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Tiefsinniges

Nachdem das Internet ja angeblich auch zur Weiterbildung genutzt werden kann (hab ich irgendwo gehört  ):
hier ist eure Chance!
Die untenstehenden Themen hab ich alle aus dem Buch "Zusammenhänge" von Hoimar von Ditfurth (erschienen bei rororo-Sachbuch). Allerdings sind sie zum besseren Verständnis (auch meinerseits) nochmal von mir zusammengefaßt.
Gedacht hab ich mir das Ganze einfach nur als Denkanstoß.

Neu: # 12



1. In der Biologie wird zwischen Menschen und Menschenaffen unterschieden, wobei Schimpanse und Gorilla zu letzteren zählen. Dabei sind sie mit dem Menschen näher verwandt als mit dem Orang-Utan, wenn man sich den prozentualen Unterschied in der DNA ansieht.
Diese Tatsache ist eine der vielen Manifestationen der "Anthropozentrik", d.h. daß der Mensch sich selbst in den Vordergrund stellt, ob bewußt oder unbewußt.

2. Evolution → wer sagt, daß wir das Endziel sind? Vielleicht ist der 'heutige Mensch' das fehlende Bindeglied zwischen Mensch und Tier.

3. Die Frage danach, was nach dem Tod kommt, müßte man eigentlich auch auf das, was vor der Geburt war, beziehen.

4. Das Universum ist nicht unendlich. Beweis: wenn es unendlich wäre, wäre der Himmel nachts nicht dunkel (aufgestellt von Wilhelm Olbers).
Die Helligkeit eines Sterns und sein Durchmesser nehmen bei wachsender Entfernung immer mehr ab, aber nur in geometrischer Progression. Die Zahl der in der jeweils betrachteten Raumkugel enthaltenen Sterne hingegen wächst mit zunehmender Entfernung viel schneller, nämlich in der dritten Potenz.
→ In einem unendlichen Universum müßte es eine Grenzentfernung geben, von der ab die Zunahme der Sterne die Abnahme ihrer Helligkeit kompensieren würde. Unendlich groß würde schließlich bedeuten, daß jede Entfernungsgrenze überschritten wird.
Die Grenzentfernung läge laut Berechnung in etwa bei 10 hoch 20 = 100 Quadrillionen Lichtjahren. Eine reale kosmische Entfernung liegt aber bei 10 bis höchstens 100 Milliarden Lichtjahren (geschätzt nach dem Alter des Universums und der möglichen Ausbreitung).
→ Das Universum kann nicht unendlich sein.

5. Experimente haben gezeigt, daß Pflanzen nicht etwa in der normalen Erdatmosphäre am besten wachsen, sondern in einer künstlichen Luft mit weniger Sauerstoff und mehr CO2.

Ohne Pflanzen und Photosynthese wäre der Sauerstoffvorat der Erde nach ca. 3 Jahrhunderten verbraucht. Aber: Als es noch nur Pflanzen gab, war Sauerstoff Abfall, da ihn niemand brauchte → Pflanzen liefen Gefahr, am Sauerstoff zu ersticken.
Dann erst entwickelten sich Lebewesen, die Sauerstoff verbrauchten. (→ Pflanzen liefern uns Sauerstoff; wir liefern Pflanzen Kohlenstoff.)
Große Mengen Kohlenstoff gingen dem Kreislauf verloren, weil sie nicht (in Form von Pflanzen) von Tieren gefressen wurden, sondern abgelagert und zu Sedimenten wurden. Folglich sollte dieser Kohlenstoff dem Kreislauf für immer entzogen sein, aber: der Mensch entwickelt sich und eine Technik, um Kohle zu fördern, und führt durch Verbrennung den Kohlenstoff zurück in den Kreislauf.


6. Die Wissenschaft wird immer unanschaulicher, je größer die Distanzen und Geschwindigkeiten (im All) bzw. je kleiner (Elementarteilchen) sie wird. Deswegen wird der Bau der Welt im Ganzen vermutlich unserer Vorstellung für immer unzugänglich bleiben.
Unser Gehirn ist eben nicht zum Erkennen der Natur gedacht, sondern für das Überleben einer Spezies (z.B.: Höhen erscheinen uns höher, als sie eigentlich sind, damit wir nicht runterspringen). Von 4 Dimensionen (3xRaum plus Zeit) können wir nur 3 verstehen.
Erstaunlich ist, daß wir diese Grenze zumindest teilweise durchstoßen können - durch mathematische Symbole.

7. Die Möglichkeit der perfekten Reduplikation von Bildern - wäre das wünschenswert?
a) Wertverlust: sicher, aber schließlich geht es darum, die Kunst für die Allgemeinheit zugänglich zu machen, nicht um Geld!
b) Ehrfurcht vor Künstler und Original: wäre wohl geringer; aber: früher haben Maler (auch heute weltbekannte) ihre Bilder nicht einmal signiert.
c) Kein Gedränge in Kunstgalerien oder Museen mehr.
d) Museen wären keine Pilgerziele mehr, sondern "Eichämter".

8. Vor Kopernikus glaubte man, daß der Mensch und die Erde im Mittelpunkt des Weltalls stünden. Dann, vor ca. 400 Jahren, sah man sich plötzlich der Vorstellung ausgesetzt, daß dies nicht der Wahrheit entsprach. Die Idee eines kalten, lebensfeindlichen Universums entstand, in dem der Mensch völlig isoliert war.
Doch auch dies stimmt so nicht ganz. Lebensfeindlich ist das Universum neueren Erkenntnissen zufolge nämlich nicht.
Zum Beispiel: Ohne den Mond könnten wir nicht existieren, denn er löst die Gezeiten aus, die die Erdumdrehung unmerklich abbremsen und dadurch das irdische Magnetfeld entstehen lassen, das uns vor einer besonders harten Strahlung der Sonne schützt.
Ohne den Sonnenwind (von der Sonne kommende Protonen und Elektronen) wären unser gesamtes Sonnensystem der tödlichen Höhenstrahlung des Weltalls ausgesetzt.
Auch die Struktur und die Gestalt der Milchstraße selbst sind wesentliche Faktoren.
Dies alles sind Voraussetzungen für unsere Existenz - also kann von "lebensfeindlich" wohl kaum die Rede sein.

9. Wenn sich Überlebende einer Katastrophe treffen, reden sie von den Zufällen, die ihnen das Leben gerettet haben. Man fragt sich nun, ob eine solche Häufung von Zufällen überhaupt sein kann.
Die Antwort ist: ja, denn die Menschen, denen nicht ein Zufall das Leben rettete, sind tot. D.h., wir sehen nur die Seite der Statistik, die überlebt hat.
Dasselbe Prinzip gilt für die Evolution. Wenn der Mensch sich fragt, wie es sein kann, daß eine solche Ansammlung zufälliger Fakten ohne "Hilfe von oben" zustande kommen konnte, vergißt er dabei die unzähligen Versuche der Evolution, die fehlgeschlagen sind.

10. Anthropozentrik
Manche Menschen argumentieren gegen die Existenz außerirdischer Lebensformen, indem sie sagen, die glückliche Verkettung von Zufällen, die zum Homo sapiens führte, kann sich unmöglich wiederholen. Dieses Argument hat zwei Schwachstellen:
a) Wer sagt, daß Außerirdische einen Organismus haben, der dem des Menschen auch nur im entferntesten ähnelt?
b) Nicht der Mensch war das Ziel und die Evolution hat auf ihn hingearbeitet, sondern: Aus den gegebenen Voraussetzungen hat sich der Mensch entwickelt. Wenn die Atmosphäre einen geringeren Sauerstoffanteil besessen hätte, sähe der Home sapiens heute eben anders aus.

11. Warum blühen verschiedene Blumen immer in einer bestimmten Jahreszeit?
Ganz früher wurden sie nur durch den Wind bestäubt - ziemlich unpraktisch.
Dann durch Insekten; damit wurde sichergestellt, daß die Pollen zu einer anderen Blüte gelangten, aber nicht, daß diese Blüte der eigenen Art angehörte.
Deshalb entwickelten sich unterschiedliche Düfte, Farben und Formen. Und nachdem ein räumliches Umziehen für die Pflanzen nicht möglich war, wichen sie eben in die zeitliche Dimension aus → jede Art bemüht sich, eine möglichst leere Lücke zu finden.
Pflanzen "nutzen" übrigens nicht nur Insekten "aus", sondern auch den Menschen! Wir richten den Blumen mit den auffälligsten und schönsten Blüten in Gärten eigene Lebensräume ein und verteidigen sie auch noch gegen Konkurrenten.

12. Der Bereich, in dem der Mensch sich als zu einer Gruppe zugehörig betrachtet, ist im Laufe der Zeit immer größer geworden. In der Steinzeit war es noch nur der eigene Stamm; dann später das Dorf, der Stadtstaat, der Nationalstaat, und heute sogar die Kontinentalblöcke Ost-West. Die Grenzen, hinter denen das Fremde, das "Feindlich" beginnt, wurden immer weiter hinausgeschoben.
Dummerweise können diese Grenzen aber inzwischen nicht weiter verschoben werden. Mit der relativen Befriedung der Machtblöcke Ost-West braucht die Menschheit ein neues Ziel für ihre Aggressivität. Eine Möglichkeit wäre da natürlich der Weltraum: sobald uns das erste echte UFO in den Schoß fällt, wäre das Problem gelöst.

Mehr kommt noch - ich werd versuchen, einmal wöchentlich einen neuen Eintrag zu verfassen!
 
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