Tour ab 27.10.2007

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Santa Marta - Columbien am 31. Oktober 2007

Die Anreise hat sich weitaus stressiger gestaltet als ich es gehofft hatte,denn...

erst die wochenlangen Streiks der DB, so dass ich fast mein Bahnticket nach Frankfurt zurueckgebe,dann in Frankfurt beginnt 2 Std vor Abflug der Streik der Air France, Umbuchung u. ich habe das "Glueck" ueber das ideale Transitland USA fliegen zu duerfen, nur der LH -Flug ist ein Trostpflaster! Dafuer bin ich so auch einmal in Miami gewesen! Verspaetung dann in Caracas satte 8 Std. aber immerhin noch am geplanten Tag, dem 28. Okt..Dafuer ist dann nachts  die Quartiersuche in solch einer Stadt nicht ganz ohne, auch stellt sich nach 40 Std Reise doch etwas Muedigkeit ein.

29.10. Caracas

Ich bin doch schon wieder frueh auf den Beinen, denn ich hatte nachts zur Taxifahrt ins Quartier schon den Jardin Botanico erkundet u. der war nicht weit weg von meinem Hotel in Sabana Grande. Schon 9 Uhr stehe ich im Kakteengelaende, eine architektonisch gelungene Neuanlage des der Uni  angeschlossenen Gelaendes mit einem Bot. Institut. Kann mich zu den regionalen Kakteen der venez. Karibik u. vor allem an exakt beschilderten Belegpflanzen vororientieren u. staune nicht wenig. wie genau sie es hier aber genommen haben.U.a. komme ich dann auch im Institut von der Bibliothek mit Hilfestellung ins Herbararchiv u. glaube schon,dass ich dann genauso viel Glueck zum Nat Park "Cerro Saroche" habe. Leider sind mir trotz der Hilfsbereitschaft der Leute hier keine Verbindungen zu den Kontaktpersonen zum Park zustande gekommen. Auch wird mir wieder das Problem der schwierigen Anreise zum Park erlaeutert, es waere wohl fuer mich allein nicht moeglich, auch ein Permiso waere noch zu erwirken.

Trotz meiner spaeteren Anrufe nach Barquisimeto kriege ich meine Kontaktperson vom Internet nicht ran u.merke auch in Barqu. spaeter,dass hier doch etwas Chaos herrscht u. a. scheint eine Waehrungsinflation zu rollen, u. ich entscheide mich ,das Land doch schnell zu verlassen. Stressig dann die Ausreise rueber nach Columbien von Maracaibo aus. Es wird permanent in diesem Niemandsland Wegezoll erpresst - von bewaffneten Leuten in Uniform, wobei sogar die Einheimischen recht schnell bezahlen - da bleibt dann keine andere Wahl. An die 10 mal Passkontrolle auf 100km, sowas hatte ich noch nie erlebt dazu sogar "Tributa" mit Quittung, mit Muehe nehmen sie dann Dollar von mir an!!

30.Okt. ich habe Santa Marta am karibischen Meer erreicht. Es legen sich alle Wogen in der fuer diesen Landstrich typischen Ruhe , Freundlichkeit u. dem ewig schoenen Wetter mit badewannenwarmen Wasser, Kokospalmen, Haengematten, Schaukelstuehlen, ueberall tanzenden Kreolen,eiskaltem Cerveza, leckeren Pescados! Am 31. Okt. mache ich meinen 1. Ausflug in ein Kuestenkakteenhabitat, in welchem ich erstaunlich grosse Artenvielfalt fuer Columbien antreffe.(ueber 6 versch. Gattungen-dazu spaeter mehr)

Cartagena  de Indias , den 02.Nov.2007

Die Tagestour an die Santa Marta vorgelagerte noerdliche Kueste geht frueh ganz leicht mit einem Stadtbus der mich in 15 min nach Taganga bringt, einem Fischerdorf in einer kleinen Meeresbucht, kokospalmenbestanden.Es gibt einige Tauchschulen u. die vom einfachen Fischfang lebenden meist sehr dunkelhaeutigen stets lachenden, singenden u. tanzenden Einheimischen, welche sich aber immer mehr auf den zunehmenden Tourismus einzustellen scheinen.            

Fuer mich sind aber zuerst einmal die steilen, dicht mit Kakteen u. Gestruepp bewachsenen Kuestenfelsberge von Interesse. Schon nach wenigen hundert Metern werde ich fuendig - natuerlich zuerst die alles ueberragenden Cereen, einige einfache Opuntien, dann auch die  ersehnten Melocacteen aus Formenkreis curvispinus u. spaeter beim Hochsteigen auf gut 300m auch einzelne Pilosocereen bzw. Subpilosos u. ein kerzenartig aufrecht u. rel. schlank wachsender Lasiocereus?, zum weiteren Bestimmen bin ich noch nicht gekommen. Jedoch war ich sehr erstaunt ueber diese relat. grosse Artenvielfalt - Columbien zaehlt ja nicht gerade zu den klassischen Kakteenlaendern. Erwaehnenswert auch noch , dass dieser landschaftspraegende grosse Cereus, oft auch kandelaberfoermig, spaeter sogar im flachen Kuestenabschnitten z.T. mit "fast Mangrovenwaldstandorten "auch im Brackwasser- bereich wuchs. Weiterhin die baumartige Pereskia guamacho F.A.C. Weber .Die schoensten Aufnahmen lieferten immerwieder die zahlreichen Melocacteen, zumal sie zwar wenig ihrer kleinen Blueten hatten, jedoch mit vielen reifen Fruechten eine schoene Figur machten u.a. auch eine Cristate. Nach der schweisstreibenden Kraxelei im inzwischen straff von der Sonne beschienenen Kuestenhang ging es dann erst mal rein ins Meer zum Abkuehlen, spaeter noch nen gr. Fisch am Strand essen, ein eiskaltes Bierchen dazu ( es sind in Col.wirklich nur Bierchen - da vermisst man die gr.1 Lit.Flaschen, die es erst ab Peru suedwaerts gibt!

Damit war auch der letzte Tag vom Oktober rum u.es ging am 01.Nov.mit dem Bus Richtung Cartagena. Es geht fast ausschhliesslich an der Kueste entlang, alles in dichte tropische Vegetation gehuellt, zwar nicht allzuviel grosse Baeume , dafuer noch sehr viele der gr. Cereen aus dem Schlingpflanzengewirr herausragend, sowie spaeter im Lagunen- u. Mangrovenbereich auch regelrechte Seenlandschaft. Vor Cartagena schon massive Regenfaelle u. erste Ueberschwemmungen, doch die Menschen hier nehmen das locker auf, Kinder baden eben gleich mal in den die tieferliegendenden Strassen bedeckenden Wassermassen - zum Glueck kriege ich auch paar Bilder mit aus dem Bus raus. Erst recht feucht wird es in Cartagena u. bei so mancher Strassenüber- querung gibts nasse Fuesse.

Ich steige im Stadtteil Getesmani ab, ist auch noch Altstadtzentrum aber nicht so teuer. Dann mache ich mich auf Nahrungssuche, denn seit frueh sind bald 8 Std. um. Die zum Unesco- Weltkulturerbe gehoerende City begeistert mich dann so sehr ,dass das Essen weier verschoben wird, Fotos gehen erst mal vor. Die ganze Altstadt ist aus der Kolonialzeit stark gepraegt, nicht nur die ueblichen Kirchen u. oeffentl. Gebaeude, nein hier sind es die meerseitige grosse Schutzmauer, das Castillo de San Felipe, die Besonderheit dass sich ein altes Hafenbecken tief in die Stadt hineinschiebt, fast maerchenhaft wirkende Haeuser, Gassen, Plaetze ,Denkmaeler... u. natuerlich die Menschen, welche dieser Stadt Leben einhauchen. Das Temperament der caribischen Bevoelkerung aeussert sich nicht nur in lauter Musik, es wird ueberall gehandelt, gelacht, getrunken , getanzt bis spaet in die Nacht hinein.

Auch am naechsten Tag bin ich noch eifrig dabei von diesem oft maerchenhaft anmutentem Flair der Altstadt etwas mit der Kamera einzufangen, wobei mir auch hier wieder die Zeit davonlaeuft, es gibt einfach zuviele Motive u. Dinge die ich nicht in Vergessenheit geraten lassen will, denn es sind zuviel der Eindruecke auf einmal.

Jardin Botanico bei Cartagena de Indias

Ich finde den durch haeufige Besitzerwechsel gebeutelten tropischen Garten recht einfach, als ich mit einem Busdie Stadt suedwaerts verlasse nach gut einer halben Std. Leider ist der momentane Zustand nicht mehr so befriedigend, doch immerhin gibt es noch eine grosse Pflanzenliste u. mit etwas Glueck findet man dann im grossen Gelaende auch die entsprechenden Dinge die man sucht. Der Altbestand an Palmen u. sonstigen grossen topischen Gewaechsen ist schon noch ganz o.k. Leider ist von den angekuendigten typischen columbianischen trop. Fruechten kaum was zu sehen. Auch das total untergegangene Kakteenareal macht einen dann schon traurig. Laut Liste waren doch fast alle caribischen Gattungen einst hier angesiedelt. Gerade die epiphytischen Vertreter haetten hier mit dem oft dschungelartigen Park gute Bedingungen gehabt. An bluehenden Straeuchern u. Baeumen gibt es trotzdem noch allerhand zu bestaunen. Die zum Park gehoerenden Gebaeude sind jedoch fast alle zur Zeit nicht nutzbar u. so ist wohl ein finanzkraeftiger Sponsor gefragt!!!                          

Zurueck zur Stadt erkunde ich das Castillo. Besonder auch der Rundblick vom Castillio begeistert nochmal zusaetzlich u. zeigt auch, wie weit sich der grosse Rest der Stadt ausgedehnt hat, u.a. auch die suedl. Halbinseln mit einer Wolkenkratzerskyline, die ich hier nicht vermutet hatte. Alles in allem ist die Bezeichnung als Maerchenstadt oder mit der Ergaenzung  "Cartagena de Indias" schon berechtigt. Ich koennte mich nicht entsinnen jemals eine interessantere Stadt gesehen zu haben, hoechstens noch Rio , aber das laesst sich nicht vergleichen!

03.Nov.-Samstag

Am Vormittag erkunde ich den restlichen Altstadtteil u. gehe dabei  von Osten beginnend an der Lagune auf der Stadtmauer entlang, wobei ich in den kleinen Parks dazwischen ein paar sehr schoen bluehende Paradies- vogelbaeume (Caesalpina gilliesii u.pulcherrima) in gelb als mir auch  weniger bekannt in herrlichem orangerot!! finde. Weitere noch nicht naeher bestimmte Parkbaeume folgen, zumindest habe ich paar schoene Fotos machen koennen. Auch der  Afrik. Tulpenbaum fehlt hier nicht, findet er doch mit gut 35 grad C ideale Bedingungen in Cartagena. Beim weiteren Eintauchen in die Kernzone der Altstadt sind die schmalen Gassen von unzaehligen ueppigen Bougainvillien u.a. kletternden Pflanzen geschmueckt, es ist schon toll anzusehen u. macht die ganze Stadt noch freundlicher. (Strandpappel- Thespesia populnea  u. Sesbania cortada-rotbl.-- beides schoene Parkbaeume)

Im Centrum angekommen, stosse ich auf groessere Vorbereitungen fuer eine Sportveranstaltung u. ich habe schnell herausgefunden, dass hier heute abend noch ein Citylauf stattfinden soll. Die Einschreibeformalitaeten sind unkompliziert u. schnell zum Nulltarif ! erledigt , das will ich mir nicht entgehen lassen. Lediglich  noch etwas zu Essen brauche ich u. dann sind es noch gut 5 Std. bis zum Start - das reicht auch um noch etwas zum Ruhen u. sich vor allem mental bei der Hitze u. Kurzfristigkeit etwas darauf vorzubereiten.

Da ich ja in 10 min Fussweg vom Hotel am Wettkampfzentrum bin, klappt es recht gut als ich mich rechtzeitig gegen 16.30 Uhr dort einfinde - die "Erwaermung" wird grossteils ueber Stretching gemacht u. trotzdem bin ich am Start wohl der einzige der echt schon Schweiss auf der Stirn hat. Fuer die Masters-Class sind  nur ca. 4,5 Km zu laufen,da befuerchte ich trotz fehlenden Trainings keinen Einbruch - auch bekomme ich meine Beine bis zum Start sehr schoen locker. Da der Startbereich mit den engen Gassen der Altstadt sehr eng ist, reihe ich mich rechtzeitig ganz vorn mit ein u. bin vom Startschuss weg auch in der Fuehrungsgruppe von ca. 25 Laeufern, kann meine Pos.ca. 15-20 auch constant halten bis ins Ziel, lediglich die Spitzenlaeute vorn rissen das Ganze vorn noch weiter auseinander. Im Ziel merke ich erst noch richtig, wieviele  Laeufer unterwegs waren, so um die 2000 kamen nach mir an. Auch mein columb. Freund Carlos war ungefaehr so mit in der Spitzengruppe gelaufen, die aktuelle Ergebnisliste will ich erst noch unter www.correcaminoscolombia.com mir ansehen. Habe leider gerade beim Aufrufen noch nichts finden koennen - jedoch gleich per mail "Resultatos" angefordert!  Am restl. Abend verfolge ich noch paar Std. u.a. den Start ueber 3 Runden sowie die  ganze Stimmung hier in der Altstadt, es ist ja an jeder Ecke was anderes los. Auch gelingt es mir noch den Foto zu holen u. davon Weiteres  einzufangen. 

So. 04.Nov. es geht weg von der Karibikkueste

Noch etwas ausgeruht u. am Nachmittag den Nachtbus ins Zentrale von Columbien, der Weltdrogenstadt Medellin genommem. Waeren die Busse nicht so uebermaessig runtergekuehlt, eine angenehme Fahrt aber die Klimaanlage welche constant ca.15 grad kalte Luft blaesst, laesst die staekste Laeufernatur am Ende nicht ganz ungeschaedigt - immehin fahre ich 18 Std bis Medellin, (dusche kurz) u. nochmals 10 Std bis Cali am Stueck. Zumindest ist es in Cali im Hotel recht angenehm, doch der Hals kratzt schon maechtig. Ein paar wunderschoene Bilder gelingen am Morgen bei Anfahrt nach Medellin von den ueber 2500m hohen Bergen hinab auf die morgendlich wolkenverschleierten Taeler.

Di.06.Nov.

Weiterfahrt bis zur Grenze von Ecuador - ich habe dann also ganz Columbien von Nord nach Sued durchquert, es wird Zeit, dass ich von meiner geplanten fast 8000 km langen Reiseroute etwas abarbeite. Dabei gestaltet sich die Landschaft weiterhin noch voll tropisch. Ich sehe die beruehmten "Kaffeplantagen - des Cafe de Colombia".  An Kakteen ist hier kaum zu denken. Ausser dann nach Cali bis zur Grenze - es gibt einfache Opuntien u. Cereen.  Bekannt war mir auch noch von meiner Reise 1998, dass es in den Tallagen in Grenznaehe eine sehr grosse Artenvielfalt bei Bromeliaceae u.Co. gibt - dies konnte ich wieder gut vom Busfenster aus verfolgen - es muesste sich doch lohnen hier einmal auszusteigen. Auch duerften im Habitat von den Hylocereen einige Vertreter vorhanden sein. Durch die stets zunehmende Hoehe,oft bis an die 3000m, wird die Fahrt langsamer, jedoch eine spektakulaere Trassenfuehrung der Panamericana laesst keine Langeweile aufkommen.Noch am Abend ueberschreite ich die Grenze nach Ecuador.

Mi. 07. Nov.

Wie erwartet gestaltet sich hier preislich alles auf sehr niedrigem Niveau, weswegen ich auch nicht laenger in Columbien bleiben wollte.

Ich fahre ueber Quito gleich weiter in die Cotopaxiregion, schliesslich habe ich ja den gleichnamigen Vulcanberg vor zu besteigen. Die etwas kleinere u.damit angenehme Stadt Latacunga ist dafuer der richtige Ausgangspunkt, wobei ich noch am selben Abend eine erste Vorabstimmung zu einer Besteigung mit "Terra Zero Tours" machen kann. Ein sattes "Lomo-fino Steak" laesst die Strapazen der 52-stuendigen Fahrt von der Karibik ins zentral- ecuadorianische Hochland schnell vergessen, auch beginnt mein mich seit Mo plagender Schnupfen in der klaren Gebirgsluft hier in Latucunga in 2700m NN schnell nachzulassen.

Do. 08. Nov.

Den angepriessenen grossen Vieh- u.Bauernmarkt im Nachberort Saquisili will ich mir nicht entgehen lassen. Noch bevor ich mein Hotel verlassen will, steht schon der Tourguide vo T. Cero Tours im Foyer u. will sich nochmals zum Cotopaxi vergewissern, auch kann ich mit ihm gleich zum Markt fahren.

Das beste war hier fuer mich der Viehmarkt, alles andere habe ich doch schon sehr oft gesehen. Ich schaue auch wieder mal nach einem Alpaka, die Jungtiere sind ab 50 Dollares zu haben. Waere eigentlich nur noch der Transport nach Deutschland!! Den Rest des Tages bestimmen Essen , Ruhen, Internetcafe mit Nachtragen des  Tagebuches u. die letzten Tourabstimmungen. Leider konnte mir das Wetter noch keinen einzigen Blick hoch zum Cotopaxi ermoeglichen.

Fr./Sa 09./10. Nov   Cotopaxibesteigung

Es geht am Fr morgen mit einem Allradfzg. zuerst rein in den Cotopaxinationalpark. An einer flachen Lagune in ca. 3700m NN (Limpiopungo) gibt es bei einem Zwischenstopp  die Moeglichkeit etwas von der typischen Paramovegetation bei einer kleinen Wanderung um die Lagune zu erkunden.

Natuerlich bin ich mit meiner Kamera gleich dabei ein paar ganz typische Vertreter der Vegetation dort festzu- halten.

U.a.stosse ich auf: Chuquiraga jussieui ein typischer Strauch in diesen Hoehen mit bizarren kleinen allseitig am Stiel angeordneten harten kleinen ,spitzen Blaettern u. dem rotorangen endstaendigen weithin leuchtenden Bluetenschopf- auch typisch am Chimborazo - dort 1998 bis auf 4700m Heohe gesehen!!

Weiter crocusaehnlich bluehend Gentianella cerastioides in helllila, natuerlich die flach am Boden sitzenden gelbbl. Hypochaeris sessiflora sehr haufig,einzelne filigrane Halenia weddelliana (Enziangewaechs)mit gruenlichgelben Blueten u.a. Zwergvegetation. ( u.a.Werneria- weissbl.

Doch dann muessen wir leider schon weiter - der Berg ruft!  Am Parkplatz in ca. 4500m NN endet die Fahrt u. wir muessen zu Fuss die 2km ca. 300Hm hoch zum Refugio steigen. Im grossen Refugio/4800m NN/ ("Jose F. Ribas") kommen zusaetzlich zu den Bergsteigern etliche Tagesausfluegler zum "Schnuppern" am Gletscher vorbei.

Es gibt was zu Essen u. dann ist noch fast ein halber Tag hier frei fuer persoenliche Aktivitaeten. Zwar hatte ich beim Aufstieg hier im meist schwarzen Lavageroell kaum noch Vegetation gesehen , als ich mich doch noch trotz leichten Schneefalls aufmache, werde ich schon gleich im felsigen Terrain hinter der Huette fuendig. Zwischen Altschneeresten stosse ich auf die silberblaettrige Culcitum canescens sogenannnte" Senecio", eine der haertesten Pionierpflanzen die hier in Ecuador bis an die Gletscher in fast 5000m Hoehe siedelt. Blueten waren z.Zt. keine mehr , dafuer hatten viele Exemplare ueppig Samen angesetzt, die einen typischen Korbbluetler erkennen liessen.Die Pflanzen selbst bildeten fast Polster aus u. waren fuer diese grosse Hoehe garnicht so kleinbleibend. Es gab noch 1-2 Graeserspez. u. eine sehr kleine  gelbbl. Polsterpflanze, alles in einem Lebens- raum, in dem fast nichts mehr zu erwarten ist. Als naechlicher Besucher kommt nach dem Abendessen ein Wolf, der sicherlich haufiger von den Resten hier zu profitieren scheint!  Bilder davon gelingen mir Dank der flexiblen Digitalkamera, welche auch den abendlichen Lichtmangel voll kompensieren kann!!

Fuer Mitternacht ist Beginn der Besteigung des Cotopaxi geplant. Mit  Stirnlampen ausgeruestet, ziehen dann an die 25 Leute los, also ca. 8-10Seilschaften. Juan , mein Bergfuehrer u. ich, gehen  im letzten Drittel los, es ist mir recht, wenn schon ein paar Leute Spuren getreten haben.

Schon gleich 400m seitlich unserer Huette, in 4800m muessen wir die Steigeisen anlegen, der Gletscher beginnt  in der Steilflanke, die im Dunkel nicht einzusehen ist. Es geht  am Seil mit Eispickel steigend nur geradlienig gut 3 Std bergauf. Laengst ueber 5000m wird es zum Atmen doch schon etwas schwerer - zusaetzlich haengt mir immer noch etwas meine Erkaeltung an. Aber wir kommen zuegig vorwaerts, der Hoehenmesser zeigt es an u. der Gedanke an den Sonnenaufgang laesst leichter durchhalten. Endlich ist die erste lange Steilflanke zu Ende, es geht leicht links traversierend in von groesseren Gletscherbloecken unterbrochenes, abwechslungsreiches, viel schoeneres Terrain, welches zum nahenden Sonnenaufgang auch schon ganz gut zu erkennen ist. Auch Platz u. Zeit ist fuer eine kleine Rast, Trinken u. auch endlich paar Bilder von der daemmerigen bizarren  Eis-u. Schneewelt hier in ca.5500m. Einige von grossen Scheewaechten gesaeumte Abschnitte im Gletscherbruch- bereich der zu durchqueren ist, sind zwar maerchenhaft schoen aber leider nicht so ganz ungefaehrlich, wobei wir den Sonnenaufgang mit ein paar Bildern festhalten koennen. Es ist dann schlagartig hell u. in dieser  weissen Traumwelt flutet ueberall eine Menge Licht u. bei einem Blick hinunter ins schwarze Tal fuehlst du dich hier oben ploetzlich wie ein Koenig, trotz aller Schinderei. Der letzte grosse Aufstiegsabschnitt ca.400Hm ist dann als Steilflanke wieder in einem Zug bis zum Gipfel hoch zu meistern u.wurde von den vorangegangenen Suedtiroler Bergsteigern als zu gefaehrlich eingestuft - sie kehrten um. Juan, der natuerlich gute Ortskenntnis hatte, pruefte ebenfalls das mit viel Neuschnee nicht zusehr verfestigte Gelaende u. gab dann doch fuer mich gruenes Licht. Umsichtig ,doch leider ohne Pause, geht`s durch, wobei sich doch kaum eine der gefuerchteten Trennschichten im Schnee herausstellte u. damit auch beim Einrammen des Eispickels keine Lawine ausgeloesst wurde. Zwar war ich dann doch einer totalen Erschoepfung oben am Gipfel nahe - aber was solls, wir hatten es geschafft, ohne einen Zwischenfall, nur das Wetter war inzwischen so trueb u. nebelig ,dass nur wenige Bilder moeglich werden. 5897m NN - doch eine Hoehe, die dann etwas stolz macht, zumal es bei diesem schweren Schnee ueberhaupt nicht so leicht wie damals am Chimborazo(6259mNN) war.

 Zum Glueck bekomme ich von Guillermo im Tourbuero im Nachgang ein paar "Schoenwetterfotos" vom Cotopaxi einschliesslich des imposanten Calderapanoramas.

Ausserdem vereinbaren wir fuer die naechsten Jahre eine Zusammenarbeit. Die zentrale Lage von Latacunga ist ideal u. die Leute von"Tierra-Zero-Tours" auch recht gut. (u.a. will mir Guillermo auch Tourangebote fuer eine Galapagostour unterbreiten - auch zu deutlich guenstigeren Preisen als in Europa!!)

Der Abstieg dann reine Formsache, wir waren gegen 8 Uhr vom Gipfel aufgerochen, es musste aber auch zuegig sein, denn wenn der Schnee weicher wird, kann es nochmal sehr gefaehrlich werden.Um 11 Uhr ist unsere Tour erfolgreich beendet u. beim Regenerieren in der Huette wird noch mit einigen Bergfuehrern Erfahrungsaustausch getrieben, einer davon war speziell aus der Aconcaguaregion, wo ich erst im letzten Jahr weilte.

Leider zeigt sich auch unser Berg fuer paar gute Landschaftsfotos auf der Rueckfahrt imm noch wolkenverhangen!
 

 So,11.11.statt Karnevalsauftakt fuer mich ein Tag zum Ausruhen!!  u.organisat. Dinge!!

Mo,12.11. Weiterreise bis Cuenca:

Unterwegs habe ich einen herrlichen Panoramablick zum Chimborazo 6250mNN, den ich ja bereits 1998 erfolgreich bestiegen hatte -- es gelingen etliche tolle Aufnahmen bei  gerade nicht wolkenverhangenem Himmel.

Di, 13.11. endlich gehts mit dem Bus gar bis zum eigentlichen Ziel nach Loja-- suedlichste Provinzhauptstadt von Ecuador.

Mi, 14.11. Tagesausflug in den Nat. park ''Podocarpus''

Typische Nebelwaldvegetation in 2400- 3000mNN sind kennzeichnend u. faszinierend!!

Mit dem Taxi frueh ganz allein hoch auf 2700m, dann streife ich den ganzen Tag hier  umher. Besonders beeindruckend der Zwergstrauchbereich kurz oberhalb der Baumgrenze , wo die Biodiversitaet mich zum stundenlangen Fotografieren u. Dokumentieren veranlasst!! Neben vielen tradit. Bromeliengewaechsen stosse ich auf voellig fuer mich neuartig aussehende Pflanzen, sowohl in Groesse, Form , Farbe u. Habitus.Es gibt natuerlich auch einige Orchideen, viele mir unbek. Bluetenstraeucher ....usw.--- habe auch das Glueck, dass neben den schell vorbeiziehenden Wolken auch Minuten  mit Sonnenschein zur Fotografie gutes Licht bringen.

U.a. kann ich zuhaus im Nachgang bestimmen:

Picairnia pavonii, pungens u. trianae

Puya eryngioides u.nitida

Tillandsia tovarensis u. emergens

Guzmania gloriosa, Disterigma empetrifolium, Paepalanthus..., Xiridaceae..., viele von Begoniaceae, Gesneriengewaechse, Tibouchina laxa, Racinaea seemannii, Tristeris longbracteatus, div. Bomarea spec.,

sehr schoene Rhododendroideae in hellen Farben u. mittlerer Groesse, Senecio aus der Fam. der Kreuzkrautgew., natuerlich die namensgebenden Podocarpaceae als einziger Nadelbaum Ecuadors!,

Oreocallis grandiflora (grossbl. Bergschoen) Protaceae,

von den Orchideen - Epidendrum: arachnoglossum, cf. melanthum, u.a. noch nicht best... usw.......wird ergaenzt!!

Mehrere Std. steige ich dann zurueck runter ins Tal, wobei nicht nur die Temperaturen angenehmer werden, sondern  mehr Sonne auch fuer eine Rast im Trockenen da ist. U.a. treffe ich auch auf einen Andencondor, welcher mich wieder mal gerade beim Fotografieren leicht attackierte, meine Schrecksekunde brauchte ich auch diesmal, bis ich mit der Kamera nachgehalten habe.

Do, 15.11. ins Tal der ueber Hundertjaehrigen

Es ist wohl viel Werbung dabei -- ein ruhiges Tal wo sich mal etwas ausspannen laesst !

Ich mache eine kleine Wandertour, mit der Absicht endlich noch auf paar Kakteen zu stossen - viel ist aber nicht los, es reicht aber fuer paar ganz gute Aufnahmen von anderen Pflanzen u. 2 einfachen Cereen.

Fr. 16.11. Weiterreise mit ''Loja Internat.'' nach Peru

Ca. 5 Std. dauert es bis an die peruan. Grenze, wobei sich die Landschaft erwartungsgemaess arider gestaltet u. damit auch fuer mich mehr der ersehnten Kakteen auftauchen. Meist in Hoehen von ca.1700m NN, es sind Espostoa, Armatocereus u. Opuntien. Sehr schoen dann die  Flaschenbaumvegetation  zur Grenze nach Macara hin, es verleitet immer wieder zu Fotos. Vormerkung für eine spätere Reise !!

Relat. lange an der Grenze das Ganze Procedere, so dass es bis zur Kuestenwuestenstadt Piura 16.00 Uhr wird, ich schaffe aber noch einen Bus, um abends zum Uebernachten in Chiclayo zu sein. Sehr schoen ist es auf der Busfahrt den Sonnenuntergang in der Wueste zu verfolgen u. paar gute Bilder zu machen, wenn nur nicht der viele Muell ( vom Winde verweht) waere-- leider besonders typisch fuer Peru in der Wueste!!

Sa. 17.Nov. 2007  ich erreiche endlich meine Kakteenwahlregion  '' Cajamarca''

Die Schicksalsstadt Athualpas  --- Mitte des 16. Jahrhunderts begann von hier die systemat. Vernichtung der Inkas durch die Spanier, indem es Pizarro gelang  in einem Handstreich mit knapp 200 Soldaten gegen 10000 Inkas den 13. Inkaherrscher Athualpa gefangenzunehmen u. trotz erfolgter Loesegeldzahlung ( ein grosser Raum vollerGold ) dann anschliessend doch noch grausam hinzurichten.

Fuer mich jedoch brachte die Regiom mehr erfreuliche Dinge in den naechsten Tagen.

Schon die Anreise von Chiclayo hoch war sehr angenehm im Luxusbus, am Fruehstuecksstopp konnte ich sogar schnell ein Kakteenhabitat mit Espostoa melanostele, Haageocereus spec., Melocactus peruvianus u. Neoraimondia aufsuchen u. paar Bilder machen - eigentlich die klassischen Pflanzen der pazifischen Andentaeler, wie ich sie schon lange kenne. Gepraegt durch den Stausee in ca. 450m NN, ist viel effektive Landwirtschaft im Tal angesiedelt u. auch weiter oben ist dieses Tal nicht so trostlos als alle anderen Taeler wie ich sie weiter suedl. in Peru kenne.

So. 18. 11. Tagesausflug suedl. von Cajamarca, u.a. in die Banos del Inca u. meine erste Matucana !!

Eine halbe Std. nur mit dem Bus bis Banos, dann steige ich erst mal weiter suedl. hoch auf die felsigen Berge, knapp an die 3000m NN u. werde erwartungsgemaess fuendig - habe einen Begleiter von den Campesinos dabei , der mir auch noch die Kartoffelfelder zeigt. Neben einer am Bluehanfang stehenden starken Matucanapopulation, mehreren Puyas, Pitcairnias, Oxalis ...., stosse ich auch erstmals auf die fuer mich neue Species Pepperomia-- Pfeffergewaechse, es sind sehr schoene kleine Pflaenzchen hier! Da ich mit beiden Kameras arbeite, kommt auch eine gute "Bildausbeute" am Ende heraus - ausserdem habe ich ja einen "Assistenten" heute mit dabei!. So kommt man selbst auch einmal schneller mit auf das Bild u. die oft sehr heikle Prozedur mit Selbstausloeser kann man sich ersparen. Da ich mit der Bestimmung der meisten Pflanzen im Habitat noch geraume Zeit benötige, vorerst hier Schluß mit der Beschreibung des vielseitigen Habitates.

Bestimmt wurde inzwischen:  Matucana aurantiaca, Puya humilis, Peperomia macrorhiza, Oxalis peduncularis, Castilleja arvensis(Brauwurzgewächs), Orchidaceae stelis bzw. pleurothallis, Lupinus pubescens......

Weitere Infos bzw. Bildmaterial bei Anfrage über meine Web-alben: http://picasaweb.google.de/kaktussteffen

Danach habe ich mir ein wohltuendes Bad im "Inkabad" schon verdient. Es ist relativ normal - modern mit etlichen verschiedenen Thermalbecken bzw. auch Therapiebecken im Stil der 70-iger Jahre eingerichtet, jedoch sauber u. damit auch zu empfehlen.

Mo., 19.11. Halbtagestour zum Cumbe Mayo

mit oeffentl. Verkehrsmittel kaum zu erreichen, deswegen schliesse ich mich einer gefuehrten Tour von Cajamarca aus an. Man kann diese archaeologische Zone als eine Art Felsenstadt bezeichnen, zumindest erinnern mich diese markanten fotogenen bizarren Felsen an die Felsenstaedte im "Boehmischen Paradies". Nur besteht hier der Unterschied, dass es praeinkaische Felsbearbeitung zu bestaunen gibt. Besonders erwaehnenswert der zT. in Stein gehauene Kanal, wasserfuehrend, als Meisterleistung fast 1500 Jahre vuZ mit fast 9 km Laenge !!  Weiterhin sind Felszeichnungen im "Chavin-stil" gut zu erkennen u. kleinere Hoehlen zu besichtigen. Das ganze Areal laesst sich in gut 2 Std. in einer schoenen Runde erwandern.  Auch treffe ich hier oben in immerhin ca. 3400m NN noch auf eine andere Spezies der Gattung Matucana. aber auch Puyas u. bedingt durch das feuchte Klima sehr viele Tillansien!! Leider bekomme ich nicht die noetige Zeit u. kann nur auf die Schnelle etwas ueberblicksmaessig dokumentieren. Fur Pilzfreunde sei erwaehnt, dass es hier oben, bedingt durch die vermehrten Niederschlaege, massenhaft Roehrlinge( sicher den Spezies um Suillus - Kuh- u. Laerchenroehrling sehr nahestehend) gibt, die u.a. auch zur Verkostung von den Indigenias angeboten werden. Die Zubereitungsart brachte mich allerdings zum Schmunzeln-- im Ganzen lagen die immerhin i.M. 5-8cm grossen Pilze zum Braten in der Pfanne!!  (Matucana wurde von Nelson C. Padilla als aurantiaca eindeutig angegeben - er lebt in Cajamarca u. wir haben inzwischen regen Erfahrungsaustausch Stand: August 2008) Tillandsia venusta (Eric Gouda - Utrecht; er hilft mir bei Bromeliaceae)

Der Rest des Tages bringt noch genuegend Zeit, um den Jardin Botanico im 60 km entfernten San Marcos aufzusuchen. Zwar verzoegert sich die Anfahrt mit dem Bus etwas, doch ich komme gegen 17 Uhr noch rein u. kann alles erst mal beschnueffeln. Eine aeltere Senora vom Personal ist gerade da u. fuehrt mich im grosszuegigen Gelaende auf einem kleinen Bergruecken herum. Es ist u.a. natuerlich von den Kakteen alles vertreten,wass hier so in der Region Cajamarca waechst.  Dazu noch viele Sukkulenten, auch afrikan. Ursprunges, die hier typische Spezies  Pepperomia, Agaven, Aloe, Heilkraeuter, paar Orchideen  .....,  meine restl. Tageszeit ist schnell aufgebraucht.

Zum Glueck treffe ich dann noch auf den jungen Leiter des Jard. Botanico , Ejose Abel Tapia, der mir sehr entgegenkommend Angebote unterbreitet, mich in den naechsten Tagen in der Umgebung von San Marcos zu etlichen verschiedenen Habitaten zu fuehren.

Wir verabreden uns fuer den naechsten Tag, ich sichere zu das Quartier zu wechseln, um dann staendig in San Marcos vor Ort zu sein.

Di., 20.11. ich habe mein Quartier nach San Marcos  verlegt

Vereinbarungsgemaess treffen wir uns gegen Mittag im Jard. Bot.. Fuer den Nachmittag unternehmen wir eine kleine Tour nordwestlich raus von S.M. unten den Rio ueber die Haengebruecke passierend. Wir steigen ca. 200m den stark mit Gestruepp bewachsenen markanten Berg hoch. Stossen erwartungsgemaess auf erste Matucanas,intertexta auch auf Armatocereus mataranus ssp. mat. mit reifen Fruechten zum Kosten u. einen riesiegen alten grossen Kandelaber , der Gattung Lasiocereus (wahrsch. rupicola Ritter) Auch Matucana hat am spaeten Nachmittag noch geoeffnete Blueten fuer gute Fotos. Welche M. es ist ,wusste Ejose hier nicht! Den Rest des Tages beschliessen wir noch mit einer Wanderung weiter in Seitentaelern des Hauptflusses mit sehr artenreichem Primaervegetationsanteil!!  Vor allem Puyas, Bromelien, auch andere Cereen u. Pepperomia sind vertreten. Leider wird es dann zu schnell dunkel. Hier sollte man extra einen Tag dafuer einplanen!

Mi. , 21. 11. Gr. Tagestour ins " Valle" bei Aquas Calientes

Schon 6 Uhr frueh treffe ich mich mit Ejose am Plaza u. es geht mit dem Bus ca. 1 Std suedwaerts von San Marcos in eine etwas tiefer liegende Region, die rewartungsgemaess durch anderes , viel waermeres Klima u. somit anderer  Vegetation gekennzeichnet ist.

Noch in der morgendlichen Kuehle ist es sehr angenaehm - doch wir haben nicht umsonst 5 Liter Wasser mit!! Im flach zum Tal runter auslaufenden Terrain kommen wir zuerst mit einigen Espostoas, einzelnen Matucanas u. auch Melocactus bellavistensis in Beruehrung. Da wir den kleinen Ort  Aquas Calientes passieren , koennen wir uns noch ein bescheidenes Fruehstueck goennen, viel haben sie ja nicht!

Dafuer gibt es heisse Quellen, ja sogar ein 25m Badebecken, na das sind ja gute Aussichten fuer den Rueckweg. Wir laufen dann leicht talabwaerts , immer dem Hangbewaesserungskanal folgend. Die Campesinos koennen unter diesen guten Bedingungen fast alles kultivieren was so wachsen kann. Ich halte es mal mit dem Foto fest, was es so alles im  Angebot hat. Bananen Orangen, Maracuja, Mangos, Limetten, Papaya, Zuckerrohr, Johannisbrotfrucht saemtl.Gemuese....., das sollte uns beim beschwerlichen Rueckweg noch helfen!!  Man koennte diesen Bereich des Tales schon fast wie den Zugang zum Paradies bezeichnen.....

Als nun das Tal immer enger wird, dafuer immer mehr Primaervegetation in den Vordergrund tritt, da ist dann auch die Zeit fuer unsere Kakteen gekommen. Mehrere Matucanas mit Melocactus im Wechsel, dann ein schlanker sehr stark  im Fels vertretener ,als Form davon geführt - , auch einzelne Browningia pilleifera,  jedoch alle ohne eine Bluete. Thrixanthocereus cullmannianus - neu zu Espostoa blossfeldiorum  inzwischen wird es eine sehr schweisstreibende Angelegenheit , nur ab u. zu gibt ein Luftzug etwas Erleichterung. u. wir kraxeln dann noch im. z.T.   sehr schwer begehbaren Gelaende  bis zu den Kaskaden. Mit etwas Schatten dann, verdiente Mittagsrast  -- unser Wasservorrat geht langsam zu Ende. Der Rueckweg in  einer  Gluthitze laessst unser Interesse an weiteren Fotos doch schwinden, auch haben wir auf dem Hinweg  das Meiste schon gesehen. Voellig ausgedoerrt erreichen wir die Felder mit den Orangenbaeumen, wir erstehen fuer umgerechnet 30 Cent 10 Stueck, die wir auf der Stelle vor Durst fast komplett verschlingen!! So haben wir dann auch noch etwas Kraft um die letzten Meter vor zum Thermalbad noch die grossen Espostoakandelaber  zu fotografieren. Im Nachgang bedauere ich doch von den grossen Espostoas nicht genuegend Bilder zu haben - dies war aber der enormen Hitzebelastung zum Opfer gefallen!!

Das Bad ist dann fuer 1 Std. so regenerierend, dass wir doch noch am weiteren Nachmittag in ein anderes Kakteenhabitat einsteigen koennen - es geht zu den versprochenen orangebluehenden Matucanas. intertexta Auf flachen, kleineren , von Fels durchsetzten, aber auch grasbewachsenen  Berghuegeln, finden wir im spaeten guten Tageslicht, schoene Pflanzen in Bluete u. Frucht, so zahlreich, dass meine Erwartungen doch noch uebertroffen werden. Die letzten Bilder, es kuendigt sich inzwischen Gewitter an, werden im Halbdunkel mit Blitzlicht gemacht u. bringen so eine ganz besondere Stimmung zum Ausdruck. Spaet gegen 21 Uhr sind wir erst wieder zurueck in San Marcos.

Do. 22.11.

Heut wird etweas kuerzer getreten, treffe mich erst am Nachmittasg mit Jose im Jard. Botanico.

Habe zuvor in einer kleinen Wandertour das Gelaende oberhalb des J. B. erkundet - zwar keine Kakteen, dafuer sehr schoen bluehende Tillandsien - lila -, einiges an Kulturpflanzen der Campesinos im duenn besiedelten Hanggelaende. Dann treffe ich auch noch auf eine Tarantula, welche meinen Weg kreuzt. Es ist sogar eine Rote - spaeter hat Ejose im J. B. noch eine Schwarze gerade mal gefangen u. zeigt sie mir.

Wir wollen noch kurz oestl. vom Ort ein Habitat aufsuchen bis zum Abend, doch es beginnt zu regnen u. dann erreichen wir zwar den Berg, finden jedoch nichts mehr - Ejose war wohl sehr lange nicht mehr hier! Auch laesst uns die Naesse die Lust etwas verlieren. Es ist sogar mal kurzzeitig richtig kuehl am Abend.

Fr. 23.11. Erkundung noerdl. von San Marcos

Jose hat einen Freund des J. B. mit, der Fotografenmeister (Gilmer Rabanal Cerna) vom Ort. Gemeinsam steigen wir in 15 min vom Ort etwas ins Gelaende ostwaerts hochzu ein u. sind diesmal recht schnell fuendig geworden - man ist sich einig, es waere hier die M. intertexta. Haben auch das Glueck, schoene offene Blueten nach dem gestrigen Regen anzutreffen.

Nicht weiter als eine halbe Std. zu Fuss soll es an der Strasse nach Cajamarca auch noch eine Spezies von Matucana geben u. wir sind dann auch im Serpentinenbereich ca. 1,5 km oberhalb von San Marcos wieder erfolgreich, ohne lang suchen zu muessen. Zwar ist das Gelaende mit relat. hohem duerren Gras bewachsen, es leuchten aber schon einige der zahlreichen bluehenden Exemplare von Weitem auffaellig. An den einzelnen Kandelabercereen u.a. Browningia pilleiferii  u. noch evtl. ein Lasiocereus, aber es sind kaum Blueten anzutreffen.

Damit war die Umgebung von San Marcos fuer mich fuers Erste soweit im Ueberblick erkundet. Mit Ejose habe ich weitere Zusammenarbeit vereinbart - leider besitzt er noch keinen PC selbst, wir koennen jedoch ueber eine E-mail - Adresse in Verbindung bleiben. Es scheint relativ wenig Unterstuetzung fuer den Jard. Bot. zu geben, auch merkte ich , dass bei der ganzen Beschilderung u. Einordnung der Pflanzen noch fachliche Unterstuetzung  sehr hilfreich waere - mal sehen ob sich da etwas machen laesst. Ausser einem Jahrgangsheft der peruan. Kakteengesellschaft hat Ejose keinerlei fachl. Nachschlageliteratur o.ae. Fuer alle Freunde peruan. Kakteen bzw. der Spezies Matucana ist San Marcos u. seine weitere Umgebung auf alle Faelle ein kleiner Geheimtip, wobei auf die Ortskenntnis u. Unterstuetzung von Ejose gebaut werden koennte.

Sa. 24.11. Weiterfahrt ueber Cajamarca bis Celedin

Bis Balsas in einem Ritt ist nicht zu schaffen.

So. 25.11. Ankunft im Amazonasrandgebiet am Rio Maranon in Balsas

Schon bei der Anfahrt hinab in das Maranontal auf 800mm NN wird klar, dass sich jetzt eine voellig andere Region offenbart. Tief unten im Tal leuchtet schon, noch eine Anfahrtsstunde entfernt,  das sandige Maranontal herauf ! Hat man eben noch bei der letzten Passueberquerung einen Pullover bei dem Regen angehabt, ist jedes Kaeltegefuehl schnell vergessen, es wird tropisch heiss u. von Weitem gruessen schon einzelne herausragende Kokospalmen. Mit Ueberqueren der 50 Jahre alten Haengebruecke ist man im verschlafenen 100 Seelendorf Balsas angekommen.Alles liegt hier in noch viel traegerer Lethargie, als man sie sonst oft schon in Suedamerika angetroffen hat. Sehr auskunftsfreudig ist man fuers Erste nicht u. ich laufe halt erst mal auf Quartiersuche meine Ehrenrunde. Ja Quartier ist hier so eine Sache, ich kriege ne kleine Box in einer der fragwuerdig baufaelligen Lehmhuetten, Bano ist da nicht zumachen. Es gibt nur eine Dorflatrine, da laeuft manchmal auch etwas Wasser, es soll wohl auch schon mal vorkommen,dass man dann auch mal Duschen koennte. Es blieb aber bei der Moeglichkeitsform, nicht viel anders gestaltet sich das Essen. Ein heisser Tip fuer Leute die mal paar Pfunde loswerden wollen. Immerhin konnte ich mich die 3 Tage von Eiern u. Atun aus der Buechse ernaehren. Na u. Obst gab es noch, aber obwohl alles waechst, meist nur Banane u. Mango, es sei denn man klaut es oder so aehnl.!!

Da hilft kein Jammern, ich bin ja nicht zum Essen den beschwerlichen Weg hierher gereist - sonder ich habe ja schon auf dem Anfahrtsweg gesehen , dass es ein sehr ueppiges Kakteenparadies hier unten im Talbereich gibt, dass sich z.T. bis auf Hoehen von 1800m NN mit hochzieht. So gehe ich noch am Anreisetag gleich hinter dem Ort in ein Seitental in Granitgrusberghaenge, die leider etwas sehr rutschig sind. Jedoch stosse ich gleich auf erste Melocactus peruvianus sowie auf Matucana formosa?.  Aber alles wird dominiert von den vielen Kandelabercereen Browningia pilleifera u. Armatocereus balsasensis. Es haben sich regelrechte Waelder davon an den Haengen  angesiedelt. Leider zieht nach der Hitze des Tages jetzt ganz schnell Gewitter auf u. ich werde erst mal schoen nass, was bei der Waerme aber leicht zu verkraften ist. Zumindst hatte ich heute meine Dusche !!

Mo. 26.11. Erkundung der Region Balsas

Da ich gut zu Fuss bin u. hier ja kaum mit Fahrzeugen was zu machen geht ,gehe ich am Morgen gestaerkt u.a. mit einer Kokosmilch, rein ins Kakteengelaende. Folge zuerst der Route Richtung Bolivar u. steige auf schmalem Bergruecken zwischen Rio Maranon u. dem Tal vom Vortag in bruetender Hitze in abwechslungsreiches , aber wieder steiles Gelaende ein. U.a. treffe ich heut wieder auf Pepperomia in 2 versch. Spezies, ein gelbbl. Portulaceae, das taeuschend aehnl. ist dem Kulturportulacroeschen, wie ich es schon jahrelang als einj. Pflanze im Steingarten kultiviere.

Leider sind auch heute die Matucanas trotz Hitze nicht mit ganz geoeffneten Blueten vertreten, ich glaube fast die gibt es garnicht, mal sehen was die Fachliteratur dazu sagt. Eine relat. wenig vertretene buschige orangebl. Blattopuntia taucht noch auf.  Dann weiter oben im felsigen Gelaende noch eine Espostoa, es duerfte die schlanke blossfeldianum sein, die Fr. Ritter noch als Thrixanthocereus eingeordnet hatte. Leider die vielen Exemplare alle ohne eine Bluete , dafuer jedoch Fruchtstaende, die erst einmal auch wieder an Cleistocactus erinnern. Man koennte fast meinen, es handelt sich um schlanke straussii,die gibts jedoch erst im suedl. Bolivien! Damit hatte ich die rechte Seite vom Rio Maranon abgegangen, ich gehe nach  Getraenkefassen unten in Balsas den Nachmittag rueber linksseitig des Maranon.

Hier laesst es sich einfacher Gehen, auch sind endlich die ersehnten grossen Espostoa mirabilis mit dem braunem Cephalium anzutreffen. Besonders erwaehnenswert,ein Gelaendeabschnittin ca. 1200m NN, welcher durch geolog. Besonderheiten sich auch im Pflanzenbereich hervorhob. Es ist ein ca. 5 Hektar grosses Areal, welches mit bizarren riffkalkaehnlichen Steinen bzw. Felsen uebersaet ist. Die vielen bizarren Ausbildungen von Loechern, Spalten, Hoeckern erinnern auch an Travertin u. erfuellen an diesem natuerlichen Standort genauso diese Funktion, als haette man diese Steine eigens wie im Botan Garten mit vielen Pflanzen besetzt. Besonders viele Matucanas aber auch Esp. blossf. haben sich hier einen Lebensraum erobert. Natuerlich finden sich dort auch Puyas u. weiteres von den Bromeliaceen. Die Paradepflanzen,nicht allein von der Groesse her , sind die E. mirabilis. Die als Kandelaber ausgebildeten oft bis 4 m hohen Ex., haben auch an Breite fast das gleiche Ausmass ! Es finden sich nicht ganz geoeffnete kl. weisse Blueten u. auch rote Fruechte, die aus dem braunen Cephalium hervorgucken.

 Mit maechtig zerschundenen Beinen, von Moskitos u. Dornen, aber auch Beruehrungen mit Jatropha, kehrte ich sichtlich gekennzeichnet, doch zufrieden, in der Abenddaemmerung zurueck nach Balsas. Zumindest ist eiskaltes Bier zu haben u. damit weckt man auch wieder seine Lebensgeister u. vergisst ein wenig den Appetit auf eine richtige Mahlzeit.

Di. 27. 11. Abreise von Balsas

Dehne meinen Aufenthalt doch nicht laenger aus - da muss man sich bei der naechsten Tour schon mental aber auch ausruestungstechnisch doch etwas besser drauf einstellen!

Hatte schon Befuerchtungen ,dass es sich ewig hinziehen wird, warte dann schon mal ab 10 Uhr morgens auf eine Mitfahrgelegenheit.

Ueberbruecke die Zeit etwas,indem ich mit dem Vorarbeiter der Baukolonne, welche gerade die Widerlager der Spannseile der Haengebruecke sanieren ,ins Gespraech komme. Gerade mal 3 Jahre verfuegt Balsas ueber Stromanschluss. Warum man mit dem bischen Wasserleitung sich so schwer tut, kriege ich nicht raus, der aufwendige Tiefbau ist hier ja nicht so noetig. Am Geld fuer die paar Meter Kunststoffrohr kann es eigentlich nicht liegen - wahrscheinlich fuehlen sich die Leute doch so wohl.  Ausser der Baukolonne doest ja das ganze Dorf den lieben langen Tag nur vor sich hin. Das was man Strasse nennen muesste, sieht aus wie Zustand im Mittelalter, saemtlicher Unrat wird hingeworfen u. bleibt meist liegen, wobei sich das Ganze nach den vielen Niederschlae- gen zu einem schoenen Brei vermischt u. sich wunderbar begehen laesst. Im Gegenteil habe ich da in San Marcos schon eine richtige Muellkultur u. taegliche von der Stadt organisierte Entsorgung bestaunen koennen - trotz grossen Aufkommens von den vielen Maerkten dort.

Endlich gegen 13.30 Uhr finde ich einen LKW als Mitfahrgelegenheit nach Cellendin hoch auf einer Ladung bestehend aus Papayas, Limetten , Bananen usw.  Habe dabei eine sehr schoene, wenn auch etwas staubige Aussichtsplattform auf der kurvenreichen Strecke bergauf, bis dann  oben ueber 2500m wieder die Wolken mit Regen einsetzen. Die Weiterfahrt von Cellendin im PKW gestaltet sich auch nochmals sehr langwierig u. abenteurlich. U.a. sind nachts noch zentnerschwere Steine von dem abgerutschten Hang von der Piste im Dunkeln zu rolle. Das Ganze bei schoen eingeweichtem Lehmbreiboden. Ansonsten haetten wir die Nacht dort vor Ort verbringen koennen! Etwas erleichtert bin ich schon spaetabends Cajamarca wieder erreicht zu haben.

Mi. 28. 11. Weiterfahrt nach Lima mit dem Nachtbus = VIP- class

Auch das ist dann moeglich in Peru: im Luxusbus sind die 15 Std Fahrt nach Lima - ca. 900 km - fuer ganze 15 Euro (incl. 2 Mahlzeiten) wieder nicht zu fassen!!

Do. 29.11.. Ankunft in Lima ca. 10 Uhr u. gleich Weiterfahrt nach Tarma!

Lima liegt um diese Jahreszeit immer noch unter einer dicken Nebeldecke (sogen. Garu) u. da liegt es nahe gleich weiterzufahren, ausserdem ist mir so eine Megastadt doch etwas zu stressig. Manchmal moechte man meinen, wenn man die endlosen garstigen Vororte von Lima erreicht, man begibt sich in die "Hauptstadt des Muells". 

Im mir noch gut vom Vorjahr bekannten Tal des Rio Rimac geht es zuegig die 4800 Meter aufwaerts um die grosse Hoehendifferenz zu meistern. Diesmal habe ich bis 4000m hoch Sonnenschein fuer weitere gut Bilder, doch dann beginnt es zu schneien!! Am fruehen Nachmittag bin ich schon in Tarma , einer kleinen Stadt auf 3000m NN mit recht angenehmen Klima, auch ansonsten geht es ganz ruhig und gelassen zu, gerade das Richtige nach der langen 22 - stuendigen Fahrt. Im Tourismusbuero gibt's sogar mal einen Plan von der ganzen Gegend, er hilft mir aber fuer mein Vorhaben die Gattung Oroya zu finden jedoch wenig. Recht gut komme ich aber dann mit dem Bericht von Graham Charles aus der Bradlaya ca. 1999 zurecht.  Die Ortsangaben  passen nicht schlecht u. sind auch ohne Karte recht aussagefaehig.

Fr. 30.11. Ein  ganzer Tag in 2 Oroyahabitaten --- neoperuviana

Mal gut gefruehstueckt, was ja meist die Ausnahme ist, starte ich gegen 9 Uhr mit Taxi die ca 20 km bergauf zurueck  Richtung Oroya,bis fast hoch an den Pass. Bei ca. 3800m NN steige ich dann seitlich ins steile, nur grasbewachsene, z. T. felsige Gelaende ein u. bin erwartungsgemaess schon nach 5 Minuten fuendig mit den ersten Pflanzen. Auch ein bluehendes Exemplar laesst nicht lange auf sich warten, dennoch ist die Hauptbluete schon laengst durch, wie ich leider feststellen muss.( Bluetenfarbe rot mit gelber Mittee)  Dafuer haben fast alle Pflanzen relativ viel Samen angesetzt. Beim weiteren Aufstieg fange ich auf Grund der Vielzahl u. Unterschiede an den Pflanzen an zu differenzieren. Zwar gibt es bei den Blueten kaum Unterschiede, jedoch in der Bedornung wohl sehr gravierend!! Waren es erst meist nur Pflanzen mit gelblichen Do, so sind hoch auf 4000m auch Do-farben in rotbraun, hornfarben bis hellgrau u. weitere Abweichungen vor allem in der Dornenlaenge u. Anordnung schon deutlich auszumachen u. abzugrenzen. Das Wetter spielt mit u. so kann ich alles in Ruhe mit beiden Kameras dokumentieren. Die alte Nikon F90 X kommt dabei meist nur fuer den Macrobereich, bzw. auch bei Gegenlicht- nahmen zum Einsatz. Als weitere Bereicherung stosse ich dann im zwar windigen Bereich,um 4000m, auf Austrocylindropuntia floccosa mit wunderschoener Behaarung u. auch z.T. in voller Bluete. Besonders in Gesellschaft mit Oroya neoperuviana ergibt das ein sehr schoenes Bild vom Habitat. Als weitere Begleitvegetation ist in dieser Hoehe zwar nicht mehr sehr viel los, aber die mir schon lange bekannten kleinen rotbl. Amaryllisge- waechse u. eine noch kleinere gelbbl. Pflanze, sind geduckt an denBoden recht haeufig zwischen den Kakteen anzutreffen. Der von mir abgegangene Teil des Habitates hier hatte bestimmt mehrere tausend Pflanzen in sehr gutem Zustand umfasst. Auch zu vermerken ist, dass recht viele Jungpflanzen nachzukommen scheinen. Und das, obwohl noch etwas Weidewirtschaft hier oben betrieben wird. Auch eine abgebrannte Flaeche, ca. hektargross,konnte ich registrieren. Erstaunlicherweise schienen das die aelteren Oroyas doch noch zu ueberle- ben. Diese Hochgebirgskaktee scheint wirklich sehr hart im Nehmen zu sein!! Man muss sich vorstellen, dass hier oben natuerlich auch recht haeufig mit Nachtfroesten zu rechnen ist, der Boden durch haeufige Niederschlaege doch fast immer etwas feucht ist. Der straff wehende Wind, welcher natuelich sehr gut trocknet, als auch die mittaegliche intensive Sonneneinbstrahlung als Beigabe,duerften am Ende wohl die am entscheidensten Standortfaktoren sein, welche wir natuerlich in Mitteleuropa in Kultur nur schwerlich schaffen koennen. Nebenbei sei noch erwaehnt , dass ich Pflanzen vermessen habe,die oft weit ueber 30 cm Durchmesser u. 40 cm Hoehe aufwiesen. Eine Cristate konnte ich ebenfalls als ausgewachsenes Exemplar bestaunen.

Da es im ersten Habitat so gut lief, entschloss ich mich nach kurzem Mittag unten in Tarma sofort noch den Nachmittag zu nutzen um das Habitat zwischen Tarma u. Jauja aufzusuchen. Es geht mal kurz wieder 1000 Hoehenmeter hoch ! Hier ging es sogar mit dem Bus! Oben am "La Cumbre", also annaehernd die hoechste Stelle der Routa 50 zwischen beiden Orten ,erwische ich sofort den ersten richtigen kleinen Huegel wie von G. Charles beschrieben - jedoch kann ich nicht bestaetigen, dass es hier zusaetzlich in der Bluetenfarbe auch gelb geben soll ! Trotzdem schoene Pflanzen, wieder auffallend viel Nachwuchs u. ebenso kann in der Bedornung differenziert werden.

Zur geologischen Einordnung muss man festhalten , dass es sich in beiden Habitaten um Kalkstein handelt, wie er schon zur Anreise von Oroya aus landschaftsdominierend vorzufinden ist. Somit duerfte der ph- Wert am Standort im Substrat auch leicht hoeher als neutral liegen, was ich aber nicht ermittelt habe u. somit nur vermute. Erwaehnenswert noch,am 2. Standort handelt es sich im hinteren Huegelbereich teilweise um riffkalkaehnliche Formationen, welche mit ihren vielen Vertiefungen u. Klueftungen an Travertin erinnern u. hier im Microbereich recht interessant begleitende Zwergvergetation ermoeglichen.

Abschliessend kann eingeschaetzt werden , dass Oroya neoperuviana im Raum Tarma zwei  ausdauernde stabile Populationen besitzt, welche eventuell durch die neuerdings betriebene Aufforstung mit maschineller Gelaendebearbeitung eine ernstere Gefahr in Bereichen ausserhalb der stark felsigem Terrains erfahren koennte.

Sa. 01. Dezember - Weieterfahrt nach Huancayo -es passiert nichts Erwaehnenswertes

So. 02. 12. Huancayo lasse ich hinter mir mit dem 8 Uhr Bus nach Ayacucho

Nach den ersten paar Kilometern Asphalt wird die Fahrt dann auf wilder Piste recht anstrengend u. zieht sich fuer die ca. 250 km bis abends gegen 18 Uhr hin. Dabei ist der mittlere Streckenabschnit in einer engen Tallage nicht ganz ungefaehrlich, besonders wenn es in engen Spitzkehren mit ausgebrochenen Randbereichen fast das Hinterrad zum Abrutschen bringt. Oft sind mehrfach auch betraechtliche Steigungen u. Gefaellestrecken zu ueberwinden. Staub ist ohnehin ein staendiger Begleiter. Da bleibt fuer die Landschaft wenig Begeisterung - obwohl es durchaus gerade in den Tallagen von der Vegetation her recht ueppig zugeht (um 2000m NN) Auch an Kakteenvegetation taucht dort Einiges auf (Corryocactus usw.)

Die Stadt Ayacucho gibt sich erstaunlich angenehmer, besonders als ich am Plaza am Abend noch ein Quartier suche u. auch sofort etwas Zufriedenstellendes finde.

Mo. 03.12. Gewaltetappe bis Cusco in Angriff genommen

Der erste Bus geht fast 12 Std bis Andahuaylas, dabei bekomme ich von dem Puya raimondi Habitat oestlich davon leider nichts zu sehen.

Dafuer kriege ich an den beiden Paessen "Tocctoccsa u. Huamina" die von G. Charles angezeigten Oroya gibbosum Standorte aus dem Bus heraus gut mit. Leider konnte ich die Fahrt hier nicht unterbrechen. Besonders erwaehnenswert hier noch riesige Vorkommen von Austrocylindropuntia floccosa, welche fast hektarweise die Nordlagen bevoelkerten u. das trotz der hier in 4000m noch recht intensiven Weidewirtschaft.

Gegen 18 Uhr ist endlich Andahuaylas erreicht. Es besteht gleich Anschluss zur Weiterfahrt nach Cusco, jedoch von hier aus immer noch auf unbefestigter staubiger Piste. Aber ich will eigentlich nur noch wieder etwas weiter zur Zivilisation u. dann ist es mit ueber 14 Tagen Peru auch langsam genug. Ueber Abancay geht es weiterhin mit vielen langen Anstiegen , unzaehligen Kurven u. ausgesetzten Steilstellen, an denen man besser nicht aus dem Fenster schaut ,diese Ruettel- u. Schaukeltour weiter. Zu erwaehnen ist noch, dass dieses ganze Territorium auch bis heute als nicht ganz sicher zaehlt. Ich kriegte das erst mit ,als ich in Ayacucho zwei mit Maschinenpistolen (Typ Kalaschnikow) bewaffnete "Begleiter" zusteigen sah !! Es kann hier also immer noch zu Ueberfaellen kommen u. da war diese Begleitung ja voellig beruhigend -- fast  wie in einem Film !

Endlich als wir uns im Morgengrauen Cusco naehern, ist auch die Strasse besser u. die Strapazen sind nur noch halb so schlimm.

Di. 04.12.

6 Uhr frueh ist endlich Cusco , der " Nabel der Welt ", zumindest war es Cusco einmal zur Inkazeit, erreicht. Da ich mich noch von 2002 her an Cusco ganz gut erinnern kann , ist die Quartiersuche am Morgen nicht so schwer. Etwas oberhalb vom Plaza de Armas finde ich mit dem " Mirador " ein schoenes kleines Hospedaje fuer Cusco mit 10 USD ein guter Preis. Ein belebendes Fruehstueck goenne ich mir dann auf einem der Holzbalkone am Plaza in gediegener Atmosphaere.

Inzwischen ist damit aller Stress der langen Reise vergessen u. ich verzichte drauf mich erst etwas Hinzulegen, sondern gehe noch  auf Tour zu den Bewaesserungsanlagen von Tipon. ( auch als "Haengende Gaerten v. Tipon" durch den Wasserbauing, A. Sudhaus bekannt). Die Anlage ist in grossen Teilen funktionstuechtig, was man beim Anmarschweg hinauf in die Berge fast nicht fuer moeglich halten koennte.Ich gehe stundenlang das ganze Gelaende ab. Besonders bemerkenswert ist die Zufuehrung aus den Bergen zu dem Terrassenkomplex.

Ich habe dabei nicht den Aufstieg mehrere hundert Meter hoch gescheut. Dieser Teil der Zuleitung ist jedoch ohne Wasser gewesen, zeigte aber einen kleinen, mit Steilabstuerzen versehenen Kanal als Rechteckgerinne von ca. 20 mal 30 cm, der in naher Zukunft sicher wieder in Betrieb gehen koennte. Als Belohnung fuer den Aufstieg treffe ich hier auf viele ,sehr grosse Puyapflanzen mit einem fantastischen grossen Bluetenkolben, welcher ca. 3-4 m hochragte. In der Sonne glaenzten dabei die silbrigen ,meist noch nicht ganz geoeffneten Bluetenschaefte. Die Einzelblueten waren jedoch wieder , wie so oft schon in magisch leuchtendem fast unbeschreiblich schoenem Blauton. Auch reife Samen tragende Pflanzen waren dabei vorzufinden. Leider hatte man im Zuge der archeolog. Arbeiten Brandrodung betrieben!!

Mi, 05.12.

Heute sind mal die ganzen archaeologischen Staetten bei Cusco dran!

Mit dem Pisacbus fahre ich frueh hoch zur obersten Anlage von Tambomachay.  Das komplette Ticket fuer alle 4 Anlagen ist jedoch mit 10 Euro recht teuer. Dazu beginnt es in T. recht bescheiden, man hat das Wenige in 10 min abgelaufen. Ein bischen Wasserspiel, paar Ruinen u. das wars. Ebenfalls  Pukapukara nur 5 min davon entfernt hat mit den paar Mauern nicht viel zu bieten. Weiter geht`s einen Fussweg  talabwaerts folgend Richtung Q'enqo. Diese als Kult-u. Festplatz errichtete Anlage ist zwar nicht gross, jedoch schon eher etwas beeindruckend. U. a. wurden hier Opferzermonien mit in Steinrinnen abfliessendem Blut u.ä.. abgehalten, wobei man wohl auch die verstorbenen Urahnen mit an bestimmten Plaetzen beiwohnen lassen hat - als Mumie-versteht sich.

Stadtwaerts, hoch ueber Cusco angeordnet ,kommt man dann nach Saqsaywaman, der riesigen beeindruckenden Festungs-u. Verteidigungsanlage. Dort gibt es eigentlich stundenlang die Moeglichkeit die Baukunst der Inkas zu bestaunen. Der groesste der zusammengefuegten Steinquader hat wohl ueber 40 Tonnen.

Leider erahnt man von der Stadt unten nicht diese gigantische , schoene Anlage - dafuer gelangt man dann ueber einen steilen kurzen Fussweg recht schnell hinab ins Zentrum.

Mit dem Nachtbus verlasse ich gegen 22 Uhr Cusco - wobei ich "directo" bis La Paz durchfahren kann.

D0, 06.12.

Als es gegen 6 Uhr hell ist ,erreichen wir die Grenze zu Bolivien bei Desaguadero. Ein wuester , wilder hektischer Grenzuebergang, er koennte fuer viele Abenteuerfilme Kulisse sein. Man schleppt, zieht. rollt, alles was Menschen irgendwann im Leben mal brauchen koennten oder auch nicht, von einer Seite zur anderen - erinnert ein bischen an asiatische Betriebsamkeit.. Gegen 10 in La Paz, auch gleich wieder schnell ein guenstiges Hotel, im "Blanquita" fuer 5 USD ist auch immer heisses Wasser. Bolivien schont jetzt weiter die Reisekasse, fast auf die Haelfte haben sich die Preise nochmal halbiert. Ausser dem Besorgen des Bahntickets fuer die Weiterfahrt nach Suedbolivien laeuft nichts mehr an dem Tag - es gibt aber jede Menge gute  Cafe's u.das ist auch eine Abwechs- lung.

Fr, 07.12.

Als ruhigen Tag waehle ich nur einen Besuch im Jardin Botanico, der sich etwas herausgemausert hat. Man hat die Parkanlage u. a. mit gr. Gewaechshaus erweitert u. jetzt auch paar Kakteen aus der Umgebung von La Paz " eingepackt" - ja leider nur an voellig unpassenden Stellen, im Schatten unter Baeumen. Der Rest des Gartens ist aber gepflegt, richtig schoen auch bloss mal zum Ausruhen geeignet. Leider ist das Kakteengewaechshaus noch neu, aber schon fast verwahrlost. Zumindest geht es wohl mit der Bepflanzung nicht so richtig los - auch scheint keiner recht zustaendig zu sein./s.a. unter Diskussionsbeitrag im Kakteenforum bei Kakteenhaage-Erfurt

Sa, 08.12. Tour ins Valle Sapahaqui

Mit oeffentl. Bus ist's zwar etwas umstaendlich, doch mittags bin ich unten auf 3000m NN im Valle, da ist es wesentlich waermer als in La Paz- entsrechend finde ich ueppigere Vegetation vor - auch bei den Kakteen!!

Hatte schon auf der Anfahrt mir was ausgeguckt u. laufe alles an dem grossen Steilhang in recht ueppiger Kakteenvegetation ab. Stosse u. a. auf Echinopsis o. Bl., viele Corryocacteen (melanosthele)mit roter Bl., Massen von Oreocereus celsianus, sogar auf eine Austr. cyl op. shaeferii, u. komme zeitweise mit Fotografieren fast nicht nach. Ausserdem finden sich auch wieder div. Puyas u.Co. in dieser Gesellschaft - jedoch wenig mit Bluete !! Zum Aufsuchen des Habitates oben am Pass in gut 4000m trampe ich mit einem Collectivo - ist nur noch ein Platz oben auf dem Dachgarten frei; auf der engen steilen kurvenreichen Bergstrasse fast schon der halbe Selbst- mordversuch, wie ich bald feststelle. Zum Glueck dauert es nur halbe Std. bis hoch u. lohnt sich. Finde dort Lobivien u. auch noch Cumulopuntia vor u. habe dann zurueck rein nach La Paz mehr Glueck mit dem Fzg.

So, 09.12.

Besuche frueh  vor der Abfahrt nach Tupiza noch den traditionellen Sonntagsmarkt der Campesinos im Altstadtviertel, der unzaehlige schoene Motive liefert. Besorge mir auch noch als Reiseproviant "Castanias"- Paranuesse, die gibt es hier recht guenstig, das Pfund Ganze ausgeloesst, fuer einen Euro !! Auch zur begonnenen Kartoffeldoku gibt es sehr eindrucksreiches Anschauungsmaterial. La Paz ist ja wohl doch einer der groessten zentralen Marktflecken und somit stossen saemtliche Landwirtschaftsprodukte des ganzen Landes aufeinander. Die bunte Vielfalt an Kartoffelsorten kann einen schon ins Schwaermen bringen. Da geht es von weiss(gefiergetrocknet) ueber gelb (Oka), orange , rot. braun bis zu rabenschwarzen Knollen! Die Form u. Groesse  liefern dabei weitere deutliche Unterscheidungsmerkmale. Geschmacklich kann ich mich immer mit den suessen Sorten sogen. "Camote" oder auch Yuca am schnellsten anfreunden - solche Beilagen zu einem Fleischgericht saettigen u. bereichern das Ganze wirklich wesentlich mit Erfahrungen , welche uns als Mitteleuropaeer fast voellig fremd sind!

Der Zug geht ab Oruro, Strecke  La Paz - O. ist ja schon lang eingestellt. Aber da rollen aller 10 min Busse raus v. L. P. "300 km kosten auf der vielbefahrenen Strecke nur rd. 1, 50 Eu !!

Oruro ist auch bekannt als Hautstadt des echten Karnevals der Indigenias. Alljährlich treffen sich hier in der letzten Woche zum Karneval unzaehlige Gruppen aus ganz Suedamerika um an einem noch relativ unverfaelschten Spektakel teilzunehmen , dass Seinesgleichen auf der ganzen Welt sucht. Hat wohl auch schon seit einigen Jahren den Status zum Weltkulturerbe bekommen. Sollte man beabsichtigen dort diese urspruenglichen Feste erleben zu wollen, muesste sich schon sehr lange zuvor mit einem Quartier gekuemmert werden, auch steigen dann natuelich alle Preis sehr stark dafuer an!   Info unter <www.preforuro.gov.bo<

"Tierra del Mejor Carneval" - "El Origen del Mundo"

In Oruro habe ich noch Zeit bischen Eisenbahnnostalgie zu studieren. Puenktlich mit Glockenlaeuten geht der Zug um 19 Uhr ab. Habe die "Ejecutivo-class" im "Wari-Wari- Express" gewaehlt - leider sind die Sitze trotzdem fuer Zwerge. Dafuer sitzt es sich im Speisewagen recht angenehm bei Steak u. Bier !! Auch vom Sonnenuntergang kriege ich im Salzseebereich paar tolle Bilder mit.

Mo, 10.12.

Endlich ist die Nacht rum - ganz so luxurioes ist's nun doch nicht im Zug, es wird auf der Hochlandstrecke auch so kalt, dass man frueh im Gelaende draussen Eis sieht. Bei Atocha ist es endlich hell u. da kommen die Lebensgeister langsam wieder. Auch der Foto kann wieder rausgeholt werden, denn die Landschaft wird ja bekanntlich nach Sueden hin wesentlich schoener u. abwechslungsreicher. Dann gibt es auch noch das Fruehstueck fuer die 1. Klasse ,so laesst man es sich gefallen. Ganz in Ruhe wird dann Tupiza gegen 9 Uhr ereicht, der Wari-Wari hat keine grosse Eile, ist aber fuer`s Fotografieren von gr. Vorteil.

Gehe wieder ins "Mitru", das erste Haus am Platz u. da ist auch ein Pool,den ich zum weiteren Munterwerden erst mal aufsuche. Immerhin noch 2900m hoch  liegt Tupìza, da ist das Wasser auch nicht ganz so warm.

Di, 11.12." Butch Cassidy u. Sundance Kit - Tour "- ich konzentr. mich dabei mehr auf d. Kakteen

Die Tour soll die "Wirkungsstaette" der beiden Gaengster von Anf. 20. Jahrhundert wiedererleben lassen; die beiden hatten damals in echter Wildwestmanier den Geldtransport der Minengesellschaft ueberfallen, fluechteten u.waehlten nach zaeher Verfolgungsjagd in dem romantischen Bergland, das fuer jeden guten Western taugt, den Freitod. Meine auf der Trekkingroute errspaehten Kakteenseltenheiten liessen mich in helle Begeisterung ausbrechen. Vor allem die kleinen winzigen Rebutien, fast wie Sulcorebutien u. zuletzt noch ein Meer von ueppigst in vielen Farben bluehenden Lobivien auf 4000m Hoehe. Dazu bekamen wir auch noch "Besuch" von einem Condor, der sich gerne  Mensch oder Tier naehert. Diesmal kriege ich einige Fotos zustande. Der einzige Wermutstropfen, der Trichoc. tarijensis hat wenige seiner wunderschoenen Blueten auf, auch sind keinerlei Sa. reif. (Im Nachgang mit Hilfe von RH konnte ich einordnen als: Mediolobivia pygmaea v. rutiflora, Mediol. steinmannii, Lobivia kupperiana)

Mi, 12.12. suedl. von Tupiza bei Tocloca

Bus faehrt frueh grade mal keiner, so nehme ich ein Taxi die ca. 20 km bis Tocloca u. erhoffe mir dort unten eine etwas andere Vegetation anzutreffen. Das Dorf liegt gut 100Hm tiefer, jedoch nach Osten hin erheben sich gleich vom Ort weg maechtige Berge, z..T. stark felsig u. da will ich den heutigen Tag verbringen. Habe reichlich Wasser u. Proviant mit, so dass ich ueber die Runden kommmen muesste, wenn auch die Sonne schon frueh ganz schoen brennt. Die ersten 2 km sind noch relativ einfach zu bewaeltigen, doch dann wird im Gelaende das Gehen merklich schwerer, denn es sind bestimmt ueber 50% Steigung mit viel Felspassagen. Von den anfaenglichen grossen Kandelabern des Trichocereus werdermannius?pasacana? in voller Bluete, wechselt alles ab ungefaehr 3300m NN, zu einer starken Parodiapopulation (maassii). auch Cleistocactus tupizensis ist mit vertreten. Weiterhin der ohnehin in der Region haeufige Oreocereus maximus in schoenen ausgewachsenen bluehenden Exemplaren.

Ich will aber auf alle Faelle noch bischen was Neues finden u. steige deswegen immer hoeher in Richtung des Gipfels. Oberhalb 3400m gesellen sich dann auch die ersten Lobivien dazu - die moegens ja doch etwas frischer vom Klima, was sich hier wieder bestaetigt. Besonders gleich am Anfang dominieren sehr grosse ausgewachsenen Stuecke mit bis zu 60cm Hoehe, leider auch spaeter alle ohne Blueten! Dafuer haben die dann oben bei 3600m noch dazukommenden kleinen Lobivien meist lilafarbene Blueten, finde auch eine mal in gelb. Von den erhofften Zwergkakteen jedoch kein Spur heute - das sollte sich am Freitag stark aendern,denn da konnte ich noch gut 300m höher gehen!

Der Abstieg gestaltet sich doch in den Felspassagen zaeh u. rutschig, man moechte ja auch nicht mit der Kamera,stuerzen. Auf ausgetretenen Ziegenpfaden laeuft es sich oft am einfachsten, wobei ich immer wieder staune, was fuer Passagen die Tiere dort oft meistern!!  Nach dem ganzen Tag in der Sonne ist dann am spaeten Nachmittag im Hotelpool die Anstrengung leichter zu vergessen.

Do, 13.12. Tupizatriathlon ist angesagt /  zuerst M-bike, 1 Runde Jeep, Reiten , Jeep, Downhill mit dem M-bike

Fuer einen Spottpreis komme ich frueh noch kurzfristig bei"Tupizatours" mit rein - keine 20 Euro! Es geht zuerst mit dem Rad im Haupttal v. Tupiza abwaerts bis hinter den Tunnel zum Mirador (Aussichtsp.)Da bleibt auch Zeit fuer einige Fotos- kurze Staerkung u. mit dem Jeep in die Quebrada Secca, mir auch schon bekannt v. 2001. U. a. gibt es noch einen Abstecher in eines der vielen Klammtaeler. Am romantisch gelegenenRastplatz an der Betonbruecke gibt es einen Lunch u. etwas Zeit hier individuell sich an der Landschaft zu erfreuen.

Nach dem Mittag geht es zum Reiten mit den Pferden v. Stadtrand aus. Wir sind 5 Mann u. ein Einheimischer der die Gaeule kennt. Es geht relat. gemaechlich los, doch als wir draussen im Gelaende sind, legen die Pferde schon hin u. wieder einen kleinen Galopp ein, ohne , dass wir gross Einfluss darauf hatten. Man musste dann schon maechtig an den Zuegeln ziehen,um die Biester zum Stehen zu bringen. Da ich auch noch meine gute Kamera hoch zu Ross mithatte, kamen mir anfangs schon gleich paar Schweisstropfen auf die Stirn. Allesging aber recht gut ab, die Gaeule kannten ihren " Touripfad" u. wir hatten alle unseren Spass dabei, bis auf einen Belgier, er liess sich vom Gide fuehren- war wohl bischen sehr aengstlich. Dabei ging es wieder in einem der wildromantischen von spektakulaeren Felsen gesaeumten Taeler entlang u. zu aller Vollkommenheit standen da auch noch reichlich gr. Kakteen als echte Westernkulisse Pate. Haette nur noch die passende Musik dazu gefehlt!!

Die 2 Std. waren viel zu schnell um, besonders der Heimweg scheint es den Tieren angetan zu haben, da lief es zumeist in vollem Galopp. Damit waren zwar schon 3 Disziplinen absolviert, jedoch war noch kein Feierabend. Es ging mit dem Jeep hoch zum Mirador " El Sillar",  um erst noch am Nachmittag das Farbspiel der verrueckt bunten, zerkluefteten , bizarren Bergwelt,zu geniesen. Von fast 4000m hatten wir dann noch die Downhill-Etappe runter bis in den Ort vor uns. Auf der staubigen , steinigen Piste wurden wir nochmal richtig durchgeschuettelt!!

Fr,14.12. noch eine Kakteentagestour - nordoestlich v. Tupiza- bei Pampa Mochara

Diesmal klappt es mit dem Bus dort hinaus in gut 30 min. Ich lasse mich oben am Cumbre absetzen. Das ist der Pass zwischen Tupiza u. Cotagaita, hier hatte ich erst schon vor einem Jahr recht erfolgreich wunderschoene bluehende Trichoc. tarijensis aufgestoebert. Diesmal habe ich aber keinen Zeitdruck u. kann mich auf das hoehergelegene Terrain konzenrieren. Da werde ich auch sofort fuendig, denn die Ausgangshoehe am Pass war ja schon 3600m. Ich treffe auf die erhofften  " Zwerge" u. muss feststellen es sind sogar mehrere verschiedene Spezies im Habitat vertreten. Rot bl. ,orange u. auch im ganzen Habitus doch verschieden. (Mediolobivia pygmaea v. rutiflora u. v. gracilis  sowie Mediolob. steinmannii v. iridescens - hatte dann RH dazu konsultiert, erkennt sich hier bestens aus) Es lohnt sich auch fuer die Macroaufnahmen die Zwischenringe auf die alte Nikon zu stecken u. zusaetzlich noch Nahaufnahmen zu machen. Zum Gipfel hoch auf 4000m stosse ich nicht auf Lobivien diesmal, dafuer kann ich bald die flachkugeligen K. als Neowerdermannia erkennen - leider alle aber ohne Blueten. Auf dem Rueckweg sehe ich mir weiter unten bei 3600m u. tiefer noch die kleien Zwergopuntien naeher an. Sie stecken fast ausschliesslich hier im angewitterten senkrecht stehenden schiefrigen Fels u. haben eine riesige Ruebenwurzel, die das vielfache des eigentlichen Koerpers der Pflanze ausmacht. Also duerften sie  auch nicht zu Maihueniopsis gehoerern, obwohl mich erst die Blueten u. auch der oberirdische Pflanzenteil dazu vermuten liessen.Hier werde ich wohl bald die Spezialisten von "Opuntia del Sur " konsultieren muessen. So schicke ich auch noch am selben Abend etliche Bilder los zu Hans-Peter. Habe zum Glueck noch genuegend Zeit u. Tageslicht ,um diesen Standort, der sicher etwas Besonders darstellt, gut abzulichten u. eine Unmenge Bilder anzufertigen. (Cumulopuntia rossiana)

Die Rueckfahrt rein nach Tupiza wirtd nochmal recht abenteuerlich, die Fahrer vom Collectivo haben maechtig vom" Selbstgebrauten" genascht, was ich aber leider erst zu spaet merke als wir in Fahrt sind. Es geht aber nochmal gut.

Sa, 15.12.Abreise von Tupiza nach Cotagaita

Schnell bin ich noch vor dem Mittag schon im knapp 100km entfernt liegenden C. Kann somit mal zu Mittag essen.Da bleibt ja noch genuegend Zeit um auch noch mal richtig raus ins Gelaende zu gehen. Waehle das Gebiet oestl. vom Ort u. weiss ja was es in C. so zu finden gibt. Die wohl bedeutenste Pflanze duerfte Parodia obtusa sein, welche sich dann auch oben auf den felsigen Bergen in Prachtexemplaren auffinden laesst. Dazu die kleine  Lobivia lateritia von 2006, diesmal mit gelber Bluete, das wusste ich nicht genau, denn damals war alles durch an Bl..Noch scheint zeitweise Sonne fuer gute Aufnahmen mit Cotagaita im Hintergrund bei den Landschaftsbildern - doch von Osten her ziehen maechtig schwarze Wolken auf  - der Regen waere ja mal ein Labsal fuer die staubige ausgedoerrte Natur hier. Es dauert aber noch lange u. ich kann meine Runde in Ruhe zuende gehen. Einzelne Cleistocacteen sind auch vertreten u. den kleinen kriechenden Trichocereus finde ich auch wieder- leider scheint er erst abends zu oeffnen.

Als ich C. wieder erreiche, beginnt ein ganz seichter Regen , der sich angenehm ueber die ganze Nacht bis zum Morgen erstreckt - es ist halt doch Beginn der Regenzeit. Haette nicht gedacht , dass es hier soweit im Binnenland so lange Regen gibt. Alle Kakteenliteratur stellt diese Gegend als ewig ausgetrocknet dar.

So , 16.12. Weiterreise nach Camargo geplant...

Doch daraus wird nichts, man beteuert mir im Ort ,dass heut ein Bus faehrt, aber nachdem ich gut 8 Std.vergebens gewartet habe , gebe ich auf u. gehe wieder in mein bescheidenes 2 Dollar- Quartier.

Wenigstens ist es gegenueber Balsas in Peru mit vernuenftigem Banjo ausgestattet, sogar warmes Wasser laeuft !!  Da dann am restl. Abend noch Zeit bleibt,  ist es zumindest zum Nachtragen der Web-seite gut.

Der Weiterreise am Montag sehe ich jetzt sehr skeptisch entgegen, da heisst es wohl umplanen!

Ach ja faellt mir grade noch ein, heut war wohl der 3. Advent...  aber in der Kultur, wo ich gerade hier weit abseits aller Touristenpfade bin, gibt es nichts was daran erinnern koennte. Dafuer hatte ich gut 8 Std. Zeit mal das Sonntagsleben der Campesinos zu studieren...   mercado, mercado, immer wieder mercado ; natuerlich fast ausschliesslich die Frauen, ich weiss nicht was die Maenner machen, sie spielen hier auf alle Faelle eine untergeordnete Rolle. Leider ist eben gerade die Art des Marktabhaltens noch teilweise an mittelalterliche Formen erinnernd. Richtig schoen ist`s erst wenn alles im Dreck liegt, man viel Abfall zuruecklaesst oder auch nur mit 20 Zwiebeln oder selbstgebrautem "Futter" stundenlang auf dem Erdboden sitzt. Ich glaube hier ist wohl jede Art Hilfe oder Bevormundung fehl am Platze! Mir fehlen dann oft doch mal die Worte um das Gesehene auszudruecken ... ..................

 Mo, 17.12.

Diesmal gehe ich garnicht so zeitig hoch zu den Abfahrtsstellen der Busse. Nutze einen Teil vom Vormittag , um noch einmal westl. von Cotagaita kurz das Terrain etwas zu erforschen. Dabei stosse ich wieder auf die bekannten Kakteen v. 15. 12. , diesmal sogar schon viel weiter unten im Tal  - Neues aber finde ich nicht dazu.

Also ab Mittag wieder das Spiel mit dem Bus, jedoch sind alle total rappelvoll, es ist nicht reinzukommen, es sieht so aus, als muesste ich fuer immer in Cotagaita bleiben. Gegen 15 Uhr reicht mir die Warterei u. ich entschliesse mich,  mit einem LKW zurueck nach Tupiza zu kehren, die Route ueber Camargo, Iscayachi, Tarija ist nun endgueltig verworfen. Die Regenzeit macht mir da einen dicken Strich durch die Planung, aber was soll`s, auch damit muss man fertig werden. Durchgruettelt, staubig, jedoch relat. schnell, erreiche ich noch im Hellen Tupiza u. steige natuerlich wieder im "Mitru" ab, alles  wieder fast beim alten Gang.

Di, 18.12. Erkundung von Bereich kurz vor Atocha

Dazu gehts 10 Uhr mit dem Bus langsam ins Hochland, dieser tuckert der sehr lange bis ich in geeignetem Gelaende aussteige. Ich bin gut 3,5 Std unterwegs, ehe ich aussteigen kann u. endlich wieder unter 4000m drunter komme ! Dort sind auch gleich paar schoene Trichoc. tarijensis in Bluete, weiterhin eine gosse Lobivia - gelbbl.u. ich finde wieder kleine rotbl. Rebutien. Im wesentlichen jedoch nicht viel anders als schon am 11. 12. zu der ersten Tour in diese Gegend, jedoch eben nochmal gut 35 km weiter nordwestlich ! Man muss also um ergiebige Habitate mit grosser Bestandsdichte zu haben , garnicht soweit weg von Tupiza , das ist die wesentlichste Erkenntnis dieses Tages.!!

Mi, 19.12. Fototour Westrand von Tupiza

Grossartige anstrengende Tour mache ich nicht mehr im Moment, dazu waren die letzten Tage doch zu stressig.Gehe frueh schoen in Ruhe nach Westen die Stadt hinaus in Richtung "Magic Canon", will mich ganz in Ruhe mal auf die Fotografiererei konzentrieren, die Landschaft liefert dazu ja genuegend Material. Das Erosionsgebiet ist allein schon eine Augenweite ! Man wundert sich immer wieder wie diese bizarren, meist extrem schlanken Tuerme ,oft sogar nur Scheiben, aus Konglomerat, nicht zerbersten. Schwierig sind da natuerlich die Lichtververhaeltnisse, gerade wenn die Felsen so eng aneinander stehen ! Dazu gesellen sich aber auch noch jede Menge Kakteen , so dass ich bald das Thema wechsle u. mich etwas unterhalb des Canons auf die Pflanzen konzentiere. Habe Glueck u. finde endlich sehr viele Ex. in Bluete, was dann bei guetm Sonnenlicht reichlich Motive abgibt. Sowohl Cleistocactus, Oreocereen als auch die grossen Trichocereen haben alle sehr viel Blueten im Angebot ! Ich hoffe das eine oder andere Postkartenmotiv dabei rausgefiltert zu haben !

Do, 20.12. Abreise von Tupiza - endgueltig !

Will mich weiter in Richtung Argentinien bewegen u. fahre mit dem, Nachmittagsbus nach Villazoin, dem boliv.Grenzort. Dort hatte ich schon im Vorjahr erfolgreich "Feldarbeit " absolviert, so dass ich das Gebiet nochmals erweitert aufsuchen will.  Habe ausserdem dazu noch von den der  engl. Kakteenzeitschrift gutes Infomaterial!

Villazon selbst ist ein stupider ,dreckiger ,quirliger Grenzort mit allem was es an solchen Orten so gibt, ausserdem gepaaart mit dem krassen Klima des Hochlandes (3450m NN), viel Staub u. bitterkalten Naechten.

Trotzdem will ich 2 Tage bleiben - es gibt auf der argentinischen Seite doch sehr grosse artenreiche Kakteenhabitate.

Fr, 21. 12 Tagestour rueber nach Argentinien La Quiaca - Yavi

Alles vom Vorjahr noch recht gut im Gedaechtnis, klappt es diesmal fast optimal. Schon der Grenzuebertritt, ohne zu Warten, als Tagesausfluegler keine Stempelformalitaeten usw.

Am Mercado stehen schon Taxis, ich fasse schnell noch frisches Obst, Pan, ... u. ab kann es gehen. Fuer 1 USD mit dem Taxi die 14 km , ein Klacks ! In Yavi steige ich diesmal  in das Terrain weiter oestlich ein. Eigentlich wollte ich die grossen Oreocereuswaelder mit aufsuchen, doch die Entfernung bis an die Berge  ist  zu gross. Dafuer ist das flachere Gelaende reichlich mit anderen Kakteen gesegnet. Sind es anfangs hinter dem Ort erstmal die Opuntioideen mit Cumulopuntia, Maihueniopsis u. vor allem der wunderschoen bluehenden M.nigrispina, gesellen sich grosse Lobivien ferox u. auch Parodia maassii dazu. Nach der ca. 100m hohen Gelaendeschwelle verlangsame ich mein Tempo beim Gehen u. werde im horizontalen Punabereich auch gleich fuendig. Die winzige " Puna subterraneae" hat im Sonnenschein des Vormittags bereits geoefffnete Blueten,so das ich sie rel. schnell aufgespuert habe. Ganz in Ruhe kniee ich auf dem steinigen Boden um Nahaufnahmen anzufertigen. Es bestaetigt sich, dass der Haupteil der Pflanze im Boden verborgen ist. Dabei steckt ein ca. bis 20 cm langer moehrenartigerTeil senkrecht im stark lehmigen Boden. Durch die vorangegangenen Regenfaelle der letztenTage ist der Boden weich u. man kann diesen Teil auch ohne groesseren Aufwand freilegen, ohne die Pflanze zu beschaedigen. Ist schon eine besondere Pflanze, wenn man bedenkt , das der oberirdische Teil sogar jetzt nach dem Regen , also nicht geschrumpft, nur ca. 2 cm Durchmesser hat. Die zartrosafarbenen Blueten haben dabei oft mit ihrer Groesse den kleinen Pflanzenkoerper fast ganz verdeckt. Die Population hier schien sehr stabil u. gross zu sein, ich schaetzte mal , das fast 1 Pflanze auf den Quadratmeter kam. Habe dabei eine Flaeche von ca. 60 m Durrchmesser abgelaufen.

Leider haben alle grossen Lobivien in diesem Jahr keine offenen Blueten, trotzdem beeindrucken die Pflanzen durch ihre extreme wilde lange Bedornung. Gehe anschliessend runter Richtung Yavi, tangiere den Ort nordoestlich , dabei muss ich den kleinen Fluss ueberqueren. Will ausserdem an dem Tag noch den oestlichsten Berg vom 7- Schwestern -Cordon ablaufen u. erkunden. Erkenne schon bald oben auf halber Hoehe einzelne kraeftige Oreocereus celsianus, die hier sicher durch den Kalkstein besonders "fett" sind. Auch tauchen wieder etliche grosse Lobivien auf, u. sicher ebenfalls bedingt durch den Kalk eine ueppige Strauch- u. Zwergvegetation.

Will auch noch das Gebiet oestl. von La Quiaca abgehen u. begebe mich vor zur Hauptstrasse. Habe Glueck u.komme gleich weg, so dass mir noch genuegend Zeit fuer den letzten Teil des Tages bleibt. Kaum bin ich am Suedostrand von La Quiaca in das flache Punagelaende reingelaufen ,stosse ich erneut wieder auf die kl. Puna subt., diesmal mit  Neowerdermannia vorwerkii in Begleitung. Letztere hatte ich im Vorjahr uebersehen. Leider ist hier nichts beim Bluehen, so dass auch weniger Bilder entstehen. Trotzdem ist der Anblick der kleinen flach im Boden sitzenden Neowerdermannia mit den flach anliegenden Dornen  was ganz Neues, eine solche Pflanze haette ich niemals hier vermutet. Die englischen Angaben waren also doch recht exakt u. hatten das Gebiet gut charakterisiert. Lobivia pugionacantha v. pugionacantha finde ich ebenfalls noch!

Letzte Rast, muss auch wieder lange Sachen anziehen, am Nachmittag wird es dann schnell kalt hier auf 3500m.

In der Nacht zieht ein unheimlich starkes Gewitter ueber die Punahochebene,so dass selbst mein etwas stabiler gebautes Hotel in Villazon fast zu wackeln anfaengt. Der heftige Gewitterguss spuelt den ganzen Dreck der sich durch die endlosen Maerkte der Grenzstadt tagsueber angesammelt hat schnell hinunter in die tieferliegenden Bereiche des Ortes. Dort trocknet ihn die kraeftige Sonne des naechsten Tages, soweit er nicht mit anderem Unrat begraben liegt u. bei den naechsten Windboeen wird davon leider wieder ein grosser Anteil hinaus in die weite Landschaft verteilt, wo ohnehin schon sehr viel herumliegt oder abgelagert wurde. Man muss es einfach nochmals erwaehnen, die zunehmende "Vermuellung" der Landschaft ist ein riesiges Problem in fast allenTeilen Lateinamerikas !!!! Es gibt oft schon Situationen ,selbst in der Wueste, da moechte man vor dem Fotografieren erst das Gelaende von Muell absammeln oder auch einzelne Solitaerexemplare von anhaftenden Plastiktueten befreien!!  Wenn man schon so viele hunderte km zu Fuss in Suedamerika unterwegs war, ist das eine der mit am staerksten traurig stimmenden Erfahrungen.

 Sa., 22. 12. Endgueltige Abreise nach Argentinien

Ein Riesenproblem scheint es z.Zt., die Einreise mit Stempel nach Argentinien zu kriegen, es stehen schon seit Tagen endlose Schlangen von Menschen an. Zumindest geht`s schon mal mit der Ausreise, die Bolivianer machens kurz, sind wohl froh ueber jeden der das Land verlaesst .....Hinter der Grenzbruecke scheinen die Argentinier es ganz langsam anzugehen - ich stehe erst auch mal eine Std. in der Schlange , doch die rueckt grade mal 5 m vor !! Doch dann scheint ein arg. Grenzbeamter Mitleid mit  den westl. Touristen zu haben u. sammelt unsere Paesse zum Abstempeln ein u. nach einer halben Std. ist`s geschafft - freier Weg, nur noch der Zoll. Doch bei einem dt. Pass ist man auch kulant, kann gleich weiter. Ich vermute mal das Problem sind fuer die Argentinier die vielen Bolivianer die zur Zeit das Land verlassen wollen u. evtl. nicht zurueckkeheren werden!

Oben in La Quiaca klappt es auch mit einem Bus runter nach Tilcara,der Ort wurde im Südamerikahandbuch als besonders lohnend hervorgehoben. Die Quebrada Humahuaca kenne ich ja schon zum Teil, so dass ich eine Ahnung davon habe, was mich dort erwarten koennte. Will es ja zu den bevorstehenden Weinachtstagen auch etwas gediegener haben als in den letzten Tagen. Die Landschaft wird erwartungsgemaess gruener u. das Tal hat bei Tilcara eine groessere Breite, alles scheint etwas gemuetlicher zu sein. Zwar ist es , bedingt durch die kahlen felsigen Berge noch etwas staubig, der Ort jedoch klein , ruhig, touristisch gut erschlossen, jedoch nicht ueberlaufen. Die Argentinier fangen ihre Ferien erst zum Neujahr an, so habe ich noch vernuenftige Preise u. die Auswahl bei der Quartiersuche. Das "Malka" oben auf einem Huegel ist doch die beste Wahl!  Habe vorerst eine Huette fuer mich allein mit allem was gebraucht wird, auch ein Kuehlschrank zum "Bier - Kuehlen" , ist hier sehr wichtig , denn es ist schoen heiss , die Sonne brennt hier erbarmungslos. Die ganze Anlage ist weitraeumig am Hang verteilt, mit schattenspendenden Baeumen, Grillplaetzen u. einer fantastischen Aussicht runter ins Tal u. zur gegenueberliegenden, farbigen, felsigen Talseite.   Da denke ich , endlich mal 2 Gaenge runterschalten zu koennen. Auch Fruehstuecksbuffet ist mit dabei, also hoert die morgendliche Nahrungssuche mal auf !

So. 23. 12. Erkundung der Festungsanlage Pucara mit Jardin Botanico bei Tilcara

Zwar brennt die Sonne morgens auch schon wieder ganz schoen, der Fussweg dauert aber nur 20 min bis zur Anlage. Erfreulicherweise begruesst mich gleich am Eingang zum Besichtigungskomplex ein Botanischer Garten mit allen repraesentativen Kakteen der Region. Zwar stimmen nicht alle Beschilderungen, bzw fehlen welche, aber es sind recht ordentliche z.T. sehr schoene Pflanzen zu besichtigen. Der grosse rotbl. Trichoc. poco ist wohl tarijensis, hatte aber superrote Blueten!!  Auch kleinere schoene Trichos sind vertreten. Alle Oreos,die Lobivien leider nicht bez., ; dafuer ein paar Reste von Blossfeld. lillip.in abgegrenztem Bereich.

Weiterhin ein Kraeutergarten, etwas parkaehnliches Areal dazu, paar Lamas , ja u. dann der eigentliche Festungsbereich. Praeincaische Anlage , ca. 100 Hm ueber dem Tal auf Huegel mit vielen maechtigen Trichoc. pasacana bestanden. Ganz oben auf dem Berg trohnt eine Steinpyramide, den Erforschern u. Wiedererbauern der Anlage gewidmet. Leider ist kein schattiges Plaetzchen , ausser man kriecht in eines der Steinhaeuser der Anlage. Besonders die unverbaute Aussicht vom Gipfel kann man schon geniessen, waere nicht die brutale Sonne. Trotzdem gehe ich in grosser Runde die Anlage um den Berg herum ab, stosse dabei neben den unzaehligen Opuntien( Opuntia sulphurea u. Tunilla soehrensii) u. Trichos  noch auf kapitale Gymnocalycium saglionis var. tilcarensis. Das groesste Ex. hatte gut 1 m Laenge, das ist schon extrem viel fuer einen Gymno ! Um 13 Uhr schliesst die Anlage zur Mittagspause u. auch ich beende erst mal meine Tour , aus der Sonne muss ich jetzt endgueltig fluechten.

Inzwischen sind Neue im Quartier eingetroffen, eine Kanadierin u. 2 "Chicas" aus Brasilien. Am Abend gesellen sich noch 2 aeltere Damen aus Frankreich dazu, so dass wir ein bunt gemixtes Voelkchen sind, was unserer Konversation in mind. 3-4 Sprachen aber keinen Abbruch tut.  Auch heizen wir schon mal den Grill mit an, schliesslich soll ja zum Weihnachtstag alles klappen.

Mo., 24.12. Heiligabend

Jeder bricht nochmals zu einer Tour auf, ich entscheide mich fuer die Route hoch zum "Gagara del Diablo", ein Aussichtspunkt hoch ueber Tilcara, ein tiefes , enges , steiles Tal in ca. 2800m NN, wozu ich gut 2 Std. erst mal aufsteigen muss u. dabei auch die erhoffte veraenderte Kakteenvegetation antreffe. Besonders viele farbige Lobivien (Lob. jajojana - neu Echinosis marsoneri)u. sogar erstmals auf meiner Reise kleine Echeverien. Leider ziehen viele Wolken lang u. es ist kuehl!! Auch fuer Fotos heut nicht das beste Wetter. Die naehere Beschreibung der hier angetroffenen Pflanzen muss ich auf spaeter mit der Auswertung der Bilder verschieben! Bemerkenswert wieder die fuer Nordargentinien typischen Amaryllidaceae, welche evtl. Eustephia coccinea sein koennten. Auch die Vielfalt an kleinen Lobivien mit der ganzen Schoenheit der Farbpalette bringt mich trotz fehlender Sonne zum Staunen! Weiterhin muss noch das oben nach dem "Ort des Teufels"  anstehende Schieferfelshabitat erwaehnt werden. Hier findet sich auch eine erste Rebutia, doch leider haette ich hier noch wesentlich mehr Zeit gebraucht - das Ganze muss also auf eine spaetere Reise verschoben werden. Das leider etwas ungemuetliche Wetter begleitet uns auch am Abend zur grossen Parillada vor unserer Huette. Doch bei reichlich bestem arg. Rotwein u. massenhaft Grillfleisch laesst es sich dann doch aushalten. Man tauscht sich ueber die unterschiedlichen Ablaeufe des Weihnachtsfestes der Herkunftslaender der Anwesenden aus, was zu allerhand Erheiterung beitraegt. So richtig steigt das Fest im Ort unten dann aber erst ab 24 Uhr , mit Dauerfeuerwerk u. ohrenbetaeubendem Laerm, der sich bis in die Morgenstunden hinzieht. Manche , oder wohl fast alle der indigenen Urbevoelkerung hier scheinen im Festefeiern so geuebt, dass sie wohl kaum ein Bett benoetigen, dafuer standig aber Nachschub an alkohol. Getraenken!!!! (angetroffen wurde noch Cumulopuntia boliviana sehr häufig sowie als polsterbildende Ex. Deuterrocohnia -syn Abromeitella- lorentziana u. natürlich weiter oben Trichoc. pasacana in gr. Ex.)

Di., 1. Weihn. tag

Heute will ich doch endlich etwas kuerzer treten, es ging ja auch weit in die Nacht hinein am vorherigen Tag.

Also nur eine kl. Tour rueber auf die Westseite von Tilcara, um auch dieses Gebiet etwas kennenzulernen. Gehe dabei ein steiniges Tal gut eine Std. lang hoch, stosse immer wieder auf viele Gymnos u. Parodien, doch sonst nichts Neues. Jedoch bringt der Rueckweg noch eine herrliche Cristate v. Gymnocalycium saglionis, die einen ca.40cm breiten fruechtetragenen Kamm hatte. Eigentlich die zweite richtige Cristate in diesem Jahr auf der Tour! Somit war auch dieser kleine Ausflug noch von Erfolg gekroent. Am Rest des Tages dann nur noch Aufarbeitung der Reise u. alles was damit zusammenhaengt bzw. ich haue mich mal aufs Ohr, denn am naechsten Tag soll ja schon die lange Fahrt nach Buenos Aires erfolgen. Am Abend nochmals pfundweise Grillfleisch - einfach ein Muss wenn man in Argentinien ist. Inzwischen sind ein Belgier u. Argentinier hinzugekommen u. das Sprachengewirr wird noch interessanter.

Mi., 2. Weihnachtstag

Frueh von Tilcara mit einem Taxi in gut einer Std direkt bis nach Jujuy rein an das  Busterminal. Es gibt etliche Bussgesellschaften , die taeglich Verbindungen nach Buenos Aires bedienen. Fuer die  ca. 20-stuendige Fahrt waehle ich "Flecha-Bus" mit einem "Coche -cama", das sind Liegesitze, bei viel Platz u. Bordservice(u.a. 3 Mahlzeiten), so dass sich dann auch meine Fahrt nach B. A. recht angenehm u. kurzweilig gestaltet.

Do., 27.12. Ankunft in Buenos Aires gegen Mittag

Suche mir im Stadtzentrum erst einmal fuer 2 Tage eine einfache Unterkunft, um dann, wenn Margit von Paris am Samstag kommt, noch inzwischen ein etwas luxurioeseres Hotel ueber den Jahreswechsel hinaus zu haben.Zwar haben inzwischen die Preise in B.A. auch etwas angezogen, sonst laesst es sich aber immer noch halbwegs bezahlen. Besonders die Pauschalrestaurants, mit umfangreichem Bufett sind fuer mich zum Schlemmen eine ordentliche Alternative sich fuer 5-6 USD den Bauch mal ordentlich vollzuschlagen.

Fr., 28.12.

Ausser Hotelsuche mit etwas Stadtbummel, Essen u. Ausruhen passiert nicht viel - schliesslich dauert meine Reise inzwischen schon 9 Wochen! Da stellt sich dann schon mal etwas Muedigkeit ein.

Sa.,29.12. - am Vormittag trifft Margit puenktlich am Flughafen aus dem kalten Deutschland ein, wir haben inzwischen hier in B.A. taeglich Temperaturen um 35 grad u. am Silvestertag sogar eine Rekordmarke von 38 grad!!!  

So., 30.12. Stadtbummel in Buenos Aires - das Teatro Colon befindet sich leider gerade in Rekonstruktion....

Erst 2009 soll die Wiedereroeffnung sei!!

Wir besuchen u.a. den Jardin Botanico u. den Japanischen Garten; ( beide in einem sehr gepflegten Zustand, der auch zum laengeren Verweilen verlockt!)  ausserdem bestaunen wir noch den skurrilen Friedhof  Recoleta,nutzen den Tag fuer kleine Einkaeufe; weiterhin reicht die Zeit noch fuer das "Tangoviertel" San Telmo mit seinen umfangreichen Antiquitaetenlaeden.

31.12. 2007 Silvester

Am Tag halten sich unsere Aktivitaeten in Grenzen , schliesslich wollen wir ja mit den "Portenos" (Einwohner v.Buenos Aires) ins neue Jahr reinfeiern  - wir haben unweit des Teatro Colon auf der Haupttheaterstrasse ein passendes Restaurant gefunden, dort geht es dann gegen 21 Uhr richtig los. Für erste Stimmung als noch gegessen wird, sorgt eine argentinische Mariachiband, welche durch ihre Livedarbietung sofort reichlich Begeisterung schuerte (zum Glueck hatte ich meine Kamera mit!) Auch fuer fast unbegrenzt Champagner war bei dem Pauschalpreiss gesorgt, leider wurde der Neujahrstag dadurch etwas beschwerlicher!! Gegen 4 Uhr brechen wir dann nach reichlich turbulenter Feier  zurueck ins nahe Hotel auf.

Neujahrstag, 01.01. 2 0 0 8

Die lange Feier fordert Opfer, es wird kaum etwas unternommen,erst zum spaeten Abend gehen wir als Neujahrsessen in ein renomiertes Steakhaus mit 3 Profigrillmeistern am offenen Feuer, welche wahrhaft leckere Gerichte zubereiten; selbst die vegetarische Grillplatte, welche Margit ausprobiert, sieht verfuehrerisch aus u. haelt was sie verspricht; fuer mich selbst ist ein Riesenfleischspiess das erste richtige Essen im Neuen Jahr!

02. Januar  Abreise von Buenos Aires

Mit der U-Bahn zum Bahnhof Retiro; hier sofort Anschluss mit dem Nahverkehrszug raus nach Tigre, einem Vorort von B. A., der ca. 40 Km noerdlich am Ufer des Rio de la Plata liegt.

Die Faehrueberfahrt nach Uruguay ist dann aber erst ab 15 Uhr moeglich u. wir koennen die Wartezeit nutzen, um ein bischen den Verkehrsknotenpunkt, den ja Tigre mit seiner guenstigen Lage an einem Kanal des La Plata-Deltas darstellt, zu studieren -- das Ganze hier erinnert stark an Spreewaldverhaeltnisse oder Wasserstrassen in Mecklenburg, waeren da nicht die Palmen in den gepflegten Parks. Mit der grossen ca. 250 Leute fassenden Faehre sind wir in reichlich 2 Stunden Fahrt am Ufer von Uruguay angekommen,dabei gestaltet sich vor allem anfangs die Fahrt durch das Delta mit seinen unzaehligen Wasserstrassen als sehr interressant u. ich mache allerhand Fotos.

Der Grenzort Carmelo in Uruguay, im Reisefuehrer hoch gepriessen, kann aber unsere Erwartungen nicht annaehernd erfuellen, wir finden jedoch zumindest gleich ein Hotel, der Rest des Tages ist gelaufen.

Do., 03. Jan.

Mit dem Bus geht es weiter in Richtung Hauptstadt Montevideo. Recht ordentlich das ganze Bussystem, gut klimatisiert (sehr wichtig bei der Hitze - wieder 35 grad) u. sehr schnell auf gut ausgebauten Strassen sind ein Markenzeichen fuer Uruguay. Die Hauptstadt empfaengt uns mit dem modernen 3-stoeckigen Busbahnhof sehr freundlich! Wir haben alles recht eng beieinander u. finden sofort ein super Hotel zu friedlichen Preisen (30 Euro) in unmittelbarer Naehe , doch trotzdem ruhig gelegen. Der Service ist Spitze, vor allem das Fruehstuecksbuffett u. wir koennen uns sehr wohl in der Hauptstadt fuehlen. Den Rest des Tages erkunden wir noch das Altstadtzentrum unten am Hafen, wobei wir auch auf die Mole gut 20 min lang mit hinauslaufen. Der Hafen kann dabei auch gut mit eingesehen werden , was auch zum Fotografieren sehr guenstig ist. Auch das,was die Gaststaetten hier bieten ist recht ordentlich u. Margit kommt auch etwas zum "Shoppen". Die alte, architektonisch doch sehr schoene Bausubstanz der Stadt kann uns begeistern, wir stellen ausserdem fest ,dass Montevideo sauberer ist als Buenos Aires!

Fr., 04. Jan. Stadterkundung / Montevideo

Zuerst ordern wir das Mietauto fuer den Samstag u. machen uns dann zu Fuss, dazu eignet sich M. gut, auf die Socken. Der oestliche Bereich mit sehr schoenen Kuestenabschnitten ueber einige Km begeistert uns, kein Wunder dass die Einheimischen diesen Bereich mit der Copacabana vergleichen - es sind klasse Sandstraende, gibt einige Palmen u. auch weitere Kuestenabschnitte in der Stadt sind naturbelassen mit kleinen Felsformationen aus Granit ,was das Ganze zusaetzlich schoen auflockert, haetten wir niemals hier erwartet. Abschliessend noch ein Citybummel, wobei wir doch schon einen guten Ueberblichk uebers Zentrum bekommen haben.

Sa., 05. Jan. Aufbruch an die Atlantikkueste

Wir starten gegen 10 Uhr mit unserem Chevrolet- Corsa parallel zur Kueste auf der "Routa del Sol" u. merken wieder wie gut ausgebaut die Infrastruktur des Landes ist, staendig haben wir dann auch die Moeglichkeit ran an den Atlantik zu fahren u. ein Bad zu nehmen, was wir auch mehrmals an dem Tag tun. Den nobelsten Badeort Punta del Este lassen wir dabei aber doch lieber aus, es gibt genuegend schoene andere Flecken , wo es etwas ruhiger zugeht. In La Paloma essen wir bei herrlichem Seeblick zu Mittag u. verstaerken ab hier unsere Bemuehungen ein Quartier zu finden - was aber bei dem Menschenansturm des Ferienbeginnes nicht leicht ist!!

An einer felsigen Stelle gleich neben der Hauptstrasse erkenne ich waehrend der Fahrt bluehende Kakteen - halte an u. wir finden ein Habitat vor das gerade um diese Zeit voll in Bluete stand. Es waren u.a. Notocactus  mammulosus u. ein weiterer Notoc.spec. sowie Wigginsia !! Von den toll geoeffneten bluehenden Ex. lassen sich herrliche Bilder machen.

Wir muessen fast bis hoch zur brasilianischen Grenze fahren um endlich fuendig zu werden, doch dann ist es auch noch wesentlich ruhiger u. damit zusaetzlich zur lagunenreichen Kueste angenehmer. Mit einem Cabana  (Huette ) klappt es zwar nicht, dafuer ist das Hotelzimmer mit Meeresblick recht gross u. sehr luftig, was bei der Hitze hier im Norden sehr wichtig ist. Zum abendlichen Bad vorn am Strand unseres Hotels gehe ich auch endlich mal fuer paar Minuten mit Laufen, ein Muss nach der langen Autofahrt. Dazu eignet sich der Strand mit seinem feinen Sand u. fast menschenleer recht gut. Auch den Sonnenuntergang kriegen wir hier schoen mit.

So., 06. Januar - Hochneujahr

Den Tag beginnen wir frueh vor dem Fruehstueck mit einem Laeufchen am Strand, anschliessend noch kurz in den Hotelpool u. dann erst an das leider nicht so ueppige Fruehstuecksbuffett. Zuerst befindet sich gleich unweit vom Hotel das "Castillo Santa Teresa", welches gut mit dem Auto zu erreichen ist. Die alte spanische Befestigungsanlage  - gut 300 Jahre alt -- wird vom urug. Militaer betrieben u. ist in tadellosem Zustand !! Wir besichtigen ausfuehrlich die Anlage u. lernen dabei viel zur urug. Geschichte mit dazu. Als besonderes Bonbon gibt es sowohl drinnen als vor den Toren der Anlage wildwachsende Kakteen der Spezies Notocactus, Opuntia u. Wigginsia !!  

Etwas landeinwaerts befindet sich die grosse Suesswasserlagune  "Lag. Negra", welcher wir auch kurz einen Besuch mit abstatten. Zwar ist die Wasserqualitaet alles andere als gut, jedoch sind die meisten Uferbereiche relat. naturbelassen u. beherbergen gerade an dem felsigen Abschnitt, welchen wir ansteuern eine sehr ueppige Artenvielfalt von Kakteen, Tillandsia u.Co. Auch die flacheren Uferbereiche haben ihren Reiz, gerade zur Vogelbe- obachtung oder auch nur mal zum Wandern, da koennte man extra einen Tag verbringen!

Heut suchen wir das Highlight der ganzen Kueste mit auf "Punta del Diablo" - der Ort des Teufels - ein wunderschoener Kuestenabschnitt mit Sandduenen, Granitfelsformationenm,die teilweise riffartig angeordnet sind, sowie den vielen bunten Häusern, Cabanas, Kneipen, Fischerbooten usw., wahrlich ein kleiner Flecken an dem sich zur Hauptsaison tausende erlebnishungrige Touristen tummeln u. das Ganze Geschehen weiter ausschmuecken. Es ist Travellertreff,ein Platz fuer viele Aussteiger, neugierige Pauschaltouris ..., wir gehen lange mit an die Sandduenen zum Baden , probieren den frischen Fisch u. schnuppern die kunterbunte Atmosphaere mit vielen lohnenden Fotomotiven. Am spaeteren Nachmittag,ist es endlich nicht ganz so heiss mehr (nur noch 35 grad). Wir gehen  noch in einen grossen Landschaftspark, der sich von der Kueste bis weit ins Landesinnere erstreckt. Die gepflegten Anlagen sind eine Schau. Ein besonderer Leckerbissen sind die Vogelbeobachtungs- stationen , welche mit umfassenden Infomat. ausgeruestet sind. Wir koennen auch gute Fotos machen!! Dazu spaeter noch weitere Infos !! Auch befindet sich im Park ein Kakteenhabitat auf einer verwilderten Weide mit kleinen felsigen Abschnitten , die das ganze noch begünstigen!  

07. Januar Abreise v. Atlantik

Auf der Routa  14 gehts westwärts, anfangs haben wir zahlreiche Gelegenheiten allerlei Vögel zu beobachten,oft an eigens wieder ausgewiesenen Beobachtungsstationen. Besonders den Nandu kriegen wir heut oft vor die Kamera aber auch v. den am Wasser vertretenen Spezies ist allerhand zu beobachten, das Bildmaterial muss dann erstmal zuhaus ausgewertet werden, möglichst mit Unterstützung eines Ornithologen !!!

Hinter Lascano beginnt endlich wieder Asphalt u. wir kommen schneller voran. Hier noch eine Rast an einem Wigginsiahabitat, doch dann erreichen wir am frühen Nachmittag das berühmte "Treinta y Tres", benannt nach den 33 Freiheitskämpfern!  Ein Bad im  Fluss verschafft kurze Abkühlung - wir haben an die 40 grad!! Die R. 8 verlassen wir in Melo (Verfahren uns fast um 50km); dann endlich gehts richtig zügig westwärts auf der R. 26 nach Tacuarembo. Der Abschnitt ist nochmals gut 200 km lang, doch es fährt sich zum Abend hin   recht gut, auch ist die Strasse besser. Den Abend beschliesst eine grosse Parilla gleich um die Ecke vom Hotel.

Di., 08. Jan.

In der morgendlichen Kühle besuchen wir beim Verlassen des Ortes noch den Tierpark, welcher u.a. die Wasserschweine(Nagetiere) , Nandus, Nasenbären, Affen, Baumstachler usw. in ordentlichen Gehegen vorzeigt, Margit ist wie immer gleich begeistert, denn Ziegen gab es auch noch in Hülle u. Fülle.

Dann starten wir weiter westwärts auf der R.26 wieder. Schon ca. 30 km hinter dem Ort ein Minibiotop, der "Cerro Cementerio", ein kleiner Tafelberg u. ich werde auch erwartungsgemäss dort fündig. Puyas, Wigginsia u. sogar Echinopsis, leider keine Bl.. Mit ca. 20 m Durchmesser ein wirklicher Miniberg, jedoch mit seiner Lage an der Str. gut aufzufinden. Das "Valle Eden" besuchen wir dann nicht auch noch, denn unser Tank ist schon weit leer u. wir kriegen jetzt andere Sorgen. Keine Tankst., kein Hinweis, keine Ortslage mehr u. best. noch150 km bis Paysandu. Eigentlich recht ungewöhnlich für die ansonsten so gute Infrastruktur in Uruguay. Es kribbelt langsam, denn die Landschaft ist extrem dünn besiedelt. Wir nehmen einenTramper mit u. der scheint sich auszukennen. Dann endlich nach gut 120 km an 5 Häusern eine kleine Tankst., dabei hatte die T-Anzeige schon fast eine Std lang geleuchtet.

Die "Thermas del Guaviyu" an der nordwärts führenden R.3 sind das Ziel des Tages. Garnicht so spät kommen wir dort an u. sind mit dem Resort "Villagio" erstklassig untergekommen - die Preise sind hier im Landesinneren wesentlich günstiger. Wir haben eine vollständige  Ferienwohnung im 1. Stock einer grosszügigen Bungalowanlage mit allem was man sich wünscht, ja sogar auf dem Balkon unseren eigenen Parillaplatz ! Dazu hat man von dort einen super Ausblick auf die von Wald, Wasser - purer Narur- umgebenen  Rückseite u.konnte dann sehr schön am Morgen u. Abend die rege Fauna beobachten u. so manch gutes Foto ganz bequem schiessen. Die zugehörigen Thermalbäder waren natürlich auch vom Feinsten u. ganz wenig ausgelastet, ein Ort um sich richtig auszuruhen.Etwas Ruhe war auch nach der Hitze u. langen Fahrt nötig. Den Abend beschliesst tolles Grillfleisch sogen. "Vacio", mit Rekordgrössen der Stücke bis 60 cm Länge, da muss einfach etwas für den nächsten Tag aufgehoben werden,

Mi., 09. Jan.

Heute wollen wir den grossen Rio Uruguay erleben. Dazu bietet sich ein kleiner Ausflug vor zum Artigasdenkmal an. Dort haben wir von dem Plateau einen guten Blick auf den gigantischen Strom, ich schätze mal so um 1,2 km Breite. Auch finden sich vorn an der Geländekante Notocacteeen u. blühende Echinopsen. Es gibt wieder einen Zeltplatz zum Nulltarif, ein Museum .. u. alles scheint sehr ruhig zuzugehen. Wir baden dann noch im Rio, der erstaunlich sauberes Wasser hat. Den Rest des Tages verbringen wir in unserem schönen Hotelresort, vor allem in den Thermalbecken.

Do., 10. Jan.   

Auf der R. 3 geht es Richtung Montevideo. Die in Landesmitte zu überquerenden Stauseen sind dabei weniger attraktiv, so dass wir gleich weiter zu den " Grutas del Palacio " fahren. Es sind kleinen Aushöhlungen in einer Geländestufe v. nur 3-4 m Höhe , welche durch viele Säulen den Palastvergleich verdienen.  Dann suchen wir noch den Tierpark bei Trinidad auf, auch um eine Kaffepause  zu haben . Der Tierpark wieder kostenlos, grosszügig angelegt , mit vielen begehbaren Anlagen u. natürlich vielen Vertretern der heimischen Fauna. Man kommt immer wieder ins Gruebeln, was der urug. Staat doch so alles seinen Leuten u. Touristen so ganz nebenbei mit bietet!!  Auch kann das fachliche Niveau der Anlage als absolut zeitgemaess und als sehr gepflegt eingestuft werden. Da faellt mir doch gleich wieder ein Vergleich zu meinem letzten Besuch im Leipziger Zoo ein. Ich moechte meinen, da koennte sich Leipzig als wesentlich groessere Stadt schwerlich mit so manchem kleinen Ort in Uruguay messen. In Trinidad übernachten wir.

Fr., 11. Januar    Rückfahrt nach Montevideo

Wir wollen wenigstens noch einmal zum Baden an den Atlantik u. fahren geradewegs durch bis Atlantica. Haben hier auch schönen Sandstrand. Hatten noch das gute Hotel in Montevideo reservieren lassen u. fahren jetzt zurück in die Stadt, was auch ohne Komplikationen abläuft, geben unser Auto zurück u. das ist soweit o.k. Doch leider sieht es mit einem Ticket für die Weiterfahrt nach Asuncion schlecht aus - alle Busse voll !! Wir spielen alle möglichen Varianten durch,es bleibt nur eine Busfahrt nach Buenos Aires u. da können wir noch am späten Abend losfahren.

Sa., 12. Jan.--- Mittag Ankunft in Buenos Aires

Hier sind dann erwartungsgemäss genügend Alternativen um Wegzukommen. Am Nachmittag noch gibt es für uns einen Bus directo bis Asuncion v. "Crucero del Norte " als "Coche cama". Es verläuft alles schon zu glatt , da knallt es gegen 22 Uhr mächtig an eine Scheibe des fahrenden Busses , so dass diese sofort berstet. Wovon wusste keiner, es wird notdürftig repariert bei einem Halt an der Tankstelle mit Pappe  u. mit rel. wenig Verspätung geht es weiter - ich hatte schon an viel Schlimmeres gedacht!  s.a. Fotos

So., 13. Jan.

Mittags ist die paraguayische Grenze erreicht u. trotz Schlange, geht es dann auch noch in 1 Std gut rüber. Am Busterminal nehmen wir ein Taxi um schnell in einem guten Hotel zu sein, jedoch kannte der Fahrer sich schlechter aus als ich. Zuletzt landen wir im  "Boggiani" v. Dt. Hand geführt, wir merken das sofort. Ganz toll eingerichtete Zimmer mit viel Platz, genau das Richtige ,um sich jetzt von der 2-Tagesfahrt zu erholen - zumal es Margit nicht ganz so gut geht. Wir kommen zur Ruhe , wenn auch Margit am ersten Abend mir noch in der altbekannten "Acuarela-Parilla" beim Essen zuschauen muss. Da wird wieder das Feinste vom Fleisch, jedoch auch an Salaten u. Süssem geboten. Gut 2 Std dauert das Mahl schon wieder!

Mo., 14. Jan. in Asuncion

Ich führe Margit durch die Stadt: zuerst die Boletos für Weiterfahrt nach Iguassu, dann zumShoppen in den "Mercado Quadro", weiter in die Altstadt u. zuletzt nochmal rauszu in unser Viertel mit den modernen Shoppingcentern. Den Abend verbringen wir diesmal im Paulista- Grill, welcher jedoch nicht ganz an den Acuarela heranreicht. Mit unseren Hotelbesitzern kommen wir auch in Kontakt über die Wäscherei u. erfahren wichtige Informationen. Mein Bild von Paraguay wird damit immer klarer. Z.Bsp. hat es im vergangenen jahr auch Dengue-Fieber-Faelle bis hinein in die Hauptstadt gegeben.

Di., 15. Jan. Weiterreise nach Brasilien-Iguassu

Gegen 9 Uhr fuhr unser Bus, so dass wir am Nachmittag die Grenzstadt Ciudad del Este erreichen. Leider konnte ich mich nicht mehr an den Grenzübergang v. 2002 erinnern u. im Reiseführer war es auch ungenau beschrieben,so dass wir fatalerweise erst mal loslaufen, sich aber die Strecke fast endlos gestaltet. Endlich sind wir auf der Grenzbrücke über den Rio Iguassu. Chaotisch auch die Einreise in Brasilien, man baut immer noch u. da geht es drunter u.drüber z Zt.. Mit der Hotelsuche haben wir dann Glück in Foz de Iguassu, schon gleich das 2. passt, u.wir sprengen auch nicht unseren finanziellen Rahmen. Leider ist die Restaurantsuche am Abend doch sehr langatmig, es ist ganz schön ruhig geworden hier.

Mi., 16. Januar -- Iguassu- Wasserfälle

Ein unerwartet reichhaltiges Frühstück bietet unser Apart-Hotel, so dass wir recht gut gelaunt in den Tag starten. Mit dem Citybus geht es raus an den Iguassupark- zwar lange Schlangen, doch nach halber Std ist auch das Problem gelöst. Wir nehmen uns einige Std. Zeit die Wasserfälle abzugehen u. zu fotografieren u. haben auch das Glück mit der Sonne. So gibt es auch Regenbogen u. es wird schon so manch tolles Motiv gefunden. Am Ende sind gut 200 Bilder an den Wasserfaellen entstanden! Leider sind in diesem Jahr die kleinen Nasenbären nicht zugegen. Auf dem Rückweg treffe ich noch auf eine schöne Rhipsalis mit vielen Früchten.

Die weitere Zeit verwenden wir noch den Parque de Aves uns anzusehen. Natürlich begeistern die Tukane wieder am meisten u. stehen wie Supermodels Pose. Auch scheint man schon wieder das Gelände erweitert zu haben. Themen wie afrikan. Savanne, Feuchtbiotope ... sind zusätzlich zu begehen u. zu bestaunen. Auch im Schmetter- lingshaus mit den Kolibris ist viel Betrieb, und es lohnt sich ebenfalls. Wir sind rundum zufrieden u.können uns kaum trennen.

Do., 17. Jan. Weiterfahrt nach Rio de Janeiro

Gegen Mittag geht unser Bus auf die 24 Std-Tour! Zum Glück ist er nicht so kalt, auch gibt es häufige Stops für kleine Snacks. Das reichliche Angebot der Raststätten dabei hätte zum stundenlangen Verweilen verlocken können.

Fr., 18. Jan. Ankunft in Rio u. es hört gerade auf zu regenen, schnell sind wieder 36 grad erreicht!!

Mit dem Stadtbus nach Copacabana, nur dann geht es bei der Hotelsuche nicht so leicht. Endlich haben wir mit dem "Copamar" das Richtige gefunden u. sind für die letzten 4 Tage sehr gut untergekommen. Zum Essen geht es in eines der vielen Kilogramm-Buffettrestaurantes, da schlägt das Herz gleich noch höher. Der absolute Gau ist es bei "All you can eat" am Folgetag, nach 4 Tellern Fleisch auch noch die Torte durchprobieren, ja was will man mehr....

Sa., 19. Jan.  Ausflug in den Atlantischen Regenwald- Tijuca -Park

Mit dem Citybus rel. einfach dann , wenn man erst mal den richtigen der 500 Linien gefunden hat. Es ist möglich so von der Copacabana hoch in die Einsattelung auf ca. 600m NN zu kommen u. dort kann man geradewegs in den Park reinspazieren, mit dem Fahrad fahren oder auch den PKW mitnehmen. Wir sind natürlich zu Fuss u. können dabei uns an den vielen Wanderkartenplaenen ganz gut orientieren. Es ist ein ueppiger dichter Wald mit subtropisch- tropischer Vegetation, von kleinen Wasserläufen u. Wasserfällen aufgelockert, der wie man schon beim Hochschauen aus der Stadt sieht, viele grosse z.T.  kahle Granitberge , ähnlich dem Zuckerhut, beinhaltet. Wir wandern gut 2 Std aufwärts u. haben dabei von oben einige gute Ausblicke herunter auf die Stadt. Wir kriegen auch Tucane mit , die hier frei leben, begeistern uns an der üppigen Vegetation u. verbringen so hier einen schönen Tag mit ordentlicher Bewegung, was nach den langen Busfahrten besonders gut tut. Ausserdem bekommen wir auf dem Rueckweg vom Strassenkarneval bischen was mit u. ich riskiere es auch Bilder zu machen.

So., 20. Jan. Ausflug in den Jardin Botanico

Es ist nicht so weit u. geht diesmal glatter als am Vortag. Der Park hatte zwar noch leichte Sturmschäden v. dem letzten Gewitter, ansonsten sind wir sofort wieder begeistert. Man hat sogar neue Beschilderungen u. es ist seit meinem letzten Besuch ein Bromelienhaus u. ein Orchideenhaue entstanden. Auch für die Kakteeen wird z. Zt. ein neues Areal errichtet, 3 kleine Gewächshäuser sind bereits von draussen zu erkennen, auch die Freianlage ist teilweise schon mit Pflanzen bestückt. Es sieht zumindest bis jetzt so aus, dass man hier gegenüber vielen anderen Anlagen in Südamerika ein recht hohes Niveau anstrebt. Beim Umherlaufen im Park können in den Baumwipfeln neben Tucanen auch kleine Äffchen beobachtet werden. Als besonders attraktive Bereiche erweisen sich die uralten Baumalleen mit Königspalme, Mangobäumen aber auch vom Kanonenkugelbaum(Couroupita guianensis Aubl.-Verwandschaft zur bekannten Paranuß!). Von Letzterem können gute Aufnahmen der wundervollen Blütenstände sowie von den "Kanonenkugeln" gemacht werden. An vielen weiteren Blütensträuchern komme ich nur schwerlich vorbei, so dass an dem Tag im Bot. Garten ca.400 Fotos entstehen.  Ich habe nun  eine recht ausführliche Dokumentation vom Jardin Botanico in Rio.

Den Abend beschliesst wieder ein Superbuffett in einem der fantastischen Pauschalrestautants einschl. dem zugehörigen Nationalgetränk Caipirina.

Mo., 21. Jan. Hoch zu "Christo Redentor" -- dem Corcovadoberg - dem Wahrzeichen v. Rio

Auch da haben wir mit dem Citybus wieder Anlaufprobleme, dazu kommt, dass es heute leicht nieselt. Doch wir wollen unbedingt noch hoch, testen lange unsere Chancen  u. wagen es nach dem Mittag dann doch noch, zumindest gibt es im Moment freie Sicht von Unten hochzu. Mit spez. Shuttleservice lassen wir uns erstmal zum Helicopterplatz auf halber Höhe bringen u. haben dort ( durch das Wetter ist es ganz ruhig heute hier) einen guten Blick rüber zum Zuckerhut mit der Botafogobucht. Bissel Sonne dazu wäre natürlich noch besser gewesen, aber es ist fast freie Sicht.  1994 hatten wir ja Wolken oben am Corcovado. Es lohnt sich doch für einige Fotos. Dann sind wir schnell oben auf dem Gipfel des C. u. haben auch dort einen brauchbaren Ausblick. Die 40 min sind schnell aufgebraucht aber so können wir halbwegs versöhnlich wieder runterfahren, 1994 gelang hier kein Bild!!

Den Rest des Tages wollen wir noch das Shoppingcenter "Rio Sul" anschauen, sind aber nicht so begeistert - wir vermissen etwas die vielen Hippiemärkte wie sie damals überall anzutreffen waren. Demzufolge halten sich unsere Einkäufe auch in Grenzen. Die besten Schnäppchen sind dann mit Chachaca u. Co zu machen - für 1 Liter v. 50-prozentigen nur 1,50 Euro - kein Wunder, dass in Brasilien ein hoher Alkoholkonsum einhergeht!!

Di., 22. Jan. Abreise v. Rio

Mittags räumen wir unser Hotel, treffen gleich auf den Bus raus zum Flughafen u. kommen so dort erstmal recht ungestresst an. Das Wetter in Rio verabschiedet uns ohne Sonne, auch nur noch 20 grad, also gut für`s Eingewöhnen zuhause. Der Abflug pünktlich, ohne grosse Kontollprozeduren u. Air France bietet mit Wein u. Champagner guten Bordservice.

Mi., 23. Jan. Ankunft in "Good old Europa"

Morgens halb 9 Uhr in Paris , gleich weiter u. mittags in Fft. Dort sofort mit der DB über Weimar nach Crimmitschau - 17 Uhr an.

Alles gut gelaufen, gesund u. fast noch munter geht eine lange Reise seit dem 27 Oktober zuende.

Vorab sind nach einer Woche schon reichlich 8500 Bilder davon auf meinem Laptop verfügbar, wobei das Aufarbeiten der gesamten Reise noch Monate beanspruchen wird.

Ich hoffe dann auch davon Vieles auf meiner neuen Webseite zeigen zu können!

Bis dahin bzw. bis zur nächsten Tour wünsche ich allen,die bis hierher das Geschehen verfolgt haben ,ein paar Anregungen für eine Reise gegeben zu haben....

Für Fragen oder auch für Bildmaterial könnt Ihr mich jederzeit kontaktieren!

Für Interessenten zur Tour können ab sofort in sieben Webalben ca.2400 repräsentative Bilder eingesehen werden!!  Bitte dazu per e-mail bei mir anmelden!

Inzwischen habe ich etliche neue Webalben öffntlich gestellt - auch für die nächste Tour ab 12. 11. 2008 gibt es eine Vorschau!! mit Bildern; dazu soll auch wieder

live aus Lateinamerika eine Expeditionsberichterstattung erfolgen!

Weiterhin möchte ich auf meinen Forumsdiskussionsbeitrag bei Uli Haage/Erfurt zur Problematik unserer Verantwortung an den Heimatstandorten hinweisen!

 http://www.kakteenforum.de unter "Gärten u. Sammlungen" - Suedamerikatour bei "Kakteen-Haage"

                                                        Adios amigos     Steffen     

                                                                                 ... und eigentlich soll es spätestens im November wieder losgehen..

                                                         



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