Mustafa Kemal Atatürk

      

Die Gründung der Türkei

Atatürks Deutschlandreise

Geschichtlicher Rückblick

Atatürk kam 1881 in Saloniki als Kind einer bescheidenen Familie zur Welt. Seine Mutter hieß Frau Zübeyde, sein Vater war der Grundschullehrer Ali Riza Efendi. Später war sein Vater in verschiedenen Behörden in Saloniki als Beamter tätig; er machte sich zuletzt als Holzhändler selbständig.

Als kleines Kind verlor Atatürk seinen Vater und wurde von seiner Mutter großgezogen. Sie lebten eine Zeitlang auf dem Bauernhof seines Onkels mütterlicherseits, aber seine Mutter schickte ihn bald darauf zu seiner Tante nach Saloniki, damit er dort zur Schule gehen konnte. 1893 wurde er in die Militär - Mittelschule in Saloniki aufgenommen.

Sein Mathematiklehrer in dieser Schule hieß ebenfals Mustafa. Dieser Lehrer bewunderte seine Intelligenz so sehr, daß er dem kleinen Mustafa zur Unterscheidung zusätzlich den Namen Kemal ( Vollkommenheit ) gab, so entstand der Name Mustafa Kemal, der unvergeßlich in der Geschichte wurde.

1895 beendete er die Militär - Mittelschule mit großem Erfolg und wurde in das
Militär - Gymnasium in Bitolj ( Manastir ) aufgenommen. Nach seinem Abschluß hier wurde er 1899 auf die Kriegsakademie in Istanbul in die Abteilung Infanterie aufgenommen. Vor allem wärend der Jahre in Bitolj entwickelte er zwar eine starke Neigung zur Literatur, doch seine Lehrer wollten ihren erfolgreichsten Schüler vor "Ablenkungen" bewahren und ließen diese Neigung sich nicht entfalten. Nichtsdestoweniger kam seine rhetorische Stärke und seine Ausdrucksfähigkeit in den späteren Jahren voll zum Tragen. Innerhalb der modernen türkischen Literatur ist er der bedeutendste Rhetoriker.

Während er sein Studium in Istanbul fortsetzte, wurde er angesichts der finsteren Lage des Landes gegen die Regierung theoretisch wie praktisch aktiv. 1905 beendete er die Akademie, seine Offizierslaufbahn begann.

Danach setzte er die geheimen Zusammenkünfte mit seinen Freunden fort, als er aber von einem Spitzel verraten wurde, wurde er festgenommen und mußte langwierige Verhöre über sich ergehen lassen, um schließlich von Sultan Abdulhamit zur Fünften Armee nach Damaskus zwangsversetzt zu werden.

1906 gründete er in Damaskus zusammen mit seinen Freunden die Geheimorgation "Vaterland und Freiheit" und setzte seine Aktivitäten fort. In geheimer Mission ging er auch nach Saloniki, um dort eine Zweigstelle seiner Organisation zu gründen. 1907 wurde er zur die Dritte Armee in Mazedonien versetzt und schloß sich mit der dortigen Geheimorganisation "Einigkeit und Fortschritt" zusammen, welche für die gleichen Ziele und Ideale arbeitete.

Als 1908 die konstitutionelle Staatsform ausgerufen wurde, zog er sich von der Politik zurück und widmete sich nun ganz seinem Offiziersberuf. Doch durch den Aufstand der Reaktion am 31. März fand er sich wieder an der Spitze der "Aktionsarmee", die nach Istanbul kam, um den Aufstand niederzuschlagen. Damit fand er sich plötzlich auch mitten in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung und inmitten der politischen Ereignissen.

Nach der Niederschlagung des reaktionären Aufstandes kehrte er wieder nach Saloniki zurück. Er übernahm Aufgaben, die weit über den Aufgaben seines offiziellen Ranges lagen. Weil er stark auffiel, wurde er zum Generalstab nach Istanbul versetzt. Aufgrund der italienischen Invasion in Tripolis eilte er dorthin und stoppte den italienischen Vormarsch.

Doch der rasche Niedergang des Osmanischen Reiches wurde angesichts der Jahrhunderte währenden und immer größer werdenden Fehler unaufhaltsam. In der Folge beteiligte sich Mustafa Kemal an vielen Fronten des Balkankrieges 1912 und des Ersten Weltkrieges l914-l918.
An allen Fronten, vor allem an den Dardanellen, errang er durch seine besonderen militärisch- strategischen Fähigkeiten große Erfolge. Dennoch reichten sie nicht aus, um das große Reich vor dem Niedergang zu retten und die Niederlage der deutschen Verbündeten wettzumachen.

Als der Sultan und seine Regierung den Waffenstillstand von Mudros, der für das Land veheerende Folgen hatte, am 30. Oktober 1918 unterschrieben, akzeptierten sie damit auch, daß das Heer aufgelöst und das Land damit, ohne Verteidigung, dem Feind überlassen wurde.

Mustafa Kemal kehrte nach Istanbul zurück. Um sein Vaterland zu befreien, kam er am 19. Mai 1919 nach Samsun; er hielt dann die Kongresse von Erzurum, Sivas, Kayseri ab. Am 23. April 1920 gründete er das neue Parlament in Ankara, das das Fundament des künftigen, neuen Staates bildete. Sowohl gegen die fremden Besatzungsmächte überall im Land als auch gegen den Sultan in Istanbul, der mit den imperialistischen Mächten kollaborierte, gegen Widerstände in seiner Armee und in seinem Parlament begann er mit dem nationalen Befreiungskampf. Damit prägte er auch das 20. Jahrhundert als ein Jahrhundert der nationalen Befreiungs- und Unabhängigkeitskämpfe.

Als Oberkommandierender der Anatolisch- türkischen Volksarmee holte er am 30. August 1922 zum endgültig befreienden Gegenschlag aus und vertrieb die Besatzer aus dem Land.

Am 29. Oktober 1923 rief er die Republik aus und wurde selbst zum ersten Staatspräsidenten der türkischen Republik gewählt. Bis zu seinem Tod am 10. November 1938 blieb er in diesem Amt.

Er wurde mit seinen tief umwälzenden Reformen auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens zum Gründer der Modernen Türkei.

Als das Parlament 1936 das neue Gesetz für Familiennamen verabschiedete, verlieh es ihm zugleich den Familiennamen Atatürk ( Vater der Türken ).                  
          

Die Deutschen-Türkischen Beziehungen zur Zeit des Staatspräsidenten Atatürks !!!

      

            

 

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