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Meditation zum Sonntagsevangelium
 
Er lehrte sie und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten!
Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt, und sie wollen in der Synagoge die
vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben. Sie
bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Schein-
heiligkeit lange Gebete. Aber um so härter wird das Urteil sein,
das sie erwartet.
Mk 12,38-44
 
 
"Evangelium" ist ein Schlüsselbegriff bei Markus.
Er bezeichnet die gute Nachricht, die frohe Kunde, dass Gott in
Jesus Christus der Welt sein Gesicht zeigt. Gott kommt in Jesus
Christus den Menschen nahe. Ein naher Gott, ein Gott, der sich
zuwendet, väterlich, mütterlich – das erleben die Menschen in Jesus.
Sie erfahren in der Begegnung mit ihm, wie es ist, wenn Gott herrscht,
sie erfahren es in den Worten des Trostes, der Verheißung und den
wunderbaren Taten, wie der Heilung des Bartimäus, von der wir
vorletzten Sonntag gehört haben (Mk 10, 46-52). Die Botschaft
spricht die Menschen in ihrer Hoffnung und Sehnsucht an. Viele
kommen zu ihm, um ihn zu hören.
 
Scharfe Töne geraten dazwischen. Töne der Abgrenzung, die zur
Vorsicht, zur Wachsamkeit mahnen, damit werden wir heute konfrontiert.
Auch das ist "Evangelium", Botschaft, die aufrüttelt, aufmerken
lässt, unruhig macht, Botschaft, die Paroli bietet.
 
Diese Verse spiegeln nicht das Verhältnis Jesu zu den Schriftgelehrten
im Ganzen wieder, das in vielem von Respekt und Achtung voreinander geprägt war. Die Schriftgelehrten waren als Gesetzeskundige durchaus angesehen. Sie gaben Orientierung in Fragen des Lebens und Glaubens.
Sie hatten zudem die für das Zusammenleben wichtige Aufgabe, Recht zu sprechen, denn nach jüdischem Verständnis betreffen Gottes Gesetze alle Bereiche des Lebens.
 
Doch da ist etwas gekippt. Recht sprechen, Recht haben scheint sich
verselbständigt zu haben. Vielleicht im Wunsch, das Leben in den
Griff zu bekommen bzw. im Griff zu halten? Eine Form, sich sicher
zu fühlen?
 
Im Namen des Guten gerät das Tun manchmal in sein Gegenteil, das
wird jede und jeder von uns kennen. Das Evangelium führt uns dies
am Beispiel der Ehrsucht und Habsucht vor Augen. Statt Gott die Ehre
zu geben, rückt der Erhalt der eigenen Ehre ins Zentrum. Und die
Schutzbedürftigsten, die Witwen und Waisen, die in Israel unter dem
besonderen Schutz des Gesetzes stehen, werden von denen, die für die Rechtsprechung verantwortlich sind, beraubt und ausgebeutet. Da muss Paroli geboten und der Spiegel vorgehalten werden, auch heute.
 
Um was geht es euch? Worauf baut ihr wirklich?
Auf eure Gesetze und Auslegungen, das, was in eurem Erfassungsbereich liegt, was ihr im Griff habt? Oder versteht ihr euch im Dienst des Größeren, dem allein Ehre gebührt? Lasst ihr euch über euch hinausführen?
 
Es ist nicht mehr "Glaube" im Sinne des "Evangeliums", wenn er dazu
verkommt, eine sichere Position zu erreichen, einen Rang, eine
Vormachtsstellung festzuschreiben. Im Verständnis Jesu ist Glauben
Vertrauen, das Bauen auf Gott, auf seine Gaben und auf seine Kraft,
die mein Leben durchwirkt und verändert, die mein Leben befreit und
mich über mich hinausführt.
 
Entschieden führt uns das Evangelium auf den Maßstab der Gottes- und Nächstenliebe zurück. Alles Recht sprechen und Recht haben ist ihm geschuldet. Das Gespräch des Schriftgelehrten mit Jesus in Mk 12, 28-34, stellt uns das eindrücklich vor Augen. Das
Evangelium ermutigt uns, unser Vertrauen allein auf die heilende und beglückende Zuwendung dessen zu setzen, den Jesus Vater, "Abba", nennt.
 
Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.
Liebe Lesergemeinde!
 
 
Die Bekämpfung religiöser Minderheiten durch die zwei Konkordats - Kirchen in Deutschland!
 
"Sektenbeauftragte" gehören in keine Kirche, außerdem sind sie verfassungswidrig, verstoßen gegen den Gleichheitsgrundsatz im GG und gehören nicht mehr in unsere Zeit!
 
 
Lasst uns getrost unter SEINEM Segen in die nächsten Wochen gehen.
 
Es grüßt herzlich
Euer +Horst-Karl, TIFPEC
 
http://www.taize.fr/de_article3758.html
 
http://tifpec.twoday.net/stories/659181
 
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