dergloeckner
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1. Akt

Die Glocken Notre Dames

CHOR:

Olim Olim Deus Accelere

Hoc Saeculum Splendidum

Accelere Fiat Venire Olim

CLOPIN:

Was für ein Morgen! Paris wird geweckt

Von den Glocken Notre Dames

Die Wäscherin wäscht,

Und der Bäcker, der bäckt

Zu den Glocken Notre Dames

Zu den Großen, die dröhnen wie Donner,

Zu den Kleinen,

Den Bims und den Bams

Das pochende Herz

Dieser Stadt ist aus Erz

Wie der Klang

Der Glocken Notre Dames

Schwarz war die Nacht, in der alles begann

Auf dem Kai vor Notre Dame

Sacht schlichen arme Zigeuner sich an

Unterm Kai von Notre Dame

Doch sie gingen direkt in die Falle

Eines schlauen und grausamen Manns

Und da half auch kein Reißen

Sein Griff war aus Eisen

So wie

Die Glocken Notre Dames

CHOR:

Kyrie Eleison

CLOPIN:

Richter Frollo war ein Herr,

Der Recht und Ordnung Pries

CHOR:

Kyrie Eleison

CLOPIN:

Seines Lebens Streben

War ein sauberes Paris!

CHOR:

Dies Irae!

Dies Irae!

Dies Illa!

Dies Illa!

Solvet Saeculum In Favilla

DOMDEKAN:

Dich trifft die Schuld an dem Blut,

Das hier rinnt

Auf den Stufen Notre Dames...

Auf dein Gewissen kommt auch dieses Kind

Auf den Stufen Notre Dames...

Du kannst dich und dein Fußvolk belügen

Weiß die Weste und sauber das Wams

Doch das Blut dieser Stufen

Wird täglich dich rufen

Im Klang

Der Glocken Notre Dames

CHOR:

Kyrie Eleison

CLOPIN:

Heilige aus Stein

Sah’n Richter Frollo klagend an

CHOR:

Kyrie Eleison

CLOPIN:

Und da fiel ihm ein,

Womit er Gott versöhnen kann

FROLLO:

Schlechtren Menschen wäre

Dieses Scheusal widerlich

Ich will ihn pflegen, nähr’n und lehr’n

Damit er lebt durch mich

Und denkt wie ich

CLOPIN:

Nun löst unser Rätsel, so singen seither

Alle Glocken Notre Dames:

Mensch oder Scheusal –

Wer ist jeweils wer?

CLOPIN & CHOR:

Frag die Glocken, Glocken, Glocken...

CLOPIN:

Notre Dames!

Zuflucht

FROLLO:

Die Welt ist schlecht

Die Welt ist grausam

Und es gibt keinen außer mir,

Der bei dir sein wird:

Dein Freund in jeder Not

Ich kann dich ernähr’n, belehr’n,

versorgen

Weil ich ohne Abscheu vor dir bin

Nur in diesem Turm bist du geborgen

Unentdeckt hier drin

Versteckt hier drin

Du bist entstellt

QUASIMODO:

Ich bin entstellt...

FROLLO:

Du bist hässlich

QUASIMODO:

Ich bin hässlich

FROLLO:

Das sind Verbrechen,

Die die Welt dir nicht verzeih’n wird

Du weißt nicht, was dir droht.

QUASIMODO:

Du mein Beschützer

FROLLO:

Draußen da verhöhnt man dich als Scheusal

QUASIMODO:

Ich bin Scheusal...

FROLLO:

Draußen wirst du leiden ohne Sinn

QUASIMODO:

Nur ein Scheusal...

FROLLO:

Wozu willst du draußen Hass und Spott ertragen?

Bleib hier drin!

Gott sei dank gibt’s mich, der dich berät,

Du weißt nicht, wie gut es dir hier geht

Ich war wie du in Sicherheit

Als junger Priester, kaum geweiht,

War dieser Dom im Strom der Zeit

Einst meine Zuflucht

O, doch Paris ist krank

Es brauchte Heilung

Schmutz, Schund und Schuld in jedem Haus!

Die Pflicht rief mich hinaus...

FROLLO:

Draußen ist Leid...

LONI:

Draußen ist Lust...

FROLLO:

Draußen ist Unrat...

CHARLES:

Draußen ist Trubel...

FROLLO:

Draußen ist Unmoral, Verkommenheit und Sünde...

WASSERSPEIER:

Schau nach und finde es raus...

FROLLO:

Ich danke Gott für unsre sichre Zuflucht

ANTOINE:

Wenn du es wagst, wird er es nie erfahr’n...

FROLLO:

Unsre geheime Zuflucht...

WASSERSPEIER:

Folg deinem Freiheitsdrang...

FROLLO:

Der Schmutz der Welt...

WASSERSPEIER:

Bleib nicht zuhaus...

FROLLO:

... wär dein Ruin

ANTOINE:

Vielleicht geht’s gut,

CHARLES:

Vielleicht geht’s schief

LONI:

Schau, ob sich’s lohnt

FROLLO:

Du wirst verschont...

WASSERSPEIER:

Du musst durchaus...

FROLLO:

Doch nur hier drin

WASSERSPEIER:

... hier raus!

Draußen

QUASIMODO:

Durch die Fensterhöhle kann ich in die Tiefe sehn

Und die Menschen unten gut erkennen

Seit ich leb, möchte ich mal so wie sie da unten gehen

Und erfahr’n, was sie das Leben nennen

Seit ich leb verfolg ich ihr Schritte

Aber mich wird dort je keiner kennen

Seit ich leb, frag ich,

Wie man sich fühlt , sieht man die Welt

Nicht als Späher

Sondern Näher

Da draußen

Dort im Sonnenschein

Nur ein Tag da draußen

So wie andre sein

Es ahnt ja keiner

Draußen

Dort im Glanz des Himmelblaus

Was ich hier

Gäb’ dafür

Käm' ich einmal nur

Hier raus

Hinaus

Unter die Pendler und die Händler und die Herrn

Zwischen Zwiebelturm und Giebeldächern

Während sie sich streiten und beschimpfen und beschwer’n

Trinken sie das Glück aus vollen Bechern

Ich würd’ wär ich wie sie

Den Augenblick genießen

Draußen

Wo andre Menschen geh’n

Wo’s Jubel gibt und Grausen

Ich muss, um es zu sehn

Hier raus

In die Natur

Das Gebraus

Feld und Flur

Trank und Schmaus

Dann Retour

Und Nachhaus

Einmal nur will ich hinaus!

Tanz auf dem Seil

ZIGEUNERKÖNIG:

Nehmt euch Paris vor,

Lumpenvagabunden!

Es hält armen Hunden vieles feil

Statt ein Morden

Wie an andren Orten

Ist das Leben hier...

"Ein Tanz auf dem Seil"

ZIGEUNERFÜRSTEN:

Nehmt euch Paris vor,

Lumpenvagabunden!

Es gibt Regeln

Wir sind dran gebunden...

ZIGEUNERKÖNIG:

Paris weist uns Zigeunern

Ein Paar wichtige Rollen zu...

ZIGEUNERFÜRSTEN:

Paris weist uns Zigeunern

Ein paar wichtige Rollen zu...

ZIGEUNERKÖNIG:

Und spielen wir die Rollen gut

Lässt man uns in Ruh...

ZIGEUNERFÜRSTEN:

Und spielen wir die Rollen gut

Lässt man uns in Ruh...

ZIGEUNERKÖNIG:

Rolle eins: Der Bettler

Halbverhungert und hilflos

Zwei: Der Straßenkünstler im Tumult...

ZIGEUNERFÜRSTEN:

Ein wahrer Künstler...

ZIGEUNERKÖNIG:

Rolle drei: Der Sündenbock,

Auf diesen lädt man die Schuld

Für Leid und Unheil...

Wenn man uns nicht Beifall spendet oder bedauert

Bleiben unsre Knochen selten heil...

ZIGEUNERFÜRSTEN (FRAUEN):

Der Draht ist dünn

ZIGEUNERFÜRSTEN (MÄNNER):

Der Sturz ist steil...

ZIGEUNERKÖNIG:

Wie beim Tanz auf dem Seil...

Nimm dir Paris vor, Esmeralda!

ZIGEUNERFÜRSTEN:

Nimm dir Paris vor...

ZIGEUNERKÖNIG:

... auf deinen Tanz fällt jeder Mann herein...

ZIGEUNERFÜRSTEN (MÄNNER):

Esmeralda!

ZIGEUNERKÖNIG:

Mit deinem Ausseh'n, Esmeralda

Kannst du uns hier

Bestimmt sehr nützlich sein

ESMERALDA:

Nimm dir Paris vor, Esmeralda!

Misch dich nicht ein

Dann geht’s dir hier nicht schlecht

Ich halt den Mund, auch wenn es schwer fällt

Ich geh nie mehr für andre uns Gefecht

ZIGEUNERKÖNIG:

Nehmt euch Paris vor, Drecksgesindel

ZIGEUNER:

Nehmt euch Paris vor

ESMERALDA:

Find ich hier endlich ein Zuhaus?

ALLE ZIGEUNER:

Wir sind zuhaus hier

ESMERALDA:

Hier würd’ ich gern für immer bleiben

ALLE ZIGEUNER:

Wir sind zuhaus!

ESMERALDA:

Packt mich die Wut...

ALLE ZIGEUNER:

Wir sind endlich zuhaus!

ESMERALDA:

... werd’ ich’s nie zeigen!

ALLE ZIGEUNER:

Wir sind zuhaus!

ALLE MIT ESMERALDA:

Mit Charme und Schlauheit und Scharaden

Balancier’n wir auf dem graden Seil

Des Lebens

ZIGEUNERKÖNIG:

Und geht heut alles gut

Dann feiern wir eine Wundernacht...

ALLE:

Und geht heut alles gut

Dann Feiern wir eine Wundernacht!

ZIGEUNERKÖNIG:

Doch fließt vielleicht auch Blut wie immer

Wenn man uns Zunder macht

ALLE:

Egal was man auch tut:

Kann sein, dass es kracht

ZIGEUNERKÖNIG:

Doch was immer kommen mag

Wir müssen es wagen

Drum raus mit euch

Und nehmt wie alle teil...

ESMERALDA & ZIGEUNER:

Wir nehmen alle daran teil

ALLE:

Am Tanz auf dem Seil

ESMERALDA, ZIGEUNER & ZIGEUNERFÜRSTEN:

Nehmt euch Paris vor

Es hat viel zu geben

Aber Vorsicht!

Das Pariser Leben!

ESMERALDA, ZIGEUNER & ZIGEUNERFÜRSTEN:

Man muss immer

Balancieren, weil:

ALLE:

Überleben ist ein

Tanz auf dem Seil!

Ein bisschen Freude

PHOEBUS:

Wen man als Soldat

Endlich Urlaub hat

Sucht man in der Stadt

Ein bisschen Freude

Und als Mann der Tat

Jagd man nach dem Glück

Holt sich Stück für Stück

Ein bisschen Freude

Gibt mir von allem Schönen

Wein, Weib und Lieder

Ich lasse mich gern verwöhnen

Und verführen

Ich will dem Laster frönen

Und in mir wieder Leichtsinn spüren

Mademoiselle, ich bin nicht ein irgendwer

Was ich auch beginn, im Felde glaubt man:

Ein Soldat wie ich ziert das Militär

Man ernannte mich zum Gardehauptmann

Der Pflicht entbunden, um zu genießen

Geh ich für Stunden auf Freiersfüßen

Darum nicht so scheu

Sei mir bis morgen treu

Schenk mir ein bisschen Freude

Drunter-Drüber

MANN:

Schneller, schneller!

Her mit den Fischen geschwind!

ANDERE:

Hoch den Maibaum

Fahnen hinauf in den Wind

WIEDER ANDERE:

Schneller, schneller!

Chöre versammelt!

Und Türen verrammelt!

Die Dächer besetzt!

ALLE:

Schneller, schneller!

Gleich ist es zwölf! Es beginnt!

Herzu! Herbei!

2 FRAUEN, 2 MÄNNER:

Fort von allem, was euch presst!

Was euch ärgert, das vergesst!

ALLE:

Herzu! Herbei!

MÄNNER:

Scheut die Arbeit wie die Pest!

FRAUEN:

Singt ein Liedchen, sauft und fresst!

In Paris ist Narren...

ZIGEUNERKÖNIG:

... Fest!

ZIGEUNERKÖNIG & NARREN:

Einmal jährlich wird der Alltag weggedrückt

Einmal jährlich spielt die ganze Stadt verrückt

Jeder Narr ein König, jeder Platz geschmückt

Heute ist der Drunter-Drüber-Tag

ZIGEUNERKÖNIG & FRAUEN:

Heut soll uns der Teufel hol’n mit Haut und Haar

ZIGEUNERKÖNIG & MÄNNER:

Wir schockier’n den Pfarrer und blockier’n die Bar

ZIGEUNERKÖNIG:

Alles geht heut drunter-drüber auf dem Narrenfest

ALLE:

Drunter-Drüber!

ZIGEUNERKÖNIG & ALLE:

Auf mit Trommeln und Trompeten!

ALLE:

Drunter-Drüber!

ZIGEUNERKÖNIG & ALLE:

Statt zu schuften und zu beten

nehmen wir Paris heut in Beschlag

ZIGEUNERKÖNIG:

Straßenschieber, Nasenstüber

Je hinüber desto "lüber"

ZIGEUNERKÖNIG & ALLE:

Endlich wieder Drunter-Drüber-Tag

QUASIMODO:

Hier draußen gibt es Farben und Gerüche und Radau

Heller, lauter, greller als zu sagen

Wenn ich morgen wieder durch die Glocken runterschau

Werd’ ich diese Bilder in mir tragen

ALLE:

Drunter-Drüber!

Herzu... herbei!

ZIGEUNERKÖNIG:

Vor dem großen Mummenschanz

Ein geheimnisvoller Tanz

ALLE:

Herzu... herbei!

ZIGEUNERKÖNIG:

Schönheit ohne Firlefanz

Frankreichs ganzer Stolz und Glanz!

Tanz, La Esmeralda, tanz!

Aufgepasst! Der große Augenblick ist da!

Aufgepasst!

ZIGEUNERKÖNIG & ALLE:

– Was euch erwartet, wisst ihr ja:

Jux und Jubel, Lachen und Allotria,

ZIGEUNERKÖNIG:

Denn jetzt wählen wir den Narrenpapst!

Drum, Leute, schneidet Fratzen und seid schauderbar

ALLE:

Seid barbarisch grässlich wie ein Bluthusar

ZIGEUNERKÖNIG:

Denn der Allerhässlichste von euch wird Narrenpapst!

ALLE:

Drunter-Drüber!

ZIGEUNERKÖNIG:

Hässlichkeit gilt heut als Zierde

ALLE:

Drunter-Drüber!

ZIGEUNERKÖNIG:

Scheußlichkeit bringt Ruhm und Würde

Wen die eigne Mutter nicht mehr mag

ZIGEUNERKÖNIG & ALLE:

Der wird Papst am Drunter-Drüber-Tag

ALLE:

Drunter-Drüber

ZIGEUNERKÖNIG:

Und jetzt alle!

ZIGEUNERKÖNIG & MENGE:

Einmal jährlich wird der Alltag weggedrückt

ZIGEUNERKÖNIG:

Ehrt unsern Papst!

MENGE:

Einmal jährlich spielt die ganze Stadt verrückt

ZIGEUNERKÖNIG:

Was für ein Papst!

MENGE:

Sehn wir dann ein Scheusal

Sind wir hell entzückt

ZIGEUNERKÖNIG:

Küsst sein Gesicht!

MENGE:

Denn es ist ja Drunter-Drüber-Tag

ZIGEUNERKÖNIG:

So einen Papst gab es noch nicht!

ZIGEUNERKÖNIG & MENGE:

Und heute wird geliebt,

Was man als Fluch und Last

Dreihundertundvierundsechzig Tage hasst

Und wer nicht den Alltagsplunder

Aber Bier und Wein als Zunder

Und den Narrenpapst als Wunder mag,

Denkt fröhlich, heute wird ein runder

Drunter-Drüber-Tag!

Drunter-Drüber

Kunter-Bunter, Rüber-Runter

Drunter-Drüber-Tag

Hilf den Verstoßnen

ESMERALDA:

Ich weiß nicht, ob du mich hör’n kannst

Wenn ja, kommt es drauf an

Ob auch ein Zigeunermädchen

Zu dir beten kann

Ja, ich weiß, dass ich verfemt bin

Die Welt verachtet mich

Doch ich seh dich an und fühle:

Einst warst du verfemt wie ich –

Hilf den Verstoßnen

Du siehst in ihr Herz

Niemand sonst fühlt und

Versteht ihren Schmerz

Sieh die Verstoßnen

Im Schatten des Lichts

Schütz die Verfemten

Denn sonst schützt sie nichts

QUASIMODO:

Hilf den Verstoßnen

Du siehst in ihr Herz

Niemand sonst fühlt und

Versteht ihren Schmerz

GLÄUBIGE:

Ich bitt um Ruhm, ich bitt um Macht

Ich bitt um Ehre, um Anseh'n und Pracht

Um Liebesglück auf jedem Weg

Ich bitt dich, Gott

Meine Werke zu segnen

ESMERALDA:

Ich bitt um gar nichts

Ich komm zurecht

Doch so vielen andern

Geht’s schlimmer als schlecht

Schütz meine Freunde

Vor Elend und Spott

Wir sind doch alle

Die Kinder von Gott

QUASIMODO:

Hilf den Verstoßnen

ESMERALDA:

Schütz die Verstoßnen

Kinder von Gott

QUASIMODO:

Kinder von Gott

ESMERALDA & QUASIMODO:

Kinder von Gott

Hoch über der Welt

ANTOINE:

Jetzt liegt es an dir...

CHARLES:

Jetzt beginnt ein Gespräch...

LONI:

Komm und spiel Kavalier...

ANTOINE:

Zeig ihr...

WASSERSPEIER:

Die Aussicht hier...

ESMERALDA:

Von hier oben hoch über der Welt

Sieht diese Stadt anders aus als da unten

Alles niedlich und friedlich und fein

Steht man hoch über der Welt

Will mir alles trostlos scheinen

Scheint die Aussicht aussichtslos für mich

Brauche ich, um nicht zu weinen

Nur einen wie dich

Ich bin bei dir hier hoch über der Welt

Und hab den Schmerz und die Angst überwunden

Denn das große Paris ist ganz klein

Und fern ist, was mir nicht gefällt

Oben hoch über der Welt...

ANTOINE:

Sei doch nicht steif wie eine Statue aus Stein!

LONI:

Quasimode!

ALLE DREI:

Los, sag was!

CHARLES:

Ein Tete a Tete...

ANTOINE:

... mit Prädikat

LONI:

Ihr seid allein...

ALLE DREI:

... und hoch über der Welt!

LONI:

Sie besah dich...

ANTOINE:

Sah nah dich...

CHARLES:

Und hat nicht geschrie'n...

LONI:

Geschluckt...

ANTOINE:

Und nicht gespie'n...

ALLE DREI:

Das beweißt doch: sie mag dich

Dem Schluss kann sich keiner entzieh'n

LONI:

Ich frag dich...

ANTOINE & LONI:

Sag, worauf wartest du?

CHARLES:

Die Chance ist leicht versäumt

ALLE DREI:

Quasimodo! Los, tu was!

CHARLES:

Kein Meister hier...

LONI:

Doch eine Frau, von der man träumt...

ANTOINE:

Und so hübsch rund gewellt...

ALLE DREI:

Hier hoch über der Welt

ESMERALDA:

Von hier oben hoch über der Welt

Sieht diese Stadt anders aus als da unten

ANTOINE:

Steh doch nicht da

Wie eine Statue aus Stein!

LONI:

Quasimodo!

ALLE DREI:

Los, sag was!

ESMERALDA:

Alles niedlich und friedlich und fein

Steht man hoch über der Welt

CHARLES:

Ein Tete a Tete...

ANTOINE:

... mit Prädikat

LONI:

Ihr seid allein...

ALLE DREI:

... und hoch über der Welt!

ESMERALDA:

Will mir alles trostlos scheinen

Scheint die Aussicht aussichtslos für mich

LONI:

Sie besah dich

ANTOINE:

Sah nah dich...

CHARLES:

Und hat nicht geschrie'n...

LONI:

Geschluckt...

ANTOINE:

Und nicht gespie'n...

ESMERALDA:

Brauche ich, um nicht zu weinen

Nur einen wie dich

CHARLES:

Das beweist doch: sie mag dich

ALLE DREI:

Dem Schluss kann sich keiner entzieh'n

LONI:

Ich frag dich...

ESMERALDA:

Bin bei dir hier hoch über der Welt

Und hab den Schmerz und die Angst überwunden

CHARLES:

Sag, worauf wartest du?

ANTOINE:

Die Chance ist leicht versäumt

ALLE DREI:

Quasimodo! Los, tu was!

ESMERALDA:

Denn das große Paris ist ganz klein

Und fern ist, was mir nicht gefällt

CHARLES:

Kein Meister hier...

LONI:

Doch eine Frau, von der man träumt...

Sag, sie sei sympathisch

ANTOINE:

Beklag ihre Schrammen

CHARLES:

Sei nicht so phlegmatisch

LONI:

Du musst sie entflammen

CHARLES:

Wärm ihr systematisch...

ANTOINE:

Die Hände, die Klammen

LONI:

Es muss was gescheh'n hier

LONI & CHARLES:

Wir woll’n, das gesteh’n wir...

ALLE DREI:

Bald suchen nach Ammen

Wenn Windeln dann weh’n hier

Na ja, dann muss Nähe

Durch Schweigen entsteh’n hier

QUASIMODO:

... ’s ist schön

Wir sitzen zusammen

ESMERALDA:

Wir sitzen zusammen

WASSERSPEIER:

Sie sitzen zusammen

ALLE:

Hoch über der Welt

Das Licht des Himmels

QUASIMODO:

So oft sah ich ein Paar

Da draußen, und mir war

Als hüllte sie die Liebe ein

So dass sie Welt um sie erhellt ist

Als würd’ es Licht vom Himmel sein

Ich sehnte mich danach

Doch wenn mein Herz auch brach

Ich hab gewusst, ich bleib allein

Denn ein Gesicht, das so entstellt ist

Wird nie im Licht des Himmels sein

Doch plötzlich kam ein Engel und küsste mich

Als wollt’ er mich von seinem Fluch befrei'n

Ich träum ab diesem Tag

Dass sie mich wirklich mag

Und durch die Glocken fällt ein Schein

In meinen dunklen Turm hinein

Es muss das Licht des Himmels sein

Das Feuer der Hölle

PRIESTER:

Confiteor Deo Omnipotenti

Beatae Mariae Semper Virgini

Beato Michaeli Archangelo

Sanctis Apostolis Omnibus Sanctis...

FROLLO:

Beata Maria

Du weißt, dass ich mit Fug und Recht

Auf mein frommes Wesen stolz sein kann

PRIESTER:

Et Tibi Pater...

FROLLO:

Beata Maria

Du weißt, ich war noch nie so schlecht

Nie so gemein und geil wie jedermann...

PRIESTER:

Quia Peccavi Nimis...

FROLLO:

Warum dann, Maria

Tanzt sie vor mir unsichtbar?

Warum stört mich nicht mehr, was uns trennt?

PRIESTER:

Cogitatione...

FROLLO:

Ich bin, seit ich sie sah

Verstrickt in rabenschwarzes Haar

Und spür ein Sehnen, das mein Herz verbrennt...

PRIESTER:

Verbo Et Opere

FROLLO:

Ein Feuer der Hölle

Aus tiefstem Höllenschacht

Ein Schritt nur zur Hölle

Der mich zum Sünder macht.

FROLLO & PRIESTER:

Ich bin nicht schuld

Mea Culpa

Ich bin verführt

Mea Culpa

Von der Zigeunerhexe

Die die Flammen schürt

Mea Maxima Culpa

Ich bin nicht schuld

Mea Culpa

Wenn’s Gott gefällt

Mea Culpa

Dass Satan stärker ist

Als jeder Mensch der Welt

Mea Maxima Culpa

Bewahr mich, Maria

Sie glüht wie Gift in meinem Blut

Verhindre, dass ihr Feuer mich verzehrt

Zerstör Esmeralda!

Verbrenn sie in der Höllenglut

Es sei denn, du machst, dass sie mir gehört

Beim Feuer der Hölle

Zigeunerin, erkenn,

Wohin ich dich stelle:

Gehör mir oder brenn!

Kyrie Eleison

Herrgott, sei ihr gnädig

Kyrie Eleison

Herrgott, sei mir gnädig

Kyrie Eleison

Denn wird sie nicht mein

Wird sie verbrannt!

Esmeralda (Finale 1. Akt)

ESMERALDA:

Es gibt viel, was mich empört:

Unrecht, Leid und Grausamkeit

Es bringt Ärger, wenn man sich wehrt

Doch ich bin bereit zum Streit

Ich will gut sein...

PHOEBUS:

... Ich will gut sein, nicht gescheit.

FROLLO:

Feigling! Schuft! Zigeunerknecht!

Unwert, mein Soldat zu sein.

Dann spür, wie Verrat sich rächt

Gott allein mag dir verzeih'n!

CLOPIN:

Schon lag der Todespfeil bereit

Da tauchte aus

Dem Dunkel Esmeralda

Verwirrung gab’s, Geschrei und Streit

Und im Tumult floh'n beide in die Nacht

FROLLO:

Jagd die Zigeun’rin Esmeralda!

Jetzt oder nie

Wird sie zu Fall gebracht

Das Feuer brennt für Esmeralda!

Wir hetzen sie

Mit Fackeln durch die Nacht

FROLLO, SÖLDNER & CHOR:

Jagd die Zigeun’rin Esmeralda!

Kyrie Eleison

Jetzt oder nie

Wird sie zu Fall gebracht

Misere Nobis! Misere Nobis!

Das Feuer brennt für Esmeralda!

Kyrie Eleison

Wir hetzen sie

Mit Fackeln durch die Nacht

Misere, Misere Nobis!

QUASIMODO:

Feuer! Feuer! Rauch und Glut!

Esmeralda, wo bist du?

Dich bedroht die wilde Wut

Und ich sehe hilflos zu

PHOEBUS:

Ich dachte nur an Esmeralda

Warum ich’s tat, begreif ich selber nicht

Ich denk nur noch an Esmeralda

Warum verrat ich Lebensziel und Pflicht?

FROLLO:

Vorwärts, Paris ist krank!

Feuer bringt Heilung

Sie kommen lebend nicht mehr raus

Ich lass sie nicht hinaus!

QUASIMODO:

Draußen irgendwo ist sie

PHOEBUS:

Irgendwo ist sie

QUASIMODO & FROLLO:

Esmeralda!

QUASIMODO, PHOEBUS & FROLLO:

Wo in der Stadt ist Esmeralda?

Die Flamme weht

Das Feuer tobt wie nie

CHOR:

Misericordia

QUASIMODO, PHOEBUS & FROLLO:

Paris verglüht für Esmeralda

Und trotzdem geht

Es nur um mich und sie

CHOR:

Et Dona Nobis

FROLLO:

Der Teufel lebt in Esmeralda

CHOR:

Pacem

QUASIMODO:

O Esmeralda

CHOR:

Pacem

PHOEBUS:

Ich muss sie finden!

QUASIMODO:

O Esmeralda

FROLLO:

Ich trotz dem Charme!

ALLE:

Weckt alle Bürger

Und läutet Alram!

Das Feuer ruft nach Esmeralda

Dona Nobis Pacem!

Die Flammen singen von Esmeralda

Dona Nobis Pacem!

So wie der Klang

Ruft der Klang...

Von Notre Dame

2. Akt

Trommeln in der Stadt

BÜRGER VON PARIS:

Trommeln in der Stadt

Waffenklirren wie vor einer Schlacht

Misere

Trommeln in der Stadt

Menschenjagd und Rufe in der Nacht

Misere

CLOPIN:

Frollos Legionären

Kann niemand entflieh’n und widersteh’n

Überall Barrieren

Es weiß keiner mehr wohin!

BÜRGER VON PARIS:

Wer sah das voraus?

Man versprach uns Reinigung

Kein Zigeuner mehr!

Und das machte Sinn –

Doch nun wird daraus

Unsre eigne Peinigung

Denn wir hör’n seither

Nur noch Trommeln in der Stadt

Trommeln in der Stadt

Militär an jedem Platz und Eck

Trommeln in der Stadt

Nirgends Ruhe, nirgends ein Versteck

Söldner, die von Pferden

Auf ehrliche Bürger niederseh'n

Drohende Gebärden!

Wo führt das noch alles hin!

Frollo sprach von taten

Zum Schutz der Redlichkeit

Kein Zigeuner Galt

Jemals als Gewinn –

Jetzt sind die Soldaten

Von größrer Schädlichkeit

Unrecht und Gewalt

Rühren Trommeln in der Stadt

Ein Mann wie du

ANTOINE:

Schau, ganz Paris ist voll Liebe!

Es leuchtet und funkelt

Logisch, das kommt von dem Feuer

Doch auch von L’Amour...

Sie träumt wie du dans cette nuit

So brannte Sehnsucht noch nie

Seitdem es in sie

Beinah wie

Ein Blitzschlag fuhr

Ein Mann wie du

Ist unvergleichbar

Ein Mann wie du

Bringt jedes Herz

Aus der Facon

Dein Look, dein Stil

Sind unerreichbar

Ist wer partout –

CHARLES & LONI:

Wie du?

AALE DREI:

Mais non!

ANTOINE:

Lässt eine Frau

Die Augen wandern

Dann trifft sie auf

Dieselben Typen

Immerzu

Doch du bist nicht

Wie all die andern

Drum imponiert

Ihr garantiert

Ein Mann wie du

CHARLES:

Ein Mann wie du

Ist nicht zu messen

An der gewöhnlichen

Persönlichen Allüre

LONI:

Dich sehn, das heißt –

Dich nie vergessen!

CHARLES & LONI:

Du bist der Clou!

ANTOINE:

Nur du!

ALLE DREI:

Bien sur!

LONI:

Schönheit nach Norm

Schmeckt so bobonhaft

CHARLES:

So ein Adonis langweilt

Bald die dümmste Kuh

ANTOINE:

Ist deine Form

Auch sehr croissanthaft

ALLE DREI:

Wer bricht das Eis?

Wer macht sie heiß?

Ein Mann wie du!

LONI:

Keiner von euch, Freunde

Der im Vergleich

Ihm nur nah kommt...

CHARLES:

Wer ist als kesser Charmeur

Von uns besser als er?

ALLE DREI:

Wer?

Kein Kavalier

Umschwärmt von Bräuten

Kein Kürassier

kriegt je von ihr

Ein Rendezvous –

QUASIMODO:

Ein Mann wie ich

Wünscht manches sich

Gibt er es auch nicht zu

ALLE DREI:

Sie hört bei dir

Die Glocken läuten

Denn dieses Uh-La-La

Das hast nur du-la-la

Was comme il faut ergibt

Wenn’s auch den Beau betrübt

Kein Mann wird so geliebt

Wie du!

QUASIMODO:

Fast glaub ich dran

Und tu ich’s, dann

Verliert ein Mann

Wie ich die Ruh!

Weil du liebst

PHOEBUS:

Ich rede dir nicht ein

Dein bester Freund zu sein

Also tun wir nicht, als ob wir das nötig hätten

Doch Esmeralda ist bedroht

Es geht um Leben oder Tod

Nur mit deiner Hilfe kann ich sie retten

Fühlst du auch

Angst im Bauch:

Du musst sie retten

Leben heißt durch Dornen gehen

Es heißt Mut und Blut verlier'n

Von Geburt an lernt man versteh'n:

Sicher gehen heißt nichts riskier'n

Bis du klar entscheiden musst

Ob du dich der Angst ergibst

Dass es schlimmer wird, ist dir bewusst

Doch du wehrst dich, weil du liebst

WASSERSPEIER:

Doch du wehrst dich, weil du liebst

PHOEBUS:

Du hast soviel Leid erfahr’n

Dass du dich versteckst, macht Sinn

CHARLES:

... macht sehr viel Sinn

PHOEBUS:

Neuen Schmerz willst du dir erspar’n

Soviel Angst steckt in dir drin

LONI:

Tief in dir drin

PHOEBUS:

Neben diesem Wasserloch...

... wo du dich im Zuschau’n übst

PHOEBUS & CHARLES:

Bist du sicher, sicher, und doch:

PHOEBUS:

Du wirst rausgeh’n, weil du liebst

WASSERSPEIER:

Du wirst rausgeh’n, weil du liebst

PHOEBUS:

Esmeralda, wie du siehst...

QUASIMODO:

Esmeralda...

PHOEBUS:

... gibt es nichts, was ich nicht tu

QUASIMODO:

Ich mag ihn nicht!

PHOEBUS:

Wenn mich auch mein Partner verdrießt...

QUASIMODO:

Doch dich retten...

PHOEBUS:

Alles, was jetzt zählt, bist du!

QUASIMODO:

... ist meine Pflicht

PHOEBUS:

Dummheit oder Meisterstück?

Wie du es auch drehst und schiebst...

QUASIMODO:

Es zählt nur, was du gibst

PHOEBUS:

... wenn du wagst, dann hast du Glück

Und du wagst es, weilt du liebst

QUASIMODO:

Du musst stark sein, weil du liebst

PHOEBUS:

Und du kannst es...

QUASIMODO & PHOEBUS:

... weil du liebst

Weil du liebst (Reprise)

ESMERALDA:

Eigentlich müsst ich jetzt unglücklich sein

Denn ich lass ein Stück Zuhaus hinter mir

Keinen Weg, den ich sah

Doch ein Wunder geschah

Plötzlich find ich das Zuhaus von mir bei dir

QUASIMODO:

Ich sehnte mich danach

Doch wenn mein Herz auch brach

Ich hab gewusst, ich bleib allein

Denn ein Gesicht, das so entstellt ist

Wird nie im Licht des Himmels sein

PHOEBUS & ESMERALDA:

Heut hier im Mirakelhof

Wird ein Wunder Wirklichkeit

QUASIMODO:

O diese Pein...

PHOEBUS & ESMERALDA:

Ich hab immer solo geträumt

QUASIMODO:

Ich hab immer solo geträumt...

PHOEBUS & ESMERALDA:

... und leb im Duett ab heut

QUASIMODO:

... und bleib allein

ESMERALDA:

Keine Macht mehr trennt uns zwei

PHOEBUS:

Wenn du mir dein Vertrauen gibst

QUASIMODO:

Doch ich bin immer noch verfemt...

PHOEBUS & ESMERALDA:

Auch verfemt sind wir stark und Freitag

PHOEBUS:

Ich bin stark, weil du mich liebst

ESMERALDA:

Ich bin frei, weil du mich liebst

QUASIMODO:

Ausgestoßen und verloren...

ALLE DREI:

Weil du liebst

Wie aus Stein

QUASIMODO:

Was wisst ihr denn von mir?

was von dem Schmerz

Der mir das Herz zerreißt?

Ihr seid doch nur aus Stein

Ihr steht da nur zur Zier

Ihr werdet niemals wissen, was es heißt

Aus Fleisch und Blut zu sein

Nur Gerde!

Du weißt nicht, was ich bin und leide

Du ahnst nicht, wie ich dich beneide

Dass ich bete

Ich wär auch aus Stein...

Erspar mir deine Tricks

Zwar kann dein Wort

Die Wirklichkeit verdreh'n

Doch was hab ich davon?

Und du, du Fee des Glücks

Warum lässt du mich

Hoffnungsträume seh’n?

Sie sind für mich nur Hohn

Nichts mehr fühlen

Und nichts mehr denken, wär ein Segen

Nur noch als Steinfigur den Regen

Runterspülen

Auf die Stadt aus Stein –

Nein!

Zulang glaubte ich, in den Steinen

Wär’n gute Geister

Dich der einzige, dem ich trauen kann

Ist mein Meister

Er nur sagte all die Zeit:

Die Welt verachtet Hässlichkeit

Drum ist dein Los die Dunkelheit

Ein Satz so kalt wie Stein

Doch dafür wahr

Kalt und Klar

Ihr gabt mir Heuchelein

Jetzt packt sie ein

Und lasst mich allein

ANTOINE:

Nun gut, Quasimodo

Dann sei halt allein

CHARLES:

Wir gehen, Quasimodo

Wir machen keinen Ärger

LONI:

Es stimmt, Quasimodo

Wir drei sind nur aus Stein

WASSERSPEIER:

Doch wir dachten

Woraus du bist, das sei...

Stärker

QUASIMODO:

Jetzt bin ich ganz allein

Und das "Da draußen"

Geht mich nichts mehr an

Ich schließ die Sehnsucht ein

Vergessen, was geschah

Nie mehr den Tränen nah

Im Grunde nicht mehr da

Ganz und gar

So wie aus Stein

Einmal

ESMERALDA:

Ich glaubte als Kind

Dass die Menschen Brüder sind

Auch wenn sie so oft

Einander nicht versteh'n

Heut weiß ich: der Hass

Macht die Menschen bös und blind

Und doch glaub ich fest daran

Es kann so nicht weitergeh'n

Einmal

Nach tausend Kriegen

Nach blut und Tränen

Lernen wir doch

Dann wird man leben statt hassen

Und leben lassen

ESMERALDA & PHOEBUS:

Einmal

Nach tausend Schlachten

Wird man sich achten

Selbst in Gefahr

Menschen

Müssen doch menschlich sein

Unfehlbar

Wird es einmal wahr

CLOPIN & MENGE:

Einmal

Nach tausend Kriegen

Nach blut und Tränen

Lernen wir doch

Dann wird man leben statt hassen

Und leben lassen

ESMERALDA:

Niemand kann die Hoffnung töten

Macht und die Angst auch stumm und bleich

PHOEBUS:

Vor dem Gott, zu dem wir beten...

ESMERALDA & PHOEBUS:

Sind wir Menschen alle gleich...

CLOPIN & MENGE:

Alle gleich... alle gleich... alle gleich...

ALLE:

Wir alle...

ESMERALDA, PHOEBUS, CLOPIN & MENGE:

Einmal

Nach Hoffen und Fragen

Nach Mut und Versagen

Wird irgendwann klar:

Mensch sein

Heißt anderen nah zu sein

Heißt verzeih'n

Dann wird unfehlbar

Was auch war...

PHOEBUS:

Der Traum...

CLOPIN & MENGE:

Einmal...

ESMERALDA:

... wahr

Finale Ultimo

CHOR:

Judex Crederis

Esse Venturus

In Te Domine Speravi

Non Confundar

In Aternum

Salvum Fac Populum

Tuum

Judex Crederis

Kyrie Eleison

Kyrie Eleison

Libera Me Domine

Libera Me Domine

De Morte Aeterna

In Die Illa Tremenda

Quando Caeli Movendi Sunt

Caeli Et Terra

Dum Veneris Judicare

Saeculum Per Ignem

Oh Salutaris

Salutaris Hostia

Quae Caeli Pandis Oastium

Bella Premunt Hostilia

Da Robur Fer Auxilium

Sit Sempiterna Gloria

Sit Sempiterna Gloria

Mors Stupebit Et Natura

Cum Resurget Creatura

Judicanti Responsura

Judex Ergo Cum Sedebit

Nil In Ultum Remanebit

PHOEBUS:

Bürger, tut was und wehrt euch

CHOR:

Olim Deus Accelere

PHOEBUS:

Lasst nicht geschehen

Was euch entsetzt

CHOR:

Hoc Saeculum Splendidum

PHOEBUS:

Einmal ist jede Geduld vorbei

CHOR:

Accelere Fiat Venire Olim

PHOEBUS:

Kämpft euch frei

Dann ist einmal jetzt

QUASIMODO:

Kommt, ihr Figuren aus Stein

WASSERSPEIER & CHOR:

Mischt euch ein!

QUASIMODO:

Ihr Heiligen und Freunde

Werft von oben Stein um Stein

WASSERSPEIER & CHOR:

Stein um Stein!

Stürzt die Leitern!

QUASIMODO:

Stürzt die Leitern um

Entzündet Pech und Blei

WASSERSPEIER & CHOR:

Pech und Blei

QUASIMODO:

Bis er glüht der heiße Brei

WASSERSPEIER & CHOR:

Heiße Brei

QUASIMODO, WASSERSPEIER & CHOR:

Und lasst die Flammen lodern

QUASIMODO:

Ihr Steinikonen und Dämonen!

Zeigt, welche Kräfte in euch wohnen!

Regnet Feuer auf die Welt aus Stein!

ESMERALDA:

Bei dir sicher hoch über der Welt

Sehe ich alles mit anderen Augen

Schön ist nicht, was die Welt dafür hält

Du stehst hoch über der Welt...

FROLLO:

Endlich befreit von Esmeralda

Es ist vorbei mit ihr und der Gefahr

Nach dieser Zeit mit Esmeralda

Wird’s für und zwei so sein, wie’s früher war:

Vereint in trauter Zuflucht

Unsrer Zuflucht

CHOR:

Dies Irae...

Dies Illa...

Solvet Saeculum In Favilla

Teste David Cum Sybilla

CHARLES:

"Der Zorn des Herrn

Trifft den, der Böses tut..."

CHOR (MÄNNER):

Dies Irae...

CHOR (FRAUEN):

"Der Zorn des Herrn

Trifft den, der Böses tut..."

ANTOINE:

"Des gottlosen Seele

Ist dem Tod geweiht."

CHOR (MÄNNER):

Dies Illa

LONI:

"Der Zorn des Herrn

Trifft den, der Böses tut..."

CHOR:

"Der Zorn des Herrn

Trifft den, der..."

Quantus Tremor Est Futurus

Quando Iudex Est Venturus...

LONI:

Die Welt ist schlecht

ANTOINE:

Die Welt ist grausam

CHARLES:

Doch manchmal fällt

Durch manche Menschen

In die Welt ein Licht

ALLE DREI:

Die Welt ist wie sie ist

Und eine andre gibt es nicht

Drum voraus

G'radeaus

QUASIMODO:

Hinaus!

Draußen

Da erwarten mich

Glück... und Angst... und Trauer

Weil ich leb, muss ich

Hier raus!

SOLO:

Qlim Deus Accelere

Hoc Saeculum Splendidum

CHOR:

Einmal

Nach Hoffen und Fragen

SOLO:

Olim Deus Accelere

CHOR:

Nach Mut und Versagen

Wird irgendwann klar:

SOLO:

Hoc Saeculum Splendidum

CHOR:

Mensch sein

Heißt anderen nah zu sein

SOLO:

Accelere Fiat Venire Olim

CHOR:

Dann wird unfehlbar

Was auch war

Der Traum einmal wahr

CLOPIN:

Was für ein Morgen!

Der Tag wird begrüßt

Von den Glocken Notre Dames

Meine Geschichte fing an

Und sie schließt

Mit den Glocken Notre Dames

Denn ein Mensch fand

Den Weg in die Freiheit

Trotz Verachtung, Verzweiflung

Und Scham

Nun...

Löst unser Rätsel, so singen seither

Alle Glocken Notre Dames:

CLOPIN & CHOR:

Mensch oder Scheusal –

Wer ist jeweils wer?

CHOR:

Frag den Glocken-Klang

Glocken-Klang...

CLOPIN:

In Klängen und Tönen

Das Hoffen und Sehnen

Das Wähnen und Locken

Das Glockengeläuts

ALLE:

Von Notre Dame!

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