asphaltkannibalen

Asphaltkannibalen

Originaltitel "Apocalisse Domani"
Jahr 1980
Land Italien
Genre Action
Regie Antonio Margheriti (auch "bekannt" als Anthony M. Dawson)
mit : John Saxon , Elisabeth Turner , Giovanni L. Radice ("Cannibal Ferox")
FSK ungeprüft
erhältlich auf Video von :

JPV Austria  - in gewohnt bescheidener Bootleg-Quali . Diese Fassung ist leicht cut , was man gleich an teilweise abgehackter Mucke erkennt . Ebenso verhält es sich mit dem angeblichem Director´s Cut von ASTRO . Die alte MARKETING Version war anno dazumal gar um 3 Minuten erleichtert .

Zwischen lustig und traurig schwanken die Fehler des Klappentextes . Radice heißt hier "Radice Giovanni Lombardo" und ausserdem ist was von "in Deutschland verboten" und "Der Original Zombie - unübertroffen" zu lesen . Sollten die österreichischen Raub-Piraten möglicherweise das Layout der "Dawn of the Dead"-Kassette etwas umgemodelt haben ?

Inhalt :

Im Vietnamkrieg : Offizier Hopper (John Saxon) stürmt ein Vietkong-Lager , um ein par Kameraden zu befreien . Da werden mal eben diverse Dschungelkämpfer geröstet und schließlich die obligatorischen Käfig-Löcher aufgemacht . Als Dank wird Hopper aber nur ein Biss in den Unterarm zuteil . Ein par der gefangenen Soldaten haben sich nämlich mit einem "Kannibalismus-Virus" (!) infiziert , welcher eine Mutation hervorruft und die Lust des Infizierten auf Menschenfleisch weckt .

7 Jahre später : Hopper lebt inzwischen glücklich mit einer Reporterin zusammen , wird aber immer noch jede Nacht von Alpträumen geplagt . Der Kannibalismus-Virus wurde natürlich nie publik gemacht und alle Infizierten rasch nach ihrer Heimkehr in die Klapse gesteckt . Nun wird Hopper´s alter Kumpel Charles Bukowsky (der mit dem Schriftsteller weder verwandt noch verschwägert ist) entlassen . Das erweist sich aber als Fehler , denn im Kino ist er sein Popcorn schnell satt und knabbert lieber ein Mädel an . Von der Polizei gejagt verschanzt er sich in´nem Supermarkt und nimmt gleich noch einen getöteten Rocker als Wegzehrung mit . Zum Glück ist gerade Hopper vor Ort und kann ihn zur Kapitulation überreden . Die Ruhe währt aber nicht lange , denn wieder in der Klapse zurück beißt Bukowsky eine Krankenschwester , die dann ebenfalls infiziert wird und sich auf die Seite von ihm und seinem auch hier einsitzenden Kumpel Thommy schlägt . Nachdem das Trio sich einiger Pfleger entledigt hat , flüchtet es und trifft dabei noch auf Hopper , bei die Symptome des Virus inzwischen auch aufgetreten sind . In der Kanalisation kommt es zum Showdown zwischen der Polizei und den "Asphaltkannibalen" .

 

Fazit :

Regisseur Antonio Margheriti fing in den Sechzigern mit den obligatorischen Italowestern an und erlangte später Mitte der Achtziger als Anthony M. Dawson mit Kabel-Eins-Nachtprogramm-Dschungel-Söldner-Brutalo-Baller-Epen wie "Kommando Leopard" zweifelhaften Ruhm . Aber auch dieser vermeintliche Ausflug ins Splatter-Genre konnte nicht bewirken , dass sein Bekanntheitsgrad über jenen innerhalb der Fan-Gemeinde italienischer B-Filme hinausging . Vermeintlich übrigens , weil die par dürftigen Vampirismus-Attacken nun wirklich keinen Splatter-Spaß garantieren .

Die zaghaft mit Elementen des damals so angesagten Zombie-und Kannibalen-Horrors versehene Story basiert zwar mit dem Kannibalismus-Virus auf einer Schwachsinnigkeit ersten Grades , ist aber im Gegensatz zu vielen Hardcore-Werken von Margheriti´s Kollegen a la Joe d´Amato wenigstens vorhanden . Dennoch sind diese aber für Fans der Sparte weitaus ergiebiger und zwar wieder mal wegen den schon so oft zitierten Aspekten der Atmossphäre und des hohen Gore-Anteiles .

Interessant ist hingegen , dass "Asphaltkannibalen" mit dem Vietnam-Trauma ein wichtiges Element der ´80er-Jahre-Baller-Action vorwegnimmt . Überhaupt funktioniert der Streifen wegen der geringen Phantastik und Morbidität eher als Action denn als Horrorfilm . Dass die Ballereien den frühen Werken der Herren Stallone , Schwarzenegger und Norris in keinster Weise das Wasser reichen können ,  versteht sich von selbst , aber dafür ist "Asphaltkannibalen" auch etwas blutiger und cineastisch gesehen "dreckiger" und somit für Fans grantiger B-Action durchaus empfehlenswert . Als positiver Aspekt seien zuletzt noch die durchaus überzeugenden Schauspieler genannt , allen voran John Saxon (der sich später nicht mal für das an Plumpheit kaum noch zu toppende Hasselhoff-Vehikel "Tigerman" zu schade war) , Elisabeth Turner und Giovanni L. Radice .

Alles in allem ist "Asphaltkannibalen" einer der unbedeutenderen Italo-Klassiker , aber immer noch sehenswert .

 

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