Literatur

 

Eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbücher:

Joey Goebel: "Vincent"

Frederic Beigbeder : "39,90"

Henry David Thoreau: "Walden"

Robert Frost: "The Road not taken" Gedichtband

Jonathan Safran Foer: "Alles ist erleuchtet"

Nietzsche: "Menschliches , Allzumenschliches"

Theodor W. Adorno: "Minima Moralia"

Charles Bukowski:"Kaputt in Hollywood"

Sven Regener: "Neue Vahr Süd"

Albert Camus:"Der glückliche Tod"

Benjamin Kunkel: "Indecision"

John Irving: "The Water Method Man" (Die wilde Geschichte vom Wassertrinker)

Anne Rice: "Interview mit einem Vampir"

Hermann Hesse: "Demian" , "Unterm Rad"

Jean Paul Satre: "Der Ekel"

Gottfried Benn: " Gesammelte Gedichte und künstlerische Prosa"

Horkheimer und Adorno "Dialektik der Aufklärung"

Gottfried Benn: "Gesammelte Gedichte"

Bertolt Brecht:" Das Leben des Galilei" und die vertonte Version Kurt Weil Version der "Drei Groschen Oper" mit Ute Lemper

Astrid Lindgren:"Die Brüder Löwenherz"


Nur eine kleine Auswahl meiner absoluten Lieblingsbücher, von den genannten Autoren mag ich auch die meisten ihrer anderen Werke doch die sind eben meine Lieblinge ;)

Hier ein paar Infos zu einigen... willkürlich ausgewählt

 


SVEN REGENER

(Hier ganz links im Bild.)

Gegenüber, also ganz rechts im Bild sehen wir Christian Ulmen, der die Hauptrolle des Herrn Lehmann in der Verfilmung des Regener Romans spielt.

 

Zuerst war da "Herr Lehmann". Eine Romanfigur, ausgedacht von Sven Regener, Jahrgang 61, Texter und Sänger der Berliner Band Element of Crime. Die tragikomischen Erlebnisse des Melancholikers Lehmann, der als Bierzapfer und Gelegenheitsphilosoph im Kreuzberg des Wendejahres 1989 lebt, wurden im Herbst 2001 zum Überraschungserfolg, die Taschenbuchausgabe hält sich seit Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten.

Dann kam Leander Haußmann, 44, Wunderkind des DDR-Theaters, Regisseur, Schauspieler und einst Deutschlands jüngster Intendant, zudem Nachbar und Freund von Regener - Haußmann also hat das Buch verfilmt, kongenial lakonisch, mit Sinn für den Wert der Langsamkeit. Die Titelrolle spielt MTV-Moderator Christian Ulmen, 28, den Part seines besten Freundes übernahm Detlev Buck, 40 ("Wir können auch anders"), der mit Claus Boje, 45, den Film auch produziert. In Berlin, wo sonst, trafen sich die fünf Herren zum Gespräch über Gefühle, die 80er und Lehmann, den Film.

Sven Regener: Ich habe mir das alles natürlich ganz anders vorgestellt. Als mir Leander erzählte, dass er die Rolle von Lehmanns Kumpel Karl mit Detlev Buck besetzen will, habe ich erst mal Zeter und Mordio gebrüllt. Buck hat bei mir aufgrund seiner Filme ein völlig anderes Image. Jetzt muss ich sagen, grandios. Schön, wenn einem mal wieder ein Vorurteil kaputtgeht.
Leander Haussmann: Ich hatte die gleichen Zweifel. Mit Christian war es ähnlich. Diese Besetzung war...
Christian Ulmen: Umstritten!
Haussmann: ...auf jeden Fall ein Risiko. Manchmal kriegen die Leute das Bild, das sie von jemandem haben, nicht aus dem Kopf. Aber Christian ist genau richtig. Was mir nicht gefällt, ist, dass MTV und Viva inzwischen als Kaderschmiede für den deutschen Film daherkommen.
Ulmen: Andere haben vier Jahre Schauspiel studiert, und dann kriegt so ein Clip-Ansager die Rolle. Klar, dass da einige sauer sind.
Regener: Hat dir Leander zwischendurch nicht mal den Arsch aufgerissen, dich richtig angebrüllt?
Ulmen: Nee, er wusste, dass ich sehr sensibel bin.
Regener: Ich war ja nie bei den Dreharbeiten. Ich wusste nicht, wo und wann die waren.
Haussmann: Es gab eine lange Diskussion, ob wir Sven mal einladen wollen.
Regener: War richtig, sich dagegen zu entscheiden. Wenn ich da am Set sitze, schreie ich doch nur den ganzen Tag Scheiße.
Haussmann: Man kann es auch nett mit dem Filmemacher Sidney Lumet sagen: Autoren sind toll, und ich verehre sie sehr, aber ganz ehrlich - manchmal gehen sie mir auch tierisch auf den Sack.
Regener: Hast du beim Verfilmen eigentlich ein Problem damit gehabt, Leander, dass du Ossi bist?
Haussmann: Ich würde lügen, wenn ich nein sagen würde. Ich war unsicher, was das Dekor und so weiter angeht. Dass man was falsch macht und erwischt wird.
Claus Boje: Es war klar, dass nichts schief gehen wird! Die Leute, die für Ausstattung, Kostüme, Kamera verantwortlich waren, haben alle in Kreuzberg gelebt.

Weiteres Werk von Sven Regener:  NEUE VAHR SÜD, die "Fortsetzung" die zeitlich jedoch vor "Herr Lehmann" spielt und Franks Aufwachsen in Bremen beschreibt.

 

John Irving

John Irving wurde 1942 in Exeter, New Hampshire, USA geboren. Er lebt heute in Vermont und Toronto. Irving ist verheiratet und hat drei Söhne; der jüngste, Everett, ist mit seinen 5 Jahren allerdings noch zu klein zum Ringen, das nicht nur im autobographischen Buch, Die imaginäre Freundin, sondern auch in vielen von Irvings frühen Romanen (z.B. in Eine Mittelgewichtsehe) eines der Themen und Bilder ist, mit denen der Autor die Welt in den Griff bekommt. "In der Welt der Literatur hat John Irving für das Ringen getan, was Franz Kafka für Insekten, Henry Miller für Sex und James Joyce für Dublin getan haben." schrieb der Rolling Stone, Hamburg. Mit 19 wusste der Sohn eines Professors für russische Geschichte und einer Krankenschwester genau, was er wollte: Ringen und Romane schreiben. Bis zum Durchbruch von Garp verkaufte Irving Erdnüsse bei Football-Spielen, kellnerte, machte Österreich mit seinem Motorrad unsicher und trainierte an amerikanischen Universitäten Ringermannschaften und künftige Schriftsteller. Mit seinem ältesten Sohn Brendan schloss er eine 100-Dollar-Wette ab, dass er ihn an seinem 40. Geburtstag noch auf die Matte bringen könne. Gesiegt hat der Sohn, doch die Romane des Vaters sind weiterhin umwerfend lang und haben uns von der ersten bis zur allerletzten Seite, wie mit einem Doppelnelson, fest im Griff.

Geboren am 02.03.1942 in Exeter, New Hampshire, USA.   
Voller Name ist John Winslow Irving.
Der Vater war Professor für russische Geschichte und die Mutter Krankenschwester.

Blueball.gif (926 Byte) Exeter Prep-School

Blueball.gif (926 Byte) 1956 - Beginnt mit 14 Jahren zu schreiben und zu ringen.

Blueball.gif (926 Byte) Studium an der Universität von New Hampshire.

Blueball.gif (926 Byte) Teilnahme an einem Auslands-Studien-Programm. Irving studiert in Wien am Institute for European    Studies u.a. bei Günter Grass (mit dem er noch heute befreundet ist).

Blueball.gif (926 Byte) 1965 - Erwirbt mit 23 Jahre seine Kampfrichterlizenz im Ringen

Blueball.gif (926 Byte) Heiratet seine erste Frau, Shyla, eine Kommilitonin.

Blueball.gif (926 Byte) 1966 - Geburt des ersten Sohnes.

Blueball.gif (926 Byte) Erste Anstellung als Lehrer am Windham College in Vermont.

Blueball.gif (926 Byte) 1968 - Veröffentlichung des ersten Buches "Laßt die Bären los!"

Blueball.gif (926 Byte) 1976 - Mit 34 Jahren letze Teilnahme an einem Ringerturnier.

Blueball.gif (926 Byte) Arbeit als Assistant Professor of English am Mount Holyoke College in Massachusetts.

Blueball.gif (926 Byte) 1978 - Der Erfolg von "Garp und wie er die Welt sah" ermöglicht Irving sich ganz der      
Schriftstellerei zu widmen.

Blueball.gif (926 Byte) 1981 - Scheidung von seiner ersten Frau.
Die Söhne Colin und Brendan stammen aus der ersten Ehe.

Blueball.gif (926 Byte) Heiratet seine, aus Kanada stammende Agentin Janet Turnbull.

Blueball.gif (926 Byte) Arbeitete, neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller als Ringer-Trainer, z.B. an der Vermont Academy.
Hat u.a. seine Söhne Colin und Brendan selbst gecoacht.

Blueball.gif (926 Byte) 1983 - Sohn Colin wird New-England-Champion in der A-Liga bei 72,5 Kilo.

Blueball.gif (926 Byte) 1989 - Sohn Brendan wird New-England-Champion der A-Liga bei 61 Kilo..

Blueball.gif (926 Byte) 1989 - zieht sich mit 47 Jahren als Ringer-Trainer zurück.

Blueball.gif (926 Byte) 1991 - Geburt des dritten Sohnes Everett.

Blueball.gif (926 Byte) Er lebt heute in Vermont und Toronto.

 

Das erste Buch von John Irving, das ich gelesen habe, war

Garp und wie er die Welt sah .

Begeistert habe ich mich in diesem Kosmos aus unmöglichen, unwirklichen, und doch so realen Geschichten verloren; habe abends beim Weggehen immer wieder Freunden voller Enthusiasmus die besten Szenen erzählt, das Buch verschenkt und verliehen. Um dann Kommentare zu ernten wie: SO ein Buch kann dir auch nur Sarah geben. 

Dann folgte The Water Method Man , das mir Nils empfahl, wobei Ich diesesmal den Satz anwende muss: So ein Buch kann dir auch nur Nils geben! ;-))


(Anmerkung: Biographische Angaben über John Irving sind recht schwer zu finden. Genaue Jahreszahlen der Ereignisse sind mir oft nicht bekannt. Für Berichtigungen oder Ergänzungen bin ich sehr dankbar.)

Weiterhin stelle ich einige Bücher Irvings vor, werde mich aber hauptsächlich auf meinen Lieblingsroman konzentrieren

"THE WATER METHOD MAN"  (" Die wilde Geschichte vom Wassertrinker")

 

"Ihr Gynäkologe hat ihn mir empfohlen" - so beginnt der zweite Roman von John Irving. Fred Bogus Trumper hat ein Problem - und soll es angeblich mit Hilfe von Unmengen Wasser in den Griff bekommen können. Aber dieser Ausflug in seine anatomischen Probleme tangiert den Leser trotz interessanter :)Ausführungen nur periphär; viel interessanter wird es wenn man zu lesen bekommt. Wie Trumper eigentlich in die Situation kam, in der er heute steckt.

Seine Frau und sein Sohn wohnen mittlerweile bei seinem besten Freund, seine neue Freundin Tulpen will ein Kind von ihm und Ralph, für den er als Tonmeister arbeitet, findet, er wäre das ideale Filmobjekt für "Ein Griff in die Scheiße".

Denn eigentlich hat Trumper noch nichts so richtig in die Reihe gekriegt; die Doktorarbeit, an der er schon seit Jahren schreibt geht nicht voran; kein Wunder, wen interessiert schon eine ziemlich blutrünstig-brutale Ballade aus einer Sprache, die so gar nichts poetisches an sich hat? Seine Ehe mit Biggy hat nicht gehalten; sein Sohn hat mehr mit dem Mann gemeinsam, mit dem Biggy jetzt zusammenlebt, als mit ihm.  Geld ist immer knapp, seit der Heirat hat sein Vater den Geldhahn zugedreht; und ob nun Tulpen wirklich die richtige Frau für ihn ist, weiß er auch noch nicht so recht.

In diesem, seinem zweiten Roman hat John Irving schon wesentlich deutlicher gemacht, welches Talent zum Geschichtenerzähler er hat; Trumpers Geschichte, die in Rückblenden erzählt wird, ist witzig, traurig, derb, komisch, ernst und auch zart zugleich; auch hier gibt es schon genügend absurde Gestalten (man denke nur an Merril Overtuff)


Leseprobe:

Ihr Gynäkologe hat ihn mir empfohlen. Wie könnte es anders sein: Der beste Urologe in New York ist ein Franzose. Dr. Jean-Claude Vigneron: NUR NACH VEREINBARUNG. Also vereinbarte ich einen Termin. 
"Gefällt Ihnen New York besser als Paris?" fragte ich ihn.
"In Paris war es mir nicht zu gefährlich, ein Auto zu besitzen."
"Mein Vater ist auch Urologe."
"Dann kann er nur ein zweitklassiger sein", antwortete Vigneron, "wenn er nicht weiß, was Ihnen fehlt."
"Es ist unspezifisch." erwiderte ich. Ich kannte meine Krankengeschichte sehr gut. "Manchmal ist es unspezifische Urethritis, einmal war es unspezifische Prostatitis. Einmal hatte ich Tripper - aber das ist eine andere Geschichte. Und noch ein anderes Mal war es ein einfacher Bazillus. Aber jedes Mal: unspezifisch." 
"Also mir sieht das sehr spezifisch aus", meinte Vigneron.
"Nein", sagte ich, "manchmal reagiert es auf Penizillin, manchmal krieg ich es mit Sulfonamid weg. Oder auch mit Furadantin."
"Na also, da haben Sie es!" erwiderte er. "Urethritis und Prostatitis sprechen nicht auf Furadantin an."
"Na also" sagte ich, "da haben SIE es! Das war hat was anderes. Unspezifisch."
"Spezifisch." Vigneron war beharrlich. "Etwas viel Spezifischeres als den Urogenintaltrakt gibt´s doch kaum. "
Er zeigte es mir. Auf der Untersuchungsliege bemühte ich mich, ganz ruhig zu sein. Er gab mir eine vollendete Plastikbrust, eine schönere hatte ich noch nie gesehen: Farbe und Gestalt absolut naturgetreu, und eine wunderschöne, aufrechte Brustwarze."

................................

"...»Sie können wählen zwischen vier Möglichkeiten«, erklärte Vigneron. »Es gibt jede Menge Medikamente, und eines tut's immer. Siebenmal in fünf Jahren ist gar keine Überraschung, bei solch einem Trakt wie Sie ihn haben. Und so schlimm sind die Schmerzen nun auch wieder nicht, oder? Sie können doch mit dieser zeitweiligen Unpäßlichkeit beim Pinkeln und Bumsen ganz gut leben, oder?«
»Ich will sowieso mein Leben ändern«, entgegnete ich. »Ich möchte ein ganz neues Leben führen.«
»Dann lassen Sie das Bumsen sein«, schlug Vigneron vor. »Wie wäre es mit Masturbieren? Ihre Hände können Sie ja waschen.«
»So sehr möchte ich mich nun auch wieder nicht verändern.«
»Erstaunlich!« rief Vigneron. Er ist ein gutaussehender Mann, groß, und verdammt selbstsicher; ich preßte den Plastikbusen fest zusammen. »Erstaunlich, wirklich erstaunlich ... Sie sind jetzt mein zehnter amerikanischer Patient, der die Wahl zwischen diesen Möglichkeiten hat, und allesamt habt ihr die ersten beiden abgelehnt.«
»Und was ist daran so erstaunlich?<< wollte ich wissen. »Besonders reizvoll sind sie nicht gerade.«
»Nicht für Amerikaner!« rief Vigneron aus. »Drei meiner Patienten in Paris haben sich dafür entschieden, damit zu leben. Und einer - und der war nicht mal alt - hat das Bumsen ganz auf gegeben.«
»Sie haben mir die beiden anderen Möglichkeiten noch nicht genannt«, entgegnete ich.
»Hier mache ich immer eine kleine Pause. Ich möchte raten, wofür Sie sich entscheiden. Bei Amerikanern hab Ich noch nie danebengetippt. Ihr seid ein berechenbares Volk. Immer wollt ihr euer Leben ändern. Nie akzeptiert ihr das, womit ihr geboren seid. Und bei Ihnen? Bei Ihnen kann ich es ganz deutlich spüren. Bei Ihnen kommt nur die Wassermethode in Frage!«
Der Tonfall des Arztes erschien mir beleidigend. Ich hielt immer noch den Busen fest in der Hand und war entschlossen, daß die Wassermethode für mich auf gar keinen Fall in Frage kommen würde. »Natürlich ist auch diese Methode nicht unfehlbar«, räumte Vigneron ein. »Sie ist bestenfalls ein Kompromiß. Statt siebenmal in fünf Jahren, vielleicht einmal alle drei Jahre - da haben Sie bessere Karten, mehr nicht.
»Gefällt mir nicht.<<
»Sie haben es doch noch gar nicht ausprobiert«, erwiderte er. »Es ist ganz einfach. Sie trinken jede Menge Wasser vorm Bumsen. Und Sie trinken jede Menge Wasser nach dem Bumsen. Und sachte mit dem Sprit. Bei Alkohol werden die Bakterien munter. Bei der französischen Armee hatten sie eine geniale Kontrollmethode für Tripperpatienten. Sie bekamen die normale Dosis Penizillin. Dann, wenn sie meinten, sie seien wieder gesund, drei Bier vor dem Schlafengehen. Wenn sie dann am Morgen Ausfluß hatten, mehr Penizillin. Aber Sie brauchen einfach nur Wasser, jede Menge. Bei Ihrem Urogenitaltrakt brauchen Sie soviel Spülung wie nur irgend möglich. Nach dem Verkehr müssen Sie lediglich daran denken, aufzustehen und pinkeln zu gehen.«
Der Busen in meiner Hand war nur aus Plastik. Ich sagte: »Sie meinen also, ich soll den Geschlechtsakt mit voller Blase vollziehen? Das tut doch weh.<<
»Es ist schon anders, stimmte Vigneron mir zu. »Aber Sie haben auch größere Erektionen. Wußten Sie das?<<
Ich fragte nach der vierten Möglichkeit. Er lächelte.
»Eine einfache 0peration«, sagte er. »Ein kleiner chirurgischer Eingriff.«
Ich grub meinen Daumennagel in die Plastikbrustwarze.
»Wir werden Sie etwas begradigen«, erklärte Vigneron. »Wir erweitern den Gang. Es dauert nicht mal eine Minute. Natürlich unter Narkose.«
In meiner Hand befand sich eine absurde synthetische Brustdrüse, ganz offensichtlich eine Imitation. Ich legte sie zur Seite.
»Es muß doch wehtun«, sagte ich zögernd, »ich meine, nach der Operation.<<
»Etwa achtundvierzig Stunden lang.« Vigneron zuckte mit den Schultern; alle Schmerzen schienen ihm gleichermaßen erträglich zu sein.
»Können Sie mich nicht achtundvierzig Stunden lang betäuben?« fragte ich ihn.
»Hundert Prozent!« brüllte Vigneron. »Das fragen sie immer!«
»Achtundvierzig Stunden?« überlegte ich. »Und wie soll ich da pinkeln?«
»So schnell Sie können«, riet er mir und drückte auf die aufrechte Brustwarze auf dem Untersuchungstisch, als sei sie eine Ruftaste für Krankenschwestern und Anästhesisten - die ihm das blankpolierte Skalpell für seine chirurgische Heldentat bringen würden. Ich konnte es mir genau vorstellen. Eine schlanke Version einer Abflußspirale. Eine lange, röhrenförmige Rasierklinge, wie der Mund eines Neunauges in Miniaturausgabe.
Dr. Jean-Claude Vigneron beäugte mich, als sei ich ein Bild, das er noch nicht ganz fertiggemalt hätte. »Die Wassermethode?« tippte er.
»Erraten«, sagte ich. »Hat irgendeiner Ihrer Patienten sich je für die Operation entschieden?«
»Nur einer«, meinte er, »und bei dem wußte ich's von Anfang an. Das war ein praktischer, wissenschaftlicher Mensch, sehr konsequent. Er war der einzige, der auf dem Untersuchungstisch die Titte sofort weglegte.«
»Ein harter Mann.«
»Ein gefestigter Charakter«, meinte Vigneron. Er zündete sich eine übelriechende, dunkle Gauloise an und inhalierte unerschrocken...."


 

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Frédéric Beigbeder

Beigbeder studierte Politikwissenschaft und arbeitete zehn Jahre als Texter in einer renommierten Werbeagentur. Er lebt als Kritiker und Schriftsteller in Paris

Mit der Veröffentlichung seines Romans 39,90 (99 francs) wurde er über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Weitere Romane folgten.

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ANNE RICE

1941 Anne wird am 4. Oktober als Howard ( !!!) ;-)) Allen O'Brien in New Orleans geboren. Ihre Eltern finden es schick, ihr einen Jungennamen zu geben (ihr Vater heißt Howard). Bei Schuleintritt wird sie jedoch Anne genannt.

 

1956 Annes Mutter stirbt.

1975 Die Familie zieht nach Richardson/Texas. In der High School trifft Anne den ein Jahr jüngeren Stan Rice.

1959 Anne beendet die High School und tritt ins College ein.

1961 Anne und Stan heiraten am 14. Oktober

1964 Die Rices ziehen nach San Francisco und machen an der State University ihren Abschluss. Erste Veröffentlichungen von Gedichten (Stan) und Kurzgeschichten (Anne).

1966 Tochter Michele wird geboren.

1969 Umzug nach Berkeley/Kalifornien. Anne studiert Creative Writing, Stan lehrt an der San Francisco State University.

1972 Michele stirbt an Leukämie

1973Anne schreibt in nur fünf Wochen "Interview With the Vampire" (dt. "Interview mit einem Vampir"). Mehrere Verleger lehnen das Buch ab.

1974 Der Literaturagentin Phyllis Seidel gelingt es, das Buch bei einem Verlag unterzubringen. Gemischte Reaktionen der Kritiker.                                                                

1978 Sohn Christopher wird geboren.

1979 "The Feast of All Saints" wird veröffentlicht.

1982 "Cry to Heaven" (dt. "Falsetto") erscheint.

1983 Unter dem Pseudonym A.N.Roquelaure erscheint "The Claiming of Sleeping Beauty".

1984 "Beauty's Punishment", ebenfalls unter A.N.Roquelaure 1985"Exit to Eden" (dt. "Verbotenes Verlangen") unter dem Pseudonym Anne Rampling, "Beauty's Release" (letzter Teil der Beauty-Trilogie) und "The Vampire Lestat" (dt. "Der Fürst der Finsternis")

1986 "Belinda" von Anne Rampling 1988"The Queen of the Damned" (dt. "Die Königin der Verdammten")

1989 Die Rices ziehen wieder nach New Orleans, Annes Geburtsort. Sie kaufen ein Haus im Garden District, wo sie noch heute leben. "The Mummy or Ramses the Damned" (dt. "Die Mumie oder Ramses der Verdammte") erscheint.

1990 "The Witching Hour" (dt. "Hexenstunde")

1992 "The Tale of the Body Thief" (dt. "Nachtmahr")

1993 "Lasher" (dt. "Tanz der Hexen") 1994"Taltos" (dt. "Die Mayfair-Hexen"). Der Film nach "Interview With the Vampire" kommt in die Kinos.

1995 "Memnoch the Devil" (dt. "Memnoch der Teufel")

1996 "The Servant of the Bones" (dt. "Engel der Verdammten")

1997 "Violin"

1998 "Pandora" und "The Vampire Armand". Anne Rice erkrankt schwer und entgeht nur knapp dem Tod.

1999 "Vittorio the Vampire"

 2000 "Merrick"

2001 "Blood and Gold"

2002 "Blackwood Farm" 9. Dezember: Stan Rice stirbt an einem Gehirntumor

2003 "Blood Canticle"

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DIE VAMPIR ROMANE

Interview mit einem Vampir

(Originaltitel: Interview With the Vampire)

Louisiana, Ende des 18. Jahrhunderts. Der Plantagenbesitzer Louis fällt einem Vampir zum Opfer - und wird selbst einer. Eher widerwillig erträgt er sein neues Dasein und seinen Schöpfer Lestat, auf den er angewiesen ist. Jahre später erschaffen Louis und Lestat einen neuen Vampir, das Mädchen Claudia. Diese, auf ewig im Körper einer Fünfjährigen gefangen, hasst Lestat von ganzem Herzen. Louis und Claudia verbünden sich, um Lestat umzubringen. Aber bei einem Vampir ist das gar nicht so einfach...

Der Roman erschien bereits 1978 in Deutschland, damals noch unter dem Titel "Schule der Vampire". Er wurde 1995 von Neil Jordan verfilmt. Anne Rice protestierte seinerzeit gegen den Film, da sie Tom Cruise für ungeeignet für die Rolle des Lestat hielt, nahm aber alles zurück, als sie ihn gesehen hatte. Nach Ansicht mancher Journalisten ein cleverer Publicity-Trick. Dieses erste Buch der Reihe besitzt einen morbiden Charme, den die weiteren Teile, obwohl raffinierter in der Handlung, nicht mehr erreichen. Es ist traurig, romantisch und bewegend, manche Szenen kann man wieder und wieder lesen. Ein relativ schmaler Band mit einer überschaubaren Anzahl von Figuren - der ideale Einstieg für Anne Rice Neulinge

Der Fürst der Finsternis

(Originaltitel: The Vampire Lestat)

Im zweiten Band der Reihe wechselt Anne Rice überraschend ihren Erzähler. Diesmal ist nicht der sanfte Louis, sondern der zwiespältige Lestat der Held des Buches. Nachdem er im Frankreich des 18. Jahrhunderts zum Vampir geworden ist, versucht er, mehr über dieses sonderbare Dasein zu erfahren. Er begegnet alten Vampiren, die ihm ihre Geschichte erzählen und ihn auf noch ältere Vampire verweisen... So stößt Lestat immer tiefer in die Vergangenheit vor und macht erstaunliche Entdeckungen.

Schon raffiniert, wie Anne Rice die Vampirmythen aller Zeiten und Völker zu einem stimmigen Ganzen verbindet. Eine würdige Fortsetzung des ersten Teils.

 

Die Königin der Verdammten

(Originaltitel: The Queen of the Damned)

Aus Übermut erweckt Lestat die böse Akasha, die Mutter aller Vampire, aus ihrem 6000jährigen Schlaf. Jetzt muss er verhindern, dass sie ihre Nachkommen tötet. Zuerst scheint das aussichtslos, doch dann erhält er Hilfe von unerwarteter Seite.

Der gleichnamige Film lief 2002 mit mäßigem Erfolg in den Kinos. Eine grausige Geschichte aus dem alten Ägypten.

 

Nachtmahr

(Originaltitel: The Tale of the Body Thief)

Lestat würde zu gern mal wieder als Sterblicher über die Erde wandern. Deshalb nimmt er den Vorschlag eines Fremden an, mit ihm für eine Weile den Körper zu tauschen. Doch dem gefällt das Leben als Vampir, und er macht sich aus dem Staub. Zusammen mit seinem Freund David Talbot vom Talamasca jagt Lestat den "Körperdieb" (so der Originaltitel). Dass er jetzt nur noch über die begrenzten Fähigkeiten eines Sterblichen verfügt, macht seine Aufgabe nicht gerade einfacher.

  Für mich der beste Roman der Vampir-Reihe. Grandioser Showdown an Bord des Luxusdampfers "Queen Elizabeth II".

Memnoch der Teufel

(Originaltitel: Memnoch the Devil)

Im letzten Buch der ursprünglich auf fünf Bände ausgelegten Vampir-Reihe trifft Lestat den Teufel persönlich. Der möchte den mächtigen Vampir für seine Sache gewinnen. Dazu nimmt er ihn mit zu Ereignissen wie der Kreuzigung Jesu und lässt ihn auch mal in die Hölle oder ins Paradies schauen.

   Anne Rice versteigt sich hier in religiöse Höhen (oder Abgründe?), die wir ihr nicht so leicht abkaufen wie die Szenarien, die sie früher entworfen hat. Vielleicht weil von diesen letzten Dingen jeder seine eigene Vorstellung hat und ungern etwas Fremdes übernimmt? Und wir sind doch daran gewöhnt, unserer Lieblingsautorin jedes Wort zu glauben! So wirkt das Buch etwas irritierend, obwohl es (wie praktisch alles von Anne) gut geschrieben und einfallsreich ist.

Pandora

(Originaltitel: Pandora)

Auch Pandora kennt der aufmerksame Leser bereits von früher. Hier erzählt sie uns die Geschichte ihrer Flucht von Rom nach Antiochia und ihre Erlebnisse mit dem Isis-Kult und allerlei finsteren Gestalten.

  Eher eine lange Erzählung als ein Roman und eines der wenigen Bücher von Anne Rice, das aus der Sicht einer Frau geschrieben ist. Recht unterhaltsam, reicht aber nicht an die ursprünglichen Vampir-Romane heran. 

Armand der Vampir

(Originaltitel: The Vampire Armand)

Wer den "Fürst der Finsternis" gelesen hat, kennt auch das Leben von Armand, das dort auf rund 50 Seiten erzählt wird. "Armand der Vampir" bringt im großen und ganzen die gleiche Geschichte, nur auf 500 Seiten ausgedehnt: Armand wird von Sklavenhändlern aus seiner Heimatstadt Kiew nach Venedig verschleppt, wo ihn Marius freundlich aufnimmt und schließlich zu einem Vampir macht. Böse Teufelsanbeter überfallen Marius und entführen Armand. Er wird der Meisterschüler des finsteren Santino, und Jahre später leitet er das Pariser Theater, in dem wir ihn im ersten Band kennenlernten. Zuletzt sehen wir ihn in New York, wo es ihm gelingt, Lestat wieder zu den "Lebenden" zurückzubringen.

Nachdem ich in letzter Zeit ein paar eher mittelmäßige Sachen von Anne Rice gelesen habe, freue ich mich, dass ich wieder mal ein Buch fast uneingeschränkt loben kann. "Armand" ist ein würdiger Nachfolger der ersten fünf Bände, auch wenn die Handlung naturgemäß keine großen Überraschungen bereithält. Doch die bewährte Mischung aus dem Sinnlichen und dem Grausigen fesselt den Leser jedesmal aufs Neue. Viel Platz ist der Person des Marius gewidmet, sicher eine der faszinierendsten Figuren, die Anne Rice je geschaffen hat. Nachdem Marius verschwunden ist, hängt die Handlung ein wenig durch. Ereignisse und Personen aus allen vorigen Bänden werden erwähnt, und Armand hat ein paar Visionen. Aber gegen Schluss wird es dann wieder richtig packend. (Kleiner Fauxpas am Rande: auf einer der letzten Seiten verwechselt Anne Rice eindeutig Nepal mit Tibet - der erste sachliche Fehler, der mir je in einem ihrer Bücher aufgefallen ist.)

Vittorio

(Originaltitel: Vittorio, the Vampire)

Ein eigenständiger Roman, der nichts mit der Chronik der Vampire zu tun hat.

Zur Zeit der italienischen Renaissance verliert der junge Vittorio seine gesamte Familie bei einem Vampir-Überfall. Auf der Flucht gerät er in eine Stadt, deren Bewohner Wohlstand und Frieden offenbar damit erkaufen, dass sie den Vampiren die Schwachen, Alten und Kranken überlassen. Vittorio folgt der Spur der Ungeheuer auf ein nahegelegenes Schloss. Zum einen will er seine Familie rächen, zum anderen hat er sich in die schöne Ursula verliebt, die er wiederzusehen hofft. Doch zuletzt kommt alles ganz anders...

 Spannend, dicht erzählt und ohne Längen - eines der besten Bücher, die ich von Anne Rice gelesen habe. Das 12. Kapitel ist einfach atemberaubend, ein echtes Anne-Rice-Geniestück. 

 

Merrick oder die Schuld des Vampirs

(Originaltitel: Merrick)

Fans haben lange darauf gewartet: hier schlägt Anne Rice endlich den Bogen von den Vampiren zu den Hexen. (Eine indirekte Verbindung über den Talamasca bestand ja schon immer.) Merrick Mayfair, eine Hexe im Dienst des Talamacsa, soll für Louis den Geist von Claudia heraufbeschwören. David Talbot, ihr alter Freund und Ex-Lover ( jaha!), übernimmt es, sie dazu zu überreden. Der größte Teil des Buches ist eine Rückblende in die Vergangenheit, wo David und Merrick einen Schatz im Dschungel von Guatemala suchten (und fanden). Erst im letzten Drittel geht es mit der eigentlichen Geisterbeschwörung los. Allerdings haben weder David noch Louis, noch wir Leser mit so weitreichenden Folgen gerechnet. Nur Merrick hatte, wie es scheint, alles von vornherein im Griff.

Prädikat: Lesenswert! Der Roman bringt nicht nur frischen Wind in die Vampirchronik, er schildert vor allem das Leben der farbigen Mayfairs, deren weiße Verwandte wir aus der Hexenreihe kennen. Wie dort gibt es auch hier starke Frauen, unheimliche Rituale, Geistererscheinungen und stimmungsvolle Bilder von Downtown New Orleans. Und der Schluss macht einen richtig neugierig auf den nächsten Band!

Blut und Goldm

(Originaltitel: Blood and Gold)

Dieses Buch erzählt das Leben von Marius, einem alten Bekannten, der in fast jedem Band der Vampirreihe aufgetaucht ist. 

 Blackwood Farm

Ein weiterer Roman, der die Hexen- und Vampirreihe verbindet.

Blood Canticle

Angeblich der letzte Roman der Vampirserie.

Das Buch ist Stan gewidmet und beginnt mit:
"I want to be a saint."

Ja, es ist Lestat, der da spricht - das ganze Buch ist mal wieder aus seiner Sicht geschrieben. Doch er ist merklich verändert. Er stammelt, er stottert, er sagt etwas, beschimpft sich dann selbst. Betont immer wieder: nein, so will ich nicht mehr sein! - Fängt an und bricht ab. Redet wirr: "I don't want to tell you. Well, I am going to tell you. No, I don't!" usw.
Das ganze wirkt, als würde er beginnen den Verstand zu verlieren, auf jeden Fall steht er arg neben sich.

Jedenfalls... er faselt erst einmal lang und breit herum, dass er ein Heiliger sein will. Er will heilen wie Jesus, er will verehrt werden in den Kirchen, er will Seelen retten "by the millions".


In einer obskuren Phantasie unterhält er sich mit dem Papst (ja, mit DEM Papst...) über Gott und die Welt, über eigentlich alles, was schon in "Memnoch" stand.

 Dabei hechelt Rice ganz aktuell auch das Thema "Terrorismus" durch...

Lestat greint sich dann aus, dass seine "Fans, die ihn verehren, unnetterweise so dreist waren, "Memnoch" zwar zu kaufen, aber nicht zu mögen. Es hätte Beschwerden gegeben, das sei kein Vampir Buch wie die Chroniken davor, hätte mit Lestat nicht mehr viel zu tun.
Die Leute sagen, sie lieben den Lestat aus "Fürst der Finsternis" und wollen mehr über ihren Held lesen, nicht über Himmel und Hölle.
Dabei hätte er doch gnädigerweise uns quasi die ganze Geschichte des Christentums erzählt und uns soviel zu denken gegeben über die Frage nach dem Sinn und dem Leben.
 

(Er hat uns seinen Bericht über seinen Trip in den Himmel und die Hölle anvertraut und was geschah? Ja, Memnoch ist der absolute Bestseller unter den Vampirbüchern, falls uns das interessiert, aber die meisten Fans mögen es einfach nicht! )

Die sterbende Mona Mayfair flieht zu Quinn auf die Blackwood Farm, wo Lestat sie zum Vampir macht, weil Quinn Mona nicht gehen lassen kann.
Dann tauchen Rowan Mayfair und ein Priester namens Kevin Mayfair auf und wollen Mona sehen. Lestat, der mit den beiden spricht, kann das knapp abwenden. Rowan schöpft natürlich Verdacht, dass da etwas nicht stimmt und merkt wohl auch, dass Lestat kein Mensch ist.

Lestat verliebt sich auf der Stelle in Rowan (wobei mir der Gedanke kam, dass sie ihn an Gabrielle erinnert...) und zum Abschied knutschen die beiden schon mal eben so rum. Lestat ist hin und weg, behauptet zum wiederholten Male noch nie so einen tollen Menschen gesehen zu haben und noch nie so geliebt zu haben. (Anmerkung: die beiden haben vielleicht 5-10 Minuten miteinander gesprochen...)
Plötzlich taucht auch Onkel Juliens Geist auf und verspricht Lestat, ihm heimzuzahlen, dass er es wagte, Mona nicht sterben zu lassen - Julien hatte wohl schon auf sie gewartet - und ihre Seele so zu verdammen.

Lestat fährt mit Mona und Quinn nach New Orleans, damit die beiden dort jagen können. Dabei erspürt er zwei Vampire, die nicht zu Maharets Coven gehören. Einen Mann und eine Frau, arabisch aussehend, die sich nicht an Lestats/Marius Regel halten, nur "Evil-Doer" zu killen.
Prompt findet er im Hotelzimmer der beiden einige Kinder, die noch halb am Leben sind. Er lässt die beiden Vampire von Mona und Quinn töten und übergibt die Kinder an den Hotelpagen.

Danach fahren sie zu seinem Haus. Dort setzt sich Mona an den Computer, um über ihr Vampir-Dasein zu schreiben. In seinem Zimmer erscheint Lestat wieder Onkel Julien, der ihn erneut beschimpft. Dann erscheint auch noch der Geist Stella Mayfairs, der Lestat mit "Ducky" anredet und ihn verspottet.
Lestat ist schließlich so genervt, dass er in das Haus der Talamasca flieht. Ein Angestellter namens Stirling nimmt ihn auf. Dort trifft er am folgenden Abend Rowan und Michael, die wissen wollen, was mit Mona ist. Lestat kann sich nochmals beruhigen, doch Rowan misstraut ihm.

In seinem Haus erlaubt er Mona, Rowan anzurufen. Was ein Fehler ist. Rowan lässt die Adresse des Anschlusses herausfinden und rauscht mit Michael an.
Als sie Mona sieht, erkennt sie, dass etwas Unheimliches geschehen ist und gerät in einen Schockzustand. Lestat kann sie zwar wieder etwas beruhigen, so dass Michael mit Rowan nach Haus fahren kann, aber dort verfällt sie dem Wahn.
Michael kommt am folgenden Abend besorgt zu Lestat und bittet ihn, nach Rowan zu sehen und sie vielleicht wieder zu "heilen". (Weil Lestat ja irgendwie schon Mona heilen konnte, soviel hat Michael, der in diesem Band nicht so helle daherkommt, schon kapiert.)

Mona derweil hat sich auf die Idee fixiert herauszufinden, was mit ihrem Kind Morrigan passiert ist.
Lestat geht mit Mona und Quinn ins Haus der Mayfairs und "heilt" Rowan dadurch von ihrem "Wahn", dass er ihr telepathisch steckt, dass er ein Vampir ist und Mona zum Vampir gemacht hat.

Daraus entspinnt ein Gespräch über "Blood Children", wie Anne Rice Vampire jetzt plötzlich immer nennt. Bis eine Mayfair-Oma (Dolly-Jean) sich dazu gesellt und verkündet, sie werde jeden persönlich erschießen, der noch einmal dieses Wort benutzt - warum sagen sie nicht einfach Vampire? (Sehr wahr...)
Dolly Jean erzählt auch davon, Louis gesehen zu haben, vor langer Zeit: ein schwarzhaariger Vampir, der entschwindet, wenn man das Kreuzzeichen macht - nicht aus Furcht, sondern aus Respekt.

Mona wird ziemlich griffig und fordert von Rowan Informationen über Morrigan. Rowan und Michael erzählen soviel sie wissen über die Taltos-Wesen. Aber sie wissen nicht, wo Morrigan hingegangen ist und ob sie noch lebt.
Mona wird hysterisch, Lestat und Quinn können sie noch bändigen.
Die drei Vampire ziehen sich in Lestats Haus zurück. Dort gerät Mona mit Lestat am nächsten Abend schwer in Streit. Ihm gefällt ihr zickiges, kindisches, ewig forderndes Benehmen nicht, sie beleidigt ihn recht hinterhältig, indem sie ihm Dinge, die sie inzwischen in seinen Vampir-Chroniken gelesen hat, an den Kopf wirft.

Z.B. nochmal, was er mit Claudia gemacht hat (interessanterweise wird nie erwähnt, dass gerade DIES Louis' Buch ist...) Und dass alle seine Zöglinge ihn hassen würden.
Lestat rastet fast aus. Fast, denn Mona kann noch fliehen, bevor er sie hinauswirft oder Schlimmeres tut.
Er schickt ihr Quinn hinterher, auf sie acht zu geben.
Später reflektiert Lestat noch einmal. Und stellt unglücklich fest, dass Mona ihn so gestroffen hat, weil in ihren Beleidigungen ein Körnchen Wahrheit ist. Er grübelt kurz, warum er so ein Pech mit seinen Schöpfungen hat. (Ohne wieder Louis zu erwähnen - sorry, es ist ECHT merkwürdig!!! - denn Lestat klappert Gabrielle und Nicolas ab und dann kommt gleich Claudia...)

Plötzlich meldet einer von Lestats menschlichen Wachleuten Besuch. Ein Bediensteter von der Blackwood Farm sucht dringend Quinn.
Lestat kontaktiert Quinn telepathisch und zu dritt (ja, wieder mit Mona...) sehen sie auf der Farm nach dem Rechten. Dort ist Patsys (Quinns Mutter) Geist der Angestellten Jasmin erschienen. Das Haus ist in Aufruhr. Sogar der Sheriff ist angetanzt.
Lestat verspricht, die Sache in die Hand zu nehmen. Mona bietet ebenfalls ihre Hilfe an. Was Lestat ignoriert.
Patsys Geist erscheint Lestat in der Nacht. Mit frommen Sprüchen und schließlich sogar Latein "Wir loben dich, wir preisen dich, wir flehen dich an - Ehre sei Gott, dem Vater!" (dafür reicht mein verschüttetes Schullatein noch...) öffnet er ihr "den Weg in das Licht".

Mona und Quinn sind beeindruckt. Mona entschuldigt sich umgehend ausführlich bei Lestat für alle ihre Vergehen. Und sagt ihm, dass sie jetzt einsieht, dass nur er der Boss ist. Er, der Meister, der Schöpfer, der Lehrer.
Lestat hat derweil Maharet mehrmals telepathisch um Hilfe bei der Suche nach den Taltos angerufen.
Auf unerwartete Weise erhält er Antwort: kurz vor Sonnenaufgang kommt Stirling von der Talamasca auf die Farm gefahren und überreicht Lestat den Ausdruck einer Email von Maharet, die sich an die Talamasca geschickt hat. (Wir fragen jetzt nicht warum Maharet die sicher totgeheime Adresse der Talamasca kannte, aber nicht einfach die von Quinn oder Mona...)
In der Mail fordert sie Lestat auf, sich doch bitte endlich auch eine Email-Adresse zuzulegen (Anmerkung dazu: Anne Rice hat auch keine! )
Und sie weiß, wo die Taltos sind: auf einer Insel in der Karibik.

Die drei Vampire machen sich am nächsten Abend schick aufgebrezelt auf den Weg. Auf der Insel stellen sie fest, dass das Gelände in der Hand eines Drogenhändlerbosses ist (oder wie immer ihr Drug Lord übersetzen würdet...)
Lestat richtet unter dessen Leute, die natürlich alles Finsterlinge sind und Spanisch oder mit spanischem Akzent reden, ein Gemetzel an, dass stark an Akashas Wüten erinnert. Wobei Lestat ebenso natürlich immer wieder betont, wie sehr in das doch anwidert.
Schließlich finden die drei in der Villa des Chefs einen angeketteten Taltos - Oberon, der als Liebesdiener der Mutter des Chefs gehalten wurde. (Erfreuliches Detail: sie ist Ende fünfzig und hat sich für ihn extra die Vagina operieren lassen, damit sich so eng und fest wie die einer 12-jährigen ist... das wollten wir doch alle wissen, nicht?)
Lestat befreit Oberon, der sofort die alte Geliebte (im wahrsten Sinne des Wortes...) erschießt. Sie erfahren von ihm, dass wahrscheinlich auch noch seine zwei Schwestern leben. Sie alle sind Kinder von Ashlar und Morrigan, die aber beide wohl tot sind.
Auf der Insel in der Hand des Drogenhändler Rodrigo findet die drei Vampire noch zwei weitere Taltos: Oberons Schwestern Miravelle und Lorkyn. Miravelle ist ein ziemliches Dummchen, Lorkyn clever, aber kalt (sprich: ein typischer, weiblicher Anne Rice Charakter...).
Natürlich killt Lestat Rodrigo.
In einem Gefrierschrank finden sie die Leichen von Morrigan und Ash. Lestat ruft Rowan an, die sofort mit einem superteuren Privatjet und einigen Lakaien anfliegt, um die Leichen und alle Microprozessoren der Computer mitzunehmen. Oberon und vorher Ash hatten über die Taltos und auch über die Mayfairs geforscht.
Lestat und Rowan stürzen sich vor Abflug ohne erkennbaren Grund leidenschaftlich aufeinander, küssen sich frenetisch.

Wieder in New Orleans werden die Taltos feierlich beigesetzt, die überlebenden drei entscheiden sich, bei Rowan Mayfair zu leben. Lorkyn will sogar Medizin lernen.
Lestat klopft sich wieder mal kräftig selbst auf die Schulter, was er doch für ein wahnsinnig toller Kerl ist.
Ja, magnificient...

Ein weiteres Mal erscheint ihm in der Nacht Onkel Juliens Geist. Lestat versucht ein ähnliches "gehe in das Licht" Ritual wie bei Patsy, und versucht sogar, Julien schließlich "dementorenmäßig"die "Seele" auszusaugen... Julien verschwindet.
Eines Nachts sind Quinn und Mona auch verschwunden und Haushälterin Jasmin teilt Lestat mit, dass ein bleicher, schwarzhaariger Mann sie abgeholt hätte. Nein, nicht Louis... Aus mir völlig schleierhaften Gründen weiß Lestat sofort: das war Kayman. (Ok, er hat vielleicht Jasmins Gedankenbilder gesehen, aber steht da nirgends...)
Kayman hat auch eine Nachricht von Maharet hinterlassen, in der sie auch noch Lestat über den Klee lobt, wie er sich doch moralisch entwickelt hätte, und sagt, dass sie Mona und Quinn als Schüler aufnimmt. Die beiden seien ja so begabt!

Lestat wird auf Blackwood Farm einquartiert und nimmt die Gewohnheit an, im Nachthemd zu übertagen und vor dem Schlafen Charles Dickesn zu lesen. Alle lieben ihn.
Am Ende schließlich trifft er noch einmal seine "geliebte Rowan". Sie fleht ihn an, sie zum Vampir zu machen, sie wolle das. Ihre ganze Leidenschaft gehöre ihm.
Ja, und Lestat tut es NICHT.
Voller Pathos erzählt er ihr, wie wichtig sie als Mensch sei, ihre Arbeit, ihr ganzes Leben als Kopf der Mayfairs. Er wolle ihr Zeit geben. Vielleicht käme ja mal der Tag...
Dann gibt es noch eine Runde "heavy petting" im Gras und Abgang Rowan.

Lestat zieht sich auf Blackwood Farm wieder sein Nachthemd an und legt sich ins Bett. Dort sinniert er über seinen Edelmut. Der Geist Stellas erscheint und lobt ihn auch noch einmal, wie toll er doch sei. Onkel Julien würde ihn jetzt auch nicht mehr belästigen.

Das Buch endet:
"love becomes again my reprimand, my goad, my song. The End."

 

 

 





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