|
Die Depression verstehen
1.Was ist eine Depression?
Der Fachbegriff "Depression" beschreibt einen Zustand seelischer
Bedrücktheit - und oft auch körperlichen Leidens, der den gesamten
Organismus und alle Lebensbereiche umfassen kann.
Körperliches Wohlbefinden, Gefühlswelt,Lebenswille und Arbeitskraft
sind gleichermaßen von den Folgen dieser Erkrankung betroffen.
Bedrücktheit und Stimmungstiefs sind normaler Bestandteil unseres
Lebens und sind den meisten von uns aus eigener Erfahrung bekannt.
Mit einer Depression haben solche Zustände jedoch nichts zu tun.
Erst wenn solche Stimmungstiefs länger anhalten, immer häufiger auf-
treten und das gesamte Verhalten beherrschen, kann dies auf das Vor-
liegen einer Depression hindeuten. Die entgültige Diagnose kann jedoch
nur ein Arzt stellen.
Nicht selten liegen aber auch scheinbar rein körperlich begründete
Schmerz- oder Spannungszustände wie Kopfschmerzen, Verkrampfungen in
Brustkorb, Bauch oder Gliedern vor, die so nur von Spezialisten als
depressiv bedingt erkennbar sind.
Anders als ein psychisch gesunder Mensch, findet der Depressive nicht
selbst aus dieser seelischen Störung heraus. Die Depression ist des-
halb - genauso wie organische Krankheiten - als ernsthafte Erkrankung
einzustufen und bedarf ärztlicher Behandlung.
2. Der depressive Mensch in Partnerschaft und Ehe
In der Partnerschaft oder Ehe können durch die Depression erhebliche
Probleme auftreten. Interesselosigkeit, Gleichgültigkeit und
Hoffnungslosigkeit, aber auch Klagen des depressiven Partners, können
das Leben zwischen beiden Partnern abkühlen und verarmen lassen.
Liebe und Zuneigung, sexuelles Interesse und Attraktivität nehmen ab
und können sogar vorübergehend in Abneigung und Abwehr umschlagen.
Vorwürfe von Lieblosigkeit, Untreue etc., die der Depressive an den
Partner richtet, sind durch die Depression verursacht. Der Depressive
beurteiltdie Dinge nicht mehr wirklichkeitsgerecht, sondern durch die
"schwarzgetönte Brille" und glaubt nicht an die Besserung seines Zu-
standes. Fehlbewertungen, Umdeutungen und ständige Selbstanklagen
zerren an den Nerven der Partner. Gutgemeinte Aufmunterungen sollten
den depressiven Menschen nicht unter Druck setzen, sondern ihn stützen
und entlasten. Spannungen und Unzufriedenheit in der Partnerschaft,
Ehe und Familie sollte man nicht "unter den Teppich kehren", sondern
gemeinsam besprechen. Auch dafür gibt es Hilfe beim Arzt.
|