Sønderho kirke

 

 

 

Ursprünglich hat es auf Fanø nur eine Kirche gegeben. Die hat ohne Zweifel dort gestanden, wo sich heute die Kapelle auf dem Friedhof in Rindby befindet.
Die Gemeinde Sønderho bekam ihre erste Kirche spätestens zur Zeit der Reformation (ca.1545). Da beginnt nämlich die Pastorentafel in der Kirche.

Die Kirche wurde als schmales Längsschiff ohne Turm und Chor gebaut, mit der Längsachse Ost - West und seinem Altar in der Mitte der Ostwand stehend. Mit dem Wachsen des Gebäudes wurden Erker nach Norden hinzugefügt, die die Kirche gleichsam verlängerten. Schon im Jahre 1604 musste die Kirche aufgrund von Sandtreiben erhöht werden. Im Laufe des 17.Jahrhunderts wurde das Grundwasser durch das Sandtreiben in die Kirche gepresst, die dadurch in eine so schlechte Verfassung geriet, dass das Halten von Gottesdiensten unmöglich wurde. 1782 gegen Ostern wurde sie abgerissen, und die Schule, die damals innerhalb der südlichen Kirchenpforte lag, als Kirche benutzt, während die neue Kirche gebaut wurde.

 

 

 

Die neue Kirche wurde auf dem Bauplatz der alten errichtet. Sie wurde um einiges grösser im Grundplan, wurde aber gemäss den Traditionen des Ortes gebaut, jedoch wurden die Erker in der Kirche als Seitenschiff über die ganze Länge der Kirche gebaut.
Dieses bekam sein eigenes Dach parallel mit dem des Hauptschiffes. Für den Neubau  konnten nur die Mauern und ein Teil des Inventars wiederverwendet werden. Über dem Hauptschiff wurde in den drei östlichen Fächern ein Tonnengewölbe aus Brettern gebaut, um auf diese Weise den Chor zu markieren. Bei der Hauptrestaurierung 1863 wurde das heutige grosse Dach errichtet und mit dem besonderen roten Schiefer belegt.

Der grosse Kirchenraum mit Platz für ca.700 Gottesdienstteilnehmer (es sollte Platz für alle, zur Zeit des Bauens erwachsenen Einwohner der Gemeinde sein), ist einzigartig in seinem Charakter als Saalkirche und mit seinem einzigartigen Inventar.

 

 

                          

                                                                                            

Der barocke Altar aus dem Jahre 1717 steht auf dem selben Platz wie vorher in der alten Kirche.In den Ecken des Mittelfeldes sind die Symbole der vier Evangelisten zu sehen.Das Medaillon auf der Nordseite der Tafel zeigt die Geburt Jesu, dasjenige auf der Südseite die Kreuzigung von Jesu. Das Mittelfeld ist auf eine Eichenholzplatte gemalt und zeigt das letzte Abendmahl. Der sehr dunkle Judas (mit Geldbeutel) ist so angebracht, dass er ein grosses Astloch verdeckt, und der Jünger ganz rechts ist sicher mit den bartlosen Gesichtszügen des Künstlers versehen worden. Ansonsten werden fast alle Jünger ausser dem jungen Johannes traditionell mit Bart abgebildet. Über dem Abendmahlbild steht die Jahreszahl 1764. In diesem Jahr wurden der Altar und die Kanzel instandgesetzt, vermutlich aufgrund von Feuerschäden. Vorne auf dem Altar befindet sich ein gemaltes Bild im Rahmen, umgeben von einem kleinen Gedicht:

 

Jeg segler tryk og vel pø Havets Bølger

Gud som min Soel og Skiold mig hver en time følger

Min Ladning er Guds Ord med Sakramenterne

for hver, som agter sig Guds Salighed at see

 

 

Die Kanzel aus dem Jahre 1661 soll aus der Hospitalkirche in Ribe stammen. Das Taufbecken aus der romanischen Zeit ist das älteste Inventar der Kirche. Eine Tradition (die für mehrere Taufbecken längs der dänischen Westküste gilt), will wissen, dass Gorm der Alte es Königin Thyra für die Kirche auf Fanø schenkte, nach einer mirakulösen Rettung bei einem Schiffsunglück auf Manø. Die Taufschale selbst, stammt aus dem 16.Jahrhundert und ist holländischen Ursprungs.

 

 

 

Entlang der ganzen Nordwand der Kirche befindet sich eine Empore, die genau wie die Sakristei in der südöstlichen Ecke der Kirche ihre ursprüngliche Bemalung aufweist. In alten Zeiten bezog die Kirche einen sehr grossen Teil ihrer Einnahmen zu ihrer Erhaltung aus dem Verkauf des Gestühls an die festen Bewohner der Gemeinde.Die Empore wurde sicherlich zum Gebrauch für die Armen der festen Einwohner eingerichtet, die ökonomisch nicht in der Lage waren einen Stuhl zu kaufen, sowie für den andern "fremden Kram"(Touristen aus der damaligen Zeit und fahrende Gesellen). Ältere Kirchgänger benutzen noch heute die Plätze ihrer Vorfahren, jedoch ohne zu bezahlen. Herrschaftsgestühl kann die Empore nicht gewesen sein, da es auf Fanø und in Sønderho nie Adelshöfe gegeben hat. Das  heutige Gestühl stammt aus der Domkirche in Ribe, die 1903 ein neues Gestühl erhielt. Einzelne Gestühlhäupter und -pförtchen stammen aber noch aus der Bauzeit der Kirche.

 

 

            

 

Die Grabsteine in der nordwestlichen Ecke der Kirche sind Erinnerungen an die grosse Zeit der Kirche, sie stammen vom Friedhof und wurden in die Kirche geholt, damit Wind und Wetter ihnen nicht noch mehr anhaben konnten. Diese Sandsteingrabsteine erzählen ihren Teil der Gemeindegeschichte. Es gibt immer noch sehr alte Grabdenkmäler auf dem Friedhof.

 

 

 

Der neue Friedhof, wie er heute noch heisst, wurde 1923 eingeweiht. Auch dieser Friedhof ist etwas Besonderes im Verhältnis zu den übrigen Friedhöfen des Landes. Auf diesem ist ein Denkmal für die Seeleute, die zwischen 1800 und dem Ausgang des 2.Weltkrieges auf See geblieben sind,d.h.die ertrunken sind, errichtet worden. Das Denkmal stellt eine Gruppe aus Bronze dar, eine Sønderho Frau mit ihren beiden Kindern, die in Richtung Hønen starren, wo sie als erstes ihren Mann und Vater von seinem langen Törn zur See zurückkehren sehen werden. Oft waren die Seeleute 3-4Jahre weg von zu Hause, Um das Monument schliesst sich ein Kreis aus Steinen mit den Namen

                                                                                                                                                                                                                        

                                                                                                

                           

                                                                                                                                                                                                      

Keine Kirche in Dänemark ist so reich an Schiffsmodellen wie die Sønderho Kirche. Es gibt ganze 15 Stück dieser Art. Die zwei Schiffe in der Südseite der Kirche, dem Altar am nächsten, sind eigentliche Modelle von Schiffen, die auf der Werft in Sønderho gebaut wurden. Das einzige Kriegsschiff, eine Fregatte, kam ungefähr im 18.Jahrhundert dazu. Man nimmt an, dass es aus Holland stammt. Nur zwei andere Schiffe sind richtige Modelle, nämlich das Feuerschiff und das Rettungsboot. Die übrigen Schiffe sind von fleissigen Seeleuten zu Hause gebaut und der Kirche geschenkt worden. Geschaffen nach dem Augenmass, dass die Seeleute für "ihr" Schiff hatten. Zuletzt ist der "Ewer" im Herbst 1996 dazugekommen. Einige Schiffe wurden als Jungsspielzeug im Hafen benutzt bevor sie in die Kirche kamen. Sie haben Metall im Kiel um die Balance halten zu können auf den "Weltmeeren". Die relativ kleinen Segelschiffe vom Schoner-, Brig- und Barktyp segelten über die Weltmeere bis hin zum 2.Weltkrieg. Die Seeleute waren oft bis zu drei Jahre von ihren Familien getrennt auf See.

 

 

Charakteristisch für die Kirche sind die vielen Kronleuchter und Armleuchter. Nicht zwei von ihnen gleichen sich. Keiner von ihnen ist für Elektrizität berechnet, da diese erst um 1930 in der Kirche installiert wurde. Seeleute haben diese einzeln nach Hause geholt und der Kirche geschenkt. Viele sind holländischen Ursprungs und bezeugen somit den engen Handelskontakt der Wattenmeerstaaten in der Zeit der kleinen Segelschiffe.

 

 

 

Die pneumatische Orgel wurde 1904 in der Ringkøbing Orgelbyggeri gebaut. Seit dem Umbau 1940 hat sie nun 11 Stimmen und ein Anhängepedal. Die Glocke der Kirche hängt auf dem Dachboden des Ostgiebels, hat aber früher (vor 1865) in einem besonderen Glockenhaus, das auf dem Friedhof gestanden hat, gehangen. Die meisten Kirchen in Dänemark sind alt und reich durch Kulturerbe, das ungefähr 1000 Jahre zurück reicht.

 

 

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