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Zauberblume1 - Teil 1 -Januar bis Juni 2003
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Gedicht: Als mich die Bavaria anlächelte Geschichte: Als die Bavaria mit mir studierte ... Gedicht: Die Bavaria schaut herunter Gedicht - Als die Bavaria entstand 49 Strophen Zusammenstellung: Als die Bavaria entstand Als gmiatlich die Krinoline fuhr
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Als mich die Bavaria anlächelte © Brigitte Obermaier, München, 14.03. 2000 Traurig blicke ich aus dem Haus Schau in die begrenzte Welt hinaus. Das Hospital als Ruheplatz. Vom Fenster aus sah ich den großen Spatz. Sie lächelte zu mir herüber. Ich glaubte es kaum und darüber; Überlegte ich und kam zum Schluß. Dass sie mich damit meinen muß. Ich holte Bleistift und Papier. Auf dem Zeichenblock ich sie skizzier‘ Ich wolle ihr Lächeln einfangen. Sieh‘ ihre bezaubernden Bronzewangen. Aus ehernen Streben gehalten. Den Siegeskranz wird sie immer festhalten. Auf einem Sockel, so steht sie da Unsere Bronzestatute Bavaria |
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© Brigitte Obermaier, München, 31.5. 200018,5 Meter für eine bronzene Dame Überdurchschnittlich groß ist ihr Rahmen. Mit erhobenen Arm ohne Monokel Steht sie auf einem steinernen Sockel. Ein Aussichtspunkt besonderer Art. Lächelt sie über München ganz apart. Sie bringt 1660 Zentner Bronzegewicht. Darüber schämt sie sich jedoch nicht. |
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Als die Bavaria mit mir studierte ... © Brigitte Obermaier, München, Diese Geschichte ist auch im Buch "Wort & Strich" enthalten Wort & Strich Erinnerungen aus dem Jahre 1962 werden wach. Nicht weit von der Handelsschule entfernt, wollte ich jeden Tag das Oktoberfestes miterleben. Nach der Schule radelte ich direkt zur Theresienwiese. Das Wetter meinte es gut mit mir und so erlebte ich den Aufbau der Wies’n mit. Der Schulranzen mußte mit. Schließlich und endlich wollten die Hausaufgaben gemacht werden. Was liegt da nicht näher, als sich einen bequemen Sitzplatz an den Füßen der Bavaria auszusuchen . Das geöffnete Buch auf dem linken Bein und das aufgeschlagene Heft auf dem rechten Bein erledigte ich die Rechenaufgaben. Buh, waren die schwierig. Ich spürte einen Blick im Rücken und dachte es sei die Bavaria. .................- ab hier bitte im Buch weiterlesen ................................
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9 24 Oktoberfest
itte Obermaier, Muenchen, 2003-09
2001 02 15 Bavaria schaut herunter
2001 02 15 Bavaria schaut herunter
© Brigitte Obermaier; Muenchen 2001-02-15
Brigitte Obermaier; Muenchen 2001-02-15 |
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Die große Bavaria
© Brigitte Obermaier, München, 2001-02-17 „Du Mama, ge ma heit zum spuin auf de große Wies`n?“ Mama schaut ihre Tochter an sagt: „Wannst ma sogst welcherne?“ „Na, ja, de ganz de große, wo ma soweit laffa muass.“ Die Mutter hatte wenig Zeit, sie musste gerade die Wohnung aufräumen. Holte den Staubsauger hervor und fegte unter Tisch und Stuhl hindurch und hätte fast das Derndl umg’farn. „Rutsch auf’d Seit’n, sonst ziagt da die mit eine.“ Normalerweise wäre unsere Kleine einfach davongerannt. Doch heute dachte sie nicht an die imaginäre Gefahr des Eine’ziag’n. Heute hatte sie andere Gedanken die sie beschäftigen. Sie ging um den Staubsauger einfach herum und zog mutig die Mutter am Rockzipfel. „Ma - ma“ – die Stimme der kleinen Dern wurde eindringlicher: „Ma –ma !“ „I mog glei geh’!“ Die Mutter schaltete den Staubsauger ab und drehte sich zu ihr hin: “Was mechst denn!” „Glei geh,“ sagte sie und zog nun die Mutter bei der Hand Richtung Ausgang „Komm – du hast as mia versproch’a.“ Die Mutter war in ihren Gedanken schon einen Schritt weiter und meinte unbedacht: „Wir geh’n glei eikaffa.“ Das war zuviel für das kleine Mädchen. „Net eikaffa – zur Wies’n ausse mog i geh.“ „Mei Derndl koonst mia net gnau sog’n welcherne Wies’n du moanst?“ „Mama, - dee scheene – große Wiesn. De met dee vuin Bleame. Woaßt scho, de weissn mit de gelbn Tupfa. Woma Kranzl bindn ko » „Bleame? Ah du moanst de Gänsebleame.“ Meinte die Mama daraufhin. „De koonst a unten im Hof pflücka.“ „Ma – ma net die unt’n im Hof, de ...“ Sie fing zu weinen an. Mama hatte ein Herz für sie und nahm sie auf den Arm. Endlich nahm sie sich die nötige Zeit. Tröstete das kleine Mädchen und sprach: „Welcherne Wiesn moanst denn gnau. Koonst das mia net a bisl bschreibn wias ausschaugt?“ Schnief „Grea, ganz vui grea und ganz vui Bleame. I mechat doch no-mal den Löwn segn der mi net fressn ko und ...“ sie wischte sich die Träne aus den Augenwinkel und schniefte kurz noch mal „ ... und i mechat a ganz großes Kranzl macha für die große, arme Frau.“ „Welche große, arme Frau meinst du?“ „Na de, de ollwei im Regn steh muass. De hoast so wia de, de, de wia des wo ma im Somma zum Schwimma geh ko. De Badria moan i. De muass auf d’Nacht net ins Bett geh. De derf olleweil aufbleibn. I mog a mol aufbleibn derfa.” “Mei Derndl, du bist vui z’gloa dazua, dass’d auf’d Nacht no aufbleim koonst.“ Die Mutter stellte die Kleine auf den Fußboden zurück. Ihr Gesicht erhellte sich. Nun viel es ihr wieder ein. Die große, arme Frau war die Bavaria auf der Theresienwiese. Sie ging Richtung Garderobe. Währenddessen sprach sie: „Komm Derndl, wia gehn etza eikaffa und wann ma fertig sand, bring ma de Sachn zurück in’d Wohnung und ramma oils auf. Nach dem Mittagessen gemma zua da großn, armen Frau.“ Des kleine Derndl strahlte über das ganze Gsicht. Teil 1 Die große Bavaria
© Brigitte Obermaier, München, 17.2.2001 Teil 2 Die große Bavaria
© Brigitte Obermaier, München, 2001-02-17 „Und wann ma bei ihr sand, bei da Badria, derf i ihr a Bonbon geben. Moanst de freit se? De Badria !" « Bavaria, mei Derndl des is dee Bavaria. » Das Derndl übte « Bavria » und « Badria » und die Mutter sagte ihr den Namen des öfteren vor. „Bavaria.“ „Mama, huifst du mia dann beim Kranzl macha füa de Badria?“ „Freili huilf i dia.“ Nachmittag gingen sie zusammen einträchtig zua Wiesn. „Hallo Badria, i bsuach de heit” rief das Derndl als sie am Wies’n-Rand ankamen. „Aba zuerst muass i no des Kranzl füa die macha.“ Die Mutter lächelte. „Wia genga bis zu ihr hi, dann ko se dir zua-schaugn, wia du des Kranzl machst.“ „Des is a guate Idee. Moanst de ko dann omal lacha?“ „Na Derndl, des werds net kenna, de is aus Bronze, des geht net.“ Des Derndl schüttelt den Kopf, dass ihre kleinen geflochtenen Zöpfe hin und herflogen. „Oh schod, dann werd i füa se mitlacha.“ „Des is a guate Idee, des machst.“ Der Weg über die Wies’n bis zum Fuße der Bavaria war sehr weit für die kleinen Füße. Dann kamen noch die vielen, vielen Treppen hinauf bis sie endlich vor der Bavaria standen. „Mama schaug moa, de hot ganz große Fiaß und schaug moa da Löwe hot se net grüat, net oa mal, seit ma üba d’Wiesn ganga sand. Der is ganz liab.“ Die Kleine schaute andächtig hinauf und sagte: „Griaß de, i derf die heit bsucha. Freist de? I hob a Überraschung für de.“ Sie zog das Bonbon aus der Taschen heraus. „Da“ Sie schaute das Bonbon an und wickelte es aus dem Papier heraus. „Du koonst deine Arme net bewegn, etzta hob es für die auspackt. Da nimm ...“ Sie reckte und streckte sich. Badria bewegte sich nicht und machte keine Anstaltn sich zu bückn. „Woasst wos,“ meinte die Kleine lakonisch: „i werds füar di essn, dann brauchst de net bucka.“ Sie verspeist genussvoll das Bonbon „und etza mach ma des Kranzl. Komm Mama.“ Sie gingen die vielen Stufen wieder herunter, Mutter breitete die mitgebrachte Decke aus und packte aus dem Korb eine kleine Brotzeit aus. Mhh sagte das kleine Mädchen und rollte sich danach zusammen um das verdiente Mittagsschläfchen nachzuholen. Im Schlaf murmelte sie, des Kranzl mach i dir späta, was moanst Badria, a ganz a großes extra füa die.“ Sie schlief ein. Die Mutter streichelte ihre Tochter, blickte zur Bavaria hinauf und hatte das Gefühl, sie lächelte zu ihnen herunter. Die große Bavaria
© Brigitte Obermaier, München, 2001-02-17 |
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Zusammengestellt © Brigitte Obermaier, München, 01.06. 2000Die vier bedeutendsten Architekten Münchens Klenze und Gärtner, Ziebland und Ohlmüller forderte König Ludwig I. auf an diesem Wettbewerb teilzunehmen. König Ludwig I gab am 26. Februar 1833 den folgenden Auftrag: „Es ist besondere Rücksicht darauf zu nehmen, daß dieses, den für dasselbe frey gelassenen Raum in der Anlage auf der Sendlinger Höhe einnehmend, von der Theresienwiese aus vorzüglich sich ausnehme. Faßen soll es können 200 marmorne überlebensgroße Brustbilder, keine erhabene Arbeit hat ins Fries zu kommen. Die Entwürfe können im griechischen oder im Rundbogen- und im Spitzbogenstyl seyn. Die Ansicht der Vorder sowie er Nebenseite und des Durchschnittes, desgleichen der Wände , des Fußbodens und der Decke werden in Farben gewünscht ... Kopie Walhallas darf dieses Gebäude nicht werden, sind ja auch so viele dorische Tempel es auch gab, keine Kopien des Parthenons gewesen. München 26. Februar 1833. Ludwig" Klenze löste diese Aufgabe in der Form, wie wir die Ruhmeshalle heute sehen, ein mächtiger, offener, nach innen von Säulen getragener Querbau in griechisch-dorischen Stil, mit vorgezogenen Seitenflügeln, die die Kolossal-Statue der Bavaria einbinden. Schwanthaler ist in den Augen König Ludwig I. der einzige, der überhaupt in der Lage ist, ein so gewaltiges Werk, wie die Bavaria, auszuführen. Und wie stolz der König auf seine Idee ist, sagt er selbst einmal: „Nero und ich sind die einzigen, die so Großes gemacht haben, seit Nero keiner mehr." Der nächste Schritt war die passende Statue die in den Kreisen eingebunden gehört. Im „Isar-Athen" sollte eine versunkene attische Göttin entstehen. Das ist des Königs und seines Baumeisters Leo von Klenze ganz und gar klassizistische Vorstellung, die sofort von Ludwig von Schwanthaler auch übernommen wurde. Die Ausarbeitung hatte dann etwas länger gedauert. Zeichnungen wurden mehrmals verworfen. Gipsmodelle in den verschiedenen Größen angefertigt. Im Winter 1843 war das Modell fertig, Schwanthaler jedoch unzufrieden mit seinem vier Jahre langem modellierten Werk. Alle griechischen Attribute fehlen, NUR die deutschen und bayerischen hat unsere Bavaria bekommen, das Bärenfell, den Eichenkranz, dem der Lorbeer hat weichen müssen, dem Löwen, das bayerische Wappentier zu ihren Füßen. Der Meister, Ferdinand von Miller, der an Stelle seines verstorbenen Onkels Stiglmaier Inspektor der von König Ludwig I. gegründeten Königlichen Erzgießerei fertigte mit erstem Mißerfolg den Löwen an. Als nächstes wagte er sich an den Kopf, den er am 11. September 1844, mit einem wahren Freudenfeuer beendete. Obwohl Ludwig I. es nicht glauben konnte, paßten über 30 Arbeiter in den Kopf der Bavaria. Die Revolution stoppte 1848 kurz die Arbeit. König Ludwig I. dankte ab, mit der Bedingung, daß sein Sohn König Maximilian II. die begonnenen Werke fertiggestellt. Die Bavaria wurde vollendet. Professor Ludwig von Schwanthaler wurde von seinen Leiden im November 1848 erlöst. Im August 1950 erfolgt die Beförderung und die Aufstellung der Bavaria auf der Sendlinger Höhe über der Theresienwiese. Die Enthüllung am 3. Oktober 1850 wird wegen schlechtem Wetter auf den 9. Oktober 1850 verschoben. Bei einem langem, prächtiger Huldigungszug, die am König vorbeifahren glanzvoll geschmückte Wägen am König vorbei. Als der König beim bayerischen Löwen, am Fuß der Anhöhe aufgestellt hat, da gibt der König das Zeichen, die Bavaria zu enthüllen. Da Da steht der König zwischen dem Erzgießer und dem Hofbauintendanten Klenze und er kann nur tiefgerührt sagen: „Ich bin jetzt vierundsechzig Jahre alt, hab‘ viel des Schönen gesehen – viel des Schönen – So schönes noch nie. – Hab‘ viel, viel Freuden erlebt, - viel – doch solche Freude noch nie!" Als die Bavaria entstand Zusammengestellt © Brigitte Obermaier, München, 01.06.2000 Ende |
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Als die Bavaria entstand ![]() |
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Als die Bavaria entstand Gedichte von © Brigitte Obermaier, München, 1.6.2000 <1) >
Die Idee 1. Von einer Gesamtplanung wird hier gesprochen. Denn die Bavaria ist ein Teil, unerschrocken; Das Kunstwerk Bavaria, wie wir es hier nennen. Ist von der Ruhmeshalle nicht zu trennen. 2. „Was die Walhalla für des „Teutschland‘s" Erde. Soll die Ruhmeshalle auf der Sendlinger Höhe werden. So viele dorische Tempel es auch gab, sie sind erlesen. Eine Kopie des Pathenons waren sie nie gewesen. 3. Fassen sollen es zweihundert, - keine Bilder. Marmorne, überlebensgroße Brustbilder. Die Entwürfe sollen erlesen und klassisch fein, vielleicht Rundbogen- und im Spitzbogenstyl seyn." 4. Gärtner und Ohlmüller arbeiteten Pläne aus. Klenze erhielt für die Ruhmeshalle den Zuschlag darauf. Ein mächtiger, offener Querbau, er konnte es ausklügeln. In griechisch-dorischen Stil, mit vorgezogenen Seitenflügeln, 5. Darin man die Kolossal-Statue der Bavaria stellt. Ludwig I. hatte diesen Platz erwählt. Was da zustande kam, zum Beispiel, war enorm. Eine leichtgeschürzte Jungfrau edel in der Form. 6. Mit der Rechten auf eine Hermenstele gestützt Ob das dem liegenden Löwen etwas nützt? Hier rief man Schwanthaler auf den Plan. Derweil Ludwig I verfiel in Siegeswahn: 7. „Nero und ich sind die einzigen," sprach er: „Die so Großes gemacht haben, seit Nero keiner mehr." Schwanthaler nahm die Athene Promachos als Vorbild. Eine mächtige Frauengestalt mit Helm, Lanze und Schild. 8. Die versunkene attische Göttin soll in München von Neuem entstehen. In dem „Isar-Athen" konnte man das gar nicht verstehen. Die Idee ganz und gar klassizistisch ist Klenze gekommen. Sie wird von Schwanthaler blitzschnell übernommen.
Das Modell 9. Ein langer Weg der Verwirklichung konnte man wagen. Die Modellierung war dem Italiener Lazzarini übertragen. Geriet Schwanthaler des öfteren in eine wahre Wut. Fand er das Gipsmodell überhaupt nicht mehr gut. 10. Tausend Änderungen waren laut Schwanthaler, irre Sachen. Der Löwen sollte den Rachen bald auf, bald zu machen. Der Arm mal oben mal unten. Der Mund mal müde, mal behende. Der Termin Winter 1843 setzte diesem ein Ende. 11. Vier Jahre modellierte Schwanthaler, auch mal in der Stube. Saß öfters jämmerlich lahm an Arm und Fuß in der Sandgrube. Fuhr mit der Kutsche und Gicht um die Statue herum. Bis es war vollbracht! Geschafft – Sei es drum. 12. Schwierig ist es geworden - der Guß. Die doppelte Menge Metall man nehmen muß. Viel mehr als jemals vorher und immerdar. Bronzener Guß geschmolzen worden war. 13. Als der Löwe kam zum ersten Male dran. Mißlang es, der Erzgieß-Meister verzweifelte daran. Ferdinand von Miller, war der Neffe fürwahr, Vom verstorbenen Inspektor Stiglmaier, ganz klar. 14. Er sagte zum König: „Diese Dimensionen Bronzesaft. geht über den Mann, meine Manneskraft. Sie reicht nicht mehr aus." Ich verlasse dieses Haus. 15. „Denken Sie an den Koloß von Rhodos. An Alexander den Große, durch Lysippus, Das waren auch nur schwache Menschen wie Sie. Der Ruhm gehört Ihnen, dem Genie."
Der Kopf 16. Sprach Ludwig I. und Miller machte weiter. As Brauch schrieb er in sein Tagebuch heiter: „Es war am 11. September 1844, so meine Werke; Daß heute der erste große Guß stattfinden werde. 17. Viele Bekannte und Zuschauer sahen es klar; Dass das Erz flüssig im Ofen wie Wasser war. Das Eherne stürzte hinunter in die Form mit Macht. Mit pochendem Herzen er sagte: „Es beginnt die Schlacht. 18. Da ist ein Unglück im Anzuge. – so lauft doch geschwind. Hinaus ihr Männer und Frauen, auch du liebes Kind." Durchschauert es Miller, das Geprassel. In die Tiefe – oh Gott – welch Schlamassel - 19. Strömte das Erz aus der Form - armdick. „Herr, Gott, lenke zum guten mein Geschick." Da erkaltete der Feuerstrom, er wimmere. Ein Hoffnungsstrahl durchzuckte sein Inneres. 20. Viel Schmerz, viele Freude hat Miller schon erlebt; Nie aber einen solchen Wechsel von Schreck und Freude erbebt Feurige Augen klotzten ihn an: Die Form war zersprungen! Er rief nun: „Glück auf, der Guß ist gelungen!" 21. Der König wollte nun sehen das bronzene Kopf-Modell. Das könne man eh nicht erkennen, meinte Miller schnell. Die Gußkanäle und Luftröhren wollte er wegschlagen. Sich dann in den Kopf hineinwagen. 22. Nach Feierabend holt er seine Leute zum Probieren mit Rabatz. Und siehe da, 30 Mann hatten im ehernen Kopfe Platz. Ungläubig dem was da geschah, der König sagte zunicht: „Nun hab‘ ich’s gesehen und glaub es doch nicht."
Der Körper 23. Fertig war des Kopfes Streich. Des Körpers Fülle folgt zugleich: Der Umfang war ungeheuer groß, es ist zum pelzen. Wird der Ofen diese Masse Erz schmelzen? 24. Alle Helfen. Die Form wird eingemauert. Kanonen werden geschmolzen. - Es dauert. Zink und Zinn kommt in den Ofen hinein. Dafür heizt er mit bester Kohle ein. 25. Ein Schrei „... Wach auf! Die Gießerei brennt!" Aufgeregt alles durcheinander rennt. Da ist alle Müdigkeit mit einem Schlag erhellt. Geisler, ein Arbeiter, wird auf Dachstuhl-Wache gestellt. 26. Da bebte der Boden unter den Füßen Flüssiges Erz und sprudelte lustig , es läßt Grüßen. Die Furie stürzt zischend und kochend aus dem Ofen heraus. Jetzt, der Jubel, Hoch lebe der König Ludwig in unsrem Haus. 27. Die Revolution 1848 läßt die Arbeit stoppen. Mit Musik und Trommelschlag will man sie foppen. Es trifft die Menschen wie ein Keulenschlag. König Ludwig dankt leider ab. 28. Mit Maximilian II., sein Sohn, sollte man als Nachfolger rechnen. Doch König Ludwig I. wollte sein Königswort nicht brechen. Der Lohn war gesichert, die Arbeit beendeten sie alle flott. Im Juni 1850 ging Miller nach Neuhausen und dankte Gott. Das Aufstellen 29. Zum Befördern und Aufstellen braucht man Kraft. Zur Theresienwiese hilft die Arbeiterschaft. Niedrige Fuhrwerke werden konstruiert. Dazu Prachtrösser, jedes einzeln prämiiert. 30. Über schlechte Straßen erfolgt der Transport. Bürger, Studenten ziehen es gemeinsam fort. Freiwillige gab es genug bei diesem erzenen Werk. Vor allem beim Letzten, dem Schwantaler Berg. 31. Unter Hurra wird ein Baugerüst errichtet. Das Aufstellen dieser riesenhaften Figur verpflichtet. Tausende Personen schauen zu. Man kann es wagen. Wird das Gerüst die ungeheure Last wohl tragen? 32. „Seile nachlassen!" und der erzene Koloß, mit Schrecken darauf. Schlägt mit dumpfen Dröhnen auf den steinernen Sockel auf. Wäre aber das Seil wenige Augenblicke vorher gerissen, Hätte der Erzkoloß seinen Meister entzwei geschnitten.
Festzug 33. So ist das Werk fürs erste beendet. Sich man zum letzten Schritte wendet. Der Festzug soll am 7.August 1850 sein. Kommt wir feiern, keiner bleibt allein daheim. 34. Voran stattliche Zimmerleute derer zehn. Das wackere Musikcorps darf dabei nicht fehl'n. Die ‚Teutsche Fahne‘ mit lebendem Lorbeerkranze. Laden ein zum späteren Festtags-Tanze. 35. Fesch, Söhne Fritz und Ferdinand, wovon jeder entzückt. Die Büste von Schwanthaler im Wagen mit Blumen geschmückt. An den Seitenwänden sind dessen Wappenschilder, ganz hell. Ein silberner Schwan mit dem Taler im Schnabel, im blauen Feld.
36 ‚In bereits mitgetheilter Weise bewegte sich reich beladen, Vormittags, der sinnig ‚decorirte‘ zwölfspännige Festwagen. Von der königlichen Erzießerei der Kopf Bavaria geht nun fort Mit dem festliche Zuge zu seinem Bestimmungsort.‘ 37. Musik und das >Walhallalied< erschallen. Freudenjubel und Böllerschüsse knallen - Königlicher Erzgießer Ferdinand Miller lebe hoch. Tausende von Münchner jubeln lange noch. 38. Die Enthüllung durch Umstürzen eines Brettermantels geschieht; (Was nicht schlecht krachen mag), ist bei Pferden nicht beliebt. Ihr Kutscher in diesem Augenblick, sie absteigen wollen, Ihrer Pferde sich wohl zu versichern und acht geben sollen. 39 Es findet statt, des mächtigen Symbols von Bayerns, Zu Ruhm, Kraft und Ehre wollen wir miteinander feiern. König Ludwig I. und Königin Therese, deren Sohn, Maximilian II. der nun sitzt auf dem königlichen Thron. 40. Hoch zu Roß wird eröffnet, im schwarzsammtenen Rocke Eichenlaubbekränzte Hüte und das Fußvolk mit Wanderstocke. Als mit dem Metzgerbuben man kleine rotbebänderte Lämmer sah. „Lämmchen leben lassen - Ja nicht umbringen!" Der König sprach.
Enthüllung 41. Und auf der Standarte der Metzger konnte man vermerken: „Alter Sitte, treue Erben, bayerisch leben, bayerisch sterben!" Vom Oberpollinger ein solennes Festmahl, man gerne hineinbeißt. Der Schusters Begrüßungsspruch für den König heißt: 42. >„Empfange hier den Stiefel sondergleichen, Den keiner wohl an Größe wird erreichen! Wer größer ist als Du als deutscher Mann, Der ziehe der Bavaria Stiefel an!"< 43. 24 Wagen sind es, wohlwollend reich geschmückt Es war ein langer, prächtiger Huldigungszug, ganz entzückt. Müller und Melber, Bierbrauer und Konditoren Hafner, Vergolder, Tapezierer und Stukkatoren 44. Die hohe Bretterwand vor dem riesenhaften Denkmal; Fällt krachend den Abhang herunter, ganz still war es da. Nach dem Schrecken und dem Getöse. Erscheint die eherne Frauengestalt in voller Größe 45. Wie sie den Lorbeerkranz hoch in den Himmel hebt. So manch Freuden-Seifenblase in die Lüfte schwebt. Zwischen Erzgießer Miller und Hofbauintendanten Klenze Der König Ludwig I. tiefgerührt sprach, weit über die Grenze: 46. „Ich bin jetzt vierundsechzig Jahre alt, „Hab‘ viel des Schönen gesehen -!" er meint es ehrlich halt. „Viel des Schönen – So schönes noch nie. – Hab‘ viel, viel Freuden erlebt, - viel – doch solche Freude noch nie!" 47. Achtzehn-Fünfzig Meter für eine bronzene Dame Überdurchschnittlich groß ist ihr Rahmen. Mit erhobenen Arm mit Kranz ohne Monokel Steht sie mit dem bayerischen Löwen auf einem steinernen Sockel. 48. 126 Stufen zum Aussichtspunkt besonderer Art. Lächelt sie über München ganz apart. Die Bavaria hat noble 1660 Zentner Bronzegewicht. Mit Bärenfell schämt sie sich jedoch gar nicht. 49. Ein bayerischer Löwe zu ihrem rechten Fuß Haucht nach München zu, uns einen herzlichen Gruß. Stolz hält sie den Siegerkranz in der Hand. 30 Meter insgesamt, ist sie beliebt im ganzen Land.
Als die Bavaria entstand. Gedichte von © Brigitte Obermaier, München, 1.6.2000 <1) > Text teilweise entnommen: Bavaria, Geschichte eines Symbols, von Paul Ernst Rattelmüller Im Gedicht sind viele in ALT-TEUTSCHER Schreibweise enthaltenen Worte
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Als gmiatlich die Krinoline fuhrGedicht von © Brigitte Obermaier, München, 19.09.1999 Die Krinoline ist a gmiatliches Karussell. Fahrt gern langsam und ja net zu schnell. Theo Niederländer ist der Eigentümer mit seiner Frau. Vom Großvater eingewiesen wie im Katakomben-Bau. Da gibt’s am Fahrwerk so manch Verschleißerscheinung . Die werden ständig überprüft, sowie die elektronische Steuerung. Sie ist schon eine alte, betagte Dame, ein liebevolles Augenmerk. Mit ihren 75 Jahren läuft sie wie ein edles geschmiertes Uhrwerk. Die Schwester, die alte Ringfangkrinoline die ham‘s eingeheizt Schod‘ drum, fürs Museum war’s gewesen ein achtbarer Reiz. Das Publikum ist für das Fahrgeschäft der Hintergrund. Hoffentlich bleibst uns lang erhalten und holzig Gesund. Sie hat ein spezielles Flair macht uns allen a gmiatliche Freud. Eine alternative zum High-Tec für die rasante Jugend von heut. Die Blaskapelle spielt auf mit der Krinoline was besonderes erleben. Es gibt keinen Neid wir wollen übers Oktoberfest schweben |
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2003 09 20 Oktoberfest und das Drumherum
2003 09 20 Oktoberfest und das Drumherum
2003 09 24 Oktoberfest
© Brigitte Obermaier, Muenchen, 2003-09-24 © Brigitte Obermaier, Muenchen, 2003-09-20© Brigitte Obermaier, Muenchen, 2003-09-20 |
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