medizinische Infos und TZB

Hier nun ein paar medizinische Infos:

Therapiezentrum Burgau

 Der gesamte Mensch mit seiner gewachsenen Biographie steht im
Mittelpunkt unserer Bemühungen, die Ganzheit aus Körper, Geist und Seele.

Das Therapiezentrum Burgau ist eine Fachklinik zur neurologischen Frühbehandlung von Patienten mit
schweren erlittenen Hirnschäden in den Phasen B und C nach dem Phasenmodell. In unserem Hause werden alle modernen Therapieformen im Rahmen eines durchgängigen Gesamtkonzeptes angeboten, ergänzt durch wichtige Funktionsdienste wie Sozialdienst und umfangreiche Foto-/Videodokumentation.
Bei mehr als der Hälfte aller Patienten nach schweren erworbenen Hirnschädigungen bildet sich eine Spastik aus. Diese beeinträchtigt die Bewegung und kann zu Kontrakturen (Gelenkfehlstellungen) führen, die dann je nach Lokalisation nicht nur den Rehabilitationsverlauf sondern auch das ganze spätere Leben ungünstig beeinflussen können (Pflegbarkeit, Selbständigkeit, Lebensqualität). Mit der "Phys-Med-Gruppe" existiert eine interdisziplinäre Kompetenz für diese Fragestellungen. Neben der Prophylaxe ist ein komplexes Behandlungskonzept von Spastik und Kontrakturen ein Schwerpunkt unseres Hauses. Das Management umfasst neben der zentralen Rolle der therapeutischen Anwendungen auch die gezielte medikamentöse Behandlung, die redressierenden Verbände, der Einsatz von Botulinumtoxin und von Baclofenpumpen, chemische und operative Neurolysen sowie neuroorthopädische Eingriffe. Gerade bei schon länger währenden bestehenden spastisch bedingten Kontrakturen ist häufig eine Kombination verschiedener Maßnahmen angezeigt.
Enge Kooperationen mit verschiedenen Häusern für die operativen Interventionen (Baclofenpumpen-Implantation, operative Neurolyse, neuroorthopädische Operationen) haben die Erfolgsaussichten deutlich verbessert.


Behandlung an der Wurzel, nicht am Symptom

Alle unsere Patienten haben bis zu dem Ereignis Erfahrungen gesammelt, die sie in die Lage versetzten, mit tagtäglich auftretenden Problemen im Alltag umzugehen. Dieses Sammeln von Erfahrungen oder auch Lernen geschieht zunächst durch Spüren von sich selbst und seiner Umgebung, statisch und in der Interaktion. All die vielen kleinen Erfahrungen ergeben in ihrer Summation die Fähigkeiten, über die wir als Mensch verfügen: Motorik, Sprache, Sozialverhalten, Gedächtnis, Planung, Aufmerksamkeit und Konzentration, usw. Diese Fertigkeiten, einzeln oder in Kombination, sind nach einer schweren Hirnschädigung gestört. Der Patient kann nicht mehr auf seine früher erworbenen Erfahrungen zurückgreifen (Baumstruktur). An der Wurzel zu behandeln und nicht am Symptom bedeutet also, dem Patienten zu Informationen zu verhelfen, die ihn in die Lage versetzen, Probleme im Alltag zu lösen. Reine Symptombehandlung, d. h. das Üben einzelner Fertigkeiten, hilft dem Patienten weder bei seinem Grundproblem noch bei seinem Lernprozess weiter. Gestörte Informationswege werden durch Führen mit dem Ziel beeinflusst, die zentrale Wahrnehmungsfähigkeit und damit die gestörte Funktion zu verbessern.


Behandlungserfolg

Der Behandlungserfolg wird an mehreren Dingen festgemacht: Zum einen ist es das Maß an wiederhergestellter Selbständigkeit, d.h. reduzierter Hilfsbedürftigkeit. Dafür können verschiedene Selbständigkeitsindices verwendet werden, wie z.B. der Barthel-Index oder -aussagekräftiger- der FIM (Functional Independence Measure). Verlegung in Einrichtungen mit fortgeschrittenen Rehabilitationsmaßnahmen hängen vom Erreichen eines bestimmten Niveaus an Selbständigkeit ab, so dass nicht nur der nackte Zahlenwert der Hilfsbedürftigkeit, sondern auch die Entlassungsart ein Maßstab für das Erreichen eines Rehabilitationsziels darstellt.
Auf Grund der Schwere der Schädigung können die Rehaziele auch allein darin liegen, den Patienten überhaupt "pflegbar" zu machen, um ihn zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung versorgen zu können. Die Beseitigung bzw. Linderung z.B. von vegetative Krisen, schwerem Krampfleiden, sonstigen medizinisch instabilen Situationen aber auch von ausgeprägten Kontrakturen, Verhaltensstörungen und anderen Komplikationen stellen durchaus ein Ziel der Rehabilitation dar und ein Erreichen eines solchen Ziels ist ebenso als "Behandlungserfolg" zu werten.



Baclofen

Baclofen kann oral oder intrathekal (direkt in den Liquor) verabreicht werden. Die intrathekale Gabe ist bei Spastikpatienten deswegen notwendig, weil nur eine sehr geringe Menge der oral verabreichten Substanz am Wirkort, an den Nerven des Rückenmarks, ankommt.

Die intrathekale Verabreichung wird vor allem bei Patienten die starke schmerzhafte Spasmen haben und die durch orales Baclofen oder andere Medikamente nicht kontrollierbar sind, bevorzugt.
Nach einer Testdosis wird ein Katheder intrathekal gelegt, über den eine computergesteuerte implantierte Pumpe das Medikament als Dauertherapie zuführt. Der Vorratsbehälter der Pumpe kann von außen durch die Haut wieder aufgefüllt werden.
 
Wie wirkt Baclofen
 
Baclofen wirkt an den Nerven und Synapsen des Rückenmarks. Ohne entsprechende ständige Kontrolle aus dem Gehirn überwiegen im Rückenmark die spastischen Refelexmechanismen.
Diese können bei Kranken so stark sein, dass sie aus dem Schlaf aufwachen und starke Schmerzen verspüren.
Baclofen wirkt an den Reflexbögen des Rückenmarks. Vor allem an den sogenannten Renshaw Zellen kann es den natürlichen antispastischen Effekt nachahmen. Die notwendige Dosis des intrathekalen Baclofen ist verschieden, ist aber weitaus kleiner als die orale Dosis.





MRS

Eigentlich ein ganz normaler Keim, aber auch einer der häufigsten Erreger
nosokominaler Infektionen.
 
MRS-Bakterien können beim Menschen als natürlicher Bestandteil der Hautflora vorkommen und besiedeln meist Nase und Leistenregion. Sie haben eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Wärme und können in der unbelebten Umgebung (z.B. Kittel, Oberflächen, Geräte, Instrumente) bis zu vielen Monaten überleben und infektiös bleiben.
Während die Besiedlung mit Staphylococcus aureus bei gesunden Menschen keine Krankheitsgefahr darstellt, kann sie bei einem geschwächten Immunsystem bzw. bei Eindringen in normalerweise keimfreie Teile des Körpers Infektionen verursachen. Neben z. T. harmlosen Furunkeln können schwere Wundinfektionen, Pneumonien und Sepsisfälle (Blutvergiftungen) durch diese Bakterien hervorgerufen werden. 
MRS führt zwar nicht häufiger zu Infektionen als die antibiotikaempfindlichen Verwandten, diese sind aber wesentlich schwieriger zu behandeln. 
 
 
 
Risiko- und Einflussfaktoren
 
Es gibt einige Faktoren, die unter besonderen Umständen eine MRS- Besiedelung/Infektion begünstigen:
Längere Krankenhausaufenthalte
Behandlungen in Intensivpflegeeinheiten
Antibiotikabehandlung
Engere Kontakte mit "MRS-kolonisierten" Menschen
Intravasale Katheter (z. B. Zentralvenöser Katheter, Dialyse-Shunt)
Infektionen (Hepatitis, HIV, Influenza), Immunsuppression
Wunden (postoperativ, Verbrennungen)
Chronische Hautläsionen (Ulcus cruris, Dekubitus)
 
 
 
MRS Übertragung
 
MRS besiedelt beim Menschen vorrangig den Nasen- und Rachenraum und kann sich von dort auf andere Bereiche der Haut und Schleimhäute ausbreiten. Infektionsquellen sind daher der Nasen-Rachen-Raum von infizierten Patienten, intertriginöse Hautbereiche, Atemwegs- und Wundsekrete.
Die Verbreitung von MRS erfolgt vorrangig über die Hände des medizinischen Personals. Ein weiteres Übertragungsrisiko stellt auch die Verlegung innerhalb des Krankenhauses sowie in Pflege- und Altenheimen dar.
 
 
 
Der Anteil von resistenten Keimen aus Infektionen in Krankenhäusern ist in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und lag Ende 2003 bereits bei 30,0 %.


MRS kann verschiedenste Infektionen hervorrufen.
 
Infektionen der Haut (Furunkel, Mastitis)
Augeninfektionen
Entzündung des Knochenmarks (Osteomyelitis)
Lungenentzündung
Wundinfektionen nach Operationen
(Abszesse der inneren Organe, Sepsis, Endokarditis)
Komplikationen durch hämatogene Aussaat




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