20 Jahre Betriebsseelsorge neu in St. Pölten: Fest am 25.2.2011
Beschreibung folgt demnächst!
neue Homepage: http: betriebsseelsorge.dsp.at
Sepp Gruber
10 Jahre Little Phönix

Zur Erklärung: Am 20. 11. 2004 feierten wir wieder ein 10-Jahre-Fest,
aber 10 Jahre im neuen Haus in der Schneckgasse 22, in Summe also 14 Jahre!
10 Jahre in der Arbeitnehmer- und Betriebsseelsorge St. Pölten (2000)

Eine Kirche ohne Arbeiterschaft Arbeit mit und für die Menschen in der Arbeitswelt "Die Kluft zwischen Kirche und Arbeitswelt hat sich ... vertieft. Es braucht eine neue Begegnung zwischen Kirche und Welt der Arbeit ... Es bedarf vielmehr erneuter Anstrengungen in der Pastoral für die Menschen in der Arbeitswelt!" – dieses Zitat aus dem Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe von 1990 drückt den seelsorglichen Grund für das Engagement der Kirche für die Arbeitnehmerschaft aus. Sehr punktuell wurde und wird dieses Anliegen in den einzelnen Diözesen umgesetzt mit verschiedenen Ansätzen der Betriebsseelsorge, am stärksten noch in OÖ, wo auch mit der ‚christliche Betriebsgemeinde VOEST‘ Ende der 50 er Jahre der Beginn liegt. Eine andere Wurzel war das Experiment der Arbeiterpriester vor allem in Frankreich in den 50 er und 60er Jahren, das jedoch von der Kirche wieder abgestellt wurde. In unserer Diözese war Kaplan Stefan Veigl 1967 der erste Betriebsseelsorger, der mit Arbeitseinsätzen in den großen St. Pöltner Betrieben Glanzstoff, Voith und ÖBB –Werkstätte begann und ein Zentrum in der Herzogenburgerstraße (heutiges Haus der Frau) aufbaute – somit könnten wir schon 33 Jahre BS St. Pölten feiern. Nachdem Kaplan Veigl 1974 sein Priesteramt niederlegte (mußte), wurde nach einer Übergangszeit die Betriebsseelsorge in St. Pölten nicht mehr nachbesetzt. Erst dem Engagement der AGAB (Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral) ist es zu verdanken, daß Bischof Zak 1990 der Anstellung eines Pastoralassistenten für die Betriebsseelsorge in St. Pölten zustimmte. Ich (Sepp Gruber) habe dann neben einem halbjährigen Arbeitseinsatz als Hilfsarbeiter in der VOITH mit einem ehrenamtlichen Team und einer guten Zusammenarbeit mit der KAJ (Kath. ArbeiterInnenjugend) die auch als Wohnung benutzten Räumlichkeiten in der Klostergasse 14 mit Leben erfüllt. Die Bemühungen um eine Anstellung einer Frau für die Arbeit speziell mit Arbeiterinnen scheiterte an innerkirchlichen Widerständen, mit Elfi Haindl wurde jedoch ein halber Posten in der Betriebsseelsorge im oberen Traisental geschaffen, allerdings in Kombination mit der Pfarre Traisen, was sich nicht bewährte. Seit einem knappen Jahr bemüht sich nun Markus Bostl, diese Arbeit fortzusetzen, aber auch ohne Zentrum in der Region.
ist nicht die Kirche Jesu Christi
Ein Haus mit offenen Türen
Auch wenn so mancher sie immer wieder verschließen wollte - so habe ich die Betriebsseelsorge St. Pölten vor 10 Jahren kennen und schätzen gelernt. Damals besuchte ich noch gemeinsam mit meiner Freundin Regina Aigner die Krankenpflegeschule, und in der Freizeit verbrachten wir viele Stunden gemeinsam im BSZ - damals noch in der Klostergasse (einige werden sich erinnern an das Duo aus der Krankenpflegeschule).
Es war ein Haus, das immer Platz hatte für mich, egal ob ich gut gelaunt kam oder Sorgen hatte, ob ich kam um Feste zu feiern oder einfach nur um da zu sein.
Es war ein Haus, das immer Platz hatte für Menschen, wie sie die Buntheit des Lebens hervorbrachte.
In erster Linie aber war es nicht das Haus, das dies alles möglich machte – es war vielmehr die Person, die alle mit der Betriebsselsorge St. Pölten in Verbindung bringen. Es warst Du, Sepp Gruber, der uns als Betriebsseelsorger und einfach als Mensch Raum, offene Türen – und nicht zuletzt immer ein offenes Ohr entgegenbrachte. Es war und ist Deine eigene Buntheit, die auch das BSZ zu einem Ort macht, der Platz hat für Menschen, wie sie die Buntheit des Lebens hervorbrachte. Und es war und ist Deine Offenheit, die die
Betriebsseelsorge heute wie damals ausstrahlt. Du hast mit Deiner Art zu leben sehr viel dazu beigetragen, daß das BSZ ein Ort des Lebens geworden ist.
Dora Asanger

Komm und sieh .....
In der Betriebsseelsorge tätig sein, ob haupt- oder ehrenamtlich, heißt, jene besonders im Augen- Blick zu haben, die zu den VerliererInnen der bestehenden Wirtschaftspolitik und der gesellschaftlichen Ent-/Ver- Wicklungen zählen.
5 Jahre war ich selbst hauptamtlich in der Betriebsseelsorge Oberes Traisental/ Gölsental tätig, und somit räumlich und inhaltlich mit der BS St. Pölten verbunden. Diese Verbindung besteht in Form meines Mit- denkens im BSZ - Team weiter. Die Arbeit in der Betriebsseelsorge braucht prophetisches Gespür für die Spuren Gottes. ProphetInnen heute gründen Selbstbesteuerungsgruppen und streiten für die Rechte der ArbeiterInnen hier und weltweit. Sie verlieren die von Frauen für Frauen erkämpften Rechte nicht aus den Augen und sie vertrauen auf Gott, der nicht Theorie bleibt.
Ich verdanke meinen Erfahrungen aus 10 Jahre Betriebsseelsorge St. Pölten Ein- Blicke und Aus- blicke, die mein Leben geprägt haben und weiter prägen ....
Komm und sieh ....
Das schau'n wir uns an!
Elfi Haindl (ehemal. Betriebsseelsorgerin, derzeit Diözesansekretärin der KFB)

Die Betriebsseelsorge geht dorthin,
wo sich das Leben der ArbeiterInnen abspielt
"Die Betriebsseelsorge St. Pölten feiert ihr 10-jähriges Bestehen, aber eigentlich müsste sie ihr 30-jaehriges Bestehen feiern. Vor 30 Jahren hat nämlich Betriebsseelsorger Stefan Veigl in St. Pölten mit einer Betriebsseelsorge in unserer Diözese begonnen. Kaplan Veigl ging dann nach Vorarlberg und so war die BS in St. Pölten über viele Jahre unterbrochen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie vor 10 Jahren wieder eine Chance bekommen hat.
Was Betriebsseelsorge ist, kann nicht mit einem Satz definiert werden. Ich möchte hier einige Aussagen machen, was ich unter Betriebsseelsorge verstehe: Betriebsseelsorge ist Versöhnung zwischen Kirche und Arbeitswelt - BS heißt nicht, die Arbeiter in die Kirche zu bringen, sondern eine Kirche in der Arbeitswelt aufzubauen - eine Kirche, die für die arbeitenden Menschen Heimat ist und in der sie sich wohl fühlen. Betriebsseelsorge heißt mithelfen, dass das Reich Gottes in der Arbeitswelt aufgebaut wird - ein Reich der Gerechtigkeit und der Solidarität. BS ist nachgehende und missionarische Seelsorge. Der Betriebsseelsorger geht dorthin, wo das Leben der Arbeiter sich abspielt. Wir versuchen, Menschen zu erreichen, die normalerweise wenig Kontakt mit der Kirche haben und die von der pfarrlichen Seelsorge nicht erreicht werden. Zu mir hat einmal ein Arbeiter gesagt, der keinen Kontakt mit der Kirche hat: 'Weißt Du, für mich ist der Herrgott auch etwas Wichtiges'. Bischof Zak hat einmal zu mir gesagt: 'Wir müssen uns schon deshalb auch der Arbeiter besonders annehmen, weil die Arbeiter uns die meiste Kirchensteuer geben': Dieses Argument allein darf nicht das Motiv für eine bewusste Arbeiter- und Betriebsseelsorge sein. Jesus hat in der damaligen Zeit besonders ein Herz für jene gehabt, die in der Gesellschaft unten waren.
Die Arbeiter gehören auch in unserer Zeit zu Jenen, die durch ein 'signifikant Weniger' gekennzeichnet sind: durch ein Weniger an Ansehen, durch ein Weniger an Einflußmöglichkeit und auch durch ein Weniger an Geld. Den Zukurzgekommenen gehört primär die Liebe von Jesus und ihnen soll primär auch unsere Liebe gelten. Die Kirche hat zwar karitativ immer auch etwas für die Arbeiter getan, aber sie ist nicht immer auf der Seite der Arbeiter gestanden. Dadurch ist sie auch an den Arbeitern schuldig geworden, weil sie lange Zeit auf Seiten von Denen stand, die die Arbeiter ausgebeutet und unterdrückt haben. Arbeiterseelsorge hängt auch zusammen mit einer Versöhnungsarbeit zwischen Kirche und Sozialdemokratischer Partei. Auf diesem Gebiet hat Kardinal König eine wichtige Versöhnungsarbeit geleistet, aber auch die Betriebsseelsorge.
Ich wünsche der BS St. Pölten, dass sie auch weiterhin ein Zeichen ist, dass der Kirche die Arbeiter nicht gleichgültig sind und dass viele Arbeiterinnen und Arbeiter dort eine neue Heimat in der Kirche finde.
Franz Sieder - Betriebsseelsorger in Amstetten
BSZ - Begegnung sei Ziel
Als ich das erste Mal das Zentrum betrat, dachte ich mir, an diesem Haus könnte man einiges erneuern. Was beim ersten Zuhören fast ein wenig überheblich klingt, kam aber sehr bald in Gang. Immer mehr Räume bekommen übers Jahr eine neue Gestalt, immer mehr Bewegung kommt ins Haus. Zdenko, der Erneuerer, da bleibt fast keine Tapete auf dem alten Fleck.
Doch ein anderer Eindruck vertiefte sich mehr und mehr: Dieses Haus birgt noch einen kostbareren Schatz als die der ständigen Erneuerungsfähigkeit. Dieses Haus ist ein Ort der Begegnung. Seine Räume laden ein zum "gemeinsamen Essen" zum "Feiern" und zum "Diskutieren". Es liegt an denen, die es in Anspruch nehmen, es zu gestalten, zu erneuern und Begegnungen zu leben, zu genießen, auszuhalten aber auch und gerade zu feiern. Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel, der Weg des Bsz´s heißt "Begegnung".
Markus Bostl - Betriebsseelsorge OberesTraisental, Liturgiereferent des Pastoralamtes

Hängengeblieben
Im Winter 1990 bin ich in meinem ersten Studienjahr zufällig zur BS St. Pölten gestoßen. Ich hatte damals keine Ahnung , was Betriebsseelsorge überhaupt ist. Angefangen hat alles damit, daß ich auf Grund familiärer Vorbelastung auf eine Winterbildungswoche der KAJ mitgefahren bin (die ich im übrigen auch nur durch Erzählungen kannte). In einem grünen, zugigen Bus fuhr ich mit einer Gruppe Jugendlicher Richtung Westen; damals saß auch ein gewisser Sepp Gruber im Bus, den wir dann irgendwo auf der Strecke absetzten.
Na ja, und dann bin ich bei der KAJ hängengeblieben und mit ihr auch bei der Betriebsseelsorge, in der ich die letzten Jahre auch hauptamtlich arbeitete. Viel hat sich seitdem geändert: das gemütlich-chaotische Quartier in der Klostergasse, allfällige Mitbewohner im Gruppenraum, unsere KAJ-Runde hat sich nach Jahren aufgelöst, ... . Die Freundschaften aber sind geblieben, auch der Sepp Gruber, das multikulturelle Flair im Haus und die unkomplizierte Art, die den Charme des "Zentrums" ausmacht.
Ich wünsche der Betriebsseelsorge St. Pölten, dem Sepp und allen MitarbeiterInnen alles Gute zum wohlverdienten Jubiläum und noch viele weitere Jubiläen in der Schneckgasse 22!
Christiane Schalk

10 Jahre BSZ St. Pölten
Es fällt mir schwer, all die Eindrücke und Erinnerungen, die aus den letzten 8 Jahren aus meinem Gedächtnis aufsteigen, in Worte zu fassen.
... all die tollen Feste mit Freunden in der guten alten K 14, die für viele DER UMSCHLAGPLATZ für alle möglichen und unmöglichen Infos war, ein Platz zum Ausruhen und Pläne schmieden, für nicht Wenige ein zweites zu Hause, ... die Übersiedlung in die Schneckgasse, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge vonstatten ging, ... das "Bewohnbar-Machen" des neuen Zentrums und Gründung des "Little Phoenix", ... und immer wieder gemeinsame Kämpfe gegen Posten- u. Budgetkürzungen (Wisst ihr noch, welche tolle Geschichte wir dazu mal am Domplatz aufgestellt haben??!!!!), ... viel Schönes wie Hochzeiten u. Taufen aber auch Trauriges, ....
Meine erste Bekanntschaft mit dem BSZ und der KAJ war allerdings nicht unbedingt eine glorreiche. Aber eine Menge netter Menschen haben sich bemüht, dieses etwas neben sich stehende Wesen in ihre Mitte aufzunehmen.
So kam ich im Laufe eines Jahres regelmäßiger ins BSZ und lernte Arbeit und Menschen besser kennen und schließlich lieben. über die KAJ-Runde fand ich meinen Weg in die KAJ-Diözesanleitung und schließlich (mit zunehmendem Alter) auch ins BSZ-Team und Forum Kirche & Arbeitswelt.
Viele Stunden der Freude und Tränen, Entspannung und Anstrengung, Höhenflüge und Tiefschläge habe ich mit fast ebenso vielen engagierten und empfindsamen Menschen erlebt. Oft genug haben wir uns ob unserer unterschiedlichen Ansichten und Wichtigkeiten in die Haare bekommen. Doch als großes einigendes Dach über uns war immer unsere Überzeugung, dass jeder Einsatz für die ArbeiterInnen hin zu einer gerechteren Gesellschaft ein wichtiger ist.
Mein aufrichtiges Dankeschön gilt all jenen politischen und kirchlich-geistlichen Persönlichkeiten, die immer eine großartige Stütze für die Arbeit der Betriebsseelsorge und der KAJ waren und sind.
Ein besonderer persönlicher Dank (begründet durch meine etwas verzwickte Glaubensgeschichte) gilt jenen Priestern und geistlichen Assistenten der Betriebsseelsorge und KAJ, die die Worte "Diener am Volk Gottes" und "Er ist mitten unter Euch" sehr spürbar leben und den christlichen Glauben für mich wieder zugänglich gemacht haben - Menschen zum Diskutieren, Menschen zum Streiten, Menschen zum gemeinsam Ausruhen und Kraft tanken.
Zum Schluss möchte ich noch etwas schreiben, das mir sonst nicht so leicht fällt:
Eine "Liebeserklärung" an die Menschen (eine namentliche Aufzählung würde wahrscheinlich noch eine Seite füllen), allen voran aber Sepp Gruber, die über viele Jahre einen oft nicht immer leichten Weg mit mir gegangen sind und von denen ich mich auf diesem Weg auch auf unbestimmte Zeit verabschieden möchte, die mich aber im Herzen und in Gedanken immer begleiten werden.
Somit wünsche ich euch und eurer Arbeit für eine gerechtere Welt alles Gute, Wut, Mut und Tränen und verabschiede mich
mit herzlichen und solidarischen Grüßen
Susi Gastgeber

Betriebsseelsorge - Heimat für die Arbeiterschaft
Das Betriebspastoralzentrum in der Schneckgasse (vorher Klostergasse) feiert seinen 10-jaehrigen Bestand. In diesen Jahren ist es für viele Menschen ein Stück Heimat geworden, ein Ort, wo sie Kirche als hilfreich, stärkend und verständnisvoll erleben können.
Die Betriebspastoral in unserer Diözese ist eine Einrichtung des Pastoralamtes, arbeitet aber eng und wirksam mit Gliederungen der Kath. Aktion zusammen, die heuer auf ihren 50-jaehrigen Bestand zurückschauen kann. Möge die Sorge und der Dienst an den arbeitenden Menschen, an den Arbeitslosen, der Einsatz für eine gerechte Gesellschaft und das Engagement für eine Politik und Wirtschaft, in der der Mensch im Mittelpunkt steht, immer Vorrang haben.
Herzlich danke ich allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Betriebspastoral und wünsche Ihnen, sowie allen, die dieses Zentrum beleben, Gottes Segen und Gesundheit!
Wilfried Kreuth, Bischofsvikar Msgr. EKan. Direktor des Pastoralamtes

Partnervermittlung BSZ Dies ist natürlich nur ein – wenn nicht unwesentlicher- Nebeneffekt der Einrichtung um Sepp Gruber, und hat meinen persönlichen Lebenslauf sehr geprägt! Sepp und die Betriebsseelsorge, v. a. in der Klostergasse, waren wesentlich daran beteiligt, dass ich meinen jetzigen Mann Rudi kennen gelernt habe, mit dem ich nun schon fast 9 Jahre (vergleiche ähnliche Lebenszeit des BSZ!) eine Partnerschaft lebe. Damit ihr LeserInnen jedoch einen richtigen Gesamteindruck gewinnt, muss ich noch erwähnen, dass ich sicher nicht die einzige bin, die durch das BSZ und dessen Dunstkreis für ihr weiteres Leben wichtige Menschen kennen gelernt haben. Zahlreiche kurze und längerfristige Gschichtln, Beziehungen und auch Ehen haben ihr Bestehen dem BSZ und seinem "Personal" zu verdanken. Aber nachdem ich ja "nicht nur aus Partnervermittlungsgründen" im BSZ verweilte, verbinden mich noch viel mehr Aktivitäten und Ereignisse mit der jubiläumsfeiernden Einrichtung: Hier einige kunterbunte Blitzlichter, Höhepunkte und Eindrücke: Projekt "BOOT" 1992 am Rathausplatz, Faschings-, Silvester- und andere Feste, BSZ-Heuriger, Diavorträge (u. a. von Mongolei, Brasilien,..), KAJ-Runde, Arbeitskreis GETUTT (Erklärung dafür siehe Artikel von Reinhard Gratzer), Gitarre spielen, Transparente und Plakate malen, idyllischer Garten in der Klostergasse, Lagerfeuer, Gottesdienst, Adventkranz basteln, Weihnachtsverkaufsstand, Selbsthilfegruppen, Menschen anderer Hautfarbe, spontan englisch sprechen, viele "Alis", offene Türen, Diebstähle, sich beschwerende Nachbarn, Gutmütigkeit von Sepp, Hängematte, gemütliches, abgeschnudeltes Ambiente, ELCH,... Zu letzterem möchte ich noch ausführlicher berichten: 1997 habe ich mit einer anderen engagierten Mutter, Regina Aigner, einen Treff für Eltern und Kinder ins Leben gerufen. Einmal wöchentlich konnten v. a. Mütter (Väter waren in der Praxis seltener vertreten) mit ihren Kindern beim ELCH (so der originelle Titel unseres Treffs) zusammenkommen. Für diesen Zweck standen uns die Räumlichkeiten und auch die Zeit und die Energie von Sepp zur Verfügung. Für mich war dieser Treff eine wertvolle, bereichernde Einrichtung, die anregende Kontakte und Austausch ermöglichte. Nach dem Motto "kurz & gut" endete der ELCH aus Gründen persönlicher Veränderung nach einem ¾ Jahr. Einen herzlichen Dank allen Teilhabenden und vor allem an Sepp für seinen Einsatz, für Kindermitbetreuung und fürs Quartier! Ich wünsche ein schönes Jubiläumsfest und weiterhin fruchtende Arbeit Karin Kaltenberger 
Erste Schritte der Betriebsseelsorge (1967 - 1976)
Motiviert durch die Arbeiterpriesterbewegung in Frankreich und Holland und die Betriebsseelsorgearbeit in Linz besuchte der junge Bischof Franz Zak 1964 6 Betriebe in St. Pölten und traf sich dabei auch mit den Betriebsräten, wo es noch viele Missverständnisse auszuräumen galt (wegen Nähe der Kirche zur ÖVP). Im Interview mit der St.Pöltner Zeitung meinte er: „Meines Erachtens müssten in allen größeren Industriebetrieben Betriebsseelsorger hauptamtlich freigestellt werden“ und allein die Stadt St. Pölten würden 2 freigestellte Betriebsseelsorger benötig, die die Diözese aber derzeit nicht habe. Trotzdem musste KAJ- Seelsorger Franz Sieder (ab 1965) um die Freistellung von Kaplan Stefan Veigl mit dem Bischof ringen, genauso wie später für den Arbeiterpriester Rudi Wimhofer. So begann im Sept. 1967 Kaplan Veigl mit seiner BS-Arbeit in St. Pölten, zunächst mit Arbeitseinsätzen in der Glanzstoff, Voith und ÖBB-Werkstätte. Er sammelte christlich motivierte Arbeiter und Angestellte um sich, die seine Arbeit unterstützten. Zugleich entstanden auch eine Voith’ler – Runde (u.a. mit Erwin Reichebner) und eine Krankenschwesternrunde. Daher wurde nach einigen Jahren das Betriebszentrum „Treffpunkt“ in der Herzogenburgerstrasse 4 (siehe Foto) als „Ort des Gesprächs, der Information, der Bildung und der Gemeinschaft“ eröffnet, das mit viel Eigenarbeit hergerichtet wurde. Veigl und Sieder waren es auch (mit der KAJ), die die Grundlagen für die Arbeitnehmerseelsorge der Diözese in der Diözesansynode von 1972 fixierten. So konnten später auch anderen Betriebsseelsorgestandorte besetzt werden. Ziel der Arbeit war nicht die ‚Bekehrung’ der Arbeiter, sondern das gegenseitige Kennenlernen und Vertrauen schaffen zwischen Kirche und Arbeiterschaft. Leider wurde die gute Arbeit von Kaplan Veigl schon 1974 beendet, da er nach seiner Heirat die Diözese verlassen musste (er arbeitete noch einige Zeit in der ‚Voestgemeinde’ mit). Er baute später die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Vorarlberg auf– nach seiner Pensionierung ist er noch Projektleiter des grenzüberschreitenden Lehrlingsaustausch im Dreiländereck. Franz Sieder übernahm noch 2 Jahre provisorisch die BS St. Pölten, bis er nach Amstetten wechselte. Der ‚Treffpunkt’ der BS wurde später ein Jugendzentrum und danach das Haus der Frau. (Sepp Gruber)