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      • Der Weg


Die vierte edle Weisheit:
 

Die Wahrheit von dem Weg, der zum Aufhören
des Leidens führt. Der edle Achtfältige Pfad.


 

Der Begriff »Edler Achtfältiger Pfad« ist eine Übersetzung des Sanskrit-Begriffs: arya-astangika-marga. Das Wort »arya« wird im englischen mit dem Wort „nobel“ übersetzt, im deutschen mit „edel“. Im Buddhismus bezeichnet das Wort alles, was sich direkt oder indirekt auf die Verwirklichung der höchsten Wahrheit bezieht. Alles, was geistige Dinge betrifft, sei es der geistige Weg selber, das geistige Ziel oder irgendein anderer Aspekt des geistigen Lebens, kann mit »Arya« bezeichnet werden. In diesem Fall würde »Arya« nicht nur „edel“ sondern auch „heilig“ bedeuten. 

»Asta« bedeutet einfach „acht“ und »anga« bedeutet „Glied“, „Mitglied“ oder auch „Schößling“. In diesem Sinne drückt »anga« eher aus, das es sich um eine Kette von Gliedern handelt, die zusammen gehören, als um verschiedenen Stufen, die nacheinander genommen werden, wie es oft bei verschiedenen Einweihungsstufen der Esoterik gesehen wird. »Marga« bedeutet einfach nur „Pfad“ oder „Weg“. So kann man also den Begriff wörtlicher Übersetzen: »Der Heilige acht Glieder umfassende Weg«

Es ist wichtig zu wissen, daß der »Der Heilige acht Glieder umfassende Weg« nach der indischen, buddhistischen Tradition auf eine ganz natürliche Weise in zwei große Abschnitte fällt. Der erste ist der Pfad der Schauung,  und entspricht somit dem Schritt der 

  • Vollkommenen oder rechten Schauung. 

Der zweite ist der Pfad der Verwandlung. Ihm sind die übrigen sieben Kettenglieder zugeordnet:

  • Vollkommene oder rechte Emotion
  • Vollkommene oder rechte Rede
  • Vollkommenes oder rechtes Handeln
  • Vollkommene oder rechte Lebensweise
  • Vollkommene oder rechte Bemühung
  • Vollkommene oder rechte Achtsamkeit
  • Vollkommene oder rechte Konzentration (Meditation)

Diese Aufteilung bedeutet, daß vollkommene Schauung für die Phase der anfänglichen geistigen Einsicht und Erfahrung steht, wohingegen der Rest des Achtfältigen Pfades die Verwirklichung unseres ganzen Wesens, mit all seinen Höhen und Tiefen und in all seinen Bereichen im Einklang mit dieser anfänglichen Einsicht und Erfahrung umfaßt. Er stellt die vollständige und durchgreifende Verwandlung unseres Gefühlslebens, unserer Rede und Kommunikation mit anderen, unserer Lebensweise und so weiter dar, wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.Man mag vielleicht erst seine Lebensweise und dann erst sein Reden verwandeln, aber nach und nach muß das ganze Wesen verwandelt werden, in seinen Höhen und Tiefen, im Bewußten und Unbewußten. 

Vollkommene oder rechte Schaunng erhält man durch die Betrachtung des Lebensrades, des Buddhas und durch die Betrachtung und Verwirklichung des Pfades. 
 

  • Zu Punkt 1 (rechte Schauung):

Vergänglich sind alle irdischen Dinge. Das bedeutet: Alles ist im ständigen Wandel. Die Welt ist bedingtes Sein und dieses Sein verursacht Schmerz. Das Gehen des Weges kann diesen Schmerz auflösen.  
 

  • Zu Punkt 2 (rechte Emotion): 

Er beschreibt das Bemühen, sich auf eine Art und Weise zu verhalten, die über das bloße Reagieren hinausgeht. Wenn ich als Mensch liebevoll und großzügig, sowie ohne Furcht leben möchte, dann muß ich mich darin üben, die Neigung zu überwinden ärgerlich, gierig  oder auch verwirrt zu sein. So muß ich in dem täglichen Leben das nicht hassen, nicht gierig sein und nicht enttäuscht sein üben.
 

  • Zu Punkt 3 (rechtes Reden): 

»Sei Achtsam mit deinen Worten, bereite mit ihnen keinem Menschen Verdruß, kein Tag kannst du sicher sein, ob der Sprecher sie nicht einmal selber schlucken muß«. Aber es ist nicht nur die Warnung und die Bedrohung, die bewirken soll, daß man rechtes Reden übt. Aber das Reden sollte so ausfallen, das man alles in sich zurück hält, bis ein Weg gefunden ist, es auf hilfreiche Weise zu sagen. So lehrte Buddha, daß  Ermahnungen zu einem günstigen Zeitpunkt ausgesprochen werden sollen. Sie sollen aufrichtig, milde, gütig und hilfreich sein. - Tratschen oder Klatschen heißt, wie auch lästern, über jemanden zu Reden, der nicht anwesend ist. Und eigentlich immer ist es überflüssig, so zu reden. Geringschätziges Sprechen über einen Dritten, lädt den Zuhörer ein, den eigenen schmutzigen Raum zu betreten und zu teilen. Spricht man über einen Dritten bewundernd, könnte das den Eindruck erwecken, daß der Zuhörer unwichtig ist. Man sollte lieber über die gegenwärtigen Erfahrungen sprechen, über das was ist. Und man sollte sich auf den anderen einlassen, auf ihn konzentrieren.    
 

  • Zu Punkt 4 (rechtes Handeln):

Jede einzelne Handlung, die wir begehen birgt die Möglichkeit in sich, Schmerzen zu verursachen. Alles, was wir tun hat Konsequenzen, die viel weitreichender sind, als wir es uns oftmals vorstellen können. Handeln will sorgfältig überlegt sein, denn alles ist von Bedeutung.
 

  • Zu Punkt 5 (rechte Lebensweise):

Ein komplizierter Begriff, gerade in einer Gesellschaft der Industrienation. Aber unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten, den Bedürfnissen und dem was man wünscht, es sollte immer darum gehen, es aufrecht und ohne die Ausbeutung anderer zu tun. Eine gesunde Einstellung zu sich, zu seinem Körper und ein gerechtes Maß an Selbstwertgefühl sind wichtig und auch das Achten der Mitmenschen und der Umwelt. 
 

  • Zu Punkt 6 (rechtes Bemühen): 

Die Richtlinien des Lebens sollen sein darauf zu achten, ob zuträgliche Gefühle wie Freundlichkeit, Mitgefühl oder Großzügigkeit im eigenen Geist gegenwärtig sind. Auf Grund dieser Gefühle soll man handeln um Glück zu verursachen. Gefühle wie Gier, Haß, Verblendung oder Ärger sollten nicht in ihrem Wachstum ermutigt werden sondern nach und nach verschwinden.  
 

  • Zu Punkt 7 (rechte Achtsamkeit): 

Das Leben bewußt zu erleben. »Wenn du gehst, geh - wenn du stehst, steh - wenn du redest rede - wenn du einatmest, atme ein - wenn du schläfs, schlafe - aber schwanke nicht. 
 

  • Zu Punkt 8 (rechte Konzentration):

Dies ist am geeignetsten durch die Meditation und die Achtsamkeit in jeder Handlung zu erlernen. In der Metta Bhavana wünscht man Glück, sich selber, den Menschen die man haßt, die man liebt, die neutral sind, der Welt und dem Universum. Bei der Bewußtwerdung der Atmung versucht man seine Atmung zu sein, seine Atmung zu erspüren und sie zu vergegenwärtigen.


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