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Wie viele Farben hat die Wirklichkeit ?
Die in allen Religionen immer wieder gestellte Frage nach der Wahrheit findet im Buddhismus eine Antwort in den 4 edlen Wahrheiten oder Wirklichkeiten.
Die nachfolgenden Darstellungen fassen Belehrungen aus Seminaren und Vorträgen, die um dieses Thema kreisen, zusammen.
Vajraprabha
Advayavajra:
Buddhismus eine Wirklichkeitslehre jenseits von Pessimismus und Optimismus
Der Weg des Siddhartha Gautama beginnt mit dem unmittelbaren Erleben und der ihn erschütternden Erkenntnis der NichtDauer (anicca) und des Gehemmtseins, der Begrenztheit unseres Lebensgefühles (dukkha) als zwei universell gültigen Kennzeichen alles Daseins. Sie begegnen uns unausweichlich in Alter, Krankheit und Tod, verallgemeinert im Getrenntwerden von Angenehmem, Liebem, im Gebundensein an Unliebes sowie im Nichterlangen dessen, was man sich wünscht.
In seiner ersten Lehrrede beginnt der Buddha jedoch nicht mit theoretischen Erklärungen, abstrakten Prinzipien, er überzeugt nicht mit logischen Schlussfolgerungen, sondern geht von der individuellen Lebenssituation aus, die er selbst an Körper und Geist erfahren hatte.
Weder ein Leben der Befriedigung sinnlicher Wünsche und selbstischer Vergnügungen noch ein Leben, das sich dem düsteren Pfad der Selbstkasteiung und Askese hingibt, führt zur Befriedung, zu Befreiung, sondern es ist der Mittlere Weg, - dieser ist gleichermaßen fern von beiden Extremen.
Der Mittlere Weg, ihr Jünger, bewirkt Verstehen und Wissen, er führt zur Beruhigung, zur Einsicht, zur Erleuchtung. Er belehrt die Augen und den Geist und führt zu Frieden, Wissen und Erleuchtung." ( Sa, L1, 11 )
Alle metaphysische Spekulationen zurückweisend, macht der Buddha zu seiner Startbasis die Erfahrung der Wirklichkeit, so wie sie sich unseren Sinnen darbietet. Von Anfang an ist seine Lehre von einem Realismus geprägt - einer der Wirklichkeit entsprechenden Sicht, die in gleicher Weise sich fern hält von Pessimismus wie Optimismus und einen Weg der Mitte hält.
Der Wirklichkeit gemäß ("yahta bhutam") sehen heißt, nicht alles nur von einem fixen Standort zu betrachten und zu beschreiben, sondern es von allen Seiten anzuschauen, zu umkreisen, um das Wesentliche in seiner teils auch widersprüchlichen Ganzheit zu erfassen.
Aus seiner realistischen Sicht trat der Buddha jeder alles verzuckernden, optimistischen Weltverherrlichung wie auch einer düsteren Weltentsagung entgegen: zwischen den Extremen das Sosein der Welt zu akzeptieren und das Prinzip des Vertrauens (sraddha) aufrecht zu halten. Dies wird später eine der Grundlagen des von ihm gewiesenen Weges sein.
Der Buddha lehrte nicht, dass a l l e s Leiden sei. Wir erfahren auch Freude und Glück. Doch ohne die Bewusstwerdung des Leides ist die bewusste Erfahrung der Freude nur sehr abgeschwächt möglich. Beide Wirklichkeitserfahrungen sind wichtig: die kurzlebige Erfahrung der Freude, die uns nach einer Überwindung des als leidvoll Empfundenen, d.h. des uns Einengenden und Hemmenden suchen lässt, - die den werdenden Buddha (und auch uns) auf die Suche schickt: nach jenem Bereich, "wo weder Kommen noch Gehen ist." (Ud 8,1)
Nur ein Ding lehre ich jetzt wie früher: dukkha und das Aufhören von dukkha." (M 22)
Im Sinne, dass "Wirklichkeit" zugleich das "Wahre" (satya) ist, nennen wir die vier edlen Wahrheiten die vier Wirklichkeiten. Denn Wirklichkeit ist immer dasjenige, was wirkt.
So wirken und bewirken wechselseitig:
- die primäre Erfahrung von anicca, - das Erkennen dieser Erfahrung als dukkha, - die Hoffnung, den Wunsch und Willen, dukkha zu überwinden und sukha zu gewinnen, - der von Einsicht getragen Entschluss zu verantwortungsbewusstem ethischen Handeln, um unverzerrt der Wirklichkeit gemäß (yath¥ bhutam) zu sehen.
Die Frage, ob die Welt, wie sie uns erscheint, eine bloße Täuschung sei - ein Problem späterer buddhistischphilosophischer Erkenntnistheorien - oder objektive Wirklichkeit, klammert er als unwesentlich für den Pfad aus: Er beschränkt sich in seinen Aussagen auf die Welt unserer Sinneserfahrung. In dieser Welt aber kann nichts gefunden werden, was "Dauer" zur Eigenschaft hat und daher nichts, was man besitzen oder halten kann - an das man sich verhaften kann, ohne am Ende Enttäuschung und Leiden zu erfahren, was den Schluss nahe legt: Gib das Haften auf, wenn Du Dir die Enttäuschung und Leiden ersparen willst.
Keineswegs ist diese Geisteshaltung mißzuverstehen als eine Aufforderung zu vornehm verbrämtem "Laissez faire, laissez aller."
Ich wiederhole deshalb: es geht allein um den schon genannten Komplex: nicht haften an dem, was naturgemäß; der Wirklichkeit gemäß der Veränderlichkeit unterliegt: Alter, Krankheit, Tod, Zusammensein mit Unliebem, getrennt sein von Liebem, nicht erlangen, was man sich wünscht, wohl aber sich freuen mit jemand, trauern um jemanden.
Noch einmal: wie viele Farben hat die Wirklichkeit ?
Wir beginnen mit der Erfahrung einer Sinneswahrnehmung, die jeder von uns machen kann, das Hören eines Tones. Zunächst gilt es für viele, zu lernen, wieder wirklich Töne zu hören. Wenden wir uns all unseren Sinneswahrnehmungen zu, so werden wir gewahr, dass wir immer selektiv vorgehen, d.h., wir blenden einen Teil der uns umgebenden sogenannten Wirklichkeit aus. Doch nur die Wahrnehmung, die über das Bewusstsein in uns aufgenommen wird, wirkt - ist "Wirklichkeit".
Interessanterweise zeigt die heutige Hirnforschung, dass z. B. beim Vorgang des Sehens - obwohl das Auge den Gegenstand nicht sieht - die Vorstellung von einem (schon früher gesehenen) Gegenstand genau den gleichen Ablauf im Gehirn hervorruft wie die echte Sehvorstellung bzw. dieselben Sinneserfahrungen, wie wenn man sie tatsächlich geschmeckt, gehört, gerochen, gefühlt - gesehen hätte.
Und das gilt auch für imaginierte Seh - Schaubilder, ebenso für das, was gedacht wird: sobald wir irgend etwas denken, machen wir uns ein Bild von diesem Gedachten - auch wenn es abstrakt ist - und es fängt an zu wirken.
Die Welt ist so, wie wir sie sehen! W i r k l i c h ? Dann sehen wir sie alle grundsätzlich verkehrt.
Bleiben wir beim Auge. Wir sehen sie deshalb verkehrt, weil unser Auge eine bestimmte Konstruktion hat, die anders ist als z. B. das Fischauge, das Insektenauge, das Pferdeauge. Wir können alles sehen und auch verarbeiten entsprechend unserem Lebensbereich. Dasselbe gilt für unsere Gefühle, Wahrnehmungen, Tatabsichten, unser Bewusstsein. Sie sind abhängig von dem vorgegebenen Nervensystem und der entsprechenden Verarbeitung im Hirn, im Kleinhirn oder im Großhirn.
Auch die Welt unserer Vorstellung ist unsere Wirklichkeit.
Vorstellungen und Suggestionen sind für den Betreffenden, auf den sie einwirken, Wirklichkeit. Und alles andere, was nicht auf ihn einwirkt, aber "real" vorhanden ist, ist nicht Wirklichkeit. Wirklichkeitserfassung ist immer eine sehr subjektive. Äußere Dinge können dabei Anlass sein.
Wir stülpen Ansichten, die wir irgendwann einmal erworben haben, über den Gegenstand, so dass wir den Gegenstand nicht wahrnehmen, sondern unsere eigene Anschauung, unsere Vorstellung vom Gegenstand und arbeiten mit dieser Vorstellung des Gegenstandes über diesen Gegenstand, als wäre dies die Wirklichkeit. Daraus erwachsen sowohl Abstraktions-Missverständnisse wie auch uns stimulierende Intuitionen.
Der Buddhismus vor allem der Yogacara, betont nun, dass alle diese Dinge keine Realität an sich sind, sondern nur eine bedingte Wirklichkeit haben, sie zeigen eine "verschleierte und verschleiernde" Wahrheit (samvritti-satya).
Diese scheinbare oder scheinerweckende Wahrheit i s t "satya", i s t Wirklichkeit. Sie ist nicht eine Nicht-Wahrheit oder Nicht-Wirklichkeit, sondern sie ist eine relative Wahrheit, die uns befähigt, in dieser Welt zu leben.
Das Wort "Schein" beinhaltet im Altindischen die Vorstellung der "maya" - einer magischen Welt, einer großen Illusion - aber diese Illusion erweist sich als wirkende Wirklichkeit. Es beinhaltet keine Entwertung, sondern nur eine Bewertung in einem gewissen Rahmen. Wir glauben nun, dass wir dahinter etwas anderes finden, was eben nicht in unserem denkerischen Bereich ist und auch nicht annähernd erreicht werden kann.
Dennoch stehen uns als Annäherung allein unser Menschsein, unsere menschlichen Potentialitäten zur Verfügung, von denen eine in unserer Zeit ganz besonders entwickelt ist, unser Denken. Wir gehen also zunächst analytisch vor und versuchen eine Annäherung über den Gebrauch unseres Intellekts. Der Buddha hat den Intellekt nicht negiert - soweit eben dieses Denken seinen Bereich hat, bis wir an dessen Grenzen stoßen. Denken vermittelt uns Leben aus zweiter Hand. Denken gibt uns niemals Leben in der Wirklichkeit, denn es hat seine eigene Gesetzmäßigkeit. Diese Denk-Gesetzmäßigkeit ist an sich eine zweidimensionale. Wenn wir aber das Hintergründige erfahren wollen, müssen wir also über das Denken hinausgelangen.
Der Pratityasamutpada lehrt: alles, was entsteht und was wir hervorbringen, geschieht in einer bedingten Abhängigkeit, wobei noch ein großer Spielraum ist. Es ist also nicht eine einfache Kausalität. Die Kausalität ist eingeschlossen in die Konditionalität, also in die Bedingtheit. Jedes Ding kann viele oder eine oder unendlich viele Beziehungen aufweisen, so dass also praktisch alles mehr oder weniger in einem unendlichen Netz von Konditionen, von Beziehungen steht. Unser Eingebundensein in ein Ganzes, was ja der Ausdruck des Pratityasamutpada ist, ist gleichzusetzen mit der samvritti satya und damit mit dem Samsara.
Der Yogacara baut mit der Akzeptanz des Pratityasamutpada eine Brücke der Annäherung von der samvritti-satya hin zur paramartha-satya, der Wirklichkeit, die hinter dieser "Schein"-Wirklichkeit steht, über jene hinausgreifend, sie doch gleichzeitig beeinhaltend: trans-zendent, vollkommen, dem Verstande und dem Denken, überhaupt jeglichem Erfassenwollen, unzugänglich.
Während in den Yuktitexten der Madyamaka es oft so aussieht, als sei die samvritti-satya nicht nur etwas Illusionäres, sondern etwas fast Halluzinäres ist, das so schnell wie möglich durchschaut und hinter sich gelassen werden muss, betont der Yogacara - der die Basis des Vajrayana bildet - dass samvritti satya eben als eine erfahrbare - erlebbare und wirkende Wirklichkeit - satya - ist.
Eher, so Lama Govinda, sollte es heißen: die Welt, so wie wir sie wahrnehmen, ist eine Illusion. Eine Illusion aber ist keine Halluzination, also kein Wahngebilde. Die buddhistischen Schriften haben das immer wieder betont und durch Gleichnisse darzulegen versucht.
... Wenn ein Mensch in der Dämmerung auf dem Wege gehend plötzlich einen Strick für eine Schlange hält, dann ist das eine Illusion, eine Täuschung, bedingt durch die Form des Strickes, die Dunkelheit, die klares Sehen verhindert, und seine Erwartungsangst. So entsteht in ihm in Abhängigkeit von diesen Faktoren die Illusion "Schlange". Würde er aber z. B. am Tage plötzlich aus dem Nichts und ohne Anlass eine Schlange sehen, so wäre das eine Wahnvorstellung, d. h. die Halluzination eines Geisteskranken.
Illusionen sind auch unsere Traumbilder oder eine Fata Morgana, auch sie sind bedingt in Abhängigkeit von etwas anderem entstanden.
Meditation - das religiöse Moment des Buddhismus
In der Meditation suchen wir einen Durchbruch in einen Bereich, der jenseits dieser Konditioniertheit liegt, der deshalb nur mit Chiffren oder durch Symbolworte bezeichnet werden kann.
Im Wissen um den illusionären, das heißt den selbstgeschaffenen Charakter, bauen wir eine Wirklichkeit auf, wirkkräftiger als die "reale". In dieser ist jedes Bhavana, jede Schaubildentfaltung angesiedelt und wirkt sich aus. Sie deuten auf die paramartha-satya hin und führen an deren Grenze. Der Durchbruch aber ist nicht "machbar", sondern spontan, wird erfahren im Zuge eines vorangegangenen Reifungsprozesses eben in dieser samvritti-satya.
Um diesen Schritt vollziehen zu können, ist es einerseits erforderlich, eine offene, unvoreingenommene Geisteshaltung, die "frei ist von allen Schranken" ist, zu entwickeln und andererseits die "Dinge" im Licht der analytische Weisheit zu betrachten.
Denken und Erwägen (vitakka--vicara): ...das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst... mag eine Annäherung an die Wirklichkeitsschau sein - doch steht sie nicht jenseits von Pessimismus und Optimismus.
Kann sie wirklich eine Antwort auf die Frage geben: "Wer bin ich?
.... Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang...
Rilke: Das Stundenbuch
Der Buddha hat grundsätzlich vor alle Vertiefungsstufen die Brahmaviharas gesetzt: die meditative Übung der Entfaltung der vier "Unermesslichen": das Ausstrahlen von unermeßlicher Liebe zu allem Lebendigen, von Mitleid, Mitfreude und der schrankenlosen Zuwendung: ich bin in vielfacher Weise von allen, die mich da umgeben, geformt worden. Vieles ist von ihnen in mich eingegangen, was ich als mein Eigentum betrachte: was ich gelernt habe, was ich kann... ihre Liebe, die ich empfangen habe.
Nicht nur das: auch was ich von meiner Umwelt aufgenommen, assimiliert und zu meiner eigenen Substanz gemacht habe, die Nahrung, seien es Pflanzen oder Tiere. Diese Nahrung wird im Körper aufgelöst. Nur in der Auflösung wird sie assimiliert, und eingebaut in meine eigene Struktur. - Tiefer schauend bin ich letztlich verbunden mit der Gesamtheit des Lebens.
So ist der Altruismus zu verstehen: was immer ich tue, tue ich mir "selber". Was immer ich tue, entsteht aus der Ganzheit des Lebens.
So heißt es: Wenn einer die Erleuchtung erlangt hat, dann soll er auf die Erleuchtung verzichten und sich den anderen Wesen zuwenden. Das ist gut. Es ist eine grandiose Idee. Nur: es muss vollzogen sein! In einem erleuchteten Menschen sind alle die Wesen, die in ihm sind; in der Geschichte seiner Vorfahren, in der Entwicklungsgeschichte überhaupt in diese Erleuchtung aufgenommen.
Und nun: Meditation im Vajrayana
Das bedeutet eine Annäherung über das Sinnliche, Greifbare, Tastbare, Fühlbare, Sehbare: ein bewusster Schöpfungsakt einer "Gestalt", die für uns, entsprechend unserer augenblicklichen Reife, gewissermaßen ein Leitbild wird, an dem wir uns nun formen.
Wir schaffen eine Welt, die unseren höchsten Vorstellungen, unseren höchsten Idealen entspricht; an ihnen wollen wir uns ausrichten, das anstreben, von dem wir meinen, dass in uns die höchste Entwicklungsform unseres Menschseins verborgen ist. Es ist mein höchstes Ideal, Buddhaschaft zu erreichen. Noch habe ich ein unklares Bild von dem, was Erwachen sein könnte. Ich habe gehört, dass der Buddha Mitleid, zum andern, dass er höchste Weisheit entfaltet hat. Weisheit und Mitleid sind das, was Buddhaschaft ausmacht. Weisheit ist, wenn wir, von unserm Menschsein ausgehend, die Dinge von ihrem Grund her untersuchen, d. h. sie hinterfragen.
Aber, da das Leitbild, ebenso wie wir, niemals dieses Transzendente fassen, sondern es nur durchscheinen lassen kann, lösen wir immer wieder dieses Leitbild auf. Lama Govinda legte größten Wert auf dieses Auflösen: solange wir dieses Leitbild nicht sind, wäre es eine Lüge, damit herum zu laufen. In dem Augenblick, wenn mir das Leitbild sind, haben wir es nicht mehr nötig.
Wenn Rilke dichtet:
Wir bauen Bilder vor dir auf wie Wände, so dass schon tausend Mauern um dich steh `n. Denn dich verhüllen unsre frommen Hände, sooft dich uns´re Herzen offen sehn. ...
Nur eine schmale Wand ist zwischen uns, durch Zufall: denn es könnte sein: ein Rufen deines oder meines Munds - und sie bricht ein ganz ohne Lärm und Laut.
Aus deinen Bildern ist sie aufgebaut...
Das Stundenbuch
so ruft uns Lama Govinda in seinem Gedicht "Durchbruch" zu:
... Wir sind es selbst, die sich mit Ketten an die Dinge binden. Wir klammern uns an Formen und Phantasmen wie ein Ertrinkender an Rettungsplanken, die unrettbar vom Strudel mitgerissen. -
Doch kommt in uns zum Durchbruch dieses Wissen, zerreißt die Dunkelheit und fällt die erste Schranke.
aus seinem Gedichtband: "Mandala"
Denn das Eigentliche, was dahinter steht, ist, dass keine Gestaltung, keine Form das Transzendente fassen kann. Und so löst sich alles in der Weite des Raumes, des Lichtes auf, bis zu dem Augenblick, wo wir selbst Raum und Licht geworden sind. In dem Augenblick brauchen wir es nicht mehr.
Shakespeare leicht abwandelnd: "Die Schaubilder des Vajrayana geben dem luftigen Nichts einen irdischen Wohnsitz und Namen."
Der Weg geht hier vom Bildhaften zum Bildlosen, wie Eckehard es genannt hat... ane bilde, während im Zen von vornherein versucht wird, auf der selben Grundlage, alle diese vielen Imaginationen, die wir in jedem Augenblick formen, beiseite zu lassen und direkt in diese Bildlosigkeit hinein. zu treten, die
hell leuchtend in sich selbst ruht. |