Wir dokumentieren durch eindeutiges Quellenmaterial: Die Antwort kann nur ein klares "Ja" sein! Denn unbestreitbar ist jeder Wechsel ins Internat mit erheblichen Risiken verbunden. Objektiv ablesen lässt sich dies an der Zahl der Abbrecher in den Internaten. Der unabhängige Internatsberater Peter Giersiepen schätzt die Abbrecherquote auf zwischen 10 und 30 Prozent (siehe im Linkmenü den Beitrag "Internatsrealität 2")!
>>Vanni: Hallo, ich besuche zur Zeit ein Internat, wo es mir allerdings überhaupt nicht gefällt. Bin dort jetzt seit fast einem Jahr, weil meine Eltern den ganzen Tag gearbeitet haben und ihnen hat es nicht gefallen, dass ich so oft alleine war. Und ich war geschockt, in was für einem Zustand der größte Teil der Schüler war.Jedenfalls habe ich mit meinen Eltern geredet, dass ich da weg möchte,da ich mit dem Desinteresse, dem Alkohol- und Drogenkonsum der Schüler nicht zurechtkomme. Gibt es auch Internate für Nicht-Schwererziehbare, die sich in der Schule anstrengen und GUTE Noten haben möchten? Es kann doch nicht sein, dass man an jedem Internat als Streber bezeichnet wird, nur weil man Hausaufgaben macht und die Erzieher es nicht auf die Reihe bekommen, dass ein paar ganz wenige Einzelfälle nicht die große Ausnahme sind. Gibt es solche Internate auch für Menschen, die nicht hochbegabt sind, aber dennoch nicht blöd und etwas lernen möchten. Ich interessiere mich z.B. sehr für Naturwissenschaften, aber die einzigen naturwissenschaftlichen Internate, die ich gefunden habe, waren für Hochbegabte, also nichts für mich. Kann mir irgendjemand helfen? Könnt die Antwort hier her schreiben, aber ich freue mich auch sehr über Mails!
Vanni<<
Es handelt sich bei der obigen Schilderung keineswegs um einen Einzel- fall. Dies können Sie durch Aufruf vieler ähnlicher Beispiele in dem Linkmenü rechts unschwer nachprüfen.
Die meisten Eltern verbinden mit dem Internatsaufenthalt ihres Kindes vor allem folgende Erwartungen:
- ein besseres soziales Umfel
- eine Verbesserung der Qualität des Unterrichts
- kleinere Klassen
- qualifiziertere und engagiertere Lehrer
- mehr Disziplin
- einen geregelten Tagesablauf
- intensive Hausaufgabenbetreuung
- Beaufsichtigung "rund um die Uhr"
- sinnvolle Beschäftigung durch attraktive Freizeitgestaltung
Viele dieser Erwartungen werden aber nicht oder nur unzureichend er-füllt. Hierüber sollten Eltern unbedingt aufgeklärt werden, zumal die typische Internatsklientel laut Einschätzung der Bonner Kulturpsy-chologen Michael Ley und Herbert Fitzek (siehe der Link "Internat-srealität 16") eine besondere Neigung zeigt, die Möglichkeiten der Internatspädagogik und die Wirkungen eines Internatsaufenthalts maßlos zu überschätzen.
In diesem Zusammenhang fällt dem Verbraucherschutz die wichtige Aufgabe zu, nicht nur kritisch über die Realität in den Internaten zu berichten, sondern auch darzustellen, welche Internatsprobleme ein- fach systembedingt und welche durch sinnvolle pädagogische Maßnah- men oder bauliche und organisatorische Veränderungen lösbar sind. Damit geben wir ratsuchenden Eltern zugleich Qualitätskriterien für eine qualifizierte Internatsauswahl an die Hand.
Die hauptsächlichen Risikofaktoren bei
einem Wechsel ins Internat:
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Hintergrundinformationen
Ulrich Lange
Die PISA-Legende
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