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«Die verbotene Wahrheit» über
den Westen und die Taliban
Französische Geheimdienstexperten stellen fest: Die Pläne für die Zeit nach dem Taliban-Regime sind nicht neu - die USA hatten darüber vor dem 11. September mit den Taliban selbst verhandelt.
Ein gemeinsames Regime aller Stämme, internationale Hilfe, Rückkehr des Königs. Das sind die Pläne für Afghanistans Zukunft nach den Taliban. Ein französisches Autorenduo mit Geheimdienstverbindungen deckt jetzt die «Vérité interdite», die «verbotene Wahrheit» auf, dass dieser Plan schon im Frühjahr zwischen Vertretern des US-Regierung und der Taliban verhandelt wurde.
Auch die Drohung mit militärischem Druck auf das Taliban-Regime sei nicht erst nach dem 11. September auf die Agenda genommen worden, heißt es in dem Buch von Jean-Charles Brisard und Guillaume Dasquié, das am morgigen Mittwoch in Paris auf den Markt kommt. Die Taliban hätten sogar angeboten, den Terroristenführer Osama bin Laden auszuliefern.
«Le Monde interactiv», die Online-Ausgabe der französischen Tageszeitung «Le Monde», hat das Buch vorab vorgestellt. Die Grundthese ist demnach, dass ein Handel mit dem Taliban-Regime bereits von der Regierung Clinton angestrebt worden sei, der von der Bush-Regierung mit Blick auf die Bodenschätze in der Region forciert weiter verfolgt worden sei.
Überdies hätten britische Geheimdienste bis 1996 mit Verbindungsleuten Osama bin Ladens eng zusammengearbeitet, um gegen Muhammar al Gaddafi vorzugehen, den Libyschen Staatschef, der als Unterstützer des internationalen Terrors damals ganz oben auf der westlichen Liste der «unerwünschten Personen» stand.
Widerstreitende ökonomische und politische Interessen hätten somit einerseits den Druck auf die Taliban erhöht, zugleich aber den Wunsch, des Mannes habhaft zu werden, der spätestens seit den Anschlägen auf die US-Botschaften in Tansania und Kenia 1998 als Terroristenführer gesucht wird, im Zaum gehalten.
Die Amerikaner hatten dem Buch zufolge schon zur Regierungszeit Bill Clintons ein Szenario entwickelt, um Afghanistan zu stabilisieren, ohne Gefahr zu laufen, dass die umliegenden Mächte - Pakistan, Russland und Iran - intervenieren, um ihren Schnitt zu machen. Ziel war der Bau einer Ölpipeline, um die Vorkommen in Mittelasien mit den Weltmeeren zu verbinden und damit für die kostengünstige kommerzielle Ausbeutung zu öffnen.
Die Pläne setzten bei den Taliban an, die zunächst als potenziell stabilisierende «innenpolitische» Macht gefördert worden waren. Je unwahrscheinlicher es wurde, dass sie jemals allein in Afghanistan herrschen würden, desto mehr wurde in Verhandlungen der Druck erhöht, dass sie sich an einer multiethnischen Versammlung der afghanischen Stämme beteiligen und sich der wiedererweckten Monarchie unterwerfen.
Die Verhandlungen, so das Buch, fanden einen Höhe- und Schlusspunkt im Sommer 2001 in Berlin. Da sollen die USA bei einer von den Vereinten Nationen moderierten Verhandlungsrunde unter Beteiligung Russlands mit einer «Militäraktion» gedroht haben, sollten die Taliban nicht einlenken und sich auf die vorgeschlagene Lösung einlassen. «Wenn die Taliban sich mit der Nordallianz einigen, legen wir ihnen einen goldenen Teppich aus. Lehnen sie das ab, ist ein Bombenteppich die Alternative», wird ein nicht namentlich genannter US-Diplomat zitiert.
Gegenüber «Le Monde» spielen die USA die Episode herunter, ohne sie rundheraus zu dementieren. Druck habe es gegeben, doch das Zitat, so heißt es, sei allenfalls unter Alkoholeinfluss beim Dinner gefallen, nicht jedoch am Verhandlungstisch. Es helfe wenig, so die US-Position, die Verhandlungen mit den Taliban nun, nach dem 11. September, «neu zu lesen» - das sei anachronistisch. Die Terroranschläge hätten alles verändert, auch die Position gegenüber den Taliban.
In Zweifel ziehen Experten auch die These, dass die Taliban irgendwann tatsächlich bereit gewesen sein könnten, Osama bin Laden auszuweisen und damit der US-Justiz auszuliefern. Solche Angebote seien stets widersprüchlich gewesen. Sie wurden auch nach dem 11. September unter Hinweis auf die islamische Gastfreundschaft und die Familienbande zwischen bin Laden und dem Taliban-Führer Mohammed Omar von den Taliban selbst immer wieder diskreditiert.
Angesichts der weltpolitischen Zusammenhänge, die das Buch konstruiert, wirkt eine Geschichte darin eher unbedeutend: Schon vor den Anschlägen auf die US-Botschaften in Afrika soll es einen internationalen Haftbefehl gegen bin Laden gegeben haben - erlassen von der libyschen Regierung. Die sei im April 1998 zu dem Schluss gelangt, ein deutsches Touristenpaar sei 1994 auf Betreiben bin Ladens in Libyen ermordet worden. Interpol hätte damit alles daran setzen müssen, bin Laden festzusetzen - doch das sei nicht geschehen.
Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP bestätigt der Bundesverfassungsschutz, dass das Paar für den deutschen Binnengeheimdienst gearbeitet habe. Doch gehe man von einem Raubmord aus.
Das passt ins Bild von «Verbotene Wahrheit»: Die Interpol-Dokumente seien in Archiven vergraben, zu denen niemand Zugang habe, um auch hier die geheime Politik des Westens zu verbergen.
Die Autoren des Buches sind laut «Le Monde» Fachleute auf ihrem Gebiet. Brisard, Manager bei Vivendi, hat im Auftrag eines französischen Dienstes einen Bericht über die geheime Finanzierung der Al Qaeda - des Terrornetzwerks von Osama bin Laden - verfasst, den Präsident Chirac bei seinem Besuch in Washington Ende September US-Präsident Bush übergab. Dasquié ist Chefredakteur des Informationsdienstes «Intelligence Online», in dem häufig unter Berufung auf Geheimdienstkreise über bin Laden berichtet wurde - zum ersten Mal 1996.
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OPERATION SCHMIERGELD Schmutziger Krieg mit Dollarbündeln |
| 02.06.2002 | Spiegel |
Während Kampfflieger Taliban-Höhlen bombardierten, US-Truppen das Land durchkämmten, lief hinter den Kulissen eine schmierige Operation. Systematisch kauften sich die Amerikaner Verbündete zusammen: Ein paar Hundert-Dollar-Noten für den einfachen Söldner, ein paar Hunderttausend für den Warlord.
Kabul - Die Autohändler an Kabuls staubiger Geschäftsstrasse Parwan Say können über mangelndes Geschäft nicht klagen. Dutzende blitzender Geländewagen rollten in den vergangenen Monaten von ihren Höfen. Die Käufer verhandelten nicht lange, meist zahlten sie Cash - bis zu 60 000 Dollar für einen Toyota Land Cruiser, CD-Spieler inklusive.
Die Dollarbündel sind das Überbleibsel eines schmierigen Krieges. Während Bomber ihre tödliche Last abwarfen, US-Soldaten und ihre Verbündeten Berge und Dörfer durchkämmten, versuchte der US-Geheimdienst CIA die Unterstützung am Boden zu sichern - mit Tausenden von Dollar-Noten. Systematisch kauften sich die Geheimdienstler Unterstützer zusammen, zahlten für Informationen, Transporte und Unterkünfte. Dutzende von Millionen Dollar, so schreibt die US-Zeitung Los Angeles Times, habe der Geheimdienst auf diese Weise ins Land gepumpt.
Gezahlt wurde schnell und immer in Cash: Eine hundert Dollar Note für einen schnellen Tipp von einem einfachen Söldner, ein paar zehntausend für das Geleit eines Dorfkommandanten und über 100 000 für die Unterstützung eines Warlords. Überreicht wurde das Geld in Bündeln, oft mit fortlaufender Nummerierung, oder gleich kistenweise. Einer der Kriegsfürsten will gar von den Amerikanern einen geldgefüllten Geländewagen erhalten haben. Wenn es half, verteilten die Schmiergeld-Brigaden elegante Satellitentelefone als Zugabe, heute ein beliebtes Statussymbol in den afghanischen Bergen.
Die Amerikaner pumpten soviel Cash in das Land, dass in den Wechsel-Basaren der Wert des Dollars gegenüber der pakistanischen Rupie stürzte, die Preise nach oben schossen. "Wir brauchen uns nichts vormachen", sagte ein Geheimdienstler der LA Times, "wenn wir eines reichlich haben, dann ist es Geld."
Doch Millionen US-Dollar und ein Kopfgeld in der biblischer Höhe von 25 Millionen Dollar vermochten es nicht, die Afghanen zum Verrat des schlimmsten aller Feinde zu bewegen: Osama bin Laden. Im Gegenteil: Geheimdienstler vermuten, dass etliche Stammesfürsten doppelt kassiert haben - erst von den Amerikanern, dann von den Taliban, denen sie die Flucht aus dem Kessel von Tora Bora und ähnlichen Fallen ermöglichten.
Heute debattieren die Amerikaner, ob es richtig war, soviel Geld über das Land auszustreuen für allenfalls zweifelhafte Verbündete. Kriegsfürsten wie Haji Mohammed Zaman, klagen US-Offizielle, hätten vom CIA bündelweise Dollar kassiert und dennoch al-Qaida-Kämpfer über die Grenze nach Pakistan eskortiert. Heute ist Zaman Sicherheitschef in Jalalabad. Andere vermeintliche CIA-Verbündete bekleiden ranghohe Ämter in der Übergangsregierung, leben in großzügigen Häusern und kommandieren über eigenen Flotten von Land Rovern.
Geheimdienstler verteidigen die Praxis als einzigen Weg, in Afghanistan Kriege zu gewinnen. Schon die Briten hatten erfahren, dass man in Afghanistan fast alles kaufen kann, wenn nur der Preis stimmt. Doch so schnell wie die Afghanen das Geld einsammeln, das zeigt die Geschichte, wenden sie sich auch neuen Verbündeten zu: Wenn das Bündnis mehr Gewinn verspricht.
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Al Qaeda in Pakistan angeblich unbehelligt |
| 03.06.2002 | Netzeitung |
Pakistan verfolgt die aus Afghanistan geflohenen Al-Qaeda- und Taliban-Kämpfer offenbar kaum. Sie können sich sogar in Peschawar und Quetta frei bewegen.
Mitglieder der Taliban und der Terror-Gruppe Al Qaeda leben in Pakistan offenbar weitgehend unbehelligt. Islamabad biete einigen Gesuchten Schutz, während es gleichzeitig die US-Armee beim Kampf gegen andere Kämpfer unterstütze, berichtet das Magazin «Newsweek».
Führende Taliban sollen dem Magazin zufolge erst kürzlich unter den Augen eines pakistanischen Geheimdienstmitarbeiters an der Trauerfeier für einen Veteranen des Afghanistan-Krieges teilgenommen haben. Unter den Gästen seien der ehemalige «Vize-Außenminister» der Taliban, Abdul Rachman Said, und ein führendes Mitglied des Taliban-Verteidigungsministeriums gewesen.
Die Taliban- und Al-Qaeda-Mitglieder lebten in Städten wie Quetta und Peshawar völlig unbehelligt. Auch Osama bin Laden könne sich in Pakistan verstecken, so «Newsweek». Erstaunlich sei dagegen die Zahl der in Pakistan agierenden Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA, der US-Bundespolizei FBI und anderer Sicherheitsdienste, zitiert das Magazin einen pakistanischen Diplomaten. (nz)
Der Afghanistan-Krieg ist nicht zu gewinnen
Die am besten ausgerüstete Armee der Erde kämpft in Afghanistan gegen Bauern und leicht bewaffnete Guerilla. Und die USA werden den Kampf gegen die Taliban verlieren.
Von Kai Biermann
In den ersten Kämpfen haben die Vereinigten Staaten gesiegt. Ihre Langstreckenbomber, Kampfflugzeuge, Hubschrauber und ferngelenkte Raketen haben jedes Ziel in Afghanistan angegriffen, das einen Angriff auch nur halbwegs lohnte und es zerstört.
Der Kampf ist jedoch noch lange nicht vorbei. Immer wieder werden in den Bergen Offensiven begonnen, strategisch wichtige Punkte gestürmt, oder Höhlen durchsucht. «Buzzard» heißt die Operation, die am Mittwoch in Ostafghanistan begonnen wurde, eine von vielen in den letzten Wochen.
Aber die milliardenteuren Waffensysteme sind dabei nutzlos. B2-Bomber, Cruise Missiles, M1A1-Panzer sind zu groß, zu schnell und zu unhandlich, um verstreute Kämpfer in den zerklüfteten Bergen zu jagen. Sie sind hervorragend geeignet, um überschallschnelle Flugzeuge vom Himmel zu holen oder verbunkerte Raketensilos zu knacken, aber in solch schwerem Gelände gibt es keine eindeutigen Ziele, dort sind ein paar Soldaten mit Gewehren sehr viel schneller als ein Bataillon Panzer. Die amerikanischen Soldaten müssen in dieser neuen Schlacht zu Fuß kämpfen.
Auch führt die technologische Überlegenheit zu einem Problem: Die Drohnen in der Luft können große Areale überwachen, aber in einem unübersichtlichen Gelände sind ihre Informationen trügerisch. Fehlinterpretationen sind nicht selten – so trafen ferngelenkte Raketen auch Stammesführer auf dem Weg zur neuen Regierung und ein Sonderkommando machte Regierungsmitarbeiter nieder, die Waffen einsammelten.
Geländegewinn bedeutet nichts
Durch den Nachteil des Geländes ist die große amerikanische Armee nicht einmal stärker als die der Taliban. Zwei Drittel der 16.500 in Afghanistan stationierten alliierten Soldaten werden dazu benötigt, die Maschinerie in Gang zu halten, sie mit Wasser, Essen, Treibstoff und Munition zu versorgen. Die tatsächlich kämpfenden Infanterie-Einheiten sind wahrscheinlich nicht viel größer als die der Taliban.
Sie sind zwar besser ausgerüstet und besser ernährt, aber sie kämpfen gegen eine Guerilla, und der geht es nicht darum, ein Gelände zu halten oder ein Gebäude zu verteidigen. In einem solchen Gefecht würde eine «irreguläre» Truppe gegen eine «reguläre» Armee immer verlieren und hohe Verluste erleiden. Da die Taliban aber alles fast kampflos preisgeben, bleiben sie flexibel, sind schwer zu finden und kaum zu treffen.
Große Operationen wie «Anaconda» oder «Snipe» brauchen Wochen an logistischer Vorbereitung und Tage, bis sie ein Gelände wirksam kontrollieren können. Die Standing Operation Procedure der US Armee basiert auf der Annahme, dass ein Armeekorps in der Lage ist, maximal zwei bis drei Befehle innerhalb von 24 Stunden auszuführen. Gegen einen beweglichen und kaum berechenbaren Gegner ist das, als wollten Schnecken Fliegen fangen.
Jedes Dorf, das die US Armee erobert, ist nur ein weiteres Stück Land, das besetzt und überwacht werden muss und ein weiterer wunder Punkt, an dem die Taliban einen Anschlag verüben können, um anschließend wieder zu verschwinden.
Große Operationen können den Gegner nur aus einem Gebiet verdrängen, ein entscheidender Schlag ist kaum möglich, zu verteilt agieren die Taliban, zu wenig koordiniert. Und wird das Gebiet nicht mehr verteidigt, kommen sie wieder.
Wer gegen Schwache kämpft, wird schwach
In jedem Krieg seit 1945, in dem ein «zivilisierter» Staat seine moderne und gut trainierte Armee gegen eine nationale Bewegung, gegen Warlords oder Guerillas eingesetzt hat, wurde diese geschlagen. Das lernte die Rote Armee in Afghanistan, die bis dahin siegreiche vietnamesische Armee in Kambodscha, die indische in Sri Lanka, oder die südafrikanische, die am längste von allen durchhielt, in Namibia.
Das Problem sei immer das gleiche, schreibt Martin van Creveld, ein Militärtheoretiker, der an der Hebrew Universität in Jerusalem lehrt: «Wer gegen die Schwachen kämpft, wird selber schwach; derjenige, der sich wie ein Feigling verhält – und das Bekämpfen von Schwachen ist per Definitionem feige – wird ein Feigling.»
Das meint nicht, dass es den USA an Entschlossenheit fehlt. Doch je härter und brutaler sie in den Bergen Afghanistans kämpfen, umso mehr ähneln sie ihrem Gegner und umso mehr nutzen sie ihm. Wer einen schmutzigen Krieg führt, wird schmutzig. Dabei haben die USA und jedes andere Land, das nicht auf eigenem Boden kämpft, zwei entscheidende Probleme – die Moral ihrer Truppen und die Meinung der Bevölkerung.
Army Rangers, Green Berets, Delta Forces – sie alle sehen Kameraden und Freunde im Kampf fallen in einem Land, dessen Sprache sie nicht einmal verstehen. Die Taliban verlieren keine Freunde, sie bekommen Heilige, Märtyrer und Helden. Für die Taliban, die Paschtunen oder die Al Qaeda ist diese Art Krieg ein Teil ihrer Geschichte, ihrer Kultur. Für die USA ist er ein zeitlich begrenztes Engagement in einem fernen Teil der Welt. Je länger er dauert und je härter er wird, umso lauter werden die Proteste des amerikanischen Militärs und die der Presse sein.
Verschwinden, so schnell es geht
Nicht umsonst versucht die US-Regierung, die Presse zu kontrollieren, beschwört immer wieder die Gefahr, die vom Terrorismus der Al Qaeda ausgeht und versucht gleichzeitig, die Opfer und Helfer der Anschläge auf das World Trade Center und die kämpfenden Soldaten zu heroisieren.
Langfristig vereint aber nur der Kampf gegen einen stärkeren Gegner Volk und Truppen, der Kampf gegen einen offensichtlich Schwächeren entzweit.
Die USA können diesen Krieg nicht gewinnen und das wissen auch die amerikanischen Generale, sie haben aus dem Vietnam-Konflikt gelernt. Irgendwann werden sie den Kampf in Afghanistan für gewonnen erklären und aus dem Land verschwinden, sobald die dortige Regierung auch nur halbwegs stabil und arbeitsfähig scheint.
Die Luftangriffe der USA auf Ziele in Afghanistan haben die Taliban geschwächt. Geschlagen jedoch sind die Koranschüler nicht. Die Nord-Allianz meldet zwar an verschiedenen Orten Geländegewinne; eine flächendeckende Herrschaft jedoch vermag sie nicht auszuüben. Offen ist, welche strategischen Ziele die USA verfolgen.
msn. Die militärische Lage in Afghanistan präsentiert sich derzeit sehr unübersichtlich. Während die amerikanische Luftwaffe, teilweise unterstützt durch die britische Royal Air Force, nun auch bei Tageslicht fast ununterbrochen Ziele in Afghanistan angreift, meldet die Nord-Allianz auch im Westen des Landes Geländegewinne. Die Truppen der Taliban sollen sich nach diesen Angaben an gewissen Orten bereits in Auflösung befinden. Dies wiederum wird von den Koranschülern dementiert. Keine der Verlautbarungen, sei sie nun vom Pentagon, von den Taliban oder der Nord-Allianz abgegeben, ist derzeit von unabhängiger Seite überprüfbar. Journalisten wird von Kabul nur unter Begleitung die Einreise gestattet; die organisierten Pressefahrten dienen jedoch offenkundig der Propaganda. Im Nordosten des Landes, auf dem Gebiet der Nord- Allianz, halten sich derzeit zwar sehr viele Medienvertreter auf. Doch auch sie sind angewiesen auf Informationen aus zweiter Hand, können sich kein unabhängiges Bild über den Frontverlauf verschaffen. Die USA wiederum präsentieren zwar immer wieder eindrückliche Auswertungsbilder von Angriffen; welche Bedeutung einzelnen zerbombten Anlagen oder Flugpisten aber wirklich zukam, bleibt auch hier meist im Dunkeln.
Eine vorsichtige Bewertung der vorliegenden Informationen lässt immerhin den Schluss zu, dass inzwischen alle strategisch wichtigen Ziele von der amerikanischen Luftwaffe mindestens einmal bombardiert wurden. Im Zentrum standen bisher vor allem Flugplätze in den grösseren Städten des Landes und Kommando- und Kommunikationseinrichtungen der Taliban; bombardiert wurden aber auch Ausbildungslager und einzelne Flugabwehr-Stellungen, vereinzelt Truppenunterkünfte der Koranschüler sowie als relevant eingeschätzte militärische Infrastruktur. Ganz generell jedoch ist der Wert all dieser Ziele als nicht besonders hoch einzuschätzen. Die Taliban verfügen über keine Armeekräfte im modernen Sinn, schon gar nicht über eine ernst zu nehmende Luftwaffe oder über Panzer, deren Zerstörung entscheidend für die Kampfkraft der Miliz wäre.
Die Befehlsstrukturen der Koranschüler sind dezentral, meist regional oder sogar lokal organisiert, die Hierarchien sehr viel flacher - was wiederum die Zerstörung von «Kommunikations- und Führungseinrichtungen» relativiert. Die Hauptlast des Kampfes tragen mobile, kleine Infanterie- und Artillerieeinheiten, die sich bei entsprechender Tarnung und häufigem Stellungswechsel Angriffen aus grosser Höhe entziehen können. Es ist daher davon auszugehen, dass das Gros der Taliban-Miliz - Schätzungen gehen von 35 000 bis 50 000 Mann aus - noch immer einsatzbereit ist, wenn auch sicher nicht mehr uneingeschränkt.
Die USA müssten daher vermehrt auch bodennahe Operationen durchführen, wollen sie direkt die Taliban-Einheiten schwächen. Ein Ziel könnte es dabei sein, die Koranschüler in Schlüsselstellungen
- an Strassenverbindungen, in Tälern, auf Bergkränzen - und in Frontnähe gezielter unter Beschuss zu nehmen, was es der zahlenmässig sehr viel kleineren und schwächer bewaffneten Nord-Allianz erlauben würde, an einzelnen Abschnitten einen Vorstoss zu lancieren.
Das allein jedoch ist ebenfalls kaum kriegsentscheidend. Schon vor den Luftangriffen hat sich in Afghanistan kein klassischer Frontenkrieg zwischen zwei «Armeen» abgespielt. Der Nordosten des Landes, rund 5 bis 10 Prozent des Gesamtterritoriums, steht unter Kontrolle der fünf in der Nord-Allianz zusammengeschlossenen Milizen. Der Rest des Landes wird von den Taliban beherrscht. Auf beiden Seiten jedoch ist diese «Herrschaft» weder flächendeckend noch in einem staatlichen Sinn zu verstehen. In erster Linie kontrollieren beide Konfliktparteien in ihrem jeweiligen Gebiet Schlüsselpositionen, also Städte, grössere Ortschaften, Verkehrswege, Flugplätze, vor allem aber strategisch wichtige Täler, wie dasjenige des Panjshir. Immer jedoch müssen die Konfliktparteien auf regionale und lokale Stammes- und Clanstrukturen Rücksicht nehmen. Der Flugplatz von Faizabad zum Beispiel, dem derzeitigen «Regierungssitz» der Nord-Allianz, wird von einem lokalen Clan kontrolliert - was wiederum heisst, dass die Milizen dafür bezahlen, wenn sie ihn benutzen.
Das von einem Verantwortlichen eines ausländischen Hilfswerkes gezeichnete Bild eines Pfannkuchens, der in einer Pfanne schmort und dabei viele kleinere und grössere Luftblasen erhält, illustriert sehr anschaulich die Struktur der Taliban. Kandahar mit der dortigen Shura gilt als das eigentliche Machtzentrum um dem geistigen Führer der Miliz, Mullah Omar. Ein weiteres Zentrum bildet die Kabuler Shura; Macht üben aber auch die Provinzgouverneure aus sowie einzelne Frontkommandanten, die ihre Einheiten auf eigene Rechnung führen. Längst nicht überall sind zudem Taliban-Kräfte stationiert.
amerikanischen Angriffe wird auch über landgestützte Operationen amerikanischer Spezialeinheiten, möglicherweise auch britischer oder französischer, spekuliert. Nach den Erfahrungen aus den Kriegen in Bosnien, Kosovo oder gegen den Irak scheint dies sogar wahrscheinlich. Solche Trupps müssen allerdings nicht zwingend Kampfaufträge erfüllen. Viel eher dürften die kleinen, meist nur eine Handvoll Männer umfassenden Gruppen bisher dazu gedient haben, Ziele auszumessen - zu «beleuchten» -, um den angreifenden Flugzeugen eine präzise Bombardierung zu ermöglichen.
Ein Szenario geht nun davon aus, dass in einer weiteren Phase der Operation Spezialeinheiten vermehrt auch für den Kampf eingesetzt werden. Sie könnten für einzelne Missionen von den im Arabischen Meer kreuzenden Flugzeugträgern direkt nach Afghanistan eingeflogen werden oder aber von jenen Regionen des Landes aus Angriffe starten, in denen die Taliban keine Kontrolle mehr ausüben. Spekuliert wird auch über die Möglichkeit, stark gesicherte Brückenköpfe innerhalb des von den Koranschülern beherrschten Gebietes aufzubauen, was aber mit sehr viel Risiken für die beteiligten Soldaten verbunden wäre. Wenig plausibel erscheint dagegen das Szenario, dass reguläre amerikanische Streitkräfte gemeinsam mit Kämpfern der Nord-Allianz gegen die Taliban ins Feld ziehen.
Das amerikanische Verteidigungsministerium bewertet die Operation bisher als Erfolg. Nach welchen Kriterien sich dieser bemisst, ist allerdings unklar, da im Gegensatz zu anderen Kriegen in der Vergangenheit Washington nur äusserst zurückhaltend über militärische Zielsetzungen informiert. Explizit formuliert worden ist bisher nur die generelle politische Absicht, das Terror-Netzwerk al-Kaida zu zerschlagen, den mutmasslichen Anführer Usama bin Ladin unschädlich zu machen und die Ausbildungslager für Al- Kaida-Kämpfer in Afghanistan zu zerstören. Ob der Fall des Taliban-Regimes auch ein mit militärischen Mitteln zu erzwingendes Ziel darstellt, ist dagegen unklar. In den letzten Tagen sind zu diesem Punkt sowohl von Präsident Bush als auch Aussenminister Powell und Verteidigungsminister Rumsfeld widersprüchliche Signale ausgesandt worden; es kann aber davon ausgegangen werden, dass der Machtverlust der Taliban in ihrer heutigen Form als Folge ihrer militärischen Schwächung hingenommen wird.
Die intensiven diplomatischen Bemühungen Washingtons um eine politische Alternative jedoch deuten darauf hin, dass dies nicht mehr zwingend gleichgesetzt wird mit einer Rückkehr der Nord-Allianz an die Macht. Deren einzelne Milizen auf sicherer Distanz zu halten, ohne den Feldzug gegen die Taliban und den von ihnen angeblich unterstützten Terror zu schwächen, ist derzeit wohl das schwierigste militärische Unterfangen, das durch den rasch nahenden Wintereinbruch zusätzlich erschwert werden dürfte. 18. Oktober 2001, 02:01
Kann Bush die Afghanen für sich gewinnen? ![]()
Die Welt, Donnerstag, 18. Oktober 2001 Berlin, 11:03 Uhr![]()
Mit einer Doppelstrategie will der US-Präsident die Taliban niederzwingen, ohne das Land noch weiter in den Abgrund zu ziehen
Von Karen DeYoung und Alan Sipress
Die Cruise-Missiles und Bomber, die den Krieg gegen den Terrorismus eröffneten, waren Teil einer wesentlich breiter angelegten Strategie inner- und außerhalb Afghanistans. Dazu gehören intensive Bemühungen, die afghanische Bevölkerung und Moslems in der Welt davon zu überzeugen, dass die Angriffe nicht gegen sie gerichtet sind, und die Anhänger der Taliban dazu zu bringen, die Seiten zu wechseln.
Unmittelbar nach der Bombardierung von Angriffs- und Kommunikationseinrichtungen der Taliban haben US-Flugzeuge damit begonnen, 37 500 Pakete mit Lebensmitteln und Medikamenten für die vielen afghanischen Flüchtlingen nahe der südlichen Grenze zu Pakistan abzuwerfen. Gleichzeitig standen Kriegsflugzeuge bereit, um die von den Taliban kontrollierten Gebiete mit Flugblättern zu überschütten, die jedem "Schutz und Belohnung" versprechen, der die Vereinigten Staaten bei der Suche nach Osama Bin Laden und seinen Verbündeten unterstützt. Zusätzlich wird ein amerikanisches C-130-Flugzeug in der Nähe der Grenzen Afghanistans die gleiche Information auf Rundfunkfrequenzen senden. Flugblätter und Sendungen warnen, dass dies ein Kampf ist, "in den man lieber nicht hineingerät", wie ein Beamter des Pentagon es ausdrückte.
Gleichzeitig militärische Zerstörung, humanitäre Hilfe und psychologische Operationen - das war nur eine der vielen Botschaften, die gestern einer Vielzahl von Zuhörerschaften an verschiedensten Fronten übermittelt wurde. Die öffentlich wahrnehmbare Seite der Botschaft, die von US-Präsident Bush, dem britischen Premierminister Tony Blair und dem amerikanischen Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld verkündet wurde, war immer die gleiche: Die Angriffe werden nicht aufhören, ehe der weltweite Terrorismus zerstört ist; Geduld ist für den Erfolg unerlässlich; jedes Land muss sich der einen oder anderen Seite verpflichten; Bin Ladens Al-Qaida-Organisation und der Rest des terroristischen Netzwerks repräsentieren nicht eine Milliarde von Moslems in der Welt; und der gemeinsame Krieg richtet sich nicht gegen den Islam.
Ähnlich öffentlich waren die Luftangriffe selbst. Die Zielauswahl basierte dabei größtenteils auf dem Bestreben, sicherzustellen, dass die Taliban keine amerikanischen Flugzeuge angreifen können. "Die erste Aufgabe ist es, die Vorherrschaft in der Luft zu erlangen", so eine gut unterrichtete Quelle aus dem amerikanischen Kongress. Regierungsbeamte beschrieben die gestrigen Angriffe wiederholt als Anfangsphase einer langwierigen Militäroffensive. Sie betonten, dass die Art und Weise der nächsten Phase davon abhängt, wie reagiert wird.
"Ich denke, dass es mehrere Tage weitergehen wird, mehr oder weniger genau so, wie es heute aussah", sagte ein Beamter des Pentagon. "Dann werden wir sehen, was das Ergebnis davon ist, und dann werden wir die nächste Aktion planen. Was das genau sein wird, hängt davon ab, wie sie reagieren und was sie jetzt tun." Bush und leitende Beamte betonten schon am Sonntag, dass die humanitären Bemühungen genauso wichtig seien wie der Krieg. Weitere Flugblätter sind in Vorbereitung. Sie sollen weiträumiger über Afghanistan abgeworfen werden, um Zivilisten zu erreichen. Von offizieller Seite hieß es, darauf stehe "Wir geben euch zu essen" und die Aufforderung "Bleibt wo ihr seid".
Ein weniger öffentlicher, aber vielleicht etwas heikler Teil der langfristigen Strategie betrifft die politische Zukunft Afghanistans. In dem Bestreben, Gruppen und Kommandeure zu unterstützen, die gegen die Taliban-Bewegung sind, informierten US-Beamte die Nordallianz einige Stunden zuvor, dass die militärische Operation unmittelbar bevorstehe. In engem Kontakt sind die Vereinigten Staaten mit den nördlichen Einheiten des usbekischen Kommandeurs Leutnant General Abdul Rashid Dostum. Zusätzlich zum Austausch von Informationen haben die USA ihre finanzielle Unterstützung der Nordallianz verstärkt.
Offizielle amerikanische Stellen haben es vermieden, offen zum Sturz des Taliban-Regimes aufzurufen. Zum Teil liegt das am Respekt für das Anliegen Pakistans wenigstens eine "Taliban-light"-Regierung in Kabul zu erhalten. Eine Schlüsselrolle bei der Bildung einer neuen Regierung könnte dennoch der ehemalige algerische Außenminister, Lakhdar Brahimi, spielen, dessen langjährige Stellung als Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs Kofi Annan in Afghanistan seit dem Scheitern der Verhandlungen mit den Taliban 1999 ausgesetzt ist. Letzte Woche informierte Annan den Sicherheitsrat, dass Brahimi zuständig sei für die politischen Anstrengungen der UN in Afghanistan und "auch Vorbereitungen treffen wird für die Entwicklung und die Rehabilitierung dieses zerrütteten Landes".
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Suche nach politischer Zukunft Afghanistans |
Dem britischen "Guardian" zufolge planen die USA, die in Afghanistan regierende Taliban-Regierung zu stürzen und durch eine UN-Verwaltung zu ersetzen. Unter Berufung auf ein geheimes Dokument der US-Botschaft eines wichtigen NATO-Mitgliedslandes berichtet das Blatt, Washington wolle die Europäer zu einer militärischen Vergeltungsaktion drängen, um die Taliban zu stürzen. Die USA seien auch an europäischen Stellungnahmen über eine Ära in Afghanistan "nach der Befreiung des Landes" interessiert.
Auch die Rückkehr des 86-jährigen afghanischen Königs Sahir Schah werde bereits vorbereitet. Der im Jahr 1973 gestürzte König solle demnach mit Unterstützung der bewaffneten afghanischen Opposition an die Macht zurückkehren.
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Suche nach politischer Zukunft Afghanistans |
| 15.10 .2001 | Freies Wort |
Washington (dpa) - Während die Bomben auf Ziele in Afghanistan fallen, tritt die Frage nach der politischen Zukunft des Landes im Anschluss an eine Entmachtung der fundamentalistischen Taliban in Washington immer mehr in den Vordergrund.
Eine klare Antwort aber hat niemand parat, wie ein Machtvakuum und ein neues Abrutschen in Anarchie verhindert werden kann. Das könnte bestenfalls ein Wahrsager, findet US-Außenamtssprecher Richard Boucher: «Was die Zukunft Afghanistans betrifft, schaut in eine Kristallkugel.»
Nur so viel steht nach Angaben der Regierung fest: Die USA wollen nicht versuchen, eine bestimmte Regierung durchzusetzen. Präsident George W. Bush will außerdem den Vereinten Nationen die Federführung beim Wiederaufbau überlassen. Der wegen seiner nationalen Interessenpolitik einmal weltweit kritisierte Präsident hat den internationalen Weg entdeckt, weil er anders als sein Vorgänger Bill Clinton ein Projekt von «Nationenbildung» scheut.
Dies alles heißt jedoch nicht, dass die Bush-Administration auf eine aktive Einflussnahme verzichtet. Nach Medienberichten bemüht sie sich intensiv um die Einberufung einer «Großen Ratsversammlung« oder «Loya Jirga» der zahllosen Volksgruppen Afghanistans mit dem Ziel, eine neue Verfassung und Regierungsstruktur zu beschließen. Dies Modell ist in Afghanistan schon 2000 Jahre alt und wurde ironischerweise zuletzt von der kommunistischen Regierung in Kabul genutzt, die später mit US-Hilfe gestürzt wurde.
US-Diplomaten und Militärs stehen seit Wochen mit den unterschiedlichen Fraktionen Afghanistans im Gespräch, um zu einer breiten Koalition zu ermuntern. Im vergangenen Monat traf ein hoher Berater von US-Außenminister Colin Powell in Rom auch mit dem afghanischen Ex-König Sahir Schah zusammen, der nach den Überlegungen der Amerikaner eine wichtige Rolle - wenn vielleicht auch nur in einer Übergangszeit - spielen könnte.
Mit äußerster Zurückhaltung geht die US-Diplomatie mit dem vordergründig bedeutendsten Verbündeten, der Nordallianz, um. Auf politische Anweisung hin greifen die Streitkräfte keine Frontlinien der Taliban im Norden an, wie ein Generalstabsoffizier bestätigte - um einen zu raschen Vormarsch der Allianz zu verhindern. Washington bat auch deren Anführer, mit einen Angriff auf Kabul zu warten, damit vor einer politischen Interimslösung keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden, berichtete die «Washington Post».
Die 1996 aus Kabul vertriebene Allianz hat eine blutige Vergangenheit und wird von Menschenrechtlern beschuldigt, Tausende unschuldiger Menschen umgebracht zu haben. Sie besteht größtenteils aus Minderheitsgruppen der 27 Millionen Afghanen, die zu 50 bis 60 Prozent Angehörige der Paschtunen-Volksgruppe sind. Aus deren Mitte stammen auch die Taliban, die lange vom Nachbarn Pakistan unterstützt wurden.
Ein Machtantritt der Nordallianz widerspräche direkt den politischen und strategischen Interessen Pakistans. Milton Bearden, der CIA-Stationschef in Pakistan von 1986 bis 1989, hält es zudem aus ethnischen Gründen für unmöglich, sich auf die Allianz zu stützen. Das würde einen neuen brutalen Bürgerkrieg provozieren, schrieb er in der neuesten Aufgabe der Zeitschrift «Foreign Affairs». Es wäre viel klüger, sich gezielt um jene Paschtun-Mitglieder zu bemühen, die nur lose mit den Taliban verknüpft seien, weil sie sich durch die Fundamentalisten bisher eine faire Chance auf Frieden erhofft hätten. Die US-Regierung scheine das auch zu tun.
Die Nordallianz sieht nach den Worten eines ihrer Vertreter in den USA, Daoud Mir, selbst ihre «letzte Chance» in der Bildung einer großen Koalition - doch ohne ehemalige Taliban. Mohammed Eschaq, ein anderer Repräsentant in Washington, wandte sich gegen den «falschen Eindruck», man könne Teile der Taliban abspalten und nutzen. Die USA sollten sich ausschließlich darum kümmern, die existierende Koalition «unter der Flagge der Vereinigten Front» zu fördern. Sie sei nicht für alle der ihr vorgeworfenen Gräueltaten verantwortlich, sagte er. Viele seien von Gruppen begangen worden, die damals nicht zur Front gehört hätten.
| 16.10 .2001 | Die Welt |
Pakistan gewinnt Einfluss. US-Außenminister Colin besucht Islamabad
Von Boris Kalnoky
Islamabad - Viel hat sich verändert, seit Vertreter der Nordallianz und der exilierte afghanische König Zahir Schah in Rom am 1. Oktober entschieden, binnen zwei Wochen einen "Obersten Rat" von 120 Delegierten einzuberufen. Dieser solle dann mit der Bildung einer Übergangsregierung für Afghanistan beginnen. Obwohl diese selbst gesetzte Frist ablief, ist dies heute in weite Ferne gerückt.
Damals war noch davon die Rede, die USA würden die Nordallianz militärisch unterstützen, ein Vorstoß nach Kabul sei in der Planung. Jetzt hat die Führung der Nordallianz offiziell erklärt, von einem Einrücken in die Hauptstadt absehen zu wollen, bis eine Übergangsregierung "auf breiter Basis" gebildet sei. Bei dieser Regierungsbildung soll sie selbst offenbar eine deutlich geringere Rolle spielen als zunächst geplant. Und entgegen allen ihren Hoffnungen hat die Nordallianz bislang weder amerikanische Waffen noch Luftunterstützung erhalten.
Die USA haben indes eingesehen, dass eine Bevorzugung der Nordallianz, also der tadschikischen und usbekischen Minderheiten Afghanistans, nach einem Ende des Taliban-Regimes fast zwangsläufig zu einem neuen Krieg der nördlichen Volksgruppen gegen das Mehrheitsvolk der Paschtunen führen würde. Die Taliban sind Paschtunen, und auch in Pakistan leben Millionen ihrer Stammesbrüder. Pakistan ist auf eine "freundliche Regierung" in Afghanistan angewiesen. Unter anderem ist die Grenze zwischen beiden Ländern nie zweifelsfrei festgelegt worden.
Offenbar hat es diesbezüglich eine Einigung mit den USA gegeben, die auf Pakistan als Bündnispartner mehr angewiesen sind als auf die Nordallianz. Ohnehin können nur Pakistan und die Stammesführer der Paschtunen das Taliban-Regime von innen zum Zusammenbruch bringen. Dies war vermutlich Thema des Besuches von US-Außenminister Colin Powell am Montag.
Innerhalb von fünf Tagen soll in der Grenzstadt Peshawar das Fundament für eine neue afghanische Regierung gelegt werden. 1000 Delegierte werden erwartet - Stammesführer, Geistliche, Milizenführer, Frauenorganisationen. König Zahir Schah ist eingeladen und hat eine hochrangige Delegation nach Pakistan geschickt.
In den nächsten Tagen will jener Mann nach Rom reisen, der als Initiator der Versammlung in Erscheinung tritt: Pir Sayed Ahmad Gailani, ein Verwandter des Königs und früherer Kommandeur der weit gehend säkularen, prowestlichen und königstreuen Mahaz-Miliz. Washington hatte ihn im Kampf gegen die sowjetischen Besatzer stiefmütterlich behandelt, weil man sich ausrechnete, dass islamische Fanatiker besser gegen die Sowjets kämpfen würden.
Gailani, der von Pakistans Behörden lange geknebelt wurde, weil er gegen die Taliban war, durfte jetzt eine Pressekonferenz abhalten. Er forderte "alle Afghanen" auf, "wer immer und wo immer sie auch sein mögen, unsere Einladung anzunehmen und hier in Peshawar zusammenzukommen". Gailani hat eine Koalition namens Versammlung für Frieden und Einheit in Afghanistan gebildet. Auch die Nordallianz ist nach Peshawar eingeladen. Der international noch als Afghanistans Staatschef anerkannte Burhanuddin Rabbani hat sich Gailani angeschlossen, ebenso der von den Amerikanern bevorzugte Milizenführer Abdul Haq. Auch für gemäßigte Fraktionen der Taliban sieht Gailani einen Platz in einer Regierung.
Gailani versichert der Regierung in Islamabad öffentlich, sie werde in ihm und seinen Leuten immer einen "freundlichen Nachbarn" haben. Kein Wunder, dass manche Beobachter ihn bereits als neuen afghanischen Präsidenten von Pakistans und der Staatengemeinschaft Gnaden sehen.
Gailanis Gruppe ist nicht die einzige, die sich, offenbar mit Duldung und Ermutigung der pakistanischen Regierung, in Peshawar bemerkbar macht. Die andere ist die Nationale Solidaritätsbewegung für Afghanistan. Sie wird von niemand anderem als Ahmad Gailanis Bruder Ishok Gailani geführt, ist weniger königsfreundlich und weniger konziliant der Nordallianz gegenüber.
Unterdessen ist es vor dem Besuch von Powell in Pakistan erneut zu Ausschreitungen radikaler Moslems gekommen. In der Hafenstadt Karachi verletzten Sicherheitskräfte drei Menschen mit Schüssen, als antiamerikanische Demonstranten einen Polizeiposten angriffen. In der vorherigen Nacht waren dort zwei Polizisten erschossen worden.
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Powell will gemäßigte Taliban einbeziehen |
| 17.10 .2001 | Die Welt |
Im Streit um die zukünftige Regierung in Afghanistan kommen USA Pakistan entgegen, Indien nicht
Von Hilmar König
Neu-Delhi - Während seiner Besuche in Indien und Pakistan hat sich US-Außenminister Colin Powell nach einem Sturz des islamistischen Taliban-Regimes in Afghanistan dennoch für eine Beteiligung deren gemäßigter Vertreter an einer Nachfolge-Regierung ausgesprochen. Nach einem Treffen mit dem pakistanischen Staatschef, General Pervez Musharraf, in Islamabad sagte Powell am Dienstag, die Taliban würden weiterhin an der Entwicklung des neuen Afghanistan beteiligt sein.
Musharraf sprach sich für ein schnelles Ende der Angriffe auf Afghanistan aus. Nach seinen Worten sollten an der künftigen Regierung des Nachbarlandes außerdem der frühere König Zahir Schah, Vertreter von Exilgruppen, Politiker der Nordallianz und der einzelnen Volksgruppen Afghanistans einbezogen werden. US-Außenminister Powell forderte in Islamabad außerdem Pakistan und dessen westliches Nachbarland Indien auf, ihren Konflikt um den Kaschmir friedlich beizulegen.
Trotz der in Islamabad gezeigten Einhelligkeit der Regierungen der USA und Pakistans war es nicht gerade ein herzlicher Empfang, den dieser Staat und im Anschluss Indien ihrem Gast bereiteten. In Islamabad und anderen Städten hielt der laute Protest der religiösen Extremisten gegen die USA-Militäraktion in Afghanistan an. Und Indiens Begleitmusik war schwerer Artilleriebeschuss von Stellungen im pakistanischen Kaschmir-Teil, was natürlich die Spannungen zwischen den beiden nuklearbewaffneten Erzfeinden merklich erhöhte.
Trotz der in der Öffentlichkeit gezeigten Einigkeit und Solidarität sind indes auch die Meinungsverschiedenheiten zwischen Powell und Musharraf kein Geheimnis mehr. Die USA sind unzufrieden mit den geheimdienstlichen Informationen, die sie für ihre Zielvorbereitungen innerhalb Afghanistans brauchen und die eigentlich auch zum Orten und Festnehmen Osama Bin Ladens, seiner Al-Qaida-Clique und wenigstens einiger Mitglieder der Taliban-Spitze führen sollten. Bisher Fehlanzeige. Auch die Formierung der Alternativ-Regierung in Kabul erweist sich viel schwieriger als zunächst angenommen, weil aus Islamabad offenbar neue Einwände kommen.
Schließlich ist es im Kaschmirkonflikt für Washington nahezu unmöglich, klar Stellung zu beziehen, weil stets einer der beiden Koalitionspartner Pakistan oder Indien verschnupft reagiert. Für Islamabad hat der Kampf um das Selbstbestimmungsrecht der Kaschmiren absolut nichts mit Terrorismus zu tun. Für Indien sind aber genau jene aus Pakistan einsickernden Rebellenkommandos in Jammu und Kaschmir Terroristen. Neu-Delhi bemüht sich deshalb, im Rahmen der globalen Antiterrorkampagne diesem regionalen Problem einen Riegel vorzuschieben.
Gleichzeitig lehnt Neu Delhi aber eine Internationalisierung des Kaschmirproblems, einschließlich einer Vermittlung Dritter, ab und behauptet, es könnte dieses bilaterale Problem allein mit Pakistan lösen. Die vergangenen 54 Jahre beweisen, dass das nicht ging. Was kann Colin Powell in dieser Situation machen? Auf der Pressekonferenz versuchte er sorgfältig, auf keine der Minen zu treten. Stabilität in Südasien bezeichnete er als Amerikas großen Wunsch. Das wollen auch Indien und Pakistan. Dann aber nannte er in diesem Zusammenhang die Kaschmirfrage als "zentral" für die indisch-pakistanischen Beziehungen und befand sich damit exakt auf der Position Musharrafs.
Das hat in Neu-Delhi keine Begeisterung ausgelöst. Powell, der am Dienstag mit Indiens Außenminister Jaswant Singh sprach, muss klarer werden oder den Akzent verschieben, wenn sein Besuch in Neu-Delhi nicht mit einem Eklat enden soll. Da hilft es nicht, dass er in Islamabad das Blutbad moslemischer Guerillas in Srinagar als Terrorakt scharf verurteilte.
Wwischen Washington und Neu-Delhi wird allerdings auch um den Afghanistan-Kurs der Koalition gestritten. Indien verlangt den Vormarsch der Nordallianz bis Kabul und zugleich, dass der Einfluss der Taliban in einer Regierung danach so gering wie möglich ist. Zu einer solchen Regierung in Kabul äußerten sich Powell und Musharraf ziemlich ähnlich. Die USA befürworten ein Gremium, dass alle Segmente der afghanischen Gesellschaft enthält und von den Nachbarstaaten akzeptiert wird - ähnlich wie Musharraf aus anderen Gründen. Washington habe Interesse an einem Afghanistan, das weder Terroristen noch Flüchtlinge produziere, sagte Powell.
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Pakistans Dilemma |
| 17.10 .2001 | Frankfurter Rundschau |
Dem Druck aus den USA kann sich Staatschef Musharraf nicht entziehen - aber die Frage, auf welcher Grundlage er noch regieren kann, wird immer vordringlicher
Von Karl Grobe
Der Außenminister der USA hat mit dem pakistanischen Präsidenten ein ziemlich weit reichendes Einverständnis erreicht - auf dem Papier. Das Treffen in Islamabad wurde als "sehr offen" bezeichnet; in der Diplomatensprache deutet das auf Meinungsunterschiede hin. Und die liegen zu Tage. Es ist Pakistans Dilemma.
Der pakistanische Staatschef hat sich in Wirtschaftsdingen offenbar mehr erhofft als die Zusage, die USA würden "in den nächsten Monaten" aktiv werden, um die 36 Milliarden Dollar schwere Schuldenlast zu erleichtern. Der Lohn für die Teilnahme an der Allianz gegen die Taliban ist ein Wechsel auf Zeit. Präsident Pervez Musharraf muss seinen Landsleuten mehr bieten, als Außenminister Colin Powell mitgebracht hat. In den Meinungsumfragen hat er allgemein zugelegt - aber vier von fünf Befragten sind anders als er nicht davon überzeugt, dass Osama bin Laden ein Erzterrorist ist, und dass das Taliban-Regime rückstandslos vernichtet werden soll, hat nicht einmal Powell ihm nahelegen können. Musharraf besteht darauf, "gemäßigte Taliban" an der künftigen Regierung in Afghanistan zu beteiligen, Powell erwähnt an ihrer statt "südliche Stämme". Dass die Nord-Allianz dazu gehören soll, lehnt Musharraf nicht mehr ab.
Dem Druck aus den USA kann er sich nicht entziehen; in Indien, wo Powell gerade eingetroffen ist, hat Washington einen mit Pakistan konkurrierenden Partner. Da ist Lavieren geboten. Das hat dann seine Grenzen, wenn der afghanische Krieg zum Bodenkampf eskaliert. Dann stellt sich für Musharraf die Frage, auf welcher Grundlage er noch regieren kann.
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"Pakistans Präsident ist der Architekt des Terrors" |
| 17.10 .2001 | Spiegel Online |
Als der Führer der Taliban-Opposition, Ahmed Schah Massud, am 9. September 2001 ermordet wurde, saß sein Vertrauter, Massud Chalili, neben ihm. Chalili überlebte schwer verletzt und wird derzeit an einem geheimen Ort in Europa behandelt. Mit SPIEGEL ONLINE sprach er über Osama Bin Laden, die zukünftige Regierung Afghanistans und die letzten Minuten vor dem Attentat.
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SPIEGEL ONLINE: Halten Sie die Bombenangriffe auf Afghanistan für das richtige Mittel gegen die Taliban? SPIEGEL ONLINE: Aber die Bomben treffen offenbar nicht immer die anvisierten Ziele. Chalili: Ich hoffe sehr, dass nicht noch mehr Zivilisten getroffen werden. Briten und Amerikaner sollten die Bombardierung der Städte stoppen und stattdessen die Front zwischen den Taliban und der Nordallianz bombardieren. Dorthin haben die Taliban ihre besten Soldaten geschickt. |
Massud Chalili, Botschafter der Nordallianz in Indien und Vertrauter Ahmed Schah Massuds |
SPIEGEL ONLINE: Sind Bomben das einzige Mittel gegen die Taliban?
Chalili: Wir haben in der Vergangenheit viele Gelegenheiten verpasst, mit dieser Situation fertig zu werden. Als vor fünf Jahren die Taliban an die Macht kamen, hätte man sich nicht mit ihnen arrangieren dürfen, sondern der rechtmäßigen Regierung von Präsident Burhanuddin Rabbani helfen müssen.
SPIEGEL ONLINE: Sie beschuldigen die USA der Mitverantwortung an der Machtergreifung der Taliban?
Chalili: Die Taliban waren eine Schöpfung Pakistans mit Unterstützung Saudi-Arabiens. Aber die Vereinigten Staaten hielten sie nicht davon ab, sie nickten diese Politik ab. Ihr Schweigen ermutigte die Regierungen dieser Staaten, das Regime zu fördern.
SPIEGEL ONLINE: Haben Sie die USA nicht gewarnt?
Chalili: Unser ermordeter Commander Ahmed Schah Massud reiste in den Westen, aber keiner hörte ihm zu. Man wies uns vielmehr ab. Die Leiterin des Südostasien-Abteilung im US-State Department hat den Taliban sogar zu ihrem Sieg gratuliert. Noch vor zwei Monaten haben wir dafür geworben, nicht die Taliban, sondern uns zu unterstützen - vergeblich. Die USA und ihre Alliierten sollten die Nordallianz jetzt voll und ganz unterstützen. Jedes Zögern gibt den Taliban und Osama Bin Laden eine größere Chance.
SPIEGEL ONLINE: Die USA scheinen mehr auf den Ex-König Zahir Schah zu setzen.
Chalili: Ich verstehe nicht, warum die Amerikaner den König unterstützen. Es ist die Nordallianz, die fest auf afghanischem Boden steht. Wir sind es, die gegen die Taliban kämpfen, nicht irgendwelche Kräfte im Ausland. Ich wünschte, Massud wäre noch am Leben und könnte das sehen. Er würde lachen und sagen: "Seht ihr, ich habe es euch gesagt."
SPIEGEL ONLINE: Durch die Ermordung Massuds haben Sie ihren charismatischen Führer verloren. Wer führt die Nordallianz heute?
Chalili: Der politische Führer ist Präsident Rabbani.
SPIEGEL ONLINE: Und der militärische?
Chalili: Das kommt auf das Gebiet an. Bei Masar-i-Scharif ist es der Usbeke Dostam, nördlich von Kabul General Fahim. Vor seiner Ermordung hat sich Schah Massud allerdings in alle Operationen eingeschaltet.
SPIEGEL ONLINE: Die USA bezweifeln, dass die Nordallianz der Vorreiter der Demokratie ist. Es gibt auch Kriegsverbrecher in Ihren Reihen.
Chalili: Natürlich waren auch wir keine Heiligen. Aber nachdem wir in Kabul eingezogen waren, haben sich die Nachbarstaaten Pakistan, Iran und Usbekistan eingemischt und dadurch Chaos und Korruption gestiftet.
SPIEGEL ONLINE: Wer garantiert, dass sich die Regierung nicht wieder so zerstreitet wie Anfang der Neunziger? Gegen die Sowjets waren alle Mudschaheddin noch vereint, nach ihrem Abzug kämpfte Gulbuddin Hekmatjar plötzlich gegen Massud und Rabbani.
Chalili: Das lag an der Einmischung Pakistans. Ohne Pakistan hätte es keinen Bürgerkrieg gegeben. Es war der pakistanische Geheimdienst ISI, der Hekmatjar davon abgehalten hat, sich unserer Regierung in Kabul anzuschließen. Jetzt werden wir unser Bestes tun, aus unserer Erfahrung zu lernen und so etwas zu vermeiden. Das wird nicht leicht.
SPIEGEL ONLINE: Wie glaubhaft ist die Unterstützung der USA durch den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf?
Chalili: Musharraf ist und bleibt ein Opportunist. Er hat seinem Volk die Demokratie gestohlen. Er ist der Architekt des grenzüberschreitenden Terrorismus in Afghanistan und Kaschmir. Wie kann ein Führer eines Landes so undiplomatisch daherreden? Wie kann er sagen, dass jede afghanische Regierung von den Nachbarländern beraten werden muss? Wir werden nie die Hegemonie eines Nachbarstaates über Afghanistan akzeptieren.
SPIEGEL ONLINE: Aber Afghanistan braucht eine Integrationsfigur. Könnte diese Rolle nicht der König übernehmen?
Chalili: Der König regierte Afghanistan 42 Jahre lang. Er leistete phantastische Arbeit. Aber er verlor Afghanistan und lebt seit nunmehr 30 Jahren im Ausland. Alle Institutionen, die ihn damals unterstützten, sind zerstört.
SPIEGEL ONLINE: Aber die Menschen in Afghanistan bewundern ihn noch immer.
Chalili: Wenn der König seinem Land wirklich helfen will, wäre es das Beste, wenn er sich ein Flugzeug nähme und in den Norden zurückkehrt an die Seite von Präsident Rabbani, und zwar bevor die Taliban vernichtet werden. Denn das wird noch dauern; das wird nicht morgen oder übermorgen geschehen. Aber von außerhalb Afghanistans wird das nicht funktionieren. Was immer wir tun, müssen wir im Land selbst machen. Der König muss ins Land kommen und unsere Schwierigkeiten mit eigenen Augen sehen.
SPIEGEL ONLINE: Will die Nordallianz die Regierung übernehmen?
Chalili: Die Nordallianz strebt nicht an, Afghanistan zu regieren, sondern sie baut auf eine breite Übergangsregierung nach den Taliban. Diese Regierung sollte in Afghanistan selbst gegründet werden. Sie sollte die Verfassung wieder herstellen und Wahlen abhalten. Dafür brauchen wir internationale Uno-Beobachter, die auch die Entwaffnung überwachen.
SPIEGEL ONLINE: Würden Sie ein anderes Rechtssystem außer der islamischen Scharia gelten lassen?
Chalili: Die Verfassung würde natürlich nicht sagen: Es gibt keinen Gott und der Islam ist ein Fehler. Im Gerichtssystem wird die Scharia eine bedeutende Rolle spielen.
SPIEGEL ONLINE: Einige Beobachter sind der Meinung, es gebe keinen Unterschied zwischen den Mudschaheddin der Nordallianz und den Taliban.
Chalili: Das ist unglaublich. Wir wollen eine zivile Verfassung, wie wir sie in Afghanistan viele Jahre lang hatten. Als wir in Kabul regierten, liefen die Fernseher. In allen Büros arbeiteten Frauen. Wir öffneten die Universitäten für Frauen. Die erste Rede, die Rabbani hielt, war in einer Mädchenschule. Wir hatten Bewegungs- und Pressefreiheit. Wir werden das alles noch verdoppeln, denn wir glauben, dass der Wille des Volkes das Volk regieren soll.
SPIEGEL ONLINE: Wie viel Freiheiten können die Frauen dann erwarten?
Chalili: Wir meinen, dass sie selbst Richterinnen werden können oder Ministerinnen. Es darf keine Diskriminierung geben.
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"Wir werden gegen die amerikanischen Soldaten am Boden kämpfen" |
| 19.10 .2001 | Die Welt |
Der ehemalige Kriegsherr Hekmatyar will in Afghanistan eine zweite Front eröffnen: Gemeinsam mit Teilen der Taliban und der Nordallianz gegen die USA
Teheran - Gulbuddin Hekmatyar führt die afghanisch-sunnitische Paschtunengruppe Hisb-i-Islami. Seit der Machtübernahme der Taliban 1996 lebt er im iranischen Exil in Teheran. Hekmatyar hat gegen fast alle am Konflikt in Afghanistan beteiligte Parteien gekämpft und des öfteren die Fronten gewechselt. Er war 1996 maßgeblich an der Zerstörung Kabuls beteiligt. Stephanie Rupp sprach mit ihm über die Zukunft Afghanistans.
DIE WELT: Sie haben die Luftschläge der USA verurteilt. Dabei ist es noch nicht so lange her, dass Ihre Truppen in Afghanistan selbst Unterstützung via Pakistan aus den USA erhalten haben. Weshalb also dieser Stimmungswechsel?
Gulbuddin Hekmatyar: Das ist kein Wechsel. Die USA hatten damals auch andere Gruppen unterstützt. Die Angriffe Amerikas auf unser Land verurteile ich in schärfster Form. Nach meinen Informationen sind bisher über 1000 unschuldige Zivilisten getötet worden. Die Angelegenheit mit Bin Laden ist nur ein Vorwand für die USA, Afghanistan zu besetzen und eine Marionettenregierung zu installieren. Vorrangiges Ziel ist es, Afghanistan als strategischen Punkt in Zentralasien zu erobern und zu einer Militärbasis zu machen.
DIE WELT: Das hört sich so an, als wollten Sie bald gegen die USA in den Kampf ziehen.
Hekmatyar: Wir werden niemals zustimmen, gegen Amerikaner auf amerikanischem Boden zu kämpfen. Und wir werden uns entsprechenden Bewegungen auch nicht anschließen. Doch die USA zetteln gerade einen Krieg gegen Afghanistan an, und wir haben keine andere Chance, als unser Land auf unserem Boden zu verteidigen.
DIE WELT: Es sind aber noch keine Aktivitäten der Hisb-i-Islami in Afghanistan zu beobachten.
Hekmatyar: Der Zeitpunkt dafür ist noch nicht gekommen, und ich hoffe sehr, dass er niemals kommt. Erst wenn die USA Bodentruppen einsetzen, wonach es jetzt aussieht, werden wir ebenfalls im Land sein. Wir werden alle Afghanen zur Landesverteidigung aufrufen. Wir verfügen über eine große Zahl von sehr gut trainierten Kämpfern mit großer Erfahrung, Freiwillige, die schon gegen die Russen gekämpft haben. Auch außerhalb des Landes gibt es Unterstützung.
DIE WELT: Wer stärkt Ihnen den Rücken? Der Iran oder Pakistan?
Hekmatyar: Der Iran hat uns das Gastrecht gewährt. Ich bedanke mich dafür. Doch finanziell unterstützt der Iran nicht unsere Bewegung, sondern die Nordallianz.
DIE WELT: Wollen Sie denn gegen die Nordallianz und auf Seiten der Taliban kämpfen?
Hekmatyar: Im Falle von US-Bodentruppen werden wir eine zweite Front bilden. Ein Teil der Nordallianz wird gemeinsam mit den USA kämpfen. Wir werden uns mit einem anderen Teil der Allianz verbünden sowie auch mit Teilen der Taliban. Nur so können wir unser Land gegen äußere Einflüsse und eine dauerhafte Besatzung verteidigen.
DIE WELT: Wie sollen die Afghanen in Zukunft ihre Probleme selbst lösen? Welche politische Vision haben Sie?
Hekmatyar: Die einzige Lösung für unser Land ist eine stabile Demokratie mit freien Wahlen, die von der UNO kontrolliert werden könnten. Vertreter aller Volksgruppen und Landesteile müssen an der künftigen Regierung beteiligt werden. Wir brauchen einen direkt vom Volk gewählten Präsidenten und ein Parlament. Das System muss einfach und transparent sein. Weder ein Premierminister noch zwei Volksvertretergremien wie Senat und Kongress in den USA sind für Afghanistan angemessen. Der gewählte Präsident soll das Kabinett direkt bestimmen und benötigt dazu keine Bestätigung durch das Parlament.
DIE WELT: Aber Paschtunen und Tadschiken, Hazara und Usbeken bekämpfen sich und kamen auch in der Vergangenheit nie wirklich miteinander zurecht.
Hekmatyar: Schuld an unseren Problemen ist vor allem Moskau, das Pflöcke in unsere Gesellschaft getrieben hat. Doch auch die USA und unsere Nachbarländer sind dafür verantwortlich. Wenn die ausländischen Mächte uns in Ruhe lassen, werden wir schnell miteinander zurechtkommen.
DIE WELT: Wie stehen Sie zu einer Übergangsregierung unter Vermittlung des Ex-Königs Zahir Schah?
Hekmatyar: Die Zeit der Monarchie ist vorbei. Was wir brauchen, ist zunächst ein ausschließlich von Afghanen besetzter und organisierter Interimsausschuss mit Vertretern aller Volksgruppen. Dieses Gremium muss eine Verfassung, über die später abgestimmt werden muss, freie Wahlen für Präsident und Parlament sowie eine nationale Armee vorbereiten.
DIE WELT: Was ist mit den Taliban? Sollen sie einen Platz im Nachkriegsafghanistan haben?
Hekmatyar: Das muss das Volk in freien Wahlen entscheiden. Ich denke aber, sie werden eine von vielen Parteien in einem Multiparteienstaat Afghanistan bilden.
DIE WELT: Welche Rolle wollen Sie in der Regierung spielen?
Hekmatyar: Ich werde nicht als Kandidat für ein Regierungsamt antreten. Wenn mich meine Partei allerdings dazu auffordert, werde ich mich nicht dagegen verwahren.
DIE WELT: Sie sprechen von Demokratie, sind aber Vorsitzender einer islamischen Partei. Welche Rolle soll der Islam spielen? Schwebt Ihnen eine islamische Demokratie vor, die Präsident Chatami seit vier Jahren im Iran versucht zu etablieren?
Hekmatyar: In diese Richtung gehen meine Vorstellungen. Afghanistan ist eine moslemische Nation, und die Menschen werden für ein wahres islamisches System votieren - ohne Unterdrückung.
DIE WELT: Auch ohne Unterdrückung der Frauen?
Hekmatyar: Selbstverständlich. In einer islamischen Demokratie müssen die Frauen gleiche Rechte haben. Das sieht der Koran vor.

Mullah Omar, Hikmatyar envoys discuss alliance
Islamabad, Oct. 26, IRNA -- The representatives of Taliban leader Mullah Muhammad Omar and the head of the opposition Hizbi Islami of Afghanistan (Islamic party) Gulbuddin Hikmatyar have held important talks in recent days on the prospects of entering into an alliance. The daily "Jang" reported on Friday that following their talks, Taliban have agreed to hand over control of certain areas to Hikmatyar, who has been the Afghan prime minister in the government-in-exile. Talks were held in Peshawar, Islamabad and Kabul between Taliban's envoy Mullah Abdul Salam Zaeef and representatives of Hikmatyar, the daily said. Mullah Zaeef, according to the daily, will seek Mullah Omar's views on some proposals tabled by the representatives of Hikmatyar. On his return to Islamabad, there will be yet another round of negotiations between the two parties, the newspaper reported. "The next few days are very crucial and a proposal to include Hizbi Islami in the Taliban regime is also under consideration", it added. The newspaper said that Hekmatyar is interested in taking control of Nangarhar, Lugar and Jalalabad. Some Taliban ministers and other officials, instead, are strongly in favor of forming an alliance with the opposition group, it added. /MMZ/BH/AR End ::irna 12:10


Mama laß uns abhauen!
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Schwarzes Loch Afghanistan Seit dreieinhalb Wochen wird gebombt. Aber was ist erreicht worden? |
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01.11 .2001 |
Tagesspiegel |
Die westlichen Pläne für die Nachkriegszeit sind unrealistisch, die Verbündeten höchst fragwürdig: Den USA bleibt nur die Wahl, sich herauszuhalten oder mit großer Härte Respekt zu verschaffen
Gabriele Venzky
(Frau Gabriele Venzky möchten wir an dieser Stell herzlich darum bitten sich in ihrer Berichterstattung eine freundlichere Ausdrucksweise anzugewöhnen.
Ihr AFGHAN GERMAN ONLINE Team )
Von entscheidenden Fortschritten sprechen die Strategen. Die Luftwaffe der Taliban sei zerstört worden, heißt es, als ob man deren Schrott so nennen konnte, desgleichen ihre Kommandozentralen, was ein wenig hochtrabend klingt für Berghöhlen und menschenleere Trainingslager des Osama bin Laden. Tag für Tag werden uns brennende Treibstofflager gezeigt, wo doch Benzin angeblich nur noch kanisterweise auf unzugänglichen Schmuggelwegen ins Land kommt. Und nun die Spezialbomben, die das Höhlenlabyrinth zerstören sollen, in denen sich der gesuchte Top-Terrorist und der Taliban-Führer Mullah Omar verstecken.
Die Welt weiß genauso wenig über diesen Krieg wie damals, als CNN Krieg zum ersten Mal live der Öffentlichkeit präsentierte, im Irak. Da zeigte man, wie Saddam Husseins Raketenstellungen präzise getroffen wurden, und nachher stellte sich heraus, dass man nicht einmal bei einer einzigen sicher war. Oder im Kosovo, wo angeblich mehr Panzer vernichtet wurden, als Slobodan Milosevic überhaupt besaß, und nachher waren es ganze 32. Die Welt weiß wenig über diesen Krieg in Afghanistan. Aber sie weiß, dass es nicht gut läuft dort.
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| Kämpfer der Taleban |
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Die Nordallianz steht vor Masar-i-Scharif US-Angriffe unterstützen Vormarsch der Opposition in Afghanistan. Exilkräfte fordern mehr Geld für Waffen |
| 09.11 .2001 | Welt |
Bangkok - Während das alliierte Truppenaufgebot für den Afghanistankrieg mit jedem Tag höher geschraubt wird, hat die mit Washington verbündete Nordallianz nach eigenen Angaben sieben Bezirke südlich des strategisch bedeutenden Masar-i-Scharif erobert. Dies sagte ein Vertreter der afghanischen Exilbotschaft in Tadschikistan der russischen Agentur Interfax. Die Nordallianz brach demnach bis sieben Kilometer vor jene Stadt mit Flughafen durch, deren Einnahme noch vor Wintereinbruch wichtige Nachschublinien für die Alliierten nach Usbekistan öffnen soll. 400 Taliban-Überläufer und fünf desertierte Kommandeure meldete der US-Sender CNN unter Berufung auf die Nordallianz.
US-Kampfjets unterstützten demnach den Vormarsch aus der Luft. Die Luftwaffe nahm erneut Stellungen der Taliban bei Kabul unter Dauerbeschuss. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, die amerikanischen Luftangriffe würden auf täglich 120 gesteigert. Nach unbestätigten Angaben der Taliban-Miliz starben bei den Angriffen 37 Zivilisten in drei Dörfern nahe der Stadt. Die Taliban behaupteten erneut, einen US-Hubschrauber abgeschossen zu haben und zeigtze auf einem Platz in Kabul Teile, die von dem Fluggerät stammen sollen. Der Helikopter stürzte laut Pentagon bei schlechtem Wetter ab.
Gleichzeitig wachsen im Militärbündnis Zweifel, ob man in der Nordallianz auf eine effiziente Kriegstruppe setze und ob deren Kommandeure, die teilweise in der Vergangenheit mehrfach die Fronten wechselten, der Anti-Terror-Militärmission nicht eher langfristig im Weg stehen. Die Taliban haben Dokumente lanciert, nach denen die Regierung des 1996 gestürzten, afghanischen Altpräsidenten und jetzigen Nordallianzführers Burhanuddin Rabbani über 600 arabischen Söldnern die afghanische Staatsbürgerschaft gewährt habe. Demnach hätte auch die Nordallianz während ihres Barbarei-Regimes jene islamischen Extremisten unterstützt, die der neue Krieg beseitigen soll.
ehemaliger Verteidigungsminister, Shahnawaz Tanai
Unterdessen warnte Afghanistans ehemaliger Verteidigungsminister, Shahnawaz Tanai, aus dem Iran, dass die Taliban durch mehr Kriegsfreiwillige aus Pakistan und dem arabischen Raum verstärkt würden und dass den Alliierten bei der gegenwärtigen "Operationsdynamik" ein langer Krieg bevorstehe. Er sprach sich für eine "klare Bodenoffensive" aus. Tanai legte Washington neben der Terrorabwehr wirtschaftliche Motive der Angriffe nahe: "Die USA blicken nach den Öl- und Gasressourcen durch das Kaspische Meer oder Aserbaidschan."
Eine politische Lösung für Afghanistan, so Tanai, liege in einer großen Koalition aller politischen, religiösen und ethnischen Gruppen, möglicherweise unter dem Dach der Vereinten Nationen. Der afghanische Exilpolitiker behauptete zugleich, dass seit dem Beginn der alliierten Militärschläge eine Reihe einst mächtiger Mudschahedin in einer Art Positionsgerangel "Exilräte" abhielten, um sich künftige Pfründe zu sichern. Sollten die Taliban stürzen, wären die Klingen gewetzt für eine neue Runde innerafghanischer Grabenkämpfe - wobei sich die Reihen dieser Führer in neuen Kämpfen noch beträchtlich lichten könnten.
Für eine Invasion von außen wiederum fehlen früheren Kommandeuren des Widerstands gegen die Sowjetunion Krieger und Geld. Altmudschahedin Hadji Mohamad Zaman Jhamsharik, der einst über die Provinz Nangarhar herrschte und für die Rückeroberung seiner alten Fürstentümer aus dem französischen Exil zurückkehrte, rief die USA bereits zu mehr Geld- und Waffenhilfe an die afghanischen Exilkräfte auf. "Für den Preis von sechs Cruise Missiles", so Zaman, "können wir die östlichen Provinzen Nangarhar, Laghman und Kunar befreien."
Dagegen werden Hoffnungen, dass ein Volksaufstand die Taliban stürzen wird, mit jedem Tag schwächer. Unter Afghanistans Volk stößt der "Krieg für die Freiheit" auf immer bitterere Töne, wie der Afghane und Journalist Inyatulhaq Yasini in Peshawar von langjährigen Regierungsgegnern in Kabul zu berichten weiß. Mit der Zerstörung der Infrastruktur durch die Angriffe wüchsen die Sympathien für die alten Peiniger. "Nicht die Taliban und Al Qaida werden zerstört, sondern das Land", sagte Yasini.
Auch im arabischen Ausland stoßen die US-Streitkräfte offenbar auf stärkeren Widerstand. Beim US-Stützpunkt in dem Golfstaat Katar verletzte ein Mann nach Medienberichten mehrere Amerikaner durch Schüsse. Nach Angaben von Sicherheitskräften erschossen Wachen den Attentäter. In Katar beginnt morgen eine Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO).
Afghan Alliance: Entering Kabul
and Monopoly of Power Not Our Goals
Roles of Pakistan, UN and Afghan Contenders at Center of Political Debates
By Omar Samad
Azadi Afghan Radio
WASHINGTON, Oct. 16, 2001 - AAR - Afghanistan's United Front (Northern Alliance) leadership - in the clearest terms yet - said its forces, poised 25 miles from the Afghan capital, Kabul, do not intend to "enter the city in an exclusionary manner." While accelerated political efforts are underway in several world capitals to address the sensitive issue of forming a representative and legitimate interim government to replace the Taliban regime, the UF leaders, in an unprecedented move, offered an olive branch to Pakistan's military government, an arch ally of its Taliban foes since 1995.
Yunus Qanooni, a member of the UF's leadership council, also in charge of political negotiations with other internal and external Afghan groups, including the process headed by former Afghan King Muhamad Zahir, told Azadi Afghan Radio on Sunday from his base in Panjshir Valley, "we do not intend to enter Kabul city in an exclusionary manner," but left open the possibility of breaking through Taliban lines North of Kabul at an appropriate time to reach the city limits without entering the capital, or to provide man-power for a security force.
On Monday, the United Nations announced that the former monarch last week in a letter addressed to Kofi Annan appealed to the Security Council to dispatch a peacekeeping force to Kabul in case a "power vacuum" follows a possible Taliban collapse. "It would be a tragedy, costly in human lives, should the various forces in opposition to the Taliban vie for domination of the capital city," the letter said.
Meanwhile, the US decision to hit or not hit the Taliban-Bin Laden lines in the Shamali plains at the gates of Kabul seems entangled with political considerations. However, US Defense Secretary Donald Rumsfeld Monday give the first indication that American bombing raids on the Taliban troop deployments in the Shamali were imminent.
Dr. Abdullah, the UF Foreign Minister, also voiced support for a UN role, the idea of demilitarized zones and the deployment of peacekeepers under certain conditions. "Moving towards Kabul will need a political as well as a military solution," he said. "The Northern Alliance army on its own could march into Kabul, but this would not happen," he added. Pakistan, which actively supported the Taliban against the UF resistance headed by Ahmad Shah Massoud until his assassination on September 9, has publicly asked Washington not to help bring the UF leaders to power.
However, UF leaders are weary of undue Pakistani influence in Afghan affairs. The UF partly blames past Pakistani policy for the current situation in the region. But, echoing a new tone toward Pakistan's military government and ardent supporter of the Taliban extremists till September 11, Qanooni stressed, "we have no enmity with Pakistan today, nor were we their enemy yesterday, but we were opposed to their erroneous and hostile policy toward Afghanistan and its people." He added, "we would welcome any Pakistani effort to review and change the policies of hostility to benefit not only Pakistan, but Afghanistan and the region as well." Qanooni praised Pakistan's Gen. Pervez Musharraf for "aligning his country with the international anti-terrorism movement." However, he reiterated that, "UF resistance does not aim to usurp power, but will struggle for the independence of Afghanistan and the eradication of terrorism."
Meanwhile, Gen. Pervez Musharraf, Pakistan's military ruler, and U.S. Secretary of State Colin Powell agreed Tuesday in Islamabad that the Afghan political process ''needs to be placed on a fast track in order to forestall the possibility of a political vacuum.'' Musharraf said ''we agreed that durable peace in Afghanistan would only be possible through the establishment of a broad-based multiethnic government representing the demographic contours of Afghanistan, freely chosen by the Afghans without outside interference.''
Musharraf added, "'former King Zahir Shah, political leaders, moderate Taliban leaders, elements from the Northern Alliance, tribal elders, Afghans living outside their country -- all can play a role in this regard.'' But he warned against ''any attempt...by any warring faction to impose itself on Afghanistan in the wake of the military strikes against the Taliban.''
Afghan analysts say that there is excessive focus by the Pakistani side on the ethnic and demographic factors of a political solution, exacerbating the already-strained ethnic relations in Afghanistan. "Too much ethnic-based politics is dangerous," said an Afghan analyst. He added, "Pakistani leaders use double standards. In an irresponsible manner, they talk about free choice, no outside interference, then throw around percentages and show favoritism toward a particular group under the guise of their own national interests, while, in fact, accurate census or demographic data does not even exist for Afghanistan."
In Islamabad, Powell also voiced concern about a heavy-handed and tilted political approach toward Afghanistan by neighboring countries, especially Pakistan. "If we truly are interested in a post-Taliban Afghanistan that represents all of the interests of the various factions and elements of Afghan society, then I think we have to listen to them, and no one nation has a veto over that."
At the invitation of the Pakistani authorities, a three-man delegation representing Zahir Shah is in Islamabad this week to discuss the emerging Afghan dynamics. Efforts to form a more evenly- representative delegation were dashed at the last minute by the team leader's insistence to rush to Islamabad. Another delegation is due to leave for Iran to hold crucial talks with Tehran over sensitive matters of concern, including the formal role of the former monarch in a future interim government.
But observers are worried that the political campaign to build a post-Taliban political framework is lagging behind the military campaign. Several issues have emerged in the past few days that need timely and comprehensive solutions. The issue of "moderate Taliban" elements has raised eyebrows in several quarters. Some Afghans are not convinced that there are any credible and influential "moderate Taliban," aside from a score of tribal chieftains or former opportunistic commanders, who may switch side at a convenient moment.
Before leaving for Pakistan, even Powell expressed doubts. "The current Taliban leadership today seems to have destroyed its country rather effectively and would not have a serious claim to be part of a new government. But there are many people within the Taliban movement who will still be there," he said. "But I don't think the Taliban party as a political entity could -- it doesn't seem likely to me that it would -- have any kind of role in a future government in light of how they have handled it politically in the last five years," the Secretary of State added.
The UF is apprehensive toward the idea of Taliban leaders joining a future interim setup. But Hedayat Amin Arsala, a member of the former King's process, told reporters in Islamabad on Tuesday that the Taliban could not be ignored in the future but it was difficult to say what role they could have in a government. "Of course the Taliban are a part of the Afghan society. Obviously those elements that want to support the peace process in Afghanistan would all be welcome to cooperate with this effort and I hope they do," he said.
The former King and his newly formed three-man advisory board, which includes his son-in-law Gen. Abdul Wali, his cousin, Sultan Mahmood Ghazi and veteran advisor Abdul Sattar Sirat, met with a long list of Afghans and foreign dignitaries this week. Among them, former president Sibghatullah Mujadedi, factional leader Pir S. Ahmad Gailani, representatives of smaller expatriate political groups, including an ultra-nationalist party, tribal elders and the foreign ministers of France and Italy visited Rome.
Mujadedi, in an interview with AAR last week, denounced the Taliban for having recorded his personal comments during a private conversation and broadcast it on Kabul Radio to extract political mileage for their regime. The former president voiced support for the former King but warned that the question of restoring the monarchy "should not be decided ahead of time." Zahir Shah has on numerous occasions said that he does not want to restore the monarchy, but wants to convene a grand assembly to decide on the issues of leadership and type of government.
Richard Hass, the State Department's Director of Policy Planning, also held talks with Zahir Shah in Rome last week. He will serve as the US "special coordinator" for Afghanistan, consulting with Afghan groups, the UN and others about the composition and type of a future government. The US has not defined any form of regime for Afghanistan except to say it should not just include the Pashtuns, who form the largest ethnic group, but also groups represented by the Northern Alliance UF. Powell's deputy, Richard Armitage, last week said Afghans historically did best in a loose federation with a high degree of local autonomy.
In an op-ed piece in the New York Times Monday, Afghan-born anthropologist Nazif Shahrani wrote against the "exclusive right" of any one ethnic group in Afghanistan to rule over others. He said, "the international community should encourage the creation of a government that recognizes the crucial role of the local and regional communities in self-governance. While the ex-king should be allowed to play a role in such a transitional government, every effort must be made to keep his old corrupt cronies from infiltrating the new government. Care must also be taken to keep Pakistan from dictating the shape of the new government and to keep the corrupt elements of the mujahedeen groups and the previous Communist regime from any positions of power."
A source in Rome told AAR Monday that following an agreement reached last month between the UF and the Loya Jirga process to form a 120-member Council of national unity, which may form the basis of a new interim government, most of the arguments and bickering center on the appropriation of seats to various individuals and interest groups. Some radical elements have urged a revision of the agreement to allocate up to 70% of the seats to a particular side or ethnicity. The accord calls for a 50-50 split. The most powerful interest groups includes the Pakistan-based organizations, some former Mujahedeen leaders, select former field commanders, expatriate technocrats and an array of individuals with an ax to grind or a position to grab. A meeting to finalize the lists for the proposed Council is scheduled in the next few days between the UF and the Loya Jirga process either in Afghanistan or in Europe.
There is also significant pressure from certain religious quarters inside Afghanistan to limit or even neutralize the role of the former monarch. Even though Prof. Burhanudin Rabani, head of the UN-recognized Islamic State and UF, has not objected to Zahir Shah's return as an Afghan citizen, but has refrained to endorse a national role for the former monarch to unify the Afghans. "Those caught in the middle have a difficult task ahead to juggle the important interests in an equitable manner without jeopardizing the effort at a crucial time in Afghan history," warned the US-based observer.
Many Afghans were caught off guard by the speedy trend of events in the past month. As a result, a certain degree disorganization, lack of political and media management and coordination, shortage of competent staff, ambitious power plays, and, in some cases, inflated egos have hampered some of the work in the main Afghan political centers. "This is no time for foreign destructive actions or divisive Afghan political commentary to undermine the national interests of Afghanistan," cautioned an Afghan tribal elder on condition of anonymity. "We need to remember that this is an opportunity to save Afghanistan, the first phase in a long road to rebuild the country, including its political and social institutions." He added, "eventually, we will have to quickly move away from ethnic-based politics by drafting a constitution that will restore individual rights within a democratic framework."
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Al-Qaida will tote US-Soldaten durch die Straßen schleifen |
| 19.10 .2001 | Spiegel Online |
Die USA versuchen mit ihrem Dauerbombardement in Afghanistan, das Taliban-Regime sturmreif zu schießen. Erstmals sprach Präsident Bush öffentlich vom Einsatz von Bodentruppen. Osama Bin Ladens Militärkommandeur kündigte an, tote Amerikaner durch die Straßen schleifen zu lassen.
Washington/Kabul - George W. Bush räumte ein, dass er mit der Hilfe der Truppen der Nordallianz rechnet. Die Luftangriffe der Alliierten sollten den Weg für verbündete Truppen auf dem Boden bereiten, sagte Bush. Wie aus dem US-Verteidigungsministerium verlautete, halten sich auf dem Flugzeugträger "Kitty Hawk" Elitekommandos einsatzbereit.
Die US-Streitkräfte griffen am Donnerstag den zwölften Tag in Folge Ziele in Afghanistan an. Beschossen wurden Kabul, Kandahar und Dschalalabad. Nach einem Bericht der privaten afghanischen Nachrichtenagentur AIP kamen bei den Angriffen am Donnerstag acht Bewohner Kabuls ums Leben.
Der britische Premierminister Tony Blair deutete am Donnerstag den baldigen Beginn einer neuen Phase des Kriegs gegen den Terrorismus an. Er sprach von einer Zeit größter Prüfungen in den nächsten Wochen. Zu Beginn oder Umfang eines möglichen Bodenkriegs wollte sich Blair nicht äußern. Er sagte aber, die Anti-Terror-Koalition habe nie daran gedacht, dass die Ziele allein mit Luftangriffen erreicht werden könnten.
Die Taliban räumten in ihrem Kampf gegen die Nordallianz Geländeverluste in einigen Regionen um die strategisch wichtige Stadt Masar-i-Scharif ein, erklärten jedoch, die Oppositionstruppen bei einer Schlacht im Süden der Stadt zurückgeschlagen zu haben. Ein Feldkommandeur der Nordallianz namens Gulmohamed erklärte am Donnerstag, die USA würden ihr Bombardement auf die Taliban-Front nördlich der Hauptstadt Kabul fortsetzen. "Danach werden wir Kabul erobern, und die verbliebenen Soldaten der Taliban werden zu uns überlaufen", sagte er.
Erstmals gab es am Donnerstag die Meldung, dass bei den US-Angriffen ein ranghoher Gefolgsmann des mutmaßlichen Top-Terroristen Osama Bin Laden getötet wurde. Das in London ansässige Islamische Beobachtungszentrum berichtete, der unter seinem Kriegsnamen Abu Basir al-Masri bekannte Gefolgsmann sei am Sonntag bei einem Bombenangriff in der Nähe von Dschalalabad getötet worden.
In einer weiteren Erklärung drohte der Militärkommandeur von Bin Ladens Terrornetzwerk al-Qaida, Mohammed Atif, damit, dass getötete amerikanische Soldaten durch die Straßen Afghanistans geschleift würden, wie dies bereits 1993 in Somalia der Fall gewesen war. Die über E-Mail verbreitete Erklärung war die erste von Atif, der Nummer drei des Netzwerks, seit Beginn der US-Angriffe. Atef machte sich darin auch über den amerikanischen Geheimdienst lustig. "Ungeachtet der amerikanischen Propaganda, dass die amerikanische Überwachung einen Vogel beim Fliegen zuschauen kann, landete eines der entführten Flugzeuge im Büro des Verteidigungsministers." Atifs Tochter ist mit Bin Ladens Sohn verheiratet.
Powell will gemäßigte Taliban einbeziehen ![]()
Im Streit um die zukünftige Regierung in Afghanistan kommen USA Pakistan entgegen, Indien nicht
Von Hilmar König
Neu-Delhi - Während seiner Besuche in Indien und Pakistan hat sich US-Außenminister Colin Powell nach einem Sturz des islamistischen Taliban-Regimes in Afghanistan dennoch für eine Beteiligung deren gemäßigter Vertreter an einer Nachfolge-Regierung ausgesprochen. Nach einem Treffen mit dem pakistanischen Staatschef, General Pervez Musharraf, in Islamabad sagte Powell am Dienstag, die Taliban würden weiterhin an der Entwicklung des neuen Afghanistan beteiligt sein.
Musharraf sprach sich für ein schnelles Ende der Angriffe auf Afghanistan aus. Nach seinen Worten sollten an der künftigen Regierung des Nachbarlandes außerdem der frühere König Zahir Schah, Vertreter von Exilgruppen, Politiker der Nordallianz und der einzelnen Volksgruppen Afghanistans einbezogen werden. US-Außenminister Powell forderte in Islamabad außerdem Pakistan und dessen westliches Nachbarland Indien auf, ihren Konflikt um den Kaschmir friedlich beizulegen.
Trotz der in Islamabad gezeigten Einhelligkeit der Regierungen der USA und Pakistans war es nicht gerade ein herzlicher Empfang, den dieser Staat und im Anschluss Indien ihrem Gast bereiteten. In Islamabad und anderen Städten hielt der laute Protest der religiösen Extremisten gegen die USA-Militäraktion in Afghanistan an. Und Indiens Begleitmusik war schwerer Artilleriebeschuss von Stellungen im pakistanischen Kaschmir-Teil, was natürlich die Spannungen zwischen den beiden nuklearbewaffneten Erzfeinden merklich erhöhte.
Trotz der in der Öffentlichkeit gezeigten Einigkeit und Solidarität sind indes auch die Meinungsverschiedenheiten zwischen Powell und Musharraf kein Geheimnis mehr. Die USA sind unzufrieden mit den geheimdienstlichen Informationen, die sie für ihre Zielvorbereitungen innerhalb Afghanistans brauchen und die eigentlich auch zum Orten und Festnehmen Osama Bin Ladens, seiner Al-Qaida-Clique und wenigstens einiger Mitglieder der Taliban-Spitze führen sollten. Bisher Fehlanzeige. Auch die Formierung der Alternativ-Regierung in Kabul erweist sich viel schwieriger als zunächst angenommen, weil aus Islamabad offenbar neue Einwände kommen.
Schließlich ist es im Kaschmirkonflikt für Washington nahezu unmöglich, klar Stellung zu beziehen, weil stets einer der beiden Koalitionspartner Pakistan oder Indien verschnupft reagiert. Für Islamabad hat der Kampf um das Selbstbestimmungsrecht der Kaschmiren absolut nichts mit Terrorismus zu tun. Für Indien sind aber genau jene aus Pakistan einsickernden Rebellenkommandos in Jammu und Kaschmir Terroristen. Neu-Delhi bemüht sich deshalb, im Rahmen der globalen Antiterrorkampagne diesem regionalen Problem einen Riegel vorzuschieben.
Gleichzeitig lehnt Neu Delhi aber eine Internationalisierung des Kaschmirproblems, einschließlich einer Vermittlung Dritter, ab und behauptet, es könnte dieses bilaterale Problem allein mit Pakistan lösen. Die vergangenen 54 Jahre beweisen, dass das nicht ging. Was kann Colin Powell in dieser Situation machen? Auf der Pressekonferenz versuchte er sorgfältig, auf keine der Minen zu treten. Stabilität in Südasien bezeichnete er als Amerikas großen Wunsch. Das wollen auch Indien und Pakistan. Dann aber nannte er in diesem Zusammenhang die Kaschmirfrage als "zentral" für die indisch-pakistanischen Beziehungen und befand sich damit exakt auf der Position Musharrafs.
Das hat in Neu-Delhi keine Begeisterung ausgelöst. Powell, der am Dienstag mit Indiens Außenminister Jaswant Singh sprach, muss klarer werden oder den Akzent verschieben, wenn sein Besuch in Neu-Delhi nicht mit einem Eklat enden soll. Da hilft es nicht, dass er in Islamabad das Blutbad moslemischer Guerillas in Srinagar als Terrorakt scharf verurteilte.
Wwischen Washington und Neu-Delhi wird allerdings auch um den Afghanistan-Kurs der Koalition gestritten. Indien verlangt den Vormarsch der Nordallianz bis Kabul und zugleich, dass der Einfluss der Taliban in einer Regierung danach so gering wie möglich ist. Zu einer solchen Regierung in Kabul äußerten sich Powell und Musharraf ziemlich ähnlich. Die USA befürworten ein Gremium, dass alle Segmente der afghanischen Gesellschaft enthält und von den Nachbarstaaten akzeptiert wird - ähnlich wie Musharraf aus anderen Gründen. Washington habe Interesse an einem Afghanistan, das weder Terroristen noch Flüchtlinge produziere, sagte Powell.
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| NZZ, 15. Oktober 2001, 02:01 |
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NZZ, | |||||
Die USA haben Aussenminister Powell nach Pakistan und Indien geschickt. Am Wochenende wird Präsident Bush am asiatischen Gipfeltreffen in Schanghai teilnehmen. Sorgen bereitet der Administration die politische Lage in Pakistan und Saudiarabien. Man ist um bessere Selbstdarstellung in den arabischen Ländern bemüht.
R. St. Washington, 15. Oktober
Niemand unterschätzt in Washington die Schwierigkeiten, die mit der Mission von Staatssekretär Powell in Pakistan verbunden sind. Er muss einer Regierung den Rücken stärken, deren Unterstützung für die amerikanische Strategie unerlässlich ist, aber weltweit bis Anfang September wenig Freunde hatte. Der pakistanische Präsident Musharraf ist den amerikanischen Wünschen weiter entgegengekommen als ursprünglich angenommen. Dagegen dürfte die Etappe in Indien Powell weniger Kopfzerbrechen verursachen. Am Mittwoch reist der Aussenminister nach Schanghai zum asiatischen Wirtschaftstreffen weiter. Dort wird zur Konferenz der Staatschefs am Wochenende auch Präsident Bush erwartet; es wird zur ersten, kürzer als geplant ausfallenden Begegnung mit Chinas Führungsspitze kommen.
Ausser Pakistan gibt es einen weiteren neuralgischen Punkt im arabischen Teil der Anti-Terror- Koalition, nämlich Saudiarabien. Jahrzehntelang haben die Vereinigten Staaten mit dem als gemässigt eingestuften Königreich eine wie die «New York Times» schreibt zynische Beziehung gepflegt. Amerika bekam Erdöl, die Monarchie wurde von der amerikanischen Militärmacht vor Bedrohungen radikaler Islamisten beschützt. Die Zweckgemeinschaft begann zur Zeit Roosevelts und war vom geschäftlichen Standpunkt aus betrachtet für beide Seiten vorteilhaft. Die innenpolitischen Verhältnisse in Saudiarabien interessierten Washington wenig, solange es einen sicheren Partner hatte. Den Verbindungen Riads zu islamischen Extremisten und Terroristen schenkten die Regierungen der neunziger Jahre zu wenig Aufmerksamkeit.
Mittlerweile ist sich auch Riad bewusst geworden, dass die Unterstützung der Taliban letztlich zur Unterwanderung der eigenen politischen Strukturen geführt hat. Nach Darstellung der «Washington Post» überragten die Bemühungen zuerst für die islamische Sache, dann um die politische Stabilität in Afghanistan in Riad alle anderen Aspekte. Aus dieser Optik kam es 1997 zur Anerkennung der Taliban. Drei Jahre zuvor war der im Sudan konspirierende bin Ladin ausgebürgert worden. Später verlegte dieser seine Operationsbasis nach Afghanistan. Nach Darstellung der «Post» wurde die regierende Schicht Saudiarabiens nach und nach zum Opfer der extremen religiösen Ideen der Taliban. Als diese immer weiter gehende Forderungen aufstellten und zum Beispiel nicht duldeten, dass Männer in Räumen Unterricht abhielten, die auch von Frauen benutzt wurden, waren die Dinge zu weit gediehen. Die Saudis konnten sich nicht mehr aus der Umklammerung befreien.
Heute ist es sehr schwierig, einen politisch klugen Ausweg aus den verschiedenen Loyalitäten zu finden. Die «New York Times» schreibt zwar, man müsse die ungesunde Beziehung auf neue Füsse stellen, warnt aber gleichzeitig davor, das Königshaus fallen zu lassen. Ein Regime von Geistlichen ähnlich dem iranischen wäre amerikanischen Interessen nicht dienlich. Dennoch müsse Washington auf die sofortige Unterbindung des saudiarabischen Geldflusses zu al-Kaida drängen.
Mehrfach ist die Administration Bush in den letzten Wochen auf die ungenügende Darstellung der gesellschaftlichen Realität und der politischen Ziele der Vereinigten Staaten hingewiesen worden. Nun will sie dem Informationsdefizit abhelfen. Powell, die Sicherheitsberaterin Rice und Verteidigungsminister Rumsfeld nehmen die vom arabischen Satellitensender Al-Jazira gebotene Möglichkeit war, den amerikanischen Standpunkt darzustellen. Vor wenigen Wochen hatte Powell den Fernsehsender noch wegen tendenziöser Berichterstattung kritisiert. Inzwischen hat sich die Ansicht durchgesetzt, man solle nicht gegen Darstellungen des Gegners protestieren, sondern sie durch eine eigene Version parieren. Wo immer die Vereinigten Staaten dieses Rezept anwandten, vor allem in Osteuropa, hat es sich bewährt.
«Wir müssen unsere Informationsarbeit besser machen», sagte Bush letzte Woche. Tage zuvor war im Aussenministerium ein neues Untersekretariat für Öffentlichkeitsarbeit und «öffentliche Diplomatie» geschaffen worden. Charlotte Beers, die aus New Yorker Werbekreisen stammende neue Amtsträgerin, war über zwei Dinge erstaunt. Erstens über die Schwierigkeiten, eine Botschaft an die Empfänger zu bringen, und zweitens über die geringe Bereitschaft der Politiker, sich in deren Lage zu versetzen. Die Information des Auslands über die USA ist in den letzten Jahren mehr und mehr vernachlässigt worden. Die früher dafür zuständige Agentur USIA wurde 1999 auf Druck des republikanischen Kongresses geschlossen; das Aussenministerium selbst konnte allen Bemühungen zum Trotz die Lücke schon aus Gründen ungenügender Personalbestände nicht schliessen. Nun haben sich Edward Djerejian, der Nahost-Verantwortliche unter Präsident Bush senior, und sein Nachfolger Edward Walker mit Nachdruck und offenbar mit Erfolg für eine verstärkte Information der arabischen Welt eingesetzt. Die Programme richten sich an Personen unter dreissig und sollen rund um die Uhr über UKW und Mittelwelle ausgestrahlt werden.
Islamabad, 15. Okt. (afp) Der amerikanische Aussenminister Powell hat den ranghohen Diplomaten Richard Haass zum Sonderbeauftragten für Afghanistan ernannt. Der Chef für politische Planung im Washingtoner Aussenministerium sei künftig verantwortlich für Beratungen über die mögliche Nachfolge der Taliban-Regierung, sagte Powell am Montag auf seiner Reise nach Islamabad. Haass vertritt Washington auch als Sondergesandter in Nordirland. Er war bereits als ranghöchster Vertreter der USA zum früheren afghanischen König Zahir Shah nach Rom gereist. Er solle künftig als «Sonderkoordinator» für Afghanistan mit der afghanischen Opposition, der Uno und anderen Staaten über Perspektiven nach einem möglichen Sturz der Taliban beraten, erklärte Powell. USA-Sonderbeauftragter für Afghanistan
Riad, 15. Okt. (ap) Saudiarabien hat das amerikanische Vorgehen in Afghanistan kritisiert. Laut der Agentur SPA erklärte Innenminister Prinz Naif, die saudiarabische Regierung habe gehofft, dass die USA mit den Terroristen fertig würden, ohne auf militärische Mittel zurückzugreifen. Der Kampf gegen den Terrorismus müsse sich auf die Terroristen und ihre Helfer konzentrieren. Prinz Naif wies gleichzeitig Vorwürfe zurück, Saudiarabien unternehme zu wenig, um die Vermögen Usama bin Ladins und der Kaida zu beschlagnahmen. Saudiarabien habe tatsächlich Vermögen eingezogen. Es gebe keine Beweise dafür, dass Geld aus dem Land an terroristische Organisationen fliesse. Afghanistan 24. Okt. 2001 Rund 800 afghanische Stammesführer und Exil-Politiker haben die USA bei einem Treffen in Pakistan aufgefordert, ihren Feldzug gegen Afghanistan zu beenden. Stattdessen müsse mit dem Neuaufbau Afghanistans begonnen werden, sagte der Vorsitzende der zweitätigen Konferenz, Sajed Ahmad Gailani, am Mittwoch in Peshawar. Der im Exil lebende Afghane ist ein enger Mitarbeiter des früheren afghanischen Königs Sahir Schah, der in Rom lebt. Auch ehemalige Mitglieder der Taliban-Regierung seien bei der Bildung einer neuen Regierung willkommen. Mit keinem Wort erwähnte Gailani die oppositionelle Nordallianz, den Bürgerkriegsgegner der Taliban-Regierung. „Afghanistan ist weder tot noch lebendig", sagte Gailani. Es müsse etwas unternommen werden, um die Angriffe auf das Land zu beenden und so früh wie möglich mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Zunächst sollte Afghanistan von König Schah und parteiunabhängigen Fachleuten regiert werden, sagte Gailani weiter. Mit ihrer Hilfe müsse eine islamische Verfassung entworfen werden. Auch denke er an eine Großversammlung zur Wahl weiterer Politiker. „Während der Übergangsregierung sollten Sicherheitskräfte der Vereinten Nationen (UNO) in Teilen des Landes, besonders aber in den Städten, für Recht und Ordnung sorgen", sagte Gailani. Zudem könne sich die Mitarbeit gemäßigter Taliban-Politiker als fruchtbar und wichtig erweisen. Skepsis gegenüber dem König Der amerikanische Staatssekretär Powell ist am Montagabend zu einem Arbeitsbesuch in Pakistan eingetroffen. Kurz zuvor war eine Delegation des afghanischen Ex-Königs in Islamabad gelandet. Die Koinzidenz zeigt, dass neben der militärischen Kampagne die politische Lösung in Afghanistan immer stärker in den Vordergrund tritt.
By. Delhi, 15. Oktober Der amerikanische Aussenminister Powell ist am Montag in Islamabad zu einem Arbeitsbesuch eingetroffen. Laut pakistanischen Angaben wird Powell mit Präsident Musharraf über die Fortsetzung der Militäroperation sprechen, dies auch im Licht der innen- und flüchtlingspolitischen Konsequenzen. Ein wichtiges Gesprächsthema wird in Islamabad - und am Dienstag in Delhi, dem nächsten Reiseziel Powells - auch Kaschmir darstellen. Die USA haben ein grosses Interesse an einer Entspannung zwischen Indien und Pakistan, um den Zusammenhalt der Allianz nicht zu gefährden. Der Besuch in Islamabad ist zweifellos auch eine politische Geste Washingtons. Er soll eine Anerkennung sein für die Rolle als Frontstaat, welche Pakistan trotz innenpolitischem Widerstand übernommen hat, und eine Stärkung von Präsident Musharraf angesichts andauernder Strassenproteste. Islamische Parteien hatten für Montag zu einem Generalstreik aufgerufen, mit gemischtem Erfolg. Er wurde in den Städten an der Grenze und in Karachi weitgehend befolgt, in Islamabad und in Lahore blieben aber viele Geschäfte offen. Die gewalttätige Demonstration vom Sonntag rund um die Luftwaffenbasis von Jacobabad zeigt aber, dass die Stimmung unbeständig ist und bei andauernden Luftangriffen gegen Afghanistan kippen könnte. Die Bilder und Berichte der Handvoll internationaler Journalisten, die am Sonntag das angeblich von amerikanischen Bomben zerstörte Dorf Kurram besuchen konnten, haben ihre Wirkung auch hier nicht verfehlt. Musharraf sagte vor einer Woche, er sähe gerne ein baldiges Ende der Luftschläge. Der General ist sich aber zweifellos bewusst, dass eine vorzeitige Beendigung der Angriffe aus der Luft die militärische Operation insgesamt noch verlängern könnte. In Islamabad gibt es sogar Stimmen, die sich für eine zeitliche Ausdehnung der Angriffe aussprechen. Die Logik dieses Arguments liegt in der Verzögerung, die eine Offensive der Nord-Allianz dabei erleiden würde. Auch in Islamabad wird intensiv darüber spekuliert, was die Allianz bisher davon abgehalten hat, im Schutz der Luftschläge die Taliban-Front rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt anzugreifen. Verteidigungsexperten wie Naseem Zera meinen, dass die Nord-Allianz an zu vielen Fronten stehe und daher die Kräfte verzettelt seien; Ausrüstung und Stärke der Truppen nördlich der Hauptstadt genügten zudem bei weitem nicht, um die besten Verbände, die den Taliban zur Verfügung stünden, einfach zu überrennen. Für andere liegt der Grund in der mangelnden Synchronisierung zwischen militärischen und politischen Zielen. Die USA müssen befürchten, dass ein militärischer Zusammenbruch der Taliban-Regierung erfolgen könnte, bevor eine politische Lösung greifbar ist. Dies würde ein Machtvakuum schaffen, das von der Nord-Allianz nicht aufgefüllt werden kann. Die Nord-Allianz hat mit dem früheren afghanischen König Zahir Shah ein Abkommen über die Vorbereitung einer breit abgestützten Meinungsbildung über die Ausgestaltung eines Nach- Taliban-Afghanistan getroffen. Doch dieser Prozess fusst auf traditionellen Mechanismen der Konsensbildung und macht daher nur langsam Fortschritte; es ist zudem fraglich, ob er alle ethnischen Gruppen einschliessen kann. Auch die Uno ist bisher noch kaum in Erscheinung getreten, sei es als Gesprächsvermittler oder als möglicher Akteur, etwa in Form einer Interim-Administration nach dem Fall der Taliban. Islamabad hofft, dass die USA auch auf Pakistan Rücksicht nehmen, das aus seiner Abneigung gegen die Nord-Allianz kein Hehl macht. Aussenminister Sattar erklärte am Sonntag gegenüber der amerikanischen Fernsehkette ABC, die Regierung habe die USA gebeten, mit Angriffen auf Taliban- Truppen zu warten, weil eine Machtübernahme der Allianz-Truppen in Kabul der Anarchie die Tür öffnen würde. Am gleichen Tag wie Powell traf auch eine Delegation von Zahir Shah in Islamabad ein und wurde von Sattar empfangen. Ein Zusammentreffen dieser Delegation auch mit Powell wurde nicht ausgeschlossen. Islamabad insistiert, dass eine politische Lösung alle politischen und ethnischen Kräfte berücksichtigen muss, worunter es auch eigene strategische Interessen zählt. Die Regierung sähe es zweifellos gern, wenn gemässigte Taliban an dieser Lösung beteiligt wären. Diese sind aber bisher noch nicht an die Öffentlichkeit getreten. In diesem Zusammenhang sind wohl auch Gerüchte über den Taliban-Aussenminister Wakil Khan Motawakil zu deuten. So heisst es, er sei in die Emirate gereist und werde sich dort mit Vertretern der amerikanischen Regierung treffen; andere Gerüchte wollten sogar wissen, dass er mit Powell in Islamabad zusammentreffen werde. Der Taliban-Geschäftsträger in Pakistan dementierte beide Gerüchte und sagte, Motawakil sei in Kabul und es gebe keinerlei Spaltung in den Reihen der Taliban. NZZ, Taliban
Die ungleiche Ansammlung von Kriegsherren und Mudschahedin- Veteranen des Krieges gegen die sowjetischen Besatzer in den 80er Jahren hat sich vor einem Jahr den Namen Vereinigte Front gegeben. Viele Freunde hat sie nicht. Das benachbarte Pakistan ignoriert sie weitgehend, ebenso die Exil-Paschtunen, und die USA nähern sich ihr nur an, weil die Taliban zähere Gegner sind, als sie erwartet haben. „Auf Pakistan muss Druck ausgeübt werden", sagte der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah in einem Reuters-Interview über den östlichen Nachbarn, der seit fast zwei Jahrzehnten die Politik in Afghanistan zu beeinflussen versucht. „In Pakistan bedarf es keines kosmetischen Wandels der Außenpolitik, sondern eines wirklichen Wandels.“ Pakistans Präsident Pervez Musharraf hat erst gesagt, die Front spiele keine Rolle, hat dann aber Nachgiebigkeit erkennen
Die ungleiche Ansammlung von Kriegsherren und Mudschahedin- Veteranen des Krieges gegen die sowjetischen Besatzer in den 80er Jahren hat sich vor einem Jahr den Namen Vereinigte Front gegeben. Viele Freunde hat sie nicht. Das benachbarte Pakistan ignoriert sie weitgehend, ebenso die Exil-Paschtunen, und die USA nähern sich ihr nur an, weil die Taliban zähere Gegner sind, als sie erwartet haben. „Auf Pakistan muss Druck ausgeübt werden", sagte der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah in einem Reuters-Interview über den östlichen Nachbarn, der seit fast zwei Jahrzehnten die Politik in Afghanistan zu beeinflussen versucht. „In Pakistan bedarf es keines kosmetischen Wandels der Außenpolitik, sondern eines wirklichen Wandels.“ Pakistans Präsident Pervez Musharraf hat erst gesagt, die Front spiele keine Rolle, hat dann aber Nachgiebigkeit erkennen lassen, weil klar geworden ist, dass keine Volksgruppe aus einer künftigen afghanischen Regierung ausgeschlossen werden kann. Damit begründet die Allianz die Forderung an die USA nach noch engerer militärischer und politischer Zusammenarbeit. Militärisch könnte sie wenigstens etwas von dem bekommen, was sie verlangt. Abdullah sagte Reuters, es hätten Gespräche auf hoher Ebene zwischen der Vereinigten Front und den USA über eine engere Koordinieerung begonnen. Die USA teilten vor kurzem mit, einige ihrer Soldaten hielten sich im Gebiet der Nordallianz auf. Auf schwankendem Boden Abdullah erkennt an, dass Pakistan wegen der Paschtunen auf eigenem Gebiet und des Erstarkens islamistischer Gruppen an den Friedensbemühungen beteiligt werden muss. Pakistan müsse stabil bleiben, sagte er. Die USA begannen am 7. Oktober mit Luftangriffen in Afghanistan, um des Moslem-Extremisten Osama bin Laden habhaft zu werden. Er ist in amerikanischen Augen der Hauptverdächtige der Anschläge in den USA, bei denen am 11. September etwa 4800 Menschen starben. Die Taliban halten ihn versteckt. Die Vereinigten Front repräsentiert die Minderheiten der Usbeken und Tadschiken im Norden und Nordosten des Landes sowie der Hasara in der Landesmitte. Sie weiß, dass Paschtunen der nächsten Regierung angehören müssen, wenn sie funktionsfähig sein soll. Möglich wäre eine Machtbeteilung des früheren Königs, des Paschtunen Mohammad Sahir Schah. Wichtiger Faktor „im ethnischen Mosaik“ Ein Rat der Nationalen Einheit mit je 60 Mitgliedern der Front und der Monarchisten soll über den Zuschnitt einer Alternative zu den Taliban beraten. Doch sind die Gräben zwischen den Volksgruppen tief, und die Erinnerungen an die Wirren der Jahre 1992/96 noch frisch, als sich die damalige Mudschahedin-Allianz in Kabul bekriegte, während die Taliban vorrückten. Im September 1996 wurden die Mudschahedin aus Kabul vertrieben und nach Norden gedrängt. Mike Collett-White Afghan monarch Muhammad Zahir Shah
Mazar-e Sharif ist die wichtigste Stadt in Nordafghanistan. Die Rolle eines Pilgerorts hat sie verloren. Dafür ist sie zum Sammelpunkt aller ethnischen Minderheiten mit Ausnahme der Paschtunen geworden. Damit hat Mazar-e Sharif wieder eine politische Bedeutung erlangt, welche ihr auch als regionales Wirtschaftszentrum zukommt. By. Delhi, 30. Oktober Seit Wochen versuchen die usbekischen Milizen von General Rashid Dostom, die nordafghanische Stadt Mazar-e Sharif den Taliban zu entreissen. Trotz guten Geländekenntnissen - für Dostom ist dies ein «Heimkrieg» - ist es ihnen bisher nicht gelungen, sich auch nur den Aussenbezirken der Stadt zu nähern. Selbst der Flugplatz, 22 Kilometer östlich von Mazar, ist immer noch in den Händen der Verteidiger, trotz kontinuierlichen Angriffen der amerikanischen Flugzeuge. Die Heftigkeit der Kämpfe zeigt, dass es um mehr geht als nur strategische Vorteile. Diese sind ohnehin gering: Der Flugplatz liegt weit ausserhalb der Stadt, und die wichtige Strassengabelung von Tashkorgan, wo sich die Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen kreuzen, liegt weitere 50 Kilometer im Osten, ebenso wie die (stillgelegte) Erdölleitung aus der ehemaligen Sowjetunion nach Kabul. Der hartnäckige Widerstand der Taliban verdeutlicht die politische Bedeutung der Stadt. Wer Mazar besitzt, der kann sich als Herrscher Nordafghanistans ausrufen lassen.
Das tat zumindest Dostom. Vor fünf Jahren, als sich die Stadt noch in seinen Händen befand, hingen an Balustraden von Wohnhäusern Schilder, die auf Persisch und Englisch ankündigten, dass man vor dem «Aussenministerium», «Erziehungsministerium» oder «Gesundheitsministerium» stand. Selbst eine «Central Bank of North Afghanistan» hatte sich im Niemandsland sowjetischer Neustadt-Blocks eingerichtet. Es war der erste Versuch Dostoms gewesen, angesichts der Konsolidierung der Taliban-Macht in Kabul sein Territorium abzustecken, und er drohte, Mazar eher zur Hauptstadt einer eigenen «Republik» zu machen, als sie von den sunnitischen Paschtunen des Südens beherrschen zu lassen. Dostom hatte bereits eine eigene Währung eingeführt und liess am Flugplatz neben der afghanischen Fahne eine eigene aufziehen. Ein Jahr später war dann der Spuk vorbei: Dostom lebte im türkischen Exil, und die Koranschüler nahmen 1998, in einem zweiten Anlauf, die Stadt ein, um sich bis heute nicht mehr aus ihr vertreiben zu lassen.
Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der Dostom Mazar-e Sharif zur Hauptstadt gemacht hatte, betrachten die Taliban die Stadt als Symbol für ihre Beherrschung des widerspenstigen Nordens. Was Mazar-e Sharif an strategischer Bedeutung abgeht, kompensiert es offensichtlich mit kulturellem und historischem Gewicht. Unter der staubigen und löchrigen Ost-West-Transversale, welche die Stadt durchquert, liegt irgendwo das Trassee der sagenhaften Seidenstrasse. Wenige Kilometer westlich liegt das heutige Dorf Balkh, das einmal die stolze Hauptstadt Baktriens gewesen war. Der angebliche Geburtsort des persischen Propheten Zarathustra hatte die Armeen Alexanders und die Reiterstürme von Dschingis Khan aufgehalten, und dessen Bewohner waren die Financiers der Handelskarawanen zwischen China und Europa gewesen.
Nach der islamischen Eroberung hatte die Region ihre Bedeutung eingebüsst, bis am Ende des 15. Jahrhunderts ein Sufi-Meister im Traum das «edle Grab» - die persische Bedeutung für «Mazar-e Sharif» - von Ali, dem Schwiegersohn des Propheten, in einem Dorf bei Balkh entdeckt hatte. Über ihm wurde die berühmte Moschee errichtet, deren blaue Keramikkacheln weit über die niedrigen Schachtelhäuser des Basars in die Weite leuchten. Mazar-e Sharif wurde Afghanistans grösstes religiöses Zentrum, das jährlich mehrere hunderttausend schiitische Pilger anzog. Dann kam der Krieg gegen die Sowjets, gefolgt vom Bürgerkrieg, und schliesslich die Besetzung durch die sunnitischen Taliban. Sie nahmen der Stadt ihre einzige verbliebene Attraktion.
Die ausbleibenden Pilger haben der Stadt ihre politische Bedeutung aber nicht entzogen, im Gegenteil: Der Krieg mit seinen gewaltsamen Bevölkerungsverschiebungen hat dafür gesorgt, dass die mehrheitlich usbekische Stadt immer mehr zu einem Abbild der ethnischen Vielfalt des Nordens geworden ist - mit Tadschiken, Turkmenen, Hazara und sogar Paschtunen als Einwohnern. Und die Nähe zu ehemaligen Sowjetrepubliken trug das Ihre dazu bei, dass die Stadt länger als andere afghanische Zentren gewisse soziale Errungenschaften beibehielt.
Vor fünf Jahren waren zwar selbst die Studentinnen der einzigen Universität der Region verhüllt durch die Strassen gegangen. Doch sobald sie einmal den Campus betreten hatten, warfen sie die Burqa über eine Stuhllehne und scherzten und diskutierten offen mit ihren männlichen Kommilitonen. Make-up und Nagellack an den Zehen demonstrierten das Weiterleben einer gewissen Liberalität. Es gab auch eine Reihe von Professorinnen - ein Relikt aus der egalitären Zeit der sowjetischen Besatzung, als Afghanistans Lehrkörper weit mehr Frauen als Männer zählte.
Seit dem Einzug der Taliban ist nicht nur der Lippenstift verschwunden. Auch die Erdgasleitung, die vor den Toren Mazars beginnt, ist leer. Dostom hatte 1996 Reparaturen angekündigt, nachdem die Sowjets sie stillgelegt und die Mujahedin sie an mehreren Orten beschädigt hatten. Die Taliban kümmerten sich nicht um sie, denn die Pipeline führt in das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion - der Erdgas-Export hatte Afghanistan während der Sowjetzeit für kurze Zeit sogar eine positive Handelsbilanz beschert. Die Erdgas- und Erdölfelder zwischen Mazar und Shibergan 100 Kilometer westlich machen aus dieser Region die einzige «Industriezone» in ganz Afghanistan. Mazar-e Sharif selbst steht buchstäblich auf dem Potenzial. Zwar sind alle Förderanlagen seit vielen Jahren eingemottet, aber die Energieressourcen schlummern weiter unter dem Boden der Steppe.
Vor fünf Jahren prangte irgendwo an einem Haus der Hauptstrasse von Mazar auch die stolze Aufschrift «Ministry of Hydrocarbons». Das Büro dahinter bestand dann aber nur aus einem Tisch, einem Stuhl, einem nicht funktionierenden Telefon und einem Samowar zum Teekochen.
Neue Zürcher Zeitung, Ressort Ausland, NZZ,31. Oktober 2001, Nr.253, Seite 3 Saudiarabien kritisiert die USA

Die Zukunft Afghanistans im Blick
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FAZ.NET-Spezial: Mit allen Mitteln gegen den Terror
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Analyse: Afghanistan - Ringen um Zukunft
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Hintergrund: Der Vielvölkerstaat Afghanistan
Afghanische Exil-Politiker fordern Ende der Angriffe
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Asia Times
atimes.com
King's men can't put Afghans together again
By Syed Saleem Shahzad
ISLAMABAD - Non-Taliban representatives, including
tribal chiefs,Islamic clerics and Afghan commanders,
began a fresh round of talks on Wednesday in Peshawar
to discuss a formula to form a broad-based
post-Taliban government in Afghanistan.
However, missing from the discussions was a delegation
sent by former Afghan monarch Zahir Shah, tipped in
some quarters as a pivotal figure in any post-Taliban
settlement. The four members of the delegation have
returned to Rome, where the king
has lived in exile since 1973, with
empty hands, as most of the former
Afghan resistance movement leaders
see no role for Zahir Shah.
The delegation attended two jirga
(councils) over the past few days, but
failed to muster sufficient
support for Zahir Shah, and a final decision on
the king's role is due to be made
at the current meeting. The delegation
skipped this gathering as a
face-saving measure in view of expected
widespread opposition.
Before leaving Pakistan, the
leader of the delegation, Hedayat Amin
Arsala, spoke to Asia Times Online
in Islamabad, and although he tried
to give the impression that his
mission remained successful, he admitted
that they had not discussed the
idea of a broad-based administration with
the Pakistani government.
Arsala said that "friends in
Peshawar" will play their role in representing
the king's interests, including
Syed Ahmed Gailani, whom he said is "
very much part of our structure".
Gailani led the National Islamic Front of
Afghanistan, one of a number of
militias that fought the Soviet invaders
from 1979 to 1989, and who has
close links with the monarch.
Delegates at the jirga are
expected to discuss the formation of a
broad-based multi-ethnic
government and the composition of a 120-man
interim council to oversee the
transition of power in the event of the fall of
the Taliban. The United Nations
has already ruled out providing
peacekeepers in this scenario,
making it important to ensure a quick and
bloodless transfer of power.
There have been reports of the
king himself visiting Pakistan to shore up
support, but these have been
dismissed as unlikely given the mood at the
recent two jirga. These meetings
were attended by most of the former
resistance movement leaders,
including Gailani, Abdul Haq and
representatives of the
Hizb-i-Islami (Yunus Khalis), the Hizb-i-Islami
(Gulbadin Hekamtyar) and the
Hizb-i-Wehdat (Karim Khalili). A further
nearly 50 commanders who were a
part of the Afghan resistance
movement against the Soviets
attended. In particular, Yunus Khalis and
Gulbadin were strongly opposed to
a role for the 86-year-old Zahir
Shah, whom they view as an
American puppet.
President Burhanudin Rabbani, head
of the Northern Alliance forces
fighting the Taliban, has
aspirations of being the next Afghan head of
state. General Muhammad Fahim, who
replaced assassinated Ahmad
Shah Masoud as commander of the
Northern Alliance troops, Abdul
Rashid Dostum, head of an Uzbek
militia within the Northern Alliance,
and Ismail Khan, former governor
of Afghanistan's western provinces
and a famed commander from the
anti-Soviet occupation era, also want
powerful roles in any new
administration. These aspirations are reported
as already causing cracks within
the Northern Alliance.
Also looming large on the scene is
former Afghan commander Abdul
Haq, who returned recently from
exile in the United Arab Emirates to
Pakistan. He has a personal grudge
against the Taliban, who are believed
to have assassinated his wife and
son in Peshawar last year in an
apparent attempt to curb his
influence in the eastern regions of
Afghanistan. Indeed, this week
there have been reports that Haq, an
ethnic Pashtun like the Taliban,
has managed to woo some support away
from the Taliban. Huq is believed
to be the only commander in favor of
Zahir Shah.
Gailani, too, is certain to emerge
as an important figure. Also Pashtun,
like the majority of Afghans, he
has a personal grudge against the
Taliban. Gul Agha, a member of
Gailani's National Islamic Front of
Afghanistan who was the governor
of Kandahar province, was killed by
the Taliban when they took power
in 1996.
Die Versammlung in Peshawar, die an diesem Donnerstag fortgesetzt werden soll, zeigte abermals, wie weit die militärischen und die politischen Strategien der von Amerika geführten Kriegskoalition auseinanderklaffen. Nördlich von Kabul bombardieren amerikanische Flugzeuge Taliban-Stellungen und unterstützen damit den Vormarsch der aus den ethnischen Minderheiten der Usbeken, Tadschiken und Hazara bestehenden Nordallianz, die von Amerika außerdem mit Waffen und Lebensmitteln unterstützt wird. Die aber nicht in die strategisch wichtige Stadt Mazar-i-Sharif oder gar nach Kabul einziehen darf (und Mitte Oktober einem vierwöchigen "Moratorium" zugestimmt haben soll), wenn ethnische Massaker und Rachefeldzüge, wenn Bürgerkrieg und die Rückkehr der Warlords (die beinahe alle Blut an den Händen haben) vermieden werden sollen. Eine Regierung in Kabul ohne Beteiligung der Paschtunen, die rund fünfzig Prozent der Bevölkerung ausmachen, wäre nicht gut für die Zukunft Afghanistans und stieße auf vehemente Opposition in Pakistan, dem Frontstaat, nächsten Nachbarn und entsprechend wichtigen Glied in der westlichen Allianz. Eine "Südfront" aus Paschtunen ist aber nirgendwo zu sehen, und nicht wenige "Royalisten" haben sich in Peshawar darüber beklagt, daß sie vom Westen weder militärisch noch finanziell unterstützt werden.
Dabei wären afghanische Bodentruppen im Norden wie im Süden wichtig, wenn Amerika - was in Pakistan allgemein angenommen wird - den Einsatz eigener Kräfte in größerem Umfang vermeiden will. Dann erst wäre es sinnvoll, um Taliban-Überläufer zu werben, die es bisher kaum gibt und die sich weder an die Nordallianz noch an ein Pakistan wenden werden, von dem sie sich nach siebenjähriger Unterstützung verraten fühlen. Nicht die Zahl der zerstörten Flughäfen und Panzer sei entscheidend bei der Suche nach Usama Bin Ladin, sondern die Zahl der Taliban-Überläufer, heißt es unter Fachleuten in Pakistan, die einen Wettstreit sehen zwischen dem amerikanischen Verteidigungsministerium, das öffentliche Erwartungen befriedigen und "Erfolgszahlen" melden muß, und dem Außenministerium, das mit dem Nachdenken über den nationalen Wiederaufbau Afghanistans, dem "nationbuilding", gerade erst begonnen habe. Gailani hätte nichts gegen gemäßigte Taliban in einer südlichen "Alternative" aus Paschtunen, die die letzten Jahre in Pakistan, im europäischen oder im amerikanischen Exil verbracht haben. Zusammen mit zurückkehrenden Stammesführern und ehemaligen Mudschahedin müßten sie sich um Flaggen sammeln können, die der ehemalige König etwa in den Grenzstädten Quetta und Peshawar einschlüge, sagt der Afghanistan-Fachmann Ahmed Rashid in Lahore. Und dann müßte die so entstandene Südallianz genauso von amerikanischen Flugzeugen unterstützt werden wie das feindliche Gegenstück im Norden, könnten an der Grenze mit Pakistan Sicherheitszonen für Überläufer, Flüchtlinge und humanitäre Hilfe entstehen.
Der Zulauf, den Gailani in Peshawar vorführen konnte, sollte ihn dem Westen als einen künftig einflußreichen Führer Afghanistans empfehlen, heißt es beim pakistanischen Militärgeheimdienst ISI, der jetzt offiziell mit der CIA zusammenarbeitet, dabei aber alles unternimmt, um in Kabul ein propakistanisches Regime zu installieren. In Regierungskreisen in Islamabad wird gesagt, daß man nicht abermals eine führende Rolle beim "nationbuilding" in Afghanistan wie nach dem Ende der sowjetischen Besatzung 1989 spielen wolle, daß aber die amerikanischen Pläne für eine Zeit nach den Taliban weit hinter der militärischen Kampagne herhinkten. Bei pakistanischen und afghanischen Paschtunen gleichermaßen gilt Zahir Schah als die einzige Hoffnung, als eine legitime, von allen ethnischen Gruppen akzeptierte Führungsfigur für den Übergang, die eine interimistische Verwaltung aus Technokraten aus dem Exil bilden und dann eine "Große Versammlung" (Loya Jirga) einberufen könnte, aus deren Mitte die neuen Führer Afghanistans gewählt werden müßten. Kritisiert wird andererseits, daß der ehemalige Monarch sich zu langsam bewege, daß seine Umgebung überwiegend aus Emigranten bestehe, aus Paschtunen, die in den letzten dreißig Jahren ihre Heimat kaum gesehen haben. Nicht akzeptabel finden in Pakistan und in Afghanistan lebende Paschtunen überdies die Aufteilung des vom ehemaligen König Anfang Oktober gegründeten "Obersten Rats für die nationale Einheit Afghanistans", der künftigen Übergangsregierung, von deren 120 Sitzen 50 der Nordallianz und 50 den Höflingen aus Rom zugestanden und die übrigen 20 von beiden Gruppen besetzt werden sollen. Wie oft habe man in der Vergangenheit schon eine erfolglose Loya Jirga abgehalten, erinnerten einige Kritiker in Peshawar, die auch nicht so recht glauben wollten, daß ein vor fast dreißig Jahren vom Thron gejagter König jetzt der einzige Retter des von beinahe ebensolangen Kriegen zerstörten Landes sein könnte.Geste der USA gegenüber Musharraf
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NORDALLIANZ
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Ein ungeliebter Verbündeter
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Sie kontrolliert nur ein kleines Gebiet in Afghanistan, repräsentiert ethnische Minderheiten und wird geschmäht für einen Machtkampf, bei dem in ihrer Regierungszeit in der Hauptstadt Kabul zehntausende von Menschen starben - die Vereinigte Front. Sie macht sich Sorgen, bei einer Neuverteilung der Macht nicht berücksichtigt zu werden. Die Nordallianz, wie sie wegen der Lage ihres Herrschaftsgebietes auch genannt wird, bekämpft die regierenden Taliban seit fünf Jahren und findet sich dabei inzwischen auf der Seite der einzigen Supermacht der Welt, der USA.
© AFP
Ausbildungslager der Nordallianz ![]()
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© AFP
Ausbildungslager der Nordallianz ![]()
Sie kontrolliert nur ein kleines Gebiet in Afghanistan, repräsentiert ethnische Minderheiten und wird geschmäht für einen Machtkampf, bei dem in ihrer Regierungszeit in der Hauptstadt Kabul zehntausende von Menschen starben - die Vereinigte Front. Sie macht sich Sorgen, bei einer Neuverteilung der Macht nicht berücksichtigt zu werden. Die Nordallianz, wie sie wegen der Lage ihres Herrschaftsgebietes auch genannt wird, bekämpft die regierenden Taliban seit fünf Jahren und findet sich dabei inzwischen auf der Seite der einzigen Supermacht der Welt, der USA.
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Politisch bewegt sich die Nordallianz auf schwankendem Boden. Die größte Sorge bereiten ihr die engen Konsultationen der USA und Pakistans, das bis zum 11. September der stärkste Rückhalt der Taliban gewesen war. Sie lassen die Allianz befürchten, eine neue Regierung in Kabul werde sich wenig von der jetzigen unterscheiden.
Sahir Schah habe einen guten Ruf in ganz Afghanistan, sagte Jahja Masud, der ältere Bruder des Mudschahedin-Veteranen Ahmad Schah Masud, der zwei Tage vor den Anschlägen in den USA umgebracht wurde. „Wenn wir ohne einen starken Paschtunen an der Seite nach Kabul kommen, werden die Paschtunen uns nicht ernst nehmen.“ Abdullah sagte, Sahir Schah sei ein wichtiger Faktor „im ethnischen Mosaik“ Afghanistans.
Erdgas unter der Seidenstrasse
Die Bedeutung von Mazar-e Sharif für den Norden Afghanistans
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Afghanistan
Viele Kämpfer, aber kein König
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(SZ vom 18.9.2001)– Amerikanische Sturmtruppen beschießen Kabul, vertreiben die Taliban und rücken in die afghanische Hauptstadt ein. Im Windschatten der US-Marines und Green Barrets folgt der greise König von Afghanistan nach. Zurückgekehrt aus seinem jahrzehntelangen Exil in Italien übernimmt der jetzt 86 Jahre alte Zahir Schah noch einmal Verantwortung für sein Land und garantiert so den Zusammenhalt Afghanistans nach der Ausschaltung des Fundamentalisten-Regimes. Gleichzeitig leisten die Amerikaner großzügig Wirtschaftshilfe – die bitterarmen Afghanen werden langfristig in den USA „den echten Freund Afghanistans erkennen statt einem rücksichtslosen und arroganten Feind“. Es ist ein ziemlich unwahrscheinliches Szenario, über das die pakistanische Zeitung The News berichtete. Und dies nicht nur, weil sich Zahir Schah schon seit mehr als zehn Jahren vergeblich bitten lässt, in seine zerstörte Heimat zurückzukehren. Er zieht sein Jet-Set-Leben in Rom dem Regieren in den Trümmern von Kabul vor. Auch sonst scheint die Idee von der wunderbaren Errettung Afghanistans durch die Figur des Königs allzu optimistisch zu sein. Ethnische Gruppen zerstritten Ob der Monarch nach den langen Jahren außerhalb des Landes wirklich noch eine integrierende Wirkung auf die Afghanen haben würde, muss bezweifelt werden. Das pakistanische Blatt jedenfalls beruft sich mit seiner Darstellung auf eine Initiative von „mit der Nato verbundenen Sicherheitsexperten“ aus einem europäischen Land und auf verschiedene diplomatische Kreise in der Hauptstadt Islamabad. Wie es heißt, „haben die Amerikaner den Plan sofort gekauft“. „Als anerkannter Würdenträger“ könne König Zahir Schah „als der wahre Retter“ des Landes präsentiert werden, während die US-Truppen seine Sicherheit militärisch garantierten. Unabhängig davon, wie seriös der Bericht der Zeitung sein mag: Das Szenario von der Rückkehr des greisen Afghanen-Königs, der von 1933 bis zu seinem Sturz 1974 regierte, weist auf eines der zentralen Probleme Afghanistans hin. Sollten die USA das Taliban-Regime wirklich ausschalten können, droht in dem traditionell uneinigen Land ein Machtvakuum. Die Gemeinsamkeiten der einzelnen ethnischen Bevölkerungsgruppen in dem von mehr als zwanzig Jahren Krieg und Bürgerkrieg zerrissenen Land tendieren längst gegen Null. Die seit Jahren im Bürgerkrieg gegen die Taliban kämpfende afghanische Opposition wäre nicht in der Lage, das Land zu einen, weil sie im Kern eine Koalition ethnischer Minderheiten ist. Die Aussichten auf eine von allen Afghanen anerkannte Führungsfigur nach einem Sturz der Taliban sind also mehr als gering. Einen Zerfall Afghanistans aber befürchten alle Nachbarstaaten. Ein noch größeres innerafghanisches Chaos ist der Albtraum der Regierungen Pakistans, Irans, Tadschikistans, Usbekistans, Turkmenistans, Chinas und Russlands. Afghanistan, der Fläche nach fast zweimal so groß wie die Bundesrepublik, wird von sechs verschiedenen ethnischen Gruppen besiedelt, die ihrerseits auch in den jeweiligen Nachbarländern leben. Sollte Afghanistan also zerbrechen, würden entweder die Nachbarstaaten versuchen, sich die Territorien dieser Minderheiten einzuverleiben. Oder aber – siehe Bosnien – die Minderheiten würden mit Forderungen nach eigenen Nationalstaaten die Nachbarländer destabilisieren. Die Alternative zum Zerfall wäre ein Afghanistan, in dem erneut Warlords, Drogenbarone und Waffenschieber über kleine Regionen regieren, sich bekriegen und die Bevölkerung brutal drangsalieren. Soweit war Afghanistan schon, bevor die Taliban an die Macht kamen. Seit dem Abzug der Sowjettruppen 1989 und dem Untergang des Moskau-treuen Regimes von Präsident Nadschibullah 1992 bekämpften sich mehr oder weniger gleich starke Bürgerkriegsgruppen und trieben das Land in ein Chaos. Die Taliban verstanden es mit ihrem religiös legitimierten – und damit die ethnischen Gegensätze zum Teil überspielenden – Feldzug, den größten Teil des Landes zu einen. Dieses zwangen sie dann unter ihr Steinzeit-Fundamentalisten-Regime. Nennenswerten Widerstand leistete einzig der charismatische Ahmed Schah Massud, Mitglied der tadschikischen Minderheit und Militärchef der so genannten Nordallianz. Massud gelang es, in seinem Bündnis Kämpfer verschiedener ethnischer Gruppen zusammenzuhalten und immerhin noch etwa fünf Prozent des afghanischen Territoriums gegen die Taliban zu verteidigen. Nach dem Tod des Guerilla-Führers am vergangenen Samstag durch einen Selbstmordanschlag wird sich nun zeigen, ob die Nordallianz auseinander fällt und etwa einzelne Kommandanten zu den Taliban überlaufen. „Der-König-kehrt-zurück-Plan“ Schon vor der Machtübernahme der Taliban in Kabul waren alle Versuche der Vereinten Nationen und der Nachbarstaaten gescheitert, die Afghanen zu einer Regierung der nationalen Einheit zu bewegen. Dies gilt auch für den „Der König kehrt zurück“-Plan und den so genannten Prozess von Rom. Mit dieser im Kern europäischen Initiative wurde schon vor Jahren vergeblich versucht, König Zahir Schah als einigende Vaterfigur wieder ins Spiel zu bringen. Insofern ist das von der Zeitung The News präsentierte Szenario auch nicht neu. Es könnte indes etwas ganz anderes als die Frieden stiftende Idee der Monarchie sein, was die Afghanen nach einer möglichen Attacke auf das Taliban-Regime eint. Die Afghanen, die fast von Natur aus uneins und zerstritten sind, standen in ihrer kriegerischen Geschichte in einem Fall immer geschlossen zusammen: Wenn sie von außen angegriffen wurden. |
Der Krieg gegen die Taliban:
Die ethnische Vielfalt als Risiko für die Friedenssuche am Hindukusch ![]()
Kabuler Kabalen
Der Vielvölkerstaat Afghanistan beherbergt 55 Ethnien, die in der Vergangenheit in unterschiedlichen Allianzen gegeneinander kämpften ![]()
Von Citha D. Maaß
Als am 7. Oktober 2001 die US- Militärschläge auf Afghanistan einsetzten, wurde sofort gewarnt, dass sie das afghanische Machtgefüge einseitig zugunsten der Nordallianz verschieben würden. Zwar sei das aus militärischer Sicht wünschenswert, doch könne es eine politische Übergangsregelung nach dem Sturz der Taliban gefährden, die eine „Allparteienregierung“ aus allen ethnischen Gruppen und politischen Organisationen vorsieht.
Diese Bedenken mögen zunächst überraschen, denn die Nordallianz stellt – zumindest formal – immer noch die international anerkannte Regierung des „Islamischen Staates von Afghanistan“. Warum ist damit zu rechnen, dass deren Wiedereinsetzung eine Befriedung nach 23-jährigem Krieg verhindern dürfte? Sieht man davon ab, dass auch die Nordallianz seit dem Sturz des kommunistischen Regimes in Kabul im April 1992 schwere Menschenrechtsverletzungen zu verantworten hat, so stellt die ethnische Zusammensetzung das wichtigste Hindernis dar. Die Nordallianz repräsentiert die nicht-paschtunischen ethnischen Minderheiten. Entgegen ihrem offiziellen Namen „Einheitsfront“ haben sich die verschiedenen Parteien bislang als zerstrittener Zweckverband tadschikischer, usbekischer, hazarischer und anderer regionaler Interessen erwiesen. Geschwächt wurde die Nordallianz zudem durch persönliche Rivalitäten einzelner Führer.
Loyalität und Rivalität werden in Afghanistan durch verschiedene Trennlinien bestimmt. Die ideologisch-gesellschaftspolitische Konfrontation provozierte letztlich den sowjetischen Einmarsch 1979. Sie verlief zwischen konservativen Kräften (Royalisten und traditionelle Geistlichkeit), Reformgruppen westlicher oder kommunistischer Prägung und dem islamistischen Lager.
Die ideologisch-religiöse Konfrontation zeigte sich am deutlichsten in der Frühphase der Taliban nach 1994, als sie gegen die teilweise nicht minder islamistischen Mudschaheddin-Gruppen der späteren Nordallianz vorgingen. Deren Machtanspruch suchten damals die Taliban zu entkräften, indem sie sich als eine gesamtafghanische Kraft darstellten, die im Namen des Islam religiöse und ethnische Spaltungen zu überwinden suchte. Polarisierend wirkte sich jedoch aus, dass das Islamverständnis der Taliban durch zwei spezifische Faktoren geprägt war: der islamische Einfluss der aus Nordindien/Pakistan stammenden puristischen Deobandi-Schule und der Einfluss des Pashtunwali, des „Ehrenkodex“ der paschtunischen Stämme.
Doch entzündete sich der eigentliche Widerstand gegen die Taliban nicht an ihrer radikalen Version des Islam, sondern daran, dass sie ab 1997 lediglich als Vertreter paschtunischer Interessen wahrgenommen wurden. Das bestätigt, dass letztlich die ethnisch-tribale Konfrontation der entscheidende Faktor ist. Einerseits begründet er die Loyalität zwischen dem Führer und seinen Anhängern aus der gleichen Ethnie oder dem gleichen Stamm. Andererseits macht er die Führer mit ihrer Gefolgschaft zu Konkurrenten um die Macht in einer Region oder im nationalen Zentrum Kabul.
Von der Fähigkeit, diese konkurrierenden Gruppen in eine nationale Interessenallianz einzubinden, hängen die Stärke der Kabuler Zentralgewalt und die Einheit der afghanischen Gesellschaft ab. Wie die von ständigen Machtkämpfen geprägte Geschichte des 1747 gegründeten Staates zeigt, ist das eine kaum zu bewältigende Aufgabe in dem Vielvölkerstaat Afghanistan.
Eine historisch tief verwurzelte Spannung besteht zwischen den paschtunisch-sprachigen und den dari/persisch-sprachigen Bevölkerungsgruppen. Politisch spiegelt sich das heute in dem Machtkampf zwischen den Taliban als den Exponenten des konservativsten Teils der Paschtunen (Durrani-Stämme um die Stadt Kandahar) und der Nordallianz wider. Doch wird dieser grundsätzliche Gegensatz kompliziert durch Rivalitäten zwischen verschiedenen ethnischen Führern mit nur lokaler oder regionaler Gefolgschaft. Das ermöglicht wechselnde Allianzen, sichtbar daran, dass sich lokale Kommandanten mal von den Taliban und mal von der Nordallianz mit Geld und Waffen kaufen lassen.
Der „ethnische Fleckenteppich“ Afghanistan lässt sich quantitativ nicht genau bestimmen, da nie ein Zensus durchgeführt wurde. Auch hat der 23- jährige Krieg Millionen von Toten und enorme Flüchtlingsbewegungen verursacht. Derzeit wird die Gesamtbevölkerung auf 21 bis 23 Millionen Menschen geschätzt, von denen seit den US-Militärschlägen etwa vier Millionen erneut auf der Flucht sind. Das Fehlen von Zahlen hat konkrete politische Auswirkungen, denn nach welchem Schlüssel soll in einer Nach-Taliban-Regelung die Allparteienregierung zusammengesetzt werden?
Alle Angaben, die in zukünftige politische Verhandlungen einfließen, stammen aus der Zeit vor dem sowjetischen Einmarsch. Damals wurden insgesamt 55 verschiedene ethnische Gruppen festgestellt. Gerade im Norden, aber auch begrenzt im paschtunischen Landesteil gibt es ethnisch stark gemischte Gebiete. Das erhöht das Risiko, durch lokale Machtkämpfe die Befriedungsbestrebungen einer zukünftigen Interimsregierung zu unterlaufen.
In politischer Hinsicht lässt sich die ethnische Vielfalt auf vier relevante Volksgruppen und wenige prominente Führer reduzieren. Die Paschtunen mit einem geschätzten Bevölkerungsanteil von 40 Prozent gelten als „Herrschaftsvolk“. Aus ihrem weit verzweigtem Stammesverband sind alle Herrscher gekommen, so auch der seit 1973 im römischen Exil lebende König Zahir Schah. Auf dessen nationale Symbolkraft bei Paschtunen wie anderen Ethnien setzen die Verfechter eines politischen Prozesses, den der Ex-König autorisieren soll.
Ohne eine entscheidende Mitwirkung von Paschtunen ist keine Interimsregierung vorstellbar. Deshalb werden jetzt die Entwicklungen im paschtunischen Süden und Osten so genau verfolgt, denn diejenigen Führer, die sich in den nächsten Wochen gegen die Taliban erheben, können mit einem Sitz in der Interimsregierung rechnen.
Historisch wie auch aktuell militärisch bilden die dari-sprachigen Tadschiken die zweitwichtigste Gruppe, früher auf etwa 24 Prozent der Bevölkerung geschätzt. Sie sind ein geographisch verstreuter, heterogener ethnischer Verband. Die wichtigste Kraft innerhalb der Nordallianz stellen sie dank der überragenden Rolle von Ahmed Schah Massud aus dem Pandschir-Tal, der am 14. September 2001 den Folgen eines Selbstmordattentats durch Osama bin Ladens Beauftragte erlag. Sein Nachfolger, der Pandschiri-General Fahim Hakim, profitiert jetzt am stärksten von der militärischen Unterstützung durch die USA, Russland und andere Staaten. Politisch dürften die Tadschiken jedoch später durch andere Persönlichkeiten vertreten werden. Hier bahnen sich schon Machtrivalitäten an. Bislang arbeiten die bisherigen politischen Vertrauten Massuds noch mit dem nominellen Präsidenten Burhanuddin Rabbani zusammen. Doch dürften sie nach einem Sturz der Taliban ihre eigenen Ambitionen verfolgen.
Auf den Nordwesten Afghanistans konzentrieren sich die Usbeken, früher mit einem Bevölkerungsanteil von neun Prozent. In der militärischen Offensive gegen die Taliban spielt ihr Führer, General Abdul Raschid Dostum, eine wichtige Rolle. Wenn er sein früheres Gebiet zurückerobert, können die USA ihren militärischen Nachschub direkt von Usbekistan in den flachen Nordwesten Afghanistans bringen. In politischer Hinsicht stellt Dostum allerdings aufgrund früherer Menschenrechtsverletzungen und Korruption eine schwere Belastung für die Nordallianz dar.
In den 90er Jahren haben sich die Hazaras, angesiedelt im zentralen Bergland um die Stadt Bamiyan, eine wichtige politische Rolle im zukünftigen Afghanistan erkämpft. Ob der früher geschätzte Anteil von nur sieben Prozent zutrifft, ist unsicher. Die Hazaras sind überwiegend Schiiten, bis vor kurzem wurden sie verachtet und von allen ethnischen Gruppen brutal bekämpft. Beim jetzigen militärischen Vordringen der Nordallianz werden sie dank ihres harten Einsatzes und ihrer strategischen Lage unerlässlich sein. Auch wenn sich ihr politischer Führer Karim Khalili derzeit noch im iranischen Exil zurückhält, so wird er eine prominente Funktion einfordern.
Schließlich ist noch der militärische Führer Ismail Khan zu nennen, der als Mitglied der Nordallianz hofft, bald die Stadt Herat zurückzuerobern. Herat ist ein dari-sprachiges Zentrum mit einer gemischten ethnischen Bevölkerung und bildet das strategische Einfallstor in das südliche Kernland der Taliban. Ismail Khan verschleiert seine, wahrscheinlich tadschikische Zugehörigkeit, unterhält enge Beziehungen zum Iran und gehört zu Präsident Rabbanis Partei.
Ethnische Unterschiede und militärische Rivalität haben eine gefährliche Mischung aus widerstreitenden Interessen, persönlichem Misstrauen und Verbindungen zu Regierungen und Militärbasen außerhalb Afghanistans geschaffen. Aus diesen Gründen eskalierte der Krieg in den 90er Jahren wieder. Nun hat eine neue internationale Konstellation eine historische Chance eröffnet, nach dem Sturz der Taliban einen politischen Befriedungsprozess einzuleiten.
Die afghanische Geschichte zeigt, dass den Afghanen von außen keine Lösung aufgezwungen werden darf. Deshalb weist ein durch den Ex-König einberufener politischer Prozess einen gangbaren Weg. Doch sind die Risiken groß, dass die internen Streitigkeiten die Verständigung über eine Allparteienregierung scheitern lassen. Daran werden sich auch Exilgruppen beteiligen, die bislang in ihren Gastländern untereinander konkurriert haben, so auch Vertreter der inzwischen etwa 90000 in Deutschland lebenden Afghanen. Angesichts der zahlreichen Interessengegensätze scheint ein durch die Vereinten Nationen gewährleisteter Rahmen notwendig zu sein, um Spannungen einzudämmen.
Citha D. Maaß ist Südasienreferentin der Stiftung Wissenschaft und Politik.
Außerdem in dieser Ausgabe:
Bericht : Bush gibt Taliban „zweite Chance“
Hintergrund : „Wir werden Mister bin Laden aufscheuchen“
Bericht : Zu wenig Zündstoff für einen Flächenbrand
Bericht : Hilfsorganisationen fordern Unterbrechung der Luftangriffe
Hintergrund : Spenden für Afghanistan
Bericht : Informatiker kritisieren Rasterfahndung
Bericht : Polizei sucht kriminelle Trittbrettfahrer
Hintergrund : Der Zwerg aus Katar
Kommentar : Bushs neue Bescheidenheit
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Afghan King Emerges as 'Last Chance'

Afghan King Emerges as 'Last Chance'
By Pamela Constable Washington Post Foreign Service, Thursday, October 11, 2001
PESHAWAR, Pakistan, Oct. 10 -- Ask any Afghan over a certain age about the 40-year reign of King Mohammed Zahir Shah, and a look of dreamy nostalgia results. Those were the days of peace and prosperity, Afghan refugee elders and exile leaders here recall, their memories made rosier by time and longing.
"In the time of His Majesty," avowed one old man serving tea in a market stall, "no one would even kill a mosquito."
But that idyll -- accurately remembered or not -- ended 28 years ago, when the hereditary monarch was deposed by a cousin and went into exile in Rome. Since then, Afghanistan has become an unrecognizeable wasteland, ravaged by foreign occupation, torn apart by warlords and primitivized by religious zealots.
Now, with U.S. military strikes pounding the country and the ruling Taliban militia fighting what is probably a losing battle for survival, many Afghans are looking to the 86-year-old former king for salvation. If only Zahir Shah would come home, they say, the country could become unified and peaceful once more.
"To me, the king is the last chance for Afghanistan," said Ramat Musa Ghazi, a politician who attended a meeting of 16 Afghan exile parties here last week to discuss the country's post-Taliban political future. "Everyone respects him, and he is a democratic person who can rise above the fray."
After two decades of secluded political dormancy and several years of fruitless long-distance efforts to convene a reconciliation council of all Afghan factions, the king is at the center of efforts to fill the perilous political void likely to engulf Afghanistan if the Taliban falls.
In the past three weeks, prominent Afghans of all political stripes have visited Rome or made plans to travel there, Western diplomats and U.N. officials have been in frequent contact with Zahir Shah, and the government of Pakistan has invited him to send an emissary to Islamabad, the capital, for consultations.
Early this month in Rome, the king announced he had formed a coalition of 120 Afghan groups, aimed at ending factional fighting and establishing a new moderate government through a loya jirga, or grand council, of Afghan elders. The Northern Alliance agreed to participate, although the Taliban has boycotted such efforts.
But the idealistic notion of bringing back a benign monarch must be reconciled with the complex realities of Afghan politics today -- a thicket of petty exile rivalries, ethnic tensions, leftover wartime grudges, fears of foreign intervention and ambivalent relations with religious and political leaders in Pakistan next door.
Many analysts say Zahir Shah, whose dynasty dates back 300 years, is the only figure with enough stature to unify post-Taliban Afghanistan. They note that he refused to return as a puppet leader during Soviet-backed Communist rule in the late 1970s and that he has remained aloof from the bloody feuds that followed the Soviet withdrawal in 1989.
But a panoply of rival politicians argue, with evident self-interest, that the king is too old and has been absent from the scene too long to return as anything but a symbolic, transitional leader. Some complain that in the country's most dire moments, he refused to speak out from the comfortable seclusion of his Italian villa.
"We all have deep respect for His Majesty, but the current situation is beyond the capacity of one individual," said Pir Sayed Ahmed Gillani, a commander in the Afghan resistence against Soviet occupation in the 1980s who now heads a coalition called the Council for Peace and Unity of Afghanistan.
Gillani said he supports the king's effort to prepare a broad interim government but wants to make sure it includes "the widest base possible," with all political and ethnic groups represented.
"The king is an important unifying symbol, but he cannot come back as a ruler," agreed Khalid Mahmood, director of the Institute for Regional Studies in Islamabad. "He can facilitate a transition, but if he throws his lot to one side it will create problems. He must be seen as neutral."
A related, widespread concern here is that the king may be used as a fig leaf for military designs on Afghanistan by the United States and the Northern Alliance, the insurgent group whose political leadership is still recognized as the Afghan government at the United Nations. The alliance opposes the Taliban but is also hated and feared by many Afghans and Pakistanis.
Today, however, the Northern Alliance's titular leader stopped short of endorsing Zahir Shah as a unifying force, according to the Associated Press. "Mr. Zahir Shah is a citizen of Afghanistan and has the right, like all the citizens of Afghanistan, to participate in the history and fate of Afghanistan," Burhanuddin Rabbani told reporters after meeting in Dushanbe, Tajikistan, with Tajik President Imamali Rakhmonov.
On Monday, Pakistan's president, Gen. Pervez Musharraf, warned that if the Northern Alliance came to power on the heels of the U.S. attacks, Afghanistan would "return to anarchy, atrocities and criminal killings." Human rights groups say the Northern Alliance was responsible for brutal excesses during the factional civil strife that raged before the Taliban took over most of the country in 1996.
In interviews here this week, several Afghan refugees expressed similar concerns, saying they did not like the Taliban but would strongly oppose the return of Zahir Shah if he were ushered in by conquering U.S. or Northern Alliance troops.
"Our fathers told us many good things about the king's rule," said Ramatullah, 23, an Afghan refugee who works in a market here. "If he comes with the support of the people, we will all welcome him. But if the United States or Northern Alliance forces bring him, the people will never accept him."
The king's relations with Pakistan have also been fraught with historical mistrust. Some Pakistanis believe he was too close to India, Pakistan's arch rival. They also questioned his policy toward the Durand Line, the Afghan-Pakistani border created by the British in 1893, suggesting he favored the break off of northwest Pakistan into a separate Afghan ethnic homeland.
But some observers said such criticism had been exacerbated by religious radicals in Pakistan who were closely allied with the Taliban and feared Zahir Shah would create a new Afghan government that did not include the Islamic regime.
In the last days of his rule, Zahir Shah was at odds with religious militants who opposed his program of political and economic modernization. The king ushered in a democratic legislature, education for women and other such changes in an attempt to open up the isolated desert kingdom to the rest of the world.
One political observer here noted that Zahir Shah is from a family of Pashtuns, the dominant Afghan ethnic group, but was also educated in the elite culture of Afghanistan's Persian-speaking minority, giving him access to both groups. "No one else has shoes big enough to fill the vacuum," he said.
In the long-established refugee camps of Peshawar, where Afghan elders sip tea and discuss politics all day, the king remains a popular figure and the focus of long-postponed dreams to return to a peaceful and stable homeland. Even if he were to die, they said, his sons would be welcomed back to rule.
"I have been waiting for 22 years for the king to come back," said Qazi Fida Mohammed, an elder in Nasir Bagh, one of the oldest refugee settlements here. "The foreigners have ruined Afghanistan, and the religious people don't know how to govern. Only the kings can deal with Afghanistan, because it runs in their blood. If Zahir Shah comes, we will all go back to rebuild the nation together."
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US attacks delay Afghan opposition's meeting in Rome
ROME, Oct 12 (AFP) - The US-led military strikes on Afghanistan have delayed a visit to Rome by a delegation of Afghanistan's opposition Northern Alliance to resume talks with the ex-king Mohammed Zahir Shah on forming a new government, opposition officials said on Friday.
Nasser Zia, a senior Northern Alliance official here, said the ongoing air strikes had obliged the anti-Taliban opposition leaders to remain in Afghanistan.
"The reason for the delay is the current military situation back at home and the leaders subsequent preoccupation there," Zia, Charge d'Affaires of the Afghan embassy in Rome, told AFP.
He also said there were "technical problems" with plans for the opposition delegation to fly to Afghanistan's neighbour Tajikistan but declined to elaborate.
But another opposition official said the alliance had grounded its aircraft after a demand from the United States, as a precaution to prevent US forces shooting them down by accident.
"Our helicopters have stopped flying just in order not to be treated as Taliban aircraft," the official, contacted by satellite telephone inside Afghanistan, told AFP on condition of anonymity.
The US has backed efforts by the former Afghan monarch to form a broad-based government, ready to step in to replace the ruling Taliban militia in Kabul.
Zia said it was unlikely the alliance delegation would be able to travel to Rome as early as planned.
They are due to present the former king with a list of their 50 nominees for the so-called Supreme Council for the National Unity of Afghanistan.
The United States and Britain have been pounding targets inside Afghanistan since last Sunday.
The agreement to form the 120-strong council was reached in Rome early this month following intensive talks between Zahir Shah and a Northern Alliance delegation headed by Yunus Qanuni.
The powerful council, a major step towards an possible post-Taliban administration, will include 50 people to be appointed by Zahir Shah, 50 from the Northern Alliance and a further 20 to be jointly agreed upon by both parties.
Zahir Shah, 86, is seen as a unifying force around which a disparate opposition can replace the Taliban should it topple after the strikes.
He is trying to call the traditionally powerful Loya Jirga or grand assembly of local elders to meet inside the country and to sketch a peaceful solution to the conflict.
The supreme council could appoint a government and a leader on its own in case the Loya Jirga, which must meet on Afghan soil, cannot be convened.
Zahir Shah has been living in exile in Rome since 1973, when he was toppled from power. The Northern Alliance, which is fighting a civil war against the Taliban, is the internationally recognised government of Afghanistan.
INTERVIEW-Afghan Ayatollah wants ex-king to return
By Crispian Balmer
ROME, Oct 12 (Reuters) - Laying aside religious and ethnic differences, a senior member of Afghanistan's Shi'ite Muslim minority has called on the country's ex-king to return home and bring peace to his people.
Ayatollah Sadeqi Parwani, who met former Afghan monarch Mohammad Zahir Shah earlier this week, said he believed the fundamentalist Taliban regime would soon crumble under the weight of U.S. attacks and urged the king to prepare for power.
The 86-year old Zahir Shah, a Sunni Muslim who comes from the dominant Pashtun tribes, is seeking to mould Afghanistan's warring factions into an alternative government to the Taliban.
"We came here to tell the king that he is the only person who can lead and unify the people," Parwani told Reuters in an interview this week. "Not only the Shia want the return of the king but most of the tribes want him back, because even if during the king's rule there wasn't economic progress, at least there was peace. When he left Afghanistan, peace left with him," Parwani added.
Zahir Shah was ousted from the throne by a cousin in 1973 after a 40-year reign and has lived in Italy in exile ever since. The crisis sparked by the September 11 strikes on the United States has once again pushed him to prominence.
He has called on all Afghanistan's tribes and groups to put years of war behind them and try to create a democracy. Gaining the support of the Shia is seen as important to his plans. Parwani is one of the 12 members of the Hizb-e Wahdat ruling council -- an anti-Taliban militia supported by Iran which hails from Afghanistan's Hazara minority and is fighting alongside the Northern Alliance against their Taliban foe.
The Hazara have traditionally been the country's most impoverished and excluded ethnic group. However, their reputation as fierce warriors has boosted their standing and Parwani said they expected to play a major role in the future.
"In the past, the Hazara were not treated as well as they should have been," said Parwani, clad in grey robes and white turban, a small lapis lazuli ring on his finger. "But the king has promised us a broad role in the future government," he added, speaking through an interpreter.
Zahir Shah has called for the convening of a Loya Jirga -- a Grand Council of elders that Afghans have used for over 1,000 years to settle affairs of the nation -- to plot a new course for his country. Experts say such a council can only be held on Afghan soil and the ex-king's advisers believe it should be staged in Kabul if and when the Taliban fall.
Parwani said he thought the northern city of Mazar-i-Sharif would be liberated from the Taliban before Kabul and added that the Loya Jirga should be held there. Mazar-i-Sharif was seized by the Taliban in 1998 after a particularly bloody battle. "We should gather there. We will guarantee the safety of the king," Parwani said.
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Will history repeat itself in Afghanistan?
Financial Express - India; Oct 10, 2001
A US official has said: "You cannot win Afghanistan and lose Pakistan." Whatever that means, the fight against the Taliban was bound to bring this predicament in public. They are essentially Islamabad's creation. If you try to save them, you save in the process the fundamentalist tendencies which have been instilled in them. Perhaps Islamabad did not want the Taliban to have a one-track mind. Faith tempered with a sense of accommodation gives the believers strength. But fanaticism is such a heady wine that its consumption is seldom in small doses.
Pakistan¡s top military officer, former ISI chief Gul Hamid, was the midwife. He turned Afghanistan into an extremist Islamic country and would have gone beyond that if the liberal Benazir Bhutto had not removed him after assuming power. But even she did not dismantle the madrassas, the breeding ground of fundamentalism, or the ISI special cell which continued to guide the Taliban. She probably felt secure having a Muslim state cover Pakistan¡s northern flank. Little did she imagine that Islamic Kabul would go one day out of her hand.
Making Afghanistan a fundamentalist state was, the idea of General Zia-ul-Haq, Ms Bhutto¡s predecessor. When he started extending support to the mujahideen, who were fighting against Soviet invasion of Afghanistan, his aim was to push back the Russian forces, which were coming down south, closer to the Pakistani border. As the Soviet withdrawal became a real possibility, Gen. Zia¡s ambitions grew. He came to believe that he could, for the first time since 1947, have an Afghan regime genuinely friendly to Pakistan. This would, indeed, give Islamabad a "strategic depth" against India, a goal the Pakistani military planners pursued.
Gen. Zia also hoped that the new government in Kabul would reflect his Islamic leanings far more than any previous Afghan regime had and far more than he had been able to impose on his own country. The Pakistan rulers felt happy in having Kabul under Islamabad¡s influence. The ISI used the distant Afghanistan, beyond the gaze of the world, as a training ground for terrorists. They became useful in Chechnya to confront Russia and to bleed India in Kashmir.
The people in Pakistan woke up to the danger when the tide of fundamentalism, or what has come to be known as Talibanisation, began to flow into their own country. This worried the middle class and the liberals alike. But they did not challenge the maulvis and the mullahs. They never dared to. Gen. Pervez Musharraf took action against some jehadi organisations a few months ago. But this was a half-hearted move and became ineffective whenever the pressure of fundamentalists worked on Gen. Musharraf. Many of these groups are armed to the teeth. The Pakistan army would have a big job on its hands if it were to disarm them. The campaign to seize illicit weapons was launched, but on a selective basis. But Gen. Musharraf could not figure out how he could stoke the fires of cross-border militancy without conniving with the terrorists.
The manner in which he brings up the issue of Kashmir shows that he does not want to put a brake on cross-border militancy. How does he sustain it if he stops the Taliban? He has banned Harkat-ul-Mujahideen, which Washington has banned, but has allowed terrorist organisations like the Jaish-e-Mohammad, whose leader Massoud Azhar, was sapped for the passengers hijacked to Kandahar to function. Gen. Musharraf is still pursuing two opposite paths at the same time. He is trying to run with the hare and hunt with the hounds, as the saying goes.
Pakistan foreign minister Abdul Sattar has warned saying that "any decision on the part of any foreign power to give assistance to one side or another is a recipe for great suffering for the Afghan people." He may be right but the Taliban are the one who have been getting military, economic and political assistance. Islamabad has helped them, even by fighting their war to establish their hold over Afghanistan.
If the Taliban side could capture 90 per cent of Afghanistan with Pakistan¡s help there is no reason to pull the alarm chain, when the "other side," the Northern Alliance, is beginning to re-occupy the areas it had lost to the Taliban. By arguing that their "side" should not be pushed aside, Pakistan is unwittingly saying that the presence of the Taliban in Afghanistan is necessary. The fact is that they, as has been seen in last few years, have become a monster-hijacking planes, bombing markets and defying every norm of the civilised world. Even if Islamabad were to be their guarantor, how would it change the Taliban, who have become a force which cannot fit into a democratic, tolerant way of living?
Surprisingly, Washington has modified its tone after Mr Sattar¡s warning. It had been saying all along that the Taliban were the fountainhead of terrorism and the free world must unite to root out the evil. The strategy has now changed. First, Osama bin Laden and then others. What about the Taliban who have imbibed Osama¡s philosophy of superiority and supremacy of Islam all over the world? Their leader, Muhammad Omar, has already declared jehad against the Americans and the Jews. And to tell the world that the Taliban meant business, they have even set fire to the deserted American embassy at Kabul.
Afghanistan needs to be retrieved. Fanatics of the Right and the Left have used its gullible people. They have a culture that accommodates the Pashtuns, the Tajiks, Uzbeks and dozens of other smaller tribes in the Afghan ethos of sturdy independence. But there is no place for the Taliban.
Perhaps the solution lies in having a composite government at Kabul. Leading tribes need to participate in government. Islamabad is not averse to it but it would have to jettison the Taliban, however useful they are in Islamabad¡s scheme of things. King Zahir, ousted from Afghanistan some 30 years ago, has already given a call for peace and unity. He can be the head of a loosely knit Afghanistan. Northern Alliance leader Rabbani has also come round to accept him.
The real impediment will, however, be imposing discipline in a country that has known none, and removing fundamentalism, which has been imposed on the Afghans. Mr Sattar should not be pleading the case of the Taliban because they will destroy what does not conform to their fanatic outlook. It would be better to tackle the tribal leaders directly because they are more tribal than Islamic.
Sometimes it looks as if history may repeat itself. The Soviet Union was not ready to intervene in Afghanistan in December 1979. The state communist party, Parcham, headed by local Leftist leader Babrak, forced it to do so because the party presented Moscow with a fait accompli. Parcham had already revolted against the then Afghanistan President Hafizullah Amin and had poisoned him. America too has been compelled to come in now because it was left with no choice after Osama¡s men struck at the World Trade Centre in New York and the Pentagon in Washington.
One only hopes that the US will not get stuck as the Soviet Union did. If it does the world is in for a lot of trouble. As regards terrorism, every country will have to look within. None has a clean slate. All nations must clamp down on their own extremists. It is a war of values, institutions and human behaviour, not against territory
Bush, Who Denounced 'Nation-Building,' Must Look to the Future in Afghanistan
By DAVID E. SANGER - NY Times 10/12/01
WASHINGTON, Oct. 11 - President Bush has been dragged by events and his allies to a place he never wanted to be: at the center of an exercise in nation-building, constructing a new Afghanistan from whatever is left once his bombing campaign and commando raids are over.
He all but acknowledged as much this evening during his news conference. Prodded along by Prime Minister Tony Blair of Britain, members of Congress and some of his own advisers, he said for the first time that the United Nations should "take over the so-called nation-building - I would call it the stabilization of a future government." The United States, he indicated, would participate, but along with other nations.
It is no surprise that Mr. Bush wanted to avoid the term "nation- building," for that is what he charged had gone wrong with American foreign policy during the Clinton years, first in Somalia, then in the Balkans. American forces were tied down in missions other than defending America, he said in a debate last October - "that seems a century ago," a close adviser said today.
His aides have said that Mr. Bush does not intend to keep the military in Afghanistan if the Taliban and its allies in Osama bin Laden's Al Qaeda network are defeated. But as Andrew Johnson discovered after the Civil War, as Harry Truman discovered after dropping the atom bomb, and as Bill Clinton discovered in Bosnia and Kosovo, the peace is not won when the fighting ends, it is won by rebuilding so that a defeated country does not implode again.
Mr. Bush has come - apparently reluctantly, but fairly quickly - to the same conclusion. He noted tonight that America "should learn a lesson from the previous engagement in the Afghan area - that we should not just simply leave after a military objective has been achieved."
He was referring to the civil war that followed the Soviet Union's withdrawal from Afghanistan in 1989. That created chaos, which paved the way for the Taliban and, in turn, for Osama bin Laden.
Just a few days ago, it was far from clear that Mr. Bush would follow his predecessors in concluding that he had to build a new society where his forces are still bombing.
On Sept. 25, answering questions in the Oval Office, he said he was not interested in creating a government to replace the Taliban.
"We're not into nation-building," he said. "We're focused on justice."
Even this week, in conversations with his aides and members of Congress who came to visit, Mr. Bush expressed deep concern that American troops could be involved in or around Afghanistan for far longer than he would like. Asked in one such meeting whether the United Nations should take over the government if the Taliban falls, he said, "It depends on how it turns out," according to an official involved in the discussions.
But even as he spoke, reality was setting in.
Turning the country over to the Northern Alliance, the ragtag army in northern Afghanistan that has fought a futile rear-guard action against the Taliban for years, would not solve the problem, the State Department warned him. It would only rekindle the anger of the Pashtun tribes in southern Afghanistan and in neighboring Pakistan, and it would likely result in a renewed war.
The comparisons with the ethnic tangles of the Balkans "were the subtext at every meeting," one national security official said today. That led to Mr. Bush's comment tonight that the United States should not "play favorites" in creating a new Afghan government.
So Mr. Bush has been desperately searching for a middle ground. So far, he has not come up with an answer beyond his vague endorsement of the United Nations approach this evening.
"He doesn't want a Vietnam, and he doesn't want to communicate to the Muslim world that we are another occupying force," said an official who has talked with him at length recently. "He keeps saying, `I don't want to leave American troops there,' but he knows that the only way to keep this powder keg from going up again is that the United States and its allies will have to make a long-term commitment of money and of people."
Searching for an answer, a senior State Department official, Richard N. Haass, went to Rome last week to visit the 86-year-old exiled king of Afghanistan, Mohammad Zahir Shah, hoping that Mr. Zahir could unify the country but knowing that he probably could not rule it.
Therefore, as the influential deputy secretary of state, Richard Armitage, said today, "we had discussions with some of our coalition partners about the eventual shape of an Afghanistan."
The British, as determined as the Americans to avoid leaving troops in Afghanistan once they have entered, say they are prodding Washington toward thinking about the future government of Kabul.
Robert Orr, a National Security Council official in the Clinton White House, called the situation a "Somalia plus" for President Bush. "They know they don't have the capability they need to get American troops out of there and hand it off to other countries and international organizations that can help stabilize the country and address its profound needs," Mr. Orr said.
If Mr. Bush signaled tonight that he is getting ready to perform an about-face on nation-building, he also hinted that in another arena - missile defense - he was not about to back down.
For weeks, Washington has pondered whether the president's need to build a coalition against terrorism would trump the unilateral tendencies he showed until Sept. 11. The test case, many agreed, might be the 1972 Anti-Ballistic Missile Treaty, which the President wants to abandon over objections from Russia and China.
Tonight, Mr. Bush argued that the terrorist attacks made it all the more vital to scrap the A.B.M. treaty, which would block a missile defense system, and he said that would be his message to President Vladimir V. Putin of Russia when they meet in nine days. The treaty, Mr. Bush insisted, is "outdated, antiquated and useless."
But he would not be pinned down on whether, if he could not persuade Mr. Putin, he would abandon the treaty - a step that could wreck his new collaboration with Russia in fighting terrorism.
Similarly, to bring China into the fold, he may have to modify his tilt toward Taiwan. To assure Pakistan's continued cooperation, he may have to rethink new initiatives with India.
Mr. Bush is hardly the first president forced to readjust the easy rhetoric of campaigning once faced with the complexities of building global coalitions. But few have had to make the shift so fast, or under such harsh conditions. Mr. Bush's defense secretary, Donald H. Rumsfeld, has compared the task to the beginning of the Cold War - when Washington joined forces with several distasteful governments in the service of a larger cause, anti-Communism.
Mr. Bush now has his own war to fight, and he said tonight he will pursue the battle as long as it takes to win.
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Sunday, 7 October, 2001, 15:23 GMT 16:23 UK
Rally for the return of Afghan king
Political leader Achhezai led anti Taleban rally
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By Daniel Lak
BBC News Online's correspondent on the Pakistan-Afghan border
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For the first time in this border city, a public meeting has been held denouncing the Taleban regime in Afghanistan and calling for the reinstatement of the exiled former king, Zahir Shah.
This region of south-central Asia has long played a key role in Afghan affairs.

Supporters of Afghanistan's old king waved the royal flag
Zahir Shah's family comes from the Kandahar area, just across the border, and the Taleban came from Muslim religious schools or madrassa's in and around Quetta.
About 10,000 people gathered in a football ground to hear speakers call for moderate Afghans to decide their own future by calling for a traditional Afghan tribal gathering, a Loya Jirga, under the king's supervision.
Royal flag
The crowd, many of them Pashtun tribesmen from the border area with Afghanistan, cheered loudly and waved flags.
One old man carried the old royalist flag from Zahir Shah's days as king, a tricolour with the monarch's coat of arms in the centre.
A picture of the king as a much younger man was nailed to the flagstaff.
Afghan King in exile Mohammed Zahir Shah draws supporters among Afghan refugees
Mahmoud Khan Achhezai was the main speaker. He's the head of the popular local Pashtun National Peoples' Party, an anti-clerical, left of centre group that calls for greater autonomy for the various tribal and ethnic groups of Pakistan.
Mr Achhezai said King Zahir Shah had to go to Kabul to restore calm and dignity to Afghanistan.
Along with other speakers, he denounced the role of the Pakistani military and the powerful Interservice Intelligence spy agency, the ISI, in founding the Taleban and generally meddling in internal Afghan affairs.
Warning
To calls of "victory" and "long live Afghanistan", Mr Achhezai warned the American-lead coalition against terrorism about the grave implications of a military strike on Afghan territory.
"All sane people condemn the attacks in Washington and New York last month", he said, "but more violence, especially against Afghanistan, will only make many things worse.
"A Loya Jirga and the return of the king are the ways forward."
Local journalists said the rally was clearly being held with the approval of the Pakistani government, despite the criticisms of the military and calls for restoration of democracy.
They pointed out that Pakistan may be resigned to air strikes, bombings or ground campaigns lead by the Americans in neighbouring Afghanistan, but there remains hope here that there are other ways of catching Osama Bin Laden, or even toppling the Taleban.
Pakistan has completely changed its policy on Afghanistan since the September 11th attacks in America.
Rise of Taleban
Islamabad used to be vigourously against any role in Afghanistan for King Zahir Shah, despite his lasting appeal to many Pashtun tribesmen who live along both sides of the Afghan-Pakistani border.
Instead, the Pakistanis worked on their own alternatives to the king as a leader of the Pashtuns, the largest tribal-ethnic group in Afghanistan.
Most recently that was the Taleban, founded in 1994 to restore security to the west of the country to protect Pakistani trader convoys from bandits.
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The Pakistanis worked on their own alternatives to the king as a leader of the Pashtuns. Most recently that was the Taleban. ![]()
Military and intelligence officers oversaw the spread of the Islamic Students' militia until it controlled 90% of Afghan territory.
Along with Saudi Arabia, they funded Taleban offensives and providing military advisors in the field.
Now Pakistan has rejected its former allies, and the Quetta rally is just the latest sign.
Mr Achhezai, drew his loudest cheers when he told the crowd that America too was to blame for the rise of the Taleban.
He said Washington used the Afghan people to fight Soviet occupation during the Cold War, but abandoned them soon after Moscow withdrew its troops from Afghanistan in 1979.
He reminded his audience of a Pashtun tribal proverb. To waving hands and laughter, he said:
"When no one pays attention to the sheep, he belongs to the wolves. Now the wolves, the Taleban, are finished."
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QUETTA, Pakistan (AP) -- The days of the king were so different, Afghans say. They remember happy school days, weekend picnics, nights spent watching ``Gone with the Wind'' or listening to Tom Jones records.
And they remember what it was like to live in peace.
Nostalgia's prism is always colored. But these memories, offered by Afghans in the border city of Quetta this week as their nation faces yet another threat of conflict, are a bit different.
There is talk that 28 years after a bloodless coup unseated him, exiled King Mohammad Zaher Shah may be preparing for an encore appearance in the nation he once ruled.
``The king stands as a symbol of unity among most Afghans. At this time, there is no one else in sight who can take his place,'' says Haji Dilbar, a turbaned former nomad only two years younger than the 86-year-old former king.
As the United States prepares to strike at the ruling Taliban for refusing to hand over alleged terrorist mastermind Osama bin Laden, world leaders are warning that the Taliban's days in power are numbered.
That has drawn attention to Zaher Shah as the one man who could unify Afghan factions to form a new system of government -- with or without him back on the throne. Zaher Shah has lived in exile near Rome since 1973.
In Quetta, a dusty city about 25 miles southeast of the Afghan border, many Afghans seem to like the idea, if for no other reason than they remember the king's time as an era of peace.
``We had schools, and no Afghan had to pay for an education. It was all free,'' said Hamid Kerzai, a former deputy foreign minister.
After the Taliban came to power, schools for girls were closed. Boys could obtain only religious education. And most forms of light entertainment like music and cinema were banned.
Not so during Zaher Shah's 40-year reign, Kerzai says. He remembers seeing ``Gone With the Wind'' on the big screen and listening to Tom Jones music with friends.
``We led full lives. There was little difference between the way we lived and what other teen-agers around the world were doing,'' Kerzai said. ``We'd go cycling with friends, go for picnics on weekends.''
Even some Afghans who grew up in poverty remember the past as the good times.
``We were poor, but things were good. Not everyone had electricity or running water, but we had something more important. We had peace,'' said Dilbar, who fled with his family to Pakistan after the Soviets invaded Afghanistan in 1979.
``In the king's days if someone accepted a bribe he would be so afraid of losing his job that he would beg 10 times to keep it secret. There weren't so many arms floating around, either,'' Dilbar recalls.
Nematollah, who like many Afghans uses a single name, remembers the days when Kabul was a city where people were free to roam without armed men at checkpoints and where the state provided scholarships for promising students.
``When I went to Kabul, everything was paid for, my fare to the capital, food, clothing and books,'' Nematollah, 51, said. ``I came from a modest family, and I got what every Afghan was entitled to under the king.''
Nematollah said he quit Kabul University's medical school in his second year because of political unrest. Today, he is a schoolteacher in Quetta.
``We Afghans have knocked on many doors and we have been deceived each time by ambitious usurpers of power,'' said Nematollah. ``Now, we can think of no one but Zaher Shah to take us through this crisis and toward peace. No other name comes to mind.''
Much of the nostalgia is probably due to the fact that when compared to his successors, the king looks pretty good.
After he left Afghanistan, three presidents were assassinated, including Mohammed Daoud, who ousted him. The Soviets left in 1989 and the communist government they left behind fell three years later.
The new rulers fought among themselves, destroying Kabul and killing thousands of civilians. They were ousted by the Taliban in 1996 and have been fighting the militia ever since.
That makes many older Afghans long for a simpler time and a quiet life.
``My father was a preacher who owned a small bookshop that made just enough to support our family of six children,'' Hamidullah Sahaf, 44, said. ``We didn't have much, but everyone had the freedom to do their own things. No one would bother you.''
Sahaf has been back to his hometown Kandahar twice since the Taliban emerged. Everything, he says, has changed.
``The people aren't the same, and even the places have changed,'' he said. ``The Taliban push people around and someone is watching every move you make.''
Even Dilbar admits the king's rule was not perfect.
``He didn't do anything to develop the country,'' he said. ``We didn't have dams, there was little agriculture. While other countries were making cars, we couldn't even make a wheelbarrow. Many things were neglected.''
``Maybe he couldn't do much for Afghanistan, but he is like an old father to every Afghan,'' Dilbar said. ``He is the only person acceptable to nearly all ordinary Afghans.''
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LARRY NEUMEISTER, Associated Press Writer
MINEOLA, N.Y. (AP) -- An Afghan filmmaker was fatally stabbed, beaten and then dismembered by one of his investors who briefly kept the head in his refrigerator, police said Saturday.
Jawed Wassel, 42, was killed shortly before Wednesday night's opening of his film ``FireDancer,'' said Lt. Frank Guidice, head of the Nassau County homicide squad.
The suspect, Nathan Powell, attended the premiere. He was arrested Thursday night and was arraigned Saturday on a second-degree murder charge.
Police say Powell was supposed to receive 30 percent of the movie's gross and allegedly killed Wassel in an argument over money.
Wassel was smuggled out of Afghanistan by his mother after the Soviet invasion of 1979, living in Pakistan, Germany and France before coming to New York. He spent six years working on ``FireDancer,'' his autobiographical story of an Afghan youth who eventually leaves his village and settles in New York.
Powell, 38, was one of the movie's primary producers and financiers.
Police said Wassel and Powell argued at the suspect's New York apartment Wednesday over how much Powell should receive from the film. The argument turned violent, with Powell smashing Wassel in the throat with a pool cue.
Powell then stabbed his victim before dismembering Wassel with a hacksaw and putting the body parts into two boxes, Guidice said. Police said he placed Wassel's head in the refrigerator of his home.
A day after the slaying, Powell loaded the boxes into a van and drove to Bethpage State Park on Long Island, Guidice said.
Police Officer Peter McGinn spotted the van driving erratically with its lights off and pulled it over. Inside, he said he saw a shovel, a pickax and one of the bloody boxes.
``I knew I wasn't dealing with somebody going home from work,'' McGinn said Saturday.
Northern Alliance Afghanistan's main opium producer: UN
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VIENNA, Oct 5 (AFP) -
The opposition Northern Alliance has become Afghanistan's major opium producer after a Taliban clampdown on poppy-growing slashed world production by around 60 percent, a UN official told AFP Friday.
The Alliance, which has won American support in its battle against the Taliban, produced 150 metric tonnes of opium this year, according to Mohammad Amirkhizi, senior policy adviser at the United Nations Office for Drug Control and Crime Prevention.
"They always produce between 120 and 150 tonnes," he explained. "But in previous years that production was insignificant because production was so high in Taliban areas.
"This year, because the Taliban has implemented the ban and no drugs, or almost none, were produced in the Taliban area, although they produced the same amount it is now significant."
The Northern Alliance is the main opposition force to the Taliban regime in Afghanistan, which the United States has accused of harbouring Osama bin Laden, the prime suspect in the September 11 terrorist attacks in the US.
Afghanistan produced 75 percent of opium worldwide in 1999 and 70 percent in 2000. This year the country only produced 10 percent of the world's opium, slashing global production by around 60 percent, Amirkhizi added.
UN surveyors in Afghanistan measured poppy fields in farms throughout the country to gain the figures.
In 1999 Afghanistan produced a record level of 4,600 metric tonnes of opium. Only four percent of that was produced in the Northern Alliance section.
In 2000 Northern Alliance territory produced just four percent of Afghanistan's 3,300-metric-tonne opium harvest.
"In July 2000 the Taliban informed us that they are going to issue a ban and they told us that they are going to enforce it effectively, and we can only say that now the results are clear, the ban was implemented by them very effectively," said Amirkhizi.
"We welcome that very much, and we have been in contact with the Northern Alliance territory and asking them to also take measures to ban the production, and the response that we have received from them has been very positive."
US government intelligence released data Wednesday that suggested Taliban rulers were directly profiting from the opium trade in spite of their public denunciations of drug trafficking.
Taliban fire at plane and offer to free aid workers
By Zeeshan Haider and Jeff Franks
Saturday October 6, 8:35 PM
ISLAMABAD/WASHINGTON (Reuters) - Anti-aircraft guns fired on an unidentified plane over Kabul on Saturday, as Afghanistan's isolated Taliban rulers braced for a U.S. military strike and offered to free eight foreign Christian aid workers.
Pakistan, the last country with diplomatic ties to Kabul, said it would cut off talks with the Taliban, further isolating the Islamic fundamentalists who have sheltered Osama bin Laden, the suspected mastermind of last month's attacks on America.
But in an apparent softening of their stance, the Taliban said it could free the eight foreign aid workers held since August, while British reporter Yvonne Ridley, detained a week ago for illegally entering the country, would be released.
In Kabul on Saturday, anti-aircraft batteries opened fire on at least one plane flying high above the war-shattered capital.
One eyewitness said the firing was intense for about 15 minutes and was directed at two planes flying high over the city. One of the craft made off at high speed, but the second could be seen circling in the clear skies.
One official, speaking on condition of anonymity, said the plane was an unmanned aircraft used for reconnaissance. Al-Jazeera satellite television pictures showed at least one surface-to-air missile fired at the plane.
Meanwhile diplomatic pressure on Afghanistan gathered pace.
"We cannot allow these people to carry on doing what they have done on the 11th September," British Prime Minister Tony Blair, wrapping up a whirlwind tour aimed at bolstering support for the U.S. war on terrorism, said in New Delhi.
"So we will continue the action until it's effective, until it achieves the objective that we have set out," he added.
TALIBAN DECRY FOOD AID DROPS
The Taliban, meanwhile, decried Washington's plans to parachute food aid to the country's drought-stricken people as a ploy to deluge ordinary Afghans with propaganda and defuse their anger, saying its roads were open for caravans of assistance.
"There is no doubt that the real objective of such propaganda by the United States is to defuse the anger of the Afghan people against it," the Foreign Ministry statement said.
"With such tactics, it wants to tell the Afghan people that it does not have any enmity against the Afghans," it said.
The United States said on Thursday it was considering all options, including parachuting food rations by military aircraft, to double the amount of U.S. food aid reaching displaced Afghan refugees threatened by drought and war.
Washington has already launched a finely focused spy satellite to monitor Afghanistan. It has also sent troops to Uzbekistan, the country's northern neighbour, and won permission from nearby Georgia to use its bases for air strikes.
Pakistan Foreign Ministry spokesman Riaz Mohammad Khan, announcing that Islamabad would send no further delegations or envoys to Afghanistan to try to persuade them to hand over bin Laden, said: "If they decide to respond to what the international community wants ... it is to their advantage to do so."
"TERROR CAMPS"
Speaking in New Delhi, Blair, a staunch ally of the United States in its war on terrorism, said Afghanistan should close down "terror camps" or become the enemy themselves.
He would not comment on the timing of any military action against the central Asian nation. "I don't think it would be sensible to...put a time span on it."
In Kabul, the Taliban said they could free the aid workers if Washington halted its threats against the country, the Afghan Islamic Press (AIP) said, quoting a Foreign Ministry statement.
The aid workers, all with the German-based Shelter Now International (SNI) relief agency, were arrested on charges of spreading Christianity, accusations they have denied.
In another apparent conciliatory gesture, AIP reported that Mullah Mohammad Omar had ordered the release of Ridley, a reporter for the London-based Sunday Express, on Saturday or Sunday. The agency was quoting the Taliban ambassador to Pakistan, Mullah Abdul Salam Zaeef.
NEXT ACT IN CRISIS
The diplomatic and military preparations fuelled speculation that the next act in the crisis was nearing as President George Bush assembled the biggest deployment of U.S. forces since the 1991 Gulf War.
The United States has blamed bin Laden and his Islamic crusade for the attacks that levelled New York's World Trade Center and damaged the Pentagon near Washington. It has warned the Taliban, who have given bin Laden safe haven for five years, to surrender him or face the consequences.
Should allied attacks proceed, they may be guided in part by what the newest U.S. spy satellite sees after its launch from Vandenberg Air Force Base in California.
The Air Force refused to comment on the payload, but it was commissioned by the Defense Department's supersecret National Reconnaissance Office, which specialises in gathering pictures and electronic data, including telephone conversations, on the ground from hundreds of miles up in space.
Aviation Week and Space Technology Magazine said Washington had been readying a KH-11 "Keyhole" satellite with imaging resolution down to a few inches from 200 miles (360 km) out in space and could be used to track small groups of Afghans on foot and even spot their campfires.
While the United States sent 1,000 troops to strategically located Uzbekistan, their military value was limited by a ruling from the former Soviet republic that they could be used only for humanitarian and rescue missions, not attacks.
Asked at a joint press conference with visiting U.S. Defense Secretary Donald Rumsfeld why he would not allow U.S. special forces to operate from the former Soviet republic, President Islam Karimov said: "We are not quite ready for this."
But Georgian President Eduard Shevardnadze, who as Soviet foreign minister urged the withdrawal of Soviet troops from their bloody Afghanistan war, had no such reservations, offering the United States his "full cooperation and full solidarity."
"On my part I will include Georgia's airspace and if need be airfields and other infrastructure as well," he said after meeting with Bush in Washington.
Shevardnadze predicted there would no massive military strikes in the coming war. "If it becomes necessary, I think it will be more local," he told reporters.
TRADE BENEFITS
In a bid to make cooperation with the United States and Britain more attractive, the Bush administration was said to be readying a package of trade benefits for Pakistan and other key allies in the hunt for bin Laden, congressional sources said on Friday.
The measures, most of which would not require congressional approval, would remove hurdles to accessing the U.S. market, particularly for textile and apparel products.
The White House has also ordered $320 million in urgent aid for Afghan civilians, who are facing mass starvation as millions flee ahead of possible war. The aid was part of an effort to convince Muslims around the world that the war on terrorism was not directed at them.
Rumsfeld, after leaving Uzbekistan on his way back to the United States, held brief talks in Ankara with Turkish military and political leaders, including Prime Minister Bulent Ecevit.
Finance ministers of the seven top economic powers were set on Saturday to discuss a strategy to prevent extremist groups channelling funds through the global banking system at a meeting in Washington.
U.S. Treasury Secretary Paul O'Neill said the meeting would also focus on pumping confidence into the global economy.
Ex-Afghan king to send envoys to Pakistan
By Stephanie Holmes
ROME, Oct 5 (Reuters) - Afghanistan's ex-king, taking a step towards a possible role in the future of his country, will send envoys to Pakistan to discuss a solution to the regional crisis, a senior aide said on Friday.
"We are pleased to be able to respond positively," one of the former king's closest aides, Hedayat Amin Arsala, told Reuters, when asked about a personal request from Pakistan President General Pervez Musharraf for a meeting.
"We will be sending someone soon and we hope we can explain the fact that all attempts at peace are aimed at the welfare of the people of Afghanistan and the welfare of the neighbouring countries," said Arsala, who was foreign minister in the king's government.
Musharraf's invitation to King Mohammad Zahir Shah opens the door to a possible role for the king or his entourage with a post-Taliban transitional government.
Afghanistan's ruling Taliban were dealt a potentially fatal blow on Thursday when Pakistan said it had seen enough evidence to justify an indictment over the attacks.
Pakistan was previously the leading backer of the Taliban, but Musharraf said this week that its days appeared numbered.
Musharraf asked for a meeting with envoys of the 86-year-old Zahir Shah, who has lived in exile in Italy since 1973, in a message that was delivered to him by Italian Foreign Ministry official Margherita Boniver on Thursday.
Boniver recently returned from a trip to Pakistan to review the humanitarian situation of Afghan refugees. "She took a personal message from the Pakistani President Musharraf asking for an emissary from the King to be urgently sent to Islamabad to discuss the political future of Afghanistan following the agreement reached in Rome," her office said.
The former king struck a deal on Monday with Afghanistan's main opposition force, the Northern Alliance, to set up a broad-based coalition to replace the ostracised Taliban regime in Kabul and open the way for free elections.
"We (the envoys) will explain the importance of a solution which is in accordance with the wishes of the people of Afghanistan, free of external interference and the significance of that goal basically for the whole region," Arsala said.
The looming power vacuum has pushed Zahir Shah into the limelight, with Western politicians saying that only he had enough authority to unite his disparate people.
The last few weeks have seen a flurry of political manoeuvring focusing on a role for the ailing 86-year-old former Afghan king, dismissed by the Taliban as a "puppet of America." He has ruled out a restoration of the monarchy but has offered to play a role in establishing a new administration.
Zahir Shah for closer ties with Pakistan
Frontier Post 10/5/2001
Rome (PPI): The former Afghan monarch Zahir Shah has laid stress on close relations with Pakistan.His statement came at a time when despite its strong opposition to transfer of power to the Northern Alliance, Islamabad has demanded start of talks with the former king and invited him to send an envoy to Pakistan.
Sardar Abdul Wali, a close aide and son-in-law of Zahir Shah while stressing the need for having close ties with Pakistan strongly dismissed the speculations as if they have reached an agreement on power sharing with the Northern Alliance.
Sardar Wali said that this issue is baseless. He said the issue is not that of power sharing rather all the existing formations should get united to serve Afghanistan.
There is dire need for unity in this regard, he added. About Pakistan Government's invitation to visit Islamabad Sardar Wali said that they have come to know about the issue through the press.
He said, "we have not yet received any formal or official invitation. We would see as to what shape it adopts in future," he added. He said, "our policy is to have good relations with Pakistan. He said that they would thoroughly study the invitation when they received it.
Ex-King of Afghanistan Vows to Return Home
Friday, October 05, 2001 7:23 AM EST
Rome, Oct 5, 2001 (Xinhua via COMTEX) -- Zahir Shah, the 86-year-old former king of Afghanistan, vowed Friday to return to his homeland and help restore peace to the country.
The former Afghan monarch said that he wanted to return "as soon as possible" to Afghanistan, which is now under threat of U.S.military action.
"I have always believed I could be useful to my country... I want to create conditions which will enable the Afghan people to freely decide on their future," he told the daily Il Giornale in an interview.
"The Afghan people are not responsible for these terrible acts, but rather they are victims of terrorism. One of my desires is to give back to my people the possibility of freely choosing their future without foreign interference," Shah told Il Giornale.
"If Afghanistan is given back to its people, then the world can be sure that there will be no further place for terrorists or foreign organizations in the country," Shah said.
Referring to his recent talks with representatives of the Northern Alliance, a loose network of ethnic minorities which has been seeking to oust the Taliban, Shah said, "We are trying to create a body to unite the Afghan population and work for its liberty and national unity. All those who want this are invited to make their contributions."
The ousted former Afghan ruler did not rule out a place for the Taliban in the future government, saying, "The future Afghan government will be chosen by the people and the Taliban are part of the people."
On Monday, Shah and Northern Alliance representatives reached an agreement on plans to form a government-in-exile.
The two sides agreed to convene a Loya Jirga, or grand council of leaders of all the country's ethnic and tribal groups, to discuss the ousting of the Taliban and the setting up of a moderate government in Kabul.
The United States is building up forces for a possible attack on Afghanistan's ruling Taliban, accused of sheltering Islamic militant Osama bin Laden whom America believes masterminded the September 11 terrorist attacks on New York and Washington.
Shah has been living in exile in Rome since he was deposed in 1973.
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LONDON: The Americans and a key NATO ally, possibly Britain, are pressing much of Europe to support plans for a "post-Taliban Afghanistan" governed by its 86-year-old exiled king Zahir Shah and a UN-led interim administration.
The revelations, which figure in The Guardian newspaper, quote secret diplomatic documents to say the US "is bent on force to evict the Taliban from power" and will not stop at finding Osama bin Laden and destroying his training camps. The documents quote the US administration as canvassing the views of the allies after "the liberation" of Afghanistan.
In a BBC interview, British Foreign Secretary Jack Straw refused to discuss "secret memos", but confirmed that the coalition of nations engaged in "the war on terrorism" were keen to ensure Afghanistan had a proper government. The king, who was overthrown in 1973, is said to have already told the Italian authorities that he is willing to fill the void if the Taliban is toppled.
Reports say he plans to call on the Afghan tribes to rise up against the Taliban. Three days ago, he pleaded with his countrymen far away to "rescue themselves" by renouncing terrorism. He has said he wants to be a head of state until free elections are held in Afghanistan. The paper says the king is one of the "planks" of American "strategy to depose the Taliban regime (which) is based on more than military thinking".
Analysts say the revelations are typical of superpower foreign policy, which has something of a record in creating well-funded puppet administrations that later bedevil the region.
The pundits add, Washington does seem to be altering the script this time because they want the Europeans to agree to plans to offer a key role to the UN. This may indicate "a major change of US policy," say some European diplomats, indicating the broadness of the coalition being assembled by the Americans and the British.
Reports say that Washington is paying for and organising the visit to Rome of several members of the Northern Alliance, the Taliban opposition forces, for talks with Zahir Shah.
Meanwhile, in the clearest indication yet that the American coalition will be the broadest possible, Britain has emerged as the channel of communication between the US and Iran.
Straw has announced a hasty and unscheduled visit to Teheran early next week, the first such high-level contact between Iran and Britain since the 1979 Islamic Revolution.
On Friday, the British prime minister was shoring up support for the Americans at a special crisis meeting of all 15 European Union leaders in Brussels. (NNI)
- Article added at 12:44 AM (CST) on 9/23/2001.
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ISLAMABAD (Agencies): Hamid Karzai, the representative of the former Afghan monarch, Zahir Shah has said that efforts are being made to convene a Loya Jirga inside Afghanistan so that the people of Afghanistan could exercise their right of self-determination and decide the future system of the country." So far as the issue of international support to our effort for convening traditional Loya Jirga inside Afghanistan is concerned, this question is still not clear.
Some people question about the slow pace of the process and demand that it should be expedited. We do realize it. Afghanistan is a war-ravaged country and despite the existing problems, we succeeded in making the world community realize the Loya Jirga as an historic tradition of Afghanistan besides seeking support for it" Hamid Karzai told BBC in an interview.
" The convening of Loya Jirga inside Afghanistan demands some other requirements like the consent of the Taliban and the United Front. There is also need of ending of the inference of the neighbouring countries in Afghanistan. Such efforts are also underway. It is imperative for the holding of Loya Jirga in Afghanistan that the neighbouring countries, which are interfering in Afghanistan must stop it.
The neighbouring countries should be convinced that Loya Jirga is in their benefit and interests as well" he added. He said their delegation have visited all the neighbouring countries particularly Pakistan and Iran adding that "we have also held talks with the United Nations and other world key countries and pointed out to them that foreign interference is the real cause of the Afghan conflict and it should be stopped".
"The countries interfering in Afghanistan particularly the neighbouring countries should understand that Afghanistan would be a friendly country of all the neighbours.
It would neither oppose anyone nor would be enemy of anybody. Peace in Afghanistan, is no doubt, in the interests of the neighbouring countries. If this interference continues, it would have dire consequences for those neighbours who are interfering in Afghanistan. However, being the Afghans, we make it clear to particularly Iran and Pakistan that peace in Afghanistan is in their interest and war would eventually proves harmful for them" he said.
The representative of former Afghan monarch was of the view that the end of foreign interference in Afghanistan would result in resolution of the Afghan conflict. "We do not want to take control from the Taliban system or the Ulema include in the Taliban movement. The Ulema of Afghanistan are part of the Afghan society and we hold them in high esteem. We want the restoration of peace and stability in Afghanistan.
We are not opposed to the local Taliban.
Zahir Shah seeks US support for Loya Jirga
Frontier Post
Washington (Agencies): A delegation of the former Afghan monarch, Zahir Shah has held talks with the US State Department officials and National Security officials in the White House on the three-point peace plan of ex Afghan King, holding of emergency Loya Jirga and Afghanistan crisis.The member of the delegation and in-charge of Rome-based office of Zahir Shah, Dr. Zalmai Rasool told Voice of America (VOA) that they also met a number of US Congressmen.
He termed the talks useful saying they urged them to support the Loya Jirga.
Asked that only a specific side has been making hectic efforts for holding of Loya Jirga and no chance is given to the Afghan intellectuals, Zalmai Rasool said that emergency Loya Jirga is a national process and is not linked with any group, individual or party.
The national process, he said has been launched so that the people of Afghanistan could decide their fate by themselves.
He admitted that such a process could not prove fruitful without the cooperation of all the countrymen.
Dr. Zalmai Rasool also talked about the role of the women in the process and said the role of the Afghan women in socio-political life of Afghanistan and reconstruction of the country is no doubt of great significance.
He added that Afghan women have taken part in all the meetings of emergency Loya Jirga and would continue to participate.
He said that a number of Afghan women would also take part in the process of implementation of the Loya Jirga plan.
Dr. Zalmai Rasool said that if the number of the Loya Jirga member is seven hundred, more than twenty would be women.
Ex-King of Afghanistan Meets Leaders
By ELLEN KNICKMEYER
.c The Associated Press
ROME (AP) - Bowing to kiss his hand, tribal leaders and ex-ministers of a government gone for decades paid allegiance Friday to the long-deposed King of Afghanistan, the focus of an aging Afghan opposition movement in exile.
Loyalists in robes, turbans and fezzes and in European-cut suits clustered around 86-year-old ex-monarch Zahir Shah, who took up life in exile in Italy after his 1973 overthrow.
The purpose of the two-day meeting, participants said, is the eventual promotion of an alternative to the Islamic Taliban that now controls 95 percent of the Central Asian country.
``It's up to the people. We need to go back to the people, work to mobilize the Afghan people in a peaceful way, to have the opportunity to express their'' wants, Zalmai Rassoul, private secretary to the ex-king, told reporters.
Zahir Shah's 40-year reign ended with a coup by his nephew, which opened the mountain country up to three decades of conflict.
The overthrow led to the eventual arrival of a communist government, the 1979 Soviet invasion and fighting among rival Islamic factions.
The Taliban today runs its lion share of the country as a strict religious regime, with prayer compulsory five times a day and education and outside jobs forbidden to women.
The exiles' assembly came on the same day new U.N. sanctions went into effect in Afghanistan, punishing the Taliban for failing to close suspected ``terrorist'' training camps and surrender suspected terrorist mastermind Osama bin Laden for trial.
Italian Foreign Minister Lamberto Dini, whose government sees itself as a promoter of reform in some Islamic nations, said the outside world has an interest in seeing Afghanistan change its status as an exporter of drugs and terrorism and a destabilizing regional influence.
``Afghanistan today is battered, divided and impoverished, hence, the need for the commitment of the international community,'' Dini said.
Dini welcomed the former Afghan Cabinet ministers and religious and tribal leaders - gathered from Afghanistan and points across Europe - for two days of talks in Rome. It was the third forum arranged by the king since 1999.
Zahir, speaking in comments translated into French by a cousin after decades in the country, thanked Dini for Italy's role as host to the assembly and himself.
Participants said their hope was the eventual convening of a traditional Grand Assembly of Afghan leaders in the Afghan capital of Kabul - a move now out of the question under the Taliban.
The exile figures said they were in contact with both the Taliban and with the opposition alliance in control of the tiny remainder of the country. Rassoul and others spoke of opening up a ``humanitarian corridor'' to get aid between the two areas, as one way to open up the country for change.
Friday, 19 January, 2001, 09:45 GMT
U.N. accuses Taliban of executing civilians
UNITED NATIONS, Jan 19 (Reuters) - The United Nations accused Afghanistan's Taliban fighters on Friday of killing at least 100 civilians, including humanitarian workers, suspected of supporting their enemies in central Afghanistan.
Secretary-General Kofi Annan, in a statement, deplored the killings and demanded the Taliban "take immediate steps to control their forces."
He called for a "prompt investigation," and urged that those responsible be brought to justice."
Afghan Taleban rejects massacre charge by U.N.
KABUL, Jan 21 (Reuters) - The ruling Taleban movement on Sunday rejected a charge by U.N. Secretary-General Kofi Annan that its forces had executed at least 100 civilians after recapturing an area of central Afghanistan early this month.
"It is not true," Taleban Information Minister Qudratullah Jamal told reporters about Annan's allegation on Friday.
"Why should we kill our own nationals?" he asked.
Jamal called Annan's statement "another propaganda campaign" inspired by the north-based opposition alliance, which on Sunday also accused Taleban of receiving fresh military aid from neighbouring Pakistan in violation of new U.N. sanctions.
Reports of the killings came after the Taleban on January 7 recaptured a strategic area taken last month by Hezb-e-Wahdat forces, loyal to Northern Alliance opposition fighters.
Since then, Annan said "there have been numerous credible reports of widespread summary executions of Hazara civilians by the Taleban, who apparently accused the local population of supporting the Hezb-e-Wahdat.
"It appears more than 100 people may have been killed, including Afghan humanitarian workers," he said.
OPPOSITION ALLEGED PAKISTAN INTERVENTION
An opposition alliance statement said a number of new commando and artillery units from the Pakistan army had been deployed in northern Afghanistan since last week for a possible attack on opposition forces.
No comment from the Taleban or Pakistan was immediately available on the charge, which came two days after tougher new U.N. Security Council sanctions, including an arms embargo, went into force against Taleban for the Islamic movement's refusal to hand over Saudi guerrilla chief Osama bin Laden.
Pakistan has denied similar charges by the anti-Taleban alliance and has said it will abide by the U.N. sanctions even though it does not agree with them.
"The current surge in Pakistani military involvement in Afghanistan...scoffs at the U.N. Security Council resolution, which has called for a halt to foreign intervention in Afghanistan," the alliance statement said.
It said the new military aid arrived after a meeting of some 30 Islamic groups in Pakistan early this month voiced support for the Taleban in confronting the U.N. sanctions.
Main opposition commander Ahmad Shah Masood also told Reuters that more than 2,000 Pakistani fighters had arrived in Afghanistan and had been deployed in the northern provinces of Kunduz and Takhar to launch a major attack on his forces.
He said the United Nations must devise a mechanism to monitor shipments of arms and fighters to Taleban from Pakistan. "It has a big responsibility to fulfil by putting pressure on Pakistan, otherwise the sanctions will mean nothing," he said.
Pakistan is one of only three states that recognise the Taleban government, which controls 95 percent of Afghanistan.
Anti-Taleban forces are based mostly in northeastern Afghanistan but have pockets in central and northern areas, from where they launch hit-and-run operations.
One U.N. Afghan staff member was missing.
Reports of the killings came after the Taliban on Jan. 7 recaptured the Yakawlang area of Hazarajat in central Afghanistan. The area had been taken by Hezb-e-Wahdat forces, loyal to Northern Alliance opposition fighters, on Dec. 20.
Since then, Annan said "there have been numerous credible reports of widespread summary executions of Hazara civilians by the Taliban, who apparently accused the local population of supporting the Hezb-e-Wahdat.
"It appears more than 100 people may have been killed, including Afghan humanitarian workers," he said.
The secretary-general called this "only the latest tragedy to befall the Hazaras," a largely Shi'ite ethnic group that has traditionally been the most disadvantaged in Afghanistan.
"These reported killings have led to massive displacement and to the increased suffering of a population who have already been badly affected by the drought and are now at great risk from sub-zero temperatures and hunger," Annan said.
Anti-Taliban forces are based mostly in northeastern Afghanistan but have pockets of resistance in central and northern areas, from where they launch hit and run operations.
The region's mainly Shi'ite population opposes the Taliban, which draws its strength from the majority Sunni sect of Islam.
Fundamentalist Taliban fighters captured Kabul, the capital in Sept. 1996 and now control 90 percent of the country.
The Northern Alliance, Led by Gen. Ahmed Shah Massoud, a former Afghan defense minister, controls a swath of land near Tajikistan. Its government is recognized by the United Nations while only Pakistan, Saudi Arabia and the United Arab Emirates have diplomatic ties with the Taliban.
The option of Zahir Shah 
Frontier Post-Articles
By Dr. Jassim Taqui
1/8/2001
Having failed to resolve the Afghan issue, the main players in?Afghanistan have given a green signal to the former king of? Afghanistan , Zahir Shah to try his luck.
The King is living in exile in Italy .
He has seen his country in a state of complete collapse and? disintegration due to the rigid policies pursued by the Afghan warring? ?factions and their foreign masters.
? Hence, the king decided to try his luck by returning to his homeland as head of a supreme council of tribal elders to guide the country to peace.
Bu the fact remains that there is a strong lobby behind the king.
He is supported by the European? Union and the United States since there is a perception that he? ?represents the moderate trend in Afghanistan and can bring sanity to? the politics in Afghanistan.
The 84-year-old former monarch fled abroad after a 1973 military coup by? his cousin, who declared a republic.
Zahir Shah now lives in a villa near Rome, but despite his long years in exile, he is still revered by? many of his old subjects.
His reign of almost 40 years was seen as a? period of unprecedented peace and prosperity for Afghanistan, while war in one form or another has now raged there for more than two decades.
The current hard-line Islamist regime of the Taliban, which controls? much of the country, has earned the wrath of the West for harbouring Osama bin Laden, the wealthy Saudi Arabian terrorist suspected of? masterminding several bombings of American targets.
United Nations? imposed sanctions on Afghanistan in 1999 and 2000 in a bid to tame the? Taliban.
Many, however, believe that the sanctions mean that an American green signal to rep[lace the regime of Taliban with another regime.
Under the circumstances, the regime of King Zahir Shah or any? administration recommended by him, might be the perfect answer.
However, despite discontent within Taliban ranks, the movement's fundamentalist leadership would not take kindly to the return of a monarch with a liberal reputation. American and Russian officials agreed recently to impose further sanctions on the Taliban regime.
There is also coordination among the Indians, Russians and Iran to replace Taliban with the Northern Alliance. Signs have emerged from within Afghanistan, meanwhile, that? the people in Afghanistan are fed up with the war.
They want peace. They aspire to rebuild their country to face the challenge of? poverty, drought and instability.
This trend can also be seen among the followers of Talibanwho are increasingly dissatisfied with warlords? including Mullah Mohammad Omar, their reclusive leader.
The war lords? are now increasingly isolated. They are living in a world of dreams and visions.
Hence, the option of King Zahir Shah seems to be an? important step to stop the fragmentation of Taliban and the? subsequent all-out war by convening a meeting of Loya Jirga, or supreme council.
The former monarch was quoted recently as saying that he wanted to die in his country.
He has been quietly gathering support for his return,? convening a large tribal gathering in Rome and sending emissaries to? Afghanistan and neighbouring states.
Royal delegations have also visited? Washington, Brussels and Tokyo, and have received promises of support and aid.
Many of the tribesmen at the four-day meeting had known the? scholarly king personally, and greeted their former ruler with great? affection.
Zahir Shah's plan to establish a government is, however, opposed by Iran? and Pakistan.
In a new version of the Great Game - in which Britain and Russia tussled over Central Asia in the 19th century - the two? neighbours of Afghanistan have been engaged in behind-the-scenes? power-brokering.
After the Rome talks, Iran convened a secret meeting in Cyprus of mainly? expatriate Afghans to discuss a Teheran-backed Loya Jirga.
Soon afterwards, Pakistan sent an emissary into Afghanistan to gather support? for a peace initiative. The Iranians fear that a return of the king may stir monarchism within their own country.
This could be the beginning of the end of the rule of mullahs in Iran. Therefore, the Iranian mullahs prefer the civil war? in Afghanistan over the return of King Zahir Shah to Afghanistan.
Pakistan suspects the credential of King Zahir Shah due to his Indian? connection.
Also King Zahir Shah is very close to the Russians, who? could use him to ensure the end of the primacy of Pakistan in Afghanistan.
In the past two months Zahir Shah's emissaries have visited Russia,? Iran, Pakistan and neighbouring Central Asian republics. A delegation also visited commanders from Afghanistan's opposition, where they? received guarded promises of support.
They also met Taliban leaders in the second city of Kandahar, although Mullah Omar is not thought to have? ?been present.
Zahir Shah's aides hope to counter opposition from the Taliban? leadership by providing key roles within their planned Loya Jirga for? Mullah Omar and the opposition warlords.
They are also hoping for support from disgruntled factions within the Taliban and from ordinary? Afghans weary of war.
Loya Jirgas have been convened throughout Afghan history to decide matters of national importance. Consisting of hundreds of tribal elders and influential figures, their decisions are absolute.
Historians say that, for a Loya Jirga to succeed, it must be convened by someone of authority.
The biggest problem in Afghanistan is that no one trusts anyone. At the? moment, the logic of the gun prevails.
There's no moral leadership.
Zahir Shah's supporters believe that only he commands the necessary? support and moral authority to unify Afghanistan's warring factions and? pave the way for the return of the country's three million refugees.
Afghan Taleban say no need for ex-king's peace plan
KABUL, Nov 20 (Reuters) - Afghanistan's ruling Taleban movement on Monday dismissed the need for a peace plan proposed by former king Zahir Shah to end the country's civil war.
The opposition alliance last week backed the proposal to call Loya Jirga, or a grand council of elders, to broker peace between the Taleban and its foes, led by commander Ahmed Shah Masood.
The Loya Jirga is a collection of Afghan leaders, representing most of society and includes tribal leaders, Islamic clerics, intellectuals and landlords.
"There is no need for the convocation of the Loya Jirga as proposed by the ex-king," said Taleban's information minister, Qudratullah Jamal.
"The time of forming the Jirga has elapsed. Zahir Shah failed to do anything for the Afghans who had pinned hope on him as a leader during the crisis time," Jamal said, referring to the 10-year Soviet occupation of Afghanistan in the 1980s and the factional fighting that followed it.
A delegation of the former king, who lives in Rome in exile since his ouster in 1973, is currently touring the region to drum up support for the plan.
Meanwhile, the Taleban's supreme leader, Mullah Mohammad Omar, has ordered the release of 137 opposition prisoners to mark the Muslim fasting month of Ramadan.
Jamal said the prisoners belonging to a Shi'ite faction were set free from the notorious Pul-i-Charkhi jail in Kabul on Monday.
Tajikistan backs convening Afghan assembly
DUSHANBE, Nov 18 (UPI) -- Tajikistan Saturday threw its support behind the call by deposed King Mohammad Zahir Shah of Afghanistan to convene a loya jirgah (national assembly) to reach a political settlement of the war in Afghanistan, the Russian news agency Itar-Tass reported.
Foreign Minister Talbak Nazarov said his country seeks a political solution to the Afghan crisis and would welcome any peace initiatives, including those coming from Zahir Shah. The last Afghan king, who lives in Italy, has proposed convening a Loya Jirgah made up of representatives from all strata of Afghan society.
As a provisional representative body, it could elect a new president within three years and set the date for parliamentary elections. Nazarov discussed the proposal in a meeting with the monarch's personal envoy, Zulmay Rasul, in Dushanbe late on Friday, diplomatic sources said on Saturday. Rasul said he had met Afghanistan's deposed but internationally recognized president, Burhanuddin Rabbani, and the Northen Alliance military leader, Ahmad Shah Mas'ud, before coming to Dushanbe.
Both already supported Zahir Shah's proposal. Leaders of the Taliban, the Islamic extremists who have conquered most of Afghanistan, believe convening a national assembly now was impossible because of the continuing fighting with the Northern Alliance, Rasul said. Rasul plans to visit Russia, Iran, China, Turkmenistan and Saudi Arabia, which, along with Pakistan and the United Arab Emirates, recognizes the Taliban regime, before year's end.
Afghans' ex-king seeks return from exile to end war
ZAHIR SHAH, Nov 19 (Daily Telegraph) -- The former King of Afghanistan who lives in exile in Italy, wants to return to his homeland as head of a supreme council of tribal elders to guide the country to peace.
The plan, which is supported by the European Union, is being hailed by Western diplomats working in the region as the only likely means of bringing stability to the warring country. The 84-year-old former monarch fled abroad after a 1973 military coup by his cousin, who declared a republic. Zahir Shah now lives in a villa near Rome, but despite his long years in exile, he is still revered by many of his old subjects.
His reign of almost 40 years was seen as a period of unprecedented peace and prosperity for Afghanistan, while war in one form or another has now raged there for more than two decades. The current hard-line Islamist regime of the Taliban, which controls much of the country, has earned the wrath of the West for harbouring Osama bin Laden, the wealthy Saudi Arabian terrorist suspected of masterminding several bombings of American targets.
United Nations sanctions were imposed last year and Washington would like to see the regime replaced. However, despite discontent within Taliban ranks, the movement's fundamentalist leadership would not take kindly to the return of a monarch with a liberal reputation. American and Russian officials met recently to discuss imposing further sanctions on the Taliban regime, which is recognised by only Pakistan, Saudi Arabia and the United Arab Emirates.
Signs have emerged from within Afghanistan, meanwhile, that the mullahs' movement may be fragmenting. Many Taliban followers are said to be increasingly dissatisfied with Mullah Mohammad Omar, their reclusive leader, and quietly favour the ex-king's return.
One Western diplomat said: "I would say that 95 per cent of Afghans support his return, including many Taliban. Mullah Omar is increasingly isolated and now lives in a world of dreams and visions. If the Taliban fragments there will be all-out war." The envoy regarded the ex-king's plan for a Loya Jirga, or supreme council, as "the only real solution".
The former monarch was quoted recently as saying that he wanted to die in his country. He has been quietly gathering support for his return, convening a large tribal gathering in Rome and sending emissaries to Afghanistan and neighbouring states. Royal delegations have also visited Washington, Brussels and Tokyo, and have received promises of support and aid.
The Rome talks were a success. Many of the tribesmen at the four-day meeting had known the scholarly king personally, and greeted their former ruler with great affection. Zalmai Rassoul, the ex-king's private secretary said: "It was very emotional. He was overwhelmed. He said, 'I thought they'd forgotten me'."
Zahir Shah's plan to establish a government is, however, opposed by Iran and Pakistan. In a new version of the Great Game - in which Britain and Russia tussled over Central Asia in the 19th century - the two neighbours of Afghanistan have been engaged in behind-the-scenes power-brokering.
After the Rome talks, Iran convened a secret meeting in Cyprus of mainly expatriate Afghans to discuss a Teheran-backed Loya Jirga. Soon afterwards, Pakistan sent an emissary into Afghanistan to gather support for a peace initiative. A Western envoy in Islamabad said:"The Iranians fear that a return of the king may stir monarchism within their own country. Pakistan also doesn't want to see a moderate regime that conflicts with their objectives."
In the past two months Zahir Shah's emissaries have visited Russia, Iran, Pakistan and neighbouring Central Asian republics. A delegation also visited commanders from Afghanistan's opposition, where they received guarded promises of support. They also met Taliban leaders in the second city of Kandahar, although Mullah Omar is not thought to have been present.
Zahir Shah's aides hope to counter opposition from the Taliban leadership by providing key roles within their planned Loya Jirga for Mullah Omar and the opposition warlords. They are also hoping for support from disgruntled factions within the Taliban and from ordinary Afghans weary of war.
Loya Jirgas have been convened throughout Afghan history to decide matters of national importance. Consisting of hundreds of tribal elders and influential figures, their decisions are absolute. Historians say that, for a Loya Jirga to succeed, it must be convened by someone of authority. Dr Rassoul, Zahir Shah's secretary said: "The biggest problem in Afghanistan is that no one trusts anyone. At the moment, the logic of the gun prevails. There's no moral leadership."
Zahir Shah's supporters believe that only he commands the necessary support and moral authority to unify Afghanistan's warring factions and pave the way for the return of the country's three million refugees.
Dr Rassoul, who is also the former king's physician, says Zahir Shah is in good health for his age. The doctor believes that the peace plan will now unfold quickly. He said: "In Afghanistan, power comes and power goes, but the will of the people always prevails in the end. The Afghan problem isn't easy, but there's a dynamic for peace. We need to put something on the table."
Former Afghan king's envoys visit Uzbekistan, Tajikistan
BBC Monitoring Service - United Kingdom; Nov 15, 2000
A delegation of the former Afghan king, Mohammad Zaher, has arrived in the region. The delegation had visited Uzbekistan and had talks with the country's authorities and on Tuesday [14th November] arrived in Tajikistan for talks with Tajik officials on the Afghan problem.
Our correspondent, Rahmatkarim Davlat, interviewed the head of the delegation, [director of the king's Rome office] Dr Zalmai Rassoul. He said the following on the aims of his visit:
[Raasoul] At the decision of the decision-making council of the Loya Jerga [Grand Assembly] movement, we paid a series of visits to Central Asian and other neighbouring countries to discuss issues relating to convening an extraordinary Loya Jerga in the past and now we have started a new round of visits to these countries.
First, we visited Uzbekistan and now we have arrived in Tajikistan. Our visit to Uzbekistan was a very positive and successful one. We will go to Afghanistan soon to meet senior officials of the United Islamic Front [for the Salvation of Afghanistan]. Then we will come back to Tajikistan and, God willing, after meeting relevant Tajik officials, we will leave for Rome.
[Q] Could you, please, tell about the meetings you had in Tashkent and their results?
[A] We had a meeting with Uzbek Foreign Minister [Abdulaziz Komilov] and told him about the purpose of the Joya Jirga. We said that a durable and just peace will come to Afghanistan only when the idea enjoys support of the majority of the Afghan people. They [Uzbek officials] had a positive view on the subject and the talks were also positive.
[Q] Are you going to meet Taleban officials as well?
[A] In August we visited Kandahar [southern Afghanistan] and had talks with the Taleban. Now we want to meet UIFSA officials to explain them why an extraordinary Loya Jirga should be convened and to ask them for cooperation.
[Q] The UIFSA has accepted your proposal to convene a Loya Jirga, at the same time they say that they cannot agree with certain points of the proposal. What do you think about this?
[A] We have not yet had official meetings with UIFSA officials and now we want to meet them and explain the goal of the Loya Jerga [two words indistinct]. We are proposing to call an extraordinary Loya Jirga because it will give the majority of the Afghan people time to decide their destiny.
Source: Voice of the Islamic Republic of Iran, Mashhad, in Persian 0130 gmt 15 Nov ----
Afghan ex-king envoys meet anti-Taleban leaders
KABUL, Nov 14 (Reuters) - Envoys for former Afghan king Zahir Shah met anti-Taleban leaders on Tuesday to try to muster support for their peace proposal to end the country's long civil war.
The envoys met opposition leaders in the remote northeast town of Faizabad and began discussions on calling a Loya Jirga, or a grand council of elders, an opposition official said.
The Loya Jirga is a collection of Afghan leaders, representing most of society such as the tribal leaders, Islamic clerics, intellectuals and landlords.
It is an old way of choosing a leader in Afghanistan and is also used for settling critical disputes.
The team is trying to persuade the Taleban and its rivals led by ousted president Burhanuddin Rabbani to allow the exiled king to play a role to end the unresolved war and summon the Jirga.
Zahir Shah, the 84-year-old king who ruled Afghanistan for 40 years, lives in Rome. He was ousted from power in 1973.
"They spoke about their plan and said that they want to bring together, inside the country, delegates of all Afghan people to decide about the Jirga and for bringing peace," Dr Abdullah, senior opposition spokesman, told Reuters by a satellite phone.
"We told them that we support their effort if that can bring peace to Afghanistan," he said.
The team is also expected to meet the Taleban leaders -- comprising mostly of ethnic Pashtuns -- to discuss the Loya Jirga proposal, a tradition of Afghanistan's Pashtun majority.
There was no immediate comment from the Taleban as to whether it would co-operate with the former monarch on his peace plan.
The Taleban control more than 95 percent of the Afghan territory and the opposition, led by commander Ahmed Shah Masood, the rest of the war-ravaged country.
All efforts by the United Nations and other initiatives have failed to end factional fighting that has continued even after the Soviet troops pullout in 1989.
The United Nations special envoy to Afghanistan, Francesc Vendrell, announced this month that the two warring sides have agreed in writing to hold peace talks.
But the spokesmen of both sides at the time played down the significance of such talks.
Uzbekistan accords warm welcome to Loya Jirga team
TASHKENT (NNI): The Central Asian Republic of Uzbekistan has accorded warm welcome to the visiting delegation of the former Afghan monarch Zahir Shah seeking support for the Loya Jirga.
The delegation headed by former Afghan Deputy Foreign Minister Hamid Karzai met the Uzbek Foreign Minister Kamilov and sought Tashkent support for the proposed Loya Jiga (grand assembly)
The delegation is visiting the region to muster support for the emergency Loya Jirga and intends to visit Iran and Tajikistan besides meeting the Afghan warring factions.
"The Uzbek officials told us that they are ready for talks with all the Afghan groups. They called for a peaceful solution to the Afghan conflict. They also laid stress on independence and territorial integrity of Afghanistan. They also called for good and brotherly relations with Afghanistan." Karzai told the BBC.
Taliban had stated that situation was not conductive for the Loya Jirga. A member of the Northern Alliance, Abdul Rab Rasool Sayyaf has also said that the Loya Jirga would not be acceptable if imposed from abroad.
However, Karzai said that the Uzbek officials were of the view that the people of Afghanistan are to decide their fate. They said that Uzbekistan would respect whatever system is formed through the will and wishes of the people of that country.
He said that the Afghan people consider Uzbekistan as their neighbouring country having decades old cultural relations with them. Uzbekistan is a key neighbour in north of Afghanistan and their support to peace in Afghanistan is very important.
"We held talks with them on this issue. We tried to seek their support because Uzbekistan is an important state in North of Afghanistan. Its positive stand on Afghanistan is of great importance," Karzai said.
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ISLAMABAD (NNI): Representatives of ex-Afghan monarch Zahir Shah Sunday left for Rome to brief Zahir Shah about their first ever talks in Afghanistan with the ruling Taliban over the proposed Loya Jirga (grand assembly) to try to end the civil war, an organizer of the Jirga said.
"Taliban have told the team that they respect the Loya Jirga as a national institution but convening of the Jirga at present is not practically possible," Hamid Karzai, former Afghan deputy foreign minister said.
Zahir Shahs spokesman, Rasul Amin, who is also head of his office in Rome, headed the team in talks with senior Taliban leaders in southern Kandahar. They met Taliban Foreign Minister Maulvi Wakil Ahmed Mutawakil and Governor Kandahar Maulvi Mohammad Hasan.
The former monarch has been living in exile in Rome since 1973 after he was toppled by his cousin, Mohammad Daud, in a court coup. Zahir Shah has sent his envoys around the world to seek support for a peaceful solution to the Afghan conflict through the convening of a traditional Loya Jirga, or assembly of tribal chiefs and other notables.
Taliban were early strongly opposed to the Jirga process and were of the view that the former King had no role in Afghan affairs. It was the first time that the former Afghan monarch has sent a delegation to Afghanistan in five years.
"We continue our efforts for the peaceful settlement of the Afghan conflict and will shortly send another delegation to the anti-Taliban alliance United Front to discuss the Jirga process," Karzai said.
The northern-based opposition groups headed by the ex-defence minister Ahmad Shah Masood are the last obstacles to the Taliban taking full control of the country. Taliban dislodged Masood from the capital Kabul in 1996.
Zahir Shah constituted a number of teams for talks with various countries to seek support for the proposed Loya Jirga to involve Afghans in determining the future set up in the war-torn country.
The Jirga team visited Kandahar amidst fierce fighting in the northern Takhar province.
Karzai said the team explained the Jirga process as a mean of promoting peace process in the war-shattered Afghanistan to seek Taliban support. "Peace is in the interest not only the people of Afghanistan but Pakistan and the region as well. The international community shares our vision about the Loya Jirga, peace in Afghanistan and tranquilly and progress in the region," he said.
Replying to a question Mr. Karzai said that the proposed Jirga would be convened inside Afghanistan so that it has real representation of the people of Afghanistan.
He dispelled the impression that the former King is vying for any office but said he (Zahir Shah) only wants peace in the war-ravaged country to end the sufferings of Afghans. He said the Jirga organizers have almost completed 70 per cent of their work by visiting various countries. "We are fully satisfied with the response we have received abroad as well as inside Afghanistan," he said. He said delegations will also be sent to Iran and several other regional countries.
Replying to a question about the international community response to the Zahir Shahs peace initiative, Karzai said there is a global realization that Afghan issue must be settled peacefully and the Loya Jirga process is an appropriate way to achieve the goal.
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ISLAMABAD (NNI): A team of the former Afghan King Zahir Shah concluded talks with Taliban on the Loya Jirga (Grand Assembly) and Thursday returned to Islamabad, an organizer of the Jirga said.
The three-member delegation held talks with Taliban leaders in Kandahar on the Jirga process to find out a peaceful settlement to the long-running Afghan conflict, Hamid Kkarzai, former Afghan Deputy Foreign Minister said.
Zahir Shah, who has been living in exile in Rome for years, constituted a number of teams for talks with various countries to seek support for the proposed Loya Jirga to involve Afghans in determining the future set up in the war-torn country.
Another delegation will shortly be sent for talks with the United Front for the same purpose. The delegation for talks with Taliban comprised Dr. Zamay Rasool, Abdur Rahman Ashraf and Ahmed Musa.
Taliban were early strongly opposed to the Jirga process and were of the view that the former King had no role in Afghan affairs. However, later Taliban agreed to receive the delegation in their headquarters.
It was the first direct contact between former Afghan king and Afghanistan ruling militia.
The Jirga team visited Kandahar amidst fierce fighting in the northern Takhar province.
A sources close the Jirga team told NNI that the delegation explained the Jirga process as a mean of promoting peace process in the war-shattered Afghanistan to seek Taliban support. "Peace is in the interest not only the people of Afghanistan but Pakistan and the region as well. The international community shares our vision about the Loya Jirga, peace in Afghanistan and tranquilly and progress in the region," he said.
The organizers say the proposed Jirga would be convened inside Afghanistan so that it has real representation of the people of Afghanistan.
The Jirga organizers have almost completed 70 per cent of their work by visiting various countries. Different teams have visited the United States, some European and Pakistan. Delegations will also be sent to Iran and several other regional countries.
Zahirs delegation due in Afghanistan next week
ISLAMABAD (NNI): A delegation of the former Afghan monarch Zahir Shah will visit Afghanistan within next three days to hold talks with the Taliban and opposition northern alliance on the possibilities of holding emergency Loya Jirga, reports Radio Tehran.
Quoting well informed Afghan source, the radio said that former Afghan King will send a delegation to Afghanistan by August 8. The in-charge of Zahir Shahs office in Rome, Zalmay Rasool also confirmed the report.
The Rome peace process had recently sent delegations to the US, United Nations, Pakistan and other countries to exchange views with the leaders of these countries regarding solution of the Afghan problem. The United States has announced its support to the Rome Peace Process.
BBC's Interview With Hamid Karzai
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| 26.10 .2001 | Zürich |
ISLAMABAD - Die in Afghanistan herrschende Taliban-Miliz hat eigenen Angaben zufolge einen Kommandanten der oppositionellen Nordallianz gefangen genommen.
Derweil wurden zwei Mädchen bei den US-Luftangriffen in einem Dorf nahe der Haupstadt Kabul getötet.
Nach zwei Tagen Belagerung seien Kommandant Abdul Hak und vier seiner Gefolgsleute in der Nacht zum Freitag in der Stadt Asro in der östlichen Provinz Logar gefasst worden, sagte ein Taliban- Sprecher der afghanischen Nachrichtenagentur AIP.
Die US-Armee habe vergeblich Kampfhelikopter eingesetzt, um die Gefangennahme zu verhindern. 50 Anhänger Haks seien von den Truppen der Taliban umzingelt. Unter ihnen seien drei "verdächtige Ausländer".
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Hak habe die Amerikaner per Satellitentelefon um Hilfe gerufen, sagte der Taliban-Sprecher weiter. US-Flugzeuge hätten die Region bombardiert; zwei Taliban-Soldaten seien verletzt und ein Geländewagen zerstört worden. Als Hak auf einem Pferd versuchte zu fliehen, sei er gefangen genommen worden. Die Taliban werten die Gefangennahme des Kommandeurs als "wichtigen Erfolg", meldete AIP. |
Abdul Haq |
Hak, ein Paschtune, gilt als einer der Helden im Krieg gegen die sowjetischen Truppen von 1979 bis 1989. Er war damals im Teenager- Alter. In den 90-er Jahren baute er eine Import-Export-Firma in der Golfregion auf und lebte in London. Er hatte sich den USA als Verbündeter im Kampf gegen die Taliban angeboten.
| 28.10 .2001 | Netzzeitung |
Truppen der Taliban und der Nordallianz lieferten sich unterdessen im Norden des Landes erbitterte Gefechte. Das teilten die Behörden im tadschikischen Duschanbe mit. Umkämpft war demnach das Gebiet Kundus nahe der strategisch wichtigen Stadt Masar-i-Scharif.
Ermordeter Milizenführer beerdigt
Der von den Taliban exekutierte oppositionelle Milizenführer Abdul Hak wurde in Afghanistan beerdigt. Das bestätigte die afghanische Nachrichtenagentur AIP. Mit einem weiteren hingerichteten Kommandeur sei Hak in seinem Heimatdorf nahe Dschalalabad im Westen Afghanistans beigesetzt worden.
Am Samstag hatten die Taliban zunächst angekündigt, Hak solle in der pakistanischen Grenzstadt Peshawar zu Grabe getragen werden. Dort sind bereits seine Frau und sein Kind beerdigt, wie vor zwei Jahren ermordet wurden.
Vorwürfe gegen USA
Hak wollte offenbar eine breite Allianz gegen die Taliban ins Leben rufen. Alle Gesprächen mit den Taliban seien bisher ohne Ergebnis geblieben, sagte Hak wenige Tage vor seinem Tod dem US-Magazin «Newsweek». Er habe versucht, Taliban-Kommandeure dazu zu bringen, mit der Opposition zu kooperieren, heißt es weiter in der aktuellen Ausgabe des Magazins.
Hak kritisierte zugleich die Luftangriffe der westlichen Allianz.
Er habe Washington vergeblich zu überzeugen versucht, von der Militäraktion abzurücken. Die USA hätten aber unbedingt die Öffentlichkeit zufrieden stellen wollen.
Friday October 26 9:25 AM ET
Taliban Says They've Executed Haq
By KATHY GANNON, Associated Press Writer
KABUL, Afghanistan (AP) - Afghan opposition figure
Abdul Haq was captured after slipping into Afghanistan
and executed by the Taliban for treason, the Taliban's
Bakhtar news agency reported Friday.
Haq, a guerrilla leader in the war against the
Soviets, had gone to Afghanistan with peace proposals
on behalf of former king Mohammad Zaher Shah, an aide
to the former monarch said in Rome.
``Commander Haq was on a mission for peace, not for
war. He was not going to fight anyone but to talk to
tribal elders to inform them about the peace
initiative of his majesty, the king,'' said the
spokesman, Hamid Sidiq.
The United States and other Western countries have
urged the former king to play a major role in forming
a government to replace the Taliban.
In a dispatch Friday, Bakhtar said Haq was captured
early Friday after villagers in Logar province, some
30 miles east of Kabul, tipped off Taliban
intelligence to his whereabouts.
A firefight ensued between Haq's party and the Taliban
in which four Taliban soldiers and three civilians
were injured, the agency said. Haq was captured but
was later executed by the Taliban, who accused him of
spying for the United States and Britain, the agency
said.
Bakhtar said Haq was ``killed by the Taliban'' under a
religious decree that stipulates death for anyone
spying for Britain and the United States.
It wasn't clear how Haq was executed.
According to Bakhtar, Haq was found with two satellite
telephones, U.S. dollars and documents. The news
agency didn't say what the documents were.
``At the same time Abdul Haq was captured one jet and
two helicopters came to try to help him but they
failed,'' the agency said.
Earlier, Taliban officials told the Afghan Islamic
Press agency that Haq was captured about 20 miles
south of Kabul. Later, Bakhtar reported that Haq was
killed in a shootout. Then came the report of his
execution.
In Peshawar, Pakistan, Haq's nephew, Mohammed Yousuf,
said ``Bakhtar news agency is lying. Know that he is
alive.''
Asked how he knew his uncle was alive, he replied:
``We don't have any source but we know that he's
alive.'' He refused to give details.
The nephew said Haq went to Afghanistan six days ago
along with six or seven people, most of them his
relatives.
If the report about Haq's death is confirmed, he would
be the second key opposition figure killed in two
months. Northern alliance leader Ahmed Shah Massood
was killed in a Sept. 9 suicide bombing.
On Jan. 12, 1999, two masked men scaled a wall at
Haq's home in Peshawar, Pakistan, and killed his wife,
their 11-year-old son and the family bodyguard. Haq
was away at the time.
No one claimed responsibility for those slayings. But
many Afghan exiles and Amnesty International say
prominent Afghan exiles and their families were
targeted by the Taliban. The Taliban said their
fighters did not operate outside Afghan territory.
Coalition divided on who should rule Kabul
EVEN before America has succeeded in removing the Taliban, Afghanistan's neighbours are already jostling for power in the future government, straining the coalition and raising questions about the objectives of the military action.
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Should their priority be to overwhelm Taliban front-line forces and clear the way for the Northern Alliance to take Kabul? Or would this simply be replacing one oppressive regime with another bent on revenge?
Could they engineer a broad-based coalition, before the advance on Kabul, perhaps led by the exiled king and including "moderate" remnants of the Taliban? This would prevent any one group taking sole charge and implementing victor's justice, but many fear it is a vain hope.
Britain has been among the countries most active in seeking a post-Taliban settlement. But Jack Straw, the Foreign Secretary, was over optimistic on Monday when he declared there was already international consensus "for the first time in three decades" on the need to establish a multi-ethnic government in Afghanistan.
In Britain's view, any settlement needs to be underpinned by its neighbours. After the Soviet withdrawal in 1989, Pakistan, India, Iran, Russia, Turkey, Takjistan and Uzbekistan all fuelled the civil war by supporting their favourite Afghan warlords.
Even before September 11, the Foreign Office had convened a conference of officials from 22 countries to discuss ways of restoring stability in a country that had become a haven for terrorism and the drugs trade.
But after the upheaval of the past month, Afghanistan's neighbours are reverting to their old scheming ways.
The neighbours may pay lip service to the need for a broad-based government, but behind the scenes they are trying to ensure that their favourites dominate.
The central problem for the West is that the anti-Taliban Northern Alliance represents mainly northern minority groups, such as Uzbeks, Tajiks and Hazaras.
The Taliban, ostensibly a religious movement, draw most of their support from ethnic Pathans, who make up about 38 per cent of the country's population and are closely linked with the Pathan across the border in Pakistan.
The trick of creating a new government will be to bring acceptable Pathan into government with the Northern Alliance.
There is a growing disagreement over the future of the Taliban. Pakistan, hitherto the main backer of Mullah Omar's regime, is trying to salvage some influence for its erstwhile allies, saying that "moderate" Taliban may be persuaded to defect and join a government.
Britain and America have given some support to Pakistan's view in the conviction that President Musharraf's support is vital to the success of US military operations.
Visiting Islamabad last week, Colin Powell, the US Secretary of State, said some Taliban could be included in a future government. But the Northern Alliance's foreign minister, Abdullah Abdullah, replied: "There is no such thing as moderate Taliban."
The Northern Alliance received strong backing on Monday from its traditional ally, Russia. "The Taliban has compromised itself by working with terrorists," said President Putin, during a stop-over in Dushanbe for talks with Burhanuddin Rabbani, the leader of the Northern Alliance and president of the officially recognised government of Afghanistan.
Pledging to provide weapons to his allies, Mr Putin said Moscow's objective was "to allow the return of civilian life and to help install a state which is friendly towards its neighbours and Russia".
Iran chimed in yesterday, saying a future government must include ethnic Pathans, but not Taliban.
The West hopes that the exiled king of Afghanistan, Zahir Shah, can become a rallying for Pathans and for the country as a whole. A group of exiled Afghan Pathans in Pakistan will meet in Peshawar today to try to create an alternative Pathan force to the Taliban.
At the same time in Istanbul, Turkey was preparing to host a gathering of opposition representatives to discuss plans to call a tribal assembly to form a future government with the involvement of the Afghan monarch.
Turkey, which enjoys traditional links with Afghanistan and supports the mainly Uzbek faction led by Gen Abdul Rashid Dostum, is playing an important role in shaping Western thinking on the future of the country.
Roger Cooper, the senior Cabinet Office official dealing with the future of Afghanistan, is expected to meet Turkey's chief Afghan strategist, Aydemib Erman.
Britain and Turkey have discussed plans to deploy United Nations humanitarian workers and peace keeping troops, probably led by Turkey, in areas held by the Northern Alliance even before the overthrow of the Taliban.
This would demonstrate visible change and improvement that could encourage defectors and consolidate the rear of the Northern Alliance as it tries to advance against the Taliban.
Under conflicting pressures from coalition members, America is issuing contradictory signals about the fate of the Afghan capital, Kabul.
At first America left intact Taliban positions around Kabul, in a clear sign that it did not want the Northern Alliance to enter the city. The Northern Alliance then said it did not want to enter Kabul until a new government was formed, suggesting it was adhering to Washington's tune.
But as the US now turns its firepower on front-line forces in Kabul, the anti-Taliban forces may not be able to resist the temptation of such a prize.
In the latest initiative, Gen Musharraf yesterday called for the city to be declared a neutral zone, issuing a warning about the danger of ethnic bloodletting should Kabul fall.
He said in an interview on Monday with Lebanon's Future TV broadcast: "I am very keen there should be a political strategy crystallised, which is put in place in Afghanistan. I would go to the extent of saying Kabul should be maintained as a neutral zone and nobody should enter that."
He added: "I feel that maybe atrocities could start if at all a vacuum is filled by the Northern Alliance."
The risks of a bloodbath are real, but President Musharraf's motives are unlikely to be altruistic. Afghanistan's greatest curse through centuries has been the meddling of foreigners - Britain included - in its internecine conflicts.
| 23 October 2001: Straw unveils his blueprint for a new Afghanistan | |
| 19 October 2001: Turkey agrees to lead an international alliance-building ground force | |
| 17 October 2001: Triumph for Musharraf |
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| Russia anxious over grip on oil | |||
| Model city is warning to West | |||
| External links |
| UN High Commissioner for Refugees | |
| Afghanistan - Human Rights Watch | |
| Afghanistan urgent appeal - Islamic Relief Worldwide | |
Afghanistan - neues Spiel mit alten Karten?
Noch ist völlig unklar, welchen Verlauf die militärische Operation der USA in Afghanistan nehmen wird. Jeder Krieg birgt Risiken und Unwägbarkeiten - für diesen gilt dies ganz besonders. Und dennoch wird bereits eifrig über die Gestaltung eines Afghanistan nach den Taliban debattiert, werden Szenarien entworfen, politische Konzepte aus derSchublade geholt, aber auch Interessen formuliert und Einflusssphären abgesteckt. Begriffe wie «nation building», Demokratisierung und Pluralismus machen die Runde,über die Stationierung einer Uno-Blauhelmtruppe wird räsoniert, der Aufbau einer zivilen Übergangsregierung in Aussicht gestellt. Man reibt sich verwundert die Augen. Was anderswo - ob in Kosovo, in Bosnien, in Osttimor, in Kambodscha oder in Namibia - schon mit grossen Schwierigkeiten verbunden war, soll nun ausgerechnet in Afghanistan eine Wendung zum Besseren bringen. Die von den USA angeführte Anti-Terror- Koalition interveniert - so ein Szenario -, verjagt die Taliban, bildet unter der Vermittlung eines greisen Exil-Monarchen eine «tragfähige», weil ethnisch breit abgestützte Regierung - und schliesst in diese unter Umständen sogar «gemässigte» Taliban ein. Gleichzeitig wird mit der Zurückbindung der Nord-Allianz verhindert, dass diese in Kabul ein Machtvakuum ausfüllen kann. Alles hat rasch zu geschehen, weil das militärische Vorgehen eine unberechenbare Eigendynamik entwickeln kann und am Hindukuschsehr bald der erste Schnee fällt. Den Abertausenden von Flüchtlingen wird grosszügigeHilfe, der zukünftigen Regierung der nationalen Einheit ein Millionenbetrag zum Wiederaufbau des kriegsversehrten Landes in Aussicht gestellt. Man muss kein prononcierter Skeptiker sein, um solchen Plänen ein gehöriges Mass an Realitätsferne zu unterstellen. Weder sind in Afghanistan Strukturen vorhanden, die den Aufbau eines Staatswesens im modernen Sinn unterstützen würden, noch besitzen breite Bevölkerungsschichten ein durch historische Erfahrung wach gehaltenes nationales Bewusstsein, auf das sich bauen liesse. Fragmente früherer Verwaltungsstrukturen, Formen der Bürokratie, existieren zwarnoch in Kabul und anderen grösseren Städten. Sie stammen aus der Epoche der schwachen Herrschaftsausübung unter König Zahir Shah und aus der sowjetischen Besetzungszeit. Nie jedoch vermochten sie eine inder breiten Öffentlichkeit akzeptierte Wirkung zu entfalten, eine Form der Modernisierung auch bei der ländlichen Bevölkerung auszulösen. Das gebildete Bürgertum, noch am ehesten Träger eines «afghanischen Nationalbewusstseins», bildet seit je nur eine sehr schmale Schicht in der sonst stark archaisch, von jahrhundertealten Traditionen geprägten afghanischen Gesellschaft. Das Gros dieser Intelligenz ist vor Jahren ins Exil abgewandert, hat sich fern der Heimat eine neue Existenz aufgebaut. Ein Teil ist auch umgekommen, in Kriegen, durch Repression, auf der Flucht. Eine ganze Generationvon Afghanen schliesslich ist in Flüchtlingslagern aufgewachsen. Sie kennt ihre Heimat nur aus Erzählungen, hat nie einen Fuss auf afghanischen Boden gesetzt. Vor allem fehlt zur Bildung einer politisch tragfähigen Regierung sowohl unter den Konfliktparteien in Afghanistan als auch bei den involvierten Nachbarstaaten ein Konsens darüber, wie diese aussehen soll. Im Dunkeln liegt auch, wer die militärische Macht stellt, die dem neuen Staatsgebilde zumindest in einer Übergangsphase das Gewaltmonopol sichert. Die im Land verbliebenen Kriegsfürsten können es kaum sein: Sie haben in den letzten zehn Jahren sehr viel Eifer an den Tag gelegt, um sich in immer wieder wechselnder Zusammensetzung gegenseitig zu bekämpfen. Ihre Loyalitätensind zweckgebunden, teilweise käuflich, beruhen vor allem aber auf Clan-Strukturen und verwandtschaftlichen Beziehungen. Kriege, Besetzung, Repression, internationale Sanktionen, aber auch Naturkatastrophen wie Dürre und Erdbeben haben dasLand am Hindukusch und dessen Bevölkerung einem kontinuierlich fortschreitenden Zerfallsprozess ausgesetzt. Ob unter den sowjetischen Besatzungstruppen, unter den Mujahedin oder unter den «erwählten» Islamgelehrten der Taliban - stets waren die Afghanen Manövriermasse im Ringen um Macht und Einfluss, um Territorialbesitz und den «richtigen» Glauben. Und fast immer hatten ausländische Mächte ihre Hand im Spiel. Mit dem literarisch überhöhten «Great Game» des 19. Jahrhunderts, bei dem das britische Empire und das zaristische Russland Kartographen und Geheimdienstoffiziere in abenteuerlichen Expeditionen in die zentralasiatische Region entsandten, um Einflusssphären abzustecken, hat diese ausländische Einmischung spätestens seit demEnde der sowjetischen Besetzung Afghanistans nicht mehr viel zu tun. Nicht grosse strategische «Designs», sondern sich gleich mehrfach überschneidendeethnische, religiöse, lokal- und regionalpolitische Rivalitäten bestimmen seit dem Endedes Kalten Krieges das Schicksal Afghanistans. Sie sind von kurzfristigen, realpolitischen Überlegungen geleitet. Exemplarisch dafür ist der Aufstieg und Fall der Taliban: Das amerikanische Projekt einer Erschliessung der zentralasiatischen Erdgas- und Erdölfelder mit Pipelines quer durch Afghanistan an die Küste Pakistans zielte darauf ab, «unsichere» Regionalmächte wie Iran zu umgehen. Dazu musste Afghanistan befriedet werden, ein Mindestmass an politischer Stabilität entstehen. Als daher Mitte der neunziger Jahre die «Studenten» aus den Koranschulen Belutschistans und Nordpakistans auftauchten, um mit dem Schwert des Islams und der tatkräftigen Unterstützung des pakistanischen Geheimdienstes der Willkür in ihrer Heimat ein Ende zu bereiten, weckten sie auch in Washington zunächst durchaus berechtigte Hoffnungen. Doch die Zöglinge Pakistans, mit deren militärischer Förderung sich Islamabad die langfristige Sicherung des paschtunischen Einflusses in Kabul versprach, wurden rasch erwachsen, verfolgten immer rücksichtsloser ihr Ziel der Errichtung eines «reinen» Gottesstaates und isolierten sich mit ihrer puritanisch-regressiven Auslegung des Korans zusehends vom Rest der Welt. So wurden innerhalb von nur einer Dekade aus Hoffnungsträgern Parias, aus diskreditierten Kriegsfürsten wieder Hoffnungsträger. Während Saudiarabien undandere Staaten der Golfregion den Koranschülern aus religiöser Verbundenheit jahrelang fleissig die Taschen mit Geld füllten, siemit Waffen, militärischem Wissen und Konsumgütern eindeckten, bewahrten Iran, Russland, wohl auch Indien und indirekt westliche Staaten die Milizen der Nord- Allianz vor dem militärischen Untergang - sei es, weil sie den islamischen Extremismus fürchteten, sei es, wie im Fall Irans, zur Stützung der schiitischen Minderheit der Hazara.Der unter fragwürdigen Umständen legitimierten Exilregierung unter Präsident Burhanuddin Rabbani blieb die völkerrechtliche Anerkennung erhalten. Schillernde Figuren wie der inzwischen ermordete General Ahmad Shah Masud wurden zu Helden imKampf gegen die Taliban hochstilisiert, ungeachtet ihrer Mitverantwortung für den Zerfall des Landes. Die Ereignisse des 11. Septembers haben Fronten aufgeweicht, das geopolitische Gleichgewicht gerade auch in der zentralasiatischen Region verschoben. Es wäre aber blauäugig anzunehmen, die Staaten beidseits der afghanischen Frontlinie hätten deswegen plötzlich deckungsgleiche Interessen. Der Kampf gegen den Terrorismus eint mit Sicherheit nur vorübergehend. Längerfristig entscheidend ist, ob sich Afghanistans Nachbarn, allen voran Pakistan und Iran, aber auch Staaten wie Russland, Saudiarabien und die USA wirklich auf eine gemeinsame politische Lösung für das Land einigen können. Nur wenn es gelingt, die bestehenden ethnischen, lokal- und regionalpolitischen Rivalitäten zu überbrücken, kann das Land am Hindukusch stabilisiert werden. Es wäre dies die wirksamste Vorkehrung dagegen, dass Afghanistan nach dem Fall der Taliban wieder in das Chaos und die gewalttätige Willkür früherer Jahre zurückfällt. msn. Neue Zürcher Zeitung, 20. Oktober 2001 Die Drangsal der BefreiungDas schwierige Zusammenleben im Vielvölkerstaat AfghanistanAfghanistans Lage im Schnittpunkt der drei Subkontinente West-, Zentral- und Südasien hat das Land immer schon anfällig gemacht für die Expansionspolitik seiner Nachbarn. Dieser Bedrohung von aussen hat der ethnisch vielfältig zusammengesetzte Staat wenig innere Standfestigkeit entgegenzusetzen. Dies dürfte auch den Aufstieg der Taliban begünstigt haben; die Befreiung aber hat eine schreckliche Kehrseite. «Wenn der Paschtune in seiner Pelzjacke eine Laus findet, dann wirft er die ganze Jacke ins Feuer.» Dieses Sprichwort stammt von den Paschtunen selbst, denn sie sehen sich gern und unkritisch als «ganze Männer», die sich mit Halbheiten nicht zufriedengeben. Seit einigen Jahren geben nun in Afghanistan solche Männer, als Taliban oder Koranschüler religiös ausgewiesen, ihren extrem aggressiven und virilen Ton an, der nun wahrlich keine Halbtöne erkennen lässt. Im Vielvölkerstaat Afghanistan repräsentieren die Paschtunen das eigentliche, vor allem im Süden lebende «Staatsvolk», aber sie dominierten meistens weniger, als ihrer ethnischen und kämpferischen Stärke zukommen würde. Ihre Sprache, das als ostiranisch klassifizierte Paschtu, ist nicht die Landes- und Verkehrssprache, denn diese Stellung nimmt das Persische afghanischer Ausprägung, genannt Dari, ein. Es wird von vielenVolksgruppen, darunter besonders den Tadschiken, und in den meisten Städten gesprochen. Kabul ist seit alters eine Dari sprechende Stadt. Dieses Dari kittet etwas die grossen kulturellen und sprachlichen Unterschiede in einem Land, das im Schnittpunkt der drei Subkontinente West-, Zentral- und Südasien liegt. Neben westasiatischen Paschtunen, Tadschiken, Tschahr-Aimaq und Balutschen finden sich zentralasiatische Hazara, Usbeken und Turkmenen, während kleinere Ethnien im Osten des Landes, darunter vor allem die Paschai, sprachlich zum indischen und damit südasiatischen Bereich gehören. Ethnische MinoritätenIm Nordosten des Landes, in den Tälern des Hindukusch, im Wakhan und im Pamir-Zipfel, der im Osten an China grenzt, findet sich eine ganze Palette von Minoritäten, die so verschieden sein können wie etwa die «arischen» Nuristani, die südlich des Hauptkammes siedeln, und die turkstämmigen Kirgisen am Pamir. Mit den Nuristani hat es dabei eine besondere Bewandtnis, dasie bis zur Islamisierung im Jahr 1896 als menschenjagende, animistischen Vorstellungen unterworfene «Kafiren» («Heiden») viel Aufmerksamkeit erregten. Durch die Bedeutung ihrer Sprache und ihrer Rolle als das verhältnismässig gebildete und arbeitsame «Stadtvolk» nehmen die urbanisierten Tadschiken eine zentrale Position ein. Es gibt aber auch eine wehrhafte tadschikische Bergbevölkerung, wie vor allem im Panjshir-Tal nördlich von Kabul, von wo Ahmad Schah Masud herstammte. Die einst nomadisch und kriegerischausgerichteten Turkvölker der Usbeken und Turkmenen sind «Neuankömmlinge», wobei viele von ihnen tatsächlich erst in den 1920er Jahren auf der Flucht vor dem Kommunismus aus der UdSSR nach Afghanistan gekommen waren. Beide nunmehr friedlichen Volksgruppen brachten eine spezifische Schafzucht (Karakulfelle) und Teppichkunst ins Land, die beide von grosser wirtschaftlicher Bedeutung für Afghanistan geworden sind. Eine Sonderstellung nehmen die isoliert im Zentrum lebenden, etwa eine Million zählenden, Persisch (eigentlich: Hazaragi ) sprechenden Hazara ein. Ihre mongolische Herkunft ist eindeutig,aber historisch ungeklärt, und ebenfalls rätselhafter Ursache sind der Verlust ihrer originalen Sprache und ihre Bekehrung zum schiitischen Islam. Dadurch im sonst fast durchwegs sunnitischen Afghanistan als Sektierer eingestuft, tragen sie das doppelte Stigma der ethnischen Geringschätzung und religiösen Ablehnung. Nach ihrer Niederwerfung im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden sie grossen Repressalien ausgesetzt. In Kabul vor allem als Lastenträger beschäftigt, gelten sie als ausserordentlich zäh und wehrhaft. StaatsgründungDiesen Ruf der Wehrhaftigkeit wollen freilich die Paschtunen für sich reklamieren, zählen sie sich doch zu den besten Kriegern der Welt. Mit ihrem (je nach Standpunkt) 45-55-prozentigen Anteil an der afghanischen Gesamtbevölkerung von 13-15 Millionen stellen sie die weitaus stärkste Ethnie des Landes dar, sie sind aber relativ spät in die Geschichte eingetreten, dafür umsodurchschlagender. Im Jahr 1747 gründeten südpaschtunische Stämme den neuen Staat Afghanistan, geführt vom Stammesfürsten Ahmad Schah als König. Mit der Übersiedlung der Hauptstadt von Kandahar nach Kabul bereits im Jahr 1775 begann allerdings die allmähliche «Tadschikisierung» der Königsfamilie und des Verwaltungsapparats. In der Folge wandten sich die paschtunischen Stammesführer wieder mehr ihren Stammesangelegenheiten zu. Gegen dieses grosse, in Stammesverbänden gegliederte Volk der Paschtunen, auch Pachtunen oder Pathanen oder «Afghanen» genannt, führten dann im 19. Jahrhundert die Briten mehrere Feldzüge. Es ging ihnen damals um den Schutz derNordwestgrenze «ihres» Indien gegen die in Zentralasien bedrohlich näher rückenden Russen, und gerade dort, im Süden Afghanistans und in einem breiten Streifen entlang der fraglichen Grenze, siedeln vor allem Paschtunen. Die Briten mussten bald erkennen, dass ihnen mit militärischen Mitteln nicht beizukommen war. Eine lange Reihevon negativen Epitheta wie leidenschaftlich, aufbrausend, ehr- und machtsüchtig, unkontrollierbar, selbstgefällig, selbstgerecht, arrogant, eigensinnig, heimtückisch, käuflich usw. wurde ihnen in der Folge angehängt. Andererseits bewunderte man ihr Kriegertum und die Erscheinung der gross gewachsenen, schlanken und stolz agierenden Männer. Die Briten gaben schliesslich ihre Versuche auf, die Paschtunen in irgendeiner Form zu unterwerfen, und gingen zu einer Divide-et-impera -Politik über. 1893 zwangen sie Afghanistan eine Grenzziehung auf, die das paschtunische Volk in zwei Hälften spaltete. Die in Afghanistan verbliebene Volkshälfte konnte sich bald darauf ausdehnen, da die Regierung in Kabul die Öffnung weiter, von anderen Ethnien bewohnter Landstriche für die paschtunische Ansiedlung und Nutzbarmachung erzwang. Dadurch kam es auch zu einer grossen Ausbreitung des ethnisch vor allem paschtunischen Nomadismus, einer Lebensform, die dem Drang dieses Volks nach Selbständigkeit und Freiheit entgegenkommt. Ein Netz von schliesslich bis 1,5 Millionen zählenden Nomaden mit ihren schwarzen Zelten und grossen Schafherden überzog das ganze Land, reichte bis in die fernsten und von ganz anderen Ethnien dominierten Gebiete, was natürlich auch zu grossen Spannungen führte. Erst im jüngsten Krieg bestand regional die Möglichkeit, die Nomaden wieder zu verdrängen, wie dies auch von den Hazara erreicht wurde. Rigider EhrenkodexWeniger mit den Nomaden als mit der sesshaften Volkshälfte der Paschtunen auf beiden Seitender heute afghanisch-pakistanischen Grenze verbindet sich ein ganzes Spektrum von rigiden Verhaltensregeln, die im ungeschriebenen Ehrenkodex des Paschtunwali verankert sind. Darin spielen Begriffe wie nang für Ehre, tura für Heldenmut, melmastia für das Gast- und Schutzrecht und namus für die totale Abschirmung der Frau gegen Gefahren und Verführungen eine dominierende Rolle. Eine Verletzung dieses Stammesrechts bedeutet für einen gheiratman, den «ehrenvollen Mann» der Paschtunen, viel scharm («Schande»). Für die Ehrenrettung opfert man alles. Es ist eine Welt der kleinen oder grossen Stammesführer oder -fürsten, die im Schutz ihrer burgenartigen Behausungen und Scharen von treuen Anhängern ihre persönliche Macht- oder Rachepolitik betreiben. Die Taliban rekrutieren sich aus eher unbedeutenden Männern dieser Welt. Sie hatten sich während des Krieges gegen die Sowjets und dann gegen das von ihnen im Stich gelassene Regime in Kabul nicht nur mit Waffen versorgt und vertraut gemacht, sondern in pakistanischen madrasas (religiöse Lehranstalten) auch mit religiösem «Kampfstoff» versorgt. Zum Teil in Reaktion auf die kommunistische Propaganda aus Kabul, doch auch schon vorher hatten sich allerdings in Pakistan extreme islamistische Lehrmeinungen durchgesetzt. Sie dominieren nun vielfach in den unzähligen pakistanischen und jetzt auch afghanischen madrasas , die nach dem Zusammenbruch des weltlichen afghanischen Schulsystems an deren Stelle getreten sind. Mit den Jahren entstand eine ganze «Armee» von stellenlosen geistlichen Absolventen, somit von Mullahs, die zuletzt zusehen mussten, wie Afghanistan ein Spielball von Warlords wurde. Man hörte vor allem auch, dass sich lokale Kommandanten oft an Frauen vergriffen, was gerade bei den Paschtunen mit ihrem extremen Begriff von der Frauenehre zu grösster Entrüstung führen musste. Es könnte auch tatsächlich so sein, dass der erfolgreiche Eroberungszug der Taliban durch die Vergewaltigung einer Frau in einem Dorf im Süden Afghanistans ausgelöst wurde. Angeblich hatten empörte Taliban unter der Führung des Mullahs Mohammad Omar den Täter, einen lokalen Kommandanten, ergriffen und exekutiert. Zahlreiche weitere Taliban schlossen sich daraufhin an, und allmählich kam der Zug ins Rollen, bis er im September 1996 Kabul erreichte. Der grosse Erfolg der Taliban ist in der Hauptsache in ihrer ethnischen Zusammengehörigkeit aus dem paschtunischen Süden des Landes und der allgemeinen Sehnsucht nach Ruhe und Ordnung in einem von zerstrittenen Warlords oft sehr willkürlich beherrschten Land zu suchen. Für viele erschienen die Taliban als zwar religiös fanatisierte, aber immerhin doch begrüssenswerte Befreier von Unrecht, Willkür und endlosenKämpfen. Bald ergab sich freilich die erschreckende Erkenntnis von einem freudlosen und eigentlich auch zukunftslosen, völlig isolierten Leben im Schatten religiöser Radikalismen. Max Klimburg Neue Zürcher Zeitung, 6. Oktober 2001
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Gute Krieger - schlechte HerrscherAfghanistan fehlt für einen politischen Neuanfang die FührungsschichtBereits wird über die politische Neuordnung Afghanistans nach den Taliban diskutiert. Fähige Führungspersönlichkeiten jedoch sind rar. In den über 20 Jahren Krieg ist die geistige und politische Elite von einst entweder getötet worden oder geflohen. Im Land verblieben sind Kriegsfürsten, deren politischer Leistungsausweis sehr dürftig ist. msn. Der neue Hoffnungsträger in den Bemühungen um eine Neuordnung der politischen Landschaft Afghanistans nach einer wie auch immer gearteten Intervention gegen die Taliban heisst derzeit Zahir Shah. Der 86-jährige frühere König ist über Nacht in seinem Römer Exil zu einem gefragten Gesprächspartner für Diplomaten und Emissäre geworden; er verfüge, so heisstes, als Einziger über die Autorität und das Ansehen unter den rund 20 Millionen Afghanen,seine Heimat nach einem allfälligen Fall des Taliban-Regimes zu einen und einen Stammesrat, die «loya jirga», einzuberufen. Dieser hätte dann eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Ob ein solches Vorhaben gelingt, ist aber fraglich. Nostalgische Erinnerung an bessere ZeitenZahir Shah stammt aus der Durrani-Dynastie, dem einflussreichsten Clan unter den Paschtunen, die mit etwas über 40 Prozent die Bevölkerungsmehrheit Afghanistans stellen. Das Machtzentrum der Durrani lag einst im Süden des Landes, also dort, wo heute auch die Taliban ihre Herrschaft konzentrieren. Zahir bestieg 1933 mit 19 Jahren als Letzter der Dynastie in Kabul den Thron; 1972 wurde er von seinem Neffen Mohammed Daud gestürzt und ins Exil vertrieben. Kritische Stimmen beurteilen rückblickend seine Regentschaft als schwächlich und zu stark auf das Paschtunische ausgerichtet. Immerhin vermochte der König schwere innere Zerwürfnisse entlang ethnischer Bruchlinien zu verhindern. In den sechziger Jahren leitete er sogar eine behutsame politische Liberalisierung ein. Sie blieb jedoch in Ansätzen verhaftet und berührte nur die sehr dünne Schicht des gebildeten Bürgertums. Ausserhalb der Städte blieb der Einfluss des Königshauses stets beschränkt; die Macht wurde auf dem Land traditionellerweise von den Stammes- und Clanfürsten sowie der Geistlichkeit ausgeübt. An diesem Zustand hat sich bis heute - auch unter den Taliban - nicht viel geändert. Für jene Afghanen, die sich noch an die damalige Zeit erinnern, dürfte Zahir Saud über ethnische Grenzen hinweg durchaus einen Hoffnungsschimmer darstellen. Ihre Zahl ist aber inzwischen kaum mehr grösser als die jener Afghanen, die König Zahir nicht mehr bewusst erlebt haben. In den drei Jahrzehnten haben Kriege, Hunger und Verelendung zu einer starken gesellschaftlichen Umwälzung geführt. Praktisch die ganze Intelligenz ist exiliert oder in den Kriegen umgekommen. Die überwiegend ländliche Bevölkerungsmehrheit ist durch Gewalt, Dürrekatastrophen, Hunger und Verelendung vielfach traumatisiert und aus ihrem sozialen Gefüge herausgerissen worden. So kennt eine ganze Generation das eigene Land nur im Zustand der Krise. Die Kinder dieser Eltern haben zum Teil gar noch nie einen Fuss auf afghanisches Territorium gesetzt, da sie in pakistanischen und iranischen Flüchtlingslagern zur Welt gekommen sind und dort aufwachsen. Ob unter solchen Voraussetzungen ein greiser Ex-Monarch Zuversicht auf bessere Zeiten wecken kann, ist schwierig abzuschätzen. Angst vor paschtunischem IrredentismusIn Islamabad weckt Zahir Shah mit Sicherheit keine positiven Gefühle, auch wenn der pakistanische Junta-Chef Musharraf eine Mitarbeit des Ex- Königs bei einer politischen Neuordnung nun ausdrücklich begrüsst. Hier den Druck der USA zu vermuten, liegt nahe. Das Verhältnis zwischen dem König und Pakistan war stets stark getrübt. Die von Kabul geförderte irredentistische Paschtunen-Bewegung im Norden Pakistans, die in derForderung nach einem paschtunischen Staatsgebilde gipfelte, führte unter Shahs Regentschaft fast zum Krieg mit dem Nachbarn. Islamabad beäugt seit je jeden Versuch, in Kabul eine eigenständige (national-paschtunische) Herrschaft aufzubauen, mit grösstem Argwohn. Dies wurde letztmals 1992 deutlich, als ein international abgestützter Befriedungsplan für Afghanistan Zahir Shah eine Schlüsselrolle zuwies. Dessen Plan, eine loya jirga einzuberufen, wurde von Islamabad mit Erfolg hintertrieben. Vor drei Jahren schliesslich versandete ein ähnlicher Versuch wegen der Nicht-Kooperation derTaliban, die zweifellos im Sinne Pakistans handelten. Die Koranschüler sind in ihrer Mehrheit zwar auch sunnitische Paschtunen. Sie aber konnten leichter am Gängelband des (ebenfalls paschtunisch dominierten) pakistanischen Geheimdienstes ISI und so unter Kontrolle Islamabads gehalten werden, weil sie in fast allen Bereichen auf die Hilfe Pakistans angewiesen sind. Gleichzeitig wird Islamabad alles daransetzen, einer nichtpaschtunischen Machtentfaltung Einhalt zu gebieten. Diese hätte zur Folge, so befürchtet Pakistan, dass der russische Einfluss in Afghanistan wieder stärker würde. Eine solche Entwicklung ist schon deshalb nicht im Interesse Islamabads, weil Afghanistan im Konflikt mit Indien eine strategische Bedeutung zugemessen wird. Die USA dürften darauf Rücksicht nehmen, wollen sie einer weiteren Destabilisierung der Region vorbeugen. Die Nord-Allianz weckt ungute GefühleMit Sicherheit auf wenig Sympathien stossen dürfte bei einer Mehrheit der Afghanen ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit eine Rückkehrvon Vertretern der Nationalen Vereinigten Islamischen Front zur Rettung Afghanistans, kurz Nord-Allianz, an die Schalthebel der Macht. Auch erklärte Gegner der Taliban erinnern sich mit Schaudern an die Willkür, das Chaos und die Gewalt, die über weite Strecken die Periode zwischen dem Sturz des letzten sowjetischen Statthalters Najibullah 1992 und dem Einmarsch der Taliban 1996 geprägt hatten. Namen wie Dostom, Hekmatyar, Masud oder Rabbani besitzen keinen mythischen Klang mehr. Keiner dieser Kriegsfürsten hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er das Land zu einen und zu regieren wusste. Im Gegenteil: Die Bevölkerung hat am eigenen Leib bitter erfahren, wie rasch Zweckbündnisse in tödliche Feindschaft zerbrechen können und wieruchlos die einzelnen Milizen ihre Macht zu verteidigen suchen, wenn sie diese einmal in den Händen halten. Diese Erfahrung war mit ein wichtiger Grund für den kometenhaften Aufstieg und die lange Zeit ungefährdete Stellung der Taliban: Die Koranschüler waren zwar ebenso unfähig, einen funktionierenden Staat aufzubauen, und sie haben mit ihrer puritanisch-regressiven Auslegung des Korans vielen Afghanen das Leben zur Hölle gemacht. Immerhin aber ist es ihnen gelungen, ein Mindestmass an Stabilität und Sicherheit in ihrem Herrschaftsgebiet zu bewahren. Geschwächt durch Verrat und KäuflichkeitDerzeit ist nicht zu erkennen, wer in der Nord- Allianz die Autorität und die Stärke besässe, ein allfälliges Machtvakuum nach einem Fall der Taliban aufzufüllen. Die grösste Miliz in dem überaus heterogenen Zweckbündnis ist die Jamiat-e Islami von Burhanuddin Rabbani, der 1992 vom afghanischen Widerstand in Peshawar als Präsidentgegen das Regime Najibullah auf den Schild gehoben worden war. Rabbani, der immer noch formell als Staatsoberhaupt amtiert, ist Tadschike, Sunnit und gilt als «gemässigter» Islamist. Der Rechtsgelehrte, der unter anderem auch an der Azhar-Schule in Kairo studierte, hat es in der Vergangenheit verstanden, sich den politischen Konstellationen zur Wahrung der eigenen Interessen jeweils rasch anzupassen. Aber auch ihm ist es nie gelungen, eine stabile Regierung zu bilden. Seine Miliz geniesst heute die Unterstützung sowohl Russlands als auch Irans, wobei Teheran die Jamiat aus realpolitischen Überlegungen mit Rüstungsgütern versorgt. Religiös würde der Hezb-e Wahdat, eine Miliz der schiitischen, Persisch sprechenden Minderheit der Hazara unter Führung Abdul Karim Khalilis, den Iranern näherstehen. Nach mehreren schweren Niederlagen in Zentralafghanistan ist diese Gruppe aber vorläufig noch zu schwach, um eine ernsthafte politische Rolle spielen zu können. Allerdings könnte sich dies in den kommenden Tagen und Wochen rasch ändern: Seit der Ermordung Ahmad Shah Masuds, des militärischen Führers der Jamiat, ist unklar, ob Rabbani mit seiner nun von Mohammed Fahim kommandierten Miliz weiterhin eine Vorreiterrolle spielen kann. Masud, eine der am stärksten romantisierten Lichtgestalten des Widerstandes gegen die sowjetische Besatzung und die Taliban, war zweifellos der fähigste Taktiker im Lager der Nord-Allianz. Seine Bergfestung im Panjshir-Tal blieb für die Taliban unbezwingbar. Gleichzeitig vermochte aber auch Masud die inneren Spannungen und Risse in der Allianz nur mit grosser Mühe zu kitten. Viele der militärischen Niederlagen der Nord-Allianz sind nicht auf verlorene Schlachten zurückzuführen, sondern auf Verrat, interne Fehden und auf die Käuflichkeit der jeweiligen Frontkommandanten und lokalen Kriegsfürsten. Ganze Einheiten sind so zu den Taliban übergelaufen. Als besonders anfällig in diesem Punkt hat sich die Jumbesh-e Milli unter General Dostom erwiesen, die bis zu ihrem Abfall 1992 die wichtigstemilitärische Stütze der kommunistischen Statthalter in Kabul war. Bis vor kurzem war diese vor allem aus Usbeken zusammengesetzte Miliz kaum mehr in Erscheinung getreten, nicht zuletzt, weil sie sich durch ihr geringes Mass an Loyalität selbst schwächte. Inzwischen soll Dostom eine Offensive gegen die Taliban in Richtung Mazar-e Sharif eingeleitet haben: Moskau, aber auch die angrenzenden zentralasiatischen Republiken, dürften wie schon in der Vergangenheit darauf achten, dass die Jumbesh im Norden ihre Interessen wahrt. Die wohl unberechenbarste Figur der jüngeren afghanischen Geschichte, Gulbuddin Hekmatyar, hat seinerseits aus dem iranischen Exil verlauten lassen, er stehe auf «keiner Seite», ja würde einen amerikanischen Angriff auf seine Heimat bekämpfen. Der Führer des paschtunischen Hezb-e Islami, einst ein auch von den USA unterstütztes Liebkind Pakistans, hat schon gegen fast alle Konfliktparteien Krieg geführt und gleichzeitig mit ebenso vielen Bündnisse geschlossen, meist gegen gutes Geld. Hekmatyar dürfte mit der Vorstellung liebäugeln, als Paschtune nach einem ersten Scheitern einer Regierungsbildung gute Chancen auf eine Machtergreifung zu haben - zumal er für Islamabad ein akzeptabler Statthalter wäre. Für jeden Nicht-Paschtunen jedoch ist er ein rotes Tuch. Divergierende Interessen der DrittstaatenNicht ganz auszuschliessen ist schliesslich, dass die Taliban in veränderter personeller Zusammensetzung an ihrer Spitze und nach einer politischen Öffnung für Pakistan, möglicherweise sogar auch wieder für Washington, salonfähig werden könnten. Schon vor der jetzigen Bedrängnis hat es Indizien dafür gegeben, dass es innerhalb der Bewegung Spannungen über den einzuschlagendenKurs gibt. Während das Machtzentrum um Mullah Omar in Kandahar - möglicherweise unter dem Einfluss von Jihad-Kämpfern aus dem Umfeld Usama bin Ladins - eine kompromissloseKonfrontationspolitik gegenüber den USA einschlägt, gibt es durchaus auch gemässigtere Stimmen. Eine gehört dem in Kabul residierenden «Aussenminister» der Miliz, Ahmad Motawakil. Ein rascher Herrschaftszerfall der Taliban ohne klare Nachfolgeregelung jedenfalls droht das Land in ein Machtvakuum zu stürzen, wie es nach dem Abzug der Sowjettruppen und dem Fall des Najibullah-Regimes bereits einmal entstanden war. Damals wie heute ist vorläufig keine politische Alternative in Sicht, was das Risiko erhöht,dass einst rasch zugeschüttete Gräben auch zwischen jetzt Verbündeten wieder aufbrechen. Zudem ist nicht klar, was für eine Regierung für die direkt involvierten Drittstaaten USA, Pakistan, Russland, Iran und Saudiarabien eigentlich akzeptabel wäre. Ausser der «Terrorbekämpfung» sind deren Interessen in Afghanistan noch immer alles andere als deckungsgleich. Neue Zürcher Zeitung, 6. Oktober 2001 |
Looking beyond the Taliban
Insight on the News
Washington
Nov 12, 2001
--------------------------------------------------------------------------------
Authors: Hans S Nichols
Volume: 17
Issue: 42
Pagination: 24-25
ISSN: 10514880
Subject Terms: Postwar reconstruction
Leadership
Military engagements
Foreign policy
Geographic Names: United States
US
Afghanistan
Abstract:
While the bombs still are raining on Afghanistan, there's a lot of talk
in Washington - and at UN. headquarters in New York City as well as the
European Union seat in Brussels, Belgium - about a "Marshall Plan" to
rebuild
Afghanistan and a U.N. role in that effort.
Copyright Washington Times Corporation Nov 12, 2001
Full Text:
NATION: Foreign Policy
President Bush's stance on the war against terrorism has created new
alliances,
but once the Taliban regime is defeated in Afghanistan what will happen
remains unclear.
October is Nobel Peace Prize time. Even when peace is far off in the
horizon,
the Swedish Academy still doles out the prizes, often using the opportunity
to make political commentary. This year, two awards raised eyebrows.
For the literature prize, the committee smiled upon V.S. Naipaul, a
Trinidadian
author of Hindu parentage who has written powerfully about the "calamitous
effect" of Islam. By giving the award to Naipaul, an unapologetic advocate
of Western values, the committee made a statement about what civilization
means and what it means to be civilized.
While conservatives cheered the Naipaul selection, the decision to award
U.N. Secretary-General Kofi Annan of Ghana its centennial peace prize
elicited
groans across the political spectrum.
Even that British barometer of lefty weather, the Manchester Guardian,
thought it was too much: "Kofi Annan, the career bureaucrat, has given
up nothing. He has been rewarded for doing as he is told, while nobly
submitting
to a gigantic salary and bottomless expense account." On this side of the
Atlantic, the Wall Street Journal was no less harsh, noting that "Today,
Iraq looms as a much larger threat politically, economically and militarily
- than it did before Mr. Annan's visit."
While the bombs still are raining on Afghanistan, there's a lot of talk
in Washington - and at UN. headquarters in New York City as well as the
European Union seat in Brussels, Belgium - about a "Marshall Plan" to
rebuild
Afghanistan and a U.N. role in that effort. At the same time that friends
and enemies of the United Nations are drawing their familiar lines in the
sand, a new alliance may be emerging: an alliance set in motion by the
"Bush Doctrine" that countries either are with the United States or with
the terrorists.
"The public and the media haven't awakened yet to what the president has
said. This isn't like saying `no new taxes.' The constituency is entirely
different," says Gen. William Odom, former director of the National Security
Agency and now a scholar at the Hudson Institute.
But, as President George W. Bush erects a new diplomatic architecture,
the question of how to rebuild former terrorist states will not go away.
Even proponents of a strong UN.-led rebuilding effort are aware of the
looming difficulties. "You need to address a number of issues: political
justice, economic stability and cultural problems," says Chantal de Jonge
Oudraat, a scholar at the Brookings Institution. "You can't just do this
in a year, maybe five years, or much longer. We'll probably have to put
down troops in the region for it to work."
Odom agrees that "any sort of Marshall Plan comes with troops," but he's
skeptical of this kind of thinking. In fact, he argues that analogies to
the Marshall Plan are misleading: "They are based on all sorts of fallacious
assumptions" because in Germany "we were rebuilding a country with existing
structures. In Afghanistan there have never been any."
Not wanting to waste any time, the Brookings Institution, a center-left
think tank in Washington, sponsored a forum on "America Strikes Back: What
Comes Next?" during the first week of the bombing. And Bush also has made
it clear that in his view the United States cannot "simply leave after
a military objective has been achieved." Something must be done, the
president
has insisted, "to work for a stable Afghanistan."
Th many U.N. advocates the president's pledge rang hollow; they fret that
not enough "postbombing" planning is being done to put the internationalists
in charge with a huge budget. There is a fear that the U.S.-led coalition
will lose interest once Afghanistan is freed from the Taliban. "We need
to be doing much, much more right now," says Jamie Metzl, a National
Security
Council adviser in the Clinton administration. But the task, according
to Metzl and other advocates of U.N. nationbuilding, is a difficult one.
Indeed, the United Nations' track record on cobbling together governments
is not a glorious one, say both its proponents and skeptics. From Cambodia
to Namibia, U.N. efforts to establish legitimate democracies have not been
great successes, admits Metzl. While East Timor no longer is being
brutalized
by Indonesia, and though it now is essentially a U.N. protectorate,
democratic
institutions have yet to be seeded there.
[IMAGE PHOTOGRAPH] Captioned as: Freedom for all? A woman votes in East
Timor's first democratic election, achieved with UN assistance.
"We should avoid the East Timor trap, where there's virtually no local
control," cautions Metzl. As for Afghanistan, "It's a real challenge, a
real balancing act to develop a civil society in a country where democratic
institutions have never existed," he continues. "If you just let the
Northern
Alliance take over, you'll have another war on your hands in a few years,"
predicts Oudraat.
"Afghanistan needs leaders with some credentials, perhaps even alongside
a Taliban faction," suggests Metzl. "In Croatia, former war criminals took
over, but at least a democratic process was in place"
"All this talk of rebuilding Afghanistan seems a bit premature," says Rep.
Ron Paul (R-Texas), a consistent U.N. critic. While many look to the United
Nations to rebuild Afghanistan, up to this point the coalition has been
led by the United States, not the United Nations. "The U.N.'s role has
been negligible in all of this," says John Holtzman of the Heritage
Foundation.
Even so, there are calls for a firm U.S. commitment to rebuild Afghanistan
through the United Nations. "What's important is that the U.N. gets the
resources to do the job," says Brookings' Oudraat. She argues that the
Bush administration needs to unveil a plan "as a very clear gesture from
the United States. It would give the United States a much better image
in the Muslim world."
But U.N. critics ask how many more gestures the Muslim world needs. In
the military campaign, the U.S. coalition has received a fair amount of
support. That may be because "the world without the Taliban is a better
world for their immediate neighbors," says Holtzman. "One reason why the
U.S. has received permission to use airfields in Pakistan, Uzbekistan and
Tajikistan is because the Taliban is a very bad neighbor." Even Iran, a
country not known for its pro-American views, is offering some support.
In Uzbekistan, a former Soviet republic where radical Islam is seen by
the regime as a menace, the "United States is doing them more of a favor
than they are for us," says a State Department official. It's unlikely
that U.S. planes would be allowed into Uzbekistan if Russia - its former
Soviet master - had not consented. That wasn't a problem because Moscow
is all too eager to gain new allies against the Islamic extremism
threatening
its underbelly in Chechnya, say regional specialists. Facing similar
problems
on its own border, the People's Republic of China has surprised Western
diplomats with support, however mild, of the U.S. effort. Is a new alliance
taking shape?
While support from states such as Uzbekistan and Oman have been cited as
encouraging, U.S. diplomatic missions have made a point of treading gingerly
in negotiation with Pakistan and Saudi Arabia. In fact, some congressmen
say they are disappointed with our "friends the Saudis" because they
reportedly
have refused the United States access to their air bases. "We saved them
from Saddam Hussein and this is the thanks we get," says a disgruntled
Republican lawmaker privately.
But, to some Middle East experts, Saudi Arabia's reluctance formally to
ally itself with the United States in this matter is a reflection of the
country's own internal politics. "We're not going to harp on these things.
We're not going to force the issues," says David Schenker of the Washington
Institute for Near East Policy. With per-capita gross domestic product
down by two-thirds and Islamic extremism on the rise, the political
situation
in Saudi Arabia is very volatile. "We don't want to tilt the balance,"
offers Schenker.
As for Pakistan - one of the Taliban's original patrons and closest ally
- both diplomatic carrots and sticks have been offered. Remember that this
is "a country that is only marginally not listed as a terrorist-sponsoring
state," a Washington diplomat tells Insight. In September the United States
did lift the economic sanctions placed on Pakistan and India as a result
of their nuclearweapons programs. But, according to Schenker, "This would
have happened anyway. The process may have been accelerated by a few
months."
Is the Bush Doctrine forcing the nations of the world to take sides in
the war against terrorism? Or is their apparent support a matter of
convenience
for countries anxious to have the U.S. eliminate a political cancer they
fear may metastasize in their own direction? Regardless, "This coalition
is of the `I'm willing,"' says Holtzman. "We've made almost no concessions."
As Bush put it in his speech to Congress, those upon whom the U.S. calls
for assistance must join the effort to cleanse the world of global
terrorists
"or they will share in their fate."
[IMAGE PHOTOGRAPH] Captioned as: War fallout: The US. is considering how
to rebuild Afghanistan even as the bombs continue to hit their marks.
Hans S. Nichols is a reporter for Insight.
Reproduced with permission of the copyright owner.
Further reproduction or distribution is prohibited without permission.
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What to do about Afghanistan?
Insight on the News
Washington
Nov 12, 2001
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Authors: Steve Sailer
Volume: 17
Issue: 42
Pagination: 19-21
ISSN: 10514880
Subject Terms: Motion pictures
Terrorism
War
Postwar reconstruction
History
Geographic Names: Afghanistan
United States
US
Abstract:
To film [Rudyard Kipling]'s story was the obsession of the erratic second
half of [John Huston]'s long Hollywood career. Having previously written
and directed such Humphrey Bogart classics as The Maltese Falcon, The
Treasure
of the Sierra Madre and The African Queen, Huston sought to cast Bogey
and Clark Gable as Kipling's antiheroes, Peachey Carnehan and Daniel Dravot.
Copyright Washington Times Corporation Nov 12, 2001
Full Text:
SPECIAL REPORT
As the U.S. ponders the question that plagued the British empire, her
leaders
would do well to reflect on "The Man Who Would Be King,' a tale about the
dangers of imperialism.
No great adventure movie, not even Lawrence of Arabia, offers more insights
into the possibility of an upcoming war in Afghanistan than John Huston's
1975 film The Man Who Would Be King. Starring Sean Connery and Michael
Caine, it is based on an 1888 short story by Rudyard Kipling that is set
in Afghanistan.
In the last two weeks, a couple of contradictory assertions about
Afghanistan
have become commonplace in the press. The first is that outsiders inevitably
face horrifying defeat in any war there. The second is that the United
States not only should kill Osama bin Laden and batter the Taliban regime,
but then should take up the imperial burden in Afghanistan. The United
States, they say, should conquer and pacify the entire Texas-sized country,
build a unified nation out of its warring tribes, reconstruct its economy,
liberate its women, calm its furious holy men and make of it a middle-class
democracy.
The Man Who Would Be King reminds us that neither despair nor utopianism
are realistic attitudes for anyone contemplating a military incursion into
that harsh land.
It may seem strange to look to a Victorian costume drama for perspectives
on a 21st-century war, but few films have benefited more from the energetic
inspiration and insights of a young genius and the skeptical wisdom of
an old artist who'd been everywhere and done everything. Kipling, the
youngest
man to win the Nobel Prize for literature at age 41 in 1907, was only 22
when he wrote "The Man Who Would Be King;" but he'd already been shot at
by a Pathan tribesman in the famous Khyber Pass.
Although out of fashion for decades, the Bombay-born Kipling now is the
literary immortal of the hour as the United States contemplates the same
question that so long plagued the British empire: What to do about
Afghanistan?
Though he is author of "Recessional," that most anti-imperialist of English
poems, the conservative Kipling has for years been a target of the left
for his alleged imperialism. Now, at a time when many - including more
than a few anti-Taliban Afghans - want the United States to take
responsibility
for Afghanistan, Kipling's sharp eye for the dangers of imperialism suddenly
is relevant once again.
After Vietnam it took the 69-year-old Huston richly to flesh out Kipling's
powerful story. While Joseph Conrad's Heart of Darkness (the inspiration
for the powerful motion picture Apocalypse Now) is the allegory of a good
man corrupted by absolute power over natives, Huston's movie based on the
Kipling story is about a rascal ennobled - yet ultimately doomed - by his
growing sense of kingly responsibility for the welfare of the natives that
he had come to plunder.
[IMAGE PHOTOGRAPH] Captioned as: A Classic film: The Man Who Would Be King
may be Huston's finest work
To film Kipling's story was the obsession of the erratic second half of
Huston's long Hollywood career. Having previously written and directed
such Humphrey Bogart classics as The Maltese Falcon, The Treasure of the
Sierra Madre and The African Queen, Huston sought to cast Bogey and Clark
Gable as Kipling's antiheroes, Peachey Carnehan and Daniel Dravot.
These charismatic rogues - former British-army sergeants turned gunrunners
and con men - intend to make themselves kings of Kafiristan. They plan
to become the first Europeans since Alexander the Great to penetrate this
isolated region in northeastern Afghanistan that was the last refuge of
that country's primordial pagan culture. Then they expect to loot it six
ways from Sunday.
But Bogart died in 1957 and Gable in 1960. Through the years, Huston had
three adaptations. Finally, he and his longtime secretary Gladys Hill
collaborated
on a brilliant fourth version. In Huston's proud but accurate words, "We
did a lot of invention, and it turned out to be good invention, supportive
of the tone, feeling and spirit underlying the original short story. I
like this script as well as any I ever wrote."
In the early 1970s, Paul Newman and Robert Redford were on board for the
production. Then Newman, always one of Hollywood's least-selfish stars,
told Huston his script deserved British actors. He exclaimed, "John, get
Connery and Caine!"
As a result, Connery and Caine went on to make what might be a more
delightful
buddy movie than even Newman and Redford's Butch Cassidy and the Sundance
Kid. Connery's performance as Daniel the Scotsman widely is considered
the greatest of his majestic career. And Caine's turn as Peachey the clever
Cockney might be better.
Early in the movie, Connery's character tells an incredulous Kipling (played
by Christopher Plummer), "We have been all over India and we have decided
that India isn't big enough for such as us" Caine's Peachey adds, "We are
not little men, and there is nothing that we are afraid of except Drink,
and we have signed a contract on that. Therefore, we are going away to
be kings."
The two reasons they expected success in their audacious project are
directly
relevant to the question of whether the United States can win in
Afghanistan.
It is widely remarked these days that no external power ever has dominated
Afghanistan for long. What's forgotten is that no internal power has done
so either, suggesting that the life expectancy of the 5-year-old Taliban
regime might be limited. The severity of the Afghan terrain works against
both conquest and unified resistance. As Kipling warns the buccaneers,
"It's one mass of mountains and peaks and glaciers" Connery's Daniel
responds,
"The more tribes, the more they'll fight, and the better for us. The more
broken the ground, the more broken the society, and thus the harder it
is to form a cohesive army to resist an invader."
Kafiristan, located in the Hindu Kush Mountains northeast of Afghanistan's
capital of Kabul, remains a scale model of the country's overall
fractiousness.
Today this region covers only 2 percent of Afghanistan, but contains 15
ethnic groups speaking five different languages, united only by Islam.
Following his 1896 jihad, Amir Abdur Rahman, khan of Kabul, changed the
name Kafiristan (Land of Infidels) to Nuristan (Land of Light). He offered
the conquered Kafir pagans the choice of being put to the sword or to the
knife. Most of the men chose the latter and were circumcised into Islam.
All of this still is real enough. Author Jonny Bealby spent four weeks
retracing the fictional footprints of Daniel and Peachey in 1997, walking
250 miles across Kafiristan-Nuristan, where even today there are no roads.
"On the fourweek journey, I'd heard of 12 murders and enough tales of
thieving
and brigandage to fill a small book," Bealby recounted. "When I asked
Ismael,
our Nuristani translator, why this should be, he simply shrugged. `It is
our culture; he said." Nuristan, by the way, was the first place in
Afghanistan
to rebel against the Soviets.
Bealby concluded, "If [Daniel and Peachey] were to tumble from the skies
once again, more than 100 years later, the task confronting them would
be exactly the same." Today, Afghanistan as a whole remains subdivided
into hostile ethnic groups. The Taliban rulers, who control most but not
all of the country, are drawn overwhelmingly from the Pashtun (known as
the Pathan in Kipling's day), but they are only threeeighths of the
population
and are concentrated south of the Hindu Kush. They may be the most warlike
of the Afghanis.
A 22-year-old Winston Churchill fought them in an 1897 butcher-and-- bolt
punitive expedition (depicted in the 1972 film Young Winston). Churchill
observed, "The Pathan tribes are always engaged in private or public war.
The life of the Pathan is thus full of interest."
Another insight into the difficulties faced by the Taliban at waging modern
war - beyond their small and rusty arsenal - is implicit in Daniel's
explanation
to Kipling of their strategy for becoming kings of Kafiristan. "In any
place where they fight, a man who knows how to drill men can always be
a king," Connery's character expounds. "We shall go to those parts and
say to any king we find - `D'you want to vanquish your foes?' and we will
show him how to drill men; for that we know better than anything else.
Then we will subvert that king and seize his throne and establish a
dynasty."
Daniel's confidence in the might of properly drilled men goes to the heart
of the difference between irregular and regular armies. For tens of
thousands
of years, men have been waging irregular war - shoot-from-- behind-a-rock
style raiding. It's the natural fighting method of mountain clans intent
on self-preservation, but nation-states long ago developed a more formidable
style. The ancient Greeks, pretty formidable mountain fighters themselves,
discovered that trained, disciplined armies could maneuver to win decisive
battles. Alexander the Great used this breakthrough to conquer Afghanistan,
among much else.
[IMAGE PHOTOGRAPH] Captioned as: An unforgIving land: Mountainous terrain
and a harsh climate could push US. forces to the limit.
The famed military historian John Keegan wrote in A History of Warfare,
"It is a general rule that primitives lose to regulars over the long run;
harassment is an effective means of waging a defensive war, but wars are
ultimately won by offensives."
Indeed, when Daniel and Peachey arrive at Er-Heb, their first Kafir village,
headman Ootah, familiar only with irregular war, offers them two goats
for each of his Bashkai neighbors that they will kill for him. Peachey,
the embodiment of regular soldiering, replies suavely, 'A handsome offer,
but rather than knocking them over one at a time, we'll do the whole thing
in one fell swoop: storm Bashkai and give you a proper victory."
The next morning, drill instructor Daniel starts teaching the men of ErHeb
to march in ordered ranks like British soldiers. "When we're done with
you," he roars at the recruits, "you'll be able to stand up and slaughter
your enemies like civilized men!"
Daniel explains to his uncomprehending boot privates, "Good soldiers don't
think. They just obey. Do you think that if a man thought twice, he'd give
his life for queen and country? Not bloody likely!" Noticing an Er-Heb
man with an extremely small head, Daniel remarks, "Him there with the
five-anda-half
hat size has the makings of a bloody hero." Indeed, their drilled army,
stiffened by 20 smuggled rifles, quickly goes from victory to victory.
And their pinheaded rifleman distinguishes himself for loyalty.
Yet, what's a regular army to do in a place like Afghanistan that's
eminently
not worth conquering? In 1842, the British lost all but one of 16,000 trying
to retreat from the Afghan capital of Kabul. This showed once again that
irregulars could destroy a regular army in severe-enough terrain.
By 1878, however, the Afghan ruler again was flirting with the expanding
Russian empire. Fearing the czar's army would soon pour through the Khyber
Pass and into the lightly defended plains of colonial India, the British
set out to take control of Afghanistan's foreign policy.
In his subsequent conquest of Kabul and Kandahar, Sir Frederick Roberts
solved the problem of how to beat Afghans in their own mountains. "Gen.
Bobs," as he was known, simply used mountain men as his shock troops. He
took the passes with his Scottish Highlanders (in which Daniel and Peachey
fictitiously served) and his Nepalese Gurkhas (like Daniel and Peachey's
loyal translator Billy Fish, played by the tremendous Indian actor Saeed
Jaffrey). Counterparts today might be the U.S. Special Forces troops or
the British SAS commandos and Gurkhas.
The British eventually placed Abdur Rahman on the throne in Kabul. Within
Afghanistan's now carefully defined borders, they let him have his way
such as waging jihad against the poor Kafirs - so long as he delegated
the conduct of Afghanistan's external relations to London. In the great
game against the Russians (the subject of Kipling's masterpiece Kim),
Britain's
spies and diplomats used bribes and threats to keep the emir from being
bought off by Moscow.
This policy worked well enough for four decades. Finally, exhausted by
World War I, Britain lost control in 1919 - a date now treated by
Afghanistan
as the year of its independence. After a few decades Afghanistan began
slowly to tip toward the Soviet Union, which ultimately led to the Soviet
invasion of 1979, a full century after Gen. Bobs' invasion.
So, if the allied prosecution of the war in Afghanistan proves winnable,
which it likely will, should the United States then undertake a long-term
benevolent occupation to try to turn that desolate land into a peaceful
and orderly country? Like Kipling's short story, Huston's movie offers
a skeptical perspective.
Initially, the two engaging rascals succeed wildly The pagans believe Daniel
is a god, the son of Alexander. The high priests crown him king of
Kafiristan
and offer him a treasure room full of rubies and gold. All Daniel and
Peachey
need to do to become the two richest men on earth is to fill their packs,
wait four months for the snows in the Hindu Kush to melt and then walk
out.
While awaiting spring, Daniel amuses himself by playing at being king.
lb the applause of his new subjects, he enforces peace, dispenses justice
at traditional durbars, sets up granaries to ensure against famine and
builds bridges to tie the country together. But, when the passes finally
open, Peachey learns to his horror that Daniel now feels too responsible
for his people to grab the loot and run. `iA nation I shall make of it,
with an anthem and a flag," king Daniel thunders.
Worse, Daniel has decided to take a queen. He has picked out a local beauty
called Roxanne -the same name as Alexander's legendary Kafiristani wife.
When the priests demur, Billy Fish tries to explain to the king why his
marriage would be an affront to Kafir beliefs. Daniel, blinded by his
victories
- "Have I not put the shadow of my hand over this country?" - fails to
grasp that what seems a quibble to him is of dread importance to the Kafirs.
Catastrophe ensues. Science-fiction novelist Orson Scott Card (Ender's
Game) summed up The Man Who Would Be King: "This is the classic tragedy
that Aristotle spoke of - so powerful that some of us can only stand to
see the ending once."
Those who advocate that we stay in Afghanistan long after Osama bin Laden
and the Taliban are dealt with may want to ponder this Kipling/Huston
parable.
[IMAGE PHOTOGRAPH] Captioned as: His majesty: Connery in full regalia as
King Daniel the Scotsman.
Steve Sailer is the national correspondent
for United Press International.
Reproduced with permission of the copyright owner.
Further reproduction or distribution is prohibited without permission.
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Don't give them democracy. Give them capitalism.
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Bin Laden 'has nuclear weapons'
BBC News
Saturday, 10 November, 2001, 12:25 GMT
Osama Bin Laden has told the mass-circulation Dawn newspaper in Pakistan that his al-Qaeda group possesses chemical and nuclear weapons. But, while the English-language newspaper carries a clear message from Bin Laden that he has access to such weapons, he makes no such claim in an Urdu-language version of the interview.
Pakistani journalist Hamid Mir, the editor of the Urdu-language newspaper Ausaf, conducted the interview with Bin Laden, who is widely held responsible for the suicide attacks on the United States two months ago.
Dawn's English version quotes Bin Laden as saying: "If America used chemical and nuclear weapons against us, then we may retort with chemical and nuclear weapons. We have the weapons as a deterrent."
Mr Mir then asks Bin Laden