Der Deutsche Schäferhund

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Visitenkarte des Deutschen Schäferhundes

Typ:                               Wolfsartig

Ursprungsland:              Deutschland

Verbreitung:                  Weltweit mit Schwerpunkt im Mutterland der Rasse.

             
                           Die WUSV besteht aus über 70  Mitgliedsländern.

 Welpenzahl:                   Pro Wurf etwa 4-8 Welpen und im SV  ca 25000.

Größe:                            mittel

Wiederristhöhe:             Rüden 60-65cm, Hündin 55-60cm

Idealgewicht:                  rund 40 KG

Verwendung:                  Familienhund, Wachhund, Blindenhund, Hütehund,

                                         Rettungshund, Diensthund, Herdengebrauchshund

Lebenserwartung:          10 - 15 Jahre

Preis:                                Welpen etwa ab 500 Euro

Der Deutsche Schäferhund

Ein Hund der Superlative, was Intelligenz, Führigkeit, Arbeitsbereitschaft und körperliche Gewandtheit anbelangt. Der DSH ist weltweit der beliebteste Gebrauchshund. Der Rassestandard schreibt Stockhaar mit dichter Unterwolle und gerade fest anliegendem Deckahaar vor (Rassestandard unter den Bildern.) Häufigste Farbe ist Schwarz-Gelb. Daneben gibt es aber auch Schwarz, Grau und Braungrau. Alle Langstockhaar-Hunde sind nicht standardmäßig. Es gibt jedoch einen eigenen Verband für Langhaar Schäferhunde. (Langhaar-Schäferhunde-Verband Deutschland eV)

 

Der Rassestandard:

Der Rassestandard beschreibt wie ein idealer Vertreter einer Rasse aussieht. Er wird im Ursprungsland der Rasse erstellt und vom Dachverband des Hundewesens im jeweiligen Land hinterlegt (VDH). Der Dachverband übermittelt seinen Mitgliedsverbänden den aktuellen Rassestandard, damit einheitliche Beurteilungskriterien für die Hunderasse vorliegen. Im folgenden Text wird kurz beschrieben, wie ein Idealbild des DTSH auszusehen hat.

Gesamterscheínung: Der Deutsche Schäferhund ist kräftig und gut bemuskelt. Von der Ohrenspitze über den Rücken bis zur Rutenspitze verläuft eine sanft abfallende Linie ohne Knick. Das heißt, daß der Rumpf etwas länger als der Widerrist hoch.

Wesen: Ausgeglichen, selbstsicher, nervenfest und gutartig; aber auch mutig, kämpferisch und hart wenn die LKage es erfordert.

Größe und Gewicht: Siehe Visitenkarte.

Schädel: In Ausmaßen und Prägung zur Körpergröße und zum Geschlecht passend. Die Stirn ist nur wenig gewölbt. Der OIberkopf nimmt etwa die Hälfte der Gesamtkopflänge ein. Der Fang ist kräftig. Die Lippen sollen straff und trocken sein und gut schließen.

Gebiß: Beim vorgeschriebenen Scherengebiß greifen die Schneidezähne scherenartig übereinander. Der Welpe hat 28, der erwachsene Hund 42 Zähne.

Ohren: Mittelgroß, am Grund breit und hoch angesetzt. Sie laufen spitz aus und sind mit der Muschel nach vorne gerichtet.

Augen: Sie sollen dunkel, mandelförmig und etwas schrägliegend sein, dürfen aber nicht hervortreten. Sie zeigen lebhaften und verständigen Ausdruck.

Hals: Kräftig und gut bemuskelt, ohne lose Kehlhaut. Er wird in der Erregung von 7 Halswirbeln aufgerichtet, ansonsten gerade gerichtet.

Oberlinie: Sie beginnt an den Ohrenspitzen und verläuft ohne Knick und Unterbrechung sanft abfallend über den Rücken bis zur Rutenspitze.

Widerrist: Hoch und stark ausgeprägt. Er bildet beim stehenden Hund den höchsten Punkt des Rückens.

Rücken: Gerade kräftig bemuskeltund fest. Er wird von 13 Rückenwirbeln getragen. Die Lenden sind breit und kräftig, die 7 Lendenwirbel fest miteinander verbunden.

Kruppe: Die Verlängerung des Rückgrates soll im Winkel von 23 Grad leicht abfallen. Sie wird vom Darmbein, 3 Kreuzbeinwirbeln, der Muskulatur und der Decke getragen.

Rute: Sie wird von 18 bis 23 Wirbeln gebildet. Mit ihrem knöchernen Teil reicht sie mindestens zum Sprunggelenk und soll über die Mitte des Hintermittelfußes nicht hinausragen. In der Ruhe wird sie in sanftem Bogen herabhängend getragen. In der Erregung darf sie nicht über die senkrechte hinaus angehoben werden.

Unterlinie: Sie beginnt am Hals und führt über Vor- und Unterbrust leicht ansteigend nach hinten. Der Bauch ist dadurch mäßig aufgezogen. Die Brustbildung muß ausgeprägt sein. Die Vorderbrust soll- von der Seite aus gesehen- gut sichtbar sein. Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge beträgt 9 zu 10, das heißt, ein 60cm großer Hund sollte etwa 67 cm lang sein. Die Unterbrust ist möglichst lang. Die Rippen sind leicht gewölbt. Die Brusttiefesoll die Hälfte der Widerristhöhe nich erreichen.

Vordergliedmaßen: Das Schulterblatt ist lang und schräg gestellt, flach anliegend und nicht vorgelagert. Der Oberarm schließt sich etwa im rechten Winkel gut bemuskelt an. Der Unterarm ist von allen Seiten gesehen gerade. Die Fesseln sind fest und nicht zu steil, Die Ellenbogen weder abstehend noch angedrückt.

Hintergliedmaßen: Keulen breit und kräftig bemuskelt. Oberschenkel ziemlich lang und schräg zum Unterschenkel stehend. Sprunggelenk und Hintermittelfuß kräftig und fest. Der Hund soll leicht rückständig stehen.

Pfoten: Sie sind rundlich, kurz, gut geschlossen und gewölbt. Ballen hart. Nägel von dunkler Farbe, kurz und kräftig.

Haarkleid: Erlaubt ist nur Stockhaar, bestehen aus Deckhaar und dichter Unterwolle. Das Dechhaar ist dicht und mittellang, das einzelne Haar gerade und fest anliegend. Am Hals sind die Haare länger und stärker.

Fellfarbe: Schwarz-Gelb mit schwarzem Sattel und braunen Abzeichen an Hals, Beinen und Pfoten. Schwarz, eisengrau, braungrau. Die Unterwolle ist leicht gefärbt. Die endgültige Farbe eines Welpen ist erst nach Durchbruch des Deckhaares bestimmbar.

Körperteile des DSH:

 

1. Kopf head 2. Nacken neck
3. Unterkiefer lower jaw 4. Oberkiefer upper jaw
5. Hals neck 6. Widerrist withers
7. Rücken back 8. Lenden loin
9. Kruppe croup 10. Keulen thigh
11. Hinterhandwinkelung rear angulation 12. Sprunggelenke hock
13. Pfote paw 14. Vordermittelfuß pastern
15. Ellenbogen elbow 16. Oberarm upper arm
17. Schulter shoulder

 

Den Deutschen Schäferhund kennenlernen

Von allen Hunderassen sieht der DSH dem Stammvater aller Hunde, dem Wolf, am ähnlichsten. Doch das ist kein Grund sich vor Ihm zu fürchten.

Ein Hund weit besser als sein Ruf

Der DSH hat sehr gute Wesens und Charaktereigenschaften: Er ist Intelligent, temperamentvoll, strahlt urwüchsige Kraft aus, ist wachsam und verteidigt mit Mut und Härte seinen Führer und dessen Besitz. Dabei gibt er sich selbstsicher, Kinderlieb und im Wesen ausgeglichen. Bei artgerechter Haltung lest er sich leicht führen und erziehen. Siehe Seite Erziehung und Ausbildung. Er ist Arbeitsfreudig und vielseitig als Dienst-,Gebraus-oder Begleithund einzusetzen. Jährlich spüren Schäferhunde hunderte von Lawinenopfern oder unter Trümmern begrabene Menschen auf. Sie helfen der Polizei beim Auffinden von Rauschgift, Sprengstoff, oder versteckten Leichen. Sie führen Blinde, helfen Behinderten und arbeiten bisweilen auch noch als Hütehunde, was ihr ursprünglicher <> war. Unbehagen zeigen dennoch viele Menschen, wenn sie einem DSH begegnen. Ist es das >>Rotkäppchen – Wolf – Syndrom<<, das uns seit frühester Kindheit anerzogen wurde, verstärkt durch Schlagzeilen wie >>Schäferhund zerfleischt Kind! << Oder ist es das abstoßende Verhalten einiger Schäferhundbesitzer in der Öffentlichkeit oder bei der Ausbildung. Jedenfalls kann der DSH selbst nichts dafür, daß sein Ansehen gelitten hat. Schuld daran ist in den meisten Fällen der Mensch. Trotzdem gehört der DSH zu den beliebtesten Hunderassen.

Im Herzen ein Hütehund

 

Wenn sie noch nie einen DSH bei seiner ursprünglichen Arbeit gesehen haben, dann holen sie das schnellstens nach. Sie werden begeistert sein. Jährlich findet, meist im süddeutschen Raum, das >> Bundesleistungshüten << des Vereins für Deutsche Schäferhunde statt. Sie treffen dort die besten Berufsschäfer mit ihren Schäferhunden bei der Arbeit an der Herde.

In seinem Herzen ist der DSH ein Hütehund geblieben, wenn gleich er nur noch selten in dieser Eigenschaft zu sehen is. Dafür bewacht er gewissenhaft Haus und Hof, hütet die Kinder oder Haustiere, die mit ihm zusammen leben, und umkreist mangels Vieherde bei Spaziergängen seine Menschenherde.

 

Ein Hund der gefordert sein will

Die hervorragenden Veranlagungen des DSH kommen nur dann zum Tragen, wenn schon bei der Zucht sorgfältige Zuchtauswahl betrieben wird, man den Hund artgerecht hält und konsequent erzieht. Darüber hinaus braucht er laufend Beschäftigung, denn seine Intelligenz und Arbeitsfreude fordern Aufgaben. Unterforderte Hunde werden häufig zu einem Problem für den Halter und die Umwelt. Diese Hunde haben eine unausgegliche Psyche und können sich zu gefährlichen Quertreibern entwickeln.

 

Die Vorfahren des Deutschen Schäferhundes

Schon der römische Schriftsteller Varo warnt im Jahre 37 v. Chr. Die Bauern davor, Hunde für das Bewachen ihrer Herden von Metzgern oder Jägern zu kaufen. Er erkannte die besondere Veranlagung von Hütehunden und ging davon aus, daß ein ``Metzgerhund’’ das Vieh eher angreift, als es zu hüten und, daß der Hund eines Jägers das Vieh lieber jagen würde. Diese Aufzeichnungen beweisen, daß Hütehunde bereits vor 2000 Jahren und wahrscheinlich schon länger von Menschen zum Schutz für Ihre Herden benutzt wurden. Aber damals und bis etwa zum 16. Jahrhundert benutzte man als Hütehunde große und schwere Tiere, die in der Lage waren Wölfe zu würgen und die Herden gegen allerlei Raubgesindel zu schützen.

Hütehunde im späten Mittelalter:

Als die Bevölkerungsdichte rapide zunahm, verwendete man mittelgroße wendige Hunde. Solche Hunde damals Mistbeller genannt, wurden von den Bauern schon lange als Wachhunde gehalten.

Die Schäfer wählten immer nur solche Hunde zur Zucht aus, die wetterfest und dressurfähig waren und eine enorme Ausdauer besaßen. Eine gewisse Beißveranlagung musste bei den Hunden vorhanden sein. Denn sie sollten sich ja gegenüber dem Herdenvieh durchsetzen. Wilde Bei0ßer, die das Vieh verletzten, waren jedoch unerwünscht. Das ursprünglich lange, zottelige, verfilztem Haar der Hütehunde war zum Schutz gegen den Biß der Wölfe von Vorteil. In dem Maße, wie die Menschen sich Lebensraum eroberten und die Wölfe zurück drängten, waren nur noch Hütehunde mit Kürzerem Fell, wenn auch mit recht struppigem Haarkleid nötig. Es gab inzwischen  vielfältige Erscheinungsbilder von Hütehunden. Solche mit steh – kipp – oder Hängeohren, stockhaarige, zoothaarige und Kraushaarige Hunde mit hängender oder Ringrute. Auch Farbvielfalt war reichlich vorhanden. Mit diesem großen Angebot von Hütehundmaterial ging man daran, einen stockhaarigen Hütehund mit gespitzten Ohren und Hängender Rute herrauszuzüchten.

 

Beginn der gezielten Zucht

Im Jahre 1899 wurde Rittmeister Max von Stephanitz durch seinen Freund Arthur Meyer auf den Schäferhundrüden Hektor Linksrhein (siehe Bild unter dem Kapitel) aufmerksam gemacht, den Meyer auf einer Ausstellung gesehen hatte. Der Hund stammte aus dem Zwinger ,, von Wachsmuth ,, und gehörte dem Schäferhunde Züchter Friedrich Sparwasser aus Frankfurt. Stephanitz kaufte diesen Hund, von dem er überzeugt war, daß er alle Vorraussetzungen erfüllte, mit ihm das gesteckte Zuchtziel des Deutschen Schäferhundes zu erreichen. Er nannte ihn einfach in ,, Horand von Grafrath ,, um und trug ihm mit der Nummer 1 in das neu eröffnete Zuchtbuch des im April 1899 gegründeten Vereins für Deutsche Schäferhunde ( SV ) als Stammvater aller deutschen Schäferhunde ein.

Auf dem Weg zum Modehund: Unter Max von Stephanitz als Vorsitzender des SV erfuhr die Zucht des DSH einen Kompetenthaften Aufschwung. Bereits im Jahre 1924 waren fast 50.000 Hunde im Zuchtbuch eingetragen. Zu diesem Zeitpunkt erkannte man aber bereits gewisse Wesensverluste und man warnte sogar schon vor der überwinkelten Hinterhand. Es wurde nicht mehr allein nach Gebrauchstüchtigkeit, sonder auch nach dem äußeren Erscheinungsbild gezüchtet. Seine Verwendung als Herden Gebrauchshund war nicht mehr so gefragt, weil der Ackerbau im kommen war und die Schafhaltung immer mehr zurückging. Den Züchtern wurden die Hunde buchstäblich aus den Händen gerissen. In ganz Europa wollte man Deutsche Schäferhunde. Hinzu kam, daß viele Hunde – wie heutzutage auch – nicht über den SV, sondern von unseriösen Züchtern angeboten wurden. ( Gibt auch Züchter die nicht im SV sind aber trotzdem seriös sind und gute Hunde züchten.

Rückbesinnung durch die Körung:  Erst die Einführung und rigorose Durchführung einer Körordnung, verbunden mit einem Besinnen auf die Gebrauchseigenschaften, brachte eine Verbesserung der Wesenseigenschaften. Körung heißt, daß eine Richterkommission über die Zuchttauglichkeit eines Hundes entscheidet,  indem sie für die im Standard beschriebene Anforderungen Noten vergibt. Die Kommission erteilt Zuchtverbote,- Einschränkungen und Empfehlungen. Bis zum 2 Weltkrieg wurde die Zucht durch gewissenhaften Züchtern laufend verbessert, wenn gleich auch durch das äußere verschönern wie bei allen anderen Rassen noch genug an Wesen auf der Strecke blieb.

Ausbeutung im Kriegsdienst: Da sich inzwischen die Vielseitigkeit des Deutschen Schäferhundes heraus gestellt hatte, wurde währen des zweiten Weltkriegs ein Bestandteil des Besten Zuchtmaterial als sanitär – und Militärhunde für den Kriegsdienst zwangsverpflichtet. Der deutsche Schäferhund verblutete als missbrauchter, treuer Freund des Menschen an allen Fronten dieses sinnlosen Krieges.

Neuansatz in der Zucht: Nach dem Kriegsende stand die Deutsche Schäferhunde Zucht also vor dem nichts. Die wesensstärksten Hunde waren tot oder von den Siegermächten vereinnahmt. Die Züchter mussten fast von Grund an neu beginnen. Zum Glück waren die Zuchtbücher des SV erhalten geblieben. Der straffen Führung des Vereins gelang es allmählich – bei Anbindung an den Verein für das Deutsche Hundewesen (VDH) und an die Fédération Cynologique Internationale (FCI) die Zucht des Deutschen Schäferhundes wieder aufzubauen. Durch das von den Siegermächten geteilte Deutschland entwickelte sich jedoch eine Besonderheit. In jedem Teil begann man eine eigenständige Zucht ohne gegenseitigen Austausch von Zuchtmaterial, wenn man von einzelnen Versuchen in den letzten Jahren vor der Wiedervereinigung mal absieht. Über 40 Jahre lang konnte sich so 2 genetisch abgeschirmte Populationen der gleichen Rasse nebeneinander entwickeln. Ganz gleich was man jetzt aus beiden ,,Arten,, des Deutschen Schäferhundes macht, man sollte auf keinen Fall positive Wesensmerkmale wie zum Beispiel Nervenfestigkeit, wieder einem Erscheinungsbild opfern, welches sowieso längst umstritten ist.

 

Der Deutsche Schäferhund ist so wie er ist schön genug.

 

 

 

 

 

                                        



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