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Dr. Markus Bostl
ist Betriebsseelsorger im Bezirk Lilienfeld.

Zum Hiroshima-Tag 2005

Der Geist des Menschen adelt ihn,
steht ihm nach echter Lieb der Sinn.
Denn Liebe fühlt und Liebe spürt,
wer Liebe braucht, wem sie gebührt,
und Liebe denkt nicht, nein, sie strömt.
Sie gibt sich hin,
hat nichts im Sinn,
was Eigennutz gebiert.
Liebe beugt sich nicht dem Diktat der Rasse,
und über Habgier lächelt sie,
weint bitterlich wenn Völkermassen,
einander hassen wie noch nie.
Ohnmächtig lässt sie es geschehen,
wenn Bomben fallen, töten, morden.
Wenn NUR Strategie und Hass regieren,
würd sie an Einfluss bald verlieren.
Doch selbst der schlimmste Krieg, weiß sie,
vertreibt sie VOLLENDS trotzdem nie,
Wenn Blut geflossen und Stärke bewiesen,
wenn die Gewalt am Ende,
dann MÜSSEN Friedenstränen fließen,
nur SIE bringen die Wende.

… de kimb vu Gott

(Gedicht, vorgetragen beim Fest für Sepp Gruber am 2. Juli 2005) 

Wenn i redat wia die Engln

oba ohne Liab,

war des Redn volla Mängl,

wia a Tümpl miad und trüab.

Wenn i gar ois wissn tat,

und a tiaf und innig glab,

dass i gar an Berg vasetz,

vu Lienz nach St. Pötn hetz,

wenn i eppas net gearn tat

voi mit Liab,

a Ego war i, miad und trüab.

Oba a wenn I ois di Armen gab,

wai´s mi dann eahrn, so wia I glab,

und gang i für si gar ins Feier,

es is ma oafach net geheuer,

ganz ohne Liab

lei fürn Ruhm,

des bring die ganze Wöt no um.

Geduidig is die wahre Liab,

sie weard und weard und weard net miad.

Sie gunnt an ondan was a hot,

si gibt net u in da ganzn Stodt.

Die Liab, de fiahrt si ordntlich auf,

suacht net lei´s Ihre,

gib a amoi auf,

damit da andre gwingen ku,

und Freid hat,

und laut schreit „Juhu“.

Die Liab tuat nia und nimma geizn,

si lasst si net vabittert reizn,

Auf´s B(o)ese stiart sie net lang hi,

is was ungerecht, vatschüsst si si,

aba vü Freid kimb bei ihr auf,

wenn´s ehrlich obageht,

wenn des, was ´s außen schreiben drauf,

a wirklich drinnensteht.

Die echte Liab, de hoit ois aus,

de glab(t) ois, hofft ois,

macht si nia z´vü draus.

Die echte Liab, de geht nia unter,

drum liabts enk weiter

froh und munter,

wai soich a Liab, de scheicht koa Not,

wai soicha Liab, de kimb vu Gott.

(frei nach 1 Kor 13,1-7)

Literarisches zur Europäischen Union

Diese drei, kritischen Gedichte zur Lage in der EU
hat uns der Betriebsseelsorger Dr. Markus Bostl geschickt:

An Huat hauns drauf

 

Mit Frankreich hat´s ugfang, de EU,

heit hängen scho mea wia 40 Länder dru,

und d´Vafassung mit dea heats in Frankreich auf,

ogstimmt hams, den Huat haun´s drauf.

 

Na, so net, sagn de Franzosn,

Brüssel hat valearnt des Losn,

wai wenn Gewinn des oanzge is,

was zöhlt, na ja, hetz wiß ma´s gwiß,

 

des habm de Franzosen  längst scho satt,

fressn´vu da Profitgier go koa Blatt

meahr wai die Draufzoia wearn oiwai mea,

drum is des FranzosnNA net z´übahearn.

 

 

Was spüt si in Europa grad a?

 

In Deitschlond hab´s es a scho gheart,

im Herbst es Neiwoin gebm weard,

di Woin, i glab, sand´s oanzig Neiche,

de Politik bleib woi di gleiche.

 

Is da Schröder oder die Merkl vorn?

A jeda weard ganz sakrisch sparn,

beim Kloan und net beim Großkonzern,

was soi da scho onascht wearn?

 

De Franzosn gehn boid auf die Stroßn,

und wöhn die EU-Vafossung o,

in Deitschland hat d´Belegschaft auf´d Staßn blasn,

sag, was spüt si do in Europa grad o?

 

Bevor a zum Geh kimb, …

 

I hu ma´s denkt, und scho is gschegn,

die Hollända san a dagegn.

Gegen was? Ja streng di amoi fest u

natürlich gegn d´Vafassung vu da EU.

 

Dem Blair, sust  füa de  Vafossung Flamme und Feia,

dem is des nimma meahr geheia.

In sein Kingdom hat ugfangt de Demokratie,

da stimmt a a jeda wiará wü,

drum bevor a seba zum Geh kimt, da guate Mo,

blast da im Kingdom des Referendum schnö o. 

 

 

… a längas Leben

 

Dr. Markus Bostl - Betriebsseelsorger in Lilienfeld - hat beim Maifest am Samstag, 21. Mai heiter-kritische Gedichte gelesen. Ein biblisches und doch sehr aktuelles Gedicht wollen wir auf unserer Homepage veröffentlichen:

 

Da Jesus hat a Gschichtl dazöt,

wia´s heit no is auf dera Wöt.

 

A reicha Landwirt am End vum Jahr

hat wie d´Natur so gnädig war

a überreiche Ernt eigfahrn

und hat si gfreit ois wia a Narr:

„Arbeit mach i koane meahr,

a Riesntenn bau i ma her,

da bring i di ganze Erntn unter,

derweilen leb i flott und munter.

 

Mei ganzes Göd leg ich guat u,

damit i no lang flott leben ku.

 

Nimm i de andern Haggler her,

habi ja hetzt schon vü, vü mehr.

 

Ab heit ess ma koane Kearndln mea und Linsn

Ab morgn leb ma vu de Zinsn.

 

Drauf sagt da Herr der Herrn,

ruaf glei amoi deine Erbn,

wie in dea Nacht wearst sterbn.

 

Und die Botschaft vu dea Gschicht:

 

„Sei koa geiziger Knauserwicht“

Tua a Göd füa d´Leit hergebn,

vielleicht hast dann a längas Lebn.

 

Wenn deine Lohnstückkosten a steign,

laß da´s deswegn net verleidn,

A hechra Lohn der bringt da Glück

D´Leit kafn dann meahr vu deine Stück

 

Die Menschen san do koane Narrn,

hoitst Du Sie knapp, weardn´sie a sparn.

 

 

 

 

 

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