers Auftritt in Strapsen vor 15 Jahren, wohl bewusst: Schelmisch kostete er den singenden Blickfang ("From Sarah With Love") aus: "Ich mag ihr gar nicht den Blumenstrauß geben. Stört alles nur die Sicht"... Was neben Gottschalk so mancher Papi genossen haben mag, löste bei vielen Zuschauern heftige Reaktionen aus. Sie beschwerten sich telefonisch beim ZDF und beschimpften die Sängerin als "Nutte", wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine ZDF-Mitarbeiterin berichtete. In der "Bild" stellte Connor heute jedoch klar: "Natürlich hatte ich ein Höschen an. Einen fleischfarbenen Slip mit durchsichtigen Trägern. Leider fiel das Licht von hinten drauf. Aber sorry, ich wollte bestimmt niemanden provozieren. Schade, offenbar hat das auch von meinem Gesang abgelenkt." Entschuldigung akzeptiert - damit hätte ja nun auch wirklich niemand rechnen können...

Für einen kleinen Skandal hatte Sarah kurz vorher schon bei Thommy Gottschalks Kollegen Harald Schmidt gesorgt. Was sie dazu sagte, lesen Sie im MAX-Interview:

MAX: Frau Connor, haben Sie sich vor diesem Interview gut überlegt, was Sie von sich geben?
Sarah Connor: Sie spielen auf meinen Auftritt in der „Harald Schmidt Show“ an?

MAX: Da haben Sie munter drauflos geplappert und behauptet, Udo Jürgens fahre auf kleine Jungs ab. Was haben Sie sich dabei gedacht?
Connor: Offensichtlich nicht viel. (lacht) Ich war sehr nervös, ein Wort gab das andere, der Satz ist mir dann rausgerutscht. Völlig unüberlegt.

MAX: Aber wieso solch ein Vorwurf?
Connor: Auf einer Party habe ich das mal als Witz mitbekommen, und leider ist mir der Satz im Kopf hängen geblieben. Dabei weiß ich doch, dass diese Behauptung absurd ist.

MAX: Haben Sie sich schon entschuldigt?
Connor: Natürlich. Wir haben telefoniert. Er sagte, dass ich die Sache vergessen soll und dass er meine Songs cool findet.

MAX: Jetzt, wo Sie plötzlich berühmt sind, nimmt die Presse jeden Satz unter die Lupe. Ein schmerzhafter Lernprozess für Sie?
Connor: Ich hasse es selber, wenn Leute Gerüchte über mich verbreiten. Aber trotzdem werde ich mich jetzt nicht medienwirksam verbiegen lassen und Rhetorik-kurse belegen.

MAX: Andere wollen auch von Ihrem überraschenden Erfolg profitieren. Ein Ex-Freund ist mit Details aus Ihrer Beziehung an die Öffentlichkeit gegangen.
Connor: Wir hatten drei gute Jahre zusammen. Deshalb ist es für mich noch weniger zu verstehen, dass er unsere Beziehung jetzt dazu benutzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Es macht mich wütend, dass Leute damit durchkommen.

MAX: Wie wollen Sie in Zukunft mit solchen Erfahrungen umgehen?
Connor: Ich weiß es nicht. Ich kann nur hoffen, dass mir das nicht noch einmal passiert.

MAX: Fühlen Sie sich durch Ihren schnellen Erfolg wie ins kalte Wasser gestoßen?
Connor: Was meine Musik angeht, überhaupt nicht. Der Erfolg ist auch nicht so schnell über mich hereingebrochen, wie viele glauben. Ich bin schon seit vier Jahren aktiv, habe viele Demo-CDs mit verschiedenen Produzenten aufgenommen und eigene Songs geschrieben.

MAX: Sie haben Ihre heutige Plattenfirma X-Cell mit einer Demo-CD überzeugt, auf der Sie „Leise rieselt der Schnee“ singen. Wie ist sie überhaupt da hingekommen?
Connor: Da ich durch kleinere Auftritte schon eine kleine Fangemeinde hatte, kam die Idee, 500 CDs pressen zu lassen – als Bonbon für die Fans und für Promo-Zwecke. Ein Exemplar landete bei der Plattenfirma.

MAX: Und was geschah dann?
Connor: Ich war gerade im Urlaub, als ein Manager der Firma mich anrief und sagte, dass er meine Stimme gut findet und mich kennen lernen will. Ich war damals schon ziemlich abgebrüht, weil ich schon viele dieser Gespräche hinter mir hatte und immer Nein gesagt habe.

MAX: Sie haben Angebote ausgeschlagen?
Connor: Sehr viele sogar, weil ich nie das Gefühl hatte, dass ich als Künstlerin ernst genommen werde. Die sagten immer dasselbe: dass ich ein tolles Mädchen sei, eine super Stimme hätte und sie gern mit mir in Richtung Dance oder Deutsch-Soul gehen wollen. Ich hatte nie das Gefühl, jemand interessierte, was ich gern machen möchte.

MAX: Klingt ganz schön hochnäsig.
Connor: Es ging mir nie darum, schnell berühmt zu werden, sondern dass ich meine Musik machen kann. Diese Plattenfirmen erzählen dir, dass sie morgen aus dir eine Madonna machen. Ich war schon immer skeptisch, wenn mir zu schnell etwas versprochen wurde. Und ich lasse mir doch nicht vorschreiben, wie lang meine Fingernägel sein sollen oder welche Haarfarbe passender für mich ist. Ich lasse nicht gern über mich bestimmen. Ich bin ein Control-Freak.

MAX: Warum haben Sie Ihren Nachnamen geändert und sich einen Künstlernamen zugelegt?
Connor: Ich hätte mit meinem richtigen Namen locker Karriere machen können. Aber ich will meinen bürgerlichen Namen aus der Öffentlichkeit heraushalten. Meine Familie und ich leben in einer kleinen Stadt, und ich will nicht, dass irgendwelche Leute bei uns anrufen. Ganz praktische Gründe also.

MAX: Apropos kleine Stadt: Sie wohnen noch bei Ihren Eltern in Delmenhorst bei Bremen und wollen bald Ihre eigene Wohnung beziehen – in Delmenhorst. Müssten Sie als Star nicht eher in Städten wie München, New York oder London leben?
Connor: Was hat meine Musik mit meinem Wohnort zu tun? Ich fühle mich sehr geborgen in dieser Stadt. Warum muss ich denn gleich in einer Villa wohnen und einen Porsche fahren? Natürlich genieße ich die Freiheit, meinen Freunden ein Flugticket zu schicken, damit sie mich besuchen können.

MAX: Welches Auto fahren Sie denn?
Connor: Einen Fiat Punto, den ich schon seit drei Jahren habe. Ich liebe diesen Wagen. Jeder fragt mich, warum ich mir keinen neuen kaufe, ich hätte schließlich jetzt das Geld. Aber ich bin zufrieden. Vielleicht im nächsten Jahr, mal schauen.

MAX: Im nächsten Jahr könnte der Erfolg schon wieder vorbei sein. Und was dann?
Connor: Wenn ich morgen keine Platten mehr verkaufe, würde ich genauso weiter Musik machen wie vorher. Keiner kann mir meine Stimme, meine Kreativität und meine Liebe zur Musik wegnehmen.

MAX: Allein von dieser Liebe kann man sicher nicht leben.
Connor: Wenn es mit der Karriere nicht funktioniert, werde ich Meeresbiologie studieren.

MAX: Aber eingeschrieben an der Universität haben Sie sich noch nicht?
Connor: Nein, ich glaube, 2002 wird ein gutes Jahr für mich. Die Uni muss wohl noch warten. Ich werde im Herbst meine zweite CD veröffentlichen.

MAX: Stimmt es, dass Sie sehr gut mit dem bekannten Rapper Wyclef Jean befreundet sind und er Sie nach New York eingeladen hat, um Ihre CD zu produzieren?
Connor: Ja, wir haben uns bei einem Konzert kennen gelernt und uns verabredet. Er würde gern für mein Album schreiben. Nächstes Jahr werden wir uns in New York treffen und das mal besprechen.

MAX: Das könnte Ihre Eintrittskarte in die amerikanischen Charts sein.
Connor: Ich denke nicht in Chart-Positionen. Wenn es klappt, wäre das super. Ansonsten, wie gesagt: Meeresbiologie ist meine zweite Leidenschaft.

 


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