Konzept für die Arbeit der Betriebsseelsorge Traisental:
Präambel
Die Betriebsseelsorge Traisental ist Kirche in der Arbeitswelt. In ihr arbeiten Frauen und Männer haupt- und ehrenamtlich zusammen. Sie ist eine Form der kategorialen Pastoral, kooperiert mit KAJ und KAB und steht in gegenseitiger Ergänzung zur territorialen Pfarrseelsorge.
Unsere Begegnungsorte sind "Zentren" der Kommunikation und Bildung, sowie Orte der Entspannung und des Feierns.
Sie sind offen für alle, besonders für Frauen, Männer und Jugendliche, die Interesse haben, ihr Leben zu reflektieren und solidarisch zu handeln.
1. Für wen sind wir da?
Für Jugendliche, Frauen und Männer, die in der Produktion, Verwaltung und Dienstleistung tätig, oder von Arbeitslosigkeit betroffen sind:
Wir wenden uns an Frauen und Männer,
▪ die in untergeordneten Positionen beschäftigt und damit auch gering entlohnt sind;
▪ die in ihrem Arbeitsfeld leitende Funktionen übernommen haben;
▪ die in Betriebsräten und Personalvertretungen tätig sind;
▪ in atypischen Beschäftigungsverhältnissen;
▪ die arbeitslos sind;
▪ die in keinem Erwerbsarbeitsverhältnis stehen (Hausfrauen und -männer, PensionistInnen);
▪ Lehrlinge, SchülerInnen aus berufsbildenden Schulen und Arbeitslose.
2. Vision für unsere Arbeit
3. Welche Spiritualität leben wir?
Ausgangspunkt und Ziel ist das Leben der Menschen.
Im Vertrauen auf die Botschaft eines befreienden Gottes, wie sie in der Geschichte der Menschen offenbar wird, schöpfen wir die Kraft und den Mut zu einem neuen Miteinander, zu einer umfassenden Option für das Leben und zum Widerstand gegen lebenszerstörende Strukturen.
Unser Umgang miteinander beruht auf der in Gott begründeten Würde eines jeden Menschen - gemäß dem Grundsatz von Josef Cardijn: "Jeder junge Arbeiter und jede junge Arbeiterin ist mehr wert als alles Gold der Erde!"
4. Arbeitsbereiche und Arbeitsweisen:
a) Betriebe und Außenkontakte:
- Kontakte zu den Betrieben aufbauen und systematische Betriebsbesuche in der ganzen Region Traisental
- In den Betrieben Einladungen, Angebote und Zeitschrift ‚Bewusstsein’ verteilen und Gespräche und Begleitung in seelsorglichen Fragen anbieten
- Verschiedene Andachtsformen für ArbeitnehmerInnen anbieten – Kirche in der Arbeitswelt!
- Zusammenarbeit mit Betriebsräten und Personalvertretungen ( Begleitung, Praxisreflexion, Gesprächskreise) & Fortbildungen für Betriebsräte (Kommunikationsfähigkeit, Stressbewältigung, Teamentwicklung.....)
- Begleitung von ArbeitnehmerInnen und BR bei Betriebsschließungen, Verlagerungen, Entlassungen usw.
- Öffentliche Stellungnahmen zu aktuellen Fragen in der Arbeitswelt
- Solidarische Teilnahme an Veranstaltungen der Arbeitnehmervertretungen
- Kontakte zu Pfarren herstellen, bzw. Pfarren für die Arbeitswelt sensibilisieren
- Begegnungsmöglichkeiten zwischen SeelsorgerInnen, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen schaffen (Betriebsbesuche, Aktionen, Bildungsveranstaltungen,...)
- Begleitung von Fachausschüssen Berufs - und Arbeitswelt im PGR
- Mitwirkung an gesellschaftspolitischen und entwicklungspolitischen Initiativen und Zusammenarbeit mit NGO’s in diesen Bereichen
- Kontakte zu ÖGB und AK (& ähnlichen Organisationen) wahrnehmen und mit gesellschaftspolitischen Gruppen kooperieren
- Kontakte mit Arbeitslosen und Initiativen mit ihnen und Arbeitslosenprojekten
- Kontakte zu Unternehmensleitungen und Personalabteilungen sowie zu Wirtschaftskammer, AMS, Arbeitsinspektorat u. a. Behörden
b) Veranstaltungen:
- Organisieren von Bildungsveranstaltungen z.B. Sozialstammtische, Diskussionsrunden, Filmabenden etc.
- Gottesdienste und spirituelle Angebote anbieten (sozialpolitisches Abendgebet, monatliche Eucharistiefeier in Herzogenburg, Hauskreis in St. Pölten, Bibelwanderwoche, Adventwanderungen, Bibelrunde, …)
- Bildungsveranstaltungen auf Dekanats- / Gebiets- und Gemeindeebene
- Aufbau von Runden, die sich im Zentrum treffen, um persönliche, berufliche, gesellschaftliche Themen auf dem Hintergrund der christlichen Botschaft zu reflektieren und Veränderungsschritte zu setzen. (Sehen – Urteilen – Handeln)
- Projektgruppen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen und Anliegen (Barbarafeier, Bleiberechtstag, „Sonntag der Völker“ …)
- Interkulturelle & interreligiöse Begegnungen initiieren und durchführen wie Fest der Begegnung, Besuche in Moschee, etc.
- Geschlechtsspezifische Angebote
- Deutschkurs für mittellose MigrantInnen
- Förderung junger KünstlerInnen durch Ausstellungen, Konzerte
- Angebot für „Lange Nacht der Kirchen“ in Kooperation mit Jugend bzw. Forum
- Lehrlingsrunde initiieren mit der KAJ
- Begegnungsmöglichkeit zwischen österr. und migrant. Jugendlichen
- Eltern – Kind - Runde
- Maiheuriger im Haus und Garten
- Verschiedene andere Feste und Feiern
c) Kooperationen/Vernetzungen:
- Kooperation mit KAB, KAJ, Arbeitslosenfond, Netzwerk der Solidarität, anderen Betriebsseelsorgezentren….
- Vernetzung in diözesanen Strukturen wie Forum Kirche & Arbeitswelt, Betriebsseelsorger der Diözese, Bereichsteam gesell. Verantwortung, Berufsgemeinschaft der PastoralassistenInnen, Dekanatskonferenzen,
- Mitarbeit und Kooperation auf österreichischer Ebene: BSÖ –Kreis, KSÖ,
- Kooperation mit Caritas, Emmausgemeinschaft, MigrantInnenorganisationen, SAM/SOMA, Verein Wohnen, Schuldnerberatung, Sozialämtern u. anderen Behörden (in konkreten Nothilfesituationen)
5. Treffpunkte der Betriebsseelsorge Traisental:
a) Haus Schneckgasse 22 „OASE“:
Das Zentrum der Betriebsseelsorge Traisental – die „OASE“ – ist ein Ort der Begegnung, Kommunikation, Bildung, des Füreinander und Miteinander von Menschen aus der Arbeitswelt verschiedenen Alters, Herkunft und Religion. Die OASE ist auch ein Ort der Entspannung, Besinnung und des Feierns, wo sich Menschen treffen können, die ihr Leben reflektieren, gemeinsame Interessen pflegen und sich füreinander und für andere solidarisch einsetzen.
Treu dem Motto: „Sehen – Urteilen – Handeln – Feiern!“
EINE OASE FÜR/UM …..
- Einzelne Menschen in schwierigen Situationen begleiten und beraten bzw. an spezifische Fachstellen weiterleiten
- Seelsorgliche Begleitung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
- Das Betriebsseelsorgezentrum soll Treffpunkt und Ort der Begegnung sein
- Platz für Stille und Meditation anbieten
- Platz für Gespräche und kulturelle Treffen
- Ort der Visionen – Treffpunkt für verschiedene kirchliche Gruppen und Runden
- Bildung eines Teams von Haupt- und Ehrenamtlichen
- Ehrenamtliche als GruppenleiterInnen gewinnen
- Ehrenamtliche, GruppenleiterInnen begleiten
- um miteinander Gemeinschaft zu leben (Mittagstisch, Frühstück…)
- Förderung und Unterstützung von Talenten und Charismen – z. B. Vernissagen, Lesungen etc.
- Anlaufstelle für jeden Mann/jede Frau aus der Arbeitswelt
- Sozialstammtische und andere Bildungsangebote
- Aktionen setzen und temporäre Runden/Gruppen starten
- Dokumentation der Arbeit bzw. der Inhalte von Betriebskontakten und Pfarrkontakte
- Regelmäßige Öffnungszeiten (fix und öffentlich verlautbart) für Beratung
- auf Anfrage auch für Gastgruppen offen (anzumieten)
b) Zentrum der Arbeiterbasisgemeinde Herzogenburg
Das BSZ soll ein Platz der Begegnung sein, um allen Interessierten, allen Suchenden eine Heimat des miteinander Lebens und des Gedankenaustausches zu ermöglichen.
Es ist ein Ort der Spiritualität – ein...
- Treffpunkt für ArbeitnehmerInnen
- Treffpunkt für alle Menschen, die aus der Arbeitswelt heraus gefallen sind
- Treffpunkt für alle interessierten Menschen an der Arbeitswelt
- Monatlicher Treffpunkt bei Gottesdiensten
- Treffpunkt für Runden (BR-Stammtisch, Sozialstammtisch, Aktitreff, MUKI, Selbstbesteuerungsgruppe)
- Treffpunkt für Barbarafeiervorbereitung
- Möglichkeit zum Aufbau neuer Runden und Gruppen - in und um die Arbeitswelt
- ein Platz für die Begleitung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
- eine Adresse, wo der Mensch ernst genommen und mit seinen Sorgen und Bedürfnissen angehört wird
- wo versucht wird – zu sehen – zu urteilen - zu handeln
c) Arbeiterkammersaal Lilienfeld für sozialpolitische Diskussionen im oberen Traisental (in Kooperation mit der Bezirksstellenleitung der AK/ÖGB)
Betriebsseelsorge Traisental „OASE“, Schneckgasse 22, 3100 St. Pölten,
Mag. Sepp Gruber, PAss. Martina Bzoch, Martina Pummer
Tel. + Fax: 02742/72240, E-Mail: betriebsseelsorge@aufhorchen.cc