Es wurden Dogmen aufgestellt, die unumstösslich waren, so auch die Unfehlbarkeit des Papstes, der als Stellvertreter Gottes hier auf Erden sein Unheil treibt.
Wie wir Menschen sind, so haben wir immer wieder den Anflug auf etwas Neues, wir wollen etwas verbessern, besonders die, die nicht an der Macht teilhaben.
Die Mächtigen weigern sich natürlich den Spinnereien der anderen nachzugeben, also erfindet man gewisse Grenzen, die Aufschluss darüber geben sollen, wie weit ich bei meinen Äusserungen gehen darf, ohne Konsequenzen zu erwarten.
Aber die als Ketzer bezeichnet wurden, zeigen einen enormen Mut, diese Grenzen zu überschreiten, damit sie neue Gedanken, ihre eigenen, in den Schoß der Kirche zu verankern. Nur der Papst hatte die Macht, oder auch nicht, vielleicht war es auch die Gruppe von Kardinälen, die das System der Macht erhalten wollten, um jeden Preis. Kein Wunder in der Gehaltsgruppe!
Die Reformer, die an den Fundamenten der Kirche rüttelten, bezeichnete man als Ketzer, und stigmatisierte sie mit dem Teufel, also mit dem gefallenen Engel Luzifer; einst Lieblingsengel Gottes.
Der Papst stellte sich nicht hin und sagte, er sei das Gesetz und bestimme, was der christliche Glaube sei. Nein, er bewegte Gott dazu, sich den Reformer zur Brust zu nehmen, und er selbst, der Papst, wolle dafür sorgen, dass der Ketzer für immer schweige.
Hier mußte der Name Gottes hinhalten, um die Macht der Kirche zu erhalten, und in diesem Namen wurden die sogenannten Ketzer im Flammentod, auf dem Scheiterhaufen gebraten.
Es ist bekannt, dass die katholische Kirche frauenfeindlich ist, also darüber brauchen wir uns eigentlich nicht unterhalten. Aber wie drückte sich diese Frauenfeindlichkeit aus?
Zuerst wurde das Zölibat erlassen, das bedeutet für den Priester, frauenlos zu bleiben und sein Erbe wurde Eigentum der Kirche. Aber der Priester ist ein Mensch und hat sexuelle Bedürfnisse. Was macht er, entweder er begattet die Frauen seiner Gemeinde und setzt den Ehemännern Hörner auf, oder er onaniert, oder er treibt es mit Knaben oder kleinen Mädchen.
Aber das allein führte nicht zur Hexenverfolgung und Hexenverbrennung im Mittelalter. Da die Frauen in dieser Zeit oder schon seit altersher, als weise Frauen bezeichnet wurden, weil sie die Künste der Heilung von Mensch und Tier verstanden, traten sie als Konkurrenz zu den damaligen Berufsstand der Ärzte auf. Meistens waren die weisen Frauen in der Heilung von Krankheiten besser als die männlichen Ärzte.
Die Männer vereinigten sich, die weisen Frauen waren ihnen ein Dorn im Augen, weil die damalige Kirche frauenfeindlich war und die Ärzte wollten ihre weibliche Konkurrenz loswerden. Dazu griff man nach dem Namen Gottes, und erklärte die weisen Frauen für Wesen des Teufels.
Um seinen Mitmenschen ein Bein zu stellen, ist der Mensch sehr einfallsreich. Man unterstellte den Frauen alles Mögliche, z.B. sie hätten mit dem Satan geschlafen oder sie hätten den bösen Blick.
Jetzt kamen noch die Männer hinzu, die ihre eigene Ehefrau loswerden wollten oder sogar die Geliebte, weil sie nicht mehr attraktiv genug war.
Alles geschah im Namen Gottes, als des strafenden Gottes, der angeblich die Rache erfunden hat.
