Doch die Templer vermittelten auch neue Ideen. Aufgrund seiner langen und fruchtbaren Kontakte zur islamischen und jüdischen Kultur entwickelte sich der Orden zu einem Umschlageplatz für neue Gedanken, neue Dimensionen des Erkennens und neue Wissenschaften. Er übte ein regelrechtes Monopol über die besten und fortgeschrittenste Technik seiner Zeit aus; er förderte die Entwicklung des Vermessungswesens, der Kartographie, des Straßenbaus und der Schiffahrt; er besaß eigenen Häfen und Werften sowie eine Flotte, deren Schiffe zu den ersten gehörten, die mit Magnetkompanten ausgerüstet waren. Und da es ihr Kriegshandwerk notwendig machte, Verwundete zu pflegen und Kranke zu heilen, lernten die Templer, mit Arzneimitteln umzugehen. Der Orden unterhielt Krankenhäuser mit eigenen Ärzten und Chirurgen. Diese machten sich die modernen Prinzipien der Hygiene und Sauberkeit zur Richtschnur und wußten offenbar auch um die Wirkung von Antibiotika, da sie Schimmelextrakte in ihrer medizinischen Praxis verwandten. Mit ihrer Einstellung zur Epilepsie, die sie nicht als Teufelswerk, sondern als beherrschbare Krankheit betrachteten, waren sie der Zeit ebenfalls weit voraus.
Ihre Leistungen und Erfolge machten die Templer in Europa immer reicher, mächtiger und - der Literatur zufolge - selbstgefälliger.
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