Freigänger missbraucht Dreijährige
Großfahndung mit Polizeihubschrauber  - (Foto: dpa) Ein Sexualstraftäter hat am Wochenende ein dreijähriges Mädchen missbraucht. Der Mann hatte Freigang in einer Therapiestätte.

 

Mordfall Julia: Spur hat Priorität
Suche im Nachbarhaus
Anklicken zum Vergrößern (Foto: dpa)Die Polizei sucht weiter nach Spuren der toten Julia im Haus eines Nachbarn. Der 33 Jahre alte Familienvater aus dem mittelhessischen Biebertal-Rodheim bei Gießen steht nach einem Explosionsunglück in seinem Keller im Verdacht, mit dem Verschwinden des acht Jahre alten Mädchens zu tun gehabt zu haben.

Verdächtiger liegt im Koma
Der bei der Explosion schwer verletzte Mann liegt nach Auskunft der Staatsanwaltschaft vom Donnerstag in einer Kölner Spezialklinik immer noch im Koma und schwebt weiter in Lebensgefahr.

Spur hat Priorität
Ergebnisse der umfangreichen kriminaltechnischen Untersuchungen werden erst mitgeteilt, wenn der Verdacht gegen den Mann geklärt ist, sagte Polizeisprecher Kurt Maier. Die Polizei ermittelt auch noch in andere Richtungen, räumt dieser Spur aber Priorität ein.

Kistenweise Material sichergestellt
Polizisten setzten am Donnerstag ihre kriminaltechnischen Untersuchungen fort, in deren Verlauf kistenweise Material aus dem Wohnhaus des Verdächtigen getragen wurde. Auch der dunkle VW-Kombi und die Kühltruhe der Familie sind beschlagnahmt worden. Die Frau und die drei Monate alte Tochter des Verdächtigen sind zu Angehörigen gezogen, zumal das Haus von der Polizei versiegelt wurde. Das Gebäude liegt genau zwischen dem Haus der Familie Julias und dem Spielplatz, auf dem das Mädchen zuletzt gesehen worden ist.

Suche nach Spuren von Julia
Dem Vernehmen nach prüft die Polizei die Vermutung, nach der Julias Leiche mehrere Tage in dem Haus aufbewahrt wurde - möglicherweise in der Kühltruhe. Bereits ein Haar des Mädchens könnte dafür ein wichtiges Indiz sein.

Lücke von vier Tagen
Zwischen Julias Verschwinden am 29. Juni und dem Fund ihrer Leiche in der Nacht zum 4. Juli unter einem brennenden Holzstapel im 60 Kilometer entfernten Niddatal klafft eine Lücke von gut vier Tagen. Die Obduktion hatte Hinweise auf einen Tod bereits am Tag ihres Verschwindens ergeben. Als Todesursache war ein Schädelbruch festgestellt worden.

dpa

 

 

Geiselnahme endet nach Irrfahrt durch drei Länder unblutig - Zweite Zusammenfassung
 
 

  

Kerpen (AP) Ein Spezialeinsatzkommando der deutschen Polizei hat in Kerpen ohne Blutvergießen einen Geiselnehmer überwältigt, der in Belgien zwei junge Frauen in seine Gewalt gebracht und mindestens eine von ihnen mehrfach vergewaltigt hatte. Bei dem Täter handelte es sich nach Angaben der Polizei um einen 28-jährigen Staatenlosen, der in dem Nachbarland seit 1994 wegen eines anderen Gewaltdeliktes eine Gefängnisstrafe verbüßt, aber vor drei Tagen Hafturlaub bekam.

Der 28-Jährige habe zunächst offenbar ein Sexualverbrechen geplant, berichtete die Polizei in Köln. Er habe seinen Opfern, zwei 20 und 23 Jahre alten Belgierinnen, nach einem Disko-Besuch im belgischen Hasselt aufgelauert. Er täuschte vor, eine Waffe zu besitzen und zwang die Frauen zu einer Irrfahrt durch Belgien, die Niederlande und Deutschland. Unterwegs vergewaltigte er den Abgavben zufolge eines seiner Opfer mehrfach.

Erst in Aachen gelang es der jüngeren Geisel, die den Wagen steuern musste, an einer roten Ampel aus dem Wagen zu flüchten, wie Einsatzleiter Walter Volmer berichtete. Bei der sofort eingeleiteten Großfahndung entdeckten die Polizisten das Fluchtauto leer an der Autobahnausfahrt Kerpen-Buir. Gegen 05.00 Uhr stießen sie dann in einem nahgegelegenen Wald auf den flüchtigen Verbrecher mit seiner letzten Geisel.

In den Verhandlungen mit der Polizei forderte der 28-Jährige die Zusage, nicht nach Belgien ausgeliefert zu werden. Dabei hielt er eine Hand unter das T-Shirt seines Opfers, um eine Waffe vorzutäuschen. Erst nach der Zusage ließ er sein letztens Opfer frei und wurde anschließend von Spezialkräften überwältigt. Vollmer zufolge wurde er dabei leicht verletzt. Eine Waffe fand die Polizei bei dem Geiselnehmer nicht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kidnapper nun Nötigung, Geiselnahme und mehrfachen sexuellen Missbrauch vor. Es sei noch offen, ob er auch sein zweites Opfer missbraucht habe, sagte Volmer. Die junge Frau befinde sich in einem psychischen Ausnahmezustand und könne noch nicht vernommen werden.

Trotz der taktischen Zusage der Polizei in der Auslieferungsfrage werde der Prozess gegen den 1972 in Genk in Belgien geborene Staatenlosen voraussichtlich im Nachbarland stattfinden, hieß es in Köln. Da die Opfer aus Belgien stammten, der Täter dort eine Haftstrafe verbüße und die Tat auch in dem Nachbarland ihren Anfang nahm, werde er einem Auslieferungsgesuch sicherlich stattgeben, sagte Staatsanwalt Alfred Willwacher.

Wegen der Geiselnahme musste die Autobahn 4 Aachen - Köln bei Kerpen-Buir für mehrere Stunden in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Dadurch kam es zu kilometerlangen Staus.

© ap - Meldung vom 16.08.2001 21:45 Uhr
 
Suche nach Spuren der toten Julia im Nachbarhaus

 

  

Gießen (dpa) - Schon eine winzige Spur wie ein einziges Haar könnte die Klarheit über den Tod der achtjährigen Julia aus dem mittelhessischen Biebertal-Rodheim bringen.

Auch am Donnerstag durchkämmten Spezialisten der Polizei den Garten und das Haus eines unmittelbaren Nachbarn des Mädchens. Der 33 Jahre alte Familienvater steht nach einem Explosionsunglück in seinem Keller vom Montag unter dem schrecklichen Verdacht, das blonde Nachbarmädchen umgebracht zu haben. Äußern kann er sich zu den Vorwürfen nicht: Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft schwebt er mit schweVerpuffung erfuhr. Die verkohlte Leiche des Mädchens war am 4. Juli unter einem abgebrannten Holzstoß gefunden worden, der mit Benzin überschüttet worden war. Die Polizei hat bis zur Klärung des Verdachts gegen den unbescholtenen Verwaltungsangestellten eine Nachrichtensperre verhängt.

Kistenweise haben die Ermittler Material aus dem geräumigen Einfamilienhaus geschleppt. Sie suchen nach winzigen Spuren, einem Haar vielleicht oder einem kleinen Blutspritzer, um sie mit dem beim Hessischen Landeskriminalamt vorliegenden Gen-Code der toten Julia vergleichen zu können. 'Bei uns laufen die Analysen des angelieferten Materials auf Hochtouren', versichert LKA-Sprecher Hans Beilstein. Auch Fasern, Fingerabdrücke und anderes gehören dazu.

Auch der dunkle VW-Kombi und die Kühltruhe der Familie sind beschlagnahmt worden. Zwischen dem wahrscheinlichen Todeszeitpunkt Julias und der abgebrochenen Leichenverbrennung auf dem Holzstoß waren gut vier Tage vergangen. Der Verdacht der Polizei: Die Leiche könnte zum Beispiel in einer Kühltruhe aufbewahrt worden sein.

Die Frau und die drei Monate alte Tochter des Verdächtigen sind zu Angehörigen gezogen, das Haus wurde von der Polizei versiegelt. Die Nachbarn sind geschockt: 'So etwas Schreckliches habe ich in meinem Leben noch nie gesehen', schildert eine junge Frau den Anblick des Mannes mit den großflächigen Verbrennungen. Dass der Familienvater etwas mit dem Mord an der kleinen Julia zu tun haben könnte, kann sie sich nicht vorstellen. 'Aber man kann in keinen Menschen reinschauen', meint sie nachdenklich.

Ähnlich denkt auch ein Rentner, der direkt hinter dem Garten des jetzt Verdächtigen wohnt: Niemand in der Nachbarschaft sage, 'der hat etwas mit Julias Verschwinden zu tun'. Der Mann, der erst vor wenigen Monaten in das große Haus eingezogen ist, sei immer nett und höflich gewesen. 'Der war uns der liebste Nachbar.' Auch von dem Verdacht, der 33-Jährige habe sich möglicherweise mit der Explosion selbst töten wollen, halten die Anwohner nicht viel. 'Ich will noch nicht sterben', habe er noch gesagt, erzählt eine Frau. Nur ein paar Schritte vom Haus des Verdächtigen entfernt liegt der Spielplatz, auf dem Julia am 29. Juni zuletzt gesehen wurde. Dahin traut sich keiner mehr.

© dpa - Meldung vom 09.08.2001 16:49 Uhr
 


   

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