One Wild Night Tour 2001

Sie ist vorbei - die One Wild Night Tour von Bon Jovi.

Alle die ein Konzert besucht haben, sei es Stuttgart, Köln, Hamburg oder München gewesen, werden nach den folgenden Zeilen eines Fans sich noch einmal zurückversetzt fühlen. Hier kommt der Fanbericht von Markus:

One wild night with Bon Jovi
 
Am 30. Juni 2001 war es also soweit - ich verlies mein Haus um nach München ins Olympiastadion zu reisen, wo Bon Jovi das letzte Konzert ihrer Europatournee gaben um den Juni mit Pauken und Trompeten zu verabschieden. Alles war perfekt organisiert, ein Bus brachte uns Fans zum Konzert und brachte uns am Ende des Mega-Event wieder nach Hause. Um 12:30 Uhr ging’s los. Wir fuhren gemütlich mit dem Bus 2 Stunden nach München. Angekommen im riesigen Olympiagelände hieß es erst mal den Weg zum Stadion finden (was nicht weiter schwer war) und sich dann die Zeit bis zum Einlaß zu vertreiben. Viele suchten sich Plätze unter Bäumen, denn die Sonne brannte bei ca. 40° C vom Himmel. Kein Wunder also daß einige der wartenden Fans bewußtlos umfielen. Die allermeisten Fans tummelten sich jedoch vor dem Eingang und warteten auf den Einlaß

Endlich, 16:15 Uhr: Der Einlaß. Hunderte von Fans drängten sich vor dem Eingang in der Hoffnung schneller im Stadion zu sein als die anderen. Jeder einzelne mußte bei den Security-Leuten am Eingangstor seinen Rucksack aufmachen und den Inhalt herzeigen, Flaschen, Tetra-Packs, etc. mußten abgegeben werden, egal wie voll sie auch waren. Bei den ersten Fans wurde zusätzlich noch eine Leibesvisitation durchgeführt und jedes einzelne Teil im Rucksack herausgenommen und inspiziert! Wir Fans die von der Seite kamen hatten es schwer: Mehr als 1 Stunde brauchten wir um ins Stadion zu kommen. Durch die Sicherheitsschleuse erfolgreich durchgekommen wurde natürlich schnell in die Arena gestürmt, um möglichst weit vorn an der Bühne zu stehen. Denn schließlich will man ja die Jungs in natura auch sehen!  Um 17:30 war ich also dann endlich in der Arena angekommen. Jetzt hieß es warten auf die erste Vorgruppe. Zwischenzeitlich wurde Musik des Blues-Königs James Brown eingespielt, während die Bühnenarbeiter schon mal einen Soundcheck machten und die Instrumente auf ihre Plätze brachten. Punkt 18:00 betraten die Schweizer Hardrock-Combo "Gotthard" die Bühne. Sie überzeugten 45 Minuten lang mit kräftigen Rocksongs und die bisher anwesenden Fans gingen auch voll mit. Dann wurde 30 Minuten die Bühne für die Stereophonics hergerichtet, die dann schließlich um 19:15 zu spielen begannen. Jedoch klangen zumindest die ersten Songs der Band sehr strange und so mancher Fan verzog das Gesicht. Überzeugen konnten sie jedenfalls nicht, nur vereinzelte Fans klatschten (Mittleids?)Applaus und nach 30 Minuten war es zum Glück vorüber. Lange 50 Minuten sollte es dauern bis die Majestäten themselves auf die Bühne kamen. Je näher es auf 20:30 hinging, um so mehr Fans drangen ins Stadion.

20:35 Uhr, auf den 3 Video-Leinwänden an den Seiten und in der Mitte sah man die 5 Jungs in den Aufzug steigen. Während sie mit den Aufzug Richtung Bühne fuhren ertönte das Intro von "One wild night" und die Stimmung kochte bereits jetzt. Plötzlich ein *ping*, die Fahrstuhltür ging auf und die Jungs betraten die Bühne die das Empire State-Building darstellte, begleitet von tosendem Beifall eines ausverkauften Olympiastadions und dem Kreischen von Tausenden von Fans. Jon blickte erstmal in die Menge und ließ sich feiern, bis die Jungs schließlich mit "One wild night" richtig losrockten. Es folgten die Klassiker "Raise your hands", bei dem Jon die Textzeile "...from New Jersey to Tokyo" spontan in "...from New New Jersey to Germany" umwandelte, "Born to be my Baby" und "Wild in the streets". Mit "Always" folgte die erste Ballade, um die Menschenmenge abzukühlen.

Wir Fans sangen bei jedem Song Zeile für Zeile lauthals mit, sprangen bei Headbanger-Nummern auf und nieder und schwenkten bei Balladen mit Feuerzeugen. Die Jungs mußten uns nicht lange motivieren, die Stimmung im Stadion war sensationell! Nach 1 Stunde und Hits wie "It’s my Life", "Just older", "In these Arms" sagten Jon und Co erst einmal mit einem kleinen Feuerwerk Goodbye. Natürlich brüllten wir Schlachtrufe wie "Zugabe" und nach einigen Minuten kamen sie auch wieder auf die Bühne und meldeten sich eindrucksstark und sehr emotionsgeladen mit "Something to believe in" zurück. Und pünktlich zur Performance fing es an zu regnen. Es ging ziemlich rasch und es regnete auf Teufel zeig' Dich und das sehr kühle Windchen ließ so manchen leicht bekleideten Fan frieren. Ich hatte ja vorsorglich eine Regenjacke dabei, die ich mir natürlich anzog um den Regen zu protzen. *hehe* Auch fing es an zu Blitzen und Donnern, was jedoch mit der Musik und dem Singen von uns Fans völlig unterging. Weder UNSERE Stimmung, noch die der Band tat das einen Abbruch, ganz im Gegenteil! Die Jungs rockten noch energiegeladener ab als vorher.

Nach nur 2 Songs verabschiedeten sie sich wieder von der Bühne und wieder stimmten wir unsere Schlachtrufe an, und wieder kamen die Jungs kurze Zeit später zurück auf die Bühne. Jetzt folgten DIE Klassiker überhaupt: "Lay Your Hands on me" "Livin' on a prayer", "Wanted Dead or Alive", "Sleep when I'm dead", "Bad medicine" und wie sie alle heißen. Zwischendurch gaben sie auch noch 3 Cover-Versionen zum Besten, darunter den Beatles-Klassiker "Twist and shout". Am Ende des 2. Zugaben-Blocks waren die Jungs gerade dabei sich wieder zu verabschieden, als sie unseren Schlachtrufen nicht widerstehen konnten und ein allerletztes Lied anstimmten: "I'll be there for you". Dieser Song brachte wirklich eine anmutende Feierlichkeit ins Stadion, das sich in ein Lichtermeer verwandelte. Mittlerweile hat es komplett aufgehört zu regnen und die Menge schwankten ihre Feuerzeuge hin und her und sangen feierlich mit.

Nun verabschiedeten sich die Jungs endgültig von der Bühne - die Lichter gingen aus und diesmal blieben sie es auch. Nach 24 Songs in gut 150 Minuten stiegen die Jungs der erfolgreichsten Rockband wieder in den Fahrstuhl ein und verschwanden. Nun bewegten wir Fans uns Richtung Ausgänge und während im Stadion die Flutlichtanlagen angingen, die Bühnenarbeiter anfingen die Verstärker-Anlagen abzubauen, sangen noch einige Fans lauthals die letzte Zeile des Refrains von "I'll be there for you". Kein Zweifel, Bon Jovi haben eine wirklich mehr als beeindruckende Show gezeigt. Auch wenn sie uns regennaß hinterließen, wir waren noch immer in bester Stimmung und gingen zu den Bussen.

Bon Jovi rockten 2,5 Stunden vor 80.000 Fans mit einigen alten Songs die man sonst auf ihren Konzerten gar nicht mehr zu Gehör bekommt. Sie beeindruckten nicht durch eine aufwendige Bühnenshow, sie beeindruckten durch ihre Performance. Zurückgeblieben ist die Erinnerung an eine großartige Show, eine sehr heisere Stimme und leider auch ein Pfeifen in meinem rechten Ohr.



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