Fanø

 

 

 Fanø ist ca.56km2 gross und eine der insgesamt 42 friesischen Inseln. Diese Inseln erstrecken sich von Den Heiderin Holland bis zur Ho Bugt in Dänemark und bilden die Grenze
 zwischen Nordsee und Wattenmeer. Fanø ist aus einer Sandbank im Niedrigwassergebiet zwischen Horns Rev und Sylt entstanden.

 

 

 

 

 

Fanø besteht zum grossen Teil aus zahlreichen Flugsandformationen - sowohl aus hohen Dünen als auch aus niedrigen Gebieten. Im Westen liegt ein breiter Vorstrand
und im Osten gibt es einen schmalen Streifen Marschland. Auf der Insel findet man auch verstreut landwirtschaftlich genutzte Gebiete.

 

           

 

Die Nordsee führt der Westküste von Fanø grosse Mengen Sand zu. Durch den Sand entwickeln sich die charakteristischen breiten Strände mit den zur Küste parallel verlaufenden Sandbänken. An Fanø's Süd- und Nordspitze liegen kilometerbreite Sandbänke, die durch die Gezeiten und bei Nebel gefährlich sein können. Das Meer hat mit der Zeit so viel Sand an den Strand gespült, dass der Strand nicht bei allen Fluten überschwemmt wird. Er kann so trocken werden, dass bei starkem Wind Sandverwehungen entstehen. Wo der Sand dann Windschutz findet, lagert er sich ab. Ähnlich hat es sich bei der Entstehung von Fanø zugetragen.

 

                

       

 

Kulturgeschichte

Fanø bedeutet ursprünglich "die schlammige Insel". Die ersten sicheren Anzeichen einer Besiedelung stammen aus dem 12.Jahrhundert. Die Insel wird im Grundbesitzbuch des Königs als Besitz der Krone erwähnt. Aus dieser Zeit ist nur wenig bekannt vom Leben und der Geografie der Insel. Fanø muss aber für die Zinsbauern der damaligen Zeit ein Ort mit rauhem Klima gewesen sein. Sandtreiben wüteten über längere Zeiträume über die Insel, insbesondere in den Jahren 1560 - 1660. Im 17. Jahrhundert begann man ernsthaft mit der Bekämpfung des Sandtreibens.

1741 brauchte der König Geld für seine Staatskasse und bot daher die Insel auf einer öffentlichen Versteigerung in Ribe zum Verkauf an. Zu dieser Zeit blühte der Handel in Ribe und es gab viele reiche Kaufleute in der Stadt. Aus diesem Grund befürchteten die Inselbewohner, dass diese Kaufleute die Insel kaufen würden, um dann wieder (wie schon vorher beim König) extra Steuern von den Bewohnern zu verlangen. Um dieses zu verhindern, hatten die Fanøbewohner sich einen listigen Plan ausgedacht: Mit den schönsten Fanømädchen an Bord segelte eine Delegation von Fanø am Abend vor der Versteigerung nach Ribe. In Ribe angekommen, brachte man die Mädchen mit den interessierten Käufern zusammen, damit sie sie zum Trinken animieren konnten. Als die Männer genug getrunken hatten, wurden sie eingeschlossen. Die Fanø-Delegation ging am nächsten Morgen zum Rathaus und überredeten und bestachen den Rathausdiener, die Rathausuhr 1 Stunde vorzustellen. Nichtsahnend begann der Auktionator mit der Versteigerung und als die anderen, interessierten Käufer ankamen, hatten die Inselbewohner schon längst ihre Insel per Hammerschlag bekommen.

Dieser Kauf bildete die Grundlage für das Aufblühen der Insel, denn mit diesem Kauf bekam man das Recht Schiffe zu bauen, Schiffe zu besitzen und freien Handel zu treiben. In den folgenden Jahren wurden 4 Schiffswerften angelegt und von 1741 bis ca. 1900 baute man auf Fanø ca. 1000 Segelschiffe. Auf den meisten Schiffen der Insel stammte die Mannschaft von Fanø.
Fanø war eine grosse Seefahrtsnation. Vor gut 100 Jahren waren auf Fanø 159 Segelschiffe beheimatet. Es handelte sich um Schoners und Barken, die nach Deutschland, England und Skandinavien segelten. Diese Schiffe verliessen ca. im März Fanø und kamen im Oktober zurück und blieben dann den Winter über auf Fanø. Die grösseren Dreimaster-Segelschiffe gingen auf Langfahrt und segelten auf allen sieben Weltmeeren. Sie blieben ca. 4-5 Jahre weg. Während der Mann auf See war, waren die Frauen auf sich selbst gestellt. Sie waren für die Kindererziehung, den Haushalt, sowie für die kleine Landwirtschaft, die zu einem Fanøhaus gehörte, verantwortlich.Die Inselbewohner verdienten viel Geld und man konnte diese schönen, strohgedeckten Häuser, die man sowohl in Nordby wie in Sønderho sehen kann, bauen. Die Häuser auf Fanø wurden in ost-/westlicher Richtung gebaut und waren inwendig oft mit Fliesen bekleidet.

1897 hatte die Insel die zweitgrösste Handelsflotte Dänemarks - nach Kopenhagen. Als die Dampfschiffe auftauchten, verloren Fanø's Segelschiffe ihren Einfluss. Von grosser Bedeutung war auch, dass 1868 ein grosser, neuer Hafen in Esbjerg angelegt wurde. 1860 startet in Nordby auf Fanø die erste Navigationsschule und 1979 kam die Seefahrtschule dazu. Auf diese Weise hat Fanø seine Verbindung zur Seefahrt bewahrt und viele Seeleute wohnen noch heute auf der Insel. Als die Schifffahrt ihre Bedeutung für Fanø verlor, tauchten neue Möglichkeiten auf. Die Nordsee mit dem feinen Sandstrand der Insel zogen mehr und mehr Badegäste an, so dass Fanø 1891 den ersten Kurort Dänemarks eröffnen konnte.Seitdem ist Fanø ein beliebter Ferienort, dank seiner grossartigen Natur, seinem weiten Horizont und der engen Zusammengehörigkeit in den beiden, alten Schifferorten Nordby und Sønderho.

Heute ist Fanoe mit 3247 Einwohnern die zweitkleinste Gemeinde Dänemarks

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