Große und kleine Tiere
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Eule Li

Eule Li fliege

Deine Flügel

sind die Liebe

 

Deine Liebe fühlt

wie Dein Flügelspiel

im Nachtwind kühlt

 

Spüre sacht

wie der Mond erwacht

in Deiner Nacht

 

Verhängt von Nacht

drängt Deine Liebe sacht

vorwärts zu dem neuen Tag

 

Denn auch der Mond

wer weiß das schon

ist der Sonne lieber Sohn

 

Eule Li, bring dem Tag

was die Nacht

Dir beigebracht

 

Lebe uns die Liebe vor

die im Tageslicht erfror

Christus ist in Dir geborn

 

kohle 2003

 

Lila Eulen im Weltraum

Die schönste Eule

ist lila

Sie leuchtet

nachts im Weltenraum

Die Sterne scheinen

für LilLly

Nachts erscheint

sie mir im Traum

 

Mond und Sterne

rollen durchs All

LilLly spielt gerne

mit ihnen Ball

 

Nachts fliegt sie Sterne sammeln

zu entfernten Sonnen hin

Denn sie kullert gerne Marmeln

in die schwarzen Löcher rin

 

Wenn ich einmal groß bin

und meinen Körper los bin

Dann hüpf ich in den Weltenraum

und werd ihr eine Kugel klaun

 

Kohle 2002

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Eulen in der Nacht

Eine Eule fliegt ins Fenster,

verkleidet wie eins der Gespenster

In´ner Tüte übern Kopf

ist ein Ohr hineingestopft

Damit niemand sie entdeckt

ist auch die Nase reingesteckt

 

Eule Eule Muschelmaus

huscht damit von Haus zu Haus

Sie raschelt an den Jalousien

damit die Menschen sie hochziehn

Den Wind saugt sie sich aus´se Federn

und bläst ihn gegen Fensterläden

 

Uhle Eule Unkenlicht

alle Fenster öffnen sich

Hüpf unter den Gardinensaum

lehr die Menschen Deinen Traum

All Dein Wissen, liebe Weise

schenkst Du uns auf Deiner Reise

 

Deine Augen lehren mich

meine Augen ehren Dich

Wer, Du Königin der Nacht

hat Dir das alles beigebracht

isses der Mond oder ein Genie

oder einfach nur Magie?

 

Kohle 2002

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Eulenauge

Kommt ´ne Eule geflogen

fliegt geradeaus

mit´nem Bogen

auf mein Haus

 

Ich lach und gucke

Durch die Dachluke

hüpft sie rein

auf einem Eulenbein

 

Große gelbe Augen

die mir den Atem rauben

strafen mein Gelächter

Mir wird immer schlechter

 

Ihre Augen reden

Ich sehe Worte leben

In mein Herz kratzt

die Eule jeden Satz

 

Über fliesst mein Blut

Mit soviel Wissensflut

Der Pegel steigt

Das Hirn ist erreicht

 

Gedanken schweben

und werden klar

Meine Blicke kleben

an der Eule Augenpaar

 

Sie fliegt in meine Augen

Irre wird mein Blick

Ich will davonlaufen

Doch ich kann nicht zurück

 

So sind wir nun eins

Eulenauge und meins

Mit Stolz im Blick

verschmolzen im Glück

 

Kohle 2002

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Eulenerotik

heute bin ich ganz allein

willst Du mein lila Sternchen sein

Dann zeig ich gerne Dir mein Heim

Doch komm erst nachts im Mondenschein

 

klopfe dreimal an die Scheibe

in dem Fenster meiner Bleibe

wenn ich an Deinen Federn reibe

ernenn ich Dich zu meinem Weibe

 

Bis der Silbermond erblindet

und im Ozean verschwindet

treiben wir es beide munter

und schlucken Deine Weisheit runter

 

Kräht der Hahn zum erstenmal

steck ich Dich in den Hühnerstall

Dort darfst Du bis abends pennen

zwischen meinen anderen Hennen

 

Kohle 2002

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Die Gesänge der Nachteulen

Kohle heißt der alter Hahn

Er ist zwei Meter groß

Eine Eule hat´s ihm angetan

Sie sitzt auf seinem Schoß

 

Wenn abends der Mond erwacht

singt sie leise ein Lied zur Nacht

wenn dieses Lied vergeht

weint der alte Hahn und kräht

 

Mehr als jedes Hühnerei

liebt er dieses Lullaby

Sogar

die Hühnerschar

auf der Hühnerstange

lauscht noch lange

 

Danach heulen sie sich an

Die Eule und der Hahn

Denn sie hebt ihre Schwingen

und muss noch für andere singen

 

sie will in Menschenherzen dringen

und ihnen ihre Weisheit bringen

Doch verstopft sind Menschenohren

Sie muss erst tiefe Löcher bohren

 

Menschen schlafen in ihren Nestern

Vergessen nicht den Tag von gestern

Träumen von dem Tag danach

Nichtmal nachts sind sie wach

 

Wenn jedoch der Mond erwacht

hören sie leise das Lied zur Nacht

Doch sie können nichts verstehen

Die Eule weint bis die Hähne krähen

 

Kohle 2002

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lila Eule

Eine Eule

holte mich gestern Nacht

und hat mich heute

zurück gebracht

 

ich sah sie nicht

doch plötzlich stand

ihr Schatten im Mondlicht

auf der Fensterbank

 

lila ihr Gefieder

würdevoll ihr Blick

Sie setzte sich nieder

und ..... schwieg

 

In ihrer Augen Schein

sah ich voll Erstaun´

und fiel hinein

in einen tiefen Traum

 

Der Mond ist unser Zeuge

meine Seele war hellwach

Ich umschlang die Eule

Wir flogen in die Nacht

 

Ihre Flügel tanzten

bis der Tag anbrach

Meine Seele bangte

bei jedem Flügelschlag

 

Wir flogen immer höher

vorbei am Morgenstern

Ein Sternbild rückte näher

es war der Große Bär

 

Bis an den Rand der Ewigkeit

sollte die Reise gehn

Dort wo die Uhren jederzeit

sich ohne Zeiger drehn

 

Dort angekommen

gab es Nichts zu sehn

Winzig wurd der Kosmos

und ward nicht mehr gesehn

 

Doch die Eule flatterte weiter

denn ihr Herz ratterte heiter

flog zurück zum Fensterrahmen

wo wir den Ausflug unternahmen

 

Sie hat meine Seele zurückgebracht

als der Körper vom Schlaf erwacht

müde reib ich mir die Augen

kann das alles garnicht glauben

 

"Ich hatte heut nacht einen Traum

in meiner Seele sei der Weltenraum"

Mein Blick sieht durchs Fenster fern

und landet auf dem Morgenstern

 

Jetzt wird der Traum wieder wahr

Jetzt weiß ich wieder was geschah

Nun ist die Eule wieder da

Und erzählt mir was geschehen war

 

Kohle 2002

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Maifalke

Der Mai wird bald kommen

Der Falke schwärmt schon aus

wenn die Knospen sich sonnen

bricht das Licht sie auf

 

Der Herr verneigt sich

denn herrlich zeigt sich

Blütenfrisch das junge Glück

in des Falken klaren Blick

 

Lieber Falke

bleib der alte

tanz mit Deinen Schwingen

im Blühen und zum Singen

 

um eines bitt ich Dich,

wenn Du die Muse siehst

vergesse nicht

dass Du sie küsst

 

Kohle 2002

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Frühlingspiepsen

Falken und Piepsen,

sind mir die liebsten

wie sie schwingen

wie sie singen

und dabei den Frühling

bringen

 

reißt die Fenster

und Ohren auf

sie tragen den Lenz

zum Herz hinauf

 

Kohle 2002

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Libellen

Wen die Libelle

sticht

und beisst

der vergisst die Stelle

nicht

und weiss

warum sie Teufelsnadel heisst

 

Aus Millionen Facetten

in den Augen der Libellen

brechen starre Lichtzellen

Sonnenlicht zu Lichterketten

 

Licht hat Millionen Aspekte

die der Mensch nie entdeckte

Doch im Prismenauge vom Insekt

ist die Vielfalt des Lebens versteckt

 

kohle 2002

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Klein Biberherz

Drei Biber bauten einen Damm

bevor der große Regen kam

Biberfrau und Bibermann

Schleppten Holz und Zweige an

 

Stämme wurden angenagt

bis der Baum erzittert

Sie fällten ihn mit einem Schlag

Klein Biberherzchen bibbert

 

Die Biberburg ist aufgebaut

von Kind Frau und Mann

Der Fluss hat sich aufgestaut

vor dem Biberdamm

 

Doch in den Bergen grollen

Wassermassen die herunterrollen

Wolkenbrüche spülen Schlamm

ins kleine Tal zum Biberdamm

 

Die Sturmflut naht ungestüm

Die Biber können nicht mehr fliehn

Fünf Meter hoher Wellengang

Die Biberburg kracht und wankt

 

Am Bibereingang brüllt die Flut

Klein Biberherz verlässt der Mut

Verzweifelt setzt er sich zur Wehr

Stämme fliegen kreuz und quer

 

Wenn der Gründungspfahl noch fällt

dann zerbricht die Biberwelt

erbarmungslos brüllen die Gewalten

drei Biber an, die den Pfahl festhalten

 

Wild schlagen ihre Biberkellen

Gegen die tosenden Wasserwellen

Da wirft der Sturm ein letztes Mal

die Wasserwand gegen den Gründungspfahl

 

Wütend frisst die gierige Gischt

sich in den Pfahl bis dass er bricht

Krachend zerbricht die Biberburg

Drei Biber unter sich begrub

 

Kohle 2002

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Der gestiefelte Kater

Wenn es um mich schlecht steht

Und mir garnicht recht geht

Dann fett ich die Stiefel ein

Und gieß Olivenöl hinein

 

Schieb´ den Kopf mit aller Kraft

Hinunter in den Stiefelschaft

Die Nase ist schon eingedrückt

Das rechte Ohr ist abgeknickt

 

Sanft schieb ich ihn weiter vor

Hinüber übers linke Ohr

Sollte es nicht weitergehn

Komm ich auf dem Kopf zu stehn

 

Ein Fetischist hat empfohlen:

Gleite weiter zu den Sohlen

Hat Dein Mund den Steg geküsst

Dann weißt Du dass Du unten bist

 

Tief steck ich im Schaft

Ganz ohne Bein

Nur Olivensaft

Läuft in meine Nase rein

 

Nach Stunden der Stille

In Schweiß und Qual

Befreit Gottes Wille

Mich vom Ritual

 

Kohle 2002

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Wolfsbrut

Nachts um Zwölfe

erblicken vier Wölfe

das Licht der Welt

unterm Sternenzelt

 

Sie schützt das Rudel

der Familie

wo die Wölfin sie knuddelt

mit viel Liebe

 

Sie werden gefüttert

von der Mutter

Sie kämpft erbittert

um jedes Gramm Futter

 

Sie üben sich

In der Beutehetze

und brechen nicht

die Rudelsgesetze

 

Manchmal heulen die vier

durch das ganze Wolfsrevier

bis zu fernen Orten

und lauschen nach Antworten

 

Doch alles schweigt

Nur Hunger zeigt

sich seit Tagen

Einsam knurrt der Magen

 

Winterschlaf ist angesagt

hoch im tiefen Norden

Wölfe gehen auf Großwildjagd

Und sammeln sich in Horden

 

Sie töten um zu leben

Es gibt auch andere Wesen

Die leben um zu morden

und verdienen dafür Orden

 

Kohle 2002

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Bienen und Brummer

Bienchen auf dem Blütenblatt,
trinke Nektar, werde satt
sammel Honig aus dem Blütenduft
wenn ein süßes Lied Dich ruft

Lasse die Immen
nicht aus den Augen
Ihre summenden Stimmen
werden auch Deinen Honig saugen

Verlockend tropft der Götter Gabe
aus dem Kelch der Honigwabe
Folg dem Duft in jene Stadt,
die kein Mensch erschaffen hat

Kohle
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Edental

In Eden wachsen seltene Pflanzen
zwischen Moos und Blumenkohl
die im Garten Eden tanzen
wenn die Nacht den Tag einholt

Ihr Gesang der leisen Töne
raunt der Abendsonne zu:
Gute Nacht Du Gold´ne Schöne
Tauch ins Meer da hast Du Ruh

Vater Mond und alle Katzen
wecken sie zum Nachtappell:
runter von den Schlafmatrazen
schiebt die Nacht vors Sternenzelt

Und der Eule, dieser Weisen
legen sie was zu lesen hin
Sternenscharen ziehen leise
zu dem neuen Morgen hin

Wenn die Morgensonne weckt
das verschlafene Edental
haben die Pflanzen sich versteckt
und schlafen wie an jeden Tag

Kohle
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Eselei


Alter Esel trabe weiter
verzweifelt ist Dein Geisterreiter
Was an Dir ist wichtig?
garnichts machst Du richtig

sagt Dein Reiter hotte hüh
schreist Du altes Zottelvieh
fängt der Reiter an zu wein´
beisst Du ihm ins Reiterbein

Gibt man Wasser Dir zu saufen
willst Du keinen Schritt mehr laufen
Benutz mal Deine Grütze
wozu bist Du bloß nütze?

Tret nicht nach dem Reiter aus
bring ihn unversehrt nach Haus
Schau nicht nach den Haferflocken
die Dich von dem Weg weglocken

Eselsohr frag den Wind
ob die Wege gerade sind
flüstert er, der Weg sei krumm
kehre schon beizeiten um

hast Du dann nach vielen Tagen
den Geisterreiter heimgetragen
bedankt er sich für das Geleit
und sagt, was bist Du Esel doch gescheit

Kohle
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Ferkel und Bär

Ein Ferkel quiekt
Ach lieber Bär
werf mir geschickt
den Spielball her

Das Bärchen
bläst in die Runde
Es fliegen die Härchen
an seinem Munde

Der Balli hupft
im Blaskonzert
und tupft
dem Ferkel auf ´m Stert

Das Ferkel quiekt
Au mi o mein
Eine Borste piekt
ins Bällchen rein

Aus das Spiel
von Ferkel und Bär
Sie pusten noch viel
doch der Ball bleibt leer

werfe nie
auf keinen Fall
ein Borstenvieh
mit einem Ball

Kohle
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Fliegen

Wenn Du einmal fliegen willst,
stell Dich auf einen Fliegenpilz
Vom Pilz die Fliegen heben dann
zu den Wipfeln Dich hinan

Ruder kräftig mit dem Arm
sonst fällst Du noch aus dem Schwarm
Willst Du zur Erde wieder runter
sing das Fliegenlied ganz munter

"Fliegen, Flügel, flattert flugs
raus aus meiner Jack und Buchs"

Sanft zur Erde wirst Du sinken
Von oben siehst Du Flügel winken
Ganz behutsam unverletzt
Wachst Du auf im Spinnennetz

Gefesselt in den Spinnenfäden
musst Du nun an der Erde kleben
Deine Liebe klebt im Kokon
Nur die Spinne lebt davon

Macht Gier und Dukaten
sie haben Dich verraten
Unbarmherzig beugen sie
Deine Seele in die Knie

Keine Kraft aus eigner Hand
Löst Dich von dem Kettenband
Wohin führt diese Lebensbahn?
Immer tiefer in den Wahn!

Doch ein kleiner Punkt in Dir
Wird nicht geraubt von Geld und Gier
Es ist nur ein atomarer Fleck
Unbesudelt, frei von Dreck

Schenk ihm Licht
Nur einen Spalt
Du glaubst es nicht
Wie es dann knallt

Der Kettenpanzer, er verschwindet
Wenn das Licht den Eingang findet
Doch nicht alles was Dir dann begegnet
Ist von Gottes Hand gesegnet

Kohle
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Frösche unter sich

Ein Frosch der fing drei Fliegen
doch er kam ihnen zum erliegen

es waren die drei Sybillen
er war ihnen stets zu Willen

sie lockten ihn mit Sirenen
und hörten nicht sein Stöhnen

Jede war eine Loreley
nicht an einer kam er vorbei

Er baute ihnen ein Haus ohne Tür
da leben sie nun alle Vier

So jetzt zieh ich mich zurück
mein Frosch im Hals hüpft wie verrückt

Kohle
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Gevatter Bär

Am Boden liegt die Bärenhaut
aus der ein Bärenauge schaut
Ich setz mich auf das Bärenfell
Der Bär, er schaut zu mir vergrellt

Wer, so fragt der Zottelbär,
gab Dir Trottel ein Gewehr?
Warum musste ich dran glauben?
Musstest Du mein Leben rauben?

Deine Kugel zerriss die Kraft,
mit der ich für meine Brut geschafft
Meine Frau war gerade trächtig.
Und Du findest Dich noch prächtig

Wer wird Ihnen Lachse fangen,
sie beschützen, wenn sie bangen?
Leblos sind die großen Pranken,
die dafür den Flüssen dankten

Nachts wenn der Kamin noch knistert
hört er wie die Bärin flüstert:
Fürsten, Mächte der Natur
Wozu starb der Vater nur?

Kohle
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Honiggold

Folg unbeirrt dem inneren Ruf
Wie die Biene dem Blütenduft
Geraden Blickes und mit offenen Augen
Wirst Du aus jeder Blume Honig saugen

Kohle
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Hundeleben

ein Hund stahl eine Wuddel
die hat er gleich verbuddelt
in die Erde tief in Dreck
blub, da war die Wuddel weg

Ein Trecker fuhr den Hund zu Brei
blub, schon war die Wuddel frei
vom Hund blieb nur der halbe Schwanz
doch die Wuddel, sie blub ganz.

Kohle
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Idylle

Wir sitzen auf der Veranda
einer neben dem andern
und schauen auf die Blütenpracht
die der Frühling uns gebracht

Vor uns summt ein Bienenschwarm
denn heut scheint die Sonne warm
Eine brummende Hummel
sitzt auf einem Blumenstummel

Eine Drossel sucht nach Krumen
zwischen all den Osterblumen
Kater Bobby, rund
und dick
läuft der Mund
und giert der Blick

Und die Sonne wärmt die Erde
dass sie endlich wärmer werde
Doch eine breite Wolkenfront
verhängt bereits den Horizont

So klappen wir die Stühle ein
und gehn zurück ins Haus hinein
Im Bienenschwarm wirds auch ganz still
weil er zurück ins Körbchen will

Die Drossel sieht vor lauter Schreck
den Kater und fliegt eilends weg
Nur Bobby, der hat keine Bange
er läuft zu den Hühnern unter die Stange

Die Wolken platzen mit Donnerschlag
und waschen die Erde für den nächsten Tag
Am Fenster hinter den Gardinen
wart ich auf Drossel, Kater und Bienen

Kohle
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Käfighaltung

Auf den Käfig
legt die Katze
schläfrig
ihre müde Tatze

Nicht gefallen
dem Piepser
ihre Krallen
diese Piekser

Zusammengekauert
und ganz zittrig
duckt sich im Bauer
der Wellensittich

Och Du dumme Kuschelkatz
husch runter vom Gehäuse
Komm nie mehr an diesen Platz
Jag Fliegen oder Mäuse

Und die Katze hört man schnurren
Heut gab es mein Leibgericht
Vogel Piep hör auf zu knurren,
einmal noch verschon ich Dich

Will der Sittich sich befrein
kriecht die Katze in den Käfig rein
Freiheit hat Du erst erreicht
wenn Dein Schatten von Dir weicht

Kater Kohlo
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Kohlmeise

Piep piep piep
ich habe eine Meise
die ist lieb
wohin ich auch reise
ich nehm sie mit

sie braucht kein Futter
nur ein bischen Licht
alles ist in Butter
wenn sie zu mir spricht,
wie eine Mutter

piep piep piep
Ihr habt alle eine Meise
darum hab ich Euch so lieb
auf die große Reise
nehmt mich bitte mit

Kohlen(g)ruß
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Krabbeltiere


Was für ein Krabbeltier
Kribbelt da im Nacken mir
Es ist eine von den Zecken
Die mich immer so erschrecken

Was fällt diesem Käfer ein
Was sucht der an meinem Bein
Los zurück in die Büsche
Wenn ich Dich nochmal erwische

Und es zwickt und gruselt mich
Mir ist schon ganz duselig
Am ärgsten sind die kleinen
Flöhe mit den kurzen Beinen

Die Läuse beißen wie verrückt
Irgendwann beiss ich zurück
Irgendwann wenn ich begraben
können sie mich inclusive haben

kohle
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Mysterienvogel

Mysterienvogel, Deine Schwingen
Sollen mich nach Hause bringen
Unter Deinen Krallen
Soll die alte Stadt zerfallen

Sei Wächter vor der neuen Stadt,
die von freien Maurern erschaffen ward
Deine Fittiche bergen diese Welt
Unter dem neuen Himmelszelt

Zeig den Menschen mit Herz und Verstand
zu schmieden den Rohling im Lebensbrand
zum Schlüssel für die goldenen Türen,
die in das neue Lichtreich führen

Dein Blick umfaßt jede Sphäre
Deine Fänge das Gewürm
Deine Flügel alle Meere
Deine Wacht ist unser Schirm

Kohle
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Rheingold

Bis zum Knie steht er im Rhein
da schürft er sich das Rheingold rein.
Dann steigt er in ´nen Schipperkahn
und zündet sich ein Nordlicht an.
Schnell schreibt er eine Mail als Reim
Hängt sie ´ner Möwe an ihr Bein

Die Möwe macht ´nen großen Bogen
kommt Kohle auf sein Dach geflogen
Kohle jauchzt vor Hochgenuß
Schickt mir ein Hering seinen Gruß?
Doch Jonathan die Möwe schreit "nein"
Dein Freund steht bis zum Knie im Rhein!

Was führt mich in verschiedene Foren?
Das langsame Erwachen und der Zauber der Morgenröte
nach einer schwer verhängten Nacht

Mein schönstes Forum ist das Leben
Dafür würde ich mein Leben geben

Kohle
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Schnupperfisch

Schnupperfisch
Schwimmt durch die Meere
Durchkämmt die Gischt
Taucht herauf aus tiefer Leere
Wo kein Ton zu hören ist

Überall
Strömen und Fließen
Das Wasser schwallt
auf ihren Füßen
ohne Halt

Über sich
Zählt sie die Wogen
Bis das Ufer sie zerbricht
Fragt den fernen Regenbogen
Woher kommt Dein buntes Licht

Sturm kommt auf
Er peitscht die Wellen
Jagt sie vor sich her zu Hauf
Blanker Hans steigt aus den Höllen
Brüllt sein Lied im Sturmgebraus

Fisch und Welt
Umringt das Toben
alles auf den Kopf gestellt
Die Welt bleibt bei den Titanen oben
Das Fischlein in die Tiefe schnellt.

In den tiefen Gründen
Wo sich kein Tropfen regt
Wird Fischlein etwas finden
Was tief ihr Herz bewegt
Und befreit von allenSünden


Am Meeresgrund
Von Algen umrungen
Da glitzert rund
Der Ring der Nibelungen
Zu jeder Stund

Schupperfisch
Hält den Ring aus Licht
Das nicht erlischt
An ihr Herz ganz dicht
Und die Stille spricht:

Unlösbar ist der Welt Geschlinge
Vieles schadet, manches nützt
Doch im Glanz dieser Ringe
Bleibst Du ewiglich geschützt
Trag sie stets am Finger

Kohle
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Sst...summm

flieg ins Licht
kleines Insekt
was hat Dich
im Schlaf geweckt?

flieg nicht zurück
in alte Träume
vom Erdenglück
im Schatten der Bäume

Meine Ohren kreisen
ein Nasenflügel bebt.
Lass Deine Flügel reisen,
ihr Schwirren mich belebt

Das Summen Deiner Flügel
dass mir so sehr gefällt
singt mit der Schar der Vögel
stimmt ein ins Lied der Welt

Kohle
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Urwaldperle

Jumbo heißt der Elefant
und tanzt auf allen Vieren
Er springt den Dschungelweg entlang
umringt von wilden Tieren

Trompetend bläst er im Duett
mit dem Gebrüll der Affen
Der Tiger im Gebüsch versteckt,
zieht lauernd seine Waffen

Hoch in den Wipfeln schreien,
verdeckt vom Blätterwerk
erregt die Papageien
damit man sie bemerkt

Nur die Trommel hör ich nicht
Sie schläft noch mit den Schlangen
Doch im silbrigen Sternenlicht
Kann ich den Klang empfangen

Dies Lied steigt aus den Sümpfen auf
dort wo der Lotos blüht
vereint sich mit der Sterne Lauf
der durch die Himmel zieht

Ein Staubkorn sanft heruntersinkt
aus dieser stummen Welt
und in mein Herz als Perle dringt.
Ich tausch sie nicht für Geld

Kohle
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Vogelbauer

Wenn ich ein Vöglein wär,
flög ich jetzt zu Dir her
mit meinem Vogelbauer
der schützt vor Regenschauer

Ich sitz auf Deinem Kopf ganz lieb
und flüster in Dein Ohr:" Tschiep, piep"
Doch Du schaltest, wie gemein,
Dein Hörgerät nicht ein.

Du wirst mich nie verstehn
Kannst nicht mein Herzleid sehn
Reißt mir meine Federn raus
Sperrst mich ins dunkle Vogelhaus

Niemals mehr hörst du mich krähn
Wirst mich nur ohne Federn sehn
Unser beider Liebesglück
Hast Du mit einem Hieb zerdrückt.

Kohle
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Vogelstimmen

Gottes Wort
ist ein Lied
Er gab es fort
einem Vogel mit

Von einsamen Gletschern
hör seine Lieder
ich zwitschern
im bunten Gefieder

Auch in den Niederungen
wird das Lied gesungen
Von vielen Papagein
mit einer Kette am Bein

Der Text ist bunt
das Gefieder stumpf
Dies Lied ist leer
Es klingt nicht mehr

Flieg Vöglein, bring
den Klang mit Deiner Stimm
Dass jeder Ton vibriert
von Perlen reich verziert

Öffne meinen Käfig
flüster in mein Ohr
Meine Seele schläft nicht
sie singt im Welten Chor

Kohle

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