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Gedanken:
Manchmal lebending begraben:
Ja, genau so fühle ich oft, wie lebendig begraben....und gleichzeitig schaue ich zu, bin Zuschauer meines eigenen Lebens, könnte schreien, aber die Schreie bleiben immmmmmmmmmmeeeeeer nur drinnen, auch die Tränen bleiben drinnen.
2002-09-29
Yasmin, 36 Jahre
Ich kenne DPS seit etwa meinem 15. Lebensjahr und konnte es früher gar nicht einordnen... ich konnte überhaupt nicht verstehen, warum ich "plötzlich hinter einer Glaswand stehe", Schwindelanfälle hatte und mich selber nicht mehr spürte...ich bin verzweifelt von Arzt zu Arzt gegangen... damals fragte mich einer, ob ich"Angst" habe...ich konnte es damals nicht richtig beantworten, bzw. einordnen, da ich meine Gefühle nicht kannte, mich in mir selbst fremd war und mich absolut hilflos fühlte.
Als Hintergrund kann ich folgendes voranschicken: ich bin das vierte, ungewollte Kind in meiner
Familie gewesen und ich nehme an, das für mich wenig Zeit blieb...ich fühlte mich als Kind oft alleine, von Situationen überrollt und hatte mit sexuellen Übergriffssituationen zu kämpfen...Mir fehlte emotionaler Rückhalt und eine Bezugsperson, die mir wirlich Halt gab. . Ich habe diese sexuellen Übergriffe selbst niemals ernst genommen, da ich mich selbst nicht ernst genommen habe... ich fand es nicht wert, es jemandem zu erzählen. Ich dachte, daß mir niemand glaubt oder man mir sagen würde, ich solle mich nicht so" anstellen". Zurücklieb nur Verwirrung und dieses furchtbare Gefühl, nicht mehr in meinem Körper zu sein. Nach und nach habe ich gelernt, dieses Gefühl zu ignorieren... Mit 24 Jahren allerdings wurde es so schlimm, daß ich nicht mehr schlafen konnte, daß das Unwirklichkeitsfühl sehr krass wurde und ich schon Gleichgewichtsstörungen bekam. Ich konnte nicht mehr alleine gerade gehen und ich hatte mehrere Wochen/ Monate hintereinander DPS. Ich wußte nicht, das die Symptome einen Namen haben.... schließlich konnte ich nicht mehr arbeiten, da ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. Als ich dann krank geschrieben war, habe ich eine Psychoanalye begonnen. Das gute Vertrauensverhältnis zu meiner Psychologin und das "Beleuchten und Aufarbeiten" meiner Kindheit und meines Lebens haben mir wirklich sehr geholfen. Es hat sozusagen "Ordnung" in das Gefühlswirrwarr gebracht...ich habe mich sicher gefühlt und konnte auch nach und nach mein eigenes Verhalten ändern. (z.B. mich nicht mehr von Situationen und Menschen
überfordern zu lassen, auch einmal "nein" sagen, mir Zeit für mich zu nehmen.)
Wenn es sehr schlimm wurde und ich nachts nicht mehr schlafen konnte, hat es mir in jedem Fall geholfen, auch Antidepressiva zu nehmen (zur Nacht/ Stangyl) oder Stilnox (vorübergehend). Meiner Meinung nach wirkt sich Schlafmangel sehr sehr ungünstig auf DPS aus....Ich habe Gitarre spielen gelernt.... das hat mir geholfen, Stimmungen aufzufangen und mich selbst mit Melodien zu trösten. Ich denke Sport und Tanz ist auch sehr nützlich, um wieder in seinen Körper "hineinzurutschen"... es geht ja darum, etwas zu fühlen. Entspannungstechniken finde ich persönlich auch sehr wirksam, auch um wirklich loszulassen. (Sorry, das Wort ist abgedroschen, paßt aber meiner Meinung nach). Jetzt geht es mir meistens gut, ich habe einen Freund, arbeite wieder und achte darauf, mit welchen Menschen ich zusammen bin und daß auch noch genug Zeit für mich bleibt.
Wenn das Gefühl wieder langsam kommt, dann lege ich sofort Ruhephasen ein und überlege, ob ich überfordert bin oder ob mir etwas nicht guttut. Wir (Betroffenen) sollten viel netter und rücksichtsvoller mit uns selbst sein. Da unsere Umwelt es meistens nicht nachvollziehen kann, müssen wir uns selbst sorgsam behandeln.
Falls ihr/ du noch DPS hast/ habt und es nicht wegzugehen scheint, möchte ich trösten... es geht weg:
vielleicht brauchst du nur Ruhe und mußt einen Weg finden, (deinen persönlichen Weg) dieses taube, unwirkliche Gefühl zu durchbrechen. Eine gewisse "Ordnung/Sicherheit/ Überschaubarkeit" im Leben kann meines Erachtens nur dazu beitragen.Ich empfinde dieses Symptom als ein furchtbares Hindernis und ich dachte sehr oft, daß ich nicht mehr kann, daß ich es nicht mehr aushalten kann. Aber ich habe es weitestgehend im Griff.... Meinem Freund habe ich versucht zu erklären, was DPS ist... Da er selbst keine Erfahrung damit hat, kann er es sich nicht vorstellen. Totzdem habe ich es engen Freunden von mir auch erzählt, einfach auch, um mich nicht immer verstellen zu müssen. Ich selbst wünsche es meinem schlimmsten Feind nicht... Seid tapfer und sucht einen Weg euch selbst zu fühlen und die Mauer zu durchbrechen. Es klappt bestimmt!!! Nur Mut!!.
Mit den besten Grüßen
Yasmin
2002-06-19
Rebekka:
ICH, MEINE FAMILIE, MEIN ALLTAG:
Geboren 1967, aufgewachsen in einem Dorf. War ein fröhliches Kind (wie
meine Mutter sagt und ich habe es eigentlich auch so in Erinnerung).
Mein Vater ist psychisch stabil, auch sonst relativ gesund. Er war
immer der "Felsen", der ruhende Pol in unserer Familie.
Meine Mutter ist psychisch labil, leidet unter Migräne, war
medikamentensüchtig, hat phasenweise Depressionen, ist sehr menschenscheu.
Mein Bruder, 3 Jahre älter als ich, erkrankte mit 11 Jahren an Krebs.
Wir bangten um sein Leben. Nach 1 Rückfall ein paar Jahre später war er
ziemlich gesund (ausser dass er eine steife Hüfte hatte und ihn diese Krankheit
sicher psychisch sehr prägte).
1995 erkrankte er erneut und 1 Jahr später starb er. Dies war sehr
schlimm für meine Eltern und mich. Aber ich hatte in dieser Zeit nicht öfters
Zustände!
Heute wohne ich in der Stadt Zürich, arbeite 50% als Hochbauzeichnerin
in einem kleinen Architekturbüro und mache daneben die Gestalterische
Berufsmatura.
KRANKHEIT, PSYCHOTHERAPIE:
Bei mir kam nach Jahren des immer stiller und unsicherer Werdens mit
ca. 21 Jahren abends öfters ein etwas traumhaftes, irreales Gefühl. Dann
trank ich manchmal wenige Schlucke Wein, was etwas nützte.
Bis dann im Frühling 1989 ich für Sekunden wirklich "durchdrehte", nur
noch schrie und das Gefühl hatte, ganz tief zu fallen.
Daraufhin begann ich eine Gesprächstherapie.
So einen extremen Angstschrei in dieser Art hatte ich nie mehr. Aber
dafür andere, auch sehr unangenehme Zustände.
Monatelang lebte ich in einem Traum, spürte mich nicht, war ca. 1 Jahr
nicht mehr arbeitsfähig, tastete mich dann vorsichtig wieder ins Berufsleben,
die Zustände nahmen langsam, langsam ab und waren nach 5 Jahren nur
noch so minim da, dass ich die Gesprächstherapie aufgab.
Aber nach ca. 4 Jahren Pause nahm ich die Therapie beim gleichen
Psychiater wieder auf, da ich doch immer wieder unter diesen komischen "Trips"
litt. Diese Therapie schloss ich letzte Woche definitiv ab. Ich war schon
sehr lange unzufrieden dort, aber der definitive Entscheid fällte ich, als
er Sachen bot, die ein Psychiater einfach nicht tun darf.
Meine Symptome sind folgende:
1.) Fremdheitsgefühl mit gegenüber: einerseits weiss ich, wer ich bin,
habe aber kein Gefühl für mich. Wie wenn ich mich aufgelöst hätte.
2.) Fremdheitsgefühl meiner Umgebung gegenüber, bzw. ganz allgemein:
Ich kenne die Leute, aber es fühlt sich alles ein Bisschen irreal, wie ein
Traum an.
3.) Das Gefühl, etwas im Hirn ist verschoben/falsch verkabelt. Das
Gefühl, nicht mehr klar denken zu können. Oder/und: es spukt im Hirn herum, ist
wie ein Schüttelbecher. Ich kann die Gedanken nicht klar ordnen, weil
sie herumhüpfen. Das Gefühl, kurz vor dem Durchdrehen zu sein.
4.) Manchmal das Gefühl, die Nerven seien total überdehnt, überreizt.
Noch ein Bisschen stärker, und ich mache etwas, das total daneben ist.
Dieses Gefühl kann ich haben, auch wenn ich zuvor entspannt und stressfrei
war.
5.) Surrende Hände und Füsse (Ameisenlaufen)
6.) Ich nehme an, als Folge, d.h. weil mich das Ganze so stresst und
ängstigt, verkrampft sich mein Kiefer und mein Sonnengeflecht.
7.) Früher hatte ich chronische Magenprobleme, die mit der Einnahme von
den Antidepressiva aber ganz verschwanden.
MEDIKAMENTE, ÄRZTLICHE BEHANDLUNGEN, ETC.:
Zu Beginn (1989) nahm ich ab und zu ein angstlösendes Mittel.
Im Juni 1998 begann ich mit Deanxit (auch ein angstlösendes Mittel),
nahm ein Jahr später zusätzlich noch Deroxat (ein Antidepressiva). Die
Kombination bewirkte, dass ich über Monate nachts bachnass aufwachte, weil ich so
stark schwitzte.
Deanxit setzte ich desshalb bald wieder ab.
Deroxat tat mir sehr gut in dem Sinn, dass sie meine Angst (mit ganz
wenigen Anflügen) ganz zum Verschwinden brachten. Aber mein Hungergefühl nahm
ab und meine Lust auf Sexualität (die zuvor schon sehr klein war) schlief
ganz ein.
Da ich mich stabil und gut fühlte, reduzierte ich die Dosis im April
2001 auf die Hälfte.
Und ab Anfang Juli 2001 war ich wieder viel sensibler und "spinniger".
Letzten Herbst war ich dann an meiner Schmerzgrenze angelangt, so dass
ich oft dachte, nicht mehr leben zu wollen...
Zum Glück stiess ich dann auf eine entfernte Kollegin, die
Traditionelle Chinesische Medizin macht, selber Angstzustände kennt und seither bin
ich bei ihr in Behandlung.
Ich nehme 3 Mal täglich Kräuter und gehe 1 Mal pro Woche in die
Akkupunktur.
Beides tut mir sehr gut. Ich habe einerseits das Gefühl, immer stabiler
zu werden.
Aber andererseits ertrage ich Angstzustände immer schlechter. Jedesmal
reisst es mich total runter, raubt mir die Kräfte und die Lebensfreude und
lässt mich jedesmal von neuem daran zweifeln, ob mir noch zu helfen ist...
ERKLÄRUNGEN UND GEDANKEN DAZU:
Im Nachhinein ist es fast bildlich erklärbar, dass ich nach Jahren des
Rückzugs und Stillerwerdens plötzlich einmal nur noch schrie. Zu Beginn hatte
ich oft in Situationen, in denen es für mich irgendwie erklärbar war,
Angstzustände.
Aber seit Jahren finde ich, dass diese Krankheit chronisch ist und sich
Zustände willkürlich und ohne jeglichen Bezug zum Alltag melden.
Manchmal denke ich auch, es hat nichts (oder nur sehr, sehr wenig) mit
meinem Leben zu tun, sondern ist vorwiegend ein Defekt im Hirn.
Es gibt doch Leute mit viel schlimmeren Schicksalen als meinem, die
aber trotzdem nicht an der Grenze des Wahnsinns sind!
Was denkst du darüber?
Was ich schlecht ertrage, ist mehr als 2 dl. Wein oder 4-5 dl. Bier. Am
Abend ertrage ich es gut, aber am nächsten Tag ist es mir schlecht, bin
ich gereizt, habe ich Zustände.
Zum Glück erhole ich mich meistens innerhalb weniger Tage oder Stunden
von den Trips.
Aber jeden empfinde ich als ein totaler Schnitt in mein Leben. Ich kann
so gar nicht kontinuierlich am Leben dran sein, mich entwickeln und
etwas aufbauen (,habe ich das Gefühl, obwohl das vermutlich nicht ganz
stimmt).
Ich spreche seit 2-3 Jahren oft über meine Zustände. Beim Arbeiten und
mit engeren Freunden. Wirklich weinen und reden darüber kann ich aber nur
bei meinem Ex-Freund. (Er hat sich vor einem Jahr verliebt. Es war ein Hin
und Her, ein Auf und Ab. Letzte Woche haben wir uns nun getrennt.)
Was ich komisch finde:
Ich habe in beängstigenden Lebenssituationen nicht öfters oder stärker
Zustände als sonst! Z.Bsp. als mein Bruder starb oder vor 1 Jahr, als mein Vater
sehr nahe am Tod war, oder jetzt, wo mein Freund und ich uns trennen.
Dies sind traurige Situationen, aber mit denen kann ich umgehen. So ist halt
das Leben. Aber die Gefühle verändern sich dabei.
ABER BEI DEN ZUSTÄNDEN IST ES JEDESMAL DER ABSOLUTE HORROR. KLAR KANN MAN MAL BESSER UND MAL SCHLECHTER DAMIT UMGEHEN, ABER ES IST DOCH EINFACH EIN DEFEKT! (Das ist nicht unbegingt meine momentane Ansicht, aber eine, die ich immer wieder sehr stark in mir spüre.)
Wenn ich ohne diese spinnigen Zustände bin und mich gut fühle, glaube
ich manchmal, dass ich gar keine Sozialphobie habe, bzw. diese nicht der
GRUND meiner Zustände sondern die FOLGE davon sind. Und ich ohne meine
Krankheit sehr gesellschaftlich und mit wenig Ängsten wäre...
2002-02-13
Sarah:
Ich bin 23 und meine erste Dp-Erfahrung hatte ich Mitte des Jahres. Sie gehörte zu einer recht heftigen depressiven Episode. Ich hatte das Gefühl, all meine Handlungen, Gedanken und besonders meine Gefühle werden bemißtraut und angezweifelt, nichts was ich getan, gedacht, gesagt oder gefühlt habe, war mehr real. Ich hatte das Gefühl mich auf nichts mehr in mir verlassen zu können. Wenn ich vor Angst weinen konnte und nicht wie gelähmt war, hatte ich sofort das Gefühl,"daß Du jetzt weinst oder Angst hast, ist nicht real und der Zweifel ist wiederum nicht real" usw. Ich hatte wahnsinnige Angst verrückt zu werden. Ich hatte das Gefühl, mein Kern, mein Selbst, das woraus ich gemacht bin, spaltet sich und ich erlebe es bewußt mit.
Ich wußte die ganze Zeit, daß das ganze nur in meinem Kopf passiert, und hatte das Gefühl, je häufiger ich den Gedanken, verrückt zu werden denke, desto tiefer gräbt er sich in mir ein und um so unmöglicher wird es, aus diesen Gedanken zu entrinnen.
Schlimm war, daß es für mich keine Ablenkungsmöglichkeit mehr gab. Meine Aufmerksamkeit war 24 h am Tag nur nach innen gerichtet. Lesen, selbst eine ganz banale Unterthaltung war mir nicht mehr möglich, ich konnte keine Informationen mehr aufnehmen.
Schlimm war auch, daß ich wußte, Du brauchst Hilfe, alleine wirst Du da nicht mehr rauskommen. Da aber nichts mehr in mir Bestand hatte, ich das Gefühl hatte, kein einheitliches Selbst mehr zu sein, mich auf nichts, was ich fühlte, verlassen zu können, hatte ich auch kein inneres Bezugssystem mehr, dem ich hätte vertrauen können. Da ich mir nicht vertrauen konnte, war es mir auch unmöglich, anderen Vertrauen entgegenzubringen, weil ich einfach nicht mehr entscheiden konnte, was tut mir gut, in wessen Händen fühle ich mich sicher.
Als ich eine Neurologin bat, mir eine Überweisung in eine psychosomatische Klinik zu geben, lehnte sie das mit der Begründung ab, daß ich so schwer erreichbar wirke und sie mich für eine Therapie zu instabil, weil latent psychotisch, halten würde. Das hat mich in noch größere Panik versetzt. Das verschriebene Medikament habe ich nicht genommen. Ich wollte nichts, was meine Gedanken betäubt.
Das einzige, was ich wollte, war MEIN SELBST WIEDER HABEN,(m)ein Selbst auf das ich mich verlassen kann.
Worte wie Selbst, Ich, mein klingen jetzt seltsam. So unterschiedlich auch die Erfahrungen sind, die jeder einzelne Dp-Erfahrene gemacht hat, gemeinsam ist wahrscheinlich das Entsetzen über den Verlust einer basal geglaubten Sicherheit, daß das eigene Selbst fest ist.
Sich auf sein Ich verlassen können oder nicht anders können, als sein Ich zu verlassen.
Dasselbe Wort, aber was für ein Unterschied... Ich wünsche allen "Wissenden" viel Kraft und Mut. Liebe Grüße
Sarah
Ich kenne verschiedene Zustände von DP: zum einen das Gefühl, kein einheitliches Selbst mehr zu haben, das Gefühl, daß sich mein Selbst spaltet, daß beide Teile nebeneinander existieren und ein Teil wie von außen all meine Handlungen, Gedanken und Gefühle beobachtet. In den schlimmsten Zuständen wird der Teil, der zunächst "nur" passiv beobachtete, aktiv, d.h. daß alles, was ich tu, denke und besonders fühle, für nicht real/ nicht wahr erachtet, geleugnet und bemißtraut wird.
Ich habe dabei keine akustischen Halluzinationen, meine "Realitätsprüfung" ist auch in diesen Zuständen intakt, ich weiß, daß das nur in meinem Kopf passiert, daß ich es bin, die diese Dinge tut und empfindet. Es ist so schwer zu beschreiben. Es ist das Gefühl, daß nichts, was aus meinem Inneren heraus entsteht, wahr ist. Keine Emotion, kein Impuls. Wenn ich z.B. einen Satz sage, kann er nicht einfach so stehen bleiben, einfach, weil ich ihn sagen wollte. Im Nachhinein wird Form und Inhalt angezweifelt. Oder wenn ich etwas fühle, eigentlich egal was, z.B. die Angst verrückt zu werden, dann wird dieses Gefühl angezweifelt, bzw irgendwie bin ich es wohl, die das tut: es ist nicht wahr, real was du gerade empfindest und der Zweifel ist wiederum nicht real usw. Wie eine Spirale, die sich immer weiter dreht.
Damit verbunden entsteht das Gefühl, kein funktionierendes inneres Bezugssystem mehr zu haben mit dem ich Entscheidungen treffen und prüfen kann, was gut für mich ist, da jede Entscheidung ja letzlich auf einem Gefühl (das einigermaßen stabil sein muß) basiert.
Ein Gefühl von Sicherheit oder Vertrauen in irgendetwas gibt es nicht mehr. Ich bin dann nicht mehr in der Lage meine Aufmerksamkeit nach außen zu richten, mich z.B. an einer ganz normalen Unterhaltung zu beteiligen, oder anders abzulenken. Wenn ich ein Wort höre oder lese, ist es schon im nächsten Moment wieder weg. Meine Aufmerksamkeit ist wie Innen gefangen.
Ich habe das Gefühl, keinen verläßlichen Zugriff auf mein Sprachzentrum zu haben, Begriffen keinen Inhalt mehr zuodnen, mich selbst nicht verständlich machen zu können. Die Angst, andere nicht mehr verstehen, was sie sagen nicht mehr encodieren zu können. Und über all dem die wahnsinnige Angst verrückt zu werden, das bewußt mitzuerleben und nie mehr zu einem einheitlichen, normalen Selbsterleben zurückkehren zu können.
Ich wünsche euch für das neue Jahr alles Gute, immer wieder die Kraft das duchzustehen und trotz allem die schönen Dinge genießen zu können.
Liebe Grüße Sarah
2002-01-17
Monika: Ich weiß nicht so genau ob ich DP habe, aber allem Anschein nach schon. Angefangen hat alles vor einem Jahr, da teilte mir mein Lebensgefährte Knall auf Fall mit, dass er sich von mir trennt. Ein paar Stunden vorher hat er mir noch erzählt, wie lieb er mich hat. Ab diesem Tag habe ich diesen Zustand. Das Gefühl einfach nicht mehr zu existieren, so neben sich selbst zu stehen. Wahrscheinlich war dieses Trauma ein so großer Schock für mich, dass ich mich nie wieder davon erholt habe. Die Beziehung ist zwar wieder in Ordnung, jedoch habe ich immer noch diese komische Benommenheit und bin gefühlsmäßig einfach total abgestumpft. Ich bin so kraftlos und fühle mich total benebelt. Vor kurzem habe ich meine Arbeitsstelle gewechselt, jedoch bin ich mittlerweile nicht mehr fähig, mich am PC zu konzentrieren. Es passiert alles unwirklich. Es ist eine Qual.
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