Zeitungsbericht zur Benefiz-Fete
Für Kraft und Mut in schwerster Zeit
 
In Hillesheim steigt eine Riesen-Benefiz-Fete für Sascha Timmermann aus Niederehe
 
NIEDEREHE/HILLESHEIM. Seit einem Mopedunfall Anfang Mai liegt Sascha Timmermann aus Niederehe im Wachkoma. Um seiner Familie die aufwändige Pflege zu erleichtern, organisieren vier Frauen und zwei Männer für den 24. November eine Riesen-Benefiz-Fete in der Hillesheimer Stadthalle.
 
        Blaue Augen, kecker Blick, Gel in den kurzen blonden Haaren, 16 Jahre alt: Sascha Timmermann besuchte die Augustiner-Realschule in Hillesheim, machte Party, schraubte an seinem Moped herum, traf sich mit Freunden. Doch so gibt es diesen Jungen nur noch in der Erinnerung seiner Familie, Freunde und Schulkameraden und auf dem Foto, das auf einer Vitrine im Wohnzimmer der Timmermanns steht. Am Abend des 7. Mai 2006 verunglückte Sascha am Ortseingang von Oberehe. Er war mit seinem Moped unterwegs und hatte einen Freund dabei. Vermutlich weil er an die Bordsteinkante gestoßen war, verlor Sascha die Kontrolle, und die beiden Jungen rutschten mitsamt dem Moped eine Böschung hinunter. Wie lange es gedauert hat, bis Passanten auf die Situation aufmerksam wurden, kann niemand wirklich sagen. „Vielleicht eine halbe Stunde,“ sagen Saschas Eltern Petra und Dirk Timmermann beim Besuch des Trierischen Volksfreunds. Jetzt prägen in ihrer schönen, neuen Wohnung – gottlob ist sie großräumig und offen gestaltet – ein Pflegerollstuhl, ein Lifter, ein Duschstuhl und ein Absauggerät das Bild. Nun steht im ehemaligen Elternschlafzimmer das Pflegebett; an der Zimmerdecke ist eine Lichterkette mit kleinen Kürbissen befestigt, an einer Pinwand stecken Fotos und Zettel mit Grüßen von Freunden und Klassenkameraden.
      Kaum eine Überlebenschance hatten die Ärzte in Daun und Trier dem 16Jährigen in den Stunden nach dem Unfall gegeben: zu schwer seien die inneren Verletzungen, zu groß der Sauerstoffmangel. Doch Sascha blieb am Leben. Nach fünf Wochen auf der Intensivstation atmete er beim zweiten Versuch, die Herz-Lungen-Maschine abzustellen, wieder selbst. Nach zwei weiteren Wochen wurde er auf die Früh-Reha-Station verlegt. „Und seit dem 30. August ist er zu Hause,“ erzählt Petra Timmermann. Seitdem kümmert sich die gelernte Altenpflegerin rund um die Uhr um ihren Jungen. Ihr Mann und die 13jährige Tochter Jenny helfen ihr.
      Was die Timmermanns, die als Neubürger seit knapp zwei Jahren in Niederehe einen Reiterhof betreiben, aber auch erlebt haben und immer noch erleben, gibt ihnen Kraft und Mut: Als sie Sascha während seines 17wöchigen Krankenhausaufenthaltes in Trier jeden Tag besuchten, brachten Leute aus dem Dorf Tankgutscheine, Salat und Gemüse aus ihren Gärten und selbstgemachte Salben. „Wir haben viel Hilfsbereitschaft und Mitgefühl erfahren,“ sagen die Eltern. Und auch seit Sascha zu Hause sei, gebe es immer wieder Hilfsangebote.
       „Das ist einfach unglaublich,“ sagen sie deshalb auch über die Aktion, mit der zur gleichen Zeit in einem Haus am anderen Ende des Dorfes vier Frauen und zwei Männer beschäftigt sind. Auf Initiative von Monika Kramp aus Üdersdorf und mit Unterstützung von Angelika und Rolf Angermeier und Guy Genette aus Kerpen sowie Ursula Gröner aus Loogh und Andrea Wirtz aus Niederehe entsteht gerade das Programm für eine Riesen-Benefiz-Fete. Der Erlös soll für zwei Maßnahmen, die Saschas Familie die Pflege enorm erleichterten, aber finanziell allein nicht bewältigt werden können - der Einbau eines Treppenlifts und der Umbau des Badezimmers – verwendet werden. Das Organisationsteam freut sich: „Die Bereitschaft zur Mitwirkung an der Veranstaltung ist enorm.“




Dieser Zeitungsbericht erschien im Trierischen Volksfreund zusammen mit dem abgebildeten Foto, das von Sascha im September 2006 zuhause aufgenommen wurde.



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