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Überblick über den amerikanischen Automarkt
Allgemein íst zu erwähnen, dass es in den USA so gut wie keine Kleinwägen gibt, denn sie sind (verständlicherweise) dort sehr unbeliebt. Deshalb möchte ich auf Kleinwägen, die in den USA hergestellt werden nicht näher eingehen, ich kenne auch gar keine, und ich glaube dass sie ausser Mietwagengesellschaften niemand sonst kauft. Ansonsten haben die kleinsten amerikanischen Autos die Grösse eines VW Bora (in Amerika heisst dieser übrigens Jetta). Anstelle von Kleinwägen gibt es in Amerika die Pick-Up-Trucks, sie sind meist kostengünstiger als andere Fahrzeuge und eignen sich gut um sich fortzubewegen und zum Transport, Einkaufen etc. Hat jemand also in Amerika nicht so viel Interesse an Autos und Prestige wird er höchstwahrscheinlich einen Pick-Up-Truck fahren. Was es in den USA auch nicht gibt sind Autos mit Diesel-Motoren. Das verwundert nicht, denn ich halte es für Schwachsinn, Motoren, die ursprünglich für LKW's gedacht waren in PKW's einzubauen. Der Hauptgrund ist aber, dass Diesel-Kraftstoff in Amerika genauso teuer ist wie Benzin, was von Natur aus auch so ist. In Deutschland ist Diesel nur deshalb billiger, weil darauf weniger Mineralölsteuer zu entrichten ist als auf Benzin. Wer auf diese dämliche Idee gekommen ist weiss ich auch nicht. Mehr zu Benzin- und Kfz-Kosten in USA gibt's hier. Jedes Auto das sich in Amerika verkaufen will sollte mindestens 100 PS und 2 Liter Hubraum haben, darunter läuft nichts! Dagegen sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt, denn der Staat zockt einen zum Glück nicht ab wenn man grosse Autos fahren möchte! Die meisten Amerikaner sind grosse Fans von Autos die was unter der Haube haben und was hermachen. Die meisten Familien fahren auch mehr als 2 Autos, und wenn die Kinder mit 16 ihren Führerschein machen haben sie dann in der Regel auch das eigene Auto, oft einen Pick-Up-Truck, oder ein pony car (siehe unten). Ist ja auch kein Problem, denn anders als in Deutschland lernt man ja bereits das Fahren auf grossen Autos und hat somit viel bessere Fahrerfahrung. Autos mit deren Grösse in Deutschland ein 20jähriger Probleme hat, sind für einen 17jährigen Amerikaner in der Regel eine Selbverständlichkeit.
Jedem dürften die "grossen drei" amerikanischen Autohersteller bekannt sein, nämlich Ford, GM und (Daimler)Chrysler, jedoch wissen die wenigsten Deutschen, welche Untermarken es gibt, bzw, zu welchem der drei Konzerne sie denn gehören.
Ford Ford (nicht zu verwechseln mit Ford Deutschland!!!!) Mercury Lincoln ausserhalb USA: Jaguar, Volvo, Ford Deutschland, Ford GB, Ford Australien
GM (General Motors) Chevrolet (Hauptmarke, auch Chevy genannt) GMC (General Motors Corporation, urprüngliche Marke) Caddillac (Luxusfahrzeuge) Pontiac (sportliche Fahrzeuge) Buick (Halb-Luxusfahrzeuge) Saturn (Fahrzeuge im "Toyota-Look") Oldsmobile (leider wird die Marke demnächst aufgegeben) ausserhalb der USA: Opel, Saab(Schweden), Vauxhall (GB), Holden (Australien)
Chrysler Chrysler Dodge (sportliche Fahrzeuge, Trucks, SUV's) Jeep (SUV's) frühere Marken: Eagle, Plymouth ausserhalb der USA: Mercedes-Benz
Ausser den US-Cars gibt es auch viele Autos japanischer Herkunft, jedoch meist nicht die Modelle, die man aus Europa kennt. In Amerika werden grössere Autos mit besserer Ausstattung verkauft. Toyota, Honda und Nissan haben sogar exklusiv für den US-Markt eigene Luxusmarken gegründet, das sind Lexus (Toyota), Acura (Honda), und Infiniti (Nissan). Diese Marken sind bei wohlhabenden US-Kunden sehr beliebt, da sie viel Prestige vermitteln, ähnlich wie die Mercedes S-Klasse.
Auch einige deutsche Autohersteller sind in den USA aktiv, jedoch nur mit ihren Topmodellen. Zum Beispiel verkauft Mercedes-Benz die A-Klasse in Amerika (zum Glück) überhaupt nicht, denn niemand würde sie kaufen wollen. Und die anderen Modellen (C-, E-, S-Klasse) werden nur mit den grössten Motoren, die lieferbar sind angeboten, denn wer in den USA Mercedes fahren möchte, der will mindestens 200 PS und 6 Zylinder, am liebsten aber 8 Zylinder. Deutsche Marken in Amerika Mercedes-Benz (entweder Mercedes oder Benz genannt, jedoch niemals "Daimler" wie bei uns!) BMW (umgangssprachlich "Bimmer" genannt) Audi VW (Volkswagen genannt, selten VW) Porsche
Die "pony cars" Als typisch amerikanisch gelten Autos, die richtig viel PS haben, mit Heckantrieb ausgestattet sind und mit Komplettausstattung für $20 000 bis $25 000 zu haben sind. Dazu gehören heute der Chevy Camaro, der Pontiac Firebird, und der Ford Mustang, die alle drei eine lange Tradition haben, die bis in die 60er Jahre zurückreicht. Beliebt sind sie vor allem bei High-School-Schülern und College-Studenten, da sie sehr sportlich und wie gesagt nicht so teuer sind, und ein jugendliches Image haben. Aus dem Bild der typischen High School mit all ihren Sportveranstaltungen und ihrem school spirit sind die pony cars daher nicht mehr wegzudenken. Aber auch junggebliebene berufstätige Leute fahren sie gern. Der Camaro und der Firebird (beide der GM-Familie zugehörig) teilen das gleiche Fahrwerk und die gleichen Motoren, und auch sonst noch viel Innenleben, jedoch sind sie äusserlich doch sehr verschieden und für sich einzigartig. Sie sind knapp 5 Meter lang, 4-sitzig, und es gibt sie mit V6- und V8-Motoren, sowohl als Coupes, Targas (abnehmbare Glasdachteile) und Cabrios. Die Einstiegsversionen mit V6-Motor haben so um die 200 PS, was ja schon viel erscheint, aber die Topversionen mit 5.7-Liter-V8 erreichen tatsächlich 320 PS, und das wie gesagt für weniger als 25 000 bucks. Wenn man in Deutschland ein vergleichbares deutsches Auto haben wollte müsste man schon so um die 120 000 DM hinblättern, oder sogar noch mehr. Das ist es, was an diesen pony cars so faszinierend ist. Der Ford Mustang ist etwas kürzer als die GM-Konkurrenz, nur 4.50 Meter, aber das sieht man ihm kaum an, da auch er eine sehr eindrucksvolle Motorhaube hat und einfach klasse aussieht. Es gibt ihn als Coupe und Cabrio, nur nicht als Targa, aber das würde zu ihm auch kaum passen. Auch der Mustang hat (ausser dem einen Pferdchen vorne drauf) jede Menge "ponies" unter der Haube, mit dem V6 200 PS, und mit dem 4.6-Liter-V8 in der günstigeren Version 260 PS und in der "Cobra"-Version 320 PS. Das ganze gibt es wie bei den anderen ebenfalls für unter $25K! Der Mustang ist auch der beliebteste der Gattung, er hat irgendwas Magisches was den anderen beiden zu fehlen scheint, auch wenn ich finde dass alle drei gleich bombastisch sind. Dieser Beliebtheitsunterschied ist in den letzten Jahren so extrem geworden, dass es leider zum traurigsten Beschluss der amerikanischen Automobilgeschichte kommen musste: Camaro und Firebird gehen 2002 in ihr letztes Modelljahr und werden erstmal ersatzlos gestrichen!!! Das ist wirklich ein einziges Trauerspiel, anders kann man es nicht nennen, denn für die beiden Ikonen gibt es ein eigenes Werk in Quebec, Canada, wo sie gefertigt werden, das nun leider geschlossen werden muss. Hätte man das in den 80ern oder frühen 90ern irgendjemand erzählt, man wäre als Vollidiot abgestempelt worden. Und so reitet einzig und allein der Ford Mustang weiterhin über amerikanische High-School parking lots und highways. Ob die GM-Kollegen irgendwann wieder zum Leben erweckt werden ist noch völlig unklar, aber die Fans sind sich dessen sicher. In diesem Sinne: See ya very much later!
pony car-Fansites
Pontiac Firebird: sehr professionell aufgemachte Seite mit allen Infos, Forum, und vielen interessanten Links. Unbedingt vorbeischauen!
Ford Mustang: auf dieser Seite erzählt ein deutscher Mustang-Besitzer über seine Erfahrungen mit dem Auto und mit dem leidigen deutschen TÜV beim anmelden. Wirklich sehr lustig zu lesen, besonders für Leute, die auch US-Cars fahren.
Übrigens: Mein US-Car, der Ford Probe ist kein echtes pony car, er sieht ihnen nur zum verwechseln ähnlich. Jedoch hat er Frontantrieb, und hat nicht ganz so viel Leistung, da keine V8-Motoren lieferbar waren. Er gehört vielmehr in die Kategorie der amerikanisch-japanischen Sportcoupes, zu denen auch der Mitsubishi Eclipse und der Honda Prelude gehören. Der Probe wird seit 1997 leider nicht mehr produziert, sein Nachfolger ist der Mercury Cougar. (Der Cougar ist wirklich kein Ford, er wird nur ausserhalb der USA als Ford verkauft, weil die Marke Mercury nur in Amerika bekannt ist. Ein grosser Fehler meiner Meinung nach!!! Als Mercury würde er hierzulande mehr als amerikanisches Auto wahrgenommen werden!) |
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Zunächst einmal muss eines gesagt werden: Viele Europäer verstehen unter dem Begriff "Kultur" nur Dinge wie Oper, Theater, Museen und mittelalterliche Geschichte. Auch in Amerika gibt es selbverständlich Institutionen wie die Oper, sie sind nur nicht ur-amerikanisch sondern eben europäischen Ursprungs. Zur Kultur eines Landes gehört jedoch wesentlich mehr wie nur Mozart und Shakespeare, zum Beispiel die Sprache, Slang, Film- und Fernsehproduktionen, Speisen, Musik und vieles mehr. Und somit hat Amerika unter den heutigen Kulturen die vielfältigste! Geprägt von Einwanderern aus aller Herren Länder sind die heutigen USA ein Schmelztiegel, der die ganze Welt, auch Europa, unglaublich stark beeinflusst hat in, und zwar v.a. in den letzten 50-100 Jahren!
Was Amerika aber nicht macht ist sich hinter seiner Kultur zu verstecken, so wie einige europäische Länder, die einmal gross waren, und es heute nun mal nicht mehr sind, und ihre Kultur als Entschuldigung für eine verlorene Weltmachtsstellung präsentieren. Amerika lebt mit seiner Kultur und schiebt sie nicht als einzige Errungenschaft in den Vordergrund. Das haben die Amerikaner nicht nötig.
Zur amerikanischen Kultur gehören beispielsweise die Hollywood-Studios, deren Produktionen auf der ganzen Welt bekannt sind. Das Warner-Brothers-Studio wurde von vier polnischen Einwanderern gegründet, eben den Warner Brothers, und ist heute eine der grössten Filmgesellschaften. Paramount Pictures wurde von einem ungarischen Einwanderer gegründet und ist ähnlich gross. Aber noch mehr als die Kinoleinwand wurde der Fernsehschirm ("the tube") von amerikanischer Unterhaltung geprägt. Die Idee, kommerziell Fernsehen zu veranstalten und durch Werbespots zu finanzieren stammt aus den USA und wurde in dieser Form erst viel später von anderen Ländern kopiert. Da ist nur an die deutsche Saure-Gurken-Zeit zu erinnern, als es nur öffentlich-rechtliches Fernsehen gab, das war bis 1984 so, also noch 40 Jahre nachdem in Amerika damit begonnen wurde. Öffentlich-rechtliches Fernsehen entsprang einer völlig anderen Grundphilosophie, nämlich der Informationsverbreitung. Die Idee, Unterhaltung über dieses Medium auszustrahlen war etwas anderes und hängt stark mit der Werbewirtschaft zusammen. Fernsehwerbung wird in den USA als völlig selbverständlicher Teil des Fernsehens akzeptiert, und nicht als störend empfunden, da Fernsehen zusammen mit Werbung grossgeworden ist. Die Amerikaner haben in Sachen Werbespots auch wesentlich mehr drauf als jedes andere Land, und deshalb kann man sich US-Fernsehwerbung durchaus auch ansehen. Die Spots stecken voller Ideen und sind nicht so flach wie deutsche Spots. So sind in Amerika einige Unterhaltungsformate entstanden, die fest zu amerikanischen Kultur gehören: Sitcoms Episoden mit einer Länge von 30 Minuten incl. Werbung, vor Publikum produziert, mit der Aufgabe, leichte Unterhaltung zu schaffen. Die meisten dieser hervorragenden Serien spiegeln den American Way of Life auf satirische Weise wieder und sind sehr beliebt. Sie sind seit über 50 Jahren fester Bestandteil des US-Fernsehens. Bekannteste Vertreter: Cosby Show, Seinfeld, Home Improvement, Alf, Friends und unzählige mehr. In Deutschland wurden Sitcoms erst recht spät bekannt, Mitte der 80er Jahre mit der Cosby Show und Alf. Soap Operas Jeder dürfte wissen was damit gemeint ist, jedoch haben amerikanische Soaps ein ganz bestimmtes Merkmal: Sie laufen grundsätzlich nur tagsüber, d.h. vor abens um 6, und werden deshalb als day time shows bezeichnet. Sie laufen in täglichem Rhythmus über Jahre hinweg. Die Bezeichnung "soap" kommt daher, dass zur besagten Sendezeit hauptsächlich Hausfrauen und -männer während der Hausarbeit fernsehen, und deshalb hauptsächlich Waschmittelwerbespots gesendet werden. Oft werden Soaps und Sitcoms verwechselt, jedoch sind sie völlig verschieden, schon allein wegen dem Ausstrahlungsrhythmus. Sitcoms laufen nur im wöchentlichen Turnus, und abends! Game Shows Wheel of Fortune, Jeapardy, und The Price is Right sind in den USA keine Modeerscheinungen wie bei uns, sondern seit Jahrzehnten fester Bestandteil des syndication-Fernsehens (>US-Fernsehen).
Die USA sind nach wie vor das reichste Land der Welt, deshalb ist der Lebensstanard auch entsprechend hoch. Das zeigt sich in fast allen Lebensbereichen, und wird im Vergleich zu Europa v.a. in den niedrigen Lebenshaltungskosten deutlich. Nicht nur Lebensmittel und andere Dinge die man kauft sind sehr viel günstiger als in Europa, sondern v.a. auch Notwendigkeiten wie die Stromversorgung, Wasser, Online-Kosten und natürlich Benzin. Das liegt hauptsächlich auch daran dass der Staat nicht ständig wie ein Aasgeier auf Beute lauert, sondern sich so gut es geht aus dem Wirtschaftsgeschehen raushält. In den USA herrscht nämlich freie Marktwirtschaft, und frei steht nicht einfach so da, sondern hat wirklich eine Bedeutung. Der Einzelne hat deutlich mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen und der Altersvorsorge, dafür wird er vom Staat aber auch in Ruhe gelassen! Man erhält von seinem Gehalt nicht nur 40% oder so, sondern ein ganz hübsches Sümmchen, denn ausser der (natürlich niedrigen) Einkommenssteuer wird sonst im Regelfall nichts abgezogen. Der Höchststeuersatz liegt bei 28% (!), ich glaube in Deutschland sind es über 42%! Dadurch hat man schon das Gefühl, dass man für sich selbst und nicht für "Vater Staat" arbeitet! Wenn man sich die Bevölkerung in einer durchschnittlichen amerikanischen Stadt so ansieht, stellt man fest, dass jeder in seinen eigenen 4 Wänden wohnt, meist in Form eines schönen Einfamilienhauses mit einer grosszügigen Rasenfläche davor! Denn Grundbestiz ist in Amerika kein Luxusgut, fast jeder besitzt ein Grundstück, und die Häuser sind aus Holz, haben eine perfekte Raumeinteilung und ein sehr sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. So bekommt man für $150 000 schon ein sehr schönes Eigenheim. Dagegen gibt es für DM300 000 in Deutschland nicht mal eine Wohnung.
Bei den Autos gibt sich ein ähnliches Bild. Überwiegend sieht man grosse Autos amerikanischer Produktion, viele haben V6- und V8-Motoren, und was auch auffällt ist, dass eigentlich kein Auto älter als 5 Jahre ist. Das liegt daran dass man für $20 000 beispielsweise schon ein Auto bekommt, das über 5 Meter lang ist und 200 PS hat. Schon für $15 000 bekommt man einen schönen grossen Pick-Up-Truck, auch mit grossem Motor. Es ist in den USA auch viel alltäglicher, ein Auto zu leasen, denn man muss keine Anzahlung leisten! Nichts! Im Gegenteil, man erhält desöfteren sogar $1 000 "Cash Back", bar auf die Kralle, wenn man einen Leasing-Vertrag abschliesst, da fällt es einem natürlich nicht schwer, sich für ein neues Auto zu entscheiden, denn die monatlichen Leasingraten sind ja kein Problem. In Deutschland läuft das alles nicht, da sich der Gesetzgeber viel zu sehr einmischt, und so fährt hier halt meistens nur Schrott rum!
Weiter geht es beim Einkaufen! In jeder grösseren Gegend gibt es riesige Shopping Malls, die die Geschäfte einer ganzen Kleinstadt beherbergen! Dort findet man alles was das Herz begehrt, und was ganz wichtig ist, zu vernünftigen Preisen. (Wenn man das als Deutscher im Moment nicht so empfindet liegt das am hohen Dollar-Kurs, aber für einen Amerikaner ist $1 eben $1, nie mehr und nie weniger). Es gibt auch immer geräumige Parkplätze, und immer genug davon, so dass es keine nervige Parkplatzsuche gibt. Bei Lebensmitteln findet man natürlich auch alles. Die riesigen Supermärkte sind hervorragend sortiert, immer sauber, sind meistens 24 Stunden geöffnet, und es gibt immer genug offene Kassen. Die sind übrigens nicht so eingepfercht wie bei uns, sondern schön breit, und dafür steht am Ausgang der "Greeter", der gleichzeitig auch auf evtl. Ladendiebe aufpasst.
Kommt man in ein Restaurant, wird man sofort empfangen und zu seinem Platz gebracht, kurz darauf steht auch schon der "Waiter" da und nimmt die Bestellung auf. Während des Essens kommt er auch desöfteren vorbei und vergewissert sich, dass alles in Ordnung ist.
Das alles trägt eben doch sehr dazu bei, dass man sich viel wohler fühlt wenn man aus dem Haus geht, als in Deutschland. Man fühlt sich sehr viel freier wenn man aus einem grossen Haus tritt, durch den Vorgarten zur Garage läuft und dann durch eine grosszügige Wohngegend fährt, andere grosse Häuser sieht als wenn man sich aus seiner Wohnung durch's Treppenhaus schleppt und Häuserblocks sieht, die dicht an dicht gepresst sind. Und wenn es sich dann eben nicht nur Reiche leisten können dort zu leben, umso besser.
Ich glaube in Deutschland gibt es bezüglich des Essverhaltens in Amerika nur dumme Vorurteile, wie sie dümmer nicht sein könnten. Da hört man von Leuten, die noch gar nie dort waren Dinge wie "Die Amis fressen den ganzen Tag McDonald's-Hamburger und sind alle fett". Wenn ich so etwas nur höre stehen mir die Haare zu Berge und ich muss mich zusammennehmen, dass ich nicht durchdrehe! Also wie fange ich am besten an? Es stimmt dass es in Amerika McDonald's gibt. Nur muss man leider sagen dass McDonald's von der Qualität der Produkte her auf unterster Stufe steht, nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika! Und jetzt kommt's: McDonald's steht auch im Segment "Fast Food" auf unterster Stufe! Das wissen viele Deutsche nicht, sie denken immer Fast Food = McDonald's, was ungefähr gleichbedeutend ist mit Tageszeitung = Bild! Es gibt in Amerika viel mehr Fast Food-Ketten, und sie sind alle viel besser! Deshalb hat Fast Food dort einfach einen viel besseren Ruf als bei uns, weil es dabei Abwechslung gibt. Hinzu kommt aber noch das die Amerikaner natürlich nicht immer Fast Food essen, sondern hervorragend selbst kochen oder in hervorragende Restaurants essen gehen. Fast Food ist hauptsächlich beliebt für die Mittagspause, oder wenn man unterwegs ist, und was ist dagegen bitte einzuwenden? Ich würde sagen überhaupt nichts! So weit sind wir jetzt also, dass wir wissen, die Amerikaner können kochen! Was sie kochen lässt sich auch nicht in 2 Sätzen zusammenfassen, es gibt nämlich mehr Gerichte als in ganz Europa zusammen. Da ich nicht alle aufzählen kann, bzw. keine Rezepte kenne empfehle ich dafür die hervorragende Rezept-Site allrecipes.com
Meine Lieblingsspeisen sind z.B. das "All-American-Breakfast" mit Spiegeleiern, gebratenem Speck, und Hash-Browns (Potatos), ein saftiges Steak mit einer "baked potato" und Sour Cream, Taco's, Chicken Wings, Fried Chicken Salad, und und und............................. Backwaren sind auch sehr lecker, v.a. mag ich Doughnuts mit Füllung und Cinnamon Rolls!
Fast-Food-Restaurants: Taco Bell Hier gibt es alles was scharf ist und macht. Tacos, Burritos, Mexican Pizza, oder alles in Kombination. Hervorragend und sehr beliebt, zudem landesweit verbreitet. Noch ein grosser Vorteil: "open late", wenn viele andere Restaurants schon zu haben, und der Drive-Thru ist oft 24 Stunden offen. Kentucky Fried Chicken KFC ist weltweit bekannt, da gibt's einfach alles was mit chicken zu tun hat, mit vielen leckeren "side dishes". Landesweit verbreitet. Jack in the Box Diese hervorragende Kette hat u.a. die besten Bacon Burger, aber auch Tacos und finger foods. Leider findet man sie nur in Texas und California, in anderen Staaten nur ganz wenige. Wendy's Der Werbeslogan von Wendy's lautet "Old fashioned hamburgers". Das Fleisch ist wirklich gut, und die Burger gibt es in regular, double und triple size. Sehr empfehlenswert: der Spicy chicken sandwich (meal no.6). Wendy's gibt es landesweit, auch in Innenstädten. Chekker's Diese Kette ist leider eher selten anzutreffen. Es gibt nur Drive-Thru, und das auf 2 Seiten, d.h. auf der linken Seite sollte ein Beifahrer dabei sein um das Essen entgegenzunehmen. Sehr gute Burger und Fries. Captain D's Auch selten ist dieser Laden, ich kenne ihn aus Mississippi, Louisiana und Texas. Hier gibt es hauptsächlich seafood, also shrimps und solche Sachen, gut gewürzt und nicht so teuer. Fish gibt es auch. Popeye's Diese Kette gibt es eigentlich im Süden (Louisiana, Mississippi, Texas) recht häufig, und die Restaurants sehen richtig süss aus mit der echten "Popeye"-Schrift, wie aus einem Comic. Gefällt mir sehr gut. Es gibt hier viel chicken und seafood. Arby's Das Restaurant mit dem grossen Cowboy-Hut ist bekannt für seine rost beef sandwiches, die in allen möglichen Variationen zu haben sind, und das recht günstig. Eignet sich für figurbewusste Hungrige. Hardee's Hier war ich eigentlich noch nie so richtig, ausser auf einen Kaffee vielleicht. Sieht aber auch recht gut aus und ist preislich denke ich eine gute Alternative zu McD's. Verbreitet ist Hardee's v.a. in Tennessee und drum herum. Carl's Jr. Diese Kette kenn ich leider überhaupt noch nicht, irgendwie denke ich immer dass es da nur "junior sized burgers" gibt, aber ich glaube das stimmt gar nicht. Ruhig ausprobieren, man wird bestimmt satt. Verbreitet ist die Kette hauptsächlich an der West Coast. What-a-burger Diese Kette stammt aus Corpus Christi, Texas und ist auch hauptsächlich in Texas verbreitet. Es fällt auf das die Restaurants 24 Stunden offen sind. Leider kenne ich What-a-burger aber nicht weiter. Fatburger Diesen Laden findet man nur in L.A., dort aber dafür häufig. In Las Vegas ist auch eine Filiale. Spezialität sind grosse Burger nach traditioneller Art, ebenso die Fries. Ein Menu bekommt man, wenn man "the big fat deal" bestellt. Pal's Erinnert an Checker's weil es auch nur einen Drive-Thru gibt, hier bezahlt man aber auf der einen Seite und kriegt sein food auf der anderen. Pal's hat gute hot dogs und fries, ich kenne es aber leider nur aus Tennessee. Pizza Hut Ich glaube auch in Deutschland kennt jeder Pizza Hut, nur gibt es sie in Amerika viel häufiger und man zahlt nicht so viel wie hier. Free Refills gibt es ausserdem. Für ein Fast Food Restaurant ist Pizza Hut sehr gemütlich, und man wird bedient. Taco Cabana Eine Alternative zu Taco Bell, gibt es aber nur in Texas. War selbst noch nie drin, sieht aber einladend aus. Fazoli's "Italian food! Fast!" lauter der Werbeslogan von Fazoli's. Man holt sich sein Essen vorne ab und sitzt dann aber sehr gemütlich, wie bei Pizza Hut. Empfehlenswert ist der Sampler platter, da kriegt man Spaghetti, Alfredo und Lasagne auf einem Teller, zusammen mit einem garlic stick. Free Refills gibt es auch. Fazoli's gibt es hauptsächlich zwischen Tennessee und Louisiana. Subway Diese Sandwich-Kette ist weltweit vertreten. Dort kann man sich sein Sandwich nach Vorliebe zusammenstellen lassen, und dabei zuschauen. Subway macht v.a. Werbung damit, dass die Sandwiches nicht so viel Kalorien und Fett haben. Eat fresh! Sbarro's Diese Kette findet man hauptsächlich in Malls. Eignet sich um mal schnell eine Pizza einzuwerfen, aber mehr auch nicht.
Bei den Restaurants, die nicht Fast-Food-Restaurants sind muss man unterscheiden zwischen den "family restaurants" und den Steakhäusern/sports bars. Die family restaurants sind oft 24 Stunden geöffnet, und bieten für jede erdenkliche Tageszeit passendes Essen an, und dabei kann man bsw. Frühstück zu jeder Zeit bestellen. Man wird sehr zuvorkommend bedient, und bezahlt am Schluss beim cashier am Ausgang, mit der Rechnung, die man an seinem Tisch erhält. Die Preise sind eigentlich ganz vernünftig, und Sonderbestellungen sind kein Problem. Meistens gibt es auch viele Kuchensorten im Angebot, die für Leute mit american taste sehr zu empfehlen sind. Ich mag sie. Man erhält in der Regel sofort ein Glas Wasser wenn man zum Tisch geführt wird, das natürlich nichts kostet, und (wie mancher Europäer denken könnte) auch nicht zum fingerwaschen da ist, dafür gibt es eine Einrichtung die als "rest rooms" bezeichnet wird. Der Eingang besteht meist aus 2 Türen, und dazwischen steht in guter alter amerikanischer Tradition ein Kaugummiautomat (25c). Kinder bekommen in family restaurants normalerweise Malstifte und Papier, um sie zu beschäftigen. Also bei Urlaub mit kleinen Kindern am besten immer ein family restaurant aufsuchen.
Family restaurants Denny's Dieses Restaurant gibt es v.a. im Süden, und scheint der Motelkette "LaQuinta Inn" zu gehören, da es grundsätzlich daneben zu finden ist. Hervorragendes Frühstück gibt es hier, Bacon, Eggs, hash browns, und natürlich die unglaublich guten, uramerikanischen pancakes. IHOP (International House of Pancakes) Ähnlich wie Denny's gibt es auch hier gutes Frühstück, zu erwähnen sind die vielen verschiedenen pancake syrups, die schon auf dem Tisch stehen. Cracker Barrel Hier sind meine Gasteltern gleich nach meiner Ankunft in Tennessee mit mir hingefahren. Cracker Barrel sieht aus wie ein Holzschuppen in den Südstaaten, und hat im Eingangsbereich ein Old Country Store, wo man alle möglichen merchandise-Sachen erwerben kann, die in Amerika beliebt sind, v.a. Hausfrauen werden hier fündig werden (soll kein sexistischer Kommentar sein, wirklich nicht, ich hätte auch schreiben können dass Omas und Opas hier fündig werden!). Dieses Konzept hat seinen Sinn, da man zu eigentlich jeder Tageszeit erstmal warten muss bis man einen Tisch kriegt, und da kann man sich die Zeit mit rumstöbern vertreiben. Das Essen ist ganz grosse Klasse, v.a. sehr reichhaltig. Einfach mal ausprobieren. Bezahlt wird auch hier beim cashier, im old coutry store. Perkin's Bei Perkin's fallen die Kuchenauslagen am Eingang auf, die auch zum mitnehmen gedacht sind. Gutes Essen ansonsten. Shoney's Für figurbewusste Menschen gibt es hier die breakfast bar, mit viel Obst und leichter Kost. Selbst meine Eltern (leider mit Leib und Seele Europäer) waren davon ganz begeistert.
Nun bleiben noch alle anderen Restaurant-Arten übrig. Das sind hauptsächlich Steakhäuser, die aber natürlich nicht nur Steaks anbieten sondern eigentlich alles was man in Amerika abends gern isst. Sie sind auch meistens nur am nachmittag und abends geöffnet, und sind natürlich teurer als ein family restaurant! Wer in ein solches Restaurant kommt wird wie bei den family restaurants zum Tisch geführt und kurz darauf erscheint der Waiter/die Waitress um die Bestellung aufzunehmen. Man sitzt in der Regel in Sitzecken, die für 4 Leute vorgesehen sind. Grössere Tische gibt es auch, wenn man mit mehr als 5 Leuten essen geht sollte man unbedingt telefonisch reservieren, dann können auch mehrere Tische aneinander vorbereitet werden und man kann mit 20 oder mehr Leuten antanzen. In der Mitte vieler solcher Restaurants gibt es eine quadratische Bar, wo man am besten aufgehoben ist, wenn man nur was (alkoholisches) trinken will, deshalb darf man sich dort auch nur hinsetzen wenn man mindestens 21 ist. An der Bar hat man oft einen guten Blick auf Fernsehschirme, wo Sportsendungen laufen. Man sitzt eigentlich sehr komfortabel und gemütlich, egal ob am Tisch oder an der Bar. Übrigens kann man natürlich auch am Tisch Alkohol bestellen, nur muss man seine I.D. bereithalten. Was man in einem Steakhouse (ausser Steaks) unbedingt probieren sollte ist ein roasted chicken salad (Achtung: Riesenportion, Hauptspeise!), nachos mit cheese als appetizer und einen echten Steakhouse-BBQ-Burger (am besten mit bacon!).
Restaurants Applebee's Dabei handelt es sich um eines der besten amerikanischen Restaurants überhaupt. Beim "neighborhood grill" bekommt man hervorragende Steaks, chicken wings, und wirklich gute Burger (die werden ganz anders serviert als bei einem fast food restaurant: Fleisch und Käse auf dem unteren Teil offen, daneben die Beilagen und das Oberteil. So kann sich jeder seinen Burger so belegen wie er will!) Ruby Tuesday Dieses Restaurant ist meisten in oder in der Nähe einer Mall zu finden. Sehr empfehlenswert! T.G.I. Friday's Wie lang hab ich gebraucht um rauszufinden für was diese Abkürzung steht: "thank god it's friday" ist es, eine weit verbreitete amerikanische Redensart. Bekannt ist T.G.I.F. vor allem für seine einzigartige "Jack Daniel's"-BBQ-Sauce. Unbedingt probieren! Bennigan's In diesem Irish-American restaurant sitzt man urgemütlich und das Essen ist auch spitze. Red Lobster Hier findet man alles was sich seafood nennt, nämlich alle möglichen shrimps-Arten, Hummer und Fisch. Die Kette ist sehr bekannt und hat einen ausgezeichneten Ruf! The Olive Garden Hier muss ich sagen, kann ich nicht viel damit anfangen. Die Bedienungen sind ziemlich eingebildet, und als dressing beim Salat kriegt man nur Essig und Öl (viel zu sauer!). Das Angebot ist auch nicht so toll. Wenn man italienischen Wein trinken möchte und auch sonst auf Oliven-Essen steht ist Olive Garden genau das richtige, aber wer's amerikanisch mag und Appetit auf Lasagne hat, der ist mit Pizza Hut und Fazoli's viel besser dran!
Ansonsten gibt es natürlich noch places, wo man sweet stuff essen und kaufen kann. Das sind v.a. Doughnut-, Icecream und Coffee-shops. Sie eignen sich gut, um zu frühstücken, wenn man's mal nicht herzhaft mag. Einige davon finden sich in den Malls als offene Stände, die anderen an der Strasse als Restaurants. Krispy Kreme Doughnuts Hier gibt's die allerbesten Doughnuts weltweit! Es gibt eine unglaubliche Auswahl, mit verschiedenen Füllungen und Glasuren. Wenn man's richtig amerikanisch machen will, kauft man entweder ein half dozen (6 Stück) oder ein dozen (12 Stück). Dunkin' Donuts Wenn man Kaffee will und irgendwas Süsses wird man hier fündig. Sehr gut verbreitete Kette. Starbuck's Hauptsächlich wegen der Riesenauswahl an starken Kaffee-Sorten hat sich Starbuck's landesweit durchgesetzt. Aber auch Shakes und Eiskaffee ist sehr gut. Auntie Annie's Diese Pretzel-shops finden sich in fast jeder Mall. Die Form der deutschen Brezel wurde hier aufgegriffen, aber der Teig ist ein völlig anderer, und die Dinger schmecken süss. Wenn man in eine Mall kommt und es gut nach Backwaren riecht ist höchstwahrscheinlich ein Auntie Annie's in der Nähe. Ich selbst hab noch keine probiert, aber wird noch nachgeholt. Baskin-Robbin's Hier gibt es die beste Ice cream in Amerika, in unendlich vielen Sorten. Meist findet man Baskin-Robbin's in der Nähe einer Mall.
Also ich hoffe dass ich einen guten Überblick über amerikanische Spezialitäten und Restaurants bieten konnte, wenn ich was vergessen hab, schreibt mir eine E-Mail oder in mein Gästebuch.
Für Schüler, die noch nicht 18 Jahre alt sind gibt es die Möglichkeit, mit einer der zahlreichen Austausch-Organsiationen ein halbes oder ein ganzes Jahr an einer amerikanische High-School zu verbringen und dabei in einer Gastfamilie zu leben. Unter 18 sollte man deshalb sein, weil man als High-School-Absolvent eigentlich nie älter als 18 ist, deshalb wollen die High-Schools nur Schüler, die bei Antritt des Aufenthalts (senior class, Abschlussklasse) noch nicht 18 sind. Mit 16 hat man sogar noch bessere Chancen, genommen zu werden. Die Vorgehensweise ist eigentlich bei jeder Organisation dieselbe: Man meldet sich im Zeitraum von Herbst bis allerspätestens März vor dem angestrebten USA-Jahr an. Organisationen finden sich auf dieser Website. Wenn man angenommen worden ist, wird man zu einer Reihe von Treffen und Gesprächen eingeladen, sowohl individuell (nur Schüler und Eltern in einem Einzelgespräch) als auch als Grossveranstaltung (alle teilnehmenden Schüler mit Eltern), bei denen man befragt wird zur Meinung über die USA und bisherige Auslandserfahrungen. Man wird auch über den Ablauf des High-School-Jahres informiert, und über eventuelle Schwierigkeiten die während des Aufenthaltes auftreten könnten. Man muss dann einige Fragebögen ausfüllen, und an die (noch nicht bekannte) Gastfamilie wird ein Brief geschrieben zusammen mit einem "family album", wo man einige Familienfotos hinzufügen sollte. Dann geht die Suche los, und in der Regel steht die Gastfamilie 1 bis 3 Monate vor Reiseantritt fest. Man kann dann ja schon aus Deutschland Kontakt mit ihr aufnehmen, telefonisch und über Briefe/E-Mail, so dass man bei der Anreise nicht das Gefühl hat, zu wildfremden Leuten zu kommen. Jedoch gibt es auch den weniger günstigen Fall (so war es bei mir), dass sich längere Zeit keine passende Gastfamilie findet, und das kann sogar so weit gehen, dass alle anderen Gastschüler der Gruppe bereits in Amerika sind, und man selbst immer noch wartet. Ich habe erst drei (3!) Tage vor meinem Reiseantritt Bescheid bekommen, das war Freitags, und Montags (2.September 1996) ging's dann los: von Stuttgart nach Brüssel, nach Atlanta, und von dort in einem Propellerhopper nach Tri-Cities, Tennessee (wie ich erst dann erfahren habe steht Tri-Cities für drei mittelgrosse Nachbarstädte in East Tennessee). Als ich dort war kam ich zur Schule bereits eine volle Woche zu spät und alles war schon in vollem Gange. Montag abends war ich mit meiner Gastfamilie um 7 daheim, und am nächsten Morgen ging's schon um 7.45 Uhr mit der Schule los, also alles Schlag auf Schlag. Meine Schule war die Daniel Boone High School in Gray, Tennessee. Ich hab zunächst mit meinem "guidance counselor" gesprochen, der ist für alle persönlichen Belange der Schüler zuständig, und ihr hab ich dann meinen Stundenplan zusammengestellt. Ich wusste zwar, was für Fächer ich nehmen würde, aber nicht wie sie heissen, und so hab ich meinen Stundenplan zunächst mal gar nicht geblickt! Ich wurde dann in der Schule rumgeführt, und kam dann mitten in die zweite Stunde, English, da bin ich so richtig reingeplatzt sozusagen. Durch diesen "Auftritt" war ich schnell jedermann bekannt, zumindest den Schülern in diesem Kurs. Der Stundenplan und das ganze Schulleben gestaltet sich ganz anders als in Deutschland. Man wählt seine Fächer und hat dann jeden Tag diese 7 Fächer, und in jeder Stunde sitzt man mit anderen Schülern in einem anderen Raum. Vielbesuchte Fächer (z.B. Pflichtfächer wie English oder Economics) finden den ganzen Tag über statt und werden in jeder Stunde von 20 oder 30 anderen Schülern besucht, so dass über den Tag hinweg alle 200 Schüler der senior class (12. Jahrgangsstufe und gleichzeitig Abschlussklasse) dieses Fach hatten. Ausserdem gibt es school spirit. Man ist in Amerika stolz, der Schule anzugehören auf die man geht und es werden T-Shirts in den Schulfarben getragen. Bei Sportveranstaltungen wird dies besonders deutlich, wie z.B. bei den football games, die an meiner Schule von Schuljahresbeginn bis November jeden Freitag abend stattfanden. Fast jede Schule hat ihr eigenes Footballstadion gleich daneben, wo die games stattfinden. Am Nachmittag davor gab es die pep ralley, eine Art von Einstimmung auf das game, und Anstoss, mit dabei zu sein und sein Team anzufeuern. Die coaches (Trainer) tragen freitags immer schon im Unterricht ihre Sportklamotten. Diese football games haben so grosse Bedeutung, dass die Ergebnisse am freitag abend bei den 11o'clock news im Lokalfernsehen bekanntgegeben werden. Wenn man nicht hingeht ist das nicht weiter schlimm, aber es kann passieren dass man dann out ist und die anderen Schüler das Interesse an einem verlieren. Aber auch wenn man von football keine Ahnung hat und sich nicht dafür interessiert ist das überhaupt nicht schlimm, es ist auch so ganz lustig, wirklich! Es sind willkommene Ereignisse um sich zu treffen, und danach noch in ein Restaurant zu sitzen oder auch nicht. Ein besonderes football game ist das homecoming, das im November gegen Ende der Saison stattfindet. Das ist eine grossartige Veranstaltung, und seniors stellen sich zur Wahl, um als homecoming king und homecoming queen gewählt zu werden. Das homecoming ist neben der prom (Ball) das Highlight des Schuljahres.
Während des High-School-Jahres hat man eigentlich nicht viel mit der Organisation zu tun, die für den Aufenthalt verantwortlich ist, ausser wenn es Probleme gibt, mit der Gastfamilie und in der Schule. In jeder Gegend der USA wo die Organisation exchange students untergebracht hat, gibt es den "area representative". Er hat u.a. die Gastfamilie ausgewählt und wird dafür bezahlt (pro untergebrachten Schüler), und ansonsten sollte er eigentlich der Ansprechpartner des Gastschülers sein. Aber normalerweise ist ihm nur die Unterbringung wichtig, dann hört man meist nicht mehr sehr oft von ihm und ist ziemlich auf sich allein gestellt. Wie das mit der Schule alles abläuft u.s.w., darüber muss man sich selbst kümmern. Ich kann nur von meinen Erfahrungen mit meiner Organisation sprechen (die ich nicht nennen möchte, um keinen Ärger zu kriegen), es kann schon sein dass andere Organisationen besser sind und sich intensiver um ihre exchange students kümmern.
Das amerikanische Fernsehsystem ist das älteste der Welt, da es in den USA als erstes regulären Sendebetrieb gab. Das System das für Amerikaner selbverständlich ist, ist für Aussenstehende nicht so einfach zu verstehen, und ich selbst hab Jahre gebraucht um zu begreifen, wie das alles funktioniert. Ich werde daher versuchen, das alles so gut es geht zu beschreiben, und v.a. auch ein paar schwerwiegende Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
In Deutschland hört man oft wie das in Amerika mit dem Fernsehen (vermeintlich) sei: Es gibt ein paar grosse landesweite Sender und ganz ganz viele kleine Lokalsender. Im Grunde stimmt das schon, aber der wichtigste Punkt ist damit nicht getroffen, und auch viele Details werden dadurch natürlich nicht erklärt. Also es ist folgendermassen: Als sich die amerikanische Fernsehlandschaft formiert hat gab es nur terrestrischen Empfang. Im ganzen Land holten sich kleine Lokalsender Linzenzen ein, Fernsehen zu betreiben, und deshalb gibt es heute ein flächendeckendes Netz dieser Sender. Hier sind wir beim Stichwort: Netz > Netzwerk > network! Die grossen Fernsehgesellschaften hatten damals keine andere Möglichkeit, sich zu verbreiten, als sich mit den Lokalsendern zusammenzutun, die sich verpflichteten, die Programme der Grossen zu bestimmten Sendezeiten zu übernehmen. In New York, wo die grossen Fernsehsender zuhause waren, hatten sie eigene Stationen, und später auch in anderen grossen Städten, aber die Mehrheit der zum "network" gehörenden Stationen waren und sind noch freie Lokalsender. Die Übertragungszeit der networks war anfangs nur abends für 2 oder 3 Stunden, aber das hat sich schnell erweitert. Heute senden die networks morgens von 7 bis 9 oder 10, nachmittags und wie schon immer von 8 bis 11 Uhr abends. Der Rest der Sendezeit steht den Lokalsendern zur freien Verfügung, gefüllt wird sie hauptsächlich mit Wiederholungen von bekannten Serien. Ein network darf nur einen bestimmten Anteil seiner zugehörigen Lokalstationen selbst kontrollieren (ich glaube 40%), der Rest der Lokalstationen muss frei sein. Üblicherweise finden sich die Lokalstationen die dem network selbst gehören in grösseren Städten und Ballungsräumen. Heutzutage senden die Networks ihr Programm folgendermassen an die Lokalstationen: Es gibt auf Satellit networkeigene Sender aus 3 Städten: New York, Denver und Los Angeles. Diese Sender versorgen jeweils die Lokalstationen, die ihrer Zeitzone zugehören, die New Yorker Sender versorgen zusätzlich noch die Sender der central time (MEZ - 7h). Konkret heisst das: In jeder Zeitzone startet das Abendprogramm der networks um 8 Uhr, ausser in der central time zone, da startet es um 7, da diese Zeitzone ja aus New York versorgt wird. Die Werbeunterbrechungen gehören zur network-Zeit nur zur Hälfte dem network, der Rest wird von Lokalwerbespots ausgefüllt.
Die networks, die es heute gibt, sind NBC, ABC, CBS, Fox, UPN und WB, wobei die ersten 4 am meisten verbreitet sind. UPN und WB (gegründet von Filmstudios) sind noch neu und haben noch nicht im ganzen Land Lokalsender zur Verfügung. Über Kabel sind sie aber überall zu empfangen, da im Kabelnetz landesweit Lokalstationen aus grösseren Städten eingespeisst sind, die UPN und WB "tragen".
Jede Gegend der USA hat somit ihre eigene Fernsehlandschaft, die networks sind überall auf ganz unterschiedlichen Kanälen zu sehen. Was es sonst noch gibt ist das syndication-tv. Das sind Shows, die zwar landesweit zu sehen sind, aber nicht bei den networks, sondern sie werden direkt an die Lokalstationen verkauft. Bis 1987 waren das nur game shows wie wheel of fortune und talkshows. Aber 1987 wurde erstmals eine Serie im syndication-tv gesendet, das war Star Trek: The Next Generation. Diese Serie hat es vorgemacht, andere folgten, bsw. Baywatch, Xena: Warrior Princess oder Hercules.
Hat man (wie fast alle US-Haushalte) Kabelanschluss, kann man ausser den oben beschriebenen Programmen die unzähligen Kabelsender empfangen. Sie sind grundsätzlich Spartensender, und es gibt welche zu jedem erdenklichen Thema. Wieviele es sind ist schwer zu sagen, auf jeden Fall über hundert, aber in den meisten Gegenden sind 60-80 Kabelsender zu sehen. Die bekanntesten Kabelsender sind CNN domestic (also nicht CNN International), MTV (das Original, nicht die Euro-Variante), VH1, BET, USA, TNN, ...... Was es im Kabel auch noch gibt, sind sogenannte Superstations. Das sind Lokalsender, die sich nie an ein Network gekoppelt haben, und dann im Alleingang grossgeworden sind. Davon gibt es nicht so viele, vielleicht insgesamt 10. Dazu gehören TBS(Atlanta), WPIX(New York) und WGN(Chicago). Ausserdem hat man im Kabel die Möglichkeit, Pay-TV zu empfangen,auch Pay-per-view ist in den USA schon ganz normal, in Deutschland ist zwar seit Jahren die Rede davon, aber das gibt es bisher nicht so grossartig. Die bekanntesten Pay-TV-Sender sind HBO und Cinemax (beides Moviechannels, die Kinofilme oft schon 6 Monate nach Kinostart zeigen).
Über Satellit sind natürlich auch alle Kabelsender zu empfangen, jedoch sind hier die meisten verschlüsselt. Bei Kabel zahlt man die entsprechenden Gebühren automatisch mit der Kabelgebühr, aber bei Satellitenempfang braucht man dann einen Decoder. Frei sind eigentlich nur die oben genannten networkeigenen Lokalstationen, die Superstations, und die "uplinks" für syndication-TV. Somit ist Satellitenempfang aus preislicher Sicht kein Vorteil, nur wenn man ganz bestimmte Sender sehen will, die nicht im lokalen Kabelnetz sind.
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