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Betriebszentrum „Oase“ in St. Pölten eröffnet

Bischof segnet neu adaptiertes Zentrum der Betriebsseelsorge Traisental

Bischof Klaus Küng segnete am 12. Februar die neu adaptierten Räume der Betriebsseelsorge in St. Pölten. Das Haus in der Schneckgasse 22 ist das neue Zentrum der Betriebsseelsorge Traisental. Es soll für Menschen aus der Arbeitswelt eine Oase sein, in der diese Erholung für Körper, Seele und Geist finden. Die Betriebsseelsorge bietet in diesem Haus Vorträge, Diskussionsabende und Besinnung ebenso an wie Vernissagen junger Künstler, Begegnungsräume und Feiern. Menschen aus der Arbeitswelt und Migranten können auf ein Gespräch vorbeikommen oder bei einschlägigen Problemen Hilfe erfragen. Die Betriebsseelsorge begann in der Diözese St. Pölten 1967 mit einem Betriebsseelsorger. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung wurde sie im Jahr 1990 wieder eingerichtet und erhielt 1995 das Haus in der Schneckgasse 22 – damals nur die Räume im Erdgeschoß, wie Betriebsseelsorger Sepp Gruber in einem Rückblick aufzeigte. Im September 2009 wurden die drei bis dahin bestehenden Betriebszentren im Traisental zusammengefasst und neu konzipiert. Das neue Zentrum befindet sich nun in diesem Haus - OASE.

Erfreut über diesen Neustart des Zentrums zeigte sich auch Bischof Klaus Küng. Er wies hin, dass alle Menschen, bewusst und unbewusst, Sehnsucht nach Gott haben. Sie sollen Augen und Ohren öffnen, um den tieferen Sinn des Lebens und der Arbeit zu erkennen. „Ich freue mich, wenn ihr das Ziel habt, die Menschen zu dem hinzuführen, der die Mitte von allem ist“, sprach die Mitarbeiter bei der Segnung des Hauses an.
Bürgermeister Matthias Stadler bedankte sich bei der Betriebsseelsorge vor allem für das bisherige große Engagement und seinen Beitrag zur Integration von Migranten in St. Pölten. Das jährliche Fest der Begegnung am Rathausplatz sei ein gelungener Ausdruck dafür, wies er hin.

Betriebsseelsorger Sepp Gruber stellte den neuen Namen des Betriebszentrums vor: Als „Oase“ soll es für Menschen in der Arbeitswelt nicht nur Erholung für den Körper bringen, sondern auch Stärkung für Geist und Seele sein.
Der Kirche dürfe es nicht gleichgültig sein, womit die Menschen ihren Tag verbringen, sagte Axel Isenbart, Leiter für den Bereich „Gesellschaftliche Verantwortung“ in den Pastoralen Diensten. Die Betriebsseelsorge soll Menschen zu Gesprächen über seelsorgliche Fragen einladen und Andachten anbieten; sie soll Menschen begleiten ohne aufdringlich zu sein und Pfarren für die Arbeitswelt sensibilisieren.
Isenbart betonte, dass die bisherigen Schwerpunkte in den Regionalen trotz des neuen Zentrums erhalten bleiben. Die MitarbeiterInnen seien nun ein Team, das sich gegenseitig inspiriere, wies er hin. Das neue Team besteht aus Sepp Gruber, Martina Bzoch und Martina Pummer.

 

 

Zusammenarbeit "um des Menschen willen"
Gemeinsame Sommerakademie von Betriebsseelsorge und Gewerkschaft in Gaming

Wirtschaftskrise, Ausländerfrage und die Situation der Frauen in der
Arbeitswelt waren die Themen der diesjährigen Sommerakademie von
Betriebsseelsorge und Gewerkschaft Ende August in Gaming. Diese Tagung wird
bereits zum 15. Mal durchgeführt.

Nach der Wirtschaftskrise erhoffen sich die TeilnehmerInnen, dass eine neue
Gesellschaft entsteht, in der "nicht mehr das Profitdenken die einzige
Maxime der Wirtschaft ist", wie Betriebsseelsorger Franz Sieder
zusammenfasst. Durch Arbeitszeitverkürzung soll die vorhandene Arbeitszeit
aufgeteilt werden. Zudem wurde eine stärkere Kontrolle der Wirtschaft durch
die Politik gefordert.
Positiv wurde bei der Sommerakademie festgestellt, dass Kirche und
Gewerkschaft gemeinsam sehr viel für ein wohlwollendes Klima gegenüber
Ausländerinnen und Ausländer beitragen können. Die Ausländerinnen und
Ausländer gehören zu den schwächsten unserer Gesellschaft und sowohl Kirche
als auch Gewerkschaft sollen immer ein Anwalt der Schwachen sein.
Im Bereich Frauen in der Arbeitswelt wurde gemeinsam festgestellt, dass
Firmen, in denen Frauen arbeiten, durchwegs geringere Löhne auszahlen als
andere Unternehmen. Diese sei ungerecht und müsse beseitigt werden, stellten
die Vertreter von Kirche und Gewerkschaft gemeinsam fest. Frauen haben
ebenso wie der Mann das Recht, sich in ihrem Beruf zu verwirklichen.
Zum Thema "Frau und Arbeitswelt" besuchten die Teilnehmer und
Teilnehmerinnen der Sommerakademie einige Hallen der Firma Zizala in
Wieselburg, in denen fast ausschließlich Frauen arbeiten.
Die gemeinsame Sommerakademie von Kirche und Gewerkschaft sei einzigartig in
Österreich, stellte Betriebsseelsorger Franz Sieder fest. Sie sei "ein
Symbol dafür, dass die Zusammenarbeit von Kirche und Gewerkschaft um des
Menschen willen noch stärker werden soll".
Quelle:

Pressemeldung über die
Sommerakademie von Franz Sieder!

Wirtschaftskrise: Hoffnung auf gesellschaftliches Umdenken
Sommerakademie mit Kirchen- und Gewerkschaftsvertretern in Gaming

St. Pölten, 31.08.09 (KAP) Die globale Wirtschaftskrise soll ein Anstoß für
ein grundlegendes Umdenken sein in Richtung Verteilungsgerechtigkeit und
Nachhaltigkeit: Diese Hoffnung äußerten die Teilnehmer an der gemeinsamen
Sommerakademie von Kirchen- und Gewerkschaftsvertretern in Gaming
(Niederösterreich).

Bei diesem zum bereits 15. Mal durchgeführten Treffen von Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern von Betriebsseelsorge und Katholischer
Arbeit-nehmerbewegung, von Betriebsratsvorsitzenden aus dem Mostviertel und
Landesvertretern von Gewerkschaft und Arbeiterkammer wurden laut dem
Amstettner Betriebsseelsorger Franz Sieder Themen im Sinne des verstorbenen
visionären Sozialministers Alfred Dallinger diskutiert. Dallinger habe
einmal gesagt: "Wir müssen als Gewerkschaft und als Kirche näher
zusammenrücken, denn wir haben dieselben Ziele und dieselben Gegner".

Im Blick auf die Wirtschaftskrise forderten die Akademie-Teilnehmer eine
Arbeitszeitverkürzung, die die vorhandene Arbeit gerechter verteilen würde,
sowie eine stärkere Kontrolle der Wirtschaft durch die Politik. Eine
Konsequenz der Krise solle eine "neue Gesellschaft" sein, "wo nicht mehr das
Profitdenken die einzige Maxime der Wirtschaft ist", sagte Kaplan Sieder.
Beim Thema Migration lobten die Teilnehmer der Sommerakademie, dass sich die
Kirche auch in der Öffentlichkeit "mutig gegen jegliche Ausländerhetze
gestellt hat". Ausländer gehörten zu den benachteiligten Gruppen der
Gesellschaft, "sowohl Kirche als auch Gewerkschaft sollen immer ein Anwalt
der Schwachen sein".

Zum Thema "Frau und Arbeitswelt" besuchten die Teilnehmer der Sommerakademie
die Firma "Zizala" in Wieselburg, in der fast ausschließlich Frauen
beschäftigt sind. Kritik wurde an der Tatsache laut, dass in
frauendominierten Branchen deutlich geringere Löhne gezahlt werden. Frauen
hätten wie auch Männer das "Recht, sich auch in ihrem Beruf als Mensch zu
verwirklichen".

 

Presseaussendung Fest der Begegnung 19. & 20. Juni 2009!

St. Pölten, am 22. Juli 2009

 

Am 19. und 20. Juni fand wieder zweitägig das multikulturelle ‚Fest der Begegnung‚ im cinema paradiso und am Rathausplatz mit viel Erfolg statt.

Den Auftakt machte der preisgekrönte Film des Austroiraners Arash Riahi „Einen Augenblick Freiheit – Leben ist mehr als nur Sein.“ am 19.6. um 17 Uhr im cinema paradiso.

Ab 19 Uhr präsentierte der gebürtige Kongolese und Mitarbeiter des AAI in Wien, Esperance-Francois Bulayumi sein Buch „Requiem für Peischo – eine Trauerarbeit der anderen Art“, in dem er die Tragik der ertrinkenden Bootsflüchtlinge aus Afrika behandelt und die Folgen für die Familien, aber auch die Ursachen dieser Misere und die völlig unzureichende Antwort Europas durch Errichten von immer neuen Sicherheitsmaßnahmen statt durch Hilfe. Anschließend stellte der Furche-Redakteur Wolfgang Machreich sein Buch „Gestrandet oder gelandet? Wie Integration gelingen kann“ vor, in dem er 12 Beispiele von Flüchtlingsschicksalen erzählt, die auch gelungen sind. So konnten in der Diskussion neben der Tragik und Brutalität der Flüchtlingssituation auch die positiven Beispiele erzählt werden.

Machreich betonte vor allem den großen Widerspruch zwischen großer Hilfsbereitschaft in Einzelfällen und der immer stärkeren öffentlich gezeigten Ausländerhetze in Österreich.

In der Podiumsdiskussion ab 20 Uhr gab es somit genug Stoff für Diskussion mit der stellvertretenden Leiterin der Abteilung für Aufenthaltsbewilligung im Innenministerium, Fr. Mag. Maria Markovics, mit der Leiterin des Integrationszentrums Wien des österr.Integrationsfonds, Fr. Natalie Failla, mit Mag. Murat Düzel vom Integrationsservice NÖ sowie mit Elisabeth Welser vom Integrationszentrum der Diakonie in St.Pölten. Der Diskussionsleiter Mag. Augustus Chukuma Ohajiriogu (Obmann des afrik. Kulturvereines St. Pölten) schaffte es, das weite Thema der Migration, Aufenthaltsfragen und Integration in einer spannenden Diskussion zu lenken. Bei der Frage des ‚humanitären Bleiberechtes’ (Neuregelung seit 1.4.) konnte die Vertreterin des BMI nicht überzeugen, dass das eine humane Regelung für Langzeitmigranten sei, denn das Gesetz ist so kompliziert, dass es ein Teilnehmer die Schilderung als ‚kafkaesk’ empfand und es auch so viele Bedingungen gibt, die kaum Jemand erfüllen kann und überdies während des Ansuchens darum keine ‚aufschiebende Wirkung’ gegeben ist, was konkret Abschiebung während der Prüfung bedeuten kann. Mag. Markovics versprach aber Unterstützung bei Härtefällen, die leider den NGO’vertretern im Saal genug bekannt sind. So werden laufend Migranten, die mit Österreicherinnen verheiratet sind und gemeinsame Kinder haben, von den Fremdenbehörden mit Strafandrohung zum Verlassen des Landes aufgefordert, um von dort um die Niederlassungsbewilligung anzusuchen, was aber keineswegs dann gesichert ist, d.h. das Recht auf Ehe- und Familienleben wird nach wie vor mit Füßen getreten (Beispiele kann ich sofort nachliefern). Im Bereich der Diskussion wurde einhellig die Verweigerung der Doppelstaatsbürgerschaft kritisiert und gefordert, dass die Staatsbürgerschaft erleichtert werden solle, damit diese zu einem Motor der Integration werden kann und nicht erst zur Krönung wie derzeit. Weiters wurde für eine Öffnung der Herzen auf beiden Seiten appelliert und zu Maßnahmen gegen Ghettobildungen und gegen Alltagsrassismus wie die Verweigerung des Eintritts für Schwarze in einer bekannten Diskothek in St. Pölten.

Im Anschluss an die Diskussion konnte dann im cinema mit den Klängen der dj’s Cay Taylan und lichtfels so richtig abgetanzt werden, was aber leider zu wenige Teilnehmer auch taten.

Das Openairfest am 20. Juni ab 12 Uhr am Rathausplatz war trotz widriger Wetterumstände gut besucht von In-und Ausländern verschiedenster Länder. Es konnte wieder zwischen gut 10 verschiedenen Essensangeboten gewählt werden, konnten Informationen gesammelt werden bei vielen NGO’s, im Dialogzelt über Islam und Christentum ausgetauscht werden sowie zu Fragen der Bildung und Frauen. Und natürlich gab es wieder Tanz- und Musikvorstellungen aus den verschiedenen Kulturen, aber auch viele gemeinsame Tänze, die sehr verbindend wirkten zwischen Menschen in österreichischen oder anderen Trachten, zwischen modernen und traditionellen Menschen, Jungen und Alten, Gläubigen und Atheisten. Einfach Mensch sein miteinander stand im Mittelpunkt!

(Aus der Presseaussendung der Kath.Press vom 20.6.):

„Gegen die "Fremdenhetze" in Teilen von Politik und Gesellschaft sprachen sich Veranstalter und Ehrengäste des "Festes der Begegnung" am 20. Juni auf dem Rathausplatz von St. Pölten aus. Der Stimmung von Slogans wie "Abendland in Christenhand" müsse entschieden entgegengearbeitet werden, betonte Sepp Gruber von der Betriebsseelsorge St. Pölten bei der Eröffnung des Festes. Die weitere Verschärfung des Fremdenrechts sei Anlass für Trauer. So sei etwa das Bleiberecht weiterhin lediglich eine "Bleibegnade". Migranten sollten von der Politik nicht nur als "Sicherheitsthema" behandelt, sondern auch als Bereicherung gesehen werden, forderte
Gruber.
"Wir dürfen nicht auf die hören, die gegen Migranten hetzen", unterstrich auch der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler. In St. Pölten lebten "Menschen aus mehr als 100 Nationen", so Stadler, und das jährliche "Fest der Begegnung" zeige, "dass das Zusammenleben funktioniert".
Die verschiedenen Zelte und Farben auf dem Rathausplatz seien ein "Symbol für St. Pölten", erklärte Dompfarrer Norbert Burmettler: "Wir gehören alle zusammen, und wollen auch miteinander leben". Bei dem Fest seien viele Sprachen zu hören, die nicht jeder kennt, doch "die Sprache der Herzen können wir verstehen".
Die Kremser Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Inge Rinke wies in Vertretung von Landeshauptman Erwin Pröll darauf hin, dass es notwendig sei, einander kennen zu lernen, um Vielfalt zu leben: "Nur wenn die Leuten einander kennen, verstehen sie sich".
Integration sei die Basis und der Schlüssel für ein "Leben miteinander statt nebeneinander", sagte Landtagsabgeordnete Heidemaria Onodi. Dafür müssten vor allem die Gleichbehandlung, die
Kommunikation miteinander sowie die Möglichkeiten der Selbstentfaltung gefördert werden.

"Grenzen-los feiern" war das Motto des diesjährigen "Festes der Begegnung", das bereits zum 17. Mal von der Betriebsseelsorge St. Pölten gemeinsam mit Südwind NÖ, Caritas, Diakonie, Emmaus, Amnesty International und zahlreichen Migrantenvereinen veranstaltet wurde.“
Musikalische Höhepunkte waren der Auftritt der Italoband ‚All’Arrabbiata’ aus Anlaß des 25-Jahrjubiläums von Südwind NÖ und das Abschlusskonzert der  ungewöhnlichen Reaggeaband ‚Jayasri’ (Musiker aus Sri Lanka, Bangladesh, Nigeria und Österreich), die sich mehr BesucherInnen verdient hätten.

Sepp Gruber

Betriebsseelsorge + Jugendtreff Little Phönix (und Südwind NÖ, AI…)

Schneckgasse 22

3100 St. Pölten

02742/72240 & 0676/826688398

www.festderbegegnung.at.tf

 

Ansprache Fest der Begegnung 20. Juni 2009                  

 

Liebe BesucherInnen, Mitveranstalter und Ehrengäste!

 

Vor Kurzem stand im Standard ein Kommentar von Ursula Plassnik und Alexander van der Bellen, in dem sie vor der „geistigen Verzwergung der Republik“ warnten im Hinblick auf die EU-Verdrossenheit. Wörtlich schreiben sie: „Der letzte Gartenzwerg flüchtet aus Angst vor Fremdem aus dem Schrebergarten ins Haus, lässt die Jalousien herunter und verrammelt die Tür ….“ Ständige Abwehr von Neuem und Anderem, Aufheizen von Ängsten aller Art und Österreich in der Gartenhausidylle, ohnmächtig gegen den Moloch EU und gegen die Fremden… So sehen sie die politische Debatte in Österreich derzeit. Und da haben sie großteils recht.

Als ich von unserer Radtour nach Jerusalem Ende Mai nach Österreich kam, wurde groß über die Slogans der „Abendland in Christenhand“ durch die rechten Hetzer debattiert und über den Missbrauch des Kreuzes durch Strache. Gegen diesen Missbrauch des Christentums muss mit Entschiedenheit aufgetreten werden. Getrieben von dieser Hetze löst eine Debatte die andere ab über die Kriminalität der Asylwerber und den Asylmissbrauch und die Verschärfung der Schubhaftbestimmungen und Beschleunigung der Abschiebung auch ohne gerichtliche Verurteilung durch die Innenministerin, leider großteils unterstützt von beiden Regierungsparteien. Die Asylwerber und Migranten werden nur mehr als Sicherheitsrisiko diskutiert und nicht mehr als Menschen, die Hilfe suchen bei uns und eine Bereicherung für unserer Gesellschaft sein können. Und das so groß diskutierte Bleiberecht, das mit 1. April in Kraft getreten ist, verdient diesen Namen nicht, man könnte höchstens von einer ‚Bleibegnade’ reden, abhängig von der Gnade der Polizei und der Innenministerin. Die Berater in den Hilfsorganisation wissen noch keine Fälle, die positive beschieden wurden, oft werden sogar die Anträge von den zuständigen Beamten nicht angenommen, obwohl die Betroffenen das Recht dazu hätten. Ich schäme mich für diese zunehmende Verhärtung der öffentlichen Meinung in Österreich, getrieben von den rechten Parteien und einigen Medien. Wenn ein afrikanischer Asylwerber selbstverständlich ehrlich Geld, das er gefunden hat, zurückgibt, ist das für Medien sensationell, denn „ehrliche Haut“ passt doch nicht zu „dunkler Farbe“, suggeriert eine Schlagzeile in den Bezirksblättern. Dieser latente Rassismus zeigt sich auch das generelle Eintrittsverbot für Schwarze in einer Diskothek im Süden der Stadt, wie gestern in der Diskussion im cinema paradiso bestätigt wurde. Und Niemand von den Verantwortlichen unternimmt etwas dagegen.

Es gibt aber auch positive Zeichen wie das gestrige ‚Lichtermeer’ in Wien und anderen Städten – initiiert von zwei Studentinnen -, die sich gegen diesen primitiven Rassismus und Fremdendiskriminierung wehren. Und ich möchte sie auch aufrufen, aktiv gegen diese wieder gewachsene Ausländerfeindlichkeit aufzutreten mit Worten und Taten.

Diese Liebe und Akzeptanz der Fremden wird auch in allen Religionen gepredigt und wie ich es bei unserer Radtour persönlich erlebt habe, in islamischen Ländern sogar weit mehr gelebt als bei uns im angeblich ‚christlichen’ Europa. Daher möchte ich auch wieder die Bibel zitieren, die für das ‚christliche Abendland’ die Grundlage sein sollte: „Wenn bei dir ein Fremder lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“ (Lev 19,33f)

So möchte ich uns allen jetzt nur noch wünschen, dass diese ‚Fest der Begegnung’ wirklich eine Möglichkeit zum Kennenlernen wird und zum Abbau von Vorurteilen und zum Dialog miteinander im Reden, Tanzen, Essen und Feiern.

Sepp Gruber

 


Spannende Diskussion über ethische Geldanlage am 3.3.09!

Dr.Markus Schlagnitweit, Direktor der kath.Sozialakademie Österreichs (KSÖ) und Spezialist für ethisches Investment referierte am 3.3. im Rahmen eines Sozialstammtisches im BSZ St. Pölten (vor leider wenig Interessierten).
Unter dem Motto "Machen sie mit ihrem Geld doch, was SIE wollen." zeigte er den Mechanismus der herkömmlichen Geldanlage genauso auf wie die Ansätze von Geldanlage nach ethischen Kriterien. Ethisches Investement arbeitet methodisch im Finanzmarktmechanismus mit, aber mit dem Unterschied der inhaltlichen Kontrolle nach vorher klar festgelegten ethisch-sozialen Kriterien. Diese Kriterien wurden von kirchlichen Hochschulen in Deutschland auf der Basis der christlichen Soziallehre schon in den 90iger Jahren erarbeitet unter den Stichworten 'naturverträglich', 'sozialverträglich' und 'kulturverträglich' (info unter
www.cric-ev.de). Spezielle Ethik-Ratingspezialisten erarbeiten dann spezielle Anlageformen, die die Auswahl nach den ethischen Kriterien machen. Dadurch kann auch indirekt Druck auf Unternehmen bewirkt werden, die diesen Kriterien stärker entsprechen wollen, was im ökologischen Bereich noch am Besten gelingt. Denn das gesamte Finanzvolumen von ethischer Geldanlage im deutschen Sprachraum wird erst auf 1-2% geschätzt. Die aktuelle Finanzmarktkrise ist da eine Chance.
Wichtig zu einem Erfolg ist aber eine stärkere Öffentlichkeit und auch eine stärkere Unterstützung durch Institutionen  wie Kirchen und Gewerkschaften. Während einige Ordensgemeinschaften wie die Franziskaner, die Steyler Missionsorden oder die Diözese und Caritas Linz schon vorbildlich ihr Geld gezielt nach ethischen Kriterien veranlagen,  gibt es in der Diözese St. Pölten oder in der Gewerkschaft noch kaum Ansätze in diese Richtung, wie die BesucherInnen anmerkten. Auch wäre eine Förderung durch den Staat für ethisches Investements in den Pensionsfonds und Abfertigungskassen wünschenswert.
Die KSÖ ist in der Informationsarbeit für die verschiedenen Ansätze der ethsichen Geldanlage sehr aktiv und auch bereit, Instituionen bei der Umstellung der Geldanlagen zu beraten. Infos unter:
www.geldundethik.org oder www.ksoe.at

Foto mit dem Referenten und einigen TeilnehmerInnen (v.l.n.r.St.Tichy -Vida, M.Schlagnitweit-KSÖ, K.+M.Priplata, H.Lawitz, Th.Berger, GR H.Dogan, M.Bostl-BS, M.Hochedlinger-KAJ, Ch.Weninger-KAB)
 

 

Tag der Arbeitslosigkeit im cinema paradiso.

 

Am Montag, den 29.4. zeigte das Forum Kirche & Arbeitswelt der Diözese St. Pölten im cinema paradiso die Tragikomödie „Montags in der Sonne“ – ein Film über Trostlosigkeit, Solidarität und echte Freundschaft in der Welt der Arbeitslosen in Spanien.

„Von dieser Trostlosigkeit sind wir weit entfernt“, eröffnete Klaudia Wrba vom St. Pöltner AMS die anschließende Diskussionsrunde zum Thema "Was ist für Arbeitsuchende noch zumutbar?",  und verwies auf die Zahl der offenen Stellen im Bezirk. Die hohe KundInnenfrequenz beim AMS zeigt auf, dass es nur für einen Bruchteil der Arbeitsuchenden schwierig ist, eine neue Beschäftigung zu finden.

Trotz der rückläufigen Zahlen wird dennoch jeder vierte Beschäftigte einmal jährlich mit dem Thema Arbeitslosigkeit konfrontiert, weiß Johann Lechner zu berichten. Überdies stünden  die Zielvorgaben des AMS oft "diametral im Gegensatz zum Erleben der Arbeitslosen". Besonders angestiegen in den letzten Jahren ist die Vielzahl jener Menschen, die am normalen Arbeitsmarkt nur schwer unterzubringen sind. Die Verlagerung der Arbeitslosigkeit und Verschuldung auf jüngere Generationen aufgrund mangelnder Ausbildung und Berufserfahrung macht sich immer stärker bemerkbar.
Arbeitslosigkeit sei nicht auf die betroffene Person zurückzuführen, sondern hänge mit dem Arbeitsmarkt und dahinter liegenden ökonomischen Interessen zusammen, betonte Betriebsseelsorger Alois Reisenbichler. Diesen "Strukturen der Sünde", wie sie die katholische Soziallehre anprangere, sei vehement entgegenzutreten. Das Arbeitsmarktservice (AMS) forderte er auf, "Partner der Arbeitsuchenden" zu werden und die Wünsche und Bedürfnisse arbeitsloser Menschen stärker zu berücksichtigen.

Über 80 Prozent der Arbeitsuchenden erleiden massive finanzielle Einbußen, über 50 Prozent sind von Zukunftsängsten geplagt und etwa 30 Prozent sind gesundheitlich stark angeschlagen. Dass Arbeitsuchende einem enormen Druck ausgesetzt sind, stellte keiner der DiskussionsteilnehmerInnen in Frage. Ob die Verschärfungen der Zumutbarkeitsbedingungen für AL dafür die Verantwortung trägt oder jeder einzelne, darüber waren sich die TeilnehmerInnen nicht einig. In jedem Falle ist es dringend notwendig, den Arbeitsuchenden eine bessere finanzielle Situation durch den Wiedereintritt in ein Beschäftigungsverhältnis gewährleisten zu können. Christian Vollmann vom "Netzwerk der Solidarität" beklagte, dass in der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft immer mehr Menschen "auf der Strecke bleiben", die sich am "ersten Arbeitsmarkt" nicht behaupten können. Hier brauche es entsprechende Projekte wie das "Netzwerk der Solidarität"

 

 

Maiheuriger 3. Mai 2008:

Der traditionelle Maiheurigen der Betriebsseelsorge und des Jugendtreffs Little Phönix's in der Schneckgasse 22 am 3. Mai war ein voller Erfolg, sowohl vom Besuch als auch vom Wetter und von der Stimmung her.
Den kleinen und neu renovierte Garten des BSZ/ des Jugendtreffs sowie das ganze Haus füllten zahlreiche Gäste, vom Baby bis zum Greis, Einheimische und Menschen von Pakistan bis Nigeria mit Leben, um sich bei typisch österreichischer Bauernjause und gesunden Getränken zu stärken, ins Gespräch zu kommen, am Flohmarkt einige Kleinigkeiten zu erstehen und der vielfältigen Musik zu lauschen sowie die Vernissage von Susanne Zöchbauer zu bewundern.
Die MitarbeiterInnen des BSZ-und Little Phönixteams Marion Weber, Thomas Mayerhofer, Erwin Burghofer, Martina Hochedlinger, Sepp Gruber, Markus Bostl sowie Barbara Pudkupka, der 'Hauskoch' Zdenko Rogic und Barkeeper Ben Halima kümmerten sich um das leibliche Wohl der Gäste.
Gleich zu Beginn kamen BR-Vorsitzender und GR Jochen Haiderer mit Gewerkschaftsfreunden direkt vom Fitnesstag kommend vorbei, GR Hasan Dogan war als Vertreter des Bürgermeisters lange beim Fest, Kollege Alois Reisenbichler fotografierte alle Details, und viele alte und neue Freunde besuchten das gastfreundliche Haus. Um 16 Uhr gaben Marion Weber, Markus Bostl und Mayerhofer Thomas eine szenische Darstellung von Texten von Karl Valentin zum Besten.
Musikalisch unterhalten wurden sie von Josef Karner am Ke-Board, von einem ungarischen Strassenmusiker, vom Zauberer Pedro, von der Trommelgruppe des afrikanischen Kulturvereines, der im Haus seinen Proberaum hat sowie von den Stars des Abends, Karl Prieler mit seiner Tochter Judith von der Gruppe 'Kreuz und Quer', die mit alten und neuen Gospels und christlichen Liedern das internationale Publikum begeisterten. Als Sonderbeilage sang 'Original' Charly Weichhart mit ihnen 'Amazing Graze' in einer deutschen Übersetzung. Zum Abschluß vereinigte sich Kreuz & Quer mit den afrikanischen Trommlern und sangen und spielten Gospels und Zululieder und animierten die BesucherInnen zum Mitsingen und Tanzen bis zum späten Abend.
Um 19.15 wurde die Vernissage im 2. Stock mit eindrucksvollen Bildern von Susanne Zöchbauer, einer gebürtigen Kirchbergerin, eröffnet. Die Bilder sind noch bis Ende Mai zu besichtigen und auch zu kaufen in den Öffnungszeiten der Betriebsseelsorge (Mo. 8.30-10.30, Di. 14.30-16 Uhr + Do. 9-12.30)

 

Kapverdeaustauch Oktober 2007:


Fr. Lucia dos Passos, Präsidentin der NGO 'Morabi' auf den Kapverden, die Frauenförderung und die Vergabe von Mikrokrediten organisiert und Fr. Claudia Rodrigues, Präsidentin des staatl. Institut für Gleichstellung und Gleichwertigkeit von Frauen und Männern (ICIEG) in Praia waren 1 Woche auf Einladung von Südwind NÖ und dem Freundschaftsverein 'Djunta Mon' in NÖ und Wien.
Ziel war das Kennenlernen der Frauenarbeit in Österreich und der Bericht über  ihre sehr erfolgreiche Arbeit auf der armen Inselrepublik Kapverde (ehemalige portugiesische Kolonie im Atlantik) im Bereich Frauenförderung, Gender und Mikrokrediten für die Armen.
Zu Ostern war eine Delegation von 12 engagierten Menschen aus NÖ und Wien 2 Wochen auf Kennenlerntour auf den kapverdischen Inseln, die ein Schwerpunktland der österr. Entwicklungszusammenarbeit sind,  unterwegs.
Ein Höhepunkt des sehr kurzen Besuches in der Landeshauptstadt war die Veranstaltung zum intern. Landfrauentag am 15.10. im Bildungshaus St. Hippolyt. Das Motto des Abends war: 'Die ganze Welt wird von den Frauen getragen' und beleuchtete die Anstrengungen in Nord und Süd für mehr Rechte für die Frauen und ein gerechtes Verhältnis zwischen den Geschlechtern in Politik, Wirtschaft und vor allem im (von familärer Gewalt) geprägten Alltag in Kapverde und Europa. Dabei wurden auch so manche Freundschaften geschlossen und die optimistische Grundeinstellung der BesucherInnen begeisterte die Besuchten im oft so gefühlskalten Österreich.
FOTO (v.l.n.R.): Nilse Rinder, Dolmetsch, Claudia Rodrigues (ICIEG), Lucia dos Passos (Morabi), Gertrude Eigelsreiter-Jashari (Südwind NÖ)

Die beiden Frauen besuchten auch Lilienfeld, Wien, wo neben einem Radiointerview bei Radio Orange der Besuch in der kapverdischen Botschaft ein Höhepunkt war, sowie Krems (mit der designierten Bürgemeisterin LA Rinke) und in St. Pölten das Landhaus (beim Jubiläum der Gleichbehandlungsbeauftragten in NÖ), das Rathaus und das Haus der Frau.
Jedenfalls wurde zwischen den Besucherinnen und der Organisatoren beschlossen, den Austausch weiterzuführen und zu vertiefen.

Für die OrganisatorInnen!

Sepp Gruber (Obmann von Südwind NÖ + Schriftführer von Djunta Mon)

für nähere Auskünfte unter 0676/826688398 oder im Südwind - Büro unter 02742/352045

i.V. Gertrude Eigelsreiter-Jashari, Julia Doppler u.a.

Bericht über Hüttenwanderwoche mit der Bibel:

Bei sehr heißem und schönen Wetter mühten sich 14 Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren von Puchberg aus (zu Fuß bzw. per Bahn) über Schneeberg, Rax und zum  Teil bis zur Schneealpe und Neuberg/Mürz und genossen Gottes schöne Natur in einer netten Gemeinschaft und mit Hüttenerlebnis am Berg. Täglich stand aber auch die Beschäftigung mit den ProphetInnen des alten (Mirjam, Mose, Elija, Hosea, Amos, Joel...) sowie des neuen Bundes (Jesus) und der neueren Zeit (D. Bonhoeffer, F. Jägerstäter, Mutter Teresa ..) auf dem Programm sowie das gemeinsame Singen von christlichen Liedern. Die Woche sollte einerseits motivieren zur Beschäftigung mit der Bibel, aber auch zum eigenen prophetischen Wirken in der heutigen Welt entsprechend dem Vers bei Joel: "Eure Söhne und Töchter werden ProphetInnen sein, eure Alten werden Träume haben und eure Jungen Visionen..." (3,1)
Nächstes Jahr wird sicher wieder eine solche Wanderwoche mit der Bibel stattfinden so wie in den letzten 10 Jahren. Infos bei Sepp Gruber unter 0676/826688398

 

 

Sommerakademie des Forums Kirche und Arbeitswelt gemeinsam mit Arbeiterkammer und  Gewerkschaft!

 

Im Seminarhotel Berghof in Gaming/NÖ trafen sich von 28. bis 30. August  bereits zum 12 mal,  37 VertreterInnen von  Arbeiterkammer, Gewerkschaft, Katholischen ArbeitnehmerInnen Bewegung und der Betriebsseelssorge zu einem  Diskussionsforum über die Themen „Arbeitslosigkeit“ und „Gewerkschaft-neu“.

 

Das Schlüsselwort heißt „teilen“.

Über Arbeitslosigkeit zu diskutieren war besonders brisant, weil die Arbeitslosigkeit eines der Hauptthemen des Wahlkampfes sein wird. Die Vertreter von Kirche und Gewerkschaft waren sich einig, dass die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nicht nur durch ein Ankurbeln des Wirtschaftswachstums geschehen kann. Ein Schlüsselwort für eine solche Bekämpfung heißt „teilen“. Die vorhandene Arbeit soll aufgeteilt werden auf alle. Konkret heißt dieses Teilen Arbeitszeitverkürzung. Bei einer radikalen Arbeitszeitverkürzung müssen dann auch alle soviel an Lohn bekommen, dass sie damit menschenwürdig leben können. Der gesellschaftliche Reichtum muss gerecht verteilt werden.

 

Das Forum beschäftigte sich auch mit der konkreten Situation der Arbeitslosen. Die Psychotherapeutin Birgit Richter referierte über ihre Arbeit mit Arbeitslosen und eine arbeitssuchende Frau aus Golling erzählte  ausführlich über ihre Situation.

 

Ein ganzer Tag war dem Bemühen gewidmet den Österreichischen Gewerkschaftsbund in seiner Krise zu unterstützen und realistische Vorschläge für ein „ÖGB-neu“ zu erarbeiten.

Hier einige der erarbeitenden Vorschläge:

-         Die Gewerkschaft soll den atypischen Beschäftigten und den Arbeitslosen mehr Augenmerk schenken.

-         Die Frauen sollen im ÖGB aufgewertet werden.

-         In der Gewerkschaftsreform soll stark auf die Basis hingehört werden – den Gewerkschaftsbundmitgliedern und der gesamten Bevölkerung soll stärker der Wert der Gewerkschaft bewusst gemacht werden.

-         Die Gewerkschaft soll nicht in erster Linie aus Funktionären bestehen, sondern soll eine schlagkräftige Bewegung sein, die permanent kämpft für die Rechte der arbeitenden Menschen.

 

Der Sozialphilosoph Oskar Nagt sagt: „Wer versucht die Macht der Gewerkschaft zu brechen, der legt die Axt an die Wurzel der Demokratie.“

 

Die gemeinsamen Sommerakademien von Gewerkschaft und Kirche fanden schon zum zwölften Mal in Niederösterreich statt. Die VertreterInnen von Katholischer ArbeitnehmerInnen-Bewegung, von Betriebsseelsorge und Gewerkschaft und Arbeiterkammer haben durch diese Akademien nicht nur gegenseitige Barrieren überwunden, sondern viele von ihnen sind inzwischen Freunde geworden. Das Programm der Gewerkschaft, Arbeiterkammer und KAB  deckt sich sehr stark mit den Grundsätzen der katholischen Soziallehre.                             

                                                                                                    Franz Sieder

Prof. Franz Weber bei der Klausur des Forums Kirche und Arbeitswelt am 24. 6. 06 im Herzogenburg!

„Eine Kirche, die nicht am Leben dran ist, hat kein Recht am Leben zu bleiben!“

 

Prof. Franz Weber (Pastoralprofessor an der Uni Innsbruck, Combonimissionar, war jahrelang in Brasilien im Einsatz) macht auch Seminare zu Pastoral in der Arbeitswelt im Haus der Begegnung in Innsbruck (mit Prof. Wolfgang Palaver).

Frage zum Tag: Wie muss Arbeiterpastoral im Land des „Fürsten Erwin“ und des Bischofs Klaus aussehen? Es kann nur eine Kirche der Befreiung sein!

Pastoral muss so aussehen, dass in ihr etwas aufblitzt vom Reich Gottes (der Befreiung) des Jesus von Nazareth – davon kann Niemand dispensieren!

Siehe Lukas 4: Im Namen Gottes für die Schwachen Partei ergreifen ist das Programm Jesu.

Ökumen. Sozialwort der Kirchen in Österreich und Sozialhirtenbrief von 1990!

„Im Namen Gottes für die Menschen!“ „Einsatz für ein menschenwürdiges Leben“.

„In jedem Menschen spricht mich Gott an.“ (Karl Rahner)

Botschaft der Kirche muss durch ihr eigenes Engagement gedeckt sein!

„Der Mensch ist der Weg der Kirche.“ (Joh.Paul II) + 2. Vatikanum: „Freude und Sorgen der Menschen sind Freuden und Sorgen der Kirche.“

Die Kirche hat nicht nur eine Option für die Menschen, sie ist eine Option für die Menschen, sonst ist sie nicht der Leib Christi!

In der Kirche Österreichs ist diese Lehre sehr verwässert, um die Herrschenden nicht zu kränken! Damit gehen die Propheten quasi schlafen! Das ist kirchliche Egomanie und das ‚Kreisen um den Kirchturm und das Pfarrfest’!

Die Pastoral der Kirche gilt für alle Menschen, nicht nur für die Treuen, sie zielt auf Veränderung und Erneuerung der Gesellschaft ab und das Wirken in den Milieus der Leute. Ziel ist das Durchdringen der zeitlichen Ordnung durch das Reich Gottes!

Derzeit ist die Kirche/Religion sehr oft das „Opium für das Volk“, wie Marx gesagt hat.

Die Arbeitslosigkeit und die neue Armut sind massive Herausforderungen and die Pastoral! Zugleich müssen wir als seelsorglich Tätige selbst aus der Mystik der Befreiung leben (in Gemeinschaft), denn: nur wer befreit ist, kann befreien (wer selbst Befreiung erlebt hat). Wir müssen aus der Lebensfreude und aus der Lebensnot leben --- Brot und Rosen!

Wir in der ArbeiterInnenpastoral müssen den unverzichtbaren Wert dieser Pastoral in der Diözese einbringen. Weil wir einen theologisch soliden Standpunkt haben, deshalb sind wir auch dialogfähig und verzichten auf innerkirchliche Grabenkämpfe!

Wichtig ist auch das Haushalten mit den eigenen Kräften!

Wichtig ist die Vernetzung und Synergien mit anderen Gruppen, die ähnlich denken und die Weltverantwortung in der Pastoral.                      (Mitschrift von Sepp Gruber)


Statement von Sepp Gruber zu ‚Gewerkschaft aus theologischer Sicht’ bzw. ‚Ich liebe die Gewerkschaft, aber ich möchte Vieles in der Gewerkschaft verändern’ am 28. 8. 06 bei der Sommerakademie in Gaming:

 

 

*      Wenn ich nachsehe, was die Bibel – unser Grundlagenbuch – zur Gewerkschaftsarbeit sagt, finde ich nichts Direktes, zumindest nicht im neuen Testament.

 

*      Im Alten Testament (Bibel der Juden und Christen) findet sich dagegen sehr scharfe Gesellschaftskritik an der Ausbeutung der Armen, der Witwen, der Waisen und ‚Fremden in eurer Mitte’ bei den Propheten der Königszeit (von 900 bis 400 v. Chr.). Speziell der Prophet Amos (ab 760 v. Chr. im Nordreich Israels) prangert die Ausbeutungsstrategien der sog. ‚Frommen’ und Herrschenden an: „Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.“ (Amos 8, 4ff). Doch die Antwort der Bibel ist nicht gewerkschaftlicher Widerstand der Landarbeiter und Tagelöhner, sondern die Ankündigung eines Gottesgerichtes gegen die Reichen, sozusagen eine übernatürliche Revolution: „Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria…Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde und Mastkälber aus dem Stall. Ihr grölt zum Klang der Harfe, ihr wollt Lieder erfinden wie David. Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit dem feinsten Öl und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs (gemeint das Nordreich Israels). Darum müssen sie jetzt in die Verbannung, allen Verbannten voran. Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei“ (Am 6, 1ff). Dieser dekadenten Gesellschaft kündigt Amos (und auch Jesaja, Jeremia oder Hosea) den Untergang an mit Hilfe fremder Mächte. Und aus diesem Chaos und der Strafe Gottes wegen der Ungerechtigkeit im Land soll eine neue Gesellschaft der Gerechtigkeit wachsen: „…sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Am 5,24). Jesaja verkündet einen messianischen Retter: „Er richtet … die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. … Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib. Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein etc.“ (Jes 11, 4ff) und weiter bei Jesaja: „Er (Jahwe) spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“ (Jes 2, 4).

 

*      Die Analyse ist also klar, allerdings die Methode sehr schwer auf heute übertragbar. Lediglich einige Weisungen scheinen 1:1 auf heute übertragbar, wo die atypischen Arbeitsverhältnisse (Tagelöhner) wieder zunehmen: „Du sollst den Arbeiter seinen Lohn nicht vorenthalten bis zum nächsten Morgen. Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen. Der Lohn des Arbeiters soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir verbleiben.“ (Lev 19,13) oder der Satz über die Fremden: ”Wenn sich ein Fremder in eurem Land aufhält, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Er soll bei euch wie ein Einheimischer sein und du sollst ihn lieben, wie dich selbst, denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.” (Lev 19, 34)

 

Und das ist auch der springende Punkt des Umgangs mit den Armen im AT: Gott ‚Jahwe’ hat sich in der Geschichte des Volkes selbst als der erwiesen, der die Israeliten aus der größten Not und Versklavung aus Ägypten gerettet hat und in ein neues Land gebracht hat und hier erwartet Gott sich dasselbe soziale und gerechte Verhalten vom Volkes und wird immer wieder enttäuscht. Damit lässt sich aber das soziale Gewissen im Volk nicht mehr unterdrücken und kommt durch die Propheten immer wieder zum Vorschein, die Gerechtigkeit einfordern (statt Opfer und Gottesdienste).

 

 

 

*      Auch Jesus steht im Neuen Testament in dieser Tradition, wenn er gleich zu Beginn in seiner Heimatstadt Nazareth auftritt und den Propheten Jesaja zitiert und die Stelle auf sich bezieht: „Er hat mich gesandt, damit ich den Armen die gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht, damit ich die zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr (Gnadenjahr meint im AT ein alle 49 Jahre wiederkehrendes Jahr der Erlassung aller Schulden und Versklavung) des Herrn ausrufe“ (Lk 3, 18f). In dieser Blickweise muss also auch das ganze Wirken Jesu gesehen werden. Allerdings geht dieser Schwerpunkt auf die soziale Gerechtigkeit bei den späteren biblischen Schreibern (von Johannes bis Paulus) verloren zugunsten einer rein spirituellen Sicht der Erlösung durch Jesus.

 

*      Einzig der Jakobusbrief schreibt hier weiterhin Klartext im Sinne der AT’lichen Propheten:

 

”Ihr aber, ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird. Euer Reichtum verfault, und eure Kleider werden von Motten zerfressen, euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Noch in den letzten Tagen sammelt ihr Schätze. Aber den Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel; die Klagerufe derer, die eure Ernte eingebracht haben, dringen zu den Ohren des Herrn der himmlischen Heere....” Jak 5, 1- 4

 

*      So manches Gleichnis Jesu wurde so auch völlig verdreht gedeutet, wie das Gleichnis von den Talenten oder von den Arbeitern im Weinberg. Das Talentegleichnis wurde geradezu gedeutet als Aufruf zum Wuchern mit seinen Gaben, die auch materiell benannt sind (Talente sind eine große Währungseinheit). Allerdings handelt es sich hier um ein Gleichnis, wo ein weltliches Verhalten, das Jesus nicht gutheißt, als Vergleich genommen wird, wie man sich für das Reich Gottes bemühen soll und das meint eben den Einsatz für die Armen, die Ausgebeuteten und für Gerechtigkeit und nicht egoistisches Wettbewerbsdenken. Noch radikaler den wirtschaftlichen Werten entgegengestellt ist der Sinn des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg bei Matthäus 20: Ein Gutsherr sucht am Marktplatz Tagelöhner für die Weinlese zunächst in der Früh, dann am Vormittag, Mittag und am Nachmittag. Die Letzten, die nur eine Stunde gearbeitet haben, bekommen 1 Denar, den üblichen Mindestlohn, aber auch die anderen bekommen nicht mehr, denn Jesus geht es nicht um Anstoß zum Wuchern, sondern um Gerechtigkeit im Sinne der Bedürfnisgerechtigkeit. Dieses Denken widerspricht auch unserem herkömmlichen Denken in der Gewerkschaft, wo wir doch die Leistung entsprechend abgegolten haben wollen. Diese Bibelstelle entspricht eher einem Modell eines bedürfnisorientierten Grundeinkommens für Alle.

 

 

 

*      Doch wenn Jesus und die Bibel doch so stark für soziale Gerechtigkeit und gegen Ausbeutung auftritt, warum gibt es in kirchlichen Kreisen dann so viel Widerstand und Aversion gegen die Gewerkschaften, wie ich es auch in meiner Kindheit verspürte? Einerseits kommt das natürlich aus dem parteipolitischen Lagerdenken, das in Österreich seit der Zwischenkriegszeit geherrscht hat – der Großteil der Priester und auch kirchlichen MitarbeiterInnen stammt immer noch aus bäuerlichen oder kleinbürgerlichen Milieu und das ist schwarz. Andererseits aber auch aus einer eigenen Arbeitseinstellung, wie es in der Landwirtschaft üblich war: der Grund und Boden wird bebaut und  ihm werden Erträge abgetrotzt und da geht es nicht um Arbeitsstunden, sondern um ein Erarbeiten dessen, was nötig und möglich ist. Die Arbeitszeit ist geprägt von der Jahreszeit, vom Wetter etc. und da herrscht wenig Verständnis für das genaue Zählen auf Arbeitsstunden oder finanzielle Zulagen. Das Leben ist Arbeit, war die Einstellung, weil diese Arbeit nicht entfremdet war und für einen selbst war. Auch gab/gibt es natürlich Widerwillen aus einer falschen christlichen Demut her gegen alle ‚Kampfmaßnahmen’ der Gewerkschaften; man muss doch auch Schwieriges erdulden wie Jesus und Opfer bringen.

 

*      Das wollte ich nur zur Erklärung sagen, warum manchmal das echte Verständnis und die Solidarität der Kirche mit der Gewerkschaft trotz anders lautender Lehre (Soziallehre) so schwach sind.

 

 

 

*       Nun komme ich zur Sicht der Gewerkschaft von der christlichen Soziallehre her:

 

Im Sozialwort der Kirchen Österreichs von 1990 steht: „Nur eine menschengerechte Wirtschaft kann auf weite Sicht auch eine sachgerechte Wirtschaft sein“(21)  und der ‚Mensch ist  Urheber, Mittelpunkt und Ziel der Wirtschaft’. Die gesellschaftliche Verantwortung verbindet die Christen mit allen Menschen in der Sorge um eine menschengerechte Gestaltung von Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft, gemeinsam müssen wir uns mit ganzer Kraft dafür einsetzen (13). Anerkannt wird ausdrücklich „der Beitrag der Gewerkschaft für wirtschaftlichen und sozialen Aufbau und für die Erhaltung des sozialen Friedens in Österreich“ und die Sozialpartnerschaft (22).

 

Es wird weiters vom Recht und der Pflicht auf Arbeit gesprochen, von menschenwürdiger Arbeit, einem guten Arbeitsklima und ausreichender Bezahlung etc. Wörtlich: „Wir erheben unsere Stimme für die Vermenschlichung von Arbeit und Wirtschaft (32)“. Der Sozialstaat wird gelobt, soziale Mindeststandarts in allen Ländern gefordert und die ‚Strukturen der Sünde’ in der Weltwirtschaft beklagt und die ‚vorrangige Option der Kirche für die Armen’ ausgesprochen.

 

 

 

In der päpstlichen Enzyklika ‚Centesimus Annus’ von 1991 (zum 100. Jahrestag der 1. Sozialenzyklika Rerum Novarum) wird betont: „Die wichtigste Ressource des Menschen ist in der Tat, zusammen mit der Erde, der Mensch selbst!“. Seine geordnete Arbeit in solidarischer Zusammenarbeit ermöglicht die Erstellung von Arbeitsgemeinschaften zur Umgestaltung der Umwelt. (32) Kritisiert wird die neue Sklaverei und die Ausbeutung in der ‚3. Welt’ durch den Kapitalismus, wodurch der Mensch nur noch Ware sei.

 

Dem Menschen stehe nach der christlichen Soziallehre von seiner einmaligen Würde als Mensch her (‚noch vor der Logik des Austausches gleicher Werte’) zu:

 

                             Der familiengerechte  Lohn

 

                             Die Sozialversicherungen für Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit

 

                             Der angemessene Schutz der Arbeitsbedingungen (34)

 

Und hier wird die Notwendigkeit der Gewerkschaften betont: „Hier tut sich ein großes und fruchtbares Feld des Einsatzes und des Kampfes im Namen der Gerechtigkeit für die Gewerkschaften und für die anderen Organisationen der Arbeiter auf, die ihre Rechte verteidigen und ihre Subjektivität schützen. Sie haben aber gleichzeitig eine wesentliche Aufgabe kultureller Art, indem sie dazu beitragen, dass die Arbeiter vollwertig und in Würde am Leben der Nation teilnehmen und auf dem Weg der Entwicklung fortschreiten.“ (35) Klar sind auch die Worte zum Kampf gegen ein ungerechtes Wirtschaftsystem: „In diesem Sinne kann man mit Recht von einem Kampf gegen ein Wirtschaftssystem sprechen, hier verstanden als Methode, die die absolute Vorherrschaft des Kapitals, des Besitzes der Produktionsmittel und des Bodens über die freie Subjektivität der Arbeit des Menschen festhalten will.“ Als Alternativmodell wird dann vor dem ‚staatskapitalistischen/sozialistischen’ System gewarnt und festgestellt: „Es geht vielmehr um eine Gesellschaftsordnung der freien Arbeit, der Unternehmen und der Beteiligung. Sie stellt sich keineswegs gegen den Markt, sondern verlangt, dass er von den sozialen Kräften und vom Staat in angemessener Weise kontrolliert werde, um die Befriedigung der Grundbedürfnisse der Gesellschaft zu gewährleisten.“ Kurz gesagt geht es um eine soziale Marktwirtschaft, die den Menschen in seiner Würde und seinen Grundbedürfnis im Mittelpunkt hat.

 

 

 

Nun noch kurz zum ökumenischen Sozialwort der christlichen Kirchen Österreichs von 2003:

 

Als Ziel allen Wirtschaftens wird hier ein „gutes, menschenwürdiges Leben für alle Menschen auf Erden“ (160) gesehen. Es werden hier bereits die verschiedenen Dimensionen der menschlichen Arbeit ausgeführt, von der unbezahlten Haus- und Gemeinwohlarbeit über die bezahlte Vollzeitarbeit bis zu den verschiedenen Formen der Teilzeit- und atypischen Arbeit, die auch zum ‚working poor’ und zur Ausbeutung illegaler Migranten führt. Gute Arbeit wird gefordert (170): angemessenes Einkommen für eine Arbeit, die den menschlichen Fähigkeiten, der Menschenwürde und einer gesunden Umwelt entspricht. Weltweite Durchsetzung von Mindeststandarts für ArbeitnehmerInnen in aller Welt wird gefordert (mit Hilfe der ILO - 174) und eine aktive Arbeitsmarktpolitik der Staaten, die gute, menschengerechte Arbeitsplätze schaffen soll (182). Konkret wird auch die Forderung nach Zugang aller dauerhaft in Österreich lebenden Menschen zum Arbeitsmarkt gestellt (183).

 

Die Wirtschaft muss demgemäß menschengerecht und gesellschaftsgerecht sein (neben sachgerecht). Der Staat soll mit einer ausgleichenden Steuer- und Sozialpolitik dafür sorgen, dass alle Menschen einen gerechten Anteil an den gemeinsam erwirtschafteten Gütern und Leistungen erhalten und Menschen würdig leben können. Ein verantwortungsbewusstes Wirtschaften wird auch von den Kirchen selbst gefordert, die fair gehandelte und ökologisch produzierte Produkte verwenden sollen und auf ethische Geldanlage Wert legen sollten. Hier lässt sich natürlich leicht Bezug nehmen auf die Vorkommnisse in der Gewerkschaftsbank BAWAG. Allerdings muss hier natürlich auch auf die Umsetzung der Forderungen des Sozialwortes in den christlichen Kirchen konkret geschaut werden.

 

 

 

Abschließend komme ich noch zum ganz neuen ‚Kompendium der Soziallehre der Kirche’ (Original von 2004, in Deutsch erst 2006):

 

*      Grundsätzlich anerkennt die Kirche zunächst die „grundlegende Bedeutung der Arbeitnehmergewerkschaften, deren Daseinsberechtigung in dem Recht der Arbeitnehmer besteht, Vereinigungen und Verbände zu gründen, um die lebenswichtigen Interessen derer zu schützen, die in den verschiedenen Bereichen beschäftigt sind“ (305). Die Gewerkschaften werden daher als „konstruktiver Faktor der sozialen Ordnung und der Solidarität und damit als ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens“ gesehen. Dass die Probleme der Arbeit heute sogar komplexer geworden sind, „macht eine echte Solidaritätspraxis unter den Arbeitnehmern heute aktueller und notwendiger denn je. „Genau genommen sind die Gewerkschaften die treibenden Kräfte des Kampfes für die soziale Gerechtigkeit, für die Rechte der Arbeitnehmer in ihren je eigenen Berufen.“ (306) Diesen Satz sollten manche sogenannten christlichen Politiker von konservativen Parteien wohl ernster nehmen.

 

*      Weiters wird im Kompendium auf die wichtige Aufgabe der Gewerkschaft hingewiesen: (307) Der Gewerkschaft kommt neben ihren schützenden und fordernden Funktionen zum einen eine Vertretungsaufgabe zu, die darauf ausgerichtet ist, „zur rechten Gestaltung des Wirtschaftslebens einen wirksamen Beitrag zu leisten und zum anderen die Erziehung des sozialen Gewissens der Arbeitnehmer….    Die gewerkschaftlichen Organisationen haben die Pflicht, die politische Macht dahingehend zu beeinflussen, dass sie in gebührender Weise für die Probleme der Arbeitswelt sensibilisiert und dazu verpflichtet wird, sich für die Verwirklichung der Arbeiterrechte einzusetzen. Dennoch haben die Gewerkschaften nicht den Charakter „politischer Parteien“, die um Macht kämpfen, und dürfen auch nicht den Entscheidungen politischer Parteien unterworfen werden oder allzu enge Beziehungen mit ihnen unterhalten: „Sonst verlieren sie nämlich leicht den Kontakt mit ihrem eigentlichen Auftrag, der Sicherung der berechtigten Ansprüche der Arbeitnehmer im Rahmen des Gemeinwohls des ganzen Landes, und werden statt dessen ein Werkzeug für andere Zwecke.“ Das zur konstruktiven Kritik an den Gewerkschaften.

 

 

 

*      (308/309)Der heutige sozioökonomische Kontext, der von immer schnelleren Prozessen der wirtschaftlichen und finanziellen Globalisierung (und ihren negativen Folgen wie ungeschützte Arbeitsverhältnisse, Arbeitslosigkeit und Ausbeutung) gekennzeichnet ist, drängt die Gewerkschaften zur Erneuerung. Die Gewerkschaften sind heute zu neuen Formen des Handelns aufgerufen, die darin bestehen, ihren eigenen Aktionsradius der Solidarität so zu vergrößern, dass neben den traditionellen Kategorien der Arbeit auch Arbeiter mit atypischen oder mit Teilzeitverträgen geschützt sind, ebenso wie andere deren Stellen durch die immer häufigeren Unternehmensfusionen auch auf internationaler Ebene gefährdet sind, Menschen ohne Beschäftigung, Einwanderer, Saisonarbeiter sowie alle diejenigen, die vom Arbeitsmarkt verdrängt werden, weil sie in ihrem Beruf nicht mehr auf dem neuesten Stand sind und ohne entsprechende Fortbildungsmaßnahmen dort nicht mehr Fuß fassen können.

 

 

 

*       Im Sozialkompendium werden dann weitere Anregungen für eine Humanisierung der Wirtschaft auf allen Ebenen genannt wie die ‚Globalisierung der Schutzmaßnahmen, der wesentlichen Mindestrechte’ der ArbeitnehmerInnen und der entsprechenden Reaktion auf unmenschliche Entwicklungen im Arbeits- und Wirtschaftsleben. Denn die Veränderungen der Globalisierung geschehen nicht in deterministischen Weise, sondern der ‚Schiedsrichter’ dieser Phase des Wandels ‚ist noch immer der Mensch, der der eigentliche Protagonist seiner Arbeit bleiben muss’ (317). Daher fordert die Soziallehre als Reaktion auf die wirtschaftliche Globalisierung: „Es ist nötig, dass wir die Solidarität globalisieren“ (321). Die negativen Seiten der Globalisierung dürfen nicht die Chancen zunichte machen, die sich für alle auftun, nämlich auf weltweiter Ebene einem Humanismus der Arbeit und einer Solidarität der Arbeitswelt Gestalt zu geben, damit der Mensch, der in einem solchen erweiterten und vernetzten Kontext arbeitet, seine Berufung zu Einheit und Solidarität immer besser versteht.“ (322)

 

 

 

Nun zu meinen persönlichen Kritikpunkten am derzeitigen ÖGB und meinen Anregungen und Wünschen für die Erneuerung der Gewerkschaft in Österreich:

 

*      derzeit besteht eine viel zu große Nähe zu den Parteien und Fraktionen im ÖGB (FSG, FCG), wodurch die Mitglieder und Betriebsräte meist automatisch einer Fraktion zugerechnet werden (eigene Erfahrung aus Tätigkeit im BR der PAss der Diözese);

 

*      Demokratiedefizit im ÖGB: Parteifreie haben kaum Vertretung in den Gremien; parteifreie Mitarbeitsmöglichkeit  in den Gremien des ÖGB muss verstärkt werden.

 

*      Die Gewerkschaftsgremien sind noch immer meist ‚Männerbünde’ (nicht anders als in der Kirche, wo es aber meist 100% Männer sind)

 

*      Arbeitslose fallen raus bzw. werden nicht vertreten

 

*      AusländerInnen bzw. MigrantInnen sind oft noch immer Mitarbeiter ‚2.Klasse’ – auch in Betriebsräten; Verteidigung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes durch ÖGB/AK ist nicht immer einsichtig im Sinne gleicher Rechte aller MitarbeiterInnen

 

*      Internationale Solidarität ist noch viel zuwenig ausgeprägt; muss auf allen Ebenen (von Betriebs- bis ÖGB- ebene) ausgebaut werden und Bewusstseinsbildung geschehen!

 

*      Klares Ausräumen des BAWAG-Skandales auf ÖGB -Ebene und Ablegen des ‚Bonzentums’, das es z. T. noch gibt!

 

*      Stärkeres Vertreten der atypisch Beschäftigen, der Scheinselbständigen und SaisonarbeiterInnen und ‚working poor’ – auch interne Solidarität zwischen ‚starken und schwachen Gewerkschaften!

 

Hildegard Goss-Mayr am 4. 4. in St. Pölten:

UN-Dekade für Frieden und Gewaltfreiheit

 

Die Pazifistin Dr. Hildegard Goss-Mayr informierte bei einem Sozialstammtisch der Betriebsseelsorge und der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) an 4. April 2006 über die „Dekade für eine Kultur des Friedens und Gewaltfreiheit für die Kinder dieser Welt“, die von auf Initiative der FriedensnobelpreisträgerInnen von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde.

 

Konkret berichtete Goss-Mayr über die zahlreiche Aktivitäten zur Einübung von Methoden der gewaltfreien Konfliktlösung in österreichischen Schulen. „Gewaltfreiheit ist heute keine Utopie mehr, sondern eine Erfahrung von vielen Menschen weltweit“, sagte Goss-Mayr, die aktiv die gewaltfreien Aufstände, mit denen die Diktaturen auf den Philippinnen und in Madagaskar überwunden wurden, unterstützte.

 

Friedensgruppen haben ein weltweites Verbot von Anti-Personen-Minen durchgesetzt. Eine Schweizer Initiative hat 1.000 Friedensfrauen (u. a. auch Hildegard Goss-Mayr) 2005 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen und damit gezeigt, wie vielfältig das Engagement in aller Frauen Länder ist. Der Ökumenische Rat der Kirchen hat ebenso wie die UNO das erste Jahrzehnt dieses Jahrtausends als „Dekade zur Überwindung der Welt“ ausgerufen. Die Weltsozialforumsbewegung, die Forderung nach einer Devisenumsatzsteuer (Tobin-Tax) und die zunehmende Kritik an der neoliberalen Wirtschaftsordnung nannte Goss-Mayr als weitere Beispiele für den weltweiten Einsatz für eine gerechtere und friedlichere Welt.

 

Abschließend erzählte sie in ergreifenden Worten von ihren langjährigen Einsatz für Gerechtigkeit in Lateinamerika, in Afrika und auf den Philippinen, wo sie mit ihrem Mann in der Vorbereitung des gewaltlosen und erfolgreichen Volksaufstandes gegen den damaligen Diktator Marcos aktiv war.

 

 

 

Mensch ist Mensch

 

Interreligiöses Treffen und Gebet

 

am Freitag, 17. Februar 2006, 15.00 Uhr

 

Jugendkulturhalle „Freiraum“, Herzogenburgerstr. 18,  St. Pölten

 

Der Karrikaturenstreit und die gewaltsamen  Auseinandersetzungen haben einmal mehr in Erinnerung gerufen, wie wichtig die Übung von gegenseitigem Respekt und Toleranz unter Völkern, Religionen und Nationen sind. Ein Schritt auf dem Weg des Dialogs für ein Zusammenleben in Frieden soll dieses Interreligiöse Treffen und Gebet sein.

 

Veranstalter:

Austro Asiatisches Forum, Emmausgemeinschaft St. Pölten und Mag. Bernhard Wurzer in Zusammenarbeit mit Katholischer Aktion der Diözese St. Pölten, Islamischen Kultur– und Wohltätigkeitsverein St. Pölten und Betriebsseelsorge der Diözese St. Pölten.

 

 

Geht’s der Wirtschaft gut,
geht es nicht allen gut

 

Der Slogan „Wenn es der Wirtschaft gut geht, dann geht es allen gut“, stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Sommerakademie von Kirche und Gewerkschaft in Frage. Vom 28. bis 31. August 2005 trafen sich in Gaming 30 VertreterInnen von Gewerkschaft, Arbeiterkammer, Katholischer ArbeitnehmerInnenbewegung und Betriebsseelsorge aus den Diözesen St. Pölten, Wien und Graz, um aktuelle Probleme der arbeitenden Menschen nicht nur zu diskutieren, sondern auch Visionen und Wege für die Zukunft zu entwickeln.

 

Wenn es der Wirtschaft gut geht, dann geht es nicht automatisch allen Menschen gut. Die so genannte Flexibilisierung dient zwar meistens der Kostenreduktion des Unternehmens, aber die Arbeitenden als Menschen bleiben dabei oft auf der Strecke. Es wurde vor der Selbstausbeutung der Arbeitenden gewarnt. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter lassen sich ihre Gesundheit abkaufen. Der momentane Flexibilisierungsdruck hat auch die Intention, dass der Arbeiter und die Arbeiterin zwar jederzeit bereit sein sollen, Überstunden zu machen, die aber nicht als Überstunden bezahlt werden.

 

Wachsam möchten Kirche und Arbeitswelt auch auf die soziale Entwicklung in Europa sein. Europaweit geht die soziale Entwicklung nach unten – das wird nicht nur in der ständig steigenden Arbeitslosenzahl in Europa sichtbar. Der EU-Verfassung stehen die TeilnehmerInnen skeptisch gegenüber, weil hier die neoliberale Wirtschaft, die sicher nicht den Menschen zum Ziel hat, in eine gesetzliche Form gegossen wird. Die so genannte Bolkestein- oder Dienstleistungsrichtlinie wird abgelehnt. Bei Inkrafttreten dieser Richtlinie würden für ausländische Dienstleistungsunternehmen im Wesentlichen die Rechtsvorschriften ihres Heimatlandes gelten. Damit wird dem Wettlauf nach unten z. B. in der Sozialgesetzgebung, im Umweltschutz und bei den KonsumentInnenrechten Tür und Tor geöffnet.

 

Die Sommerakademie beschäftigte sich auch mit dem österreichischen Armuts- und Reichtumsbericht. Die Schere zwischen arm und reich geht nicht nur in Österreich oder in Europa, sondern weltweit immer mehr auseinander. Mit dieser Ungerechtigkeit dürfen wir uns niemals abfinden. Die Vision muss in Richtung Umverteilung von den Reichen zu den Armen gehen. Das ist aber durch moralische Appelle nicht möglich, sondern dazu müssen gerechtere Strukturen und Gesetze geschaffen werden. Ein soziales Europa hat auch nicht nur eine Verantwortung für die Menschen in Europa, sondern für die Menschen der ganzen Welt. Die Kirche ist vom Evangelium her gefordert, im Kampf zwischen Arm und Reich ihre neutrale Haltung aufzugeben. Sie ist gefordert so wie ihr Gründer Jesus von Nazareth klar auf Seite der Armen und Schwachen zu stehen. Jeder Mensch hat schon auf Grund seiner menschlichen Würde den Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben. In dieser Feststellung sind sich Gewerkschaft und Kirche einig.

 

Der Slogan „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht es allen gut“ stimmt nur dann, wenn die erwirtschafteten Güter auf alle Menschen gerecht verteilt werden. Momentan kann aber nur jener Slogan stimmen: „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht’s nur der Wirtschaft gut“

 

 

 

Gottesdienst

 

für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

mit Kaplan Franz Sieder, Betriebsseelsorger in Amstetten

 

Mittwoch, 24. August 2005, 19.30 Uhr, Betriebsseelsorgezentrum St. Pölten

 

 

Seit den 80er Jahren engagieren sich weltweit die Kirchen – Kirchen­leitungen ebenso wie Christinnen und Christen an der Basis – für den konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ist die UN-Dekade für Frieden und Gewaltfreiheit für die Zukunft der Kinder der Welt und die Dekade des Ökumenischen Rates der Kirchen zur Überwindung der Gewalt.

 

 

HÜTTENWANDERWOCHE 

MIT DER BIBEL IM GEPÄCK

 

Montag, 25. Juli 2005
bis Freitag, 29. Juli 2005

 

Wir wandern in der schönen Obersteiermark (Hochschwabgebiet) von Hütte zu Hütte und nehmen uns auch Zeit zum Gespräch, Bibellesen und miteinander Singen.

  

Anfahrt mit der Mariazellerbahn und Bus (bzw. Rad oder zu Fuß, wer gerne möchte).

Wir wandern vom Seeberg über das Hochschwabmassiv bis zum Erzberg (bzw. Präbichl).

 

Wir wollen uns nicht nur am Wandern und der herrlichen Landschaft erfreuen, sondern uns auch mit der Bibel beschäftigen (Thema: „Fremde in der Bibel“) und miteinander singen.

 

”Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er … lebte als Fremder …“ (Dtn 26, 5b)

 

„Da zog ein Mann mit seiner Frau (Noomi)… aus Bethlehem fort, um sich als Fremder im Grünland Moabs niederzulassen.“ (Rut 1,1b) Rückkehr Noomis mit der Moabiterin Ruth, die zur Stammmutter Davids wurde.

 

DIE TEXTE DER BIBELWANDERUNG gibt es

unter bibel-und-fremde.

 

Gewaltfreiheit - Illusion oder Wirklichkeit?

 

Was bedeutet aktive Gewaltfreiheit bei Konflikten im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich?  Wie kann das Prinzip "Aug um Aug, Zahn um Zahn" überwunden werden?

Die Betriebsseelsorge St. Pölten, die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) und der Internationale Versöhnungsbund laden daher zu einem Sozialstammtisch in St. Pölten mit Karin John-Redlingshofer zum Thema "Gewaltfreiheit als Illusion oder doch Wirklichkeit".

Karin John-Redlingshofer ist Hauptschullehrerin und Vorstandsmitglied des Internationalen Versöhnungsbundes - Österreichischer Zweig. Sie wird anhand von Beispielen aus dem Alltag und der Gesellschaftspolitik die Prinzipien der Gewaltfreiheit veranschaulichen.

Der Sozialstammtisch beginnt am Montag, 20. Juni 2005 um 19.30 Uhr im Betriebsseelsorgezentrum St. Pölten, Schneckgasse 22 (nahe dem Hotel Metropol).

Fest der Begegnung in St. Pölten

Es war ein wunderschönes Fest!
DANKE allen MitarbeiterInnen,
DANKE allen KünstlerInnen,
DANKE allen UnterstützerInnen und
DANKE allen BesucherInnen!

Das schon traditionelle Fest der Begegnung findet wieder am Samstag, 11. Juni 2005 auf dem Rathausplatz Süd St. Pölten statt.

Ab 12.00 Uhr gibt es ein
buntes Kulturprogramm
mit Folklore, Tänzen, TrommlerInnen, alter Musik aus allen Jahrhunderten und "unsichtbarem Theater".

Um 17.00 Uhr diskutieren im Cinema Paradiso Betroffene und politische Vertreterinnen über die
"Lebens-und Freizeiträume der Migrantinnen der zweiten und dritten Generation". Um 19.00 Uhr zeigt das Cinema Paradiso den Film "Dallas Pashamende"
von Robert Adrian Pejo (Eintritt: Euro 6,30, bei den anderen Programmteilen Eintritt frei).

Ab 21.00 Uhr spielt die Gruppe Nim Sofyan
, Gewinner des Austrian World Music Award 2004 im Beislkino Cinema Paradiso.

Infos:
www.fest.der.begegnung.at.tf

Diskussion über Situation der Migrantinnen:
Integration kann
in der Begegnung Freude bringen


Beim Fest der Begegnung am 11. Juni 2005 in St. Pölten gab es neben dem vielfältigen Kulturprogramm eine Podiumsdiskussion zu den "Lebens- und Freizeiträumen von Migrantinnen". Da über die Situation von Frauen diskutiert wurden, nahmen am Podium nur Frauen teil.

Die St. Pöltner Stadträtin Maga. Renate Gamsjäger berichtete, dass die Stadt St. Pölten ein Integrationskonzept hat: "Die Integration muss vor Ort und von Mensch zu Mensch stattfinden. Es geht um einen respektvollen Umgang miteinander."

Die NÖ Landtagsabgeordnete Erika Adensamer betonte: "Integration darf nicht von oben herab verordnet werden, sondern muss von jedem einzelnen und jeder einzelnen gelebt werden, sowohl von den Einheimischen wie von den MigrantInnen."

Sultan Özsecgin (Beratungsstelle FAIR) sagte: "Einseitige Integration führt  zu Irrwegen, gegenseitige Integration führt zueinander".

Maga. Zorica Primorac (GastarbeiterInnenseelsorge) empfahl jeder Generation der MigrantInnen, "die deutsche Sprache gut zu beherrschen, aber auch die eigene Sprache und Kultur weiter zu pflegen."

Carla Amina Baghajati (Islamische Glaubensgemeinschaft) war optimistisch: "Muslime und Musliminnen finden hier Bedingungen vor, die in der Anerkennung ihrer Religion die Integration als beiderseitigen Prozess erleichtern."

Die St. Pöltner Gemeinderätin Naciye Eroglu erinnerte, dass "zu der langfristigen wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung dieses Landes die MigrantInnen Großes beigetragen haben. Deshalb sollten wir der Vielfalt eine Chance geben."

In der Publikumsdiskussion wurde vor allem über Frage der unterschiedlichen Sprachen und die daraus in mancherlei Hinsicht entstehenden Verständigungsprobleme gesprochen.


Lebens- und Freizeiträume
der Migrantinnen

Beim Fest der Begegnung am Samstag, 11. Juni 2005 in St. Pölten gibt neben einem bunten kulturellen und kulinarischen Programm auch einen inhaltlichen Dialog von Betroffenen und Politikerinnen zum Thema "Lebens- und Freizeiträume von der zweiten und dritten Generation von Migrantinnen".

Da es heuer um die Situation der Frauen geht, nehmen am Podium nur Frauen teil:
Erika Adensamer (Abgeordnete zum NÖ Landtag)
Carla Amina Baghajati (Islamische Glaubensgemeinschaft)
Naciye Eroglu (Gemeinderätin)
Maga. Renate Gamsjäger (Stadträtin)
Sultan Özsecgin (Beratungsstelle FAIR)
Maga. Zorica Primorac (GastarbeiterInnenseelsorge)
Diskussionsleitung: Maga. Sara Rodriguez Toral

Die Podiumsdiskussion beginnt am Samstag, 11. Juni 2005 um 17.00 Uhr im Cinema Paradiso, 3100  St. Pölten, Rathausplatz 15/S7.

FEST DER BEGEGNUNG

AKTUELLES PROGRAMM

Stand 10.06.2005 22:30:00

 

AM RATHAUSPLATZ

Moderation: Mag. Hermann Kremslehner, Adriana Primorac

 

12.00 Uhr Eröffnung mit Mag. Sepp Gruber MAS,
Bürgermeister Mag. Matthias Stadler,
Bezirkshauptmann Dr. Josef Sodar,
Omar al Rawi (Islamische Glaubensgemeinschaft),
Pfarrerin Maga. Baukje Leitner (Evangelische Kirche)
Kaplan Mag. Sepp Gaupmann (Betriebsseelsorge)

Generalvikar Prl. Dir. Leopold Schagerl (Katholische Kirche)

"UNSICHTBARES THEATER"
Es werden MitspielerInnen beim "unsichtbaren" Theater gesucht, die dann in
einem Workshop von 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr im Beratungszentrum Fair,
Rossmarkt 6 (das ist gleich um die Ecke) ihr Spiel erarbeiten.
Organisation: Katholisches Bildungswerk

12.30 Uhr Zeybek – Volkstanz aus der Türkei, aufgeführt von Kindern

 

12.45 Uhr indischer Tanz: Sujata Gandi, Rema Besta

13.00 Uhr Reigentänze

 

von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr SPIELBUS für die Kinder

 

13.10 Uhr Badara Gueye & Karibu, TrommlerInnengruppe
anschließend bieten sie einen Trommel-Workshop im Jugendzentrum H2 an (14.00 Uhr - 15.00 Uhr)

14.00 Uhr Tamburizza-Gruppe aus Wien: Folklore aus Kroatien

Lieder von Natalia


15.00 Uhr indischer Tanz: Sujata Gandi, Nilam Cintury, Besta Rema

15.30 Uhr "unsichtbares Theater" - Mitspieltheater

16.15 Uhr Tandaradey - Musik aus allen Jahrhunderten: Gertrude und Manfred Hartl, Nupi Jenner, Andreas Adam und Christian Schwetz

danach DJing von Setareh Yazdanpanah

Um 21.00 Uhr ist das Programm am Rathausplatz zu Ende.
Dann beginnt gerade das Konzert von Nim Sofyan im Kino.


CINEMA PARADISO

16.30 Uhr Vorstellungsfilm des Islamisches Kultur- und Wohltätigkeitsvereins

17.00 Uhr PODIUMSDISKUSSION
LEBENS- UND FREIZEITRÄUME VON MIGRANTINNEN

Erika Adensamer (Abgeordnete zum NÖ Landtag)
Carla Amina Baghajati (Islamische Glaubensgemeinschaft)
Naciye Eroglu (Gemeinderätin)
Maga. Renate Gamsjäger (Stadträtin)
Sultan Özsecgin (Beratungsstelle FAIR)
Maga. Zorica Primorac (GastarbeiterInnenseelsorge)
Diskussionsleitung: Maga. Sara Rodriguez Toral

19.00 Uhr Film "Dallas Pashamende"
(Eintritt Euro 6,30, alle anderen Veranstaltungsteile Eintritt frei)

21.00 Uhr KONZERT NIM SOFYAN

Für kurzfristige Programmänderungen bitten wir um Verständnis.

Fotos von Claudia Zawadil
im Little Phönix in St. Pölten

DIE ZEIT DER AUSSTELLUNG IST LEIDER WIEDER VORBEI. EIN GROSSES DANKE CLAUDIA FÜR DIE TOLLEN BILDER UND DIE SEHR GUTE ZUSAMMENARBEIT!!!

Am Donnerstagabend wurde die Ausstellung mit den Fotos der jungen Künstlerin Claudia Zawadil im Jugendtreff Phönix in St. Pölten eröffnet.

Patrick Reisinger (Jugendtreff Little Phönix) konnte den St. Pöltner Gemeinderat und Betriebsratsvorsitzenden von Voith Turbo Gerhard Schatzl und den Leiter der Arbeiterkammer St. Pölten Gerhard Havlik begrüßen. Reisinger erzählte, dass der Jugendtreff Little Phönix jungen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit gibt, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen.
Alois Reisenbichler (Betriebsseelsorge)  betonte, dass gerade die Fotografie immer einen großen Stellenwert in der ArbeiterInnenkultur hatte.
Die Künstlerin Claudia Zawadil, die als technische Angestellte in einem St. Pöltner Betrieb arbeitet, erklärte ihre Bilder. Sie möchte auch das Schöne darstellen und zitierte im Schiller-Jahr den deutschen Dichter: "Ernst ist das Leben, heiter die Kunst."

Die Bilder können bis 9. Juni 2005 während der Büro- und Beratungszeiten der Betriebsseelsorge (im gleichen Haus) am Montag und Donnerstag von 09.30 Uhr bis 12.30 Uhr sowie am Mittwoch von 14.00 Uhr bis 17.30 Uhr besichtigt werden.  Ein weiterer

"Ausstellungstag",
bei dem Claudia Zawadil ihre Bilder erklärt, 
ist am Donnerstag, 9. Juni
von 17.00 Uhr bis 19.30 Uhr.

Fotos von Claudia Zawadil
www.claudia-zawadil.gnx.at

Fotos von der Ausstellungseröffnung:
www.pressepics.at

Fotoausstellung von Claudia Zawadil:
Natur - Mensch - Abstraktes


Der Jugendtreff Little Phönix in St. Pölten gibt jungen Künstlerinnen und Künstlern die Chance, ihre Bilder in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
 
Die Fotografin Claudia Zawadil zeigt vom 2. bis 9. Juni ihre Fotografien unter dem Motto "Natur - Mensch - Abstraktes".
 
Die technische Angestellte Zawadil ist Mitarbeiterin verschiedener Zeitschriften - z. B. dem Musikmagazin "Concerto" und dem St. Pöltner Veranstaltungsmagazin "City-Flyer".
Des Weiteren ist sie Mitglied bei der Foto-Vereinigung "fotocommunity". Unter der Adresse
www.claudia-zawadil.gnx.at kann man einige ihrer  Werke betrachten.

Die St. Pöltner Künstlerin meint zu ihren Bildern: "Kunst ist etwas unbeschreiblich Kostbares; ein wunderbares Werkzeug, um meine Ängste, Träume und Hoffnungen zum Ausdruck zu bringen."

Die Vernissage mit den Bildern von Claudia Zawadil beginnt am Donnerstag, 2. Juni 2005 um 19.30 Uhr im Jugendtreff Little Phönix, 3100  St. Pölten, Schneckgasse 22.

Die Bilder können bis 9. Juni 2005 während der Büro- und Beratungszeiten der
Betriebsseelsorge (im gleichen Haus) am Montag und Donnerstag von 09.30 Uhr bis 12.30 Uhr sowie am Mittwoch von 14.00 Uhr bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Für Sonntag, 5. Juni und Donnerstag den 9. Juni 2005 sind "Ausstellungstage" von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr  bzw. von 17:00 Uhr bis 19:30 Uhr geplant, bei dem Claudia Zawadil ihre Bilder erklärt.
 
Informationen:
Patrick Reisinger, Tel. 0699 11400466
Alois Reisenbichler, Tel. 02742 / 722 40, 0664 3951809

 

GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian
beim Sozialstammtisch der Betriebsseelsorge und KAB:
Globalisierung braucht mehr Sozialstaat


Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten Wolfgang Katzian
referierte beim Sozialstammtisch der Betriebsseelsorge und der Katholischen
ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) am 23. Mai 2005 im Betriebsseelsorgezentrum
St. Pölten über die "Zukunft der Arbeit".

Der GPA-Vorsitzende berichtete von den Erfahrungen der Gewerkschaft mit
atypischen Beschäftigungsformen. "Die Gewerkschaft lehnt Teilzeitarbeit
nicht generell ab. Aber es stellt sich die Frage, wie jemand mit einem
geringeren Einkommen den Lebensunterhalt finanzieren kann. Es gibt keinen
Teilzeit-Zins für die Wohnung und auch keine Teilzeit-Rückzahlungsrate für
einen Kredit."

GPA-Vorsitzender Katzian kritisierte die neoliberale Politik der
Bundesregierung, die in der Europäischen Union zu den Vorreitern in Sachen
Steuerdumping zählt. "Es wurde uns eine Sozialunion versprochen, bekommen
haben wir bis jetzt Sparpakete, Sozialabbau und die höchste Arbeitslosigkeit",

meinte GPA-Vorsitzender Katzian, der ein Überdenken der
EU-Stabilitätskriterien forderte.

"Die Globalisierung erfordert nicht weniger, sondern mehr Sozialstaat", so
der GPA-Vorsitzende. "Für die größer werdende Zahl von Menschen, die an den
sozialen Rand gedrängt werden, müssen Formen einer Grundsicherung geschaffen
werden:"

Die Gewerkschaft der Privatangestellten unterstützt die Aktivitäten der
christlichen Kirchen für den freien Sonntag: "Es muss aber generell über die
Frage der Verteilung der Zeit diskutiert werden, sowohl der
Lebensarbeitszeit wie auch die Unterschiede in der Zeiteinteilung von
Männern und Frauen. Auch die Verkürzung der Wochenarbeitszeit, für die schon
Alfred Dallinger Ende der 70er Jahre eintrat, bleibt auf der Tagesordnung.
Sie muss allerdings heute EU-weit erfolgen."

Abschließend berichtete Katzian von positiven Erfahrungen durch
solidarisches Engagement von ArbeitnehmerInnen, die zum Beispiel bei einer
Handelskette ihre Rechte durchsetzen konnten.

 

ZUKUNFT DER ARBEIT?
 
Die Veränderungen in der Arbeitswelt betreffen immer mehr Arbeitende, neue Formen der Dienstverhältnisse schaffen soziale Unsicherheit, der freie Sonntag ist in Gefahr, immer Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) und die Betriebsseelsorge
St. Pölten haben daher den neuen Vorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten Wolfgang Katzian zu einem Sozialstammtisch zum Thema "Zukunft der Arbeit - Gute Arbeit für alle ODER Rund um die Uhr zu Hungerlöhnen arbeiten und immer mehr Arbeitslose" eingeladen.

Die Diskussion mit Wolfgang Katzian beginnt am Montag, 23. Mai 2005 um 19.30 Uhr im Betriebsseelsorgezentrum (BSZ) St. Pölten, Schneckgasse 22.

Maifest im Little Phönix und
in der Betriebsseelsorge:
"Beim Feiern kemman d'Leit zaum!"
 
Die Betriebsseelsorge St. Pölten und der Jugendtreff der Katholischen ArbeiterInnen-Jugend Little Phönix veranstaltet am Samstag, 21. Mai 2005 ab 15.00 Uhr bis Open End  ihr schon traditionelles Maifest.
 
Der Zauberer Magic Pedro wird wieder nicht nur die Kinder begeistern. Der Lilienfelder Betriebsseelsorger Markus Bostl liest seine heiter-kritischen Gedichte. Der Elvis Imitator Werner und der Keyboard-Spieler Peppi Karner sorgen für  gute Stimmung. Selbstverständlich ist für Speis und Trank gesorgt.
 

 

Künstlerin aus Kapverden in St. Pölten:
Afrikanische Musik
über Liebe und Engagement

Es war ein tolles Fest -
ein großes DANKE
Terezinha und ihrer Band, dem Kulturbeisl EGON und allen BesucherInnen für einen wirklich schönen Abend!!!

 

Die Beziehungen St. Pölten mit den Kapverden haben durch die langjährigen
Aktivitäten des Freundschaftsvereines St. Pölten - Carbo Verde Djunta Mon
eine gute Tradition.

Mit einem Konzert der berühmten afrikanischen Künstlerin
Terezinha Araujo
und ihrer Band gibt es ein Stück afrikanischer Kultur in St. Pölten.
Terezinha beginnt ihre musikalische Laufbahn bereits als Mädchen. Ihre
Lieder handeln von Liebe genauso wie vom Engagement für eine gerechtere
Welt. Mit dieser Musik kommt die Gastfreundschaft und auch die Lebensfreude
der kapverdianischen Menschen zum Ausdruck.

Das Konzert mit Terezinha Araujo,  das von der Freundschaftsgesellschaft
gemeinsam mit der Betriebsseelsorge, dem Welthaus der Diözese St. Pölten,
dem Weltladen und dem Südwind veranstaltet wird,  beginnt am Donnerstag, 12.
Mai 2005 um 20.00 Uhr im Musikbeisel EGON, 3100  St. Pölten, Fuhrmannsgasse
15. Mit den Spenden wird ein Schulprojekt in Kapverde unterstützt.

Infos: http://www.suedwind-noewest.at/archiv/araujo.htm

 

 

Weltsicht eines jungen Künstlers
Ausstellung im St. Pöltner Jugendtreff Little Phönix

 


Der junge Künstler S. Link Victim (Martin Kranabetter) stellt bis Ostern im Jugendtreff St. Pölten Little Phönix, Schneckgasse 22 (nähe Hotel Metropol) seine Bilder aus.

Die Ausstellung kann besichtigt werden:

Montag und Donnerstag 09.30 Uhr - 12.30 Uhr
Mittwoch 14.00 Uhr - 17.30 Uhr

Weitere Besuchszeiten müssen mit dem Büro der Betriebsseelsorge, Telefon 02742 / 722 40, 0664 39 51 809 telefonisch vereinbart werden.

Eintritt: FREI

Ein CD-Rom mit den Fotos von den Bildern der Ausstellung sowie von der Vernissage kann im Büro der Betriebsseelsorge bestellt werden (freie Spende).

Informationen:
Patrik Reisinger, Tel. 0699 11 400 466
S. Link Victim, Tel. 0660/34 87 296
Alois Reisenbichler, Tel. 0664 39 51 809

 

Zum Internationalen Frauentag:
FRAUENARBEIT
und ihr Wert in der Gesellschaft

 

"Bereiten Sie Ihre Tochter auf das Arbeitsleben vor.
Geben Sie ihr weniger Taschengeld als Ihrem Sohn."

 

Mit diesem Slogan einer englischen Gewerkschaft machten die Frauen der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) am 4. März 2005 in der St. Pöltner FußgängerInnenzone auf die nach wie vor bestehenden Ungerechtigkeiten in der Entlohnung von Männern und Frauen aufmerksam.  Die KAB fordert von der Politik, Kampagnen und andere bewusstseinsfördernde Maßnahmen zu starten, um ein Umdenken in Richtung einer gleichwertigen und von gegenseitiger Achtung getragene Haltung zwischen Man und Frau zu erreichen.

 

Die Aktion der KAB Frauen wurde auch von der Betriebsseelsorge St. Pölten unterstützt.

 

Mit einem Besuch der Ausstellung der Bilder von S. Link Victim (Martin Kranabetter) im Betriebsseelsorgezentrum haben die KAB-Frauen die erfolgreiche Aktion abgeschlossen.

 

DEMONSTRATION ZUM FRAUENTAG IN WIEN

Dienstag, 8. März 2005

17.00 Uhr Auftaktkundgebung Westbahnhof

18.00 Uhr Demo-Beginn

19.00 Uhr Abschlußkundgebung Urban-Loritz-Platz

(NUR FRAUEN!!!)

 

Experimentelle Verzweiflung im Little Phönix

 

Martin Kranabetter, dessen Künstlername S. Link Victim lautet, präsentierte am 3. März seine Werke das erste Mal der Öffentlichkeit.

 

Das LITTLE PHÖNIX (Schneckgasse 22, Nähe Metropol) lud am 3. März zu einer weiteren Vernissage ein. An diesem Donnerstag präsentierte der Jung-Künstlers S.LINK VICTIM (Martin Kranabetter) seine Werke, wunderbar gelungene farbprächtige Gouache- und Acrylmalereien auf Leinwand. Für den symphatischen Grafiker war dies die erste Vernissage. Die ebenfalls angekündigten Werke von VERENA SCHWARZMANN und auch sie selbst war nicht anwesend, Gründe hat die Künstlerin nicht genannt.

 

Die Werke können noch bis 26. März betrachtet werden. 

 

Quelle:

www.city-flyer.at

 

Dr. Leo Gabriel:

ChristInnen geben Hoffnung,
dass eine andere Welt möglich ist

 

Beim Sozialstammtisch der Betriebsseelsorge St. Pölten und der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) der Diözese St. Pölten am Dienstag, 1. März 2005 im Betriebsseelsorgezentrum St. Pölten berichtete der Sozialwissenschaftler und Journalist Dr. Leo Gabriel über seine Erfahrungen beim Weltsozialforum in Porto Alegre (Brasilien).

 

„Alle 15 Minuten stürzt – symbolisch gesprochen - ein Jumbo-Jet mit Kindern ab. Jede Sekunde sterben drei Kinder an Hunger“, betonte Dr. Gabriel. Andererseits wächst der Widerstand gegen diese neoliberale Globalisierung.

 

Beim Weltsozialforum im Jänner 2005 gab es ein zum ersten Mal ein Treffen der Befreiungstheologinnen und –theologen. Christinnen und Christen sowie Menschen anderer Weltreligionen spielen bei diesem weltweiten Engagement für Gerechtigkeit und Frieden eine wichtige Rolle: „Wer glaubt die Befreiungstheologie sei am Ende, wurde in Porto Algre eines Besseren belehrt: die Befreiungstheologie lebt in zahlreichen Basisgemeinden in Lateinamerika. Viele große Organisationen wie zum Beispiel  die ‚Bewegung der Landlosen’ sind in Basisgemeinden entstanden. Christinnen und Christen  bringen das Ferment der Hoffnung in die Bewegung ein – wie das Salz in der Suppe“, so Dr. Gabriel.

 

Als Möglichkeiten zum globalisierungskritischen Engagement nannte Dr. Gabriel das Austrian Social Forum, die Demonstration gegen Neoliberalismus und Krieg am 19. März 2005 in Wien, bei der der Amstettner Betriebsseelsorger Franz Sieder sprechen wird, und die Vorbereitungen von Nichtregierungsorganisationen und Initiativen für Aktionen zum EU-Lateinamerika-Gipfel im Mai nächsten Jahres in Wien.

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