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Badlands NP

Der Anziehungspunkt schlechthin in South Dakota ist Mount Rushmore. Jeder Amerikaner sollte einmal in seinem Leben am Mount Rushmore gewesen sein, so sagt man. Nun ja, es ist ein Symbol für den amerikanischen Patriotismus. Schön sieht das Monument besonders am Vormittag aus, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, was bei uns leider nicht der Fall war.

Das "Mount Rushmore National Memorial" liegt in den Black Hills, den heiligen Bergen der Plains-Indianer. Man sieht hier die in einen Berg gehauenen Köpfe von George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln (von links nach rechts). Man hat mehrere Jahrzehnte gebraucht, um das Denkmal fertig zu stellen. Jeder einzelne der Köpfe ist rund 30 Meter hoch.

"Beweisfoto", daß ich auch wirklich dort war. ;-)

Der Zugang zum Memorial ist typisch amerikanisch-patriotisch gehalten. Eigentlich fand ich das ziemlich kitschig....

 

Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz trafen wir doch tatsächlich auf Snow Goats (Schneeziegen oder auch Bergziegen)! Die hatte ich in den Black Hills nun wirklich nicht vermutet!

...und so sieht der Mount Rushmore von hinten aus! 

Da die Black Hills für die Indianer heilig waren und immer noch sind und sie der Gerechtigkeit halber ein Denkmal für einen "Native American" forderten, wird derzeit einige Meilen südlich ein weiteres Monument aus einem Berg gehauen - ein Abbild des großen Häuptlings "Crazy Horse". Da dieses Werk allerdings nur privat finanziert wird, kann immer nur je nach Finanzlage weiter gearbeitet werden. Daher hat man für das nun fertige Gesicht rund 10 Jahre gebraucht. Begonnen wurde das Bauwerk aber schon vor über 50 Jahren!!! (Stand September 2000)

So wie diese Statue im Vordergrund soll das spätere Memorial mal aussehen. Ob ich das noch erleben werde? Ich glaube eher nicht....

Außer diesen Monumenten gibt es auch einige Parks, die sehens- und erwandernswert sind. So kann man z.B. eine Höhlentour durch den Wind Cave Nationalpark machen. Das ist eine nette Sache! Es gibt geführte Touren in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden. Allerdings wird das gesamte Programm nur in den Sommermonaten angeboten. Wir waren im September dort und da gab es nur noch die Möglichkeit, an der "Natural Entrance Tour" teilzunehmen. Hat sich aber allemal gelohnt!

 

Ein Ranger erzählt vor Beginn der Tour allerlei Wissenwertes und gibt Verhaltensmaßregeln für die Führung. Er zeigte uns auch den ursprünglichen "Natural Entrance" (rechtes Bild), der jedoch viel zu schmal zum begehen ist. Ein paar Meter weiter ist der heutige Eingang: mit Drehtür und Treppe! ;-)

In dem Höhlensystem ist es (wie in den meisten Höhlen) empfehlenswert, eine leichte Jacke mitzunehmen, denn die Temperatur liegt das ganze Jahr über bei konstant 11°C (53°F). Außerdem ist es nicht gestattet, während der Führung zu rauchen sowie Getränke und Essen (auch keinen Kaugummi!) mitzunehmen. 

Durch schmalen Gänge geht es abwärts. Bereits auf dem Weg in das größte und interessanteste Teilstück der Höhlen sieht man am Rand immer wieder reizvolle Kristallisierungen am Gestein. Leider ist es zu schwierig, das zu fotografieren. Damals hatte ich noch eine analoge Kamera und nur einen 100er Film dabei. Vielleicht komme ich eines Tages nochmal dort hin, dann wird digital (und hoffentlich besser) geknipst... ;-)

Die Kalkspatablagerungen (Calcium Carbonate) haben Namen bekommen wie "Boxwork", "Flowstone" oder "Popcorn". In einer der größten Höhlen (Club Room) kann man das "Boxwork" an der Decke besichtigen. Man nennt die Ablagerungen so, weil sie geometrisch verflochten sind und praktisch wie kleine Kästchen aussehen. Die ganze Decke ist damit überzogen. Alles Nähere über den Park sowie die verschiedenen Touren erfahrt ihr beim NationalParkService .

Auf dem Weg zum Wind Cave NP fährt man durch den Custer State Park. Hier können (bei entsprechendem Glück) viele Tierarten beobachtet werden. Bisons, Präriehunde, Pronghorns (siehe oben), Elks usw.

Die Präriehunde sind am einfachsten zu finden. Da gibt es nämlich richtige "Dörfer", sogenannte "Prairiedogtowns".

Einen Besuch wert ist der Badlands NP. Hier gibt es viele Wanderwege, auf denen man die schönen Berge und Hügel näher erkunden kann. Wer's eilig hat, kann sich aber auch nur auf der Hauptstrecke durch den Park einen Überblick verschaffen. Wer am Spätnachmittag gen Westen durch den Park fährt und sich auch vor einer Holperstrecke nicht scheut, kann im Nachmittagssonnenlicht wunderschöne Aussichten auf die Prärie erleben und eine weitere "Prairiedogtown" entdecken, so wie wir.

Übrigens wurde in den Badlands der Film "Halbblut" mit Val Killmer in der Hauptrolle gedreht sowie mit Graham Greene (bekannt aus "Der mit dem Wolf tanzt" - der Medizinmann) in der Rolle des Reservatspolizisten. Es ist einer meiner Lieblingsfilme, weil so erschütternd und ehrlich gegenüber dem indianischen Volk.

Die vorgenannten Gebiete liegen alle recht nah beieinander in der südwestlichen Ecke von South Dakota. Viele Übernachtungsmöglickeiten gibt es in Rapid City, das ein guter Ausgangspunkt für alle Touren durch die Black Hills und die Badlands ist.

Badlands NP

Links zu South Dakota

www.wiechmann.de

www.state.sd.us/tourism