Wein und Geist
Ein Geist der aus der Flasche schwebt
und mich dann auf die Bretter legt
der hat mich besonders lieb
wenn ich entgeistert vor ihm lieg
Drum halte ich den Geist verborgen
in einer Flasche unterm Korken
und ohne aufs Etikett zu stieren
lass ich mich vom Bukett inspirieren
Kohle 2003
Abschied vom Meer
Schwer rollt die Nordsee
und zerrt am Anker schwer
ein Orkan der bevorsteht
jagt übers wankende Meer
Fest verzurrt das Getäue!
Schotten dicht! Den Anker frei!
In den Masten das Sturmgeheule
Der blanke Hans naht mit Geschrei
Aus dem Norden grollt es schon
Das Inferno kommt angebraust
Die Horde der blauen Wolkenschwadron
ergreift das Schiff mit eiserner Faust
Schon peitscht die Gischt
übers stöhnende Deck
und wischt
die Sturmlaterne weg
Ein Mast kracht von Bord
in die schwarze Nacht
Massen nasser Wassermacht
reißen ihn für immer fort
Brüllend greift die Wellenwand
die entlang der Reling tost
nach dem Schiff mit nasser Hand
und reißt die ersten Planken los
Umgeben von des Sturmes Gewüte
ich traue meinen Augen nicht
flackert in der Kapitänskajüte
ein schwaches trübes Kerzenlicht
Gestützt an die Wand
seh ich den Alten
mit zittriger Hand
das Kruzifix halten
Als ein Brecher die Tür aufbricht
und an seinen Beinen hochkriecht
da ist sein Blick nach oben gericht
ein Murmeln von seinen Lippen spricht
Aus schwarzer Tiefe steigt das Nass
in seine Kleider
erreicht die Schultern fast
und steigt weiter
Eine Bugwelle
zertrümmert die Kajütenwand
Leer ist die Stelle
wo eben der Käptn´noch stand
Ein Wellenturm
vier Meter breit
hebt den Rumpf
Das Boot wird entzweit
Das Schiff zerbricht
und der Morgen an
Aufklart die Sicht
über den gesunkenen Kahn
Bewegungslos der Meeresspiegel
der das Versunkene versiegelt
Nur eine Hand ragt aus dem Nass
und hält ein Kruzifix umfasst
Sanft löst die Morgenbrise
das Kreuz aus der erstarrten Hand
Der Tote sinkt in Meerestiefe
Zum Himmel steigt ein Lichterband
Kohle 2003
Der Quell der eigenen Idylle
Es grünt das schöne Heimattal
Zur stillen Freude viele mal
Ich stieg zum Quell am Gletscherbach
Und sann über meine Freude nach
Ein Tropfen aus dem Felsen sprang
Den ein Sonnenstrahl umschlang
Sie stürzten beide viele mal
Hinunter in mein Heimattal
Ich hört der Lerche Frohgesang
Als sie den kühlen Tropfen trank
Ich hört ihr Lied noch viele mal
dort drunten aus dem Heimattal
Am Uferrand die Blumensamen
taufte der Tropfen auf ihre Namen
in meinem kleinen Heimattal
blüht meine Freude tausendmal
Ich spürt der Liebe Wellenschlag
Am trüben und am hellen Tag
Ich fand in meines Herzens Stille
Einen Quell voll freudiger Idylle
Eine Rose war dort grad erblüht
Hat ihren Duft ins Blut gesprüht
Es strömte aus des Herzens Stille
Der Quell voll freudiger Idylle
Vom Wohlgeruch benommen
Sind Gedanken aufgekommen
in ihrer Freude und Stille
wird die Welt zur Idylle
Rosenduft will ich Dir schenken
Soll auch Deine Gedanken lenken
In großer Freude und aller Stille
Zum Quell der eigenen Idylle
Kohle 2003
Das Fenster
Zu dem Fenster im Haus
in den Obergeschossen
sehe ich hinauf
Der Zugang ist verschlossen
Ich komm nicht ins Haus
und seh keine Tür
die zum Zimmer hinauf
mit dem Fenster führt
Aus den Häusern der Stadt
hör ich es munkeln
Es gebe einen Pfad
nur im Dunkeln
Ich hab es gewagt
zu später Stund
und öffne den Schacht
in den Untergrund
unter mir liegt
dunkel ein Gang
mit Eisenstiegen
in nasser Wand
ich zwänge
mich beim Laternenlicht
in die feuchte Enge
wo der Lichtstrahl erlischt
Totenstill ist es
Von weit fern
verstummt schriller
Staßenlärm
Steige aus Eisen
bei jedem Schritt
knirschen und kreischen
in den Ohren mit
Endlich bin ich drunten
und tret auf Watte
Ich blick nach unten
und steh auf ´ner Ratte
Tot ist sie
Schon seit Stunden
hat das arme Vieh
keinen Ausgang gefunden
Vor mir liegt ein Abzweig
der mir meine Richtung zeigt
Von der Decke nass und dick
fallen mir Tropfen ins Genick
Tastend führen meine Hände
mich entlang der Mauerwände
verletzen sich an Mauerhaken
die rostig aus den Mauern ragen
Der Weg nimmt kein Ende
Vorbei an vermoderten Türen
tast ich durch verschimmelte Gänge
die über Stufen und Winkel führen
Links, rechts nach oben und unten
Geruch von Schwamm macht sich breit
Die Orientierung ist verschwunden
Es bleibt nur noch Einsamkeit
Angst steigt auf und würgt
Grabesstille dröhnt in den Ohren
Wenn ich in ein Loch stürz
dann bin ich verloren
Schwarze Nacht
in einem nassen
Abwasserschacht
Völlig verlassen
Leere schreit
in beide Ohren
In Ewigkeit
bin ich verloren
Wohin ich denke
fühle und spür
Es beben die Wände
um und in mir
Wie ein Express
rast Wahnsinn an
Nichts hält mich fest
Nicht mal ein Bann
Bitterlich jammer ich
Jämmerlich zitter ich
Von Ferne dünnes Kammerlicht
das durch einen Türspalt bricht
Das Lichtlein war so dünn
als täusche mich mein Sinn
Doch mein Sehnen gilt nur ihm
Geb mich ganz dem Lichtlein hin
Selbst wenn kein Licht da war
Aber Hoffnung war doch da
dass in allertiefster Not
Hilfe aus dem Nichts sich bot
Weiter will ich mich nun wagen
die Arme überm Kopf verschränkt
um den Kopf nicht zu einschlagen
falls die Decke sich niedersenkt
Ab und zu und dann beständig
stößt meine Hand an Gestein
Schließlich kriech ich auf Händen
in einen leeren Raum hinein
Es ist als schimmert Deckenlicht
Meine Hände strecken sich
zitternd übern Kopf entlang
und fassen einen Gitterfang
Ich zieh mich hoch
an Gittergestängen
Durch ein Loch
kann ich mich zwängen
Auf der Roste knie ich nieder
Hierher hab ich mich geschleppt
Kraftlos klappern meine Glieder
gegen eine Wendeltrepp´
Die erste Stufe fühlt sich anals sei sie hoch wie ein Mann
Mühsam hab ich mich erhoben
Und langsam nach oben gezogen
Achtmal muss ich Stufen klimmen
um die Treppe zu bezwingen
Dann stoß ich an die gesplitterte Decke
deren Licht ich schon unten bemerkte
Matt schimmert Licht aus Deckenrissen
die eine hölzerne Falltür umschließen
Auf meinen beiden Schulterblättern
heb ich ächzend die Platte aus Brettern
Aufgerichtet stehe ich
seh ein Gemach
im Mondeslicht
grell wie der Tag
Keine Tür führt herein
nur die Platte aus dem Schacht
der Mond tritt durchs Fenster ein
und lacht die ganze Nacht
Ich schaue über Dächer
bis zum Horizont
Hier und da Gelächter
Es schweigt der Silbermond
Vereinzelt seh ich Lichter
in Fenstern dieser Stadt
Dahinter fahle Gesichter
im Mondenschein ganz matt
Sie können nichts verstehen
Weil alles was ich erzähle
sich an dem Fenster bricht
Ich gebe ihnen Zeichen
vom Weg den ich schon ging
Ihr Auge kann mich nicht erreichen
Es ist im Mondlicht blind
Sie suchen nach den Türen
nur bei lichtem Tag
die in das Zimmer führen
wo das Mondlicht lacht
Kohle 2003
Der alte Hans und das Meer
Mächtig ruht das Meer in seinem Becken. Nur Horizonte scheinen seine Freiheit zu begrenzen. Aus seiner Tiefe steigen vergessene Luftblasen zum Licht auf. Unermesslich klein in seinem Boot dümpelt der alte Hans zwischen den Titanen und ihren Elementen.
Zwischen Hans und dem Meer
treibt ein kleines Boot daher
Füße, Schuhe und auch Socken
alles bleibt beim Rudern trocken
Die Sonne blinzelt friedlich runter
Fischlein tummeln sich gar munter
Doch da kommt die Wolke sieben
von einem Pustewind getrieben
Der Wind verschluckt sich beim Pusten
und beginnt ins Meer zu husten
direkt vor Hansen´s Boot
Und schon geht´s Tanzen los
Eine Hustenwelle steigt
aus des Meeres Unterleib
hebt das Boot auf ihren Kamm
und dem Hans wird ganz warm
Das Boot wippt auf der Welle
an des Wassers höchster Stelle
Doch es kippt das Gleichgewicht
als die Woge zusammenbricht
Mächtig rumpelt es im Rumpf
Wasser kriecht in Schuh und Strumpf
Abwärts geht die Wasserfahrt
in das Wellental hinab
Entsetzt flieht ein Fisch
dem der Bug entgegensticht
Nass sind jetzt nicht nur die Socken
der ganze Hans ist nicht mehr trocken
Doch der Pustewind kommt schnell
und trocknet ihm das nasse Fell
Den Rest trocknen Sonne und Wind
Während Hans die Socken auswringt
Kohle 2003
Gedicht an meine Mutter
Liebedein ach liebe Deern
mein Herzel wird von Dir erwärmt
errötend flüster ich Dir zu
Liebedein hör mir mal zu:
ich hab die letzte Nacht geträumt
Dein Antlitz hätt mein Herz umsäumt
Herzensbanden
gewunden zu Girlanden
wehten durch die klare Nacht
umwanden Deiner Haare Pracht
Über meines Herzens Grund
sah ich ´ne ganze Stund
Deinen leuchtenden Mund
rot wie Burgund´
weich und rund
Liebedein
ach wie fein
beug Dich nieder
sing die Lieder
die meine Seele hört
sie fehlen mir sehr
kohle 2003
heilige Nacht im Norden
Im Herbst beugten sich die Obstbäume unter der Last
um in Demut ihre Früchte weiterzugeben
Heute nacht neigten sich die vereisten Kronen wieder
und sahen auf die Wiege ihrer Wurzeln zurück
kohle 2002
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Krieg
Kreuzzug gegen die Afghanen
Völker schwenken ihre Fahnen
Auch der Deutsche Bundestag
hat zum Einmarsch bunt geflaggt
Bündnistreue und Solidarität
weil´s um Macht und Dollars geht
und die Presse schreit ins Volk:
Deutschlands erster Panzer rollt
Stell Dir vor, in Dein Land
kommen Truppen reingerannt
Brennen Deine Heimat ab
werfen Deine Frau in Grab
Und in der Ferne schreit ein Mann
Wir dachten, sie war eine Taliban
Auf der Flucht verhungert Dein Kind
Eine Granate macht Dich blind
Schmerzen auch die Wunden schwer
Deutschland Du bleibst solidär
Ein Fresspaket und ´ne kleine Spende
Reinigt Deine befleckten Hände
Kohle 2002
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Lass funkeln
Die Erde lebt vom Äther der Sonne allein
atmet ihn in Flächen und Tiefen hinein
berauscht sich am Klang von Vibration
Leben tanzt durch jedes Atom
Formen und Gestalten
sind vom Äther trunken
Sie halten
sich selbst fürs Leben
Doch sie verklumpen
wenn die Äther entschweben
Bestehen bleibt nur Lebenskraft
aus der Sonne kochendem Saft
Sonnenkraft bannt die Bahn
auf der die Erde leben kann
Erde, Du Perle im Lichtermeer
Die Sonne spült Leben zu Dir her
Gottes Atem schürt diese Glut
Bläst Leben in das Sonnenblut
Ständig umgeben
Von ungebändigtem Leben
durchziehen Planeten den Ätherstrom
mit glühenden Funken in jedem Atom
Macht Euch die Erde untertan, ruft
die spirituelle Sonne bis zu Uranus
Nur der Mensch kann es verstehen
und an die Materie weitergeben
In sein Herz sind eingedrungen
der Sonne ihre Geistesfunken
Lasst funkeln
Eure Glut in der Nacht
damit aus dem Dunkeln
ein Weltbrand entfacht
Die Geistsonne wird nicht verglühen
Am letzten Weltentag
fallen vom Himmel Rosenblüten
und eine neue Erde herab
Kein Schatten unterbricht ihren Strahl
denn ihr Licht strahlt nicht zentral
In den Herzen der Menschen versunken
strahlt ein Sternenmeer leuchtender Funken
kohle 2002
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Meeresstimmen
Sie raunen am Ufer
bei Tag und bei Nacht
Und begrüßen Besucher
die der Weg hergebracht
Stimmen der Küste
an den Grenzen der Zeit
Dein Herz hört sie flüstern
aus der Ewigkeit
Aus den Landestiefen
pilgert der Sucher herbei
weil Stimmen ihn riefen
an die Grenzen der Zeit
Der Sucher bleibt
so lange er kann
Doch der Westwind treibt
ihn zurück in sein Land
Er steht verwegen
auf dem Felsenriff
Wartet in Sturm und Regen
auf das Himmelsschiff
Alles was er besessen
konnt er nicht behalten
Es wurde zerrissen
von den Naturgewalten
Herauf zog eine Wetterwand
Sturm heulte auf
Der Vollmond verschwand
hinter Wolken zu Hauf
Eine Flutwelle brach
die Deichkrone ab
Der Sucher lag
im Seemannsgrab
Aufgelöst
in der Ewigkeit
Fern vom Getöse
unserer Zeit
tönt sein Gesang
zum Wellengang:
Ich bin das Meer
Komm zu mir her
Trink Tiefe und Stille
im Sturmgebrülle
roll Deine Tränen
ins Sturmgebraus
Ich wasche aus ihnen
Perlen heraus
Doch leg aus der Hand
was Dich hält an Land
Denn all diesen Tand
spuck ich auf den Strand
Ebbe und Flut
Wandel der Gezeiten
schlecht oder gut
Nichts wird bleiben
Das Meer wirft
seinen Abfall ans Land
Alles verdirbt
in der Sonne verbrannt
Kohle 2002
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Das Märchen vom Heiligen
Meistens steckt er im Glockenturm
Und hält sich dort verborgen
Er hämmert gegen die Glocken Sturm
vor der Messe am Sonntagmorgen
Dem Küster ist das auch bekannt
Und will den Heiligen vertreiben
Er reisst wie wild am Glockenstrang
Doch der Heilige will bleiben
Der Diener holt all seine Kräfte heraus
Doch im Turm bricht lautes Gelächter aus
Des Dieners röchelndes Stöhnen
der Glocken gröhlendes Dröhnen
und des Heiligen heiteres Geschrei
ruft eilends die Gemeinde herbei
Zur Messe sind nun alle versammelt
Das Kirchenportal wird zugerammelt
Nun wird gesungen und gepredigt
Und die Seelen ihrer Sünden entledigt
Doch überm Kirchenschiff da sitzt
Der Heilige und grinst verschmitzt
Er sieht auf Menschen in den Bänken
deren Arme die Herzen verschränken
Lichtbälle wirft er ihnen hinunter
"Fangt auf und werdet endlich munter"
Und das Herz eines Gläubigen spricht
"Mensch, greif zu und öffne mich"
Und der Mensch, er hebt die Augen
Was er sieht will er nicht glauben
Im Kirchenschiff strahlen lauter Funken
Ein Sternenregen kommt heruntergesunken
Und darüber frohlockt voller Glanz
der Heilige mit dem Glockenstrang
Der Glockenstrang dort niedersinkt
Wo ein sehnendes Herz ihm entgegenwinkt
So zieht der Heilige aus irdenem Schacht
ein Herz, das sich aus dem Dunkel gewagt
Doch die Gemeinde singt weiter verzückt
"Herr, gebe uns Gold, Gesundheit und Glück"
Kohle 2002
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Seewetterbericht
Windstärke zehn
Wolkenwand
Regenböen
peitschen aufs Land
Zehn Meter Sicht
Die See geht schwer
Ein Schifferlicht
flackert im Meer
übers Vordeck rollt
schäumende Gischt
Ein Brecher die volle
Breitseite erwischt
Schiffsplanken dröhnen
in brüllender See
Sie ächzen und stöhnen
bei Windstärke zehn
buten und binnen
kochendes Nass
das Schiff am sinken
voll wie ein Fass
Backbord
die Sandbank
Da kracht schon
die Wandung
Die See still und starr
Dünung von Westen
Was gestern geschah
ist heute vergessen
Ob Seeleute ertranken?
Ich weiss es nicht
Es hat nichts gestanden
im Seewetterbericht
kohle 2002
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Stalingrad
Sie kauften seine Jugend
für ein Gewehr in der Hand
Es blieb nur eine Tugend,
Volk und Vaterland
Sie sangen Heimatlieder
im Männerchor der Front
dann erstarrten seine Glieder
vor Stalingrad vor Frost
Sie gaben ihm zu essen
Suppe kalt und fad
Die Tugend wurde vergessen
hinter Stacheldraht
Sie haben ihn entlassen
der Zug hielt Bahnhof Zoo
Der Bahnhof war verlassen
und seine Familie tot
Sie kauften sein Schaffenwollen
für eine Picke in der Hand
Er blieb im Kohlenstollen
und zerstieb die schwarze Wand
Es zerhämmerten die Steine
unter seinem kahlen Schlag
Nachts hörte man ihn weinen
im Traum vor Stalingrad
Sie gaben ihm zu essen
im Pflegeheim nah der Stadt
Er hat die Steine vergessen
doch nicht den Stacheldraht
Kein Mensch verkaufte ihm Liebe
Die Hand blieb ohne Trost
Er wünschte er wär geblieben
vor Stalingrad im Frost
Kohle 2002
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Gruß an Dein Herz
Weihnachten steht vor der Tür
Ein klopfendes Herz fragt nach Dir
Öffne ihm Dein kleines Heim
Lass es nicht alleine sein
Gebe ihm ein wenig Licht
Mehr Geschenke braucht es nicht
Nimm nur seine Freude wahr
Sie strahlt in Dir das ganze Jahr
Kohle 2002
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Der Weihnachtsbäcker
Mein Kiefer ist geschwollen
von einem Christstollen
Klaben habe ich gekauft
und auf Kieselstein gekaut
Ich warf die Kettensäge an
damit ich´s Brot zelegen kann
Nur Meißel und Hammer
schnitt das Brot auseinanner
Es gibt ´nen Bäcker in der Stadt
der ´ne Maurerlehre hat
die Pflaster auf´m Bürgersteig
sind gebacken aus Kuchenteig
Bei meines Bäckers Kunden
sind die Backenzähne verschwunden
Sie essen nur noch Sahnestücke
aus des Bäckers Kuchenspritze
Kohle 2002
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Windgeflüster
Still mein Kind
hörst Du nicht
wie der Wind
zu Dir spricht?
Er stiehlt
Dir jedes Wort
und flieht
damit weit fort
Er trägt
Worte zu Dir her
Und legt
Sie an Dein Gehör
In den Niederungen
in Baum und Strauch
Wird sein Lied gesungen
vom raschelnden Laub
Gleich wird es laut
leg die Ohren an
Was sich da zusammenbraut
das ist ein Orkan
Trutz Blanke Hans
im Sturmgebraus
Auf schäumendem Kranz
tobt er sich aus
Wenn der Wind sich legt
wird´s wie es immer war
Kein Lüftchen sich regt
Nur Stille, unwandelbar
Kohle 2002
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Windmusik
Es tanzt die Welle
von Stelle zu Stelle
sie tanzt um den Mond
der im Wellental wohnt
es kullern die Tränen
weil sie sich sehnen
ins Meer voll Schweigen
wo Perlen aufzusteigen
es rauscht die Muschelschale
zum leisen Gesang der Wale
eine Träne singt vergnügt
mit den Wassertropfen ein Lied
Die Kerzen der Nacht
werden entfacht
Mond und Sternenheer
behüten das Weltenmeer
Kohle 2002
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Abschied
Manch schöne stille Stunde
hab ich bei Euch verbracht
Und in der kleinen Runde
ein Ständchen aufgesagt
Die Zeit geht nun zu Ende
wie alle Uhren der Welt
Ich reich Euch meine Hände
und Licht das Euch erhellt
Kohle
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Der Heizer
Der Heizer auf der Harz-Waldbahn
wollt durch die Schweiz zum Schwarzwald fahrn
Er schaufelt Kohle aus dem Tender
So schnauft die Bahn durch viele Länder
Der Dampf entweicht mit schrillem Pfiff
Ein Seemann ruft entsetzt: " Ein Schiff!"
Die Gleise werden rot vor Wut
Aus der Lok spuckt weiße Glut
Vor Schreck erblasst ein Schrankenwärter
Selbst die Weichen werden härter
Der Heizer steht im Heizerraum
Er hält das Feuer fest im Zaum
Doch weit voraus das Unheil naht
Ein Kind sitzt auf dem Gleis und blaht
Das Ungeheuer stinkt und kracht
Er rast zum Kind das winkt und lacht
Der Heizer mit erstarrten Blick
Sieht kein Entrinnen, kein Zurück
Wie der Blitz in aller Schnelle
Reisst er die Kohlen aus der Hölle
Dann mit einem gewagten Schwung
Federt er ab zum verzweifelten Sprung
Zwei Meter vorm Zug setzt er auf
Und die Lok kommt angeschnauft
Der Heizer, er hat keine Wahl
Greift er das Kind oder der Stahl?
Ein Stoßgebet zum Himmel hinauf
Dann nimmt die Bahnfahrt ihren Lauf
Der Heizer hetzt mit eiserner Miene
Stählern singt die gequälte Schiene
Ich seh noch wie er´s Kind ergriffen
Im weißen Qualm vom Koloss umpfiffen
Der Heizer schreit
Das Kindlein weint
Es ist befreit
Dem Mann fehlt ein Bein
Kohle
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Erinnerung
hier am schönen Nordseestrand
liegt mein neues Heimatland
Lange kann ich nicht verweilen
Denn Wind und Wogen eilen
in ein anderes Land voraus
hin zu meines Vaters Haus
Lichter in meinen Träumen
die das Dach umsäumen
weisen mir den Weg dorhin
wo ich einst geboren bin
Mit meinen Gedanken fliege
ich zu meiner Seele Wiege
Meine Erinnerung bringt die Kraft
die mir den Weg zurück verschafft
Zwölfmal über Brücken gehn
und nicht in die Tiefe sehn
Dann seh ich die Heimatstadt
die kein Mensch errichtet hat
Kohle
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Friedenszug
Diesen Zug muss keiner führen
Dieser Zug fährt von allein
Offen sind hier alle Türen
Offener kann keiner sein
Dieser Zug kennt keine Schranken
Und er fährt mit Volldampf durch
Vollbeladen mit Gedanken
Ohne Kampf und ohne Furcht
Dieser Zug besteht aus Frauen
Und aus Männern dieser Welt
Die in eine Zukunft schauen
In der nur noch Frieden zählt
Dieser Zug fährt auf Gleisen
Von der Väter Hand gelegt
Mit uns singt Stahl und Eisen
das den Zug des Friedens trägt
Brüder lasst die Fäuste offen
Schwestern hebt das Herz zum Schlag
denn ein Licht hat uns getroffen
das uns bringt den neuen Tag
Kohle
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Glaube, Hoffnung, Tod und Liebe
Dein Glaube wärmt Dich mit seinem Strahl
Die Hoffnung schimmert von Ferne ganz fahl
Dazwischen hängt eine goldene Schnur
hoch zu den Bergen leuchtet die Spur
Erst auf den Zinnen empfängst Du ganz nah
den Strahl der Liebe, unwandelbar
Doch es wird kalt an Deinen Füßen
Weil sie bereits die Erde verließen
Du verlierst den Halt Deiner Hände
weder Boden, Dach noch Wände
Nur das Grauen hält Dir die Stange,
Du verlierst sie nicht, keine Bange.
Hilflos versinkst Du im schwarzen Loch
Erträgst Du Deinen Wahnsinn noch?
Dein Zittern schwillt an zur Vibration
Die ersten Nerven zerreissen schon
Das Blut ist bereits in den Adern geronnen ...
Doch es war nur ein Traum, von Kohle gesponnen
Weiter träumst Du viele Jahre
von der Wiege bis zur Bahre
Bis der Urschrei Dich erlöst
und Du nun nicht länger döst
Deine Seele ist aufgerüttelt
die Fesseln werden abgeschüttelt
Zu voller Größe aufgerichtet
hat sie Welt und Wahn vernichtet
Kohle
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Glück auf
Glück auf mein Freund, Glück auf
Begleite mich ein Stück zu den Bergen hinauf
lass den Schlüssel in der Morgenröte blinken,
uns den Tau aus Quellen trinken
Gleichgesinnte sollen sich zu uns gesellen
und mit ihrem Licht den Pfad erhellen;
wir sehnen und nach Wiederkehr
vom Feindesland ins Weltenmeer
Kohle
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Das Grab
Fest umkrallt leere Hand
schwarze Muttererde
fühlt das feuchte Heimatland
alter Väter Erbe
Fest geschlossen
beide Lider
Zeit verflossen
Kommt nicht wieder
Fest verbunden
tiefe Gefühle
schließen Wunden
mit Tränenkühle
Leichte Hände
ruhelos spüren
über Wände
keine Türen
leicht der Schnee
sinkt auf die Narben
verweht das Weh
erstickt das Klagen
leichtes Schimmern
erfrorener Herzen
in den Zimmern
verloschene Kerzen
Das Leben ist dem Tod geweiht
Die Seele der Unsterblichkeit
Kohle
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Kinderkaserne
Ich möchte nochmal zur Schule gehen
Mit ´ner Tüte im Schulhof stehen
Kinderaugen strahlend vor Glück
Der erste Schultag kommt angerückt
Geheimnisvoll duftet der Tornister
Ich fühl mich weise wie ein Magister
Da steht auch schon der Direktor
Mutter stellt mich ihm direkt vor
Daneben lacht mein Klassenlehrer
Er hat schon eine Masse Verehrer
An jedem Finger
ziehen fünf Kinder
Er ist völlig umzingelt
Bis es endlich klingelt
Jeder strömt zur Schule rein
Ich möchte nochmal Schulkind sein
Lauter Gedichte will ich schreiben
Und immer 1. Klasse bleiben
Erste Klasse bleibst Du erst
Wenn Du nicht versetzet wirst
Nächstes Jahr nimmst Du zum Dank
wieder eine Tüte in Empfang
gehorche nicht den Leistungszwängen
lass Dich nicht vom 1. Platz verdrängen
kohle
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Kreta
Der Götter Liebe Überfluss
verschmilzt in Deinem Felsenguss
Deiner Sonne gleißender Strahl
schmiedet die Menschen zu Edelstahl
Unter meinen Füßen im Sand
vibriert reine Kraft im Feuerbrand
Blaues Meer ziert Deine Hüften
Oregano schwebt in Deinen Lüften
Du Urgestein, das nicht zerbricht
bist das Fenster zu meinem Licht,
Kreta.
Kohle
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Perlenhochzeit
Die Aura sendet hell ihr Licht,
doch ich eil, beachte es nicht
Jedes Licht, dass ich erkenn,
zeigt nur den Kreis, in dem ich renn,
fällt trügerisch in meine Augen
vermittelt mir nur Aberglauben
Das Licht nach dem ich späh,
ist ein Stern den ich nicht seh.
Eine Perle in des Herzens Gruft,
die unhörbar meinen Namen ruft.
Wenn alles um mich versinkt,
hör ich wie die Perle singt:
Komme heim auf sieben Wegen
Lasse Dir ein Lichtkleid weben
Betritt darin den goldenen Saal
Ich erwarte Dich zum Hochzeitsmahl
So tauch ich in das Herzenstief
Zu der Perle, die mich rief
Kohle
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Rübezahl in Ratibor
In Ratibor leben Mädchen, gar hold
Das hat der liebe Gott wohl so gewollt
Fürst Ratibor hat eine auserkoren
und ist verliebt über beide Ohren
Lisa heißt die Schlesierin
Von schönem Wuchs und edlem Sinn
Aus ihrem Mund glänzen Perlen
Wenn sie lacht mit den Kerlen
Engelhaft ist ihr Gesicht,
aber fliegen kann sie nicht
Doch aus der Berge dunklen Höhlen
hör ich einen Unhold gröhlen
Alles Leben will er zermalmen
Doch auch sein Herz beginnt zu qualmen
Er sieht in Lisas liebes Gesicht:
"Nur diese eine, die will ich!"
Mit einem großen Zauberwort
lockt er die Ahnungslose fort
Er sieht nicht ihrer Bäche Tränen,
spürt nicht ihr Herz zum Fürst sich sehnen
Nur ein Acker voller Rüben
ist ihr als Ersatz geblieben
Jede dieser Früchte erfüllen
einen Wunsch nach ihrem Willen
Doch das sehnend Herz muss dürsten
Keine Rübe bringt ihr den Fürsten
Auch der Unhold bald verdrießt
weil zwischen beiden garnichts fließt
Ach wie seufzt sie da "Oh weia,
wie befrei ich mich vom Freier?"
Und sie lockt mit schönen Tönen:
"Möchtest Du mich mal verwöhnen,
bestehe vorher eine Probe,
Dir zur Ehr und mir zum Lobe"
Geh zum Acker Rüben zählen,
ob nicht wieder welche fehlen.
An dem Ergebnis seh ich dann
ob Du bist ein richtiger Mann"
Und mit Schweiß auf Stirn und Zunge
haut er ab, der große Junge
Rübenzählen vor und zurück
das Herz macht seinen Kopf verrückt.
Endlich nach dem zehnten Mal
hat er die gewünschte Zahl
Doch Lieschen will nicht seine Liebe
Sie zieht hervor ´ne Zauberrübe
und wünscht sich ein geflügeltes Pferd
Mit dem sie den Rüben den Rücken kehrt
Flugs verschwindet sie im Wind
Reite hurtig, schönes Kind
Auch der Rübenzähler eilt zurück
Im Kopf ´ne Zahl und das Erdenglück
Doch zu Hause gibt´s ein Mordsgeschrei
Er schlägt alle Rüben und Bäume zu Brei
Mit einem Satz springt er auf s Haus
Und späht nach der Entfleuchten aus.
Sie reitet im Mondlicht mit wallendem Haar
Die Türme von Ratibor sind schon ganz nah
Der Riese brüllt einen Fluch hinterher,
doch dieser, Gott sei dank, erreicht sie nicht mehr
Den Fürsten im Arm,
ihre Wangen noch heiß
die Herzen wurden warm
bei der Hochzeit in weiß
Und durch die Berge ein Riese rennt
Den jeder Schlesier Rübezahl nennt
Kohle
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Shamballah
Es werden Augen erblinden
und Herzen erwachen
Das Licht wird uns finden
und den Geist entfachen
Der Kopf wird entmachtet
Kein Herz mehr geschlachtet
Zwölf Tore öffnen die neue Stadt
die den Namen Shamballah hat
Suchst auch Du ihre lichten Wände?
Sie sind Dir näher als Deine Hände!
Kohle
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Sinn des Lebens
Wie oft frag ich vergebens
Nach dem Sinn des Lebens.
Wachsen, fallen und vergehn,
wie wird es danach weitergehn?
Das Reich der Schatten und Dämonen
werd ich nach meinem Tod bewohnen.
Im Engelhimmel oder als Satansbraten
werd ich befunden nach meinen Taten
Atem bläst mich auf die Welt,
ein Same aus den Sternen fällt
Tief ins Saatgut eingebrannt
ist die Matrix aus Schicksals Hand
Die Unruh meiner inneren Uhr
begleitet mich auf dieser Tour
Die Zeiger zittern beim Stundenschlag,
wann wohl die letzte kommen mag?
Und die Stille flüstert mir zu,
Wanderer hier gibt's keine Ruh.
Erst wenn Deine Sterne vergehen
wird ein neuer Himmel entstehen
Kohle
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Spaziergang am Deich
Nordwest vor der Waterkant
bringt uns Duft von Salz und Tang
Schaumkronen werden blank gefegt
eine Welle hat sich an Land gelegt
Stein mit Moos überzogen
Möwen kommen vorübergezogen
Am Ufer dicht an dicht
flüstert leise Schilfröhricht
Wasser, modrig und grau
Spiegel von Wolken und Himmelblau
Kohle
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Stumme Stimme
Stimme meiner Seele,
Du Majestät der Stille
flüster mir das Wort vom Anfang
Dein Gesang betört das All
Deine Schwingen
oh Fürstin der Dunkelheit
durchrauschen das Meer der Triebe
trocknen meine Tränen im Sonnenwind
Dein Schrei
Mutter meiner Seele
Ruft mich in die Heimat meiner Väter
In die Stadt mit den zwölf goldenen Toren
öffne mir
Geliebte meiner Nächte
die Siegel zu Deinen Gemächern
zu den zwölf Toren der einen Liebe
Kohle
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Wangerooge
Ich geh am Strand von Wangerooge
und nehm ein Meeresbad
Frech neben mir auf einer Woge
da wippt ´ne Möwe auf und ab
Sie kam hierher in wildem Flug,
arg gescheucht vom Sturm
Ein Lichtstrahl der sie sicher trug
strahlt leuchtend aus dem Turm
Vom Leuchtturm schallt ein heller Gruß:
"Komm her zu mir mein Kind"
Eine Krabbe zieht an meinem Fuß
Ich betret das Labyrinth
Fern ist die Heimat und nah das Weh,
was ich im leuchtenden Turmlicht seh
Über den Schatten seh ich Strahlen winken
Helfende Hände lassen mich nicht ertrinken
Brüder und Schwestern, mir zittert die Hand
Doch stärker als alle Illusionen
ist die Sehnsucht nach jenem Land
wo keine Schatten wohnen
Kohle
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Wein
Eine gute Flasche Wein
Mundet meiner Zunge fein
Doch trink ich keinen Moselwein
danach pinkel ich in die Hose rein
Auch bei einem Moseltröpfchen
läufts durch die Hose mir ins Töpfchen
Von einem Gläschen blauen Burgunder
werd ich blau wie durch ein Wunder
Bekömmlich ist jedoch ein Riesling
weil ich danach ein Weinlied sing
Lieblich ist Liebfrauenmilch
von lieben Frauen für mich alten Knilch
Doch vom echten Muskateller
werd ich auch nicht gerade heller
Hell begeistert
und aufgeweckt
hat mich Kellergeisters
Frühstückssekt
Am liebsten zapf ich Wasser an
aus dem Fass zu Kanaan
Dieser Quell wird niemals mehr
durch mein Saufen jemals leer
Weingärtner wär ich gerne
in des Herrn Wein-Zisterne
Für trockene Kehlen will ich pflücken
und die durstigen Seelen beglücken
Köstlich quillen dort die Reben
Traubenquellen voller Leben
räkeln sich im Lichtergleiss
durchdrungen von des Weines Geist
Drum nicht verzagen
und weiter zechen
an dunklen Tagen
in hellen Nächten
Kohle
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Weinkarte
Eine gute Flasche Wein
Mundet mancher Zunge fein
Ein echter Muskateller
Bewegt die Zunge schneller
Auch ein Moseltröpfchen
Steigt eilig in das Köpfchen
Während eine Flasche Sekt
Müde Geister wieder weckt
Beim schweren Burgunder
Erlebst Du´s blaue Wunder
Vorsicht beim Riesling
Er bekommt nicht jedem Fiesling
Nach einem Schluck Liebfrauenmilch
Lieben Frauen jeden Knilch
Kohle