Tagebuchaufzeichnungen zur 16. Südamerikaexpedition
vom 31.10 2010 bis 18.02.2011
Ab sofort habe ich ein blog für diese 16. SAT eingerichtet um begleitend zum Tagebuch Bildinformationen
zu liefern !
http://kaktussteffen1-picasaweb.blogspot.com/

Die Vorbereitungsphase beginnt schon nach Beendigung der 15. Südamerikaexpedition im Frühjahr!
- Auswahl eines neuen wesentlich stabileren Zeltes !!
- Testwochenende am Auersberg mit meinem Reisepartner der den gesamten November mit nach Nordperu will
- Beschaffung einer weiteren DSLR - Kamera von Nikon
- es werden nun 2 Kameras einschl. 3 versch. Obektive mitgeführt
- ein weiterer "Hartgesottener" Botaniker will dann im 3. Teil der Expedition (d.h. Januar und Februar 2011) Bolivien und
noch einmal Peru mit mir begleitend bereisen....
- Nelson Ceiza Padilla aus Cajamarca/Nordperu bietet sich auch wieder an uns in Nordperu zu begleiten......;
- auch zeichnet sich ab, daß zur selben Zeit weiter bedeutende Botaniker aus Europa (zufällig ?) in Peru weilen.....;
mehr dazu später...............
26. Oktober 2011
Eben kommt diese Meldung aus Nordperu von meinem Freund Nelson an !!:
Hola Steffen
Espero tengas todo listo, trae ropa gruesa para el frio ya que esta la temperatura muy baja (7°C aprox. en el día) ademas de ropa para la lluvia...............
Das Wetter scheint sich auch dort mit weiteren Anomalien zu zeigen........, wir sollen uns auf kühles feuchtes Wetter einrichten. Tagestemperaturen von 7 ° C.....und das fast in Äquatornähe!
Auch ist wieder die Rede von sehr viel Regen ! Aber das habe ich schon seit einigen Jahren auf meinen Reisen sowohl in Nordperu, am Titicacasee sowie in Zentralbolivien bemerkt.
(s.a. alte Tagebuchaufzeichnungen - auch hier auf dieser website )
Nur in Argentinien scheint im Moment der Sommer richtig Einzug gehalten zu haben:
Lobivienspezialist Frank Linke aus Altenburg, z.Zt. unterwegs im mittleren Argentinien freut sich über sonniges normales Wetter.
Zumindest so seine Nachricht vom heutigen Tag !
16. Südamerikaexpedition – Tagebuchaufzeichnungen/Netbook
vom 31.10.2010 bis 18.02.2011
31.Oktober – Abreise von Berlin
Diesmal fliege ich ab Berlin, da mein erster Begleiter Holger aus Neubrandenburg dort zu mir stößt.
Unsere Flugbuchung hatten wir noch zu relativ moderaten Preisen im Vorfeld bei dem Leipziger Internet-
anbieter “flugbuchung.com” erledigt.
!2 Uhr geht es von Mannichswalde aus zum Bahnhof Crimmitschau und mit der DB zügig über Leipzig nach
Berlin. Die vorangegangenen Streiks der DB waren zum Glück beendet und so bin ich pünktlich gegen halb
vier in Berlin Tegel, wo mich Holger schon erwartet.
Mit Lufthansa geht es zuerst schnell nach Frankfurt. Der Weiterflug mit LAN nach Madrid verzögert sich
schon im Abflug um fast 2 Stunden, ohne daß wir dabei beunruhigt sind, waren doch planmäßig in Madrid
noch weitere 3 Std Aufenthalt vorgesehen. LAN spendierte auch noch ein Voucher für einen Imbiß zur
Überbrückung der Wartezeit.
01. November – Ungewissheit wann es weiter geht …......und wo ist unser Gepäck???
Eigentlich waren wir schon fast im Flugzeug nach Lima, als es doch nicht zum an Bord gehen mehr eine
Genehmigung gab. Irgendwelche uns vorbehaltenen Gründe gab es, daß wir zum Bleiben in Madrid aufge-
fordert wurden. Wir vermuteten eine Bombendrohung und lagen am Ende dann wohl auch nicht ganz dane-
ben. Jedenfalls war völlig unklar, wo sich nun unser in Berlin aufgegebenes Gepäck befand. Wir machten
noch gleich zu Mitternacht am Airport-Service-Center eine entsprechende Anzeige, auch um evtl. entstehen-
de Ansprüche fixiert zu haben. Ein Shuttle bringt uns gegen 1 Uhr zu einem Flughafenhotel (4 Sterne) in
welchem wir recht ordentlich untergebracht wurden. Sowohl ein Dinner zu später Stunde mit reichlich Rot-
wein,als auch kostenloser Internetzugang werden uns gewährt. Gegen 3 Uhr kommen wir endlich ins Bett.
Das Frühstück verschlafen wir natürlich....
Mittag ist dann jedoch auch mit großem Buffet noch ganz gut.
Inzwischen haben wir auch noch zusätzlich über Internet bei LAN unsere Bedenken zum Gepäck angemeldet
bzw. angezeigt.
Das Dinner nehmen wir natürlich auch noch mit, bevor wir dann gegen 22 Uhr zum Flughafen rausfahren.
Anfangs scheint es zum Check-in für die Nachtmaschine wieder Probleme zu geben. Wir wenden uns an den
Supervisor von LAN , welcher jedoch die Lage im Griff hat und uns schnell zu Bordkarten einer LAN-Maschine
kurz nach Mitternacht nach Lima verhilft. Unser Gepäck soll wohl auch mit unterwegs sein.....
02. November – Ankunft in Lima – Besorgung wichtiger Equipmentbestandteile -
auch das Netbook für Nelson....;
und Weiterfahrt mit dem Nachtbus nach Cajamarca
Da wir recht gute Sitzplätze im Flieger hatten, verläuft die Nacht angenehmer als erwartet. Auch ist der son-
stige Service bei LAN sehr gut! Kurz nach 6 Uhr sind wir schon in Lima. Am Baggage-Claim warten wir je-
doch vergebens auf unser Gepäck. Dann eine weitere Maschine aus Madrid, jedoch auch hier ist unser Ge-
päck nicht dabei. So hatten wir es befürchtet. Das Personal am Airport scheint vorerst mit unserem Problem
überfordert. Doch dann nach reichlich 1 Std. Warten und Bangen (man malt sich schon in Gedanken aus was
passiert wenn..........) kommt ein Wagen mit unseren Sachen. Die Anspannung fällt wie tonnenschwere Stei-
ne von unseren Nerven und die ganze Welt ist plötzlich wieder heil.
Schnell sind wir mit dem Taxi im Centro und steigen gleich bei Flores ab. Für den Nachtbus, schon gegen
18 Uhr bekommen wir gute Sitzplätze unten im 1. piso (Ledersessel mit viel Beinfreiheit!)
Nur noch mit Handgepäckrucksack belastet können wir nun die geplanten Besorgungen machen.
Zuerst in Miraflores die wichtigen Gaskartuschen für die Zeltausflüge. Dann von einem Hotspot die ersten
Nachrichten in die Heimat, daß sich alles geklärt hat.
In einem neuen High-Tech-Center kommen wir schnell an ein auch Holger qualitativ als auch preislich sehr
überzeugendes Netbook für Nelson heran. Mit ausreichend Software für Peru bestückt, fertiggemacht von
einem jungen Computerfreak kann Holger sein Erstaunen über Peru kaum zurückhalten........
Da noch immer etwas Zeit bis zur Nachtfahrt bleibt, zeige ich H. noch den Plaze Mayor im Centro, ein bissel
das Umfeld und auch im Metro holen wir noch wichtige Nahrungsmittel für den harten Outdooreinsatz ein.
Geld wird getauscht und dann geht es raus in die Nacht hoch nach Cajamarca mit dem Bus von Flores.
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03. November – Ankunft in Cajamarca
Nelson bekommt von uns das Netbook
Planung der großen Crisnejastour
Gegen 11 Uhr sind wir dann endlich am Ziel angekommen. Gleich neben dem Terminal von Flores liegt ja
das altbewährte Hostal Spayazzo und wir kommen sofort unter. Wir machen uns etwas frisch und versuchen
auch gleich zu Nelson Kontakt zu bekommen, was aber an diesem Tag noch nicht gleich funktioniert. Wir
tauschen Geld für die nächsten Tage, senden mails und bereiten uns auf die erste große Tour vor. Am Abend
erreichen wir dann doch noch Nelson und er sucht uns im Hotel auf. Wir können das von Holger gesponsorte
Netbook übergeben und Nelson ist sichtlich gerührt vor Freude. Auch ich habe noch ein paar kleinere Dinge
(Tagesrucksack usw.....) für Nelson und so muß er dann reichlich bepackt am späten Abend den Heimweg
antreten.
04. November – Anfahrt nach Huagal und Anmarsch bis Nueva Esperanza
Schon 8 Uhr kommen wir am Donnerstagmorgen von Cajamarca los nach San Marcos. Hier können wir für
100 NS ein Taxi die 3 Std. hoch bis nach Huagal bekommen. Somit sind wir schon gegen 13 Uhr oben.
Unterwegs bedingen wir uns noch 2 kleine Aufenthalte für Fotos und erste Begutachtung von Sukkulenten-
vegetation an den hangseitigen Felspartien aus. U.a. treffen wir wieder auf die kleinen Peperomien die zum
Cymbifoliakomlex gehören, sehen dazu weitere unbekannte der Spezies von Peperomien, erste kleine Orchi-
deen, natürlich auch einige Tillandsien sowie Puya usw......; alle Pflanzen die hier schon ganz markant von
talseitig heraufziehenden warmen Luftmassen des Crisnejas privelegiert wachsen können.
Am gleichen Punkt wie im Februar mit Nelson steiegn wir ca. 100 m hoch über der Bachitaschlucht in Höhe
Capuli aus. Mächtig stöhnen wir unter den Lasten unseres Gepäckes, sind doch noch zusätzlich bei jedem
an Trinkwasser 5 – 6 kg dazu gekommen. Wir rastenn gleich nach dem Abstuieg hinunter in die Schlucht an
der Brücke, denn dort sind im Steilhang bei herrlichem Sonnenschein die großen roten Trichter der Tilland-
sia tovarensis ein Augenschmaus, der auch fotografiert sein will. Daneben sind weitere Orchideen zu finden,
Peperomia rotundifolia, mächtige Puya und haben zu tun uns nicht zeitlich zu lange zu verzetteln. Dann der
Weiterweg nach Nueva Esperanza geht schon an die ersten Grenzen, besonders bei Holger, der die 3000 m
Höhe doch beim Luftholen deutlich spürt. Mein durch Zelt u.ä. zusätzlich schwererem Gepäck muß auch ich
schon allerhand Kraftanstrengung und Schweiß zollen. Die inzwischen weiter ausgebaute Hangroute vor
nach Nueva Esperanza wird auch schon von einzelnen Baufahrzeugen frequentiert. So haben wir dann noch
das Glück die letzten 3-4 Km von einem Pick-Up mitgenommen zu werden, was uns sehr entgegen kommt,
denn so haben wir noch bei ein paar Std. Tageslicht Zeit uns in Nueva Esperanza eizurichten und auch das
erste ersehnte Kaktenhabitat aufzusuchen.
Als wichtigstes zuerst wird mit den Campesinos ein Platz für unser Zelt abgestimmt, was sehr schnell zu ei-
ner guten Einigung auch führt. Wir haben nur 300m entfernt den Zugang zu Trinkwasser an der der im Um-
bau befindlichen Schiule. Die neugierigen Bauleute und hinzueilenden Kinder sowie Campesinos sind natür-
lich neugierig was wuns wohl hier her führt. Dann erkennt mich ein Campesino von der ersten Tour 2008
hier mit Camp in El Infernillo, somit ist schneller Vertrauen da. Wir zeigen ein paar Bilder, fotografieren ud
es gibt allerhand Fragen und auch unsererseits die Hinweise zur Bedeutung der hier wachsenden Kakteen.
Da ich nun schon zum 2. mal hier auftauche, glaubt man etwas von der Bedeutung der Pflanzen hier.
Somit sind evtl. Mißverständnisse voll ausgeräumt und wir können sicher hier übernachten bzw. auch noch
am selben späten Nachmittag das erste Habitat von Matucana huagalensis aufsuchen. Leider weiden wieder
Esel im Gelände, die auch wie schon 2008 die Kühe weitere Schäden angerichtet haben. Die ohnehin weni-
gen Pflanzen sind wohl demnächst doch bald restlos verschwunden, wnn nich bald ein kleines Wunder ge-
schieht. Auch hier versuchen wir die Campesinos vom Schutz der Pflanzen ganz speziell zu überzeugen.
Die Nöte und Sorgen der Bergbewohner hier sind natürlich auch existenziell so groß, daß man dabei wenig
Verständnis zu unserem Pflanzenschutz erwarten kann. Wir haben weder das Glück Pflanzen mit Blüten
noch mit Früchten anzutreffen.
Bei Flubereinigungsarbeiten gleich hinter unserem Zeltstandort lasen die Campesinos große Felsbrocken
heraussprengen, um etwas karges Ackerland zu gewinnen. Wir haben schon Angst um unser zelt, jedoch
sind die Arbeiten dann bald am Abend vorbei. Es tangiert uns noch etwas von einer Gewitterfront, die uns
jedoch keinen regen bringt, lediglich können wir von unserem exponierten Zeltstandort aus ein paar tolle
Aufbnahmen mit Regenbogen am Horizont anfertigen. Die Nacht hier in 3000m Höhe wird kühl aber ruhig.
05. November – Abstieg hinunter nach Pay Pay ins Tal des Rio Crisnejas mit Folgen
Die Sonne blinzelt ab 6 Uhr aus einer noch relativ dichten Wolkendecke langsam hervor und so fällt das
Aufstehen nicht schwer. Zunehemend wird es angenehm mild bis warm und wir bereiten unser 1. Früstück
draussen in der Wildnis vor. Mate de Coca und auch Kaffee, sowie dann die heisse Milch mit Kakao und den
Ceralien, die uns als dauerhaft haltbare feste Nahrung am leichtesten zur Verfügung stehen. Dabei können
wir den herrlichen Ausblick hinüber nach Los Negros, als auch hinunter ins Tal des Rio Crisnejas gut genies-
sen. Unser Zelt ist dann kaum noch von leichter nächtlicher Befeuchtung beeinträchtigt und schnell ist alles
fertiggemacht zum Abmarsch.
Da wir nochmals unsere Wasservorräte voll aufgefrischt haben, beträgt jetzt das Tragegewicht schon reich-
lich über 20 kg. Erfahrungsgemäß aus den beiden vorangegangenen Jahren, werden aber hinunter nach Pay
Pay in die Gluthitze für die schwierigen 1800m Höhendifferenz Abstieg für jeden mind. 3 Li Wasser benö-
tigt. Außerdem befinden sich auf der Route ja mehrere Habitate, in denen wir uns zusätzlich auch länger auf-
halten wollen. Zuerst ist das Tal von El Infernillo zu queren, mit einem Abstieg der auch noch etwas Schatten
am Morgen bietet. Der Hangweg vor nach Los Negros, dort befinden sich nur 2-3 Hütten, schmiegt sich am
Steilhang mit wenig Höhenunterschieden als leicht zu gehender Pfad an. Dabei stossen wir überraschend
auf ein paar Exemplare der so sehnsüchtig am Vortage gesuchten Matucana huagalensis in einem ganz
neuen, wohl bis dato unbekannten Habitat. Schon 2008 hatte ich hier gesucht, jedoch diese Stelle ganz
knapp verfehlt. Holger hat hier zuerst diese Pflanzen entdeckt und kann es kaum fassen. Dabei existiert ein
besonders großes vitales Exemplar, wie wir es im eigentlichen Habitat nicht mehr antreffen konnten. Wäre
mehr Zeit gewesen, hätten wir uns hier noch länger aufgehalten, jedoch standen nooh gut 80 % des Abstie-
ges vor uns. Das nun schon zum 3. mal von mir aufgesuchte Habitat bei Los Negros am Mirador mit Matu-
cana myriacantha begeisterte wieder durch die Vielfalt an Pflanzen auf engstem Raum. Ich kann dann doch
noch Holger überreden einen Teil mit in die Riffkalkfelsen abzusteigen und so wird er auch vom Anblick we-
niger hier blühender Exemplare begeistert. Die Peperomia cymbifolia, ein Kleinod der ebenso begeistert, als
auch noch zahlreiche and. Peperomien, nahestehend andina; dann auch große und kleine Puya, Tillandsien,
Bomarea, Solanum spec., Sedum isidorum,.......
Dann rüsten wir zum Steilabstieg in Richtung Pay Pay. Das rollige Felsmaterial fordert schon bald erste Opfer.
Holger stürzt schwer, der wuchtige Rucksack reisst ihn voller Wucht nach hinten, als es ihm die Beine weg-
zeiht. Dabei schlägt er auch mit dem Kopf auf, zum Glück keine Platzwunde. Die Beine sind mehr zu Schaden
gekommen, sein Knie ist gleich dick, Knöchel usw., verschiedene Prellungen, doch wenigstens kaum offene
Wunden. Dann stellt sich heraus, daß er inzwischen auch schon mächtige Blasen an den Füßen hat.
Mir einer noch kalten Wasserflasche kann ich eine größere Beule an seinem Kopf verhindern. An ein Umkeh-
ren ist an dieser Stelle aber nicht mehr zu denken. Wir sind nun gleich an der Grotte angekommen und die
Begeisterung für den dort unbekannten Corryocactius läßt Holger die Zähne leichter zusammenbeissen und
auch für einen Moment das Mißgeschick etwas vergessen. Wir steigen beide hoch an den Kaktus, welcher
auch Blüten und Früchte hat. Wenigstens hier etwas Glück. Die Peperomia spec. vom Vorjahr hier ist jedoch
nicht mehr auffindbar.
Auf dem weiteren Absteig geht es Holger zunehemend schlechter, beide Beine scheinen ihm langsam den
Dienst zu versagen. Wir haben inzwischen weit über 35 ° C, die Sonne brennt uns förmlich aus. Zum Glück
reicht das Wasser für die Regulierung unseres Flüssigkeitshaushaltes. Auch fügen wir Mg-Tabletten hinzu,
um wenigstens nicht noch zusätzlich evtl. Krämpfe für den doch weniger im Bergsteigen geübten Holger
eintreten zu lassen. Es geht ihm die nächsten 5 Std. bis hinab nach Pay Pay so schlecht, daß er an kein
Foto mehr denkt. Ich habe meine Mühe ihn übetrhaupt noch zu motivieren den Weg hinab zu versuchen.
Da ich aber schon mit Zelt Kocher und Zubeh. ohnehin mehr zu tragen habe, ist an eine Übernahme von
seinem Rucksack nicht zu denken. Die beiden folgenden Habitate mit M. myriacantha und M. klopfensteini
passieren wir ohne größere Beachtung -. ich kannte Beides schon lange und Holger waren an diesem Tag
die Kakteen zur Nebensache geworden. Immer wieder versuche ich Holger zu motivieren, den Weiterweg
sondierend u. ihn dann wenigstens bis zur fast überfälligen Mittagspause am kleinen Sattel vor den endlosen
Schlußserpentinen hinab nach Pay Pay zu bringen. Dort bereite ich im dürftigen Schatten lichter Bäume das
Mittagssüppchen vor und mit fast 1 Std. Pause kann sich so Holger etwas regenerieren. Ein Hängenbleiben
hier halb am Berg würde unweigerlich zum Verdursten führen. Auch mir zieht es 2-3 mal kurz die Beine weg,
jedoch kann ich immer noch im Telemarkschritt das Ganze abmindern und bleibe unverletzt. Vor dem Dun-
kelwerden gegen 18 Uhr müssen wir unten sein, sonst wäre der Abstieg im Geröll unmöglich!!
Am Ende des Abstieges angekommen, schmeisse ich meinen Rucksack weg und steige flinken Fußes nun
ohne den mächtigen Ballast Holger entgegen, um ihm wenigstens hier noch den Last des Rucksackes abzu-
nehmen. Trotzden kann er auch so kaum noch die letzten Meter schaffen. Zur einsetzenden Dämmerung
erreichen wir den kleinen Ort und schon am ersten geeigneten Grundstück kann ich die Erlaubnis erhalten,
daß wir dort unser Zelt aufschlagen dürfen. Unter Kakaobäumen, mit Schutz vor der Sonne am nächsten
Tag, haben wir einen guten Standort. Neugierig herbeieilende Kinder und Erwachsene des Ortes bestaunen
die wohl ersten Gringos, die hier jemals campieren. Auf meine Bitte bringt man uns auch sofort die Wasser-
flaschen gefüllt zurück. Nur erst einmal Flüssigkeit tanken, dann geht auch noch das Aufstellen des Zeltes!
Mir Stirnlampe bewaffnet richten wir uns so ganz für die Nacht ein. Mate de Coca läßt Holger auch die
Schmerzen etwas leichter ertragen und uns auch noch die verständlicherweise sich lang hinziegende
Konversation mit den Einheimischen ertragen. Als wären wir vom Mond gekommen, so bestaunt man uns.
Dabei sorgen das professionelle Zelt, in 3-4 min aufgestellt, die Stirnlampen und Fotoapparate mit Monitor
zum sofortigen Bilderanschauen schon mächtig für Bewunderung. Man bringt uns Früchte und die Freund-
lichkeit und sicher auch etwas das Mitleid mit Holgers Verletzungen, lassen sofort das Gefühl aufkommen,
hier geborgen zu sein. Als ich aus Dankbarkeit gegenüber der inzwischen auf gut 20 Leute + viele Kinder
angewachsenen Menschenmenge auch noch das Netbook in der Dunkelheit heraus hole und eine kleine
Diaschau bringe, werden wir fast wie Heilige aus einer anderen Welt noch intensiver bestaunt. Hier unten
im Crisnejastal, fernab jeglicher Zivilisation, gibt es weder Strom noch and. Annehmlichkeiten der Zivilisation.
Bilder aus der Heimat u.a. mit Schnee, von Großstädten, Landwirtschaft oder Verkehrsmitteln lassen selbst
die älteren Anwesenden nur den Kopf schütteln, kennen sie doch nur den Esel zum Transport und eine Ta-
schenlampe als Licht, geschweige denn was auf den Bildern der weisse Teppich über der deutschen Winter-
landschaft ist. Immerhin sind hier nachts noch Temperaturen um 34 ° C im Zelt zum Einschlafen!
Trotzdem können wir uns dann noch aufraffen zum Baden an den Crisnejas im Dunkel zu ziehen. Eigentlich-
hatte ich die Bachotaschlucht vor zu erreichen, doch im Dunkel triften wir ab, man folgt unweigerlich dem
Rauschen des Flußes, der uns wie magisch anzieht. Nach diesem schweisstreibenden Abenteuertag kann
sogar Holger mit bis an den Fluß folgen, obwohl wir mehrfach durch dornige Büsche, Sumpf und andere
Unwegsamkeiten stark behindert wurden. Total erschöpft tauchen wir ein in den Fluß und bemerken erst viel
später, daß es sich nicht um den Bachotabach handelt. Unsere zerschundenen immer noch stark aufgeheiz-
ten Körper regenerieren sich doch langsam etwas, wenn auch durch den anstrenegenden Rückweg in stock-
dunkler Nacht nochmals unsere Geduld fast bis zur totalen Erschöpfung aufgebraucht wird. Stark abgetrif-
tet erreichen wir aus dem Taldschungel endlich doch wieder den Pfad, welcher uns zu unserem Zelt den
Rückweg weist. Die uns eskortierenden Moskitos bekommen wir durch die erst langsam abklingende An-
spannung und Aufregung erst am Folgetag so richtig mit, indem wir unsere Beine und Arme zerkratzen......;
aber was ist das schon im Vergleich zu den Problemen des gemeisterten Tages!
06. November - 1 Tag im Tal des Crisnejas oberhalb von Pay Pay – La Lima
Halbwegs erholt starten wir in den Tag mit unserem Frühstück unter den Kakaobäumen. Auch gesellen sich
schnell wieder neugierige Kinder und Erwachsene vom Dorf zu uns. Wir signalisieren unsere Absicht in Rich-
tung La Lima flußaufwärts zu gehen und eine Schar von Kindern und Jugendlichen begleitet uns. Zuerst ge-
hen wir nahe am Crisnejas entlang und erkennen auch den Orientierungsirrtum vom Vorabend richtig.
Wir haben inzwischen brennend heisse Sonne über uns und ich gehe am Zusammenfluß von Bachotabach
und Crisnejas an einer gut geeigneten Stelle zum Schwimmen in den Crisnejas. Zwar treibt die starke Strö-
mung stark ab, jedoch es gelingt auch das andere Uifer zu erreichen und von Felsen wieder hieinzuspringen
und mit dem Schwung zurück auf die Nordseite zu gelangen. Holger mit seinen Verletzungen zieht es vor nur
zuzuschauen. So nun gut abgekühlt sind wir nach weiteren 30 min Fußmarsch unter Mango-, Orangen-, Ka-
kaobäumen sowie Bananenstauden am Steilhang hinter den Hütten, welcher ungestörte üppige Kakteenve-
getation bietet. Schon gleich zu Anfang entdecken wir die große „Monstermatucana“ fast zugängig, zwischen
Browningia pilleifera und Armatocereus balsasensis. Wir erreichen reife Früchte ohne größere Problem von
beiden Kandelabercereen und fertigen auch Schnitte an. Holger verschnauft im Schatten, ich gehe den nicht
so ganz unwegsamen Hang hoch und kann die Monstermatucana mit Restsamen antreffen. Mittels Samen-
ansaugpumpe (hier zur ersten Bewährungsprobe..) gelingt es die ca. 30 Korn aus dem stachligen Scheitel
unverletzt zu bergen. Inzwischen ist extreme Mittagshitze hier, sicher weit über 35 ° C und wir flüchten unter
die nahen Mangobäume zur Rast.
Langsam kehren wir zurück zum Zelt, wo uns auch schon wieder Neugierige erwarten.
Holger macht seine Bekanntschaft mit einem ersten kleinen Skorpion, dieser krabbelt in seiner Nähe am Bo-
den vorbei, doch sofort wurde dieser von den Kindern gesehen und unschädlich gemacht.
Es gibt nochmals Bilder für unsere Freunde aus Pay Pay vom Netbook, die Akkus geben das bei der Hitze
leicht her. Dann klären wir noch für den Folgetag – ein Sonntag – den Transport nach Matibamba per Esel für
die Rucksäcke und ein Pferd für Holger ab. Es wird höchste Zeit Holger alsbald dort in der mir vom Februar
bekannten Arztstation vorzustellen. Seine angeschwollenen Beine, als auch die ledierten Füße brauchen
mehr Hilfe als wir es selbst glauben könnten....
Sonntag, 07. November Ankunft in Matibamba
Vereinbarungsgemäß stehen unsere Tragetiere am Morgen bereit. Andrees, ein junger Bursche, hat sowohl
ein Pferd für Holger, als auch für unsere Rucksäcke einen Esel. Noch während des Packens werden wir von
den Leuten des Dorfes freundlich verabschiedet und mit guten Wünschen bedacht, als auch noch weiter mit
Früchten beschenkt. Dann noch eine Verzögerung – ich soll unbedingt noch ein „Animal“ mir ansehen !!
Keine Ahnung was es sein könnte – ich gehe mit, auch wenn es nochmals weit zurück geht. Dann im Gelän-
de des Anwesens, wo ich schon 2008 Bananan bekommen hatte, zeigt mir der stolze Besitzer ein kleines
zahmes flinkes Reh. Natürlich sind auch paar Bilder drin. Daß es hier Rehe geben kann wird mir bestätigt,
jedoch nur weiter oben in den Bergen. Durch die lange Dauer waren Holger und Andrees auch noch zurück-
gekommen. Dann endlich kommen wir los. Holger auf dem Pferd, sonst wäre der Weiterweg für ihn nicht zu
schaffen. Die Route talabwärts ist bestens geeignet die Cristate der Espostoa mirabilis vom Feb. mit aufzu-
suchen. Die Koordinaten dazu hatte ich auf dem Netbook und somit steuern wir den Punkt zielgenau mit
an. Alles zur Verblüffung unserer Begleiter. Immerhin folgen uns noch mehrere Kinder des Dorfes.
Die Bedeutung der Cristate betonen wir ausdrücklich, um den Leuten klarzumachen diese nicht zu zerstören.
Auch tauchen in Folge die kleinen Matucana spec. auf. Die Blüten rufen natürlich bei Holger besondere
Begeisterung hervor. Der Weitermarsch durch einige Quebradas ruft Erstaunen und Begeisterung hervor. Es
können auch entsprechend aufregende Fotos geschossen werden. Dann an den ersten Reisfeldern treffen
wir auf einen steinalten bärtigen Einwohner des nahen Dorfes, der auch zu einem Foto mit mir bereit ist.
Alle sind sichtlich bei diesem Zusammentreffen zum Lachen animiert. An den folgenden Talterassensteilstu-
fen taucht unerreichbar hoch eine große Matucana gigantea auf – auch mit Blüten. Es bleibt vorgemerkt.
Die letzten km auf der Hochterasse ziehen sich noch einmal lange hin, jedoch zur Abwechslung kommen
noch weitere Matucanas mit Blüten. U.a. auch eine extrem dicke säulige Matucana mit reisigen reifen Früch-
ten. Gegen Mittag erreichen wir die „Puesto de Salud – Matibamba“. Gleich werden wir vom diensthabenden
jungen Arzt Jose empfangen und es bestehen keine Zweifel, daß wir hier bleiben dürfen. Man bietet uns so-
fort eine erquickende Dusche an, denn inzwischen herrschen hier mind. 35°C, was sich aber zum weiteren
Nachmittag noch steigern wird....!!!
Wir bekommen auch wieder einen Raum zugewiesen und haben erst einmal fast keine Wünsche mehr offen.
Holger hat sich etwas besser erholt und will auch noch am Nachmittag ein kleinwenig mit raus zurück zu
den Kakteen auf der Hochterasse, soweit es pür ihn eben geht.
Die großen zahlreichen Kandelaber von Browningia pilleifera, Armatocereus balsasensis, Espostoa mirabilis
usw. sind für ihn ja doch noch relativ neu. Jedoch kann er nur einen kleinen Abschnitt mitkommen, während
ich dann doch noch bis zur Mat. gigantea zurücklaufe. Begleitet inzwischen u.a. von meinem Freund Idelso
aus Matibamba, er war sofort zur Stelle als im Dorf die Kunde von unserem Eintreffen ankam.
So habe ich wieder tatkräftige Unterstützung von Idelso. Gerade beim Einsteigen in die fast senkrechte Fels-
wand kommen doch mächtige Steine den Berg herab. Es sind dann dort oben Weidetiere die dies verursach-
ten. Idelso vertreibt diese mit seiner Steinschleuder und ich habe mächtig Glück geduckt an den Fels unbe-
schadet davon zu kommen. Zumindest eine Blüte zur Beurteilung der Pflanze kann ich bergen. Leider sind
hier keine Früchte aufzufinden. Jedoch von den anderen Species auf dem Rückweg können noch entspre-
chend Samen angetroffen werden.
Am Abend stellen wir Holger beim Arzt vor und Jose behandelt zuerst seine von Blasen geschundenen Füße
und sieht sich seine von Blutergüssen und Schwellungen noch fast mehr ledierten Beine an. Es wird eine
Behandlung mit Antibiotikum für 10 Tage erforderlich – Jose will Holger auf alle Fälle sicher vor späteren Fol-
gen bewahren. Welch ein Glücksumstand, hier in dieser abgeschiedenen Welt solch eine schnelle und un-
komplizierte Hilfe zu bekommen. Somit ist Holger für die Folgetage weitgehend zu viel Ruhe und Schonung
verurteilt. Auch ich will mir von Jose noch ein paar lästige Dornen aus meinen Füßen operieren lassen, was
sich zum Glück als kurze Aktion mit erledigen läßt. Ein paar abgebrochene Reste davon werden mir aber
weiterhin die Fahrlässigkeit beim nächtlichen Barfußlaufen als Dummheit in Erinnerung halten......!!
Für den Folgetag verabrede ich mich natürlich mit Idelso, der natürlich sehr gerne bereit ist mit mir ins Feld
zu ziehen. Natürlich gibt es am Abend noch paar Bilder für alle Anwesenden hier an der Arztstation, denn in-
zwischen tummeln sich wieder an die 20 schaulustige neugierige Kinder und auch Erwachsene um uns ge-
geschart. Natürlich habe ich auch die alten Bilder vom letzten Februar mit Idelso dabei.
08. November - Tour links des Crisnejas in Richtung Tingo Pallar
Mit Idelso breche ich am Vormittag auf. Es geht zuerst in Kulturland abwärts, bis wir nach ca. 4 km an den
linken Hangfuß des Crisnejastales Zugang haben. Zwar brennt inzwischen die Sonne schon mächtig, doch
es scheint interessantes Gelände zu folgen. Zuerst ganze Kolonien von Opuntia macbridei, doch reife Früchte
sind wieder nicht auffindbar. Zum Pech geht auch noch meine Fotokappe verloren. Mit Hilfe von Idelso ge-
lingt es doch diese wieder aufzufinden. Dann sind die Hänge von Deuterrocohnia gelbblühend dicht bestückt.
Nelson hat diese als D. longipetalum eingeordnet – was ich dankend übernehme. Auch gesellen sich inzwi-
schen kleine Matuacanas dazu, oft stark sprossend. Für mich könnte es eigentlich M. aff. tuberculata als
Einordnung sein – Holger will sich dazu jedoch garnicht mehr festlegen. Seine hier neu gewonnen Erkennt-
nisse lassen seine ganze Taxonomie der Vergangenheit zu Recht ins Wanken kommen. Zu frappierend waren
seine in kurzer Zeit gesehenen Variationsbreiten der Matucanas. Somit wird in Auswertung unserer Beobach-
tungen in Folge viel Dikussionsstoff vorhanden sein. Die Natur läßt sich nicht so einfach in ein vom Menschen
geschaffenes System pressen und dann für alle Zeit so beurteilen. Die Dynamik,welche dann zeitlich gesehen
zusätzlich noch viele Veränderungen hervorbringt, ist weiterhin durch Vergleiche bei mir aus den letzten
Jahren ebenso nicht von der Hand zu weisen !!
Auffallend sind noch die vielen kleinen Potulaceae, hier mir rel. großen gelben Blüten. Etwas Sa davon ist
auch auffindbar, wenn auch immer mit viel Fingerspitzengefühl an den winzigen Sa-kapseln. Idelso hilft mir
auch hierbei tatkräftig.
Im weiteren Teil des Hangweges taucht auch noch ein im Habitus abweichender Melocactus peruvianus auf.
Den Höhepunkt bildet jedoch ein voll in Blüte stehendes Exemplar von Matucana. Begleitvegetation kann
dazu mit aufs Bild gerückt werden, welch ein excellentes Motiv – kalenderverdächtig!!
Mindestenes 6 Blüten hatten gleichzeitig geöffnet, auch war der Standort von der grellen direkten Mittags-
sonne nicht überflutet. Zum Rückweg können wir auf ein Bad an den Crisnejas herankommen. Was für eine
Erfrischung, der Crisnejas ist zur Zeit frei von Trübung, fast kristallklar und sicherlich nur um 25 grd warm.
In der Sonne sind weit über 45°, so daß wir lange aushalten im Crisnejas.
Kurzzeitig gut erfrischt machen wir uns auf den Rückweg.
Am Abend wird für den Folgetag hoch zum Borzicactus spec. nov. beraten – eine Tour die für Holger auch
nicht in Frage kommt, müssen doch da mal kurz reichlich 1000 Höhenmeter bewältigt werden !
09. November - endlich kann Borzicactus spec. nov. in Blüte erreicht werden!
Die morgendliche Kühle etwas ausnutzend breche ich mit Idelso mit Tagesausrüstung gegen halb Acht Uhr
auf. Ich lege ein hohes Tempo für den Aufatieg vor, denn immerhin müssen wir nach ausgiebigem Bota-
nisieren oben bei Limon (so heisst der kleine Siedlungsfleck dort) auch wieder die reicxhl. 1000 m Höhe
absteigen und wollen nicht nur in der größten Hitze unterwegs sein. So bleibt rel. wenig Zeit für Land-
schaftsbilder und andere Dinge. Die blühernden Ex. von Matucana lassen wir jedoch nicht links liegen. Auch
die überraschend weit oben auftauchende Population von Melocactus aff. peruvianus lichte ich ab und finde
davon Sa.
Da ich es kaum erwarten kann hochzukommen, ist mein Aufstiegstempo so hoch, daß Idelso hinterherhängt.
Inzwischen bin ich auch gut an Hitze und die Höhe angepasst. Wie in der Erinnerung behalten vom Februar
taucht dann auch bei ca. 2000m NN das erste Exemplar des neuen Borzicactus auf. Im Kernhabitat ange-
kommen schlagen wir ein Basislager auf. Zuerst die Anspannung – werden die Pflanzen diesmal blühen
und wie könnten diese Blüten aussehen !! Nicht gleich die ersten Exemplare trage Blüten, doch die Vielzahl
der hier vertretenen Pflanzen ermöglicht mir etwas aufzufinden, was nahenzu geöffnete Blüten hat. Evtl.
sind wir noch etwas zu früh am Tag hier,denn schnell hatten wir die Strecke hier hoch bewältigt. Zum Erstau-
nen sind am oberen Sproßende viele Blütenknospen angeordnet, als auch eine Blütenfarbe, die im wenig ge-
öffneten Zustand an Orange erinnert. Somit ist schon anhand von diesem Merkmal wieder eine starke Ab-
weichung zu anderen bisher beschriebenen Borzicacteen gegeben. Beim späteren Aufsuchen des Habita-
tes von Borzicactus hutchinsonii, kann mir auch Holger mit Sicherheit bestätigen, daß der Neue sich deutlich
u.a. auch hiervon unterscheidet, was bei den vorangegangenen theoretischen Betrachtunge in D zuhaus
von ihm nicht ausgeschlossen werden konnte. Holger erreicht dann ja 2 Tage später auch noch das Habitat
und hat Gelegenheit sich zu informieren und wir dokumentiren gemeinsam das Material des Holotypus.
An Fruchtständen ist auch wieder etliches vorhanden, was darauf hindeutet, das die Pflanzen einen relativ
langen Zeitraum blühen werden. Auch schreiten wir das Areal noch weiter ab und könne erkennen, daß es
sich um hunderte Pflanzen hier handeln dürfte. Diese sprossen zumeist basal, können aber dann auch
wenn die Triebe horizontal liegen zusätzlich Abzeige bilden. Von einer im Habitat befindlichen Espostoa la-
nata versuchen wir vergebens eine Frucht zu bergen. Wir halten eine ordentliche Mittagspause im Schatten,
ich habe alles im Rucksack mitgenommen. Anschließend wird geeignetes Blütenmaterial auf Millimeterpapier
entsprechend platziert, Schnitte angefertigt, die Koordinaten vom GPS lesbar beigefügt und ordentlich doku-
mentiert. Auch die Höhenangaben werden nochmals zum GPS mit 2 barometrischen Höhenmessern zusätz-
lich abgestimmt. Als alles fertig ist steigen wir runter nach Limon durch das die Landschaft hier prägende
Dickicht ab. Es tauchen auch hier noch ab und an einzelne Ex. von Borzicactus spec. nov. auf. Da unsere
Wasservorräte erschöpft sind holen wir uns wieder TW und könne so den Heimweg gut überstehen.
Im letzten Teil des Weges treffen wir noch auf eine Gruppe schwere Rohrleitungsbündel schleppender Bur-
schen von Matibamba. Es ergibt sich unweigerlich ein Gespräch zu einer Rast und auch die Gelegenheit ein
paar entsprechend bizarre Fotos zu machen als diese ihre Last durch die kandelaberbestandene Landschaft
schleppen.
Unten in Maribamba ist man erstaunt und erfreut über unser frühes und erfolgreiches Zurückkommen.
Da noch Zeit ist gehe ich einmal mit Idelso den Crisnejas durchwatend rüber nach Santa Rosa. Dort läßt sich
u.a. einmal etwas an Fleisch auftreiben. Ich esse gleich vor Ort eine Portion Pollo, die hier für mich
schon eine absolute Köstlichkeit darstellt. Auf meine Bitte hin bekomme ich auch eine Portion eingepackt, die
die ich für Holger mitnehme.
Weiterhin wird hier Bier ausgeschenkt und ich gönne mir mit Idelso je 2 Flaschen, die uns bei der Affenhitze
fast die Beine wegreissen.......
Zurück in Matibamba können wir aufpassen wie Holger dankbar seine Portion Pollo hinunterschlingt
Nach einer Woche harter Entbehrung das erste Fleisch, da wird es Zeit mal etwas Handfestes in den Magen
zu bekommen.
Zum späteren Abend gehe ich noch mit Idelso ein Bier trinken – was uns diesmal auch in Matibamba gelingt.
Einer der Campesinos, der Coca hoch an die Märkte in San Marcos u.dgl. liefert hatte tatsächlich diesmal
für uns 2 Flaschen Bier.
10. November – Auf gemeinsamer Erkundungstour auf der südlichen Crisnejastalseite
hinter Santa Rosa
Heute geht es Holger soweit so gut, daß er mit uns rüber auf die andere Talseite gehen kann. Wir durch-
queren den Crisnejas und sehen uns kurz in Santa Rosa um. Wir können uns sogar ein kleines Mittagessen
bestellen, daß uns eine freundliche Campesina für die verabredete Zeit gegen 13 Uhr zusichert. Auch erkun-
den wir im Ort ein Satellitentelefon. Kurzerhand wird es probiert und Holger kommt im ersten Anlauf nach
Neubrandenburg durch. So viel Freudenausbruch auf einmal, das war schon phantastisch aus diesem entle-
genen Ort nach D durchzukommen. Somit ein Lebenszeichen von uns und die Stimmung ist recht gut für den
Rest des Tages. Wir gehen dann direkt nach Süden aus dem Ort in die beginnenden Talhangbereiche, wel-
che schon mit dichtem Kakteenbestand gekennzeichnet sind. Dominierend natürlich wieder die Kandelaber
wie auf der Nordseite. Dann gesellen sich gleich anfangs die schlanken Säulen von Trixanthocereus blossfel-
diorum dazu. Auch reichlich aufgeplatzte Früchte mit Samen finden sich hier wieder. Dann sind schon viele
Exemplare von einem sehr groß werdenden Melocactus anzutreffen, der sicher nicht ganz einem M. peru-
vianus entspricht. Der erste kleine Hügel ist u.a. auch von aufgebrochenen Chulpas gekennzeichnet. Holger
und diesmal auch Idelso wird es inzwischen zu viel, so daß ich allein noch etliche Meter in den nachfolgenden steileren Hanh einsteige. Zwar stoße ich anfangs auf nichts Neues, jedoch werde ich dann im Abstieg zurück gleich von 3 Cristaten belohnt. Zuerst eine von Armatocereus balsasensis, dann folgen
zwei besonders auffällig und üppig ausgebildete Exemplare von Espostoa mirabilis, noch wesentlich größere
Kopfstücke besitzend als das Exempkar von Pay Pay. Ich kann ausreichend gute Bilder davon anfertigen und
somit auch dann durch die GPS-Koordinaten diesen Standort jederzeit leicht wiederfinden. Nach dieser
erfolgreichen Aktion gehen wir alle gemeinsam zurück nach Santa Rosa, wobei es im Abstige noch eine
Häufung von besonders großen Exemplaren des Melocactus gibt. Wir fertigen auch Größenvergleiche an, die
uns auch zum Schluß kommen lassen, daß es sich wohl nicht mehr einfach um M. peruvianus handeln
kann. Unser Mittag im Dorf unten fällt mit reichlich Yucca recht sättigend aus, wenn es auch kein Fleisch
gegeben hat.
Auf dem Rückweg nach Matibamba beim Durchqueren des Rio Crisnejas treffen wir auf das halbe Dorf von
Matibamba beim Baden im Fluß. Natürlich nutzen auch wir die nachmittägliche Gluthitze für ein erfrischen- des Bad !! Dabei können schöne Aufnahmen gemacht werden, denn alle Kinder wollen hierbei einmal aufs
Bild mit kommen.
Den restlichen Tag passiert nicht mehr viel, ausser daß wir mit Idelso beraten, wie wir am nächsten Tag von
Matibamba aus nach Liliconga hoch aufbrechen werden. Idelso verspricht uns Reit- und Tragetiere für den
Gewaltmarsch hoch nach Liliconga.
Donnerstag, 11. November – Aufstieg von Matibamba hoch bis nach Veintanillas
Um am Freitag den Markt in San Isidro zu erreichen, haben wir uns nun zu sputen. Ich habe noch immer den Gewaltmarsch vom Februar gut in Erinnerung. Da aber vereinbarungsgemäß Idelso mit einem Esel unser Gepäck transportiert, wird das Ganze wesentlich leichter. Holger nutzt meist das Pferd zum Reiten u. schafft es so auch ohne größere Probleme. Auf halber Höhe am neuen Borzicactus machen wir natürlich Station
und Holger kann sich ebenso vom Standort und den Pflanzen informieren. Als oben in Liliconga zum Mittag noch der Markt in Gange ist erhalten wir dort auch ein kleines Mittagessen. Die Zeit reicht um weiter zu gehen. Idelso bringt uns noch bis zur Hacienda Acosta hoch. Dort rufe ich nach dem Senor, der ist jedoch nicht da, dafür kommt seine Frau aus dem Haus gestürmt und fällt mir um den Hals. Es waren ja erst einmal
gerade 9 Monate vergangen, daß ich hier mit Nelson weilte. Welch eine Freude – Holger schaute ganz er-
staunt, wie bekannt ich hier doch schon war. Wir erzählen das Wesentlichste und erfahren daß der Senor doch zur Arbeit auswärts ist. Somit bleibt nur ein benachbarter Junge mit Pferd über, der uns weiter bis Veintanillas die Rucksäcke tragen kann. Für Idelso wäre es jetzt hier oben viel zu kalt, sind wir doch nun schon in ca. 3000m NN angelangt – Matibamba liegt bei ca. 1150m !! Die Senora packt uns noch einen Beutel voller selbstgebackenem Brot und Pan Dulce ein und schon ziehen wir weiter hoch an den Steilhang,
in dem zur Zeit die neue Fahrstrasse nach Liliconga durchgegebaut wird. Die von Sprengmassen stark
beienflussten Steilabschnitte stellen auch für das Pferd ein paar Hindernisse dar, so daß es öfter scheut und fast den Steilhang hinunter mit unseren Rucksäcken abzustürzen droht ! Mehrfach halten wir den Atem an
als es versucht dort kehrt zu machen. Endlich ist einfacheres Gelände erreicht und wir kommen zügig bis nach Veintanillas durch. Wir können unseren Gehilfen zurückschicken und haben auf einer horizontalen Wiese an einem der ersten Gehöfte die Möglichkeit gleich neben einem Wasserhahn zelten zu können.
Die jungen Leute dort sind sehr freundlich und lassen uns auch bei dem inzwischen leicht einsezzenden
Nieselregen unter dem Dachvorstand ihres Hauses zum Essen an einem Tisch Platz nehmen. Natürlich sind auch sie sehr neugierig was uns wohl hierher führt. Schon beim Zeltaufbau kommen sie ins Staunen. Erst
recht als wir mit unserem Kocher Suppe kochen usw. . Wir bedanken uns mit Bildmaterialien sowohl von Fotos, als auch dann mit unseren Netbooks direkt als Diaschau für die weiter noch herbeigeeilten Campe-
sinos. So kommt recht vertrauensseelige Stimmung auf, die uns auch für den Folgetag leicht eine Weiterhilfe
in Richtung Tagesziel San Isidro zusichert.
Die Nacht hier oben verläuft relativ ruhig, jedoch sehr kühl gegenüber der Hitze in Matibamba. So müssen wieder alle langen Klamotten herbeigeholt werden, um nicht in der Nacht zu frieren.
Freitag, 12. November - San Isidro ist erreicht und Rückkehr nach Cajamarca
Zur Morgendämmerung stehen wir auf, leider ist das Zelt klatschnaß und muß so zusammengepackt wer-
den. Wir können noch in Ruhe frühstücken, denn eigentlich steht uns ja der Gewaltmrsch über den 4000m
Paß bevor. Unser Freund Elias hat dann die Pferde gesattelt und wir können losziehen. Diesmal war aber der Regen auf der Strecke nicht so toll, so daß es kaum den Matsch vom Februar in dieser Stärke gibt. Es läuft
sich diesmal wesentlich angenehmer und scneller. Wir haben schon nach ca. 2 Std Pampalegre erreicht.
Dort können wir oben im Ort einen LKW fahre sehen , der denn nun weg zu sein scheint. Jedoch wir kommen noch näher, da es wohl noch Beladearbeiten gegeben hat. Elias rennt vorraus und kann für uns eine Mitfahrt organisieren. Somit erspart er sich den Gewaltmarsch nach San Isidro und zurück und für uns geht wes ganz bequem nun auf der Ladefläche mit bester Aussicht zum Fotografieren vorwärts. Jedoch kommt unser LkW mehrfach ins Rutschen, einmal bedrohlich, so daß wir absteigen müssen und lange gewerlkelt wid bis das Fahrzeug wieder flott ist. Ca. 3 Std dauert auch diese Fahrt noch einmal alles in allem, geht aber dann doch glücklich in San Isidro am Markt zu Ende. Natürlich gönnen wir uns zuerst einmal ein Mittagessen und geniessen nun den Umstand alles geschafft zu haben. Der Rest mit dem Micro nach San Marcos und weiter nach Cajamarca sind dann schnell geschafft.
Hundemüde fallen wir abends im Hostal Spayazzo in die Betten nachdem wir uns auch schon wieder mit
Nelson für den Samstagnachmittag zu einer kleinen Tour in der Nähe von Cajamarca verabredet haben.
Samstag,13. November – In einem neuen Habitat von Matucana aurantiaca und
aureiflora
Am Vormittag sind noch Equipmentbestandteile wieder auf Vordermann zu bringen und auch etwas Post muß mit erledigt werden. Trotzdem reicht dann der fortgeschrittene Nachmittag noch, um die kurze Strecke mit dem Micro zehmlich ostwärts raus an den Standrand von Cajamarca zu fahren.
Nelson führt uns und so können wir schon unmittelbar nach Verlassen des Micros am Standrand zwisxchen den wenigen Hütten dort den nördlichen Steilhang erklimmen. Kaum 50 Meter Höhe genommen, da kann uns Nelson schon die erste Matucana aurantiaca zeigen. Der Hang ist felsig mit grasigen Abschnitten und hat
in letzter Zeit wieder einiges an Feuchte abbekommen und auch an diesem Nachmittag deutet alles auf bald
einsetzenden Regen hin. Wir müssen noch etwas queren, um auch dann schon mehrere Ex. von aureiflora zu finden, welche auch allerhand an Früchten tragen. Die Hauptblüte schien wohl durch zu sein und wir haben
nicht das Glück beide Species blühend fotografieren zu können. Lediglich noch Knospenansätze bei aurantiaca sind paar mal gut zu finden. In der Felszone weiter oben dann sind Puya humilis, Bomarea spec.,
Peperomia nivalis, eine kleine sehr dunkelrote Tillandsia spec. mit roter Blüte, Picairnia spec., sg Puya spec.
u. einiges mehr zu finden. Die inzwischen zunehmende Feuchte hier läßt alle Pflanzen „gut im Saft stehen“.
Trotz des trüben Wetters gelingen bei dem diffusen Licht noch paar gute Aufnahmen. Ganze Polster der kleinen kompackten Peperomia nivalis begeistern schon und sind begehrte Fotomotive für uns. Als sehr auf-
fallend langzylindrische Pflanzen hängen bzw. krümmen sich am Stelfels die Ex. von aurantiaca. Daß dabei
auch schon an die 60 cm Länge erreicht werden können, ist schon enorm! Besonders die Aufnahme mit
Nelson im Größenvergleich dazu ist sehr imposant und spiegelt die Situation im Habitat gut wieder. Auch ab
und an gesellen sich hier weiter oben einige aureiflora dazwischen, ohne daß man von Hybridisierung etwas merken könnte. Generell kann man aber die obere Felszone mit vorwiegend aurantiaca zur unteren grasigen, flacheren Stelle mit aureiflora gut differenzieren.
Vorsicht ist natürlich im steilen Abstieg zurück geboten und man sollte schon leicht schwindelfrei und vom
Schuhwerk gut angepasst diesen kleinen Ausflug von Cajamarca aus nicht unterschätzen!
Sonntagsausflug mit Nelson nach San Juan in ein Habitat von Matucana fruticosa und
Borzicactus purpureus
Um dorthin zu gelangen, können wir mit einem Micro fast direkt alles erledigen. San Juan liegt an der großen Strasse hinunter zum Pazific, wenn man denn erst den ca. 3150 m hohen Pass westlich von Cajamarca überschritten hat. Vorbei in der flotten Talfahrt an Choten (dort weilte ich schon 2 x im alten Habitat von fruticosa usw.) kommt man dann noch etwas tiefer gelegen in San Juan an. Das nach Südwesten sich hochziehende Tal läuft man auf einem Fahrweg ansteigend ca. 5km hoch. Schon anfangs richten sich unsere Augen immer weider besonders an felsigen Absxchnitten auf zahlreiche Vertreter der Bromeliaceae sowie Peperomia nivalis fa. glaucum. Dann tauchen weiter oben Felsrücken auf, die signalisieren, daß es wohl bald zu den Kakteen geht. Mit dem Fernglas können wir schon zumindest Kandelaber erkennen, es handelte sich vorerst aber nur um ACO exaltata, also nichts besonderes.
Angekommen an den Felsen, steigt unverzüglich Nelson paar Meter hoch und zeigt einen zugewucherten Borzicactus purpureus auf. Leider sind die Blüten vorbei bzw. nur klene Knosapen zu sehen. Weiterhin sind
im Fels auch Echeveria oreophila, Sedum spec. und viel Bromeliaceen zu finden. Dann auch scchon die erste
fruticosa, zwar klein und fast unerreichbar auf kleiner Felsterasse positioniert. Die goldenen Bedornung verrät die Pflanzen besonders bei Sonne und Gegenlicht. Der talseitige Abschnitt ist dann eine wahre Fundgrube, zwar ist allerhand Kletterkunst gefragt, jedoch die Pflanzen stehen so abseits und gut geschützt und nur für ganz wagemutige Botaniker erreichbar. An Früchten ist so gut wie nichts da – auch bisher keine Blüte. Jedoch sind die stark basal sprossenden Exemplare mit ihrergoldenen Bedornung bei Gegenlicht so attraktiv, das ich sehr zufriedenstellende Bildmotive finde. Auch Orchideen finden sich an den frischluftumspülten exponierten Felszonen ganz leicht. Natürlich die kleine Pleurotallis, Oncydium spec., natpürlich Epidendrum usw. - dort habe ich immer wieder Nachholebedarf etwas einzuordnen.....
Den Fahrweg noch einmal weiter bergauf verfolgend haben wir das Glück am Fuß von Steilfels in halber Höhe eine große fruticosa mit weit offener Blüte anzutreffen und paar wenige Korn Samen.
Dazu hat sich ein uralt - dicktriebiges Ex. von Echeveria oreophila gesellt, das an großen Fruchtständen, wie so oft, den gut keimenden Samen behalten hat.
Inzwischen ist es Mittagszeit geworden – ich hatte am Vorabend in der Polleria ein ganzes Huhn geholt,
welches wir jetzt hier im Feld mit inzwischen schön kalten fetten Pommes (bes. magenfreundlich und ...schonend !!) auf Kanibalenart zu dritt hinunterschlingen.
Auch noch Reste unserer großen Parillada vom „Super – Chicken“ schmücken das Ganze aus – Nelson ist
uns dankbar für soviel Fleisch auf einmal..., uns stößt der permanente Pollogeschmack langsam auf......!!!!!
Auf dem Rückweg steigen wir auf ein weiters Riff und haben dann abwärts auch die Gelegenheit noch mehrere Ex. von purpureus anzutreffen, welche Früchte tragen. Zwar sind die exponierten Standorte an den Felsaussenkanten wieder nur schwindelfreien Leuten zu empfehlen, jedoch zum Ablichten waren die
Standorte allemal auch gut geeignet. Keine besonders scxhönen Blüten finden wir, können jedoch die prallen Früchte sehr gut dokumentieren. Auch die ACO exaltata blüht und läßt uns in den arttypischen
dicken ovalen Früchten paar Korn haben. Holger meint als Propfunterlage wäre diese nicht zu verachten, also will ich es noch einmal versuchen und welche mit heranziehen.
Recht rund ist dann die ganze Tour zum Soontag doch noch geworeden mit schönen Bildern, paar Korn Samen und auch paar Blüten. Hinab nach San Juan geht es schnell und der fast täglich heranziehewnde Regen verschont uns noch gerade.
Eine Std und wir sind wieder in Cajamarca, wenn auch der Fahrer des Micro zum Auslasten seiner Fahrt
erst wieder 10 Runden durch San Juan dreht, was schon nerven kann...!
Am späten Nachmittag kommen wir auch noch zu unserem verdienten Riesenstück Torte in einer der vielen
Panaderias !!
Montag, 15. November – Aufbruch nach Aguas Calientes – endlich zum Thermalwasser
Den 10 Uhr Bus schaffen wir leicht und erreichen so mit „Rocas“ schon gegen 13 Uhr unser Ziel. Auch hier in
Aguas Calientes bedecken doch allerhand Wolken den Himmel und es ist somit nicht die Gluthitze wie in den anderen Jahren. Schnell haben wir im Hostal mit dem Thermalbad eingecheckt. Frabrizio erkennt mich sofort und freut sich mich schon nach weniger als 10 Monatwen hier wiederzusehen. Natürtlich hat er zwei Zimmer frei und macht mit 20 Soles einen Freundsachaftspreis für uns. Ganz auf die Schnelle natürlch gleich noch ein kurzes Bad, wenn auch von der Wochenendreinigung her der Füllstand noch nicht ganz am Montag erreicht ist.
Gut entspannt brechen wir dann noch zu einer kleinen Tour runter nach La Grama auf. Wir nehmen ein Dreiradtaxi und sind in 10 min schon dort. Zwar verdunkelt sich um diese Zeit schon wieder der Himmel,
doch wir steigen erst mal hoch am Tafelberg, den ich auch erst vor kurzem (2 Jahre??) bestiegen hatte.
Es finden sich natürlich die vielen Melocactus bellavistensis var. onychacanthus, dann auch schon einige Ma-
tucana intertexta, sowie verstreut auch Espostoa lanianuligera. Leider blühen die intertexta diesmal so gut wie nicht. Auch droht das Wetter und wir müssen uns vom Berg scheren. Zwar bringt es relat. schwachen Regen, jedoch dem Szenario am Horizont folgend hätte es schlimm werden können.
Zwar nicht der ganz große Wurf noch an diesem Tag, jedoch zum Eingewöhnen hier doch gerade für Holger,
dem all die Pflanzen hier wieder zum ersten Male begegnen, ein informativ guter Einstand in den paar
wenigen Hangpassagen.
Unser reuchliches Abendessen hatten wir schon vorsorglich bei der Wirtin vom Restaurant bestellt und somit geht dort dann auxh alles klar.
Auch mein Freund der Wirt ist wieder da und freut sich – mal sehen ob er diesmal wieder ein vakantes
Grundstück für mich hat.....
16. November – Tagestour in die nordwestliche Region von Aguas Calientes
Die schon mehrfach durchstreiften Hügel nördlich vom Mercado sind wieder mit im Anfangsteil, denn dort
findet sich gleich vom Einstieg an n den Hang allerhand Sehenswertes an Vegetation. Auch haben wir somit kaum unnütze Lauferei um an Kakteen zu kommen. Es beginnt sofort mit der dichten Population von Espos-
toa blossfeldiorum – heute als SJ 10437 – die Feldnummer vergeben. Die zahlreichen, stark sprossenden
schlanken Pflanzen mit ihren kerzengeraden Trieben haben wie immere wenn ich hier bin keine Blüten mehr,
jedoch ausreichend reife teils aufgeplatzte Früchte mit gut verfügbarem Samen. Auch die Mat. Intertexta ist inzwischen im feuchten steinigen Boden massenhaft aufzufinden, dazu noch vile Melocacteen. Es geht der
Nase lang hoch wie immer, nach Norden über kleine Bergrücken zum Habitat am steinigen 2 großen Hügel,
dort wo sich auch die alte Cristate von e. Lanianuligera befindet. Alle Matucanas haben keinerlei Blüten
hier. So widme ich mich der Cristate und kann auch bei 2 großen Trieben je eine reife anilinrote Frucht entdecken. Ansonsten scheint mir aber die Vitalität der Pflanze leicht abzunehmen. Evtl ist dies auch der vorangegangenen Trockenzeit geschuldet. Jedenfalls dokumentiere ich die Maße der einzelnen Triebe mit Maßstab, um festzustellen ob es noch wesentliche weitere Zuwächse geben wird.
Nadh diersem Akt hierr und kleiner Pause schwenken wir jetzt leicht westwärts ab, queren die flache Talebene mit Browningia pilleifera, Weberbauerocereus longicomus, zahlreichen Opuntia macbridei, Melocacteen usw.....
Weiter gehen wir nach Westen haltend und dort in steilerem Gelände zum Teil, es finden sich hier dann wie-
der die größeren Puyen mit ihren schlanken großen Blüten in hellem lila bis manchmal gelblich. Ich kann
endlich davon Samen auffinden der nicht schon angefressen ist und auch sehr gut davon Einzelblüten dokumentieren, Dies geschieht dann ausführlich im Abstieg nach einer Mittagsrast oben auf unserem höchsten Punkt des Tages. Dort nehme ich aucvh einmal das neue Tele heruas um ein paar Eindrücje der
Landschaft hier noch besser einzufangen. U.a. kann ich die nahenden Gewitter von der pazifischen Seite am
Horizont heranholen, dann den wolkenangefüllten Canyon des Crisnejas ablichten sowei andere Details der
abwechslungsreichen Landschaft hier. Auch soll erwähnt werden, daß wir beim Anstieg zuletzt auf die Was-
serversorgung von La Gram a gestossen sind. Ein Quellschacht mit aufklappbarer Abdeckung war zugängig um ggf. hier abseits der Ortslage auch gut an Trinkwasser heranzukommen. Man könnte sogar dies nutzen um hier zu zelten....
Zwar finden sich immer noch zahlreiche intertexta, jedoch vom weiter östlich liegenden und mit Fernglas sichtbaren Lasiocereus, findet sich hier keine versprengte Population. Nur im Abstieg dann taucht ein Einsiedler auf, ein Armatocereus mataranus der jedoch Holger so begeistert, daß ich ihm eine Frucht schon
beim 2 Steinwurf ergattern kann. De3r Rückweg im Talschotter folgend nach La Grama zeigt weiter nur noch Melocacteen und einzelne Kandelaber von Espostoa auf.
Die Tagestrackaufzeichnungen werden das Ganze mit dem Vorstoß in teilweise neue Gefilde gut aufzeigen, auch dier Streckenlänge war nicht ganz ohne, jedoch die erwarteten Neuheiten bzw. auch Blüherexemplare sind ausgeblieben.
17. November Suche nach Lasiocereus im Canyon des Crisnejastales
Schon im letzten Jahr hatte ich hier diersen vermeintlichen Lasiocereus angepeilt, als ich mit Ejose hier war.
Damals hatten wir nicht ganz den Mut einfach in den schrägen abschüssigen Fels hochzusteigen, auch plagten mich damals Zweifel es könnte etwas Anderes sein.
Dieser neue Versuch nun sollte besser ausgehen...
So hatten wir schon lange in der Vorbereitung unserer Tour auch für ganz leichte Kletterpassagen etwas ge-
übt, d.h. ich hatte mit Holger entsprechend zum Test-WE am Auersberg etwas Seil mit und solche Situationen im Steilgelände geübt. 30 m Reepschnur waren nun im Rucksack und sollten heute dienlich sein !!
Nach unserem Frühstück im Hostal, (leider nicht im Garten unter dem Baum möglich, da die ganze Nacht
wieder Regen.....) geht es zielsicher hinunter an den Canyon. Dabei die bekannten Abschnitte wie schon in den 2 vorangegangenen Jahren passierend. Besonders erwähnenswert die Zone mit den vielen Peperomia
dolabriformis, Sinningia gelbbl., Espostoa blossfeldiorum. Doch wir wollen schnell weiter an den Canyon. Mit
dem Fernglas lassen sich die Pflanzen weit oben in gut 50 m Höhe doch erkennen und vermuten, daß es sich hier um keinen Weberbauerocereus u.ä. handeln kann. Also sind wir beide uns einig, dies kann nur spannender werden, wenn wir denn den Aufstieg schaffen.
Von der Hangseite aus, die Rucksäcke bleiben zurück, seile ich uns an und steige vor. Das Gelände läßt sich relativ leicht gehen, immer wieder sind Bänder zum Treten, Griffe und auch die Steilheit ist nicht so, daß wir
zu viel Angst haben müßten. Wären dann nicht noch die stachligen Puya mit ihren Widerhaken u.ä.
Jedoch schon nach wenigen Minuten kann ich Holger Entwarnung geben, als ich schon fast in greifbarer Nähe des neuen Cereus bin. Goldgelbe dichte lange Dornen leuchten im Sonnenlicht intensiv, so daß diese
Pflanze schon sehr markant von allen anderen im Tal absticht. Ich kann Holger schnell nachholen am Seil, der in Anbetracht der guten Aussichten auf einen neuen Cereus hier kaum noch Bedenken hat und ohne
großes Zögern und Angst hoch folgt. Er schätzt die Pflanze schon als Lasiocereus ein, jedoch zum rupicola,
wie auch mir von Aguas Calientes 2009 bekannt, sind hier große Unterschiede. Leider ist weder eine Blüte offen, noch ist eine Frucht oder Samern verfügbar. Dafür tauchen in den Felsbändern hier noch weitere meist kleinere Exemplare auf.. Auch diese extrem dicht und lang bedornt. Wie wir später von weiten beobachten, ist diese Population evtl. doch von herabgefallenem Samen der viel weiter oben auf dem Bergrücken befindlichen Exempkare zurückzuführen. Jedenfalls jetzt Gewissheit, hier in dieser besonders
exponierten Lage mit viel Sonne und Wärmestau, sowie hoher Luftfeuchte vom Crisnejascanyon haben sich diese Pflanzen einen Lebensraum erobert, der sonst kaum so hier vorkommt. Es wird also auch wieder weiterer Reisen bedürfen, um endgültig herauszufinden (wie schon bei Borzicactus spec. nov.) um was das
sich hier für eine Pflanze handelt, bzw. ob diese unbeschrieben ist.
Weiterhin läßt sich am Steilhang der schlanke Weberbauerocereus noch als albus definieren, denn der Unterschied zu longicomus ist so frappierend, wie ich es schon 2009 hier differenziert hatte. Die Espostoa
spec. am Hang, wohl doch lanata, hat sich nicht gut gehalten – wieder keine Früchte oder Blüten....
Wir haben uns das Mittag verdient und rasten in der Grotte am Eingang zum Canyon. Hier haben wir in der
Mittagshitze gut Schatten und ich kann mit dem Kocher schnell ein Süppchen kochen. Dazu unsere erst
auf dem Hinweg gesammelten Orangen und wir sind gut gestärkt für den Rückweg, denn es kündigt sich schon wieder Gewitter an. Also bleibt auch nicht viel Zeit für andere Pflanzen auf dem Rückweg – schade!
Wir weichen diesmal runter an den Crisnejas aus, das hilft zwar von der Linienführung Weg einsparen, jedoch sind auch hier an den Hängen immer wieder kleine Klettereinlagen zu meistern.
Nach ¾ des Weges holt uns Starkregen ein und wir können gerade noch an einer Hütte Unterstand finden.
Es reicht die Zeit noch was auszuruhen und was zu essen, dann ist das Wesentliche an Regen durch und wir kommen mit viel Gllück gar gut nach Aguas Calientes. Dort werden unsere geschundenen Beine von der Tagestour im Thermalwasser wieder schnellstens regeneriert !!
18. November – Abreise von Aguas Calientes
Am Morgen hatte ich noch ein letztes Mal das herrlich heisse Thermalwasser unseres Hotels im großen Schwimmbecken genossen!
Gegen halb neun fährt „Rocas“ zurüch nach Cajamarca, die übliche kleine Verspätung unberücksichtigt, kommen wir doch günstig und schnell zurück nach Cajamarca.
Nun wird umgehend das Ticket für die Weiterreise nach Chachapoyas am Folgetag organisiert. Movil Tours
hatte sich in den Vorjahren bewährt und so bleiben wir auch diesmal dabei, zumal jetzt die Linie täglich bedient wird.
Ausser den notwendigen organisatorischen Dingen passiert nicht viel an dem Tag.
Wir verabreden uns zusätzlich mit Nelson für den 25. November 12 Uhr in Balsas, das bedeutet, wenn wir in Chachapoyas fertig sind und zurückfahren, daß wir dann in Balsas den Bus verlassen und nochmals 3 Tage
für Ausflüge unten im heissen Tal des Rio Maranon zur Verfügung hätten. Dort könnte uns dann Nelson auch noch ein paar besondere Standorte von Matucana zeigen....
19. November – Reise nach Chachapoyas
Pünktlich 6 Uhr geht es los mit Movil Tours. Der Bus, welcher uns heut fährt, hat schon entsprechende Blessuren an seiner Karosse, so daß Holger ein wenig davon Ahnung bekommt worauf wir uns mit dieser
Reise rüber zur Amazonasverwaltungshauptstadt Chachapoyas eingelassen haben.
Jedoch die Piste ist in letzter Zeit weiter stabilisiert worden und zusätzlich sind ständig Strassenbautrupps vor Ort, die das Ganze weiter entschärfen. Zuviel ist wohl hier schon passiert ! Auch hat die Regenzeit auf
sich warten lassen und somit ist ohnehin alles noch in besserem Zusstand.
In Celendin gegen 9 Uhr der Früstückshalt. Dann geht es zügig in Richtung Balsas hinab. Noch bevor wir eigentlich die Hauptkakteenzone unterhalb von 1500m NN erreichen, kommt es zu einem Stopp infolge Bauarbeiten. Da stehen doch paar einzelne erste Armatocereen im Hang. Der Busfahrer hat Verständnis für mein Begehren rauszugehen und mit etwas Glück kann ich schon 20 m oberhalb im Hang an einem großen
Kandelaber eine runde Frucht ernten. Diese weicht vom typischen A. balsasensi doch wesentlich ab und somit ein Fund der uns evtl. auf die Spur eines zweiten Armatocereus (evt. rauhii...??) bringen könnte.
Dann geht es schon weiter und gegen 12 Uhr ist Halt im tropisch heissen Balsas. Zur Erfrischung holen wir
uns eisgekühlte Kokosmilch in der Frucht...., köstlich !!
Dann nach kurzer Pause geht es aufwärts an der östlichen Maranonseite in Richtung Leymebamba.
Zwar gelingen in der Fahrt ab und an paar Bilder, jedoch spekulieren wir wieder auf einen ausserplanmäßigen Halt. Dieser sollte uns erst auf der Rückfahrt beschert sein...!
Zur Mittagsrast, das ist dann immerhin schon oberhalb der Kakteenzonne in gut 2000m NN, können wir somit auf weitere Bilder verzichten. Ganze 1,50 Euro kostet das Essen hier- Forelle mit einer Limo !
Die sich weiter oben anschliessende Nebelzone, dort hatte ich bisher immer nur alles in Wolken verhüllt erlebt in den Vorjahren, hat diesmal auch Sonnenschein. Dies ist Ausdruck dafür, wie trocken es zur Zeit hier ist. Zwar ist die Aussicht sehr gut, jedoch sind die vielen Orchideen und Bromeliaceen hier sehr unter Wasserstreß, so daß kaum etwas an Blüten zu erkennen ist !
Dann zieht sich die Fahrt bis Chachapoyas immer noch paar Stunden hin – es wird doch wieder 18 Uhr ehe
wir in Chachapoyas eintreffen.
Das „Karajia“ ist diesmal schon voll belegt ! Es ist eben gerade Freitag.
So gehen wir doch gleich zu meinem Freund Victor im Cafe San Jose und er hilft uns eine günstige Unterkunft zu finden.
Victor hat ein Privatzimmer für uns, es ist groß, sauber, sehr ruhig gelegen und dazu läuft das heisse Wasser auch kontinuierlich. Wir sind sehr zufrieden für den niedrigen Preis. (20 NS pro Per.)
Natürlich reicht am Abend noch die Zeit um ordentlich etwas essen zu können. Die Qualiutät im Tushpa ist gegenüber einem anderen Restaurant wieder sehr ordentlich. Ein richtiges Stück Fleisch bringt uns bald wieder auf Vordermann nach der langen strapaziösen Reise!
Samstag, 20. November . Orchideengarten in Chachapoyas und weitere Planung
Den ersten Tag soll es noch etwas ruhiger angegangen werden. Wir entscheiden uns nur für die kleine Tour
hoch in den Orchideengarten, dort wo ich auch im letzten Jahr erst mit meinen anderen Begleitern war.
Victor organisiert wieder alles Nötige, wir sind angemeldet und haben diesmal wesentlich mehr Zeit.
Aber leider spiegelt sich auch hier die vorangegangene Trockenheit wieder. Es blühen nicht sehr viele Orchideen. Zwar ist Holger immer noch stark von der Anlage mit weitläufigem Haus, Bungalows und div. Pflanzenhäusern ud Freiauspflanzungen begeistert, doch ich hatte mir diesmal vorgenommen in Ruhe mehr zu fotografieren, was so aber kaum sinnvoll war. Trotzdem bleiben wir schon eine ganze Weile. Besonders kleinere Wildpflanzen der Orchideen hatten doch versteckt mit Blüten aufgewartet !
Den restlichen Tag sehen wir uns noch auf dem Mercado in der Stadt um, versuchen im katastrophalen Internet hier in Chachapoyas etwas zu ereldigen, doch das war schon eine Qual!
Dann sprechen wir mit Victor unseren Sonntagsausflug zum Pueblo los Muertos ab. Er hat für uns einen
privaten Taxifahrer, so daß wir ordentlich den Tag voll verplanen können.
21. November – Pueblo los Muertos und Valle Utcubamba
Pünktlich ist unser Taxi am San Jose als wir unser Frühstück dort eingenommen haben.
Zuerst das Utcubambatal hinab von Chachapoyas, dann nur 2-3 Serpenentinen hoch und wir haben eine
günstige Zone erreicht, in der wir an Espostoa utcubambensis herankommen. Es ist noch früh am Morgen, so daß ich bald eine Pflanze mit noch weit geöffneten Blüten erspähen kann. Diese Aufnahmen werden bei dem seitlichen Licht noch richtig gut. Auch finden sich im großen Cephalium der Kandelaber Früchte mit reifen Samen. Zwar mußte alles in einem dichten dornigen Gestrüpp hart erarbeitet werden, doch diese Bilder waren es uns schon wert. Dazu gesellten sich noch vitale große Exemplare einer Variatät von Opuntia
macbridei. Auch hier ist Sa. kein Thema.
Dann fahren wir bis Lamud weiter. Im kleinen regionalen Museum, es muß neu sein inzwischen, gibt es auch den Schlüssel fürs Pueblo los Muertos, nachdem wir die Tickets gelöst haben. Gratis dazu können wir noch ein paar frei zugängige Mumien in offenen Glasvitrinen ansehen, fotografieren und bestaunen. Hinzugeeilte Kinder öffnen unverholen die Türen und zeigen uns was es so von ihren Vorfahren noch an Überresten gibt.
Den Weg zum Pueblo hoch über das Weideland kennt unser Taxifahrer kaum besser als ich, so daß ich ihm Hinweise geben kann. Alle Gatter sind diesmal geöffnet, so daß es sehr zügig geht.
Am Endpunkt, dem Steilabfall des Geländes hinunter ins Tal zum Pueblo, verabreden wir uns für ca. 2 Std..
Voller Erwartungen geht es wieder hinunter in die mystische abgelegene Welt. Schon wie versprochen,
begleiten uns am Rande des steilen Steiges laufend neue Pflanzen. Auch schon bald ein erster Corryocactus
chachapoyensis, Orchideen, Protaceae, Puya, Tillandsien, Echeveria, Pillia.....; ja und dann auch schon die
wohl mit wertvollste Pflanze für mich hier, die Andenrose – Rhododendron andinum !!
Auch auf Borzicactus hutchinsonii stoßen wir weiter unten. Schon gleich kann nun Holger auch bestätigen, daß es sich mit Borzicactus spec. nov. im Vergleich, um 2 völlig verschiedene Pflanzen handelt. Was eben doch solch ein Aufsuchen eines Habitates für Sinneswandel bringen kann – hatten wir doch lange im Vorfeld
dazu diskutiert und gestritten.
An sonstigen Blüten beherrscht natürlich hier die große Puya mit ihren markant grüngelblichen Einzelblüten
das Feld sehr. Leider konnten mir bis heute alle Spezialisten um Eric Gouda in Utrecht und aus seinem Forum noch keinerlei Zuordnungshilfe geben. Weiter schmückt natürlich das großblütige Bergschön – eine
schwer in Europa zu kultivierende Protaceae, die Landschaft und die voll in Blüte stehende Andenazalee
zeigt, was diese an Schönheit konkurrierend zu bieten hat. Ich bin gespannt welche Azaleenspezialisten aus Europa irgendwann zu dieser Azalee mit mir in einen Erfahrungsaustausch treten werden …........; ich
suche händeringend dazu Kontakte !!
Der eigentliche Hauptteil, das Pueblo, das Dorf der Toten, besichtigen wir dann natürlich auch noch, jedoch zieht es Holger vor nicht mit bis in den hinteren, etwas schwerer zugängigen Tiel mit zu gehen. Auch die
weiter oben gelegenen, wesentlich näher erreichbaren Sarkophage, suche ich allein auf. Mit dem Tele kann ich entsprechend auch noch einige Positionen des ganzen Areales wesentlich detailgenauer aufnehemen.
Auch besonders von der sehr attraktiven Puya entstehen diesmal ausreichend befriedigende Blütenauf- nahmen.
Schnell sind 2 Stunden hier vertan und wir müssen doch an den Aufstieg zurück denken.
Die vielen Positionen meiner angefertigten Feldnummernliste läßt erahnen, wie hoch die Biodiversität dieses Areales wohl ist.
Mittag nehmen wir in Lamud ein und haben noch genügend Zeit uns für das Utcubambatal zu entscheiden. 'Karajia“ lassen wir diesmal weg ! Die lange Anfahrt, dann doch kaum so viele Pflanzen.....
Unten im Utcubambatal finden wir auch bald eine geeignete Stelle ostwärts in den Hang einzusteigen.
Die dichten Wälder aus den Kandelabern von Browningia und Armatocereen lassen uns begeistert auf Ent-
deckungstour ausschwärmen. Es tauchen auch Melocacteen auf, die sicher zu bellavistensis gehören. Auch
ein Rauheocereus ist auffindbar, leider sind die Früchte noch grün. Es wächst Sinningia spec. Mit roten Blüten, ja sogar am Ende stoße ich auf eine Rhipsalis. Die Felspassagen sind hier gegenüber dem roten Buntsandstein vom Pueblo doch ganz anders charackterisiert. Es dürfte wieder alles nur Riffkalk sein.
Den ganzen restliche Nachmittag verbringen wir hier und haben damit fast erschöpfend schon einen Überblick über das mittlere Utcubambatal bekommen.
22. November – Weiterreise nach Bagua Grande
Jetzt wollen wir es doch noch wissen – es soll hinab in die SELVA nach Bagua gehen.
Es gibt Schnelltaxis vom Mercado aus. Für 20 NS pro Pers., für die 3 Std. ganz gut. Natürlich zeigen die Fahrer wieder was sie so drauf haben. Riefenquietschen ist noch das Wenigste. Irgendwann unten im Utcubambatal wird es mir zu bunt, ich gebe dem jungen Fahrer zu verstehen, daß wir nicht auf der Flucht sind und heil ankommen wollen !!! Das dämpft zwar seinen Fahrstiel nur ein wenig, zum Glück konmen dann laufend mehr Baustellen, dort sind ohnehin Pausen und niedrigeres Tempo angesagt.
Die abwärts auf ca. nur noch 700m NN führende Staße offenbart uns beim Blick aus dem Fenster besonders auf der östlichen Seite eine sehr üppige,von wesentlich mehr Feuchte verwöhnte Vegetation. Super blühende
Bromeliaceen in allen Varietäten eilen vorbei, natürlich auch Kakteen usw.
Ein längerer Stopp, schon weit unten im flachen Land, verhilft mir wieder zu kurzem Ausflug ins chacoähnliche Terrain. Sofort steht dort alles voller Melocacteen und ich habe kein Problem davon reife Schoten zu sammeln. Mit GPS-Markpoint wird auch dieser Flecken festgehalten!
Dann zur Mittagszeit sind wir in Bagua Grande, das liegt so ca. 40 km noch von Bagua entfernt.
Mit dem Hotel Bagua Grande sind wir sehr zufrieden – ausreichend Platz, sauber, tolles Bad, Ventilator (sehr wichtig hier es ist schwülheiss um 40 grd !) und liegt zentral.
Nach dem Essen entscheiden wir uns noch dafür noch am gleichen Tag den Standort von Matucana madisonorium aufzusuchen. Dazu geht es per Taxi bis Bagua. Dort dann neues Taxi runter an das Mündungsgebiet von Rio Utcubamba und Chinchipe in den Maranon. Die Ortsbezeichnunhg Pongo Rentema
hatten wir irgendwie im Kopf und tatsächlich fährt uns der Taxifahrer an einen Ort der so bezeichnet wird.
Die Landschaft ist in den weiten Flußniederungen geprägt von Reisfeldern, Kokospalmen und kleinen Siedlungen. Die Feucht, Hitze und starker Sturm an diesem Tag wirbeln so viel Staub bzw. Wasserdampf auf, daß ich kaum unterscheiden jkann, was uns nun eigentlich alles so in milchige Schleier einhüllt.
Wir erkennen auch bald das Mündungsgebiet der besagten großen Flüsse. Gigantisch, immerhin ist der Maranon der größte Amazonasnebenfluß !! Daß wir diesen Flecken überhaupt noch so etwas überstürzt auffinden, grenzt schon fast an Wunder. Jedoch führt eine Asphaltstrasse hier hinein in das Amazonasgebiet
und dieser haben wir unser Glück zu verdanken. Es findet sich auch ein von Steilfels geprägter Ort, welcher definitiv nur das Habitat von Matucana madisonorium sein kann. Extrem dicht bestanden mit Bromeliaceen, dazu Puya usw., jedoch handelt es sich zuerst nur um Melocactus in der Felswand, die wir observieren.
Dann doch noch nach langem Suchen erkenne ich eine kugelrunde Pflanze, fast ohne Rippen, fast ohne Dornen. Mit dem Fernglas bestätigt sich meine Vermutung. Ein späterer Versuch die reichlich 10 m hoch in die Wand zu steigen wird von mir dann doch 2 X abgebrochen. Es ist zu gefährlch, zu heiß und dann stehen dort in der Wand ncch grausam dornenhakige Puya, welche mir den Aufstieg zur Hölle machen.....!!!
Auch ist Holger inzwischen schon wo anders auf Suche – mit etwas Unterstützung vielleicht doch noch ein Versuch – jedoch wäre es das wirklich wert gewesen??? Es sind eindeutig weder Blüten noch Früchte auszumachen.
Dafür trägt ein am Felswandfuß kriechend wachsender Präcereus reife Früchte. Dann auch noch ein dickerer
Cereus, ich kann im Nachgang deutlich unterscheiden zu Präcereus – es wird die Frucht von einem Rauheocereus sein! Eine Espostoa, die an lanata erinnert findet sich auch noch. Natürlich die Melocacteen.
Auch beim Abschreiten des Felsgrates konnte oben an der besagten hochdiversitären Wand nichts gefunden werden. Von unten scheint alles wesentlich besser zugängig.
Auch am Steilufer des Maranon können paar schöne Motive festgehalten werden.
Die Gluthitze und Feuchte laugt uns hier ganz schön aus. Besonders reichlich herabtropfender Schweiß
macht Fotografieren zu einem Problem !
Die Rückfahrt nach Bagua Grand klappt mit viel Glück noch fast im Hellen.
23. November – Kurzvisite im Busch von Bagua Grande und Rückfahrt nach Chachapoyas
Da wir ja noch bis Mittag das Hotel haben, nutzen wir den Vormittag um östlich vom Ort das Gelände uns näher anzusehen. Mit einem Dreiradtaxi sind wir schnell die paar km rausgefahren die notwendig sind, um
unvermittelt in den Hang nach Süden hin einzusteigen. Der dichte Busch, bestanden mit reichlich übermannshohen Dornensträuchern, vereinzelten Ceiba usw. wird von etlichen Kandelabern der Browningia
sicher altissima, sowie vereinzelten Armatocereus rauhii, sowie wenigen Esposta spec. flankiert, die meist
leicht herausragen. Dann finden sich auch noch im dichten Unterholz nach den ersten Metern auch schon
die zahlreichen dicken Triebe des teils aufrecht wachsenden, teils kriechenden Rauheocereus. Auch Bäume von Pereskia sind leicht zu erkennen. Jedoch haben wir nicht das Glück von den beiden Letztgenannten auch Früchte zu finden die Samen haben.
Lediglich eine noch gut geöffnete Blüte von Rauheocereus kann abgelichtet werden. Erfolgreicher sieht es bei Armatocereus aff. rauhii, sowie der fast landschaftdominierenden Browningia aus. Hier sind entsprechend
reife Früchte vorhanden, die mit Hilfe der von Holger mitgeführten Tarpstange sicher geerntet werden kön-
nen. Weiter oben in felsigerem Gelände tauchen auch kleine kompackte Peperomia, sicher dolabriformis - Formen, und eine mittelgroße Puya auf. Von Letzterer ist Sa. verfügbar. Im noch von der letzten Nacht aufgeweichten Boden stecken neben den zahlreichen fast ekelerregenden langen schwarzen Würmern
noch die großblättrigen Rauhias. Diesmal mit abgeblühten fast 60 cm hohen Fruchtständen, welche dann auch reichlich schwarze Samanblättchen in Kapseln tragen. Leidere sind uns erhaltene Blüten am Standort nicht vergönnt.
Trotzdem in der Kürze hier ein sehr üppig ausgefallenes Habitat, wenn man bedenkt, daß dann zusätzlich auch noch sehr viele Exemplare von Melocactus bellavistensis den Boden oft sehr dicht unter den Bäumen und Büschen besiedeln. Die anilinroten Fruchtschoten liegen oft schon daneben, bzw. stecken griffbereit in
dem kurzen aber auch oft sehr hohen Cephalium. Nur Espostoa will uns keine Frucht offenbaren.
Der Rueckweg wird wieder mit einem Dreirad absolviert, diesmal auf offener Pritsche eines Bauern, der u.a. auch eine Ladung Papayas mitfuehrte. Somit springen beim Bezahlen fuer die 5 NS gleich noch 2 koestliche reife Fruechte fuer uns heraus. Auch kann ich unterwegs ein lustiges Video drehen.
Im Hotel erfrischen wir uns noch einmal, was bei der schwuelen Hitze sehr angenehm war.
Ein Bus von Cial faehrt dann tatsaechlich gegen 13:30 nach Chachapoyas. Das ist bequemer als Taxi und obendrein auch noch billiger. Noch im Hellen erreichen wir Chachapoyas.
Mittwoch, 24. November / Weiterfahrt nach Leymebamba – Mumienmuseum
Das wollten wir uns unbedeingt nicht entgehen lassen und unterteilen nun die Fahrt nach Balsas in 2 Abschnitte. Die Sitzplatzreservierung bei Movil Tours ist kein Problem!!
Wir starten am Morgen per Taxi bis Tingo. Weiter fährt i.M. leider keiner. Das bedeutet, wir hängen auf halber Strecke erst einmal fest. Da hilft alles nichts, wie es halt meist so ist, dann irgendwann zu einer gewissen Zeit fahren ploetzlich wieder alle auf einmal. Das dürfte dann irgendwann mittags sein.
Es bleibt genügend Zeit in Tingo bissel was am Netbook aufzuarbeiten und auch noch das Mittagessen ein-
zunehmen. Trucha schmeckt eigentlich immer!
Endlich geht es weiter in einem überladenem Micro. Kaum zum Luftholen ! Auch hier wieder eine Reifen-
panne. Kein Wunder bei den Fahrkünsten oft. Man rast in die Kurven, liegt dort Geröll wird es totesmutig einfach überrollt!! Trotzdem kommen wir noch rechtzeitig in Leymebamba an, um noch hoch ins Museo zu fahren. Unsere Absteige hier übrigens ist mehr als bescheiden....
Nach rund 4 km bergauf sind wir per Taxi oben am Museum. Man hat alles wohl ganz neu geschaffen.
Wie wir herausbekommen sind es oesterreichische Forscherteams gewesen, die diese geschmackvolle Anlage
sicherlich wesntlich unterstützt haben um das Ganze so gut hinzubekommen.
Sowohl thematisch gut gegliedert, als auch in hervorragender Qualität wird man an verschiedensten Zeit-
zeugen der Chachapoyasregion eindrucksvoll informiert. Den Höhepunkt bilden dann die eigentlichen
Mumienfunde von der Laguna de los Condores. Paar sind in Vitrinen, der Hauptteil lagert hinter Glasscheiben leicht sichtbar in einem Klimaraum bis hoch an die Decke gestapelt. Es scheint hier wohl noch Jahrzehnte für die wissenschaftlich Aufarbeitung zu bedürfen. Das meiste an Exponaten kann man auch sehr gut ablichten und somit sich seine eigene Dokumentation schaffen. Alles zu lesen hätte unseren Zeitplan wesentlich gesprengt. Noch einmal interessant wird es auch in den geschmackvoll integrierten Aussenanlagen, dort haben extra Gärtner endemische Pflanzen der Region oberes Utcubambatal präsentiert.
Zum einen die mächtig große Echeveria, die ich nirgends zuordnen kann. Diese soll nach Auskunft hier die
oberen Felsbereich besiedeln. Dann tauchen sehr große Fuchsia auf. Bis zu 2 m hoch mit riesigen Blüten,
u.a. siind auch noch dazu reife Früchte verfügbar....
Den Rückweg runter ins Dorf laufen wir, wobei Holger zunehmend Probleme hat. Es kündigt sich an, daß er wahrscheinlich am Folgetag Balsas nicht mit absolvieren wird. Wir haben jedoch mit Nelson unseren Treffpunkt dort am Do - Mittag vereinbart – das wird bedeuten, daß Holger dann von Balsas weiter nach
Cajamarca fährt, um sich auszuruhen.
Viel passiert am Abend nicht mehr in Leymebamba – alles sieht zwar gemütlich hier aus, jedoch ganz so verhält es sich nicht. Mit Mühe erstehen wir bissel was zum Essen am Abend.
Do 25. November - Weiterfahrt nach Balsas – wir teilen uns auf.......
Movill Tours erreicht gegen 8 Uhr Leymebamba. Nach dem Frühstück der Fahrer gaht es los in Richtung Bal-
sas. Zügig rollt der Bus auf der Trasse Balsas entgegen. Dann doch Problem an den Hinterrädern. Gerade in den Abschnitten um 1600m NN, also der Kakteenzone, welche wir bevorzugt studieren wollten. Das kommt uns sehr gelegen. Nachdem wir in Erfahrung gebracht haben, daß ein zusätzliches Ersatzrad vom Gegenbus
benötigt wird, haben wir ausgiebig Zeit uns umzusehen. Leider sind die Hangpassagen sehr steil und nicht alle Fotos lassen sich so einfach anfertigen. Wir können u.a. Bilder von Espostoa calva und einem ersten
Lasiocereus fulvus machen. Dann sogar noch eine Frucht am Lasiocereus, die Holger entdeckt, ich dann
aus dem Steilhang leicht abgestiegen bergen kann. Absolut ausgewachsen und ausgereift – ein voller Erfolg bis jetzt. Es bleibt immer noch Zeit und ich baue auch das neue Teleobjektiv auf meine D 5000.
Mit dem 300-er kann ich die entfernten unbekannten Cereen auf einem bizarren Bergriff gut aufnehmen.
Auch sonst wird einiges an Landschaftsaufnahmen ganz in Ruhe möglich. Auch vereinzelte erste Matucana weberbauerii können wir im Hang erkennen...
Erst nach gut 1 Std kann es weiter gehen. Schnell ist dann mit Verspätung gegen 13: 30 Uhr Balsas erreicht.
Wir erklären schnell Nelson den Sachverhalt und Holger geht zurück in den Bus.
Mit Nelson breche ich runter zum unteren Ortsteil von Balsas auf. Dort hat es eine doch etwas bessere Quartiersituation. Zwar signalisiert uns der Wirt, daß es am gleichen Abend eine Fiesta geben wird...., also
daß es sehr laut wird...., doch ein Zimmer mit 2 ordentlichen Betten und eine Dusche auf dem Gang sind für uns in Balsas schon Luxus genug, auch diesen Kompromiss einzugehen.
Somit sind dann noch gut 3-4 Std. Zeit und wir brechen nach Norden den Maranon abwärts folgend auf.
Hier war sowohl Nelson als auch ich noch nie. Es führt anfangs noch durch Obstbaumoasen die bewässert werden und verliert sich nach und nach in einem Pfad am Steilhang, der jedoch schon die ganze Palette an Kakteen der Region bietet. Zwar sind alle Kakteen uns gut bekannt, doch fuer ein paar tolle Landschaftsaufnahmen ist das Gelaende sehr gut geeignet. Neben Armatocereus balsasensis in riesiger
Kandelaberform, Browningia pilleifera, kommen auch die in der Groesse nachfolgenden Espostoa mirabilis und Espostoa blossfeldiorum vor. Natuerlich auch sehr zahlreich Matucana formosa mit viel reifen Fr[chten , jedoch kaum eine geoeffnete Bluete. Die Melocacteen peruvianus sind auch zahlreich vorhanden und erreichen auch stattliche Groesse. So ca. 8 bis 9 km sind wir noch talabwaerts gelaufen verraet die Trackaufzeichnung. Zeit umzukehren. Auch wechselte das Gelaende mit stark steilen schwer zu gehenden
Passagen hin zu strandaehnlichen flachen Abschnitten am Ufer des Maranon. Neues kam aber fuer uns beide nicht! Trotzdem ein recht schoener und erfolgreicher Ausflug am spaeten Nachmittag. Bemerkenswert noch die zahlreichen Portulaceae, meist mit den gelben, relativ grossen Blueten. Die Nachzuchten davon kultiviere ich schon seit 2 Jahren zuhaus.
Der etwas unangenehmere Teil wird dann das Verbringen der Nacht. Zwar beginnt die Fiesta erst gegen 22 Uhr, doch dann steigert sich die hoellisch laute Musik bis frueh um 4 zu einem Krach, der uns fast aus den Betten fallen laesst. Totmuede wie wir eigentlich sind, doesen wir im Halbschlaf irgendwie durch die Nacht.
Fuer fast eine Stund kommen wir zu Schlaf, dann ab 5 Uhr beginnnen schon erste Aufraeumungsarbeiten und wir bleiben gar wach. Dazu die bruetende Hitze hier in Balsas – immerhin zeigen die Thermometer nachts noch 34 grd an..........das duerfte alles sagen !
Freitag, der 26. November / Erkundungen oberhalb von Balsas
in einer Zone von 1700m bis 1200m NN
Dazu starten wir vorn vom Ort an der Bruecke mit einem Fahrzeug, das ich besser nicht Taxi nenne. Man konnte vom Beifahrersitz durch den ganzen Motorraum gucken....., ab und an blieben wir auch stehen bei der langen Bergaufstrecke. Zum Glück schienen die Bremsen noch halbwegs zu gehen, ohnehin hatten wir ja nicht bergab zu fahren.... Nach gut 30 min sind wir oben im Bereich von 1700m NN, dort eigentlich wo wir am Vortage schon mit dem Bus standen. Somit fällt uns die Orientierung nicht schwer und wir können zielgereichtet unsere Aktivitäten beginnen. Ich zeige Nelson, der wohl auch zum ersten mal hier ist, das Bergriff mit den vermeintlichen neuen Cereen. Der Einstieg in das stark zugewucherte Gelände ist nicht so
einfach. Die sehr bizarren Sandsteinformationen sind zusätzlich behindernd. Eine Espostoa am Anfang, welche wir beide kaum zuordnen können, hat auch Früchte, gelb-weiss, ich stelle sie als „affinis lanata“
in meine Feldnummernliste. Spätere Espostoa calva unterscheiden sich doch deutlich von ihr. Dann kraxeln wir leicht bergab dem Bergriff folgend. Nelson ist ja im Gelände ebenso wendig und oft sogar vorraus.
Wir haben bald die besagten Pflanzen erreicht und können eindeutig sagen, daß es Lasiocereus fulvus ist.
Auch an großen Früchten wieder kein Mangel. Dafür bleibt die Suche nach Blüten erfolglos. Es tauchen auch erste Matucana weberbauerii auf den Felsbändern mit auf. Fast hätte es zu Blüten gereicht. Sehr an- strengend ist dieser Abschnitt. Wir verlassen dann das Areal und bewegen uns auf der Fahrstrasse bergauf, die Augen ausgerichte endlich auch Calymantium zu finden. Meist stehen diese jedoch weit in den Hängen drin, zugewuchert und kaum erreichbar positioniert. Das Gestrüpp und die Steilheit des Geländes sind nicht zu unterschätzen. Wir gehen noch höher bis hinter eine einzelne Hacienda, die markant dort den wenigen Platz am Berghang einnimmt. Dann dahinter mehr Glück. Auf kleinem seitlichen besser zugänglichen Hügel steht Calymantium, sowie Cleistocactus serpens im Dickicht. Wir kämpfen uns heran und haben das Glück vom Cleistocactus sowohl Blüten als auch reichlich Früchte vorzufinden. Nur schwer zu dokumentieren sind die langen dünnen Triebe. Immerhin oft bis 3 m hoch werdend! Daneben das Calymantium, Früchte und Blüten – keine! Ic h suche am Boden nach alten vertrocknentet Früchten. In den Schalen finde ich doch noch paar Korn alten Samen. Auf unserem Rückweg wieder hinunter auf ca. 1600m NN suche ich auch noch im Steilhang eine halbwegs erreichbare Pflanze von Espostoa calva auf. Sie trägt reichlich Cephalium und so
ist auch die Wahrscheinlichleit gegeben Samen zu finden. Nelson folgt hier nicht mit hoch. Erfolgreich kann auch diese Aktion beendet werden, so daß jetzt genügend Zeit fürt das eigentliche Kernhabitat von Matucana weberbauerii bleibt. Das bizarre Sandsteingebiet vom Morgen zieht sich nämlich oberhalb der Straße weiter. Es wird von kleiner Quebrada aus eingestiegen. Wir halten mit etwas Schatten erst einmal eine Mittagspause. Thunfisch auf Pan mit Zwiebel und Tomate, immerhin staerkt es uns wieder. Dann geht es seitlich in die felsdurchsetzten Hänge nach oben. Zwar hatte in jüngster Vergangenheit ein Feuer sehr viel an Vegetation hier vernichtet, doch es stehen dadurch oft besser erreichbar etliche Matucanas von weitem sichtbar im Gelände. Nelson meint, es gäbe keinerlei Samen. Ich geb nicht auf und habe nach etwas Suche doch noch Glück und finde drei Früchte mit Samenresten. Auch sind sehr viele Pflanzen mit Blütenansätzen vorzufinden. Oft können bis über 15 Blüten gleichzeitig aus dem Scheitel hervorbrechen. Schade wir waren 2-3 Tag zu zeitig, das hätte ein Blütenfeurewerk gegeben. Die bizarren Felsformationen chrackterisieren das Habitat sehr markant. Es ist dadurch oft schwer zugänglich, jedoch auch sehr interessant. Allein von den Felsspitzen mache ich dutzende Aufnahmen, die es wert sind, extra noch bearbeitet zu werden. Was für eine
Zauberwelt ist hier entstsanden. Es lassen sich leicht in die Formationen Märchenfiguren o.a. hineindichten.
Alles in allem ein sehr skurilles und bemerkenswertes Habitat.
Wir müssen nun weiter abwärts laufen, die Zeit schreitet voran. Die Strasse verfolgend kommt eine Weile ca, 100 Hm nichts Besonderes. Dann jedoch tauchen schon neue Matucanas auf. Es sind erste von krahnii.
Immer suchen diese den frischen steilen herausgesprengten Hang auf. Vorzugsweise Granit, jedoch es wechselt auch oft ganz unvermittelt zu einem andern Tiefengestein, das ebenso hart zu sein scheint.
Nelson entdeckt wieder einmal eine neue Peperomia, nein sogar 2, ich mache ebenfalls davon Bilder. Weiter abwärts dann nehmen die Matucana krahnii noch zu. Auch an Größe ist hier noch mehr zu bestaunen.
Die Exemplare können auch stark sprossen und stellen beachtliche Gruppen dar, die oft alle Mühe haben sich im Steilhang festzuhalten. Wir können auch sehr gut reife Früchte auffinden.
Dazu gesellt sich hiet immer wieder Peperomia hutchinsonii, die durch ihre silbrige Bereifung der schmalen
senkrecht stehenden Blätter einen absoluten Hingucker darstellen. Nelson bezeichnet diese hier fälschlicherweise als Peperomia krahnii – ich kann es später in Lima mit Dr. Pino wieder berichtigen!!
Auch eine rotblühende Sinningia finde ich noch auf, dazu reichlich vom feinen Samen verfügbar.
Es ist Zeit an die Rückkehtr nach Balsas hinunter zu denken. Zwar sind wir schon etliche km in diese Richtung abwärts gegangen, doch die restlichen 8-10 km wollen wir lieber fahren. Dies gelingt auch, als ein Pick Up uns dann mitnimmt.
In Balsas haben wir am Abend wieder ein Abendessen in Aussicht, das „Tocino“ - ein getrocknetes Schweinefleisch – man sieht es oft auf der Leine hängen!!- schmeckt aber recht gut. Es ist knusprig und würzig und unser Magen schien es auch ohne Probleme zu verkraften.
Die Nacht verläuft diersmal recht ruhig, so daß wir gut schlafen, zumal der am Abend einsetzende Regen für etwas Abkühlung sorgt.
Samstag, 27. November – Abreise von Balsas mit Aufsuchen des Habitates von
Matucana celendinensi
Am Morgen wieder das Übliche, es läuft kein Wasser in Balsas. Zum Glück hatte ich am Vorabend noch eine große Flasche der braunen Brühe abgefüllt. Man möchte dann nur noch Kakao davon kochen, so daß man die Färbung nicht mehr sieht.....!!
Direkte Nachwehen von Balsas verspüre ich erst einmal nicht, jedoch dann nach einer Woche, als ich schon in Lima weile, plagt mich eine leicht mysteriöse Schwäche, die evtl. auch noch auf Balsas zurückzuführen ist.
Es beginnt mit sehr starken Halsschmerzen und sitzt für viele Tage in meinem Körper fest....., nur gut ich
habe genügend Zeit und Ruhe in Lima mich entsprechend einmal auszuruhen !
Wir starten am Morgen von der Puente mit einem Pick Up wieder, nebenbei wird unterwegs auch noch ein großer Eber mit aufgeladen. Nach reichlich 1 Std. sind wir oben am zumeist wolkenverhangenen Steilhang, genau dort, wo die erste ganz große Serpentine von oben kommend den Hang schneidet.
Wir haben zwar unser ganzes Gepäck dabei, doch wir kommen schon von der Straße aus leicht an etliche Pflanzen heran. Es ist eine Zone die exponiert den feucht-warmen Luftmassen vom Maranon ausgesetzt ist.
Entsprechend fällt die Vegetation üppig aus. Es dominieren natürlich viele Orchidee, allen voran Epidendrum und Lycaste. Dann in den felsigen Steilabschnitten, zahlreiche Echeveria eurychlamy, Pilia, Villadia klopfensteinii, Pitcairnia rotblühend, Puya u.v.a. mehr.
Die Matucana celendinensis zu suchen erweist sich als wesentlich schwerer. Dazu muß noch über die steile
Hangabbruchkante hoch hinausgestiegen werden. Doch dann kann Nelson ein paar Exemplare davon finden.
Leider sind uns weder Blüten noch Früchte vergönnt. Dies ist dann jedoch von den beiden sehr schöneren Orchideen Lycaste und einem großen büschelartig gelb blühenden Epidendrum möglich.
Auch hole ich mein Tele noch hervor, um einige zusätzliche gute Bilder anzufertigen.
Die ständigen Wechsel hier von Wolken mit Abkühlung und brennender Sonne werden danach auch noch
Spuren hinterlassen.......; irgendwie habe ich dann eine mächtige Halsentzündung aufgerafft!!
Gerad noch vor einsetzendem Starkregen bekommen wir eine Weiterfahrtmöglichkeit. erst nach Celendin, dann gar nach Cajamarca. Gegen halb sechs abends sind wir schon dort.
Holger hat sich inzwischen weiter erholt und ist gespannt auf unsere Berichte.
Für den Folgetag lade ich uns kurzerhand raus zu Nelson ein. So könnnen wir Holger wenigstens noch den
Cleistocactus cajamarcensis zeigen....
Am Abend gehen wir wieder ins Super Chicken – ich überfuttere mich wieder einmal. Vor allem waren wohl die kalten Pommes nicht ganz so gut für meinen Magen....; es geht mir dann die Nacht über saumäßig !
2 X steh ich auf und koche Mate de Coca, jedoch am Morgen bin ich noch stark ausser Gefecht gesetzt.
An ein Frühstück ist heute kaum für mich zu denken!
Sonntag, 28. 11. 2010 - Endgültige Abreise von Cajamarca nach Lima
Wie geplant kommen wir am Vormittag noch auf eine kurze Visite raus zu Nelson. Für Mariza besorge ich schnell noch einen Blumenstrauß und dann sind wir pünktlich gegen 11 Uhr dort. Auch wenn ich kaum laufen kann quäle ich mich bis an den Ortsrand mit hinaus. Den kleinen Rundgang zum Kakteenberg hinter Nelsons Haus kann ich nur anfangs folgen, zu sehr bin ich kaputt!
Bei Nelson wird noch einiges an Infos ausgetauscht, Nelson hat für uns noch spez. Saatgut von Matucana aureiflora herrausgeholt.....
In seinem Garten machen wir dann noch ein Erinnerungsfoto von uns Drei, direkt vor seinem Kakteenbeet!
Am Abend halb sieben fährt unser Bus Coche Cama Super Dorado. Im Hostal Spayazzo könnnenwir auch bis 15 Uhr ! Bleiben und mit dem späten Auschecken ist das Ganze dann recht angenehm und bequem.
Die Fahrt nach Lima verläuft recht ruhig und entspannt – auch meine Magenprobleme haben sich weitgehend schon beruhigt
Montag, 29.11. Ankunft in Lima - Kauf von topografischen Karten
Schon gegen 8 Uhr sind wir da. Wir fahren zum Plaza San Martin und steigen im „Inka Path“ ab. Das Doppelzimmer bekommen wir für 100NS und da sind wir mit dem riesigen Platz erst einmal voll zufrieden.
Den Rest des Tages nutzen wir noch fuerden Besuch beim Inst. Geograf. Nacional. Man hat den Service dort
etwas verbessert, allerdings kosten die Karten 1:100000 jetzt auch das Doppelte. Nach langem Suchen finden wir aber all das was wir geplant hatten. Die komplette Maranonregion und auch San Marcos und Cajamarca. Man bezahlt und schon 15 min spaeter bekommen wir die frisch geplotteten Karten. Somit bleibt
uns ein weiter Weg erspart.
Wie wir dann erst jetzt erfahren, findet die Versammling an der Uni nicht am 30.11. statt. Somit wird es auch nichts aus unserem geplanten Vortrag - zumindest jetzt erst einmal.
Dienstag, 30.11. Ausflug nach Chosica
Diesen Tag nutzen wir noch einmal um ein letztes Mal raus ins Feld zu gehen. Mit dem Micro ganz einfach, aber etwas langwierig – fast aber 2 Std. bis wir draussen in Chosica sind. Dort die bekannte Route gleich am suedlichen Ortsrand in der kleinen Quebrada einsteigend sind wir ganz schnell an den ersten Kakteen.
Fuer Holger Neuland, ich kann bald nichts Neues mehr hier finden. Um die Cleistocacteen – xylorhizus soll es
gehen. Wir haben auch bald paar Exemplare, jedoch die Trockenheit laesst keine Blueten zu. Mit Muehe finde ich paar Samen. Holger hat bei Neoraimondia roseiflora Glueck. Bemerkenswert, dass die Goldgraeberaktivitaeten noch weiter zunehmen. Am Ende unserer Route besuchen wir auch noch die Mineros und plauschen etwas. Natuerlich muss auch ein Foto sein.
Der Rueckfahrt geht am Abend erstaunlich zuegig.
Am Abend goennen wir uns noch in einer traditionellen Bierkneipe – Naehe Plaza San Martin ein tolles Bierchen bei leckeren Snacks.
Mittwoch, 01. Dezember Ausflug in den Parque los Leyendas
Eigentlich hatte Guillermo mit uns gehen wollen, doch dann ist bei ihm etwas dazwischen gekommen.
So brechen wir allein auf – kennen tue ich alles ja schon ausfuehrlich.
Im Jardin Botanico begruesst uns schon Carmen Deza und spaeter ist auch Robert noch da.. Wir koennen allein unsere Runde drehen, d. h. wir sind auch lange hinten am Kakteenareal beschaeftigt. Nur schade dass
immer wieder viele Beschilderungen zerstoert sind!
Paar interessante Sachen sind trotzdem wieder zu finden......
Auch den Garten beim Gesundheitsministerium zeige ich noch Holger. Leider ist der leitende Ingeniero heute
nicht da!
Am Abend packen wir nun endgueltig fuer die Abreise von Holger, bzw. ich erfahre nun, dass Margit in D ihren Fl.ieger auf Grund der Wettersituation nicht erreicht hat.
Also ist fuer mich erst einmal alles umzudisponieren.
Parallel suche ich mit Margit im Internet eine Moeglichkeit, wenn sie denn nun doch noch nachkommen kann
Es koennte mit dem Di den 07.12. klappen, alle anderen Fluege zuvor sind um Groessenordnungen zu teuer.
Donnerstag, 02. 12. Warten...............
Ja aus dem Hotel ziehe ich nun erst einmal aus. Irgendwei will ich die Kosten fuer die Wartezeit schon etwas minimieren. In einer 20 NS = Absteige halte ich es aber auch nur 1 Nacht aus.
Holger faehrt nun allein raus zum Aeropuerto und tritt siene Heimreise an, die auch ohne Zwischenfaelle verlief.
Freitag, 03.12. ...weiter wartem...........
Inzwischen habe ich vor an den Plaza San Martin in das Hotel „Eva“ gewechselt. Fuer 60 NS das EZ, das geht gerade noch. Das Zi ist recht komfortabel, u.a. auch ein kleiner Kuehlschrank, so dass ich mich etwas mehr auf Eigenversorgung mit einrichte. Immerhin muss ich hier 4 Tage noch auf Margit warten.
Samstag, 04.12....... WEITER WARTEN......
Heute habe ich Kontakt mit Ejose. Er hatte mir am Vorabend zugesagt mich im Hotel aufzusuchen.
Zwar mit etwas Verspaetung, doch Ejose kommt.
Wir koennen allerhand plauschen und auch paar Bilder u.a. auch noch vom letzten Februar in Aguas Calientes austauschen. Viel mehr passiert nicht.
In meinem Zimmer hatte ich noch das Tagebuch weiter vervollstaendigt, das ich dann im Hotspot in Miraflores am Nachmittag endgueltig ins web stellen kann.
Sonntag, 05.12. - Bei Dr. Pino = wir praeparieren den Holotypus von Borzicactus sp. nova
Diemal klappt unsere Verabredung, ich bin puenktlich 14 Uhr dort. Hatte damit ausschliessen wollen zum
Essen zu kommen, doch dann muss ich ein 2. Mittagessen mit einnehmen!
Unsere Arbeit zum Holotypus geht zuegig ueber die Buehne. Guillermo hat staendig dazu die Pressen in
seinem Arbeitszimmer und auch die exakte wissenschaftliche Etikettierung erledigen wir am PC ganz schnell.
Somit duerfte vorerst der neuen Spezies
Borzicactus sp. nova Janke
nichts mehr im Wege stehen !!
Bis zu meiner Rueckkehr im Februar haben wir sicher ausreichend Zeit, um alles entsprechen fix und fertig getrocknet zu haben fuer das Herbario an der Uni San Marcos hier in Lima.
Wir schauen noch etliche aktuelle Bilder der letzten Expeditionstage mit an. Hier und da gibt es seitens
Guillermo einige Korrekturen zu den Namen die Nelson genannt hatte !!
Klar ist natuerlich auch, dass ich Guillermo demnaechst weiter unterstuetzen werde, wenn ich Feld rele-
vantes Material fuer ihn finde !!
Ganz zum Schluss haben sich dann wieder etliche Damen des Hauses und „zufaellig“ herbeigeeilte unten im
Salon versammelt, wenn denn schon wieder einmal ein Europaeer im Hause ist !!!
Guillermo bringt mich nach etlicher lustiger Konversation dann mit dem Auto noch zurueck zum Hotel !
Montag, 06.12. …..... weiter warten...........
Wenigstens schaffe ich es heute das gesamte Tagebuch auf das Laufende zu bringen !!
Ansonsten habe ich auch mit der Internetverbindung im Hotel Zeiten, in denen ich alles weiter noch Faellige mit erledigen kann.....