Um die Shetland Inseln gibt es eine Menge Legenden – ebenso um den Sheltie. Auf Shetland hat es schon immer ganz viele winzige Pachtgrundstücke gegeben, die sogenannten „Toons“. Um diese Grundstücke waren Steinwälle aufgeschüttet, um die grasenden Schafe vom Grundstück fern zu halten. Allerdings gab es immer Schafe, die Lücken in den Steinwällen fanden und durchschlüpften. Hier kommt der „Toonie Dog“ ins Spiel. Seine Aufgabe was es, diese eingedrungenen Schafe wieder vom Grundstück zu vertreiben. Der Toonie Dog war ein kleiner Arbeitshund ohne stabilen Typ (durch die Handels- und Postschiffe wurden alle erdenklichen Rassen in den Toonie Dog eingekreuzt), der von einem Historiker nicht gerade schmeichelhaft als „Müllfresser“ bezeichnet wurde und als Gegenleistung für den warmen Schlafplatz im Haus seiner Familie die Familie tatkräftig beschützt. Doch als sich irgendwann die Wirtschaft und Ökologie veränderte, wurden auch andere Hundetypen gebraucht: Schäferhunde vom Typ Border Collie. Dies führte logischerweise zu züchterischen Veränderungen des Toonie Dogs und das Ergebnis waren die Vorfahren des heutigen Shetland Sheepdogs.
Mehr und mehr kam der Tourismus in Shetland auf. Die Inselbewohner sahen in ihm eine Möglichkeit für Nebenverdienste und verkauften Hunde an die Touristen. So wurde die Rasse und auch die Zucht immer weiter verbreitet. 1906 erschienen dann schließlich die ersten Shelties auf English Championship Shows und wurden immer erfolgreicher. 1910 wurden erstmals Shelties noch Amerika exportiert und ein Teil davon kam nachweislich geradewegs von den Shetlandinseln. Die immer steigende Beliebtheit führte auch zur Gründung von Spezialzuchtvereinen: 1908 in Shetland, 1909 in Schottland und 1914 in England. Alle drei Clubs verlangten einen Grundtyp, der ähnlich dem Typ des Collies war, doch betrachtete jeder Club einen anderen Collietyp! Dies brachte jahrelange Streitigkeiten mit sich. Allerdings erwies es sich als unvermeidlich, Langhaarcollies einzukreuzen. Diese Einkreuzungen führten dann nicht nur zu einer Verbesserung des Fells, sondern auch zu Veränderungen der Größe und des Typs. Doch sie führten zum Erfolg und brachten dem Sheltie einen höheren Qualitätsstandard als erwartet. Leider gingen im Laufe der Zeit die letzten Verbindungen zum Toonie Dog verloren.
Durch die vielen Einflüsse von verschiedenen Hunderassen ist der Sheltie heute sehr vielseitig und anpassungsfähig. Außerdem wird er immer den gesunden Körperbau eines Arbeitshundes haben, ungeachtet der Tatsache, dass er heute kaum noch als Arbeitshund gebraucht wird.
Der Name "Sheltie" ist keine verkleinerte Form von "Shetland Sheepdog", sondern eigentlich nur vom Shetland-Pony ausgeborgt. Ein Wikingername für Shetland war "Hjaltland", sprich "Hjalti" und alles ist klar...