15. Südamerikatour vom 31.10.2009 bis Ende Februar 2010
Columbien, Ecuador (mit Galapagos), Peru, Bolivien und Peru
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Es wird versucht alle relevanten neuen Bilder in mehrerenWebalben einzuordnen .....
was inzwischen gut funktioniert!!
Sobald dies funktioniert wird hier ein entsprechender Hinweis erfolgen.
http://picasaweb.google.de/kaktussteffen1
Unter dem vorangestellten Link zu den neuen webalben findet Ihr den Prolog zur 15. Südamerikaexpedition -
das "Anwintern" am18. Oktober 2009 in Carlsfeld u. ein paar Bilder vom Bandoniontreffen.....
u.a. auch die Tangoband "El Frente" aus Buenos Aires war dabei.....
Der geplante Routenverlauf der Reise kann in den Webalben unter:
http://picasaweb.google.de/kaktussteffen/Vortragsankundigung2009UndRoutenplanZur15SATour#
eingesehen werden!
Teilnehmer sind diesmal insgesamt 7 Personen.
Dabei werden ab Peru (Mitte Dezember) nur noch 2 Mann die restlichen ca.9-10 Wochen Bolivien und zuletzt nochmals Peru bereisen.
Auf nach Santa Fe de Bogota!
Noch vor dem offiziellen Start unserer Tour (schon am Do den 29.10.) fährt unser erster Mann (Johannes – übrigens ein echter Thüringer – alle weiteren 6 Teilnehmer kommen aus Sachsen) bereits nach Columbien!
Er erwartet die nächsten Teilnehmer am 1.November dort.
Ein absolutes Highlight wird wohl der Besuch des präcolumbianischen Goldmuseums sein.
Manche behaupten es wäre besser bewacht als Fort Knox in den Staaten…., leider werden wir dort kaum Bilder schiessen können….

15. Südamerikaexpedition – Tagebuchaufzeichnungen/Netbook
30.Oktober 2009
Vorreiter Johannes aus Jena, er hatte als letzter zur Tour sich angemeldet, konnte es nicht erwarten u. war mit einem
Frühstart (er bekam ein sehr günstiges Flugticket für das frühere Reisedatum) schon in Bogota angekommen u.
schickt erste Informationen von dort.
31.Oktober/1. November 2009
1.Tag-Abreise von Crimmitschau nach Frankfurt/Flughafen
Schon am Nachmitag wird von Zwickau ein Mietwagen geholt, alle anderen Anreisemöglichkeiten nach Fft. haben sich
als noch unwirtschaftlicher erwiesen. Nach dem Abendessen hole ich unsere 2 weiteren Teilnehmer in Borna bei
Leipzig ab. Elke u. Andreras hatten schon seit dem Frühjahr verbindlich für die Galapagostour zugesagt u. waren sehr
gespannt das erste mal nach Südamerika zu kommen. Gegen Mittenacht nach einer kleinen Abschiedsparty in
Mannichswalde geht es zügig u. ohne Probleme zum Flughafen, den wir schon gegen 4 Uhr erreichen. Autorückgabe,
Übergang zum Terminal 2, Check In u. es ist noch genügend Zeit sich für den langen Flug vorzubereiten. Bemerkens-
wert wie sich doch auch die Sicherheitskontrollen stetig zu menschenunwürdigen Prozeduren entwickeln. Da fällt
mir doch gleich der immer so häufig gepriesene Freiheitsbegriff unserer heilen westlichen Welt ein – eigentlich nur
ein Witzt da noch von Freiheit zu sprechen........
1.November
2.Tag – Flug mit Air France 7:25 nach Santa Fe de Bogota
Pünktlich geht es aus dem herbstlich kalten D los nach Paris. Dort dann mit der großen Maschine, bei immer noch sehr
gutem Bordservice haben wir nochmals ca. 12 Std. Flug zu überstehen.
Gegen 16 Uhr sind wir gut angekommen. Sehr schnell klappt es mit dem Rest hinein in die Stadt, ein Taxi das für uns alle nur 10$ kostet bringt uns in den Stadtteil Candelario.
Wir finden zwar bald das Hostal Sue u. Platypus, jedoch Johannes ist momentan nicht vor Ort. Auch sind die Räume hier nicht ganz nach unserem Geschmack. Dafür haben wir dann 2 Querstraßen weiter Glück.Im Cacique Sogamuxi
das von Schweizern gut geführt wird passt es dann. Auch haben wir neben sehr freundlicher Auskünfte u. Hinweise
zur momentanen Situation im Land die Möglichkeit über Wlan unsere ersten e-Mails zu senden. Telefonisch klappt
dann am Abend auch noch die Kontaktaufnahme zu Johannes. Todmüde fallen wir dann in dier Betten, immerhin waren
wir seit Sa-früh volle 42 Std. auf den Beinen.
2.November – Montag aber hier trotzdem nochmals Feiertag Das Goldmuseum hat leider an diesem Montag geschlossen!
Nicht gerade unser Glückstag! Somit sind die einzigen Pläne für Bogota schon mal in Luft aufgelöst. Zum Glück hatte
Johannes schon 2 Tage im spektakulären Goldmuseum verbracht und wird mir mit ein paar Bildern aushelfen können!
Diesmal gab es auch eine Fotoerlaubnis im ganzen Museum u. Ich konnte zumindest auf der dann anschließenden Busfahrt nach Santa Marta mir ein paar tolle Bilder von Johannes zeigen lassen. Wir hatten dann uns ganz schnell
gleich zur Weiterreise runter an die Caribicküste nach Santa Marta ,wie geplant, entschieden. Hier haben wir am Ter-
minal Glück, denn schon nach weniger als 1 Std. Wartezeit geht ein Bus. Auch passen die Preise mit den ca. 24 Euro, es
sind ja immerhin gut 1000km bis zur Küste bei gut 14 Std. Busfahrt. Die kurvenreiche Strecke am Nachmittag hinunter
in die flacheren tropischen Regionen (Bogota liegt ja immerhin fast 2700m hoch) fordert bei mir gleich harten Tribut!
Ein in aller Eile aus Zeitnot vor der Busfahrt von mit verschlungenes Pollo bleibt nicht an seinem Platz im Magen.......
Dazu war sicher auch noch das Arbeiten am Netbook während der Kurvenrallye zusätzlich nicht fördernd. Jedoch kann ich nach ca. 4 Std. totaler Übelkeit dann doch wieder zum fast normalen Leben zurückkehren.
3. November Wir erreichen am frühen Morgen Santa Marta und sind in der Caribic
Die weitere Nachbusfahrt verläuft sonst relativ sorglos, auch haben wir viele weitere freie Plätze zur Verfügung.
Zur Morgendämmerung verlassen wir den Bus und sind mit einem Taxi dann schon kurz nach 6 Uhr am Endreiseziel in Taganga. Hier weilte ich schon 2007 u. hatte mir u.a. auch das ganz am Rande und Ende der Bucht liegende Hotel
auserkoren. Erstens sehr ruhig u. Idyllisch fast unmittelbar am Meer liegend, dann recht komfortabel und nach den
Strapazen der letzten beiden Tage doch auch verdient und angemessen. Die wollige Wärme der Tropen gepaart mit der
salzig-frischen Brise des caraibischen Meeres am Morgen läßt uns sofort wieder Tatendrang verspüren. Ein Frühstück im Hotel nach einem meist nicht überall so früh möglichem Check-In bringt uns endgültig wieder auf die Beine. An
Schlafen denkt bei der hier uns umgebenden wunderbaren Landschaft keiner. Somit brechen wir dann gleich zu einer
ersten kleinen Erkundungstour auf. Vorn am Strand d er Fischer können wir u.a. auch einen gerade angelandeten
Marlin begutachten. Für das sich hinter unserem Hotel weiter nördlich u. schon 2007 von mir als sehr typischen Steilküstenabschnitt der Caribic befundene Gebiet haben wir uns schnell geeinigt. Wieder läßt es sich dort gut den Fischern zuschauen, ab und an auch ein Bad nehmen und auch in den herrlichen felsigen Küstenbergen nach Fotomotiven suchen. Ganz nebenbei tauchen dann natürlich auch wieder kakteen der Species Melocactus curvispinus,
Pereskia spec. (diesmal auch mit ausgereiften Früchten mit sehr großen Samen) Cereus spec., und ein seltener Lasiocereus, welcher auch diesmal weder blüht noch Samen finden läßt. Auch kommen wir mit zum Schnorcheln und
können nur wenige Meter weiter im Meer schon sehr tolle Unterwasserwelt beobachten. Seeigel geich in den ersten Felsblöcken am Ufer, dann abertausende kleinere bis mittlerer Fische in Farben von durchsichtig grau, über gelb, blau, braun, grün, rot, sowohl einfarbig als gestreift und und …..; dabei trennen uns meist nur wenige Dezimeter von den kleinen Fischschwärmen, alles fast zum Angreifen. Schade, schade keiner hat unterwassertaugliches Kamerazubehör dabei. Dann halten wir am Touristrand mit den Restaurants ein, sowohl ein ausgiebiges Fischessen als auch noch etwas
Baden sind angesagt. Die Hitze läßt etwas nach, denn an den 5000-er Bergen der nördlichsten Andenausläufer hier bei Taganga zeigen sich dunkle Gewitterwolken. Übrigens ist genau dieser nördlichste Andenendbereich mit seiner Kon-
stellation zum caribischen Meer wohl der weltweit mächtigste und räumlich kürzeste Übergang vom Meeresniveau auf
solch enorme Hochgebirgshöhen, welcher sich auch ohne besondere Hilfsmittel mit bloßem Auge sowohl von Santa Marta als auch von Taganga erkennen lassen.
Natürlich suchen wir uns die größten Fische aus, als auch bei der spektakulären Färbung sind wir nicht gerade bescheiden. Zwischen dunkelblau, grün und roter Färbung liegen dann die von uns gewählten Leckerbissen. Es waren zum Teil genau diese Fische, wie wir sie erst kurz zuvor beim Schnorcheln im kleinen vorgelagerten Korallenriff gesehen hatten.
Der Rückweg zum Hotel wird zuletzt dann doch noch mit einer recht üppig ausfallenden warmen Regendusche abgerundet – bei der Hitze ganz willkommen.
Der Rest am Abend wird noch kurz genutzt schnell ein paar erste kurze mails zu senden, leider steht hier nur ein PC
zur Verfügung. Nach der letzten durchgefahrenen Nacht fallen wir dann zeitig in die Betten, es ist etwas Schlaf nachzuholen.....
4. November Bootstour mit Schnorcheln, Kurzbesuch in Santa Marta : u.a. regionales Goldmuseum
Der Tag beginnt für Andreas und mich mit einem lockeren Läufchen noch vor dem Frühstück. Wir versuchern zuerst
von Taganga nach Süden die Berge hochzukommen, als dies schon nach rund 50 Hm Anstieg durch fehlende Wege
scheitert, kehren wir zur Hauptstraße zurück und laufen in Richtung Sanata Marta hoch in den Sattel, welcher beide
Orte voneinander ternnt. Mit ca.8 km haben wir dann unsere erste kleine Anpassung für den am Samstag bevorstehenden Citylauf in Cartagena absolviert. Zum Frühstück sind wir dann alle 5 vereint und es geht an die weitere
Tagesplanung. Johannes bringt dann eine Hiobsbotschaft vom Geldautomaten im Ort. Dieser nimmt zwar die Karte an,
jedoch bleibt das Geld beim Auszahlungsvorgang hinter verschlossener Klappe liegen! Es dauert lange J. zu beruhigen.
Auch für mich, ich begleite ihn dann noch einmal zum Automaten, keine Chance. Ich rate ihm das Ganze bei Visa anzuzeigen...., die Bancolombia hilft ihm später auch nicht weiter! Wie oft hatte ich auf zu großes Vertrauen auf Creditkarten in SA gewarnt!! Weitere Enttäuschungen damit für J. Folgten.......; er möchte am liebsten heute schon Taganga verlassen u.ist kaum aufzuhalten.
Wir haben inzwischen das geplante Boot raus zum Korallenriff gechartert, fahren nun nur noch zu viert . J. bricht tatsächlich schon nach Cartagena auf. Bei ruhiger See alles recht schön angelaufen. Wir können am nördlichsten Felsabschnitt der Küste von Taganga dann reichlich eine Stunde ausgiebig herumschwimmen u. wieder unheimlich viel
an Meeresgetier beobachten. Ab und zu sind dicke Fische bis zu ein Meter Länge schon in den kleinen Felsgrotten zu finden. Auch für ein paar ganz gute Fotos reicht es dann noch. Zum einen sind durch Futter angelockte Fische fast bis an die Oberfläche gekommen und damit sehr gut aufs Bilkd zu bekommen. Desweiteren kann ich meine Leute vom Boot aus auch bei ganz guter Felskulisse im Hintergrund beim Schnorcheln ablichten.
Leider haben wir zum Ende der Tour mit einer defekt gegangenen Taucherbrille fast noch richtigen Ärger mit den
Vermietern u. Tourbetreibern – man sollte doch immer zu Beginn noch gewissenhafter auf alle Dinge im Ausgangszustand achten......!!
Am Nachmittag in Santa Marta jedoch dann wieder mehr erfreuliche Dinge:
Zuerst wird der Geldumtauschkurs für den Dollar sehr gut ausfallen....;
wir stoßen noch auf das Regionale Goldmuseum und können dieses zum Nulltarif besichtigen. Zwar ist alles in sehr
kleinem Rahmen abgehandelt, jedoch ein kurzer Überblick über die Kultur der Toyronas-Indianer, als auch ein paar
ganz tolle kleine Goldexponate waren schon spannend. Auch das Fotografieren war erlaubt und somit eine feine Sache,
nachdem wir ja in Bogota Pech hatten.
Mit einer Einkehr in einem Hotelrestaurant hat sich dann abermals das Glück auf unsrere Seite geschlagen, denn zu einer
für das Land unüblichen Tageszeit (17 Uhr) bekamen wir riesige Churrascorindfleischteile vom Grill, die keinen Wunsch
mehr übrig ließen.
Mit dem engen Microbus zurück zum Hotel beschließen wir den Tag dann oben auf unsrer Hoteldachterrasse bei
columb. Rum der Sorte „Medellin 3 Anos“, Coca Cola und Limetten und genießen den fantastischen Ausblick auf das beschauliche Lichtermeer von Taganga und den Lichtern an den Berghängen, welche sich im Dunkel in der glatten ruhigen See gut spiegelten.
5. November
Feldausflug südöstliche Berge von Taganga
Heute wieder am Morgen ein Trainingsläufchen, auch unsrere Frauen kommen mit. Vor dem Früstück wieder! Auch um vom Ort etwas mit einzufangen nehme ich den kleinen Camcorder mit. Als dann gegen halb sieben sich die Sonne hin-
ter den Bergen hervorschiebt wird es schnell sehr warm, wir haben jedoch dann bald unsere Runde fertig gedreht.
Um es nicht zu übertreiben steht für meine Mitreisenden heute ein ruhiger Tag an, ich jedoch nutze dies um die steilen
Berge nach Südosten aus dem Ort hinaus zu erkunden. 2 Liter Wasser nehme ich zum Glück für die geplanten 4 Std. mit.
Schon beim Verlassen der Ortslage gegen 8:30 Uhr zeigen die Thermometer 34 °C an, somit lege ich nur noch die Badeh
ose und das Netzhemd an, alle weitere Kleidung würde sofort nur ein Schweißbad bedingen. Jedoch sind damit gerade die Beine extrem ungeschütztr im dornenreichen Gestrüpp, welches sich später fast urwaldartig mit entwickeln sollte. Ich hoffe wenigstens zu den mir bereits bekannten Species vom 3.11. vom Lasiocereus endlich einmal richtige
samentragende reife Früchte zu finden. Bereit im ersten Teil des steilen Anstieges habe ich Glück. Die stärkere Population des Lasiocereus macht es hier möglich. Auch von Melocactus curvispinus finde ich einige Sonderformen.
Mindestens 2 ordentliche Kammformen, dann natürlich auch die häufigeren Cephaliumteilungen. Besonders auffallend dann später jedoch ein hufeisenförmig angeordnetes Cephalium, so etwas hatte ich noch nie beobachtet. Auch durch die
oft im Fels bizarre Anordnung der hier massenweise vertretenen Pflanzen mit dem Hintergrund bis zu 260 tief hinab an die Küste, lassen sich besonders schöne Landschasftsaufnahmen machen. Wäre nicht die drückende Hitze bei der Arbeit.
Der herablaufende Schweiß kann doch schon extrem beim Fotografieren belastend sein. Ziemlich ganz oben auf dem Bergrücken taucht ein blau bereifter Cereus auf. Auch kleinere Blüten sind zu finden, kaum jedoch richtig geöffnet. Sa
suche ich dort vergebens! Ganz typisch sind die anlehnenden langen rel. dünnen Triebe, welche mit nicht allzuviel kurzen Do bestückt sind. In einem fast ganz oben sich nach Nordwesten hinziehendemTaleinschnitt hat sich sic her durch eine bessere Feuchtigkeissituation dschungelartiger Bewuchs gebildet. Hier strosse ich dann überraschendereweise auf
einen Hylocereus, denke ich von Weitem zuerst, welcher dann doch anhand seines Habitus der 3-kantigen langen krummen Triebe als Calymmathium einzustufen ist. Die signalrote Fareb einer Frucht im satten Grün hier entgeht mir nicht.
Auch wenn ich mit nackten Beinen ein Martyrium dabei durchkämpfen muß, gelange ich für Bildaufnahmen heran.
Mit dieser Spezies hatte ich im sonst doch als arid einzustufenden Gelände nicht gerechnet. Am Abend zur Sa-separierung ist auch knallrote Pulpa der Frucht einb Leckerbissen. Bemerkenswert die Pulpa istz nicht wie bei Hylocereus homogen fleischig, sondern eher in dicken Fäden in der fast handgranatengroßen ovalen Frucht eingelagert.
Auch stoße ich hier erstmals auf Tillandsia, beinahe auch in Blüte. Hechtien wuchern fast mannshoch, und der eingangs erwähnte blau bereifte Cereus ist üppig vertreten. Weiter nördlich dem schmalen Bergrücken folgend leicht absteigend,
hat sich Melocactus curvispinus im stark felsigen Gelände sehr viel Lebensraum mir sehr vitalen Exemplaren erobert.
Das werden fast alles kalenderbilderverdächtige Motive hier. Auch der Blick nach Osten ist hier aus gut 260mNN gut möglich und zeigt den weiteren Küstenverlauf als schroffe unbesiedelte Landschaft in der kaum Menschen Spuren hinterlassen haben können. Leider bin ich nicht auf Mammillaria columbiana oder ähnliche Species gestoßen, evtl. findet
sich dann weiter östlich etwas, so wie vor 10 Jahren an der venezolanischen Küste bei Puerto Colombia??
Der Überblick über die zerklüftetet Landschaft zurück nach Taganga, Santa Marta und die Badebuchten bis hin zum Leuchtturm bilden wie ein Kunstwerk von Meisterhand erschaffen eine berauschende Szenerie, welche für die Strapazen
um hier her zu gelangen stark entschädigen.
Die Trinkvorräte sind langsam aufgebraucht und auch die Zeit zum Treffpunkt unten an der Badebucht ist herangerückt.
Abermals gibt es zum Mittag hier guten frischen Fisch vom Grill! Jedoch werden zuvor erst die gemarterten leicht blutenden Beine und Arme im Salzwasser des tadellos sauberen badewannenwarmen Caribicwassers etwas regeneriert
Den Abend verbringen wir wieder bei Cola mit Rum (leider ist unserem Hotel das Eis dazu ausgegangen) auf unserer
gemütlichen Dachterrasse und genießen das Flair der Bahia von Taganga.
6. November Abreise von Sanata Marta nach Cartagena de Indias
Wir brechen auf nach Cartagena! Unser Taxi kommt pünktlich und so schaffen wir einen Bus um 11 Uhr nach Cartagena.
Gut 4 Stunden und wir kommen im Travellerstadtteil Getsemani an. Da ich zuletzt vor 2 Jahren hier war findet sic h alles recht schnell. Das „Marlin“ ist etwas voll und unruhig, dafür klappt es im 2. „Villa Colonial“ sofort zu guten Preisen.
Nur noch 60 Tpeso das DZ, die Hälfte von Taganga!
Am Abend noch ein kleiner Erkundungsgang in der Stadt, es ist immer wieder begeisternd wie lebendig alles hier ist.
Wir treffen auch wieder auf die afroamerikanischen Tanzschüler, welche durch atemberaubende Schelligkeit und
caribischem Charm bestechen bei ihren Darbietungen. Das Abendessen, erst lange Suche, dann sind wir beim Chinesen gelandet, wird meinem Magen noch sehr zum Verhängnis. Zwar fällt alles sehr reichlich aus, jedoch ab 4 Uhr morgens wollte wohl nichts mehr davon im Magen bleiben.
7. November Citylauf in Cartagena de Indias – wir stellen 3 Teilnehmer
Daß ich nun gut 24 Std fast außer Gefecht gestzt werde machte vor allem meiner Teilnahme am Citylauf einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Noch hoffe ich am Vormittag es könnte sich bessern, jedoch schon ein Spaziergang durch die City zum Einschreiben für den Lauf wird für mich zur Quahl. Wenigstens haben wir Glück und bekommen einen Flug in Richtung Quito für den Dienstag. Somit können wir dann Pasto, die letzte südliche große Stadt von Columbien, schnell, zeitsparend und kräfteschonend am Dienstag erreichen. In der City laufen die Vorbereitungen zum Lauf auf Hochtouren, vermischen sich aber auch mit Carneval und sonstigen Feierlichkeiten – es herrscht schon jetzt fast totales Chaos. Den Nachmittag verbringe ich nur noch flachliegend im Hotel. Ich war auch in keiner Weise fähig auch nur zum
Fotografieren an die Laufstrecke zu kommen. Dafür schlagen sich Andreas, Elke und Margit auf der 5km- Strecke recht ordentlich, waren aber sehr froh, daß es bei der Hitze nur 5km waren. Es soll wohl unheimliches Gedränge am Start geherrscht haben. Am späten Abend wird es bei mir langsam besser – ein kleines Tomatensüppchen wird endlich vom Magen akzeptiert. Wir schlendern noch durch die Altstadt, am Hafenbecken mit den historischen Schiffen vorbei um dann auf die Stadtmauer seeseitig zu kommen. Die große Freiluftbar dort lädt zum Verweilen ein.....
8. November Ausflug zum Volcan de Lodo El Totumo
Endlich am anderen Morgen sind fast alle Beschwerden vom Vortage verschwunden....., vielleicht hat auch der caribische Rum etwas geholfen.,...... sicherlich war er nicht schädlich!!
Somit entscheiden wir uns kurzfristig heute doch noch eine Tour anzugehen. Es klappt sofort im Marlin-Hotel, schon 15 min später rollen wir los. Auch Johannes fährt mit - wir haben so nun als Gruppe auch mit etwas „Discuento“ einen kleinen Vorteil. Gut eine Std. dauert schon die Anfahrt – ich lasse übers GPS auch die Trackaufzeichnung mit laufen. Dann ca. fast 50 km östlich von Cartagena in Richtung Baranquilla geht es von der Hauptstraße rechts über kleine Hügel an eine Lagune hinunter. Dort steht dann der Schlammminivulcan – ca. 15m hoch und ca. 40m Durchmesser. Schon etwas skurill beim ersten Anblick, doch erst so richtig, als man dann nach dem Ersteigen die fast wie außerirdische Wesen voller Schlamm eingehüllten Menschen dort sieht. Trotz aller Bedenken mit der Kameraausrüstung wage ich es diese beide mitzunehmen. Es gibt hilfreiche Leute oben beim Einstieg in den Schlammvulcankrater, die diese aufbewahren.
Dies Bilder will man einfach nicht verpasst haben. Die dicke Schlammpampe lässt unsere Körper fast unmanövrierbar
in dem ca. 4x4 m großen Becken werden. Der Auftrieb ist so groß, daß man kaum schwimmend vorankommt noch andere im Wasser leicht auszuführende Bewegungen koordiniert tun könnte. Dabei bleiben maximal nach Bruchteile des Gesichtes (Augen, Mund) unberührt, alle anderen Körperteile sind durch den grauen Schlamm völlig entstellt! Es ist für alle wohl ein einmalig bizarres Erlebnis – und zum Glück winkt dann schon zur Erlösung die ca. 150m entfernte Lagune mit sauberem Wasser. Man karrt pausenlos neue Touris heran, man bettelt nach „Propina“; dann hat eben alles wieder den Anstrich von Massentourismus, auch wenn an unsrem Minibus „Tour Ecologica“ steht.
Auch als ich mit Johannes noch für paar Minuten ein kleinwenig die Umgebung des Hauptvulcanes erkunden will, drängt man zur unverzüglichen Weiterfahrt. Schliesslich hat man ja schon alles vornweg bezahlt........
Ganz auf die Schnelle kann ich vom hier landschaftsdominierenden Cereus ein paar Bilder anfertigen, jedoch keine Blüte finden. Dafür eine ovale große Frucht, welche zum Glück reif ist.
Es gibt dann an einem ganz ordentlichen Strand am Meer noch das Mittagessen, ein paar weitere Minuten um noch ein Bad zu nehmen und um 15 Uhr werden wir wieder pünktlich in der City abgeladen.
Fazit: lohnenswerte Tour – jedoch individuelle Fahrt ohne gebunden zu sein, könnte noch mehr Eindrücke bringen und auch das Ganze besser genießen lassen.......
…....eben kommt diese Meldung bei mir an:
Stand 09.11.2009
(Unverändert gültig seit: 03.11.2009)
Die kolumbianischen Behörden haben für den seit geraumer Zeit aktiven Vulkan Huila im Departement Huila an der Grenze zu den Departements Valle del Cauca und Tolima die Warnstufe "Orange II" ausgerufen, nach der ein "Ausbruch in den nächsten Tagen oder Wochen wahrscheinlich" ist.
Seit einigen Tagen wird zudem eine gesteigerte Aktivität des Vulkans Galeras im Departement Nariño unweit der Departements-Hauptstadt Pasto registriert. Die kolumbianischen Behörden haben für den Vulkan und die unmittelbare Umgebung ebenfalls die Warnstufe "Orange II" ausgerufen; sie empfehlen, die beiden Vulkane und ihre Umgebung nicht zu besuchen. Den Hinweisen der örtlichen Sicherheitskräfte sollte unbedingt Folge geleistet werden.
9. November 2009 Badeausflug an den nordöstlich gelegenen Strand von Cartagena
Wir gehen es heute ganz ruhig an und haben uns nur für Baden am Ortsrand von Cartagena entschieden, zumal es inzwischen bei Andreas gesundheitliche Probleme gibt. Er klagt über Kopfschmerzen und etwas erhöhte Temperatur.
Somit ist es gut wir haben nur ca. 15 min mit dem Taxi zu fahren. Die letzten großen Wohnbauten von Cartagena sind
hinter uns und es setzt sich ein langer flacher Sandstrand nach Osten fort. Hier sind zur Zeit kaum Touristen und wir können uns recht ungestört niederlassen. Auch wqenn es nicht der ideale Bilderbuchstrand ist, dafür fehlen die Kokospalmen, ist das Meer recht sauber und wir nutzen dies. Auch bieten die ansässigen Fischer Meeresspezialitäten an,
wir entscheiden uns zum Mittag für eine große Platte mit ca. 12 großen Langusten und 2 Hummern sowie gegrillten Fisch. So ausgiebig Meeresfrüchte ganz frisch zu geniessen, lassen wir uns nicht entgehen. Es war fast bis zum Abwinken viel was wir uns dort hatten auftischen lassen, ein Wunder, daß es uns dort am Ende nicht schlecht wurde.
Am Rest des Tage in Cartagena passiert nicht mehr viel, außer einem Kneipenbesuch auf der Stadtmauer binnen seitig, ein sehr gemütliches Fleckchen, das durch die abendliche frische Brise doch ein etwas angenehmeres Flair verbreitet als es doch sonst oft in der stark bevölkerten Stadt ist.
10.November 2009 Abflug von Cartagena nach Pasto
Kurz vor Mittag geht unser Flieger nach Bogota. Dort muß umgestiegen werden, vom Airbus in die wesentlich kleinere
Fokker. Nochmals ca. 1 Stunde und wir sind im Landeanflug auf Pasto. Leider bedecken viele Wolken den Himmel, bzw.
das was zwischen oben und unten ist, so daß man vom Flugzeug aus oft nicht so gut sieht was sich unten so an interessanten Dingen verbirgt. Erst im letzten Abschnitt, ich bin inzwischen Johannes in die 1. Klasse gefolgt, kann ich paar halbwegs brauchbare Bilder machen. Dort ist dann auch die spektakulär gelegene Landepiste von Pasto auszumachen. Auf einem von 2 Seiten durch tiefe Canyons begrenzten sehr schmalem Bergrücken offenbahrte sich unser landplatz, den ich als Buschfliegerpiste gehalten hatte. Da stockte dann doch ganz schön der Atem, als unsere
Maschine dann nach einer Schleife dort zur Landung ansetzte. Der Rest am kleinen Flugplatz ging dann ganz schnell, so daß uns sofort dann 2 Taxis in ca. 45 min direkt in die so weit entfernt liegende Stadt brachten.
Es gibt in der sehr ordentlich anmutenden Stadt auch nette Hotels, ein modernes Terminal und auch die Gastronomie
stellt uns zufrieden. Erstmals seit Tagen kein Fisch mehr. Doch ermüdet von dieser Tagestour bis fast hinan an die ecuadorianische Grenze fallen wir in die Betten.
Übrigens von den offiziellen Warnungen des dt. auswärt. Amtes ist hier absolut nichts zu spüren – alles reine Panikmache – ich gestehe den Kolumbianern schon zu halbwegs zu wissen was in der Nähe ihrer Vulkane passiert.
11. November 2009 Weiterreise nach Quito – Schweinegrippeinfektion bei Andreas???
Inzwischen hat sich der Gesundheitszustand von Andreas weiter verschlechtert. Sein Fieberkurve zeigt nach oben......, ich habe nun übers Netbook zu dt, Ärzten in Quito versucht Kontakt herzustellen und auch Guillermo von unseren Tourveranstaltern zu informieren. Wir wollen so schnell wie möglich nach Quito. Somit bleibt mir auch am Morgen keine Zeit auch nur 1 Bild vom ohnehin nicht sehr attraktiven Vulkan bei Pasto anzufertigen.. Auch verhüllen ihm meist Wolken. Gegen 10 Uhr geht unser Bus Richtung Grenze nach Ipeales. Auch wieder 2 Std, dauert diese Fahrt.
In Ipeales mit einem Micro in 10 min endgültig an die Grenze. Dort schnell die restl. Columb. Peso getauscht in $ und schnell haben wir mit den entsprechenden Stempeln versehen Kolumbien endgültig verlassen. Auch nach dem kurzen Fußmarsch über die Brücke geht es in Ecuador schnell vonstatten. Ausser Passkontrolle will niemand etwas wissen.
Wieder per Micro zum Twerminal und gegen 14 Uhr der Bus directo nach Quito.
Diese Fahrt mit 5 Std. angezeigt wird noch einmal besonders für Andreas hart. Endlich im Dunkel, es ist schon fast 19 Uhr haben wir den Äuquator erreicht. Ich hatte das GPS mitlaufen sonst wäre das uns entgangen. Auch habe ich auf der
Fahrt einmal so ca. mittiger Teil Kakteen gesehen, die sicher zu Borzicactus gehören. Dort setzte ich gleich 3 x eine Placemark um sicher zu gehen, diese Stelle auch wieder zu finden. Für Bilder dazu war keine Möglichkeit.- der Bus raste hier zu schnell.
Endlich gegen ¾ 8 sind wir in Quito, nicht am Terminal im Centro, das gibt es nicht mehr. Wieder ein Taxi, um endgültig ans Hotel Huasi Continental zu gelangen, wobei sich unser Fahre auch noch verfährt.
Völlig kaputt wollen wir in die Betten fallen, jedoch ist der Zustand von Andreas so, daß wir noch sofort Richttung Hospital aufbrechen. Beim Cruz Roja eine erste Untersuchung, ab weiter zum Hospital. Dort ist alles schon auf die Schweinegrippe also auf H1 N1 – Virus vorbereitet und meine beiden Frauen sind supernervös und meinen webenfalls wie Andreas das da bereits bei uns was angekommen ist. So sehr auch erstmals die Quarantäneschutzmaßnahmen u. ä. etwas beeindrucken, gehe ich dann mit Andreas dort rein, wir bekommen Mundschutz, und dann auch bald die entsprechende Untersuchung. Es ist dann schnell Entwarnung – es ist eine einfache Erkältung und ich vermute auch, daß da ein leichter Hitzeschlag in Cartagena mit dahintersteckte. Dann es ist fast Mittenacht sind wir zurück im Hotel, noch mehr müde und hungrig, aber eine große Sorge los. Für Andreas gab es gleich ne Spritze und dann Antibiotika etc.......
12. November2009 Quito – Altstadtrundgang - Finale Besprechung mit Tierra Zero Tours im Hotel zu Galapagos
Inzwischen hat sich die Lage weiter entschärft, Andreas und Elke werden für Galapagos nicht ausfallen.
Zwar hattte sich noch am Morgen Dr. Pancho telefonisch bei mir gemeldet, ich konnte aber dann doch die zusätzliche Hilfe dankend ablehnen.
Wir gehen in Ruhe ausgiebig frühstücken und schon zur Rückkehr gegen 9 Uhr treffen Sigrun und Manfred aus Wurzen bei uns ganz pünktlich und munter bei uns ein.
Wir nutzen die weiteren Stunden bis zum Nachmittag die historische Altstadt anzusehen. Hier hat sich seit meiner vorletzten Visite hier 1998 sehr viel positiv getan. Alle histor. Gebäude erscheinen in mehr Farbe zu erstrahlen. Es ist sauberer geworden.
Als eine der größten Sehenswürdigkeiten möchte ich nur das Kloster San Franzisco erwähnen. Mit seinen fast schneeweissen Türmen, erbaut von 1534 bis 1604 stellt es den größten Kolonialbau von Quito dar. Da Fotografieren nicht mehr verboten ist wurde auch einiges an Bildmaterial angefertigt.
Auch tragen die E-Trolleybusse zu besserer Nahverkehrssituation bei. Wären da nicht die vielen Taschendiebe. Zuerst auf Johannes eine Attacke mit Senf als Ablenkung. Dann wollten sie Manfred den Foto klauen.....
u. noch einmal auf Johannes, er geht viel allein auf Achse. Ging zwar alles noch gut ab, jedoch ganz schön gefährlich.
Das merken wir auch noch einmal als Guillermo von Tierrfa Zero Tours dann mit der Restzahlung zur Tour äusserst vorsichtig sich von uns zum Taxi begleiten läßt.
Zur „Lagebesprechung“ am Nachmnittag gibt es die Tickets und ein paar kleine Änderungen – ansonsten ist alles o.k.
Den Rest des Tages begehen wir gemeinsam in einem Weinkeller zum Abendessen.
Freitag, der 13. November 2009 Abflug nach Galapagos
Noch bevor wir zum Frühstücken kommen, geht es mit dem hauseigenen Pickup gegen 7 Uhr raus zum Flughafen.
Mit reichlich Zeit, die morgendlich möglichen Staus der City hielten sich in Grenzen, können wir einchecken und auch
noch etwas vom Frühstück nachholen. Lediglich unsere Begleiterin Paola taucht noch nicht auf. Es steht vor dem Bording auch noch ein Free-Internet zur Verfügung und somit können vom Netbook weitere Grüße in die Heimat geschickt werden. Pünktlich gegen 10 Uhr geht es los. Die erste Etappe bis Guayaquil, dann noch gut eine Std. bis auf die kleine Insel Baltra – ehemaliger Militärstützpunkt aus dem 2. Weltkrieg. Schon zum Landeanflug begeistert die fast
unwirklich türkisblaue Färbung der Küstenwasserbereiche von Galapagos. Es herrscht sonnig heißes Wetter als wir die Maschine verlassen und schon an der Landepiste begrüßen uns die typischen baumartigen Opuntien des Archipels.
Wenig an Kontrolle dann und am Vorplatz des kleinen Flughafengebäudes ist Zeit um vor den Orientierungstafeln ein erstes Gruppenbild anzufertigen. Ein Bus bringt uns nun zur Fähre um auf die größere Insel Santa Cruz überzusetzen.
Danach hat unser Veranstalter 2 Pickup-Fzg. gechartert, die uns schnell auf die andere Seite der Insel nach Süden nach Puerto Ayora bringen. Dabei wird der höchste Teil der Insel bei den großen Kratern oben im Sattel auf ca. 850mNN überquert. Trackaufz.!) Im Hotel Salinas steigen wir ab, unmittelbar hinter der Uferpromenade. Paola ist ja inzwischen aufgetaucht!
Der Restnachmittag kann noch für den Besuch der Charles Darwin – Forschungsstation genutzt werden. Leider geht es inzwischen Andreas noch nicht viel besser, jedoch will er gleich zu Anfang hier doch dabei sein. Wir bekommen hier durch entsprechend begleitend gut angelegte Beschilderungen sehr viel Informationen über die einmalig interessante
Tier- und Pflanzenwelt des Archipels mit. Viele endemische Pflanzenarten die wir kaum kennen sind exakt botanisch bezeichnet und entsprechend eingeordnet. Ähnlich verhält es sich dann dazu mit der Tierwelt. Besonders das Schilkdkrötengelände, welches begehbar ist, begeistert alle Besucher besonders. Die dicken „Brummer“ welche hier in stark gegliedertem Geländer umherkriechen, können bis ca. 200 Jahre alt werden. Auch erste Meerechsen sind mit zu sehen, jedoch tauchen diese in den Folgetagen viel variabler und häufiger in freier Wildbahn auf.
Am Abend dann unser Willkommensessen, das recht opulent ausfällt und alle sehr zufriedenstellt.
Lediglich unser Hotel hat keine Wireless-Verbindung! Somit wird alle weitere Arbeit damit etwas erschwert!
Samstag der 14. November2009 Ausflug zur Bahia de Tortugas und zum Lavatunnel u..........
Nach dem Frühstück im Hotel Gantner brechen wir nach Westen in den Bereich mit extrem viel Lavageröllen und Kakteenbestand zur Tortugabahia auf. Das verbotenen Verlassen des Weges wird auch kaum zu umgehen sein – zu
beschwerlich wären auch nur 10 m abseits des befestigten Trekkingweges. Zum Fotografieren reicht es aber allemal, denn an beiden Seiten säumen unzählige Exemplare von Baumopuntien und Jasminocrius thonarsii den Weg.
Dabei sind Stammdicken von bis zu 60 cm von mir bei den Opuntien gemessen worden. Auch Blüten und viele Früchte sind dabei auffindbar. Jedoch von Jasminocrius th. sieht es schlecht aus. Dann nach ca. 2,5 km erreichen wir wieder die Küste, hier schon ein weisser Sandstrand. Einzelne schwarze Meerechsen locken die Fotografen an. Noch ahnen wir nicht, daß es noch wesentlich mehr davon gleich später geben sollte. Die Tiere erreichen bis zu 1 m, Länge und sind durch ihr äusseres Erscheinungsbild den Feuerdrachen aus einem Märchen doch stark nahekommend. Doch noch
angenehmer zum Baden aber auch zu einer Pause ist dann ca. 1 km weiter die eigentliche ruhigere Badebucht. Wir glauben uns schon in die Südsee versetzt. Nach einer ersten Erfrischung geht es auf Entdeckungstour. Dabei kann ein weiterer Blaufußtölpel (Sula neobouxii) ganz in Ruhe beobachtet und fotografiert werden. Das weitere Gelände ist mit viel Baumopuntien bestanden und bietet sehr schöne Fotomotive in Verbindung mit dem türkisfarbenen Meer im Hintergrund. Wir stossen auf eine richtige Kolonie von Meerechsen und finden fast kein Ende beim Fotografieren.
Dieser Halbtagesausflug geht bis ca. 14 Uhr und bei der recht intensiven Sonne dieses Tages sind alle leicht geschafft..
Am späteren Nachmittag wird noch mit 2 Fahrzeugen zu den Landschildkrötengehegen in den Bergen auf ca. 450mNN
gefahren. Überall auf dem weideartigen Gelände stoßen wir auf diese massigen Urtiere und könne dabei bis auf Tuchfühlung herantreten. Das gibt tolle Fotos. Auch besonders an der Schlammsuhle, denn dort sind am Abend ca. 10 – 15 Tiere versammelt. Wir finden im angrenzenden Gelände auch Kaffesträucher, die geringe Höhe reicht hier auf Galapagos schon zum richtigen leicht feuchten Klima des Kaffeeanbaues.
Schon fast zur Dämmerung geht es noch in den Lavatunnel. Wir haben unsere Stirnlampen mit, jedoch gibt es eine
mittlerweile fest installierte Beleuchtung darin. Erstaunlich hoch (bis 10 m) aber vor allem auch sehr lang (ca. 800m
schätze ich) ist diese natürlich im Lavaabfluß entstandene weltweit fast einmalige Besonderheit. Ähnlich findet sich dies nur noch auf Hawai. Als dann im Mittelteil auch noch eine Ratte entlang rennt werden unsere Frauen stark unruhig.
Die kleine Engstelle im hinteren Abschnitt, hier müssen wir auf die Knie herunter zum Kriechen, macht etwas Mühe.
Schon fast ganz im Dunkel dann noch schnell hoch an die beiden Krater, wovon wir jedoch nur noch schemenhaft etwas im Dunkel erkennen können.
Trotzdem ein äußerst spannender und umfangreicher Tag, welcher alle zufriedenstellt.
Auch das gemeinsame Abendessen fällt wieder recht gut aus.
Noch am selben Abend kann ich im nahen Internetcafe die ersten Bilder von Galapagos uploaden und damit die Webalben schön aktuell halten.
Sonntag 15. November2009 3. Tag/Galapagos – Bootstour zur Isla Floreana
Gegen ¾ 9 Uhr geht es mit einem High-Speed-Boot (2x 250PS-Antrieb!!) auf die ca. 65 km nach Süden zur Isla Floreana. Wir sind ca. 20 Leute an Bord und alles läuft auch hier in recht überschaulich kleinem Rahmen ab.
Da ich mein GPS mitlaufen lasse kann, ich rel. exakt alles verfolgen, d.h. schon einmal die momentane Geschwindigkeit erhalten, sowie damit unsere Restfahrzeit rel. genau abschätzen. Auch wird narürlich der Aufenthalt auf Meeresspiegelniveau genutzt, um auch gleich einmal die barometrische Höhenmessung neu zu kalibrieren. Bei max.
Geschwindigkeit von ca. 52 km/h sind wir dann auch mit Abschnitten bei durchschnittlich 45 km/h nach ca. 90 min drüben an der Isla F. angekommen. Hier ist die wesentlich kleinere Insel schon von Weitem in allerhand Dunst bzw. Wolken gehüllt und für allebeste Fotos nicht gerade geeignet. Unser Boot wird dann von einem kleineren angelaufen, das uns dann endgültig an Land bringt. Lediglich ca. 20 Häuser sind hier an diersem Teil der Insel zu sehen – ges. 100 EW
sollen es sein: 1 Kirche , ein Militärstützpunkt (evtl. 1-2 Leute nur) und ein Restaurant. Alles hier in den unteren Lagen
ist sehr arid und staubig – alle Vegetation scheint in Trockenruhe zu liegen.. Doch ab und an kann ich doch auch blühende Büsche und Bäume erkennen ,die trotz abgeworfenen Laubes nicht ganz zur Ruhe gekommen sind. wesentlich
Wir fahren mit einem Safaribus auf den Südteil der Insel, welcher gut 400m hoch liegt und dadurch mehr
Feuchtigkeit abbekommt. Hier zwischen den typischen kleinen Bäumchen sehen wir zuerst wieder eine Kolonie Schildkröten, dann geht es bergan zu der einzigen Wasserstelle der Insel die seinerzeit von Piraten genutzt wurde.
Dann siedelte hier noch vor dem 2. Weltkrieg eine dt. Familie u.a. auch Zahnarzt Dr. Ritter.......s.a. das Buch dazu!
Wir bekommen die Wohnhöhle zu sehen sowie weitere Zeitzeugen dieses spektakulären Einsiedlerdaseins.
Die Vegetation hier ist relativ üppig, es finden sich Bromelien und Tillandsien sowie doch für mich etwas überraschend 2 Species von Peperomia. Ab und an sind auch einzelne Kühe hier anzutreffen..
Es geht zurück zum kleinen Hafen von Floreana. Es gibt Mittagessen, danach sehen wir am Hafenbgelände verspielten
Seelöwen zu. Auch ein paar recht bunt gefärbte Meerechsen sind auf den Ufersteinen zu finden. Zum Schnorcheln
bringt uns unser Boot etwas weiter hinter im Meer Richtung Westen. Es gibt kleine Inselchen mit paar Kakteen, jedoch keine Möglichkeit für uns hier an Land zu gehen – schade. Das Schnorcheln im Meer gestaltet sich durch fehlende Sonne recht unangenehm. Auch die Neopreenanzüge helfen da wenig! Fische und Korallen sehen wir hier wenig.
Da war es in der Caribic wesentlich besser!
Auf der Rückfahrt gibt es noch kurz Halt an vorgelagerten Inselchen aus Lavagestein mit einzelnen Kakteen sowie paar
Vögeln – jedoch nicht allzu überwältigend.
Montag 16. November Abfahrt nach Santa Isabela – weiter in den Pazific nach Westen
Am Vormittag ist frei. Dann startet unser Boot gegen 14 Uhr auf die reichlich 2-stündige Fahrt. Wesentlich kleiner das Gefährt, es schaukelt unheimlich. Dann endlich als kleinere Felsriffe auftauchen, ist es geschafft. Die ganze Südküste ist von erstarrter Lava geprägt und mit Mühe findet sich eine Paasage hindurch in den kleinen geschützten Hafen.
Wir werden die kurze Strecke zum Hotel mit den Bungalows gefahren. Unsere Cabanas sind ähnlich europ. Finnhütten und haben genügend Komfort. Immer für 2 Personen ist ein Häuschen reserviert. Dazwischen sowie im ganzen Ort prägen Kokospalmen das Bild und geben dem Ganzen hier ein recht südseemäßiges Gepräge. Wir fühlen uns hier sofort recht wohl.- alles ist noch weniger überzogen touristisch.
Noch vor dem Abendessen bleibt Zeit für einen Rundgang. Zwar sind die Flamingos nicht in der Lagune, dafür ist es am Strand überraschend schön. Sandabschnitte wechseln mit schroffen Lavaklippen und beleben das ganze Szenario. Wir haben auch das Glück mit ein paar tollkühnen Seevögeln beim Füttern fast hitchkock-verdächtige Momente zu erleben.
Dann wird an den Seebrücken weiter vorn das lustige Treiben von 2 Seelöwen im Wasser beobachtet. Das ganze Ambiente hier ist sehr vom Stil der Südsee geprägt, zumindest kommt es uns hier sehr angenehm und ruhig vor. Leider war die Dämmerung schon zu weit fortgeschritten, sonst hätte es zu noch mehr schönen Aufnahmen gelangt. Etwas vom Sonnenuntergang bleibt dann doch noch dank einer spontanen Wolkenlücke über!
Dienstag 17. November Ausflug mit dem M-bike zur Mauer der Tränen, Laguna de Villamil, Playa Amor...... Wir bekommen nach dem Frühstück unsere Mountain Bikes und starten nach Westen auf der Sandpiste, jedoch wurden diese trotz der kurzen Entfernung erst einmal die ca. 7km transportiert. Am Endpunkt der Piste erkundeten wir im stark gegliederten Lavageröllgelände dann die massive Talabriegelung durch die ca. 10 m hohen Steinmauer. Errichtet nach dem 2. Weltkrieg von ecud. Gefangenen. Das sehr aride Gelände ist geprägt von übermannshohen Baumopuntien,, Korallenbaum und der Galapagosguave. Etwas höher dann schon ab ca. 30m NN finden sich schon an den Bäumen Bart- flechten (Ramalina usnea), die das kleine Mehr an Feuchte sofort als Lebensraum hier erobert haben. Wir steigen seitlich der Mauer hoch um einen Überblick über das recht interessante Gelände zu bekommen. Zur Mauer berichtet unser Parkwächter, daß die beim Bau verstorbenen Gefangenen gleich vor Ort mit eingemauert wurden!!! Neben Opuntia sehen wir auch erste Ex. von Jasminocrius thonarsii, einem cereenähnlichen Kandelaberkaktus mit wenigen senkrechten Trieben, wenig verzweigend. Dabei Sproßgliedereinschnürungen wie Armatocereus, gerade Rippen mit kurzen Dornen, welche im Jungstadium eher länger erscheinen. Bl. und Samen hier jedoch vorerst vergebens gesucht. Wir treten dann die Rückfahrt nach Villamil mit dem Rad an. Der sandige mit Lavakleingeröllen durchsetzte Boden erfordert jedoch volle Konzentration beim Fahren. Immer wieder halten wir, denn es gibt verschiedenste Besonderheiten in den Lavafeldern zu sehen. Speziell die eingebrochenen Stellen, welche dann mit Wasser gefüllt sind, bilden einen schönen Kontrast zur sonstigen Landschaft. Auch mehrere kleine Lavatunnelsysteme sind immer wieder auffindbar. Vorsicht beim Gehen abseits der Weg ist immer geboten – es sollte ja auch möglichst unterlassen werden. Endlich sind wenigstens an 2 großen Jasminoc. große reife ovale Früchte zu sehen, welche sich durch den waagerechten Stand am Pflanzenkörper besonders gut fotografieren lassen – Blüten sind leider nie auffindbar! Alle Sehenswürdigkeiten wurden liebevoll mit geschnitzten großen Hinweistafeln geschmückt und lassen uns im Prinzip auch kaum etwas verpassen. Nach der kleinen Abfahrt ist dann fast auf Meeresniveau ein Mangrovengebiet erreicht, das dann u.a. auch die Laguna de Villamil beherbergt. Fast total zugewuchert ist der Anmarschpfad, hätte man nicht immer wieder mit der Machete Platz zum Gehen geschaffen. Dabei lassen sich die oft bis 5m hohen ! Stelzen der Mangroven sehr gut beobachten. Fast wie durch einen Tunnel erreichen wir dann die Süßwasserlagune mit gut begehbarem weissem sandigem Flußbett, das sich dann langsam auf ca. 400m Länge vor zum Meer hin auf gut 200m Breite aufztrichtert. Wir haben Glück, es gibt kaum Untiefen und mit etwas Wagemut und Glück komme ich dabei trocken mit dem Foto im meist nur hüfttiefen kristallklaren Wasser bis auf Tuchfühlung vor ans offene Meer. Hier schützen uns aber nochmals vorgelagerte Lavagerölle wie ein Riff. Somit ist auch etwas Ruhe und Sicherheit bei Fotpgrafieren der hier angetroffenen Vogelarten. Reiher, einz. Blaufußtölpel, natürlich Pelikane, sonstige Stelzenvögel und natürlich auch vom offenen Meer her weitere kreisende Vögel die ich garnicht alle zuordnen kann. Wir geniesen die Ruhe und Schönheit der Lagune mit einem ausgedehnten Bade zusätzlich und haben uns von der mittäglichen Hitze wieder etwas erholt. Es schließt sich dann der Playa de Amor an. Hier im Muschel-und Korallensand finden sich rötliche stark sukkulente Bodendecker, die den afrikan. Mittagsblumen nahekommen, jedoch kaum Blüten tragen. Auf den Uferlavariffen trummeln sich besonders viele Meerechsen, diese sind auch ,da sie hier ihr eigentliches Fortpflanzungsrevier haben, die Namansgeber. Weiter geht es am langen Sanstrand entlang fast bis hinein nach Villamil. Kurz zuvor noch ein Abstecher an die kleinen Binnenlagunen, jetzt haben wir auch das Glück, hier ein paar Flamingos zu sehen. Jedoch sind die 3-4 Paare kaum der Rede wert für südamerikanische Verhältnisse, wenn man es mit denen vom bolivianischen Hochland evtl. mal vergleicht. Am, restl. Nachmittag dann starten wir zu Fuß auf einem gut ausgebauten Knüppeldamm durch das seichte feuchte Mangrovengelände westl. von Villamil hinaus zur Schildkrötenanzuchtfarm. Nicht so sehr zu empfehlen, jedoch natürlich soll dabei die Notwendigkeit und der damit erzielte Nutzen und Erfolg für die Erhaltung der div. Spezies hier auf Galapagos in keiner Weise von mir herabgewürdigt werden – in Natura ist eben alles spannender zu betrachten..... Den Abend begehen wir alle zusammen dann in einer der kleinen typischen Strandbars bei ein paar Drinks.
Mittwoch 18. November Schnorcheln im vorgelagerten Riff von Villamil
Von der Bootsanlegestelle aus geht es mit einem kleinen Boot in weniger als 10 min raus auf ein flaches begehbares schwarzes Lavariff zum Schnorcheln. Die dahinter weiter ostwärts liegende Bucht kann dann ohne größere Anstrengungen gleich mit Taucherflossen begangen werden. Es ist allerhand an Fischen hier zu Bestaunen. Auch einzelne Meeresschildkröten sind sogar vom Boot aus schon auf ein Foto mit gelangt. Im 2. Teil dann geht es etwas weiter hin zum offenen Meer vorbei an ein paar Galapagospinguinen zu einer ganz besonderen Überraschung. In einem schmalen zum Meer hin verbundenen Kanal im Lavagestein ruhen Haie bis reichl. 2 m Größe zur Ebbe solange sich aus, bis nach Gezeitenwechsel sie wieder zur Nahrungsaufnahme losziehen können. Die sehr gute Begehbarkeit mit einem Abstand von 3-4 Metern nur für uns ist ein einmaliges Erlebnis. Dies dann auch noch gut mit Foto und Video dokumentieren zu können ist fantastisch! Fast fassungslos staunen wir dort lange Zeit und waren von diesem Naturschauspiel, welches sich täglich hier wiederholt in den Bann gezogen. Anschließend erreichen wir auch noch einen kleinen Strand, der als sogenannte Geburtsstation für Seelöwenbabies bezeichnet wird. Kleine frisch geborene Junge liegen säugend an ihren Müttern, während Bullen in Machomanier brüllend die Reviere und Weibchen verteidigen. Dazu flankieren noch dutzende Meerechsen auf den Lavageröllen das ganze Geschehen mit ihren oft leblos erscheinenden Körpern, auch um sich in der Sonne vom kühlen Meerwasser zu erwärmen.
Es war wieder ein Tag wunderschöner und spannender Tierbeobachtungen und sollte noch lange nicht der Letzte sein hier auf Galapagos. Zum Glück wurde eine Unmenge an Bildern angefertigt, denn all diese so schnell erfahrenen Eindrücke können dann in Ruhe erst richtig weiter verarbeitet und auch oft erst richtig verstanden werden.
Do, 19. November – Aufstieg zum Vulcan Cerro Negro und Chico mit Zeltübernachtung
Es beginnt früh leicht schleppend mit der Abfahrt, doch dann bringt uns ein Fahrzeug die ca. 800 Höhenmeter hoch zum
Stützpunkt der Natinalparkverwaltung. Unterwegs bewahrheiten sich alle in der Literatur geschilderten Beschreibung zur Veränderung der Vegetationszonen. Befinden wir uns unten bis reichlich 100m NN noch in der Trockenzone mit den Baumopuntien, beginnt dann ein fließender Übergang in feuchteres Milieu. Schon ab ca. 400m ist dadurch alles grün
und es wird landwirtschaftliche Nutzung möglich. Die klassischen Früchte der Tropen wie Bananen, Ananas, Papaya, Mango usw. Sind zu sehen und etwas später im temperierteren höheren Teil sehen wir auch viel Kaffeanbau. Es wird ja sogar Galapagoskaffe für die Touristen käuflich unten in den Souvenierläden angeboten. Die dann mit zunehmender Höhe einhergehenden feuchten Luftmassen lassen keinen Sonnenschein mehr zu und es wird entsprechend kühler.
Wir befinden uns dann am Endpunkt der Fahrt im typischen Nebelwald, der jedoch hier mit relativ wenig Baumbewuchs gekennzeichnet ist. Im Wolkendunst begeben wir uns auf die große Wiese am Parkwächterstützpunkt und sehen schon unsere Pferde für den weiteren Aufgstieg hoch zum ca. 200m höher liegenden Volcan Cerro Negro. Das Gepäck bleibt hier zurück und wir haben nur das Nötigste für den Weiterweg bei uns. Die Pferde erweisen sich als nicht sehr mobil, da hilft auch kaum ein Versuch sie zu einer schnelleren Gangart anzutreiben, es bleibt ein recht lahmer Trott. Jedoch erweist sich dies in Anbetracht des rutschigen Geländes oft auch als ein Vorteil, es kommt zu keinen nennenswerten Problemen.
Wir könne auch somit hin und wieder dabei die Kamera nehmen und etwas von der Umgebung aufnehmen. Ich erkenne etliche weissblühende Erdorchideen, und immer wieder die Galapagosguavensträucher. Wir gehen so schräg am Berg hoch, daß wir nach ca. 1 Stund die hintere Seite erreichen, welche im Winschatten dann durch wesentlich arideres Klima
gekennzeichnet ist. Aus den Wolken heraustreternd erwärmt uns dann sofort die Sonne und wir erkennen auch schon linksseitig die riesige Caldera des Cerro Negro mit den Ausmaßen von 15/12km als leicht ellyptische Form. Ca. 50m tiefer befindet sich in waagerechter Anordnung, wie erst eben frisch erstarrt die riesige pechschwarze Lavamasse über den gesamten Kraterinnenteil verteilt. Nach Erreichen des Endpunktes der Route zu Pferde dann bleibt genügend Zeit davon entsprechend weiter ordentliche Fotos zu machen. Wir lassen hier in ca. 1000m unsere Pferde zurück und gehen auf die ca. 6km Trail zum Volcan Chico. Dabei haben wir immer wieder eine gute Aussicht hinunter bis auf das marineblau bis türkis heraufleuchtende Meer. Es herrscht hier nur noch Buschvegetation vor und damit ist zusätzlich die Sicht
wesentlich mehr freigegeben als in den vorangegangenen Abschnitten. Schon nach reichlich 1 km sind wir nur noch auf fast vegetationslosen Lavageröllen angekommen, jedoch bewahrheiten sich die Vorhersagen des Parkwächters und einzelne Kandelabercereen des Jasminocereus thouarsii schmücken das ganze Gelände doch sehr schön zur Freude von Manfred und mir. Im Laufe des Weiterweges der sich ziehmlich auf gleicher Höhe bleibend jetzt gestaltet um an den Volcan Chico zu kommen, verschwinden die letzten Vegetationsreste gänzlich, denn hier in dieser Zone haben wohl erst 1997 frische Lavamassen bei einem kleinen Ausbruch vom oberhalb des Chico liegenden Kraterrand des Cerro Negros einen noch gut erkennbaren frischen tiefschwarzen Lavastrom gebildet, der ausssieht, als wäre er erst gestern erstarrt. Unser Führer zeigt uns die typischen Lavaerscheinungsformen, von Tunnelbildung über Tropfenbildung, Glasnadelbildung der Silikate, Tuffsteinbildungen usw.. Jedoch ist die technische Wiedergabe mit dem Fotoapparat bei der grellen Sonne eine
nicht so leicht zu beherrschende Aufgabe. Am Chico selbst dann erwartet uns ein kleiner Krater von ca. nur 15m Durchmesser, welcher sich aber nicht ganz in den tiefen Schlund schauen läßt. Lediglich ein paar allererste kleine Farnpflänzchen haben hier schon an den senkrechten Kraterinnenwänden schon als Pioniere Lebensraum erobert, ansonsten ist alle weitere Umgebung hier so trocken und lebensfeindlich, daß man andere Pflanzen vergebens sucht.

Wir rasten kurz und beim Umrunden des Chico zeigt sich, daß dieser aus 2 Kratern besteht, wobei man zwischen beiden hindurchlaufen kann. Auf dem Rück weg zu unseren Pferden gelingen auch noch Bilder vom Jasminocereus mit schönen reifen Früchten, welche sich hier von denen im Bereich Küste durch fast Kugelform etwas unterscheiden. Auch noch paar Opuntienpflanzen (keine Baumopuntien) sind dann nach den Lavafeldern zu finden – jedoch sicher nur versprengte
Varietäten der auf Isabela ansässigen Baumopuntia. Zur Rast unter dem einzigen großen Baum weit und breit können wir auf den Ästen kleine Peperomien finden die denen von der Isla Floreana ähneln. Da immer noch viel Sonnenschein ist, kann ich paar gute Bilder anfertigen. Der restliche Rückweg mit den Pferden dann verläuft ohne Zwischenfälle.
Im Camp angekommen hat uns der Nebel bzw. die Wolken mit leichtem Nieselregen wieder. Wir bauen noch im Hellen die Zelte auf. Zur Dämmerung kann Margit die hier ausgewiesene Sumpfohreule erkennen, ich komme aber aus Lichtmangel nicht zum Zuge mit Bildern. Viel passiert nicht mehr bis zur Nacht, Guillermo hat uns auch noch lange auf das Abendessen warten lassen. Danach geben sich Paola, Jorge und unser Führer noch Mühe bei der permanenten
Nässe doch noch ein kleines Grillfeuer zu entfachen. Es gibt noch etwas für jeden zum Kosten als Nachtisch.
Die Nacht vergeht relativ ruhig, wenn auch sehr feucht, mein Zelt jedoch bleibt recht resistent gegen diese leicht kriechende Nässe.
Freitag 20. November Rückkehr nach Villamil und nochmals Schnorcheln im vorgelagerten Riff
Im Morgengrauen können wir schon unsere Sumpfohreule vom Vorabend wieder sichten. Diesmal scheint sie regelrecht
die Menschen hier auf unserem Lagerplatz zu beobachten und keinerlei Berührungsängste zu haben. Ich kann mich ihr vorsichtig auch ohne Deckung immer weiter nähern, bis ich fast auf Armlänge heran bin. Selbst Aufnahmen mit Blitz scheinen sie nicht sonderlich zu stören. Es gelingen für mich einmalig schöne Aufnahmen, welche ich meinem befreundeten Hobbyornithologen und ehemaligen Studienkollegen Wieland aus Riesa senden werde, zur Bestätigung der Einordnung dieser Spezies. Auch nachdem sich unser Zeltplatzgast kurz zu einem kleinen Rundflug entfernt hatte, kehrt er zurück, landet diesmal jedoch auf einem Sandhaufen, dies brachte aber nochmals kurz etwas zusätzlich andere Motive, u.a. auch mit geöffneten Flügeln.
Einige unserer Leute sind diese Nacht etwas durch die Nässe abgesoffen, Manfred und Sigrun haben leider nur ihr einfaches Zelt mit gehabt. Gegen halb acht kommt schon unser Transportfahrzeug und bringt uns zurück nach Villamil.
Es gibt gleich Frühstück und wir sortieren unsere Sachen in unseren Cabanas, bzw. trocknen Zelte uns sonstiges Equipment.
Anschließend hat Guillermo für uns wieder eine Schnorcheltour organisiert. Es geht vom Hafen mit 2 Booten weiter hinaus an das offene Meer und in diesem Bereich erwarten uns diesmal überraschend viele und auch sehr große Fische.
Dabei können wir auch einen riesigen Mantarochen (Mantarej) unten sich im Sand einbuddelnd beobachten. Wir sollen zusammen bleiben meint unser Guia, der Haie wegen, denn unweit davon ist der Lavakanal in dem wir paar Tage zuvor erst welche beobachtet hatten. Auch Meeresschildkröten und Seelöwen sind natürlich mit uns hier oft spielerisch vereint. Manfred scheint besondere Zuneigung zu Schildkröten zu haben – er hält sich dort oft wie ein Synchronschwimmer auf. Wir sind uns einig, es war auf alle Fälle hier der allerbeste Ort um Meerestiere zu beobachten, dabei kamen noch weitere Highlights. Ein Stopp bei den kleinen Galapagospinguinen und eine Kolonie von Blaufußtölpeln. Letztere sitzen wie Hühner auf der Stange auf den schwarzen Lavafelsen, wobei uns unser Bootsfahre recht nahe heranbringt. Die Auslöser unserer Kameras surren im Wettstreit. Die hellblauen „Latschen“ der Vögel sind schon ein ganz besonderes Markenzeichen. Anschließend haben wir auch noch das Glück beobachten zu können, wie die Blaufußtölpel zum Fischen im blitzschnellen Sturzflug aus ca. 25m Höhe ins Meer zu den Fischen hinab schiessen. Da komme ich mit der Videokamera einfach nicht hinterher, alle Versuche es aufzunehmen schlagen fehl. Rundum zufrieden gönnen wir uns erst wieder einmal ein Almuerzo – ruhen etwas aus um dann nochmals etwas am Strand zu relaxen. Es gibt sehr schöne neuere Hotelanlagen mit freiem Zugang zum Meer, welche dann aber auch preislich schon im gehobenen Bereich angesiedelt sind.(ich hole mir Angebotsunterlagen für spätere evtl. Reisen und spreche auch mit der Besitzerin zu evtl. Gruppenrabatten. Auch noch für ein schönes Gruppenbild unserer Reisegruppe am Strand finde ich Zeit und mit diesem entsprechenden Ambiente ein gutes Umfeld dazu.
Auch zum Kaffee trinken bleibt heute wieder Zeit, dazu holen wir Kuchen vom 2. Bäcker den es im Ort noch gibt.
Den Abend verbringen wir gemeinsam in der Karaokebar – ein echtes Highlight wieder. Dabei zeigen uns Paola und auch Guillermo was sie so drauf haben – unsere Darbietung dann anschließend war eher etwas dürftig. Bis fast 2 Uhr bleiben wir noch zur Disco und begeistern uns an den Hüftschwüngen unserer lateinamerikanischen Freunde, welche wir nur ansatzweise nachahmen konnten.
Samstag 21. November – Große Bootsfahrt hinüber nach San Cristobal
Bevor wir mittags die Insel verlassen, können wir noch am Vormittag eine kleine Tour machen. Andreas und Elke kommen mit, wir lassen uns hinter zur Laguna Villamil fahren. Zwar haben wir anfangs keinen Sonnenschein, doch beim Durchwaten der Lagune können wir wieder einige Stelzenvögel beobachten. Auch an den gigantisch hohen Mangrovenwurzeln werden in Ruhe paar Bilder gemacht und Tarzan ähnliche Situationen festgehalten. Auf dem Rückweg nach Villamail nutze ich endlich die Zeit um pH-Wert-Messungen vom hier angetroffenen Boden zu machen. Destilliertes Wasser habe ich dabei und somit geht alles problemlos. Zuerst von erdigem humusem Substrat, dies ist aber sehr selten in wenigen Lavaspalten anzutreffen. Erwartungsgemäß leicht sauer – ich halte die Werte zur Doku gleich mit einem Foto fest. Anschließend ein Gemisch aus Lavagrus mit etwas quarzigem Sand der Küstenstreifen, wie es so noch gut 100 Meter landeinwärts meist anzutreffen ist. Hier dann doch sehr basischer Ausschlag!!
Wir genießen die letzten 2 Kilometer am menschenleeren breiten Sandstrand zurück nach Villamil und erfreuen uns nochmals an vielen Meerechsen die den Weg belagern oder einfach kreuzen.. Wie lange noch wird wohl diese Idylle vom Massentourismus verschont bleiben?
Mittags werden wir zum Hafen gebracht. Unser Schiff, eigentlich ein kleines Boot, besitzt immerhin für die 4-stündige Überfahrt auf hoher See 3x 200 PS-Motore. Aber entsprechend dieser Kräftekonstellation werden wir dann bei voller Fahrt im Boot hin und her geschleudert. Es gibt teilweise so harte Schläge beim ständigen auf und ab, daß es fast an Wunder grenzte, daß sich keiner verletzt hat. Manfred wollte ins Wasser greifen, ein Leichtsinn der ihm hätte den Arm brechen können. Über mein mitlaufendes GPS registriere ich oft über 50 km/h an Geschwindigkeit! Das sind dann bei den vielen Wellenbergen und -tälern und den daraus resultierenden auf und ab Bewegungen schon ganz brutale Schläge welche vor allem auch unser Magen verkraften muss. Zum Glück hatten wir kein Mittag zu uns genommen....... Vorbei an der kleineren Insel Santa Fe merken wir, daß endlich über die Hälfte der Distanz geschafft ist.
Endlich dann Land im Osten in Sicht und schnell ist dann endlich San Cristobal erreicht. Hier offenbart sich ein etwas größerer Hafen mit richtigen Landebrücken an denen auch für größere Schiffe Möglichkeiten zum Anlegen bestehen.
Guillermo lässt unser Gepäck zum Hotel Mar Azul fahren, wir ziehen es vor nach der Seereise zu Laufen.
Quartiermäßig hier alles in Ordnung – auch das Internet soll im Hause funktionieren.. Doch auch nach Versuchen am Folgetag ist damit keine Verbindung zustande zu bringen. Somit staut sich einige Arbeit auf. (erst in Lima 3 Wochen später kann ich die Deaktivierung vom WLAN beheben)
Das Abendessen nehmen wir in einer Pollogartenkneipe ein. Die hier recht stattlichen Hühner (keine EU-Norm!) schmecken vorzüglich!
Sonntag, 22. November – Bootsausflug am Nordrand von San Cristobal zum „Lobo Dormirdo“ - Schlafender Seelöwe
Unser letzter voller Tag auf Galapagos. Guillermo hat dazu noch einmal eine besonders schöne Tour ausgesucht.
Es geht vom Hafen ostwärts die Küste entlang. An einer ersten kleinen Insel bleiben wir bei ruhiger See zum Baden und Schnorcheln. Leider darf diese nicht betreten werden, es stehen dort wieder u.a. auch Jasminocereusexemplare.
Weiter geht es die von weiten her sichtbare kahle hohe Felsinsel des „Schlafenden Seelöwen“ ansteuernd. Auf der Anfahrt können wir bei strahlend blauem Himmel sehr schöne Motive davon im näherkommen anfertigen. Aus nächster Nähe zeigt sich, daß dieser hohe Felsklotz in 2 Teile senkrecht gespalten ist und demzufolge auch eine Wasserpassage ermöglicht. Wir umrunden das Ganze mit unserem Boot und beobachten dabei allerhand an Seevögeln die hier rasten.
Auf der Rückfahrt halten wir an einem abgelegenem Sandstrand des Festlandes zum Mittagessen und haben reichlich Freizeit für individuelle Unternehmungen. Natürlich ziehen Manfred ich einmal in das angrenzende Trockenbuschgelände, welches durch das grobe Lavablockgeröll und kleinere zusätzliche Dornensträucher in Badekleidung schwerlich zu begehen ist. Trotzdem laufe ich das Gelände noch weiträumiger ab und kann endlich nach gut 1,5 km Entfernung (vergl. auch dazu die GPS-Track-Aufz.) fündig werden. Jasminocereus thouarsii findet sich mit 2 Exemplaren. Gleich am ersten üppiger reifer Fruchtansatz, jedoch immer wieder ohne eine Blüte mit dokumentieren zu können. Auch vermesse ich einmal die hier mir besonders vital und dick erscheinenden Sproßglieder mit dem Bandmaß. Sehr kräftezehrend, äußerst gefährlich gestaltet sich der Rückweg. Ein Mangrovendickicht riegelt mir den Zugang zum Meer ab. Also nochmals zusätzliche
Umwege die die ohnehin schon zerschundenen und blutenden Beine weiter martern. Endlich Sicht frei zum Strand zurück, dort kommen dann die bereits früher erwähnten Bodendeckerpflanzen wieder, welche den nahen Strand ankündigen. Das erste Bad im Salzwasser scheint gut zu desinfizieren, jedenfalls lassen auch bald die Schmerzen nach und ich kann auch noch meinen Teil vom etwas ruhigeren Landgang haben. Es wird noch mit 2 sehr spielfreudigenSeelöwen gemeinsam gebadet und auch für paar gute Fotos davon ergeben sich genügend Situationen.
Wir waren an diesem Tag extrem viel Sonne ausgesetzt und es wurde auch Zeit zurück nach Puerto Baquerizo Moreno zu kommen.
Am Abend gönnen wir uns noch ein gutes Restaurant am Malecon unten am Kai. Da es zu annehmbaren Preisen auch Hummer gibt, wähle ich mir den „Langustino a la Plancha con mucho ajillo“ aus. Ich bekam einen riesigen Lobster serviert – so groß und dick wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Es war selbst in den vielen Beingliedern noch reichlich an köstlichem Hummerfleisch zu knacken, so daß ich auch damit fast 1 Stunde beschäftigt war. Bei einem Preis hier von 15 Dollar ein echtes Schnäppchen!
Abreise von Galapagos am Montag, dem 23. November
Da unser Flieger erst Mittags geht, hat uns Guillermo noch eine kleine Tour arrangiert.
Wir checken zuerst am kleinen Flughafen ein, haben so nur noch unsere Handgepäck und können nun unbeschwert noch einmal fast 3 Stunden die Wartezeit gut überbrücken. Es geht die einzige die Insel überquerende Straße hoch zur Laguna „El Junco“, ein Kratersee und auch das reichste Süßwasservorkommen von ganz Galapagos. Die hier in ca. 600m NN vom kalten Humboldtstrom herangeführten Luftmassen kondensieren stark und liefern den entsprechenden Nachschub an Wasser. Wir wandern unten vom Eingangstor in ½ Stunde dort hoch und steigen in den Krater hinab, was aber bei der permanenten Feuchte sehr gefährlich ist. Es gibt einige Stürze unserer Leute, auch zum Teil mit Kamera, bleibt aber doch noch mit Bagatellschäden im Rahmen. Die wenigen hier endemisch vorkommenden Vertreter aus dem Pflanzenreich werden von Miconia robinsoniana dominiert, ein mannshoher Strauch der etwas an Azaleen erinnert, jedoch schon von der Blüte her ganz anders einzuordnen ist. Es finden sich noch wilde Himbeeren, Farne, Gräser....; jedoch für die Nebelzone relativ wenig Diversität. Da immer noch Zeit ist, gibt es noch eine kleine Zugabe. Weiter die Insel überquerend, fast bis an das Südufer von San Cristobal fahrend, besuchen wir noch eine Schildkrötenaufzuchtstation. Besonders erwähnenswert, ich finde hier auf kleinen Lavablöcken wieder eine kleine Peperomia. Es ist noch Zeit für etwas Dokumentation – auch die samentragenden Blütenstände kann ich gut erkennen.
Dann gteht alles sehr schnell. Pünktlich geht es vom Airport los nach Guayaquil. Jedoch fehlen Paola und Jorge, unsere Turteltauben haben den Flieger verpasst.
Kurz nach 3 Uhr landen wir in G. Wir sehen schon beim Landen das nahe Busterminal. Somit sind wir auch ganz schnell dort und können schon kurz vor 4 Uhr weiter nach Cuenca fahren – auch sogar ein guter Gruppenrabatt von 25 % ist mit Verhandlung drin. Relativ kurzweilig die 4 Std. Busfahrt, es gibt „Unterwegsversorgung“ von fliegenden Händlern und gegen 20 Uhr sind wir in Cuenca.
Wir übernachten gleich am Terminal, denn es soll ja am nächsten Tag weitertgehen nach Alausi.
Dienstag, 24. November – Alausi – Bahnfahrt zur „Nariz del Diablo“???? - Teufelsnase
4 Stunden brauchen wir nochmals ehe wir in Alausi ankommen, denn es geht mächtig durch die Berge, oft sind auch Passhöhen von fast 4000mNN zu bewältigen. Alausi selbst liegt dann in einem großen Tal, umgeben von steilen Berghängen an denen wir schon zur Anreise einzelne Kandelabercereen gesichtet habe, auf ca. 2500mNN. Schnell finden wir unten im übersichtlichen Ortskern der kleinen Stadt ein passendes Hotel. Der gleich in der Nähe befindliche Bahnhof wird aufgesucht – jedoch ist an diesem Tag keine Möglichkeit mehr Bahntickets zu erhalten. Evtl. dann am Mittwoch, dem offiziellen Tag an dem die Bahn zur Teufelsnase hoch und zurück verkehren soll. Wir haben aber zumindest das Glück einen Schienenbus zu fotografieren, als er sich durch die Stadt schiebt und auch das Stahlviaduct überquert. Somit sind wir für den Folgetag zu unserem geplanten Bahnausflug recht optimistisch!!
Es ist noch freie Zeit am Nachmittag und somit starten natürlich Manfred und ich noch zu einem kleinen Feldausflug in einen Steilhang hoch, in dem wir von der Stadt aus u. a. auch schon Kakteen erkennen können. Unsere restl. Gruppe nutzt die Zeit zur weiteren Stadterkundung, Shoppen und Besuch beim „Heiligen Pedro“- dem Schutzpatron von Alausi, ein überlebensgroßes Denkmal auf einer Anhöhe.
Unser „Feldgang“ wird inzwischen von ständig neu heranziehenden Wolkenfeldern leicht getrübt, wir sollten auf alle Fälle oben im Hang nicht ganz die Orientierung verlieren, was uns auch bis zur hereinbrechenden Dämmerung gelingt.
Neben der allgegenwärtigen Austrocylindropuntia, vor allem als Feldrainbegrenzung oft genutzt, stoßen wir auf große Agaven sicher americana, dann entsprechend viele Aufsitzerpflanzen vom Reich der Tillandsia und dann auch unsere gro0en Kandelabercereen, welche jetzt doch schon als Armatocereus einzuordnen sind. Zu deutlich die Einschnürungen der Sproßglieder. Mächtig viel Fruchtansatz auf den um 4 m hohen Büschen, dabei fast immer nur endständig. Leider
ist eine Blüte zur Doku nicht auffindbar. Unter den Kandelaberbüschen haben sich recht große Peperomia angesiedelt. Ich lege den Maßstab zum Vergleich an und es sind Pflanzen bis reichlich 50 cm hoch i.M.. Weiter den Hang hoch findet Manfred auch noch eine interessante Kakteenspezies – ich dachte erst es handelt sich um Jungpflanzen des Armatoc.., doch dann sind es doch wesentlich abweichende Pflanzen, leider ohne Blüte, eben schade. Mit schlankem Wuchs bis auf ca. 80 cm hoch und dann im oberen Teil Blütenansätze – auch keine reifen Fr.. Inzwischen ist es fast dunkel, wir steigen schnell ab und sind doch noch recht zufrieden über diesen kurzen Ausflug.
Den Abend verbringen wir noch in einer kleinen gemütlichen Bar bei Rumcocktails.
Mittwoch, 25. November Bahnfahrt fällt ins Wasser – Ankunft in Latacunga bei Guillermo, Paola und Jorge
Gleich nach dem Frühstücken wollen wir unsere Bahnfahrkarten holen – jedoch große Enttäuschung!! Es gibt wohl für 1 Woche lang Reparaturarbeiten an der Strecke, alle Fahrten sind abgesagt.! Also geht es gleich mit dem nächsten Bus weiter nach Latacunga. In Riobamba Verzögerung und noch 2 Std. Aufenthalt zusätzlich – wohl ein Radrennen.
Am Nachmitag treffen wir in Latacunga ein. Auf dem Weg vom Bus zur City stößt Giullermo auf uns und bringt uns gleich mit unserem ganzen Gepäck in ein Hotel mit dem er kooperiert. Sauber, geräumig und freundlich die Atmosphäre und auch mit 10$ sehr günstig.
Natürlich will auch Guillermo noch wenigstens eine Tour mit uns machen.. Wir beraten in seinem Büro und sind uns dann zur Quilotoa-Tour einig.
Der Abend wird in einer typischen Bar gleich um die Ecke verbracht, Paola und Jorge bringern uns bei Salsa und Merengue mächtig in Schwung........, leider staut sich dadurch unser Schlafdefizit weiter auf!!
Donnerstag 26. November Markt in Saquisili und Tour zum Quilotoa-Krater
Zeitig müssen wir ja schon los um noch recht viel vom indigenen Markt mit zu bekoemmen. Ich war ja schon vor 2 Jahren einmal dort vor Ort und hatte diesen Markt deswegen empfohlen. Besonders der Viehmarkt berührte die Gemüter. So ganz zimperlich wird dort mit den Tieren nicht gerade umgegangen. Vom Spanferkel bis zur 4 -Zentnersau, dem Lama, Pferd oder Ochsen bis hin zu kleinen Enten, alles wird getauscht, verkauft oder....... wir wissen es oft nicht was soll bloß mit den vielen Tieren hier geschehen??? Anschließend noch der Markt für alle sonstigen Dinge, besonders natürlich Souvenire und Klamotten haben es unseren Frauen angetan. Jeder findet etwas entsprechendes, so daß es dann weiter zur eigentlichen Tour gehen kann. Gut 2 Std. Fahrt weiter hoch ansteigend sind es schon noch. Im von Campesinos oft stark bewirtschafteten Bergland um 3500mNN gibt es einen Halt an einer typischen strohgedeckten Hütte. Paar Fotos und ich kann auch mit den arbeitenden Campesinos zum Kartoffelanbau paar Dinge austauschen.
In fast 4000m Höhe dann in der kargen Vegetation sichte ich die weißen markanten Blüten von Werneria spec. ,auch Sa..
Dann endlich das Dorf am Quilotoa-Krater. Wir haben noch bestes Wetter hier oben und geraten beim Anblick des wohl 4km Durchmesser besitzenden Kratersees in Entzückung.. Aber ein Abstieg hinab an das Wasser mit reichl. 35O Meter Höhendifferenz fordert hier oben in fast 4000mNN noch einmal viel Kondition von allen. Dafür ergeben sich unendlich viele reizvolle Fotomotive, je nach Sonneneinstrahlung belohnt uns immer wieder anders schillerndes Wasser des Sees. Im Abstzieg des steilen Geländes sichte ich an senkrechten Wänden ein paar unscheinbare Echeverien, alles ohne Blüte leider..
Unten am See rasten wir um Kräfte zu sammeln für den bevorstehenden schweren Rückweg- doch erstaunlicherweise halten alle recht gut durch. Auch unsere Paola im nicht ganz passenden Schuhwerk kommt noch fast munter oben an.
Es gibt in einem der traditionellen Häuser hier ein Mittagessen – gebratene Ente.
Auf unserer Rückfahrt haben wir auch noch erstmals freie Sicht auf den Chimborazo, der mit seinen 6259mNN alle anderen Berge im Abendlicht mit seiner vergletscherten Haube weit übertrifft.
Am Abend sind wir bei Guillermos Familie zum Essen eingeladen.....und Paola wird kochen!!
Zwar behindert anfangs ein Stromausfall kurz das Ganze, zum Glück nur paar Minuten. Dann sitzen wir an einem großen Tiach alle zusammen. Natürlich ist auch Ruth, die Frau von Guillermo heute mit zugegen.
Paola hat mexicanisch gekocht – d.h. es gibt Tacos, dazu hat sie Guacamole, Hackfleisch und Salat angerichtet. Es schmeckt sehr lecker! Auch für gutes Bier hat Guillermo gesorgt!
Wir kommen auch wieder erst spät ins Bett.......und dann soll am allerletzten Tag am Freitag nochmals Karaoke sein!!!
Freitag 27.11. – Ausflug hinunter ins subtropische Tal bei Banos / Wasserfälle, Thermalquellen, Seilbahn, Orchideen.,...
Es ist jetzt die letzte Tour von Latacunga aus, denn am Sonntagfrüh müssen Elke, Andreas und Margit die Heimreise von Quito aus antreten.
Da die Anfahrtroute über die Panamericana unsere am Mittwoch aus dem Bus gesichteten Kakteen direkt tangiert , sind wir dann auch sofort bei km 90 an der Mautstelle fündig. Es dürfte sich um den Cereus von Alausi handeln, hier jedoch mit rotorangen Blüten. Auch vollreife walnußgroße Früchte sitzen an den ca. 1m hohen Trieben. Nach näherem Betrachten der Blüten ordne ich die Pflanzen zu Borzicactus ein. Auch einen Blütenschnitt dokumentiere ich, schließlich sind ja von Ecuador nicht sehr viele Kakteenspezies bekannt.
Das Tal hinab nach Banos wird an den feksigen, oft steilen Straßenhängen, von vielen Orchideen, Puyas und Tillandsien flankiert. Beim ersten Halt tauchen wir kurz in ein Meer von Dendrobium ein. Es hätte noch mehr Zeit sein können, jedoch weiter unten im Tal hat Guillermo noch etliche Überraschungen für uns.
Die von den Seiten ins Haupttal srürzenden wasserreichen Wasserfälle bringen sofort sehr viel Abenteuerromantik ins Spiel.
Dann können wir mit einer das gesamte Haupttal überspannenden Seilbahn über die Talenge in einem kleinen Stahlkorb fahren. Vom ersten Zusehen stockte schon der Atem. Wir kommen gut rüber und können auf der ruhigeren Seite eine schöne kurze Wanderung im subtropischen Seitental unternehmen. Sehr viele und vor allem auch für uns neue Pflanzen werden entdeckt. Hier hätten wir locker noch Stunden zubringen können......
Zurück wieder mit der Seilbahn, zum Auto, es geht weiter zum Wasserfall am „Balkon des Teufels“.
Wahrlich ein fast teuflischer Ort. Wir steigen den Weg von der Talseite an den Wasserfall heran. Dieser mit ca. 30 Meter freien Fall, donnert dabei ganz knapp an uns vorbei, denn man hat mit viel Mühe am Rand der des Wasserfalles Treppen und sonstige Zugangsbauten teilweise fast grottenartig in den Steilfels eingebaut. Es ist ein einmaliges Erlebnis für alle.
Die von Wassertröpfchen geschwängerte Luft läßt an den Felsen eine üppige Vegetation gedeihen, die uns Botaniker natürlich zusätzlich animiert. Es finden sich Orchideen, Pitcairnia, Farne, viele Aufsitzerpflanzen, und natürlich sehr üppige Strauch- und Baumvegetation.
Zurück von diesem Wasserfall gibt es noch eine Mutprobe besonderer Art:
Eine Boa constrictor kann auf die Schulter genommen werden – sie ist aber mit ca. 1.5m noch relativ harmlos. Auch ich kann mich dann durchringen, als mich Margit als Erste in Zugzwang gebracht hatte. Erwachsen kann die Boa wohl über 8m lang werden.....!!
Es gibt Forelle zum Mittagessen hier und die Zeit ist soweit fortgeschritten, dass wir kaum noch zum Baden oben in den Tthermalbädern kommen. Dazu haben fast alle jetzt geschlossen. Mit Mühe reicht es noch zu einem normalen kaum temperierten Bad.
Auf der Rückfahrt stoppen wir Botaniker noch einmal unser Auto, denn es gibt oberhalb von Banos noch etwas zu klären. Eine stark silbrig leuchtende Pflanze hatten wir zur Herfahrt flüchtig erkannt.Wir steigen schnell in den Hang ein und können es nicht so richtig deuten worum es sich hier handelt. Fast vom Habitus wie Echeveria, aber bis 50 cm hoch ist doch etwas stark. Keine Blüten, nur paar Blreste, ich kann jedoch dort feinen Sa finden. Sicher zu Kalanchoe gehörig.
Erst im Dunkel erreichen wir Latacunga.
Zwar sind bis zur Disco am Abend noch gut 2 Stunden Zeit – jedoch steht für mich weitere Arbeit am PC im Internetcafe an. Schließlich ist etliche Post zu erledigen, Bilder in webalben sind hochzuladen und auch noch Tagebuch ist weiter zu schreiben.
Um 10 Uhr holt uns Guillermo ab, macht mit uns eine kleine Stadtrundfahrt und wir können so vom Berg aus auf die beleuchtete Stadt herab blicken.
Die Disco geht auch wieder lange – übrigens im nobelsten Schuppen den Latacunga zu bieten hat. Leider passt aufs Ende zu die Musik nicht ganz mehr zu unserem Geschmack, sonst wären wir wohl auch überhaupt nicht mehr heim gekommen.
Samstag 28. November Abreise nach Quito
Guillermo fährt uns um 11 Uhr zum Terminal. Dort ist auch Paola zum Abschiednehmen nochmals gekommen und überreicht kleine Abschiedsgeschenke. Es wird u.a. vereinbart, daß wir auch Paola zu einem Besuch nach D einladen werden. Natürlich wird auch der Kontakt zu Guillermo nicht abreisen, ich sichere ihm schon eine gewisses Interesse an weiteren Reisen speziell auch an Galapagos in Kürze zu.
Der Bus bringt uns in 11/2 Std rein nach Quito.
Auf dem hochmodernen neuen Terminal Sur treffen wir beim Aussteigen auf eine Delegation typischer Indios aus Cusco mit den breiten flachen Quenquo-Hüten. Ich konnte diese Tracht sofort einordnen und kam auch mit den Leuten schnell ins Gespräch. Somit standen dann ein paar Fotos keine Hürden mehr im Weg. Auch gab es so paar Dinge auszutauschen, eine e-mail-adresse gehörte dazu. Vielleicht klappt es dann auch noch mit ein paar Bildern von ihren Trachten..........
Mit dem Trole (Trolleybus) geht es bis in den Stadtteil Mariscal – jedoch war es nicht sehr angenehm mit dem vielen Gepäck.
In Mariscal suchen wir auch lange nach einem Quartier. Doch zuletzt wird alles noch recht gut. Zwar ist durch die Quito- Fiesta allerhand los in der Stadt, aber auch so ist Mariscal wohl eher als Ballermann von Ecuador zu bezeichnen.
Entsprechend unruhig verläuft die Nacht dann, nachdem wir in einem Steakhouse unser gemeinsames letztes Abendessen eingenommen hatten.
Sonntag 29. November - Heimreise für Elke, Andreas und Margit – Aufbruch nach Loja der Restgruppe
Genau 4 Wochen sind um und nun starten sie am Morgen. Ich bringe alle 3 noch raus zum Flughafen.
Mit den vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen bereichert geht es für M.E.u. A. nun doch recht zufrieden zurück nach D. Auch als ein recht abwechslungsreicher und abenteuerlicher Urlaub werden ihnen wohl diese Tage in Erinnerung bleiben.
Für uns als restliche Gruppe – alle stark botaniklastig - sollen nun erst richtig die Abenteuer beginnen.
Wir fahren 18:30 Uhr mit dem Bus directo nach Loja. Eine 13 stündige Busfahrt, leider nicht der bequemste Bus.
Montag, 30. November Ankunft in Loja und Weiterfahrt nach Zumba in Grenznähe
Die Nacht vergeht nicht gerade sehr gut, dafür sind vor allem die engen Sitzabstände in den Reihen schuld. Aber dafür sehr pünktlich rollen wir in Loja ein. Wir finden gleich den entsprechenden Anschluss zur Grenze über die Selvaroute.
Über Macara war ich ja erst vor 2 Jahren nach Peru eingereist und wollte da etwas Neues und Interessanteres probieren. Von Holger erhalte ich noch ein paar aktuelle Infos zur Route, einschließlich der Beschreibung zum neuen Grenzübergang bei Zumba - La Balsa..
Wir haben kurz Zeit für ein kleines Frühstück – viel haben sie ohnehin nicht im Angebot und schon 9:30 geht es weiter mit einem Bus direkt nach Zumba. Vorbei am PN Podocarpus sind die ersten Kilometer noch Asphalt. Dann bald geht alles in Piste über, welche aber ständig von Baumaßnahmen begleitet wird. Es geht immer weiter an den Dschungel (Selva) heran, denn die Höhe in der die Straße hauptsächlich verläuft,liegt meist nur zwischen 1000-1500m NN. Das bedeutet Temperaturen um 33 Grad und auch die entsprechend hohe einhergehende Luftfeuchte. Wir begeistern uns sowohl an der „Grünen Hölle“ als auch an den kleinen immer wieder auftauchenden Urwaldhütten die an uns oft mit neugierig oder auch gelangweilt erscheinenden Menschen vorbeiziehen. Zumba liegt dann auf ca. 800m NN, hat aber doch noch nicht so ein feuchtschwüles Klima, da es an einem Berg liegt. Das „Terminal“ auf einer Wiese am unteren Ende des Ortes ist zugleich Endpunkt einer kleinen Dschungellandepiste aus Lehm, die mit ca. 400m mir doch sehr kurz erscheint. Es ist erst gegen 16 Uhr und so bleibt Zeit in Ruhe ein Quartier zu suchen. Im 3. Anlauf landen wir dann doch wieder im „San Luis“, wohl doch das Beste was Zumba zu bieten hat, wenn auch kein Wasser läuft und man uns im ersten Versuch abgewiesen hatte. Ich musste lange reden und mit dem Verweis auf „Animales“ in anderen Quartieren die Heiterkeit der Senjoritas erhaschen, um endlich doch noch für uns recht ordentliche Räume zu bekommen. Etwas Ortserkundung, dann wird es auch dunkel, im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch der Strom wurde dazu noch abgedreht. Hm, da gibt es auch vorerst kein Abendessen....,, tolle Stimmung nachdem wir seit 36 Std. auf den Beinen
waren. Dann eine Pommesbude mit Kerzenlicht, die mit Gas temperiert ein Miniwürstchen anbietet. Fast etwas beglückt genießen wir das Essen, als zu aller Überraschung doch noch auch Strom zurückkehrt.
Somit kann ich auch noch kurz im Internetcafe uns für den bevorstehenden langen Ritt nach Chachapoyas/Peru abmelden, denn die Strecke soll nicht so ganz ohne sein. Dann bleibt mir das Glück weiter hold, denn als ich als Letzter gegen Mitternacht das wieder laufende Wasser bemerke, kann ich sogar unter der „begehrten“ Elektrodusche mich vom Reisedreck der letzten 40 Stunden richtig befreien.
Dienstag 1. Dezember - Einreise nach Peru und der Versuch bis Chachpoyas zu kommen
Die Nacht ist doch relativ erholsam, zumal wir ja seit Quito kein Bett mehr gesehen hatten. Doch sehr spät wollen wir früh nicht los, denn um 8 Uhr müssen wir den Bus zur Grenze unbedingt nehmen.
Frühstück bereiten wir selbst im Flur zu, ich werfe den Kocher an und so ist wenigstens heißer Kaffee gesichert. Auch paar frische „Panes“ sind im Ort zu bekommen. Ein sehr langer Tag sollte uns ja bevorstehen!
Um 8 geht es mit dem Buschtaxi (ein LKW mit Sitzbrettern auf der Ladefläche – überdacht, die Seiten offen) in gut einer Std. an die Grenze runter zum Rio Chichipe. Da schon Zumba nicht hoch lag, wird es jetzt noch schneller warm und tropisch feucht. Wir haben vom Buschtaxi aus gute Aussicht hinein in die Selva und können das auch zum Fotografieren nutzen. Unten am Grenzposten, der durch die nicht mehr so ganz neu erscheinende Brücke Ecuador und Peru getrennt ist, läuft alles zügig ab, wir sind heute früh wohl die Einzigen. Man freut sich über Kundschaft aus Europa und wir halten die Ausreiseformalitäten gleich im Bild mit fest. Die paar Meter rüber nach Peru sind in 5 Minuten geschafft. Hier wird die Prozedur schon eher etwas langwieriger. Erst Formulare, damit zum Bestätigen bei der Policia Nacional und wieder zurück zur Grenzbehörde die eigentliche Einreise genehmigen lassen. Auch Geld kann dann hier getauscht werden. Wir brauchen auch die Nuevo Soles, denn mit dem Taxi, mit dem es weiter nach San Ignacio gehen soll, ist Kleingeld fällig. (aktuell 2,8 NS /$ oder 4,1NS/Euro)So gegen Mittag erreichen wir schon S.I.. Das dürfte wohl der kritischste Abschnitt gewesen sein.
Zumindest hatte mich Holger noch kurz zuvor mit neuesten Infos zu diesem Grenzabschnitt versorgt, jetzt war es aber halb so wild. Nun wechselten wir blitzschnell das Gefährt, denn es konnte wenigstens noch Jaen erreicht werden.
Hatten wir bis hierher nur Selvavegetation gesehen , so änderte sich ab San Ignacio das schnell zu unseren Gunsten. Schon gleich nach dem Ortsausgang, die abwärts führende Straße mit Böschungen hatte Kakteen zu bieten. Das es sich vorerst nur um einzelne Säulen handelte (junge Espostoas), stoppten wir noch nicht. Zumindest schaltete ich das GPS mit zu und damit wurden die Standortkoordinaten dieser wohl mit am nördlichsten in Peru vertretenen Kakteen festgehalten.
Weiter unten im Tal des Rio Chichipe? halten wir es nicht mehr aus ohne den Taxifahrer zum Halten zu bitten. Im Hang
ebenfalls wieder Espostoa, auch schon größer - kleine Kandelaber, jedoch unerreichbar hoch und steil im Gelände verstreut. Unser verständnisvoller Taxifahrer fährt auch gleich mal etwas zurück, wenn wir nicht schnell genug reagiert haben.. Dann der Knaller, ich erkenne Kugelkakteen – ohne einen Schimmer auf die Schnelle zu erraten worum es sich handeln könnte. Im Ersteigen des kleinen Hanges wird es klar, es sind Melokakteen. Vorerst nur mit sehr bescheidenem
Cephalium – also ordne ich diese zu bellavistensis zu. Schwere zugängig, aber die Kamera kommt wenigstens gut ran zum Aufnehmen.
Es folgt auf der Route im Tal nach Jaen bald eine zwielichtige Strassensperre. Mit Maschinenpistolen u. mehr bewaffnete wohl selbst ernannte Kontolleure wollen Wegezoll. Mit 2 Soles pro Person ist das schon alles erledigt, man freut sich über diesen Obolus und wir dürfen das Ganze sogar fotografieren, ja und zu unserer Freude gibt es am Ende noch ein gemeinsames Gruppenbild, ab und an gibt man dazu sogar die Waffe aus der Hand........., wir können es so als kleine Abwechslung und harmlose Aufheiterung abtun – die Menschen hier sind oft nicht so gewalttätig und kriminell wie es von unseren Medien zu gerne in Sensationsberichterstattung dargestellt wird.. (Möchte an dieser Stelle auch die aktuelle europäische Sensationsberichterstattung über „Menschenschlächter“ in Peru, welche wohl angeblich für die Pharmaindustrie Menschen töten, um deren Fett zu erbeuten als deutliche Hetzkampagne hier vermuten – damit aber schlägt die Phantasie der europ. Medien schon mächtige Wellen und man fragt sich was stecken hier für Interessen dahinter.......?) Es folgen an den Straßenrändern
Ananasverkäufer, welche auch unsere Begierden stillen. Frisch vor unseren Augen gepresster Saft ist schon absolut lecker. Wir nehmen auch noch feine Ananasstücke mit auf unsere weitere lange Reise.
Inzwischen geht es näher an Jaen heran und es ergibt sich noch 1 Kakteenhabitat mit weiteren Pflanzen, dabei Ex. die bis auf 5 m hohe Kandelabergröße reichen. Jedoch gleich zu Anfang hier wieder Melos, diesmal mit sehr hohem schlanken Cephalium, so dünn und hoch wie ich es noch nie hier in Südamerika bisher gesehen hatte. Viele Pflanzen im Unterholz versträuut, teilweise von den Campesinos auch rausgehackt. Dazu ein Praecereus mit schlankern hohen Trieben, kaum Blüten – aber paar Früchte mit Sa.. Auch die Espostoa taucht als großer Kandelaber auf, jedoch keine Früchte auffindbar, nur ein paar kleine halboffene Blüten im oberen Cephaliumsbereich. Eine Blattopuntia noch dazu, alsö doch schon ganz schöne Diversität hier. Die letzten Kilometer vor Jaen dann sehr gut gepflegte Reisterassen, man könnte meinen , Asien hat sich hier gezeigt. Sogar Wasserbüffel bei der Arbeit sind zu sehen.
In Jaen, eine erste größere Stadt (ca. 10000 EW) wieder Fahrzeugwechsel, Busse nach Chachapoyas verkehren nicht am Nachmittag – eigentlich fast nie wie es scheint, dafür liegt Jaen zu weit abseits der Route Chachap. - Chiclayo. Mit einem Dreiradtaxi zum nächsten Abfahrtsterminal. Wieder ein Taxi, auch wieder mit Fahrpreis von um die 20 USD für uns alle 3 zus.- das geht schon, denn nun ist doch noch zum Abend Chachapoyas drin. Über Bagua Grande geht es auf die dann später asphaltierte Straße nach Chachapoyas. Hinter Jaen weiter tropische Vegetation, Kokospalmen in den Niederungen mit Landwirtschaft. Dazwischen auf Hügeln auch wieder Kakteen, es taucht u.a. schon die wärmeliebende Browningia pilleifera auf. An Straßenbaustelle dann die Möglichkeit ins Gelände für paar Minuten zu gehen, jedoch sind die unbekannten Kandelaber ohne Blüten und in der Dämmerung auch schlecht zu dokumentieren. Den letzten Abschnitt im Dunkel rast unser Fahrer die kurvenreiche Straße im Utcubambatal entlang, es ist gut wir können nicht alles dabei sehen.. Die Bachdurchquerung wird unserem folgenden Taxi zum Verhängnis, wir bleiben trocken, indem wir die Behelfsbrücke zu Fuß nehmen.
Garnicht so spät, kurz nach 20 Uhr sind wir dann schon in Chachapoyas. Wir steigen im mir vom Vorjahr noch gut in Erinnerung gebliebenen Hotel Karajia ab, es klappt sofort und es kann sogar noch im Restaurant „Tushpa“ ordentlich zu Abend gegessen werden.
Mittwoch, 2.Dezember – Tagesausflug zu den „Sarkophagen von Karajia“ u. ins „Pueblo los muertos“
Wir chartern wieder ein Taxi, anders kommt man nicht an diese beiden archäologischen Stätten und können aber dadurch wesentlichen Einfluss auf unsere Aufenthaltsdauer und ggf. notwendige Zwischenstopps nehmen.
Schon beim Hochfahren aus dem Utcubambatal halten wir gleich im unteren Drittel – natürlich der Kakteen wegen.
Hier stehen dominierend die Espostoa utcubambensis, die Browningia pilleiffera, viele Agaven und Fourcrea foedita usw......
Karajia ist mir ja noch ganz frisch vom Vorjahr in Erinnerung. Zur langwierigen Anfahrt hoch ins letzte Dorf haben wir bei einem kurzen Aufenthaltt in einem Bergdorf die Gelegenheit eine Voreschlulklasse in Festkleidung beim Fototermin zu beobachten. In blauen langen Roben, mit Doktorhut – man glaubt sich in die Staaaten versetzt. Wir signalisieren unser Interesse und es ist kein Problem auch ein paar Bilder davon machen zu können – im Gegenteil, die „Kleinen“ sind ganz stolz als wir unsere Kameras, die ja doch etwas professioneller aussehen, auf sie richten.
Die letzten 3 km vor Karaji ist die Piste unpassierbar mit dem PKW, man hat durch TWL-Bau und auch Kanal!! alles aufgewühlt und versucht nun in mühevoller Handarbeit die Gräben zu schließen und eine begehbare Oberfläche wieder herzustellen. Jedoch ist der stark lehmig und tonige aufgeweichte Boden hier oben bei permanenter Feuchte dazu sicherlich ein Problem, welches die armen Indios an die Grenzen der Belastbarkeit bringen wird.
Etwas Fußmarsch tut dann auch gut nach 2 Std . Anfahrt. Zum Glück setzt der anfängliche Nieselregen sich nicht mehr fort, sonst wäre der Abstieg runter zu den Sarkophagen zur absoluten Schlitterpartie geworden. Es lassen sich auch diesmal wieder viele kleine und große Pflanzen am Wegesrand teils noch als Primärvegetation oder auch in Kombination mit den bescheidenen ackerbaulichen Maßnahmen der Hochlandbevölkerung hier beobachten. Dann zum Erreichen der steilen Hangpartie von Karajia meint es das Wetter noch bissel besser und wir haben fast Sonne und somit besseres Licht die ca. 50m hoch im senkrechten Wandabbruch befindlichen Lehmfiguren aufnehmen zu können.. Da wir ohne Führer unterwegs sind, teilen wir die Zeit und unsere Aktivitäten hier selbst ein. Etwas weiter hinten ergeben sich doch noch ein paar neue Fotoperspektiven. Auch sind in kleineren Felsabsätzen noch einmal ähnliche wesentlich kleiner jedoch, Grabstellen mit ähnlichen Sarkophagen auszumachen. Vom Borzikaktus existieren in unerreichbaren Höhen der Felswand auch noch einzelne Exemplare, jedoch mit wenig Blütenflor. Dafür schmücken die vielen roten Pitcairnias immer wieder die ganze Felspartie. Mit knapp 1 Std. Aufenthalt hier ist dann jedoch alles begutachtet und wir sputen uns weiter zu kommen. Zum „Dorf der Toten“ ist die Fahrtstrecke wesentlich angenehmer über die Hochflächen mit wenig Bewuchs, lediglich die vielen Viehgatter hindern etwas am Fortkommen, müssen diese doch immer wieder verschlossen werden. Auch hier wartet unser Fahrer mit Geduld und ich führe meine Leute in Eigenregie hinab zum Highlight des Tages. Schon im Abstieg begeistert die abwechslungsreiche üppige vielfältige Vegetation. Die mittelhohen in Blüte stehenden Protaceen sind ein erster Hingucker! Dazwischen sehr viele Orchideen, Peperomia, Puya, Oxalis, Sedum, Agave u.&., weiter unten dann auch die Andenrose und Echeveria.......; jedoch unser Hauptaugenmerk gilt den Kakteen.
Erwartungsgemäß taucht Corryocactus chachapoyensis auf , sowie der rotblühende Boirzicactus spec.. Diesmal kann ich beide mit Blüten und Fruchtständen gut dokumentieren. Den Schlüssel zum Portal für das Dorf hole ich mir dann noch von 2 Amigos, die wir auf dem Abstieg treffen. Es hat schon eine besondere Atmosphäre dieses „Pueblo los muertos“!
Ich komme mir wie ein Museumsführer vor......, wir haben ausreichend Zeit und damit fallen auch für mich ergänzende Fotos zum Vorjahr mit ab. Das Dorf hatte man sicher schon zu Vorinkazeiten in diesem halbrunden Felskessel auf einem schmalen Felsband (i.M. nur 4m breit) in ca. 50 m Höhe errichtet. Von oben durch weitere hundert Meter senkrechtem Fels unerreichbar, sicher eine wagemutige Entscheidung damals gewesen, jedoch durch den einzigen winzigen schmalen Zugang von der Seite her, fast uneinnehmbar für Feinde. Eventuell auch nur temporär ein Rückzugsort in Kriegszeiten.
Wir fertigen Bilder von zurückgebliebenen Gegenständen der Nahrungsmittelaufbereitung (Mahlsteine etc.) an, kriechen von Häuserruine zur nächsten, holen uns mit dem Tele die gegenüberliegenden kleinen Sarkophage aufs Bild, freuen uns über San Pedro Kakteen und genießen die Atmosphäre längst vergangener Zeiten. Im Steilhang vor dem Portal findet Manfred beim Botanisieren auch noch zusätzlich weitere archäologische Bonbons. Es sind kaum zugängliche Sarkophage in Felsbändern angeordnet, die zwar schlichter ausfallen, jedoch auch 2008 dem Führer wohl unbekannt waren. Dies lässt erahnen, daß hier noch weitere Dinge schlummern......, man eben einfach dazu noch mehr Zeit einplanen sollte. Im Aufstieg genießen wir nochmals den Fernblick hinüber zum Wasserfall von Gocta, dort soll es am Folgetag hingehen. Spät treten wir die Rückfahrt nach Chachpoyas an. Dort ist dann noch Zeit für einen Kaffee im „San Pedro“. Victor, ein Amigo, der auch etwas deutsch spricht, kommt mit uns in Kontakt. Das nutzen wir zu weitergehenden Informationen für unsere Planung. Auch angefallene Fragen oder Informationsbedarf kann somit besser aufgearbeitet werden. Die Tour zum Wasserfall werden wir mit einem Fahrer über Victors Vermittlung hin durchführen.
Donnerstag, 3. Dezember Zum Wasserfall von Gocta – fast 800m freier Fall in 2 Stufen
Diesmal haben wir weniger Fahrzeiten zu bewältigen und wollen dafür wenigstens noch die Kakteenwelt unten im Utcubambatal näher mit studieren. Doch zuerst geht es hoch an das letzte Dorf vor dem Wasserfall – Cocachimba.
Wir entrichten unseren Parkeintritt, sind registriert, verzichten doch wieder auf einen Führer – es bleibt so mehr Freiraum in Eigenregie. Schon sofort nach Verlassen des Dorfes empfängt uns auf dem schönen Trekkingpfad eine recht üppige
abwechslungsreiche Vegetation. Viele Orchideen, leider dann die einzigen auf der Route, es findet sich ein Borzikaktus, Sinningia, viele Peperomia, Oxalis... eigentglich ähnlich dem Vortag. Zusätzlich jedoch gesellen sich gleich anfangs noch Pflanzen, welche der Kulturlandschaft hier geschuldet, sich in den vielen Nieschen auf Felsblöcken, Steinhaufen und Mauern angesiedelt haben. Auch die vielen landwirtschaftlichen Aktivitäten auf kleinsten Flächen im steilen Gelände hier beherbergen so manch Neues für mich. So kann ich auch erstmals die ökologisch äusserts bwedeutende
Knollenpflanze Arracacia xanthorhiza: (Racacha in Quechua)..auffinden in Kultur. Diese besitzt diurch ihre Fähigkeiten eines eigenen Schutzmechanismus tierische Schädlinge auf simple Weise abzuhalten. Msan erkennt es sehr gut, die Indigenias haben an vielen Kulturen diese Pflanze als Einfriedung gesetzt und somit den Mais, das Zuckerrohr schon rein optisch markant damit geschützt. Die mir bisher nur theoretisch bekannten Vorzüge von Acc......
habe ich hier äußerst eindrucksvoll in der Praxis demonstriert bekommen - ein ökologischer Landbau auf hohem Niveau. Dazu sei gesagt, das Arracacia x. sehr anspruchslos ist, was Klima und Boden betrifft und zudem große, sehr nahrhafte, verzweigende den Möhren ähnliche Rübenbündel liefert. Es war genügend Zeit dies ordentlich zu studieren u.
zu dokumentieren. Der Trekkingpfad wird inzwischen immer wilder, etliche Taleinschnitte sind mit zu passieren und auch das Vegetationsbild verändert sich. Es tritt nur noch Nebelwald-oder Selvavegetation auf, jedoch an kleinen lichten felsigen Abschnitten sind noch zusätzlich kleinere Pflanzengruppierungen zu erkunden. Bomarea taucht auf, erste Begonien, Baum- und Buschgehölze die wir kaum einordnen können und natürlich auch weiter Aufsitzerpflanzen.
Hylocactus oder Rhipslis suche ich jedoch vergebens, hatte ich doch mit zunehmender Feuchte zum Wasserfall hin damit stark spekuliert. Immer wieder nutzen wir kleine Aussichtspunkte mit freiem Blick zum Wasserfall für ein paar Aufnahmen. Nach rund 90 min Anmarsch sind wir am Fuß der 2.stufigen Wasserkaskade. Es ist hier kühler und schattiger geworden. Die Rast dehnen wir demzufolge auch nicht zu lang aus. An Baden denkt keiner mehr. Jedoch werden mit allen zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten der Digitalfotografie Bilder von diesem spektakulären Naturwunder angefertigt. Die Vegetation direkt an dem Wasserfall ist eher karg – hier hatte ich mehr erwartet!
Auf dem Rückweg kann ich von den angekündigten Vögeln zumindest noch ein Exemplar mit knallrotem Kopf und Brustfedern beobachten und aufnehmen. Die Species der Papageien sind jedoch alle nur akustisch wahrnehmbar,
hier habe ich keinerlei Möglichkeit was zu erkennen oder gar zu fotografieren.
Schon fast zurück im Dorf dann doch noch ein besonderes Bonbon – ein Corryocactus chachapoyensis mit Trieben die reichlich 2m !! lang von Steinblöcken herabhängen, Dazu sehr viele Blüten und überreichlicher Fruchtansatz. Zur besseren Dokumentation des gigantischen Ausmaßes dieser Pflanzengruppe stelle ich mich mit zum Größenvergleich aufs Bild. Die typisch stachelbeerartigen Früchte bringen durch ihre Vielzahl und das daraus resultierende Gewicht, die schlanken fast filigranen Triebe des Corryocactus in meist vertikale Lage.
Ich lege auch den Maßstab mit an, jedoch reichen die 2 Meter nicht aus!! Zur Abrundung der vielen Fotoaufnahmen hier schmücken die Felsbrocken bzw. es sind wohl mehr von den Campasinos zusammengeschlichtete Feldsteine, oben auf der Mauer Orchideen der Species Dendrobium mit roten Blüten das Ganze. Solch ein Paradearrangement von Pflanzen
versäume ich auch nicht entsprechend in zusätzlichen weiteren Dateiformaten höherer Qualität zu dokumentieren.
Auf der Rückfahrt nach Chachapoyas dann noch der Halt im Habitat der typischen Vertreter des mittleren Utcubambatales bei Höhen um ca. 1700mNN. Endlich eine annehmbar begehbare Stelle, um in den Steilhang rein- zukommen. Wir stehen an den großen Kandelabern meist hilflos tief an der Pflanzenbasis. Da ist ein gutes Foto kaum möglich, erst besser geht es, wenn man entsprechend von höheren Stellen in nahezu waagerechter Position an die Kakteen herankommt. Erstmals finde ich Blüten und Früchte von Browningia pilleifera unversehrt. Sonst waren die Insekten immer schneller.....! Wesentlich schwieriger gestaltet es sich dann bei Espostoa utcubambensis. Die Pflanzen sind mit ihrer gleichmäßigen kurzen hellen Bedornung als Kandelaber mit meist senkrechten bis 5 Meter hohen Trieben sehr schöne Giganten, die die Landschaft hier mit wesentlich prägen. Sowohl geöffnete Blüten, als auch Früchte sind sehr rar und dann meist gut im Cephalium versteckt. Mit viel Mühe und Risiko im Steilgelände gelingen doch noch paar Aufnahmen die das Ganze etwas charakterisieren.
Inzwischen bemerke ich, daß Manfred schon abgestiegen ist und unser Taxifahrer vor der einsetzenden Dunkelheit unruhig wird. Die rotblühende Sinningia schaue ich mir auch noch schnell an und muß auch wieder feststellen, daß diese Knolle gigantisches Ausmaß hat. Schon fast im Abstieg dann überrraschenderweise noch Rudimente von Kugelkakteen. Das 2. Exemplar ist etwas besser erhalten – ich denke sofort an Matucana......., jedoch liegt auch sicher Melocactus hier im Bereich des Möglichkeiten. Nur noch schnell 2 Bilder, dann muss ich zurück. Zumindest sind die Standortkoordinaten gesichert für spätere Reisen.....!
Im Cafe „San Pedro“ erwartet uns noch Victor, er hat noch die Tour zur Orchideengärtnerei von Chachapoyas für uns reserviert.. Zwar wird es bald dunkel, es klappt gerade noch so. Dort hatte ich es 2008 vergebens versucht – es war niemand erreichbar gewesen damals. Wir werden von den netten Besitzern schon erwartet und erhalten eine Exclusivführung.!! :
Alle Aufnahmen nur noch mit Blitzlicht inzwischen – das tat aber den vielen Kostbarkeiten an Orchideen kaum in ihrer Vielfalt und Schönheit Abbruch. Leider stehen wir an diesem Abend dann doch etwas unter Zeitdruck und wollen nicht ganz bis zur völligen Dunkelheit die freundlichen Menschen hier in Anspruch nehmen.
Zum Schluß tauschen wir noch unsere Kärtchen aus, denn wir werden uns ggf, zu einigen Pflanzen taxonomisch noch wichtige Ergänzungen zuspielen. Auch für spätere Expeditionen hinein in das Amazonasgebiet können wir hier kompetente u. ordentliche Unterstützung erwarten.
Am Abend wieder gutes Rindfleisch im „Tushba“ und wir verabschieden uns ganz herzlich von Victor und seiner Familie. Auch zu ihm werde ich den Kontakt gerne aufrecht erhalten!
Freitag, 4. Dezember – Abreise von Chachapoyas nach Cajamarca
Sehr zeitig, um 6 Uhr, geht der Bus von „Movil Tours“ schon weg von Chachapoyas. Alternativen dazu gibt es nicht!
Entsprechend unruhig verbringt man die Nacht, es heißt immerhin 5 Uhr aufstehen. Pünktlich geht es ab und gegen 8 Uhr, als Leimabamba erreicht ist, haben wir dann Gelegenheit noch etwas zu frühstücken.
Mittagsrast gibt es diesmal keine, die ganze Strecke bis Balsas am Rio Maranon wird durchgefahren. Unterwegs halte ich die Kamera für die interessanten Abschnitte oben bei 3-4000mNN bereit. Meist ist der Bus jedoch zu schnell und damit können viele der Hochlandpflanzen kaum richtig wahrgenommen bzw. auch aufgenommen werden. Man hat nämlich seit letztem Jahr an der Straße die kritischen Stellen meist beseitigt. Somit sind wir auch schon Mittags in Balsas – es brodelt vor Hitze, ich registriere 37°C. Mit Manfred gehe ich kurz vor auf die 50 jährige Maranonbrücke um ein paar Bilder zu machen, doch schon hupt unser Bus und es geht weiter, wieder steil bergauf über unendliche Serpentinen. Dann in fast 4000m NN wieder der Schock wie schon 2008, es hat Schneeefall gegeben und gerade noch schießt das abgetaute viele Wasser sintflutartig zu Tale und reißt so manche Rinne in die Piste. Nur gut wir kommen überall gerade noch durch. Zur Dämmerung gegen halb 7 sind wir in Cajamarca. Wir nehmen gleich das Hotel an der großen Kreuzung bei den Busterminals und sind dort auch sofort gut untergebracht.
Es ist dann am Rest des Abends noch Zeit auch ein ordentliches Essen in der Stadt einzunehmen und Geld zu tauschen.
Auch zu Nelson kann ich Verbindung am Telefon herstellen – er hat sich Mo+Di freigehalten und würde mit uns zu einer gesonderten Tour losziehen wollen.
Samstag, 5 Dezember Aufbruch nach Aguas Calientes
Mit etwas Glück bekommen wir dann doch noch den 10 Uhr Bus von „Royalclass“, welcher auch „directo“ fährt.
Somit sind wir doch noch Mittag in A.C. Und haben noch das Glück auch den großen Samstagsmarkt zu erleben.
Quartier klappt im Hostal am Thermalbecken.
Beim Aussteigen in A.C. eine Überraschung, dort stosse ich auf Jose, der ja eigentlich jetzt in Lima wohnt, doch er wäre hier sein Vaterhaus zu rekonstruieren. Wir verabreden uns auf abends zum Bier im Hostal, doch iregndwie klappte es dann doch nicht bei Jose.
Auf dem immer noch sehr turbulenten Samstagsmarkt kommen Sigrun und Manfred nicht wenig ins Staunen. Auch wenn die meisten Tiere vom Viehmarkt inzwischen schon mit ihrem neuen Besitzer davon sind, bleibt mit dem Rest der Händler noch allerhand hier zu bestaunen. Wir können uns gut mit Obst und Gemüse versorgen, schiessen noch so manch interessantes Foto und ergötzen uns an der für Mitteleuropäer doch etwas bizarren Form der der Verkaufskultur.
Der Höhepunkt dann der Besuch beim Zahnarzt, er kommt immer extra zum Markttag aus Cajabamba hierher in eine Lehmhütte. Unsere Neugier wird gerne befriedigt, es wird sich rege unterhalten und wir können die Utensilien dieser ambulanten „Zahnversorgung“ nur mit Kopfschütteln bestaunen. Eine Black u. Decker mit flexibler Welle diente als Bohrer....., eine kleine Zigarrenkiste mit paar Baumarktschleifkörpern, dazwischen eine Cölaflasche, ein alter Küchenstuhl zum Sitzen und irgendwo an der Lehm-Strohdecke eine Energiesparlampe die nicht einmal zum Zeitungslesen reichen würde. Der freundliche „Zahnarzt“ zeigt uns all dies voller Begeisterung und läßt mich auch gleich mal Platz nehmen, greift zum Bohrer und dann klicken die Auslöser an den Fotos meiner Begleiter. Im nu allerhand einheimisches Publikum und ein Gelächter das uns alle nur so zum Schreien bringt!! Überhaupt fühlen wir uns alle hier in Aguas Calientes sehr wohl, wir sind die einzigen Touristen weit und breit und unsere Kakteen wachsen hier ja ohnehin bis an den Ortsrand heran, so daß dann unser Ausflug dorthin kaum Zeit kostet.
Ich zeige Manfred die mir sehr gut bekannten typischen Vertreter von Espostoa lanianuligera, Melocactus bellavistensis,
Matucana intertexta, Opuntia pestifer, Opuntia macbridei, Puya,......
Dabei halten wir uns gleich nördlich von A.C. auf und brauchen nur knapp 4km auf unserer Rund zurücklegen um ausreichernd an blühenden Pflanzen zu sehen. Gerade auch bei M. intertexta haben wir u.a. auch wieder das Glück Exemplare anzutreffen, welche bis zu 6 Blüten gleichzeitig geöffnet haben. Ein besonderer Höhepunkt ist eine Espostoa, welche mit 3 großen Cristaten im abendlich guten Fotolicht sich deutlich vom schwarzblauen Gewitterhimmel abhebt.
Als dann auch noch durch die Regenfälle weiter oben in den Bergen ein doppelter sehr stark ausgebildeter Regenbogen erscheint, wir diesen zusätzlich als Motivbereicherung mit aufs Bild rücken können, schlagen unsere Herzen bei solch einer glücklichen Konstellation gleich doppelt so schnell.
Das Thermalbaden im hauseigenen Schwimmbecken am Hostal lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen, wenn es dann auch schon lange dunkel ist.
Unser Restaurant am Hostal zaubert gebratene Ente auf die Teller....., ja und auch eiskaltes Cerveza gibt es reichlich, immerhin haben wir hier Tagesdurchschnittstemperaturwen um die 30 grd.Celsius. Leider hat das Thermalwasser mit gut 42° C auch einen etwas zu hohen Wert.
Sonntag, 6 Dezember Ausflug südlich des Rio Crisnejas in das Intertextahabitat von 2008
Gut gefrühstückt im Garten des Restaurantes im Schatten eines großen alten Baumes geht es voller Tatendrang südwärts. Anfangs auf den Spuren von 2008, jedoch blühen hier kaum Exemplare der Mat. Interetexta.
Die vielen Quarzgesteine gestalten aber unseren Weg etwas interessanter.
Wir halten un s weiter östlich inzwischwen als 2008, jedoch stossen wir nicht soweit vor, als das ganz neue Vegatationsbilder auftauchen könnten. Es brennt gnadenblose Sonne auf uns hernieder und zum Glück sind unsere Wasservorräte ausreichend. Neben Euphorbia weberbauerii und einer Rauhia kommt kaum wesntlich noch zu Erwähnendes, obwohl wir uns durch fast endlos erscheinendes Dornengestrüpp paar Std aufwärts durchkämpfen.
Damit fällt dieser 2. Tag von A. C. rel. bescheiden aus. Gegen 4 Uhr brechen wir auch vom Hostal auf um den Bus nach Cajamarca zu erreichen, denn am Montagfrüh soll es ja schon mit Nelson auf Tour gehen.
Telefonisch klappt die Abstimmung am Abend auch noch einmal.
Montag, 7. Dezember Tour zur Laguna San Nicolas mit Zelt in das Habitat von Matucana auraeiflora, Cleistocactus cajamarcensis, Corryocactus spec. u.a.
Wir sind mit Nelson am Morgen verabredet. Nach einem gemeinsamen Frühstück besorgen wir uns noch auf dem bunten Markt der Campaesinos gleich hinter unserem Hotel die nötigen Lebensmittel für die 2 Tage. (Früchte, Gemüse und auch ein Kilogr. Fleisch vom Rind, kann ich bekommen.
Wir nehmen zum Anfangspunkt unserer Trekkingtour erst einmal ein Taxi in Richtung Namora hinaus. Da dies auf alle Fälle für mich diesmal Neuland darstellt, lasse ich zur besseren Kontrolle von dort ab die GPS-aufzeichnung laufen.
Tagesziel soll die Laguna San Nicolas sein. Wir starten in ca. 2500m NN und gehen in relativ stark landwirtschaftlich genutztem Gelände los. Allzuviel Hoffnung hege ich hier nicht etwas zufinden. Jedoch gesellen sich ab und an kleine Restrefugien von weniger anthropogen beeinflußten Flächen hinzu. Kaum gedacht, führt uns Nelson auch schon gleich neben dem Weg zu den ersten Matucana aureiflora sowie Peperomia spec.
An der 2. Fläche dann, diese hat bestimmt 2 Hektar Ausmaß, finden wir aureiflora in vielen Exemplaren, auch mit etlichen Früchten, jedoch sind keine Blüten vorhanden. Zumindest haben wir doch schon paar gute Bilder über den Habitus der Pflanzen anfertigen können, welcher aus meiner Sicht und Erfahrung aus dem Raum Huaraz/mittl. Rio Santa
Tal, sehr stark an Oroya borchersii erinnert. Bedornung rel. kurz, Trichterscheitel, das alles könnte doch schon sehr ähnlich sein – ich werde später entsprechend die Bilder dazu gegenüberstellen! Bl. waren an diesem Tag keine vorh.!
Es finden sich noch paar Ex. von Cleistocactus cajamarcensis in Blüte und somit sind wir schon sehr zufrieden für den Anfang. Im weiteren Verlauf des Weges zur Laguna bleibt es dann erst mal zwar recht idyllisch landwirtschaftlich schön geprägt, jedoch kaum Kakteenland. Erst als wir die Laguna sehen in einem weiten frischgrünen fast völlig baumlosen Talbereich, taucht am Wegesrand ein Corryocactus mit rotén Blüten auf. Es sollte sich um die gleiche Species handeln, wie ich diese schon 2008 unter SJ10036 beoberhalb Pay Pay gelistet habe. Zumindest erklärt mir Nelson diesen Zusammenhang , da er ja schon öfter an beiden Standorten war. Besonders auffällig sind der reichliche Blüten-und Fruchtansatz. Später kann ich dann bei weiteren Pflanzen auch die knollenartige Verdickung an der Basis erkennen,
wie diese auch bei SJ10036 damals markant aufgetreten ist. Wir kommen nach weitern 30 Minuten Gehzeit an der Laguna an und können ein rel. steinfreies Plätzchen zum Aufschlagen der Zelte finden.
Es bleibt noch genügend Zeit für einen Feldausflug in den Steilhang mit 2 Felsstufungen aus buntsandsteinartigem rotem Material. Dort konzentrieren sich unsere Aktivitäten zur Pflanzenbeobachtung. Immer wieder Corryocactus, etliches an Peperomia, was besonders Nelson für Dr. G. Pino interessiert, Puya, einz. Orchideen, auch Oxalis, Thymian, Bromelien...., von den Matucanas jedoch oben im Fels kaum noch etwas, diese lieben dann schon eher etwas grasige flachere Stellen weiter unten. Es können noch gute Blütenansätze bei Corryocactus dokumentiert werden, die vielen stachelbeerartigen Früchte sind auch ordentlich mit dokumentierbar. Blütenschnitte fertige ich mit Nelson dann zuletzt unten am Zelt in Ruhe an.
Für unsere Parillada ist es sehr schwierig im baumlosen Gelände etwas Brennbares aufzufinden. Endlich an 2 Einsiedlereukalyptusbäumen werden wir fündig. Viele schöne trockene Rinde, Da es einiges an total abgestorbenen alten Borzikakteern gibt, wird u.a. unser Lagerfeuer auch daraus genährt werden.
Wir lassen dann den Tag recht zünftig bei einem fast 2-stündigen Lagerfeuer gemütlich ausklingen. Lediglich Bier und Rotwein fehlen dazu...., es war keiner gewillt dies mitzuschleppen!
Wir bestaunen beim Erlöschen des Lagerfeuers noch die üppige Vielfalt des südlichen Sternhimmels. Die Nacht verläuft hier in der Einöde recht ruhig, Lediglich ein paar Hunde der abgelegenen kleinen Bauernhöfe versuchen unsere Rester an Knochen der Parillada usw. noch aufzuspüren und machen die entsprechenden Geräusche.
Dienstag, 8 Dezember Im Habitat von Matucana aurantiaca bei Namora als Abschluß der 2-Tagestour
Der Morgen ist zwar recht kühl in ca. 2600mNN, doch dafür kommt schon gegen 6 Uhr die wärmende Sonne zu uns hervor. Heisser Kaffe und Tee helfen dann die Lebensgeister wieder schnell komplett einzuhauchen. Noch einmal bin ich mit Nelson oben in den Felswandstufen unterwegs nach Kakteen zu suchen. Paar gute Bilder kommen noch dabei heraus. Es wird dann zusammengepackt, denn wir müssen in Richtung Namora loslaufen. Dabei umrunden wir den See fast zur Hälfte auf der Nordseite. Auch aus den hier verstreut angeordneten Bauerngehöften tauchen Menschen auf, die sich in der wärmenden Morgensonne zu verschiedensten Arbeiten aufhalten. Am Vortage hatte ich noch unseren Nachbarn bein Bau eines traditionellen Holzpfluges zugeschaut. Wohl 1 Jahr nur hält diese Gerät!
Das Wasser der Lagune beherbergt bauch kleine Fische – immerhin hat die Laguna sicher so ca.30 Hektar Wasserfläche.
Zum Baden ist es wenig geeignet, die schilfigen Ufer zum einen, dann sind die Randbereiche auch sehr flach.
Unser Trinkwasser hatten wir übrigens aus kleinen Quelltümpeln geholt, na ja so ganz überzeugt hat uns das nicht. Aber es wurde uns jedenfalls dann nicht zum Verhängnis, wir hatten es entkeimt und abgekocht!
Das morgendliche Gegenlichtspiel an der Laguna beim Umrunden läßt tolle Bilder zu. Dann brennt aber die Sonne langsam wieder erbarmungslos und wir müssen uns sputen nach Namora zu kommen. Ein Berg mit ca. 3000mNN ist zu queren, dann endlich sehen wir Namora. Unten im Ort gönnen wir uns ein Mittagessen – die Trucha ist immer lecker!
Da der weiterer Anmarsch zum Habitat nur aus 6 Km Strasse besteht, es brütend heiß ist, chartern wir ein Taxi dort hin.
Somit bleibt dann genügend Zeit und Kraft im feksig steilen Gelände hochwärts die Matucanas aurantiaca auch ausgiebig zu studieren. Schon das erste Exemplar hat eine Blüte, so steigen die Erwartungen sehr hoch. Es dauert dann jedoch sehr lange bis wir weiter oben dann endlich auf weitere Blüten stossen. Dafür geht eine relativ üppige Begleitvegetation einher. Pitcairnia in Blüte immer wieder in leuchtendem Rot, viel Orchideen, wenn auch meist ausser Pleurothallis o. Blüten, viele Peperomia, Puya, Bromeliaceae......; dann auch noch Blüten die nicht sehr von den Insekten zerfressen waren. Bei aurantiaca. Auffällig viel Bartflechten und Moose im Habitat haben die Matucanas hier fast im Würgegriff. Es deutet alles auf saure Bodenverhältnisse hin.. Ich habe mein PH-Wert-Meßgerät ja mit und in einer schattigen Stelle führe ich 2 Messungen durch. Dazu wird Substrat am Standort verschiedener Pflanzen in Kleinstmengen, einschl. etwas vom Moos am standort gemischt in 2 Proben in Aqua-Dest. Aufgelöst und geprüft.
Es erweisen sich als eindeutig saure Bodenverhältnisse! Die gewonnen Werte werden sofort auch am swtandort fotograf. Dokumentirt, um keien verwechslung zuzulassen!
Leider gibt es noch keine PH-Meter die auch die Meßwerte digital speichern können und somit im Loggerprinzip arbeiten. Wir sind in diesem Hanbitat alle noch einmal sehr auf unsere Kosten gekommen, das angefallene Bildmaterial wird es beweisen.
Nicht allzuspät sind wir dann zurück in Cajamarca. Es ist sogar noch Zeit um sich einmal in der City ein Stück Torte und Kaffee als besonderen Luxus leisten zu können.
Mittwoch, 9. Dezember Ausflug über Choten ins Habitat von Matucana fruticosa
Noch bevor es am Abend des gleichen Tages nach Lima gehen soll, nutzen wir die Zeit einen letzten Ausflug zu unternehmen. Den im Vorjahr schon aufgesuchten Bereich unterhalb von Yumagual (SJ10044-10048) will ich meinen
beiden Begleitern noch zeigen. Dazu kommen wir mit einem Bus der Trujillo ansteuert in 1 Std nach Coten. Der Anmarschweg diesmal gerade von der anderen Seite als 2008. Die sehr grünen Täler hier im Dezember lassen kaum an Kakteenvegetation glauben. Dazu der Baumbestand, es sind vorwiedend nur Eukalytuspflanzungen, man könnte meinen
man befindet sich in eoropäischen Gefilden, würde man den Eukalytus mit Fichte oder Kiefer substituieren.
Wir suchen zuerst eine große Pflanze von Cleistocactus purpureus auf.
Dann wird die Vegetation zu einem Seitental hin immer üppiger, denn dort hält sich noch mehr Feuchte.
Es ist auch der Bereich in dem es Thermalwasser gibt. Sowohl die ostseitige riesige Felswand (mehrere hundert Meter hoch und ca. nur 30 ° geneigt, als auch im Tal selbst, herrschen eine vielfältige hochdiversitäre Vegetation vor.
Unsere Matucana fruticosa hat natürlch im steilen Fels zumeist ihre sicheren Rückzugsgebiete gefunden. Nur Blüten
sind im Dezember kaum auffindbar! Im wieteren Aufstieg stoße ich im Unterholz auf viele Pilze, welche unseren Lärchenröhrlingen sehr stark ähneln. Ich dokumentiere davon schnell etwas. Im mittleren Habitat von M. f. dann kann ich zwar wieder eine sehr hohe Dichte und Vitalität der Exemplare registrieren, jedoch auch wieder keine Blüten.Die unmittelbar angrenzenden Weideflächen der Campesinos haben auch einige Spuren hinterlassen. Einiges an Müll breitet sich langsam weiter aus und ich entferne teilweise schon etwas um überhaupt ordentlich fotografieren zu können.
Die Blütezeit wird mir mit Mai von den Campesinos bestätigt(wie durch Nelson)! Die grossen Rosetten der Echeveria oreophilla (SJ 10046) zeigen zwar wieder keine Blüten, jedoch stehen stattlich Fruchtstände, welche wieder sicher eine
Unmenge an Samen verbreiten werden. Sehr üppig auch wieder im Habiatat mit den Echeverien zwischen den M.f.
verteilt sind auch Bromeliaceae spec.. Ich dokumentiere davon die Blütenstiele um auch hier noch eine taxonomische Einordnug im Nachgang machen zu können. Es finden sich weiterhin im Habitat die kleinen Sedum spec., Oxalis, Puya
u.einiges mehr. Jedoch zwingt die Zeit mich schon zur Umkehr!
Zuvor hatte ich noch mit den Campesinos abgestimmt, hier evtl. 2010 zur 16. SA-Tour auf den angrenzenden kleinen
Wiesen campieren zu dürfen. TW ist vorhanden. Milch, Käse und Eier, Kartoffeln können vor Ort erworben werden!
Ich muß mich zum Abstieg sputen, wollte ich ja wenigstens auch noch ein paar Minuten das Thermalwasser unten am kleineren Wasserfall nutzen. Koche noch schnell inzwischen eine Suppe, irgendwie darf das Essen nicht ganz vergessen werden.....
Rückfahrt nach Cajamarca klappt auch wieder.
Pünktlich 18:45 Uhr geht es mit „Flores“ im 5-Sterne-Bus nach Lima. Habe mir diesmal die 1. Klasse unten im Doppelstockbus gegönnt – es lohnt sich auf solch langer Fahrt. U.a. gibt es ein Abendessen, auch die Platzverhältnisse sind mit den breiten Ledersitzen doch recht gut. Man sitzt unten recht ruhig und erschütterungsärmer, so kann ich noch etliche Std am Abend am Netbook wichtige Dinge der letzten Tage nachtragen.
Zu Mitternacht finde ich auch etliche Std recht bequem zum Schlaf......
Donnerstag, 10. Dezember - Ankunft in Lima
Ich wache erst auf als es hell wird. Die letzten Fahrstunden auf der Panamerikana sind so ruhig, daß man dabei doch recht ordentlich ausruhen kann. Nach langem Kreiseln in der Multimetropole Lima findet unser Bus dann nach 15 Std sein Endziel. Wir nehmen ein Taxi und sind schon paar Minuten später im „Bellavista“ an der Av. Pierola zwischen Plaza dos de Mayo uns Plaza San Martin. Zwar keine noble Absteige, jedoch mit 4 Euro pro Nacht ein Preis der die Reisekasse in einer Hauptstadt sicher nicht überstrapaziert. Es kommt auch meinen beiden Begleitern noch entgegen.
Man will noch etwas Shoppen, dazu schlage ich Miraflores vor. Mit dem Citybus klappt es sehr gut. Sowohl der Bergsportladen, der Metromarkt mit Mate de Coca, Pisco Sour u.v.a.m., als auch die großen Souveniermärkte hier, können noch einmal den Kaufrausch der erstmals in Südamerika weilenden Heimkehrer Sigrun und Manfred befriedigen.
Auch den telefon. Kontakt zu Dr. G. Pino kann ich schon herstellen und eine erste gemeinsame Aktivität für den Freitag wird vereinbart.
Freitag, 11. Dezember Heimreise meiner letzten Begleiter – Ausflug in den Parque los Leyendas
Viel passiert nicht mehr bei S. u. M., sie bereiten sich auf den abendlichen Abflug vor. Am Nachmittag bringe ich sie noch zum Flughafentaxi und damit ist der erste offizielle Teil der 15. Südamerikatour endgültig abgeschlossen.
Ich bin auf der Suche von PH-Wert-Pufferlösung 7,0 und machte mir wenig Hoffnung. Doch irgendwie schien ich einen
Glückstag zu haben. Schon im ersten Geschäft (nur eine Querstrasse hinter der Av. Periola) bin ich fündig geworden.
Es ist das Viertel des Medizin. Laborbedarfes – da komme ich äußerst günstig auch an weitere Dinge heran, die evtl zusätzlich noch relevant werden könnten. Zumindest ist jetzt die PH-Wert-Meßgerätekalibierung für den Rest der Tour
sichergestellt. Auch gut zu wissen bei weiteren Reisen, diese Dinge nicht erst völlig überteueret in Europa zu besorgen.
Ähnlich verhielt es sich auch mit TW-Aufbereitungstabletten im Bergsportladen, wie es mir auch Manfred dort noch zusätzlich bestätigte (auch die Gaskartuschen mit Gewinde werde ich für den Februar wieder dort holen)
Am Nachmittag fahre ich zu Gillermo nach Jesus Maria und werde dort schon erwartet. Es sind schon zwei Orchideenfreunde angekommen. So lerne ich auch u.a. den Präsidenten der engl. Orchideengesellschaft Dr. H. Oakeley
kennen.
Unter der Führung von Guillermo, er war ja einst Direktor des Bot. Gartens im Las Leyendas, geht es als VIP-Gast für mich schon zum 3. mal hierher. Natürlich wird wieder etliches dokumentiert. Die Matucana fruticosa im Gelände birgt Unmengen an reifen Früchten, so daß hier auch ein paar Korn Samen mit abfallen.
Bemerken möchte ich, daß den peruan. Freunden für den Garten leider viel zu wenige Reviergärtner zur Verfügung stehen. Das wäre sicher unter der Regie von Guillermo etwas besser organisiert. Dadurch sind häufig wertvolle Beschilderungen unsachgemäß bei Pflegearbeiten verändert, vertauscht oder einfach unkenntlich geworden. Man wässert doch manchmal die Anlage mit dem Gartenschlauch und das führt zu sehr nachteiligen Nebenwirkungen.....!!
Anschließend fährt mich Guillermo zurück zum Hotel in der Av. Pierola. Ausser anfallende Arbeit im Internet passiert dann nichts weiter an diesem Tag mehr.
Sonnabend, 12. Dezember – Besuch bei Dr. Carlos Ostalaza, dem Kakteenguru Perus
Am Vormittag arbeite ich weiter noch liegengebliebene Dinge der Reise auf.
Am Nac hmittag holt mich Guillermo zum Besuch bei Carlos ab. Da wir diesamal noch im Hellen dort eintreffen, ist Zeit in seinem Garten die umfangreiche Sammlung an Kakteen und anderen Sukkulenten zu bestaunen. Die klimatischen Be-
dingungen gestatten es hier in Lima eben, daß man auch ausgepflanzte Kakteen bis auf fast natürliche Größe halten kann.
So stehen u.a. paar Armato-und Haageocereen im Gelände, große Pereskia, hin und wieder hat sich auch ein Kaktus aus Mexiko mit hierher verirrt. Unter Bäumen bzw. and. Schattenplätzen hat Carlos Rhipsalis, Epicacteen und so manch Species zusammengetragen die wir in Mitteleuropa nur mit riesigen Aufwendungen überhaupt hätten halten können.
Wir kommen dann zu unserem vereinbarten Zusammentreffen u.a. wird auch meiner Aufnahme in die Peruanische
Kakteengesellschaft (SPECS) zugestimmt. ….............
Da ich inzwischen für die peruan. Kakteenfreunde kein Unbekannter mehr bin, verlaufen auch unsre anderen angekündigten Absprachen in den gewünschten Bahnen. Ich übergebe auch Carlos noch ein Heft der „Berliner Kakteenblätter“ worüber er sich ebenso wie schon Nelson u. Guillermo freut. Er würde gern diese Publikation auch als feste Größe im Austausch mit der „Quepo“ in sein Programm nehmen, wozu ich ihm geren helfen werde.
Entsprechend kann ich im Nachgang die Berliner Kakteenfreunde dazu informieren!
Sonntag, 13. Dezember Stadtbummel – Skypekontakt nach D
Ein echter Ruhetag heute – viel passiert nicht. Gegen 10 Uhr erwische ich meine Leute zuhaus beim Adventskaffetrinken in MW. Etwas aufregend und zugleich belustigend ist es schon immer wieder so auf 2-3 Tastenkombinationen plötzlich die Heimat mit seinen Nächsten dranzuhaben. Auch wenn die Tonqualität nicht berauschend war, sind ein paar Livebilder von zuhaus doch mal ganz schön und wir konnten paar Dinge bereden.
Auch ein mail von Sigrun und Manfred ist mit eingegangen, sie sind inzwischen auch heil in D. Angekommen.
Auf dem Plaza de Armas kann ich noch bei Tageslicht einen riesigenAufmarsch der gesamten Feuerwehrleute von Lima
beiwohnen. In ihren roten Anzügen gibt das bei etwas Sonnenschein eine herrliche Kulisse vor den geplegten, bunten Parkanlagen bzw. den gesamten historischenGebäuden. Auch sind weitere temporäre Ausstellungstücke, deren Zugehörigkeit ich kaum einem konkreten Zweck zuordnen kann, vorhanden, die ein recht buntes exotisches Bild abgeben.
Erst richtig bunt und dazu recht geschmackvoll zweigt sich dann der Plaza im Dunkel als sich eine überaus reichliche Weihnachtsillumination ringsherum an allen Gebäuden, sowie im Park selbst von phantastischer Vielfalt und Perfektion zeigt. Zum Glück führe ich noch die Kameras mit und kann diese schöne Lichterstimmung gut einfangen.
All dies Motive verwerte ich gleich am nächsten Tag für meine „Weihnachtspostkarten“ der elektronischen Versandart!
Montag, 14. Dezember Besichtigung der Peperomiensammlung von Dr. G. Pino -
SPECS -Versammlung an der Universität La Molina
Nach dem Mittagessen bin ich mit Guillermo verabredet. Heute will er mir seine neuen Gewächshäuser oben auf der großen Dachterasse zeigen. Die alten Anlagen in seinem Garten hinterm Haus sind nicht mehr besonders schön und baufällig.
Oben auf dem Flachdach hat er 2 neue Häuser errichten lassen, 1x Glas u nd 1 anderes mir Kunststoffplatten.
Somit kann er getrennt die Pflanzen von den Bergen aus kühleren Regione kultivieren als auch im Warmhaus die ent-
sprechenden Exemplare halten. Es ist schon eine beachtliche Collection die er hier zusammengetragen hat
Auch meine Pflanzen die ich ihm im letzten Jahr von Atiquipa mitgebracht hatte, stehen inzwischen hier.
Ich kann mir etliche Bilder anfertigen, natürlich um auch gleich bei vielen Pflanzen mit greifbarer Beschilderung taxonomisch etwas davon zu profitieren.
Anschließend gebe ich an Guillermo noch die ihm zugesagten Bilder über Peperomia, welche ich ganz aktuell von Galapagos mitgebracht habe. Dies erfreut ihn natürlich ganz besonders und ich kann ihn somit für seine nächsten geplanten Veröffentlichungen schwerwiegend helfen!!
Ich glaube unsere weitere Zusammenarbeit wird sich entsprechend entwickeln lassen......
Inzwischen ist es schon spät und wir müssen schnellstens raus zur Uni um noch die SPECS-Versammlung zu erreichen.
Es hat dann inzwischen begonnen. Debora Mcdonald Zöllner referiert über Haageocereen, Mila und andere Kakteen der Küstenregion. Bekomme heute auch meine offizielle Mitgli3ederkarte von SPECS.
Guillermo fährt mich anschließend zum Hotel zurück.
Dienstag, 15. Dezember - Endgültig Abreise von Lima – nach Cusco
Am Vormittag organisiere ich mein Busticket. Die restliche verbleibende Zeit kann ich noch notewendige Besorgungen erledigen.
Ein größerer Transportschutzsack ist fällig, ich mußte lange suchen was Passendes zufinden. Im Viertel des Laborbedarfes stöbere ich noch einmal. Heute finde ich ein Kombimeßgerät für Temp./Luftfeuchte sowie auch ein Bodenthermometer, beides mit Digitalanzeige. Jedoch an Geräte mit Speicherung/Loggerfunktion ist nicht zu denken.
Jedoch meine ich, wenn die gewonnenen Werte vor Ort ohnehin zur Doku fotografisch direkt am Pflanzenstandort festgehalten werden, kann das sehr sicher sein gegenüber Verwechslungen und unnötigem weiteren Datenmüll der evtl. zu umfangreich werden könnte bei Loggerfunktion,, vermeiden helfen.
Gegen 15 Uhr breche ich zum Busterminal von Empreso Sanchez auf. Ein paar Kleidungs-und sonstige Ausrüstungsgegenstände, die ich für die ca. 5 Wochen zur „Südroute“ entbehren kann, lasse ich bei den freundlichen
chinesischen Hotelbetreibern zurück. Somit wird mein Reisegepäck erstmals doch spürbar um ca. fast 20% leichter und damit etwas handlicher, ausserdem habe ich dann bei Rückkehr Ende Januar in Lima noch etwas Reservekleidung usw.....
!6 Uhr rollt mein Bus ab, 20 Std Fahrzeit sind eingeplant – im letzten Jahr bekam mir diese Route hoch nach Cusco garnicht gut!!!
Die ersten paar Std im Bus kann ich noch nutzen um endgültig meine Tagebuchaufzeichnungen auf neuesten Stand zu
bringen.
Mittwoch 18. November Schnorcheln im vorgelagerten Riff von Villamil
Von der Bootsanlegestelle aus geht es mit einem kleinen Boot in weniger als 10 min raus auf ein flaches begehbares schwarzes Lavariff zum Schnorcheln. Die dahinter weiter ostwärts liegende Bucht kann dann ohne größere Anstrengungen gleich mit Taucherflossen begangen werden. Es ist allerhand an Fischen hier zu Bestaunen. Auch einzelne Meereschildkröten sind sogar vom Boot aus schon auf ein Foto mit gelangt. Im 2. Teil dann geht es etwas weiter hin zum offenen Meer vorbei an ein paar Galapagospinguinen zu einer ganz besonderen Überraschung. In einem schmalen zum Meer hin verbundenen Kanal im Lavagestein ruhen Haie bis reichl. 2 m Größe zur Ebbe solange sich aus, bis nach Gezeitenwechsel sie wieder zur Nahrungsaufnahme losziehen können. Die sehr gute Begehbarkeit mit einem Abstand von 3-4 Metern nur für uns ist ein einmaliges Erlebnis. Dies dann auch noch gut mit Foto und Video dokumentieren zu können ist fantastisch! Fast fassungslos staunen wir dort lange Zeit und waren von diesem Naturschauspiel, welches sich täglich hier wiederholt in den Bann gezogen. Anschließend erreichen wir auch noch einen kleinen Strand, der als sogenannte Geburtsstation für Seelöwenbabies bezeichnet wird. Kleine frisch geborene Junge liegen säugend an ihren Müttern, während Bullen in Machomanier brüllend die Reviere und Weibchen verteidigen. Dazu flankieren noch dutzende Meerechsen auf den Lavageröllen das ganze Geschehen mit ihren oft leblos erscheinenden Körpern, auch um sich in der Sonne vom kühlen Meerwasser zu erwärmen.
Es war wieder ein Tag wunderschöner und spanneneder Tierbeobachtungen und sollte noch lange nicht der Letzte sein hier auf Galapagos. Zum Glück wurde eine Unmenge an Bildern angefertigt, denn all diese so schnell erfahrenen Eindrücke können dann in Ruhe erst richtig weiter verarbeitet und auch oft erst richtig verstanden werden.
Do, 19. November – Aufstieg zum Vulcan Cerro Negro und Chico mit Zeltübernachtung
Es beginnt früh leicht schleppend mit der Abfahrt, doch dann bringt uns ein Fahrzeug die ca. 800 Höhenmeter hoch zum
Stützpunkt der Natinalparkverwaltung. Unterwegs bewahrheiten sich alle in der Literatur geschilderten Beschreibung zur Veränderung der Vegetationszonen. Befinden wir uns unten bis reichlich 100m NN noch in der Trockenzone mit den Baumopuntien, beginnt dann ein fließender Übergang in feuchteres Milieu. Schon ab ca. 400m ist dadurch alles grün
und es wird landwirtschaftliche Nutzung möglich. Die klassischen Früchte der Tropen wie Bananen, Ananas, Papaya, Mango usw. Sind zu sehen und etwas später im temperierteren höheren Teil sehen wir auch viel Kaffeanbau. Es wird ja sogar Galapagoskaffe für die Touristen käuflich unten in den Souvenierläden angeboten. Die dann mit zunehemnder
Höhe einhergehenden feuchten Luftmassen lassen keinen Sonnenschein mehr zu und es wird entsprechend kühler.
Wir befinden uns dann am Endpunkt der Fahrt im typischen Nebelwald, der jedoch hier mit relativ wenig Baumbewuchs gekennzeichnet ist. Im Wolkendunst begeben wir uns auf die große Wiese am Parkwächterstützpunkt und sehen schon unsere Pferde für den weiteren Aufgstieg hoch zum ca. 200m höher liegenden Volcan Cerro Negro. Das Gepäck bleibt hier zurück und wir haben nur das Nötigste für den Weiterweg bei uns. Die Pferde erweisen sich als nicht sehr mobil, da hilft auch kaum ein Versuch sie zu einer schnelleren Gangart anzutreiben, es bleibt ein recht lahmer Trott. Jedoch erweist sich dies in Anbetracht des rutschigen Geländes oft auch als ein Vorteil, es kommt zu keinen nennenswerten Problemen.
Wir könne auch somit hin und wieder dabei die Kamera nehmen und etwas von der Umgebung aufnehmen. Ich erkenne etliche weissblühende Erdorchideen, und immer wieder die Galapagosguavensträucher. Wir gehen so schräg am Berg hoch, daß wir nach ca. 1 Stund die hintere Seite erreichen, welche im Winschatten dann durch wesentlich arideres Klima
gekennzeichnet ist. Aus den Wolken heraustreternd erwärmt uns dann sofort die Sonne und wir erkennen auch schon linksseitig die riesige Caldera des Cerro Negro mit den Ausmaßen von 15/12km als leicht ellyptische Form. Ca. 50m tiefer befindet sich in waagerechter Anordnung, wie erst eben frisch erstarrt die riesige pechschwarze Lavamasse über den gesamten Kraterinnenteil verteilt. Nach Errerichen des Endpunktes der Route zu Pferde dann bleibt genügend Zeit davon entsprechend weiter ordentliche Fotos zu machen. Wir lassen hier in ca. 1000m unsere Pferde zurück und gehen auf die ca. 6km Trail zum Volcan Chico. Dabei haben wir immer wieder eine gute Aussicht hinunter bis auf das marine- blau bis türkis heraufleuchtende Meer. Es herrscht hier nur noch Buschvegetation vor und damit ist zusätzlich die Sicht
wesentlich mehr freigegeben als in den vorangegangenen Abschnitten. Schon nach reichlich 1 km sind wir nur noch auf fast vegetationslosen Lavageröllen angekommen, jedoch bewahrheiten sich die Vorhersagen des Parkwächters und einzelne Kandelabercereen des Jasminocereus schmücken das ganze Gelände doch sehr schön zur Freude von Manfred und mir. Im Laufe des Weiterweges der sich ziehmlich auf gleicher Höhe bleibend jetzt gestaltet um an den Volcan Chico zu kommen, verschwinden die letzten Vegetationsreste gänzlich, denn hier in dieser Zone haben wohl erst 1997 frische Lavamassen bei einem kleinen Ausbruch vom oberhalb des Chico liegenden Kraterrand des Cerro Negros einen noch gut erkennbaren frischen tiefschwarzen Lavastrom gebildet, der ausssieht, als wäre er erst gestern erstarrt. Unser Führer zeigt uns die typischen Lavaerscheinungsformen, von Tunnelbildung über Tropfenbildung, Glasnadelbildung der Silikate, Tuffsteinbildungen usw.. Jedoch ist die technische Wiedergabe mit dem Fotoapparat bei der grellen Sonne eine
nicht so leicht zu beherrschende Aufgabe. Am Chico selbst dann erwartet uns ein kleiner Krater von ca. nur 15m Durchmesser, welcher sich aber nicht ganz in den tiefen Schlund schauen läßt. Lediglich ein paar allererste kleine Farnpflänzchen haben hier schon an den senkrechten Kraterinnenwänden schon als Pioniere Lebensraum erobert, ansonsten ist alle weitere Umgebung hier so trocken und lebensfeindlich, daß man andere Pflanzen vergebens sucht.
Wir rasten kurz und beim Umrunden des Chico zeigt sich, daß dieser aus 2 Kratern besteht, wobei man zwischen beiden hindurchlaufen kann. Auf dem Rück weg zu unseren Pferden gelingen auch noch Bilder vom Jasminocereus mit schönen reifen Früchten, welche sich hier von denen im Bereich Küste durch fast Kugelform etwas unterscheiden. Auch noch paar Opuntienpflanzen (keine Baumopuntien) sind dann nach den Lavafeldern zu finden – jedoch sicher nur versprengte
Varietäten der auf Isabela ansässigen Baumopuntia. Zur Rast unter dem einzigen großen Baum weit und breit können wir auf den Ästen kleine Peperomien finden die denen von der Isla Floreana ähneln. Da immer noch viel Sonnenschein ist,
kann ich paar gute Bilder anfertigen. Der restliche Rückweg mit den Pferden dann verläuft ohne Zwischenfälle.
Im Camp angekommen hat uns der Nebel bzw. die Wolken mit leichtem Nieselregen wieder. Wir bauen noch im Hellen die Zelte auf. Zur Dämmerung kann Margit die hier ausgewiesene Sumpfohreule erkennen, ich komme aber aus Lichtmangel nicht zum Zuge mit Bildern. Viel paasiert nicht mehr bis zur Nacht, Guillermo hat uns auch noch lange auf das Abendessen warten lassen. Danach geben sich Paola, Jorge und unser Führer noch Mühe bei der permanenten
Nässe doch noch ein kleines Grillfeuer zu entfachen. Es gibt noch etwas für jeden zum Kosten als Nachtisch.
Die Nacht vergeht relativ ruhig, wenn auch sehr feucht, mein Zelt jedoch bleibt recht ressistent gegen diese leicht kriechende Nässe.
Freitag 20. November Rückkehr nach Villamil und nochmals Schnorcheln im vorgelagerten Riff
Im Morgengrauen können wir schon unsere Sumpfohreule vom Vorabend wieder sichten. Diesmal scheint sie regelrecht
die Menschen hier auf unserem Lagerplatz zu beobachten und keinerlei Berührungsängste zu haben. Ich kann mich ihr vorsichtig auch ohne Deckung immer weiter nähern, bis ich fast auf Armlänge heran bin. Selbst Aufnahmen mit Blitz scheinen sie nicht sonderölich zu stören. Es gelingen für mich einmalig schöne Aiufnahmen, welche ich meinem befreundeten Hobbyornithologen und ehemaligen Studioenkollegen Wleland aus Riesa senden werde zur Bestätigung der Einordnung dieser Spezies. Auch nachdem sich unser Zeleltplatzgast kurz zu einem kleinen Rundflug entfernt hatte, kehrt er zurück, landet diesal jedoch auf einem Sandhaufen, dies brachte aber nochmals kurz etwas zusätzlich andere Motive, u.a. auch mit geöffneten Flügeln.
Einige unserer Leute sind diese Nacht etwas durch die Nässe abgesoffen, Manfred und Sigrun haben leider nur ihr einfaches Zelt mitgehabt. Gegen halb acht kommt schon unser Transportfahrzeug und bringt uns zurück nach Villamil.
Es gibt gleich Früstück und wir sortieren unsere Sachen in unseren Cabanas, bzw. trocknen Zel^te uns sonstiges Equipment.
Anschließend hat Guillermo für uns wieder eine Schnorcheltour organisiert. Es geht vom Hafen mit 2 Booten weiter hinaus an das offene Meer und in diesem Bereich erwarten uns diesmal überraschend viele und auch sehr große Fische.
Daqbei können wirt auch einen riesigen Mantarochen (Mantarej) unten sich im Sand einbuddelnd beobachten. Wir sollen zusammenbleiben meint unser Guia, der Haie wegen, denn unweit davon ist der Lavakanal in dem wir paar Tage zuvor erst welche beobachtet hatten. Auch Meeresschildkröten und Seelöwen sind natürlichg mit uns hier oft spielerisch vereint. Manfred scheint besondere Zuneigung zu Schildkröten zu haben – er hält sich dort oft wie ein Synchronschwimmer auf. Wir sind uns einig es war auf alle Fälle hier der allerbeste Ort um Meerestiere zu beobachten, dabei kamen noch weitere Highlights. Ein Stopp bei den kleinen Galapagospinguinen und eine Kolonie von Blaufußtölpeln. Letztere sitzen wie Hühner auf der Stange auf den schwarzen Lavafelsen, wobei uns unser Bootsfahre recht nahe heranbringt. Die Auslöser unserer Kameras surren im Wettstreit. Die hellblauen „Latschen“ der Vögel sind schon ein ganz besonderes Markenzeichen. Anschließend haben wir auch noch das Glück beobachten zu können, wie die Blaufußtölpel zum Fischen im blitzschnellen Sturzflug aus ca. 25m Höhe ins Meer zu den Fischen hinabschiessen. Da komme ich mit der Videocamera einfach nicht hinterher, alle Versuche es aufzunehmen schlagen fehl. Rundum zufrieden gönnen wir uns erst wieder einmal ein Almuerzo – ruhen etwas aus um dann nochmals etwas am Strand zu relaxen. Es gibt sehr schöne neuere Anlagen mit freiem Zugang zum Meer, welche dann aber auch preislich schon im gehobenen Bereich angesiedelt sind.(ich hole mir Angebotsunterlagen für spätere evtl. Reisen un d spreche auch mit der Besitzerin
zu evtl. Gruppenrabatten. Auch noch für ein schönes Gruppenbild unserer Reisegruppe am Satrand finde ich Zeit und mit diesem entsprechenden Ambiente ein gutes Umfeld dazu.
Auch zum Kaffetrinken bleibt heute wieder Zeit, dazu holen wir Kuchen vom 2. Bäcker den es im Ort noch gibt.
Den Abend verbringen wir gemeinsam n der Karaokedisco – ein echtes Highlight wieder. Dabei zeigen uns Paola und auch Guillermo was sie so drauf haben – unsere Darbietung dann anschließend war eher etwas dürftig. Bis fast 2 Uhr bleiben wir noch zur Disco und begeistern uns an den Hüftschwüngen unserer lateinamerikanischen Freunde, welche wir nur ansatzweise nachahmen konnten.
Samstag 21. November – Große Bootsfahrt hinüber nach San Cristobal
Bevor wir mittags die Insel verlassen können wir noch am Vormittag eine kleine Tour machen. Andreas und Elke kommen mit, wir lassen uns hinter zur Laguna Villamil fahren. Zwar haben wir anfangs keinen Sonnenschein, doch beim Durchwaten der Lagune können wir wieder einige Stelzenvögel beobachten. Auch an den gigantisch hohen Mangroven-
wurzeln werden in Ruhe paar Bilder gemacht und tarzanähnliche Situationen festgehalten. Auf dem Rückweg nach Villamail nutze ich endlich die Zeit um pH-Wert-Messungen vom hier angetroffenen Boden zu machen. Destilliertes Wasser habe ich dabei und somit geht alles problemlos. Zuerst von erdigem humusem Substrat, dies ist aber sehr selten in wenigen Lavaspalten anzutreffen. Erwartungsgemäß leicht sauer – ich halte die Werte zur Doku gleich mit einem Foto fest. Anschließend ein Gemisch aus Lavagrus mit etwas quarzigem Sand der Küstenstreifen, wie es so noch gut 100 Meter landeinwärts meist anzutreffen ist. Hier dann doch sehr basischer Ausschlg!!
Wir geniessen die letzten 2 Kilometer am menschenleeren breiten Sandstrand zurück nach Villamil und erfreuen uns nochmals an vielen Meerechsen die den Weg belagern oder einfach kreuzen.. Wielange noch wird wohl diese Idylle vom Massentourismus verschont bleiben?
Mittags werden wir zum Hafen gebracht. Unser Schiff, eigentlich ein kleines Boot, besitzt immerhin für die 4-stündige Überfahrt auf hoher See 3x 200 PS-Motore. Aber entsprechend dieser Kräftekonstellation werden wir dann bei voller Fahrt im Boot hin und her geschleudert. Es gibt teilweise so harte Schläge beim ständigen auf und ab, daß es fast an Wunder grenzte, daß sich keiner verletzt hat. Manfred wollte ins Wasser greifen, ein Leichtsinn der ihm hätte den Arm brechen können. Über mein mitlaufendes GPS registriere ich oft über 50 km/h an Geschwindigkeit! Das sind dann bei den vielen Wellenbergen und -tälern und den daraus resultierendenn auf und ab Bewegungen schon ganz brutale Bewegungen, welche vor allem auch unser Magen verkraftenn muß. Zum Glück hatten wir kein Mittag zu uns genommen....... Vorbei an der kleineren Insel Santa Fe merken wir, daß endlich über die Hälfte der Distanz geschafft ist.
Endlich dann Land im Osten in Sicht und schnell ist dann enndlich San Cristobal erreicht. Hier offenbart sich ein etwas größerer Hafen mit richtigen Landebrücken an denen auch für größere Schiffe Möglichkeiten zum Anlegen bestehen.
Guillermo läßt unser Gepäck zum Hotel Mar Azul fahren, wir ziehen es vor nach der Seereise zu Laufen.
Quartiermäßig hier alles in Ordnung – auch das Internet soll im Hause funktionieren.. Doch auch nach Versuchen am Folgettag ist damit keine Verbindung zustande zu bringen. Somit staut sich einige Arbeit auf.
Das Abendessen nehmen wir in einer Pollogartenkneipe ein. Die hier recht stattlichen Hühner (keine EU-Norm!) schmecken vorzüglich!
Sonntag, 22. November – Bootsausflug am Nordrand von San Cristobal zum „Lobo Dormirdo“
Unser letzter voller Tag auf Galapagos. Guillermo hat dazu noch einmal eine beasonders schöne Tour ausgesaucht.
Es geht vom Hafen ostwärts die Küste entlang. An einer ersten kleinen Insel bleiben wir bei ruhiger See zum Baden und Schnorcheln. Leider darf diese nicht betreten werden, es stehen dort wieder u.a. auch Jasminocriusexemplare.
Weiter geht es die von weiten her sichtbare kahle hohe Felsinsel des „Schlafenden Seelöwen“ ansteuernd. Auf der Anfahrt können wir bei strahlend blauem Himmel sehr schöne Motive davon im Näherkommen anfertigen. Aus nächster
Nähe zeigt sich, daß dieser hohe Felsklotz in 2 Teile senkrecht gespalten ist und demzufolge auch eine Wasseerpassage
ermöglicht. Wir umrunden das Ganze mit unserem Boot und beobachte
n dabei allerhand an Seevögeln die hier rasten.
Auf der Rückfahrt halten wir an einem abgelegenem Sandstrand des Festlandes zum Mittagessen und reichlich Freizeit für individuelle Unternehmungen. Natürlich ziehen Manfred ich einmal in das angrenzende Trockenbuschgelände,
welches durch das grobe Lavablockgeröll und kleinere zusätzliche Dornensträucher in Badekleidung schwerlich zu begehen ist. Trotzdem laufe ich das Gelände noch weiträumiger ab und kann endlich nach gut 1,5 km Entfernung (vergl. Auch dazu die GPS-Track-Aufz.) fündig werden. Jasminocereus findet sich mit 2 Exemplaren. Gleich am ersten üppiger reifer Fruchtansatz, jedoch immer wieder ohne eine Blüte mit dokumentirenb zu können. Auch vermesse ich einmal die hier mir besonder vital und dick erscheinenden Sproßglieder mit dem Bandmaß. Sehr kräftrezehrend, äusserstgefährlich gestaltet sich der Rückweg. Ein Mangrovendickicht riegelt mir den Zugang zum Meer ab. Also nochmals zusätzliche
Umwege die die ohnehin schon zerschundenen und blutenden Beine weiter martern. Endlich Sicht frei zum Strand zurück, dort kommen dann die bereits früher erwähnten Bodendeckerpflanzen wieder, welche den nahen Strand ankündigen. Das erste Bad im Salzwasser scheint gut zu deainfizieren, jedenfalls lassen auch bald die Schmerzen nach und ich kann auch noch meinen Teil vom etwas ruhigeren Landfgang haben. Es wird noch mit 2 sehr spielfreudigen
Seelöwen gmeinsam gebadet und auch für weinige gut Fotos davon ergeben sich genügend Situationen.
Wir waren an diesem Tag extrem v iel Sonne ausgesetzt und es wurde auch Zeit zurück nach Puerto Baquerizo Moreno
zu kommen. Am Abend gönnen wir uns noch ein gutes Restaurant am Malecon unten am Kai. Da wes zu annehmbaren Preisen auch Hummer gibt wähle ich mir den „Langustino a la Plancha con mucho ajillo“ aus. Ich bekam einen riesigen
Lobster serviert – so groß und dick wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Es war selbst in den vielen Beingliedern noch reichlich an köstlichem Hummerfleisch zu knacken, so daß ich auch damit fast 1 Stunde beschäftigt war. Bei einem Preis hier von 15 Dollar ein echtes Schäppchen!
Abreise von Galapagos am Montag, dem 23. November
Da unser Flieger erst Mittags geht hat uns Guillermo noch eine kleine Tour arrangiert.
Wir checken zuesrt am kleinen Flughafen ein, haben so nur noch unsere Handgepäck und können nun unbeschwet noch einmal fast 3 Stunden die Wartezeit gut überbrücken. Es geht die einzige die Insel überquerende Straße hoch zur Laguna „El Junco“, ein Kratersee und auch das reichste Süßwasservorkommen von ganz Galapagos. Die hier in ca. 600m NN vom kalten Humboldtstrom herangeführten Luftmassen kondensieren stark und liefern den entsprechenden Nachschub an Wasser. Wir wandern unten vom Einganstor in ½ Stunde dort hoch und steigen in den Krater hinab, was aber bei der permanenten nFeuchte sehr gefährlich ist. Es gibt einige Stürze unserer Leute, auch zum Teil mit Kamera, bleibt aber doch noch mit Bagatellschäden im Rahmen. Die wenigen hier endemisch vorkommenden Vertreter aus dem Pflanzenreich werden von Miconia robinsoniana dominiert, ein mannshoher Strauch der etwas an Azaleen erinnert, jedoch schon von der Blüte her ganz anders einzuordnen ist. Es finden sich noch wilde Himbeeren, Farne, Gräser....; jedoch für die Nebelzone relativ wenig Diversität. Da immer ncch Zeit ist, gibt es noch eine kleine Zugabe. Weiter die Insel überquerend, fast bis an das Südufer von San Cristobal fahrend, besuchen wir noch einen Schildkrötenaufzuchtsta-
tion. Besaonders erwähnenswert, ich finde hier auf kleinen Lavablöcken wieder eine kleine Peperomia. Es ist noch Zeit für etwas Dokumentation – auch die samentragenden Blütenstände kann ich gut erkennen.
Dann gteht alles sehr schnell. Pünktlich geht es vom Airport los nach Guayaquil. Jedoch fehlen Paola und Jorge, unsere Turteltauben haben den Flieger verpaßt.
Kurz nach 3 Uhr landwen wir in G. Wir sehen schon beim Landen das nahe Busterminal. Somit sind wir auch ganz schnell dort undf können schon kurz vor 4 Uhr weiter nach Cuenca fahren – auch sogar ein guter Gruppenrabatt von 25 % ist mit Verhandlung drin. Relativ kurzweilig die 4 Std. Busfahrt, es gibt „Unterwegsversorgung“ von fliegenden Händlern und gegen 20 Uhr sind wir in Cuenca.
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Wir übernachten gleich am Terminal, denn es soll ja am nächsten Tag weitertgehen nach Alausi.
Dienstag, 24. November – Alausi – Bahnfahrt zur „Nariz del Diablo“???? - Teufelsnase
4 Stunden brauchen wir nochmals ehe wir in Aulausi ankommen, denn es geht mächtig durch die Berge, oft sind auch Passhöhen von fast 4000mNN zu bewältigen. Alausi selbst liegt dann in einem großen Tal umgeben von steilen Berghängen an denen wir schon zur Anreise einzelne Kandelabercereen gesichtet habe, auf ca. 2500mNN. Schnell finden wir unten im übersichtlichen Ortskern der kleinen Stadt ein passendes Hotel. Der gleich in der Nähe befindliche Bahnhof wird aufgesucht – jedoch ist an diesem Tag keine Möglichkeit mehr Bahntickets zu erhalten. Evtl. dann am Mittwoch, dem offiziellen Tag an dem die Bahn zur Teufelsnase hoch und zurück verkehren soll. Wir haben aber zumindest das Glück einen Schienenbus zu fotografieren, als er sich durch die Stadt schiebt und auch das Stahlviaduct überquert. Somit sind wir für den Folgetag zu unserem geplanten Bahnausflug recht optimistisch!!
Es ist noch freie Zeit am Nachmittag und somit starten natürlich Manfred und ich noch zu einem kleinen Feldausflug in einen Steilhang hoch, in dem wir von der Stadt aus u. a. auch schon Kakteen erkennen können. Unsere restl. Gruppe nutzt die Zeit zur weiteren Stadterkundung, Shoppen und Besuch beim „Heiligen Pedro“- dem Schutzpatron von Alausi, ein überlebensgroßes Denkmal auf einer Anhöhe.
Unser „Feldgang“ wird inzwischen von ständig neu heranziehenden Wolkenfeldern leicht getrübt, wir sollten auf alle Fälle oben im Hang nicht ganz die Orientierung verlieren, was uns auch bis zur hereinbrechenden Dämmerung gelingt.
Neben der allgegenwärtigen Austrocylindropuntia, vor allem als Feldrainbegrenzung oft genutzt, stoßen wir auf große Agaven sicher americana, dann entsprechend viele Aufsitzerpflanzen vom Reich der Tillandsia und dann auch unsre
gro0en Kandelabercereen, welche jetzt doch schon als Armatocereus einzuordnen sind. Zu deutlich die Einschnürungen der Sproßglieder. Mächtig viel Fruchtansatz auf den um 4 m hohen Büschen, dabei fast immer nur endständig. Leider
ist eine Blüte zur Doku nicht auffindbar. Unter den Kandelaberbüschen haben sich recht große Peperomia angesiedelt.
Ich lege den Maßstab zum Vergleich an und es sind Pflanzen bis reichlich 50 cm hoch i.M.. Weiter den Hang hoch findet Manfred auch noch eine interessante Kakteenspezies – ich dachte erst es handelt sich um Jungpflanzen des Armatoc..,
doch dann sind es doch wesentlich abweichende Pflanzen, leider ohne Blüte, eben schade. Mit schlankem Wuchs bis auf ca. 80 cm hoch und dann im oberen Teil Blütenansätze – auch keine reifen Fr.. Inzwischen ist es fast dunkel, wir steigen schnell ab und sind doch noch recht zufrieden über diesen kurzen Ausflug.
Den Abend verbringen wir noch in einer kleinen gemütlichen Bar bei Rumcoctails.
Mittwoch, 25. November Bahnfahrt fällt ins Wasser – Ankunft in Latacunga bei Guillermo, Paola und Jorge
Gleich nach dem Frühstücken wollen wir unsere Bahnfahrkarten holen – jedoch große Enttäuschung!! Es gibt wohl für
1 Woche lang Reparaturarbeiten an der Strecke, alle Fahrten sind abgesagt.! Also geht es gleich mit dem nächsten Bus weiter nach Latacunga. In Riobamba Verzögerung und noch 2 Std. Aufenthalt zusätzlich – wohl ein Radrennen.
Am Nachmitag treffen wir in Latacunga ein. Auf dem Weg vom Bus zur City stößt Giullermo auf uns und bringt uns gleich mit unserem ganzen Gepäck in ein Hotel mit dem er kooperiert. Sauber, geräumig und freundlich die Atmosphäre und auch mit 10$ sehr günstig.
Natürlich will auch Guillermo noch wenigstens eine Tour mit uns machen.. Wir beraten in seinem Büro und sind uns dann zur Quilotoa-Tour einig.
Der Abend wird in einer typischen Bar gleich um die Ecke verbracht, Paola und Jorge bringern uns bei Salsa und Merengue mächtig in Schwung........, leider staut sich dadurch unser Schlafdefizit weiter auf!!
Donnerstag 26. November Markt in Saquisili und Tour zum Quilotoa-Krater
Zeitig müssen wir ja schon los um noch recht viel vom indigenen Markt mitzubekoemmen. Ich war ja schon vor 2 Jahren einmal dort vor Ort und hatte diesen Markt deswegen empfohlen. Besonders der Viehmarkt berührte die Gemüter. So ganz zimperlich wird dort mit den Tieren nicht gerade umgegangen. Vom Spanferkel bis zur 4 -Zentnersau, dem Lama, Pferd oder Ochsen bis hin zu kleinen Enten, alles wird getauscht, verkauft oder....... wir wissen es oft nicht was soll bloß mit den vielen Tieren hier geschehen???Anschließend noch der Markt für alle sonstigen Dinge, besonders natürlich Souvenire und Klamotten haben es unseren Frauen angetan. Jeder findet etwas entsprechendes, so daß es dann weiter zur eigentlichen Tour gehen kann. Gut 2 Std. Fahrt weiter hoch ansteigend sind es schon noch. Im von Campesinos oft stark bewirtschafteten Bergland um 3500mNN gibt es einen Halt an einer typischen strohgedeckten Hütte. Paar Fotos und ich kann auch mit den arbeitenden Campesinos zum Kartoffelanbau paar Dinge austauschen.
In fast 4000m Höhe dann in der kargen Vegetation sichte ich die weißen markanten Blüten von Werneria spec. ,auch Sa..
Dann endlich das Dorf am Quilotoa-Krater. Wir haben noch bestes Wetter hier oben und geraten beim Anblick des wohl 4km Durchmesser besitzenden Kratersees in Entzückung.. Aber ein Abstieg hinab an das Wasser mit reichl. 35O Meter Höhendifferenz fordert hier oben in fast 4000mNN noch einmal viel Kondition von allen. Dafür ergeben sich unendlich viele reizvolle Fotomotive, je nach Sonneneinstrahlung belohnt uns immer wieder anders schillerndes Wasser des Sees. Im Abstzieg des steilen Geländes sichte ich an senkrechten Wänden ein paar unscheinbare Echeverien, alles ohne Blüte leider..
Unten am See rasten wir um Kräfte zu sammeln für den bevorstehenden schweren Rückweg- doch erstaunlicherweise halten alle recht gut durch. Auch unsere Paola im nicht ganz passenden Schuhwerk kommt noch fast munter oben an.
Es gibt in einem der traditionellen Häuser hier ein Mittagessen – gebratene Ente.
Auf unserer Rückfahrt haben wir auch noch erstmals freie Sicht auf den Chimborazo, der mit seinen 6259mNN alle anderen Berge im Abendlicht mit seiner vergletscherten Haube weit übertrifft.
Am Abend sind wir bei Guillermos Familie zum Essen eingeladen.....und Paola wird kochen!!
Zwar behindert anfangs ein Stromausfall kurz das Ganze, zum Glück nur paar Minuten. Dann sitzen wir an einem großen Tiach alle zusammen. Natürlich ist auch Ruth, die Frau von Guillermo heute mit zugegen.
Paola hat mexicanisch gekocht – d.h. es gibt Tacos, dazu hat sie Guacamole, Hackfleisch und Salat angerichtet.
Wir kommen auch wieder erst spät ins Bett.......und dann soll am allerletzten Tag am Freitag nochmals Karaoke sein!!!
Freitag – Ausflug hinunter ins subtropische Tal bei Banos / Wasserfälle, Thermalquellen, Seilbahn, Orchideen.,...
Es ist jetzt die letzte Tour von Latacunga aus, denn am Sonntagfrüh müssen Elke, Andreas und Margit die Heimreise von Quito aus antreten.
Da die Anfahrtroute über die Panamericana unsere am Mittwoch aus dem Bus geaichteten Kakteen direkt tangiert , sind wir dann auch sofort beî km 90 an der Mautstelle fündig. Es dürfte sich um den Cereus von Alausi handeln, hier jedoch mit rotorangen Blüten. Auch vollreife walnußgroße Früchte sitzen an den ca. 1m hohen Trieben. Nach näherem Betrachten der Blüten ordne ich die Pflanzen zu Borzicactus ein. Auch einen Blütenschnitt dokumentiere ich, schließlich sind ja von Ecuador nicht sehr viele Kakteenspezies bekannt.
Das Tal hinab nach Banos wird an den feksigen, oft steilen Straßenhängen, von vielen Orchideen, Puyas und Tillandsien
flankiert. Beim ersten Halt tauchen wir kurz in ein Meer von Dendrobium ein. Es hätte noch mehr Zeit sein können, jedoch weiter unten im Tal hat Guillermo noch etliche Überraschungen für uns.
Die von den Seiten ins Haupttal srürzenden wasserreichen Wasserfälle bringen sofort sehr viel Abenteuerromantik ins Spiel.
Dann können wir mit einer das gesamte Haupttal überspannenden Seilbahn über die Talenge in einem kleinen
Stahlkorb fahren. Vom ersten Zusehen stockte schon der Atem. Wir kommen gut rüber und können auf der ruhigeren Seite eine schöne kurze Wanderung im subtropischen Seitental unternehmen. Sehr viele und vor allem auch für uns neue Pflanzen werden entdeckt. Hier hätten wir locker noch Stunden zubringen können......
Zurück wieder mit der Seilbahn, zum Auto es geht weiter zum Wasserfall am „Balkon des Teufels“.
Wahrlich ein fast teuflischer Ort. Wir steigen den Weg von der Talseite an den wasserfall heran. Dieser mit ca. 30 Meter
freien Fall, donnert dabei ganz knapp an uns vorbei, denn man hat mit viel Mühe am Rand der des Wasserfaslles Treppen und sonstige Zugangsbauten teilweise fast grottenartig in den Steilfels eingebaut. Es ist ein einmaliges Erlebnis für alle.
Die von Wassertröpfchen geschwängerte Luft läßt an den Felsen eine üppige Vegetation gedeihen, die uns Botaniker natürlich zusätzlich animiert. Es finden sich Orchideen, Picairnia, Farne, viele Aufsitzerpflanzen, und natürlich sehr üppige Strauch- und Baumvegetation.
Zurück von diesem Wasserfall gibt es noch einen Mutprobe besonderer Art:
Eine Boa constrictor kann auf die Schulter genommen werden – sie ist aber mit ca. 1.5m noch relativ harmlos. Auch ich kann mich dann durchringen, als mich Margit als Erste in Zugzwang gebracht hatte. Erwachsen kann die Boa wohl über 8m lang werden.....!!
Es gibt Forelle zum Mittagessen hier und die Zeit ist soweit fortgeschritten, dass wir kaum noch zum Baden oben in den Tthermalbädern kommen. Dazu haben fast alle jetzt geschlossen. Mit Mühe reicht es noch zu einem normalen kaum temperierten Bad.
Auf der rückfahrt stoppen wir Botaniker noch einmal unser Auto, denn es gibt oberhalb von Banos noch etwas zuklären.
Eine stark silbrig leuchtende Pflanze hatten wir zur Herfahrt flüchtig erkannt.Wir steigen schnell in den Hang ein
und könne es nicht so richtig deuten worum es sich hier handelt. Fast vom Habitus wie Echeveria, aber bis 50 cm hoch ist doch etwas stark. Keine Blüten, nur paar Blreste, ich kann jedoch dort feinen Sa finden.
Erst im Dunkel erreichen wir Latacunga.
Zwar sind bis zur Disco am Abend noch gut 2 Stunden Zeit – jedoch stehet für mich weitere Arbeit am PC im Internetcafe an. Schließlich ist etliche Post zu erledigen, Bilder in webalben sind hoichzuladen und auch noch Tagebuch ist weiter zu schreiben.
Um 10 Uhr holt uns Guillermo ab, macht mit uns eine kleine Stadtrundfahrt und wir können so vom Berga us auf die beleuchtete Stadt herabblicken.
Die Disco geht auch wieder lange – übrigens im nobelsten Schuppen den Latacunga zu bieten hat. Leider passt aufs Ende zu die Musik nicht ganz mehr zu unserem Geschmack, sonst wären wir wohl auch garnicht mehr heim gekommen.
Samstag 28. November Abreise nach Quito
Guillermo fährt uns um 11 Uhr zum Terminal. Dort ist auch Paola zum Abschiednehmen nochmals gekommen und überreicht kleine Abschiedsgeschenke. Es wird u.a. vereinbart, daß wir auch Paola zu einem Besuch nach D einladen
werden. Natürlich wird auch der Kontakt zu Guillermo nicht abreisen, ich sichere ihm schon eine gewisses Interesse an weiteren Reisen speziell auch an Galapagos in Kürze zu.
Der Bus bringt uns in 11/2 Std rein nach Quito.
Auf dem hochmodernen neuen Terminal Sur treffen wir beim Aussteigen auf eine Delegation typischer Indios aus Cusco mit den breiten flachen Qenquo-Hüten. Ich konnte diese Tracht sofort einordnen und kam auch mit den Leuten schnell ins Gespräch. Somit standen dann ein paar Fotos keine Hürden mehr im Weg. Auch gab es so paar Dinge auszutauschen, sogar eine e-mail-adresse gehörte dazu. Vielleicht klappt es dann auch noch mit ein paar Bildern von ihren Trachten
Mit dem Trole (Trolleybus) geht es bis in den Stadtteil Mariscal – jedoch war es nicht sehr angenehm mit dem vielen Gepäck.
In Mariscal suchen wir auch lange nach einem Quartier. Doch zuletzt wird alles noch recht gut. Zwar ist durch die Quito-
Fiesta allerhand los in der Stadt, aber auch so ist Mariscal wohl eher als Ballermann von Ecuador zu bezeichnen.
Entsprechend unruhig verläuft die Nacht dann, nachdem wir in einem Steakhouse unser gemeinsames letztes Abendessen eingenommen hatten.
Sonntag 29. November - Heimreise für Elke, Andreas und Margit – Aufbruch der Restgruppe nach Loja
Genau 4 Wochen sind um und nun starten sie am Morgen. Ich bringe alle 3 noch raus zum Flughafen.
Mit den vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen bereichert geht es für M.E.u. A. nun doch recht zufrieden zurück nach D. Auch als ein recht abwechslungsreicher und abenteuerlicher Urlaub werden ihnen wohl diese Tage in Erinnerung bleiben.
Für uns als restliche Gruppe – alle stark botaniklastig - sollen nun erst richtig die Abenteuer beginnen.
Wir fahren 18:30 Uhr mit dem Bus directo nach Loja. Eine 13 stündige Busfahrt, leider nicht der bequemste Bus.
Mittwoch, 16. Dezember Ankunft in Cusco – immer noch fast der „Nabel Südamerikas“
Die Nacht im Bus verlief diesmal sehr angenehm. Mit einem Platz unten in der 1. Klasse/Einzelsitz
war es gegen geringen Aufpreis wirklich das Beste was sich seit langem gefahren war. Die 6 stündige Andenüberquerung immer in Höhen von 3000- 4600mNN pendelnd, konnte mir diesmal kaum etwas anhaben.
Jedoch werden es am Ende fast 24 Std Fahrt bis ich in Cusco bin. Die letzten 2 Stunden dann oben in den Bergen bis Cusco hatten sich sehr kräftige Unwetter entladen. Hagelschauer und Wolkenbrüche konnten der hier aber asphaltierten Piste nichts anhaben.
In Cusco ist das Unwetter aber gerade durch, jedoch braut sich am selben Abend noch ein neues
zusammen und hier stehen dann die Straßen auch für gut ½ Std. unter Wasser, teilweise auch mit größerem Hagel.einhergehend.
Ich kann noch mit etwas Aufwand Dest. Wasser aufteiben, meine Vorräte an Gaskartuschen ergänzen
und mir noch ein klein wenig die Stadt anschauen. Das Meiste hier kenne ich inzwischen doch schon sehr gut und muss es nicht ständig wiederholt besuchen.
Donnerstag, der 17. Dezember 2009 Tagestour nach Pisac – Kartoffelpark u. Habitat zwischen Pisac und Cusco
Mit dem öffentlichen Bus ist es wieder kein Problem für ganze 50 Cent die Std. raus nach Pisac zu gelangen. In Pisac schnell auf dem Markt noch Verpflegung gefasst und dann erwische ich kostengünstig ein Taxi, welches mich hoch zum Oficina des Kartoffelparkes bringt.
Doch obwohl man mir in Pisac beteuert hatte es wäre geöffnet, ereilt mich wie schon im Vorjahr das gleiche Schicksal und es ist kein Mensch dort anzutreffen. Jedoch soll ein zuständiger Mitarbeiter und Campesino irgendwo auf den Feldern erreichbar sein. An guten Ratschlägen der Einheimischen und gewisser Hilfe mangelt es nicht. Also klappere ich zuerst alle Häuser der Nachbarschaft ab, dann gehe ich mit die Steilhänge empor mit einem jungen Campesino, der es zu wissen meint. Dann schon gut 300 Möhenmeter weiter oben soll es mit dem Motobike weitergehen.
Er will mir den Mann suchen irgendwo oben bei 4000mNN, ich könnte das niemals finden. Auch kommt er zuverlässig nach reichlich halber Std zurück und ich schöpfe Hoffnung. Der Mann käme runter ans Verwaltungsgebäude....., jedoch was ist bei den Latinos schon so eine Zusage wert, wie ich dann doch merken sollte. Ich warte unten, verzehre mein Mitgebrachtes, dokumentiere ein paar kleine Peperomiapflanzen auf einem Fels, welche ich grob zu P. andinum rechnete, Aber von meinem Freund des Kartoffelparkes keine Spur. Irgendwie klappt es wohl auch diesmal wieder nicht, ich komme nicht an die Informationen zu den vielfältigen hier kultivierten Wildsorten heran.
Lediglich die Erkenntnis, es beim nächsten mal mit dem Trekkingpfad durch die ganze Region zu versuchen, jedoch in ca. 4000m Höhe sicher ein anstrengendes Unterfangen, welches aber trotz der dort auffindbaren Standorte nichts zu den Sorten bzw. botanischen Einordungen verraten wird.
Schweren Herzens breche ich dann hier ab nachdem ich noch paar weitere Bilder vom Landschaftspark angefertigt habe und fahre zurück nach Pisac.
Um wenigstens doch noch etwas von der Region hier zusätzlich zu erkunden, nehme ich den Bus nach Cusco und fahre ca. 10 km talaufwärts, denn dort hatte ich schon mehrfach im Steilfels interessante Pflanzenansammlungen samt Kakteen beobachtet.
Das klappt soweit. Zwar ist es im Steilgelände mit z.T. senkrechten Felswänden sehr mühseelig an die Pflanzen zu kommen, doch nach und nach treffe ich auf die Cereen, Corryocactus erectus, Opuntia spec., später auch sehr interessante Peperomia, Echeveria, Puya, Tillandsia, Pillia, dann auch noch die Lobivia vom Urubambatal hertrichiana, jedoch kakteenseitig für mich alles alte Bekannte aus den Vorjahren.
Wichtiger dann aber ein paar Standorte von Wildkartoffeln, Peperomia und von Olluca. Das Ganze dokumentiere ich ganz gut, wenn es auch im Steilgelände manchmal nicht so einfach geht.
Als Fazit aus diesem weiteren Habitat hier in der Nähe des „Heiligen Tales der Incas“ /Urubambatal kann ich jedoch sagen, daß sich hier kaum noch wesentlich andere Vertreter der Kakteenwelt und sonst. Sukkulenten auffinden lassen werden. Mittlerweile hatte ich über 6 verschiedene Plätze in der Region besucht zwischen Pisac und Machu Picchu.
Abends dann wieder Regen und unangenehme Kälte hier in ca. 3400mNN in Cusco.
Freitag, der 18. Dezember - Abreise nach Bolivien
Am Vormittag besorge ich mir ein Busticket nach La Paz.
Die viele Zeit zur Überbrückung nutze ich noch um Tagebuch nachtzutragen bzw. auch um mich vor der nächsten langen Nachtfahrt etwas auszuruhen.
Pünktlich halb elf die Nacht geht es mit „Intercontinente“ von Bolivien los.
Der versprochene Platz im Bus klappt, somit habe ich dort sehr viel Platz bei einem Enzelsitz im unteren Teil des Busses., Es ist auch ruhig genug um noch weiter am Netbook etwas arbeiten zu können.
Samstag, 19. Dezember Ankunft in La Paz
Nach der Morgendämmerung ist Puno am Titicacasee erreicht. Das Wetter zeigt sich abermals hier von seiner rauhen Seite – es liegt oben auf ca. 4000m schon wieder einmal Schnee. Man kann sich also denken, dass es dann unten am See, erliegt ja auch immerhin um die 3760m hoch, entsprechend kalt ist.
Überall stehen Pfützen und von Sonne vorerst keine Spur. Unterwegs bis zur Grenze jedoch kann ich überraschenderweise an den vielen Wasserflächen des öfteren Flamingos beobachten.
Am Grenzort Desaguadero dann endlich etwas Sonne. Für das Schlange stehen bei den Grenzformalitäten
ist das ganz angenehm! Zwar dauert es wieder sehr lange aber irgendwann nach gut 90 min geht es weiter nach La Paz.
Im Hostal Andina im Travellerviertel steige ich recht gut ab. Eine heiße Dusche ist das Mindeste was man sich dann mal gönnen möchte.
Ich hole mir noch Informationen ein zu Touren, jedoch immer das Gleiche, man wartet nur auf Mitstreiter und gibt dazu viel Geld aus. Also plane ich selbst etwas für den Folgetag.....
Unten im Zentrum komme ich dann wenigstens noch zu einem ordentlichen Stück Torte und einem Capuccino. Zeitig verkrieche mich im warmen Bett, die letzte Nachtfahrt hängt doch noch etwas an.
Sonntag, 20 Dezember - Erkundung der Region zwischen La Paz und dem Hausberg von La Paz
Illimanii (6439mNN) - Canyon von Palka
Den traditionellen Sonntagsmarkt von La Paz lasse ich mir aber nicht entgehen, wenn es auch anfangs noch etwas regnet. Dann schaut langsam die Sonne heraus und es macht richtig Spaß hier wieder paar Bilder mit zu machen.
Durch eine wertvolle Information vom Vortag erwische ich sofort den richtigen Bus nach Uni hinaus. Es ist die Route eigentlich bis Palca bzw. auch wenn man die Bergbesteigung des Illimani vor hat und an die Ausgangsorte der gängigen Besteigungsrouten zu gelangen.
Das Wetter hat sich weiter stabilisiert und es macht richtig Spaß die Riesenstadt La Paz langsam beim Bergauffahren immer weiter entrücken zu lassen. Dabei habe ich mit einem Fensterplatz das Glück ab und an ein paar Schnappschüsse mit zu machen.
Nach gut 1 Std, ist Uni, ein kleines Bergdorf hinter einem Sattel von ca. 3900mNN erreicht. Von hier aus soll sich der sehenswerte Canyon bei Palca mit erreichen lassen..
Mir ist dies schon mehrfach aufgefallen, daß man am Sonntag immer eine Art Dorfversammlung in Freien abhält. Natürlich in traditioneller Kleidung der Hochlandbevölkerung der Region La Paz. Ich kann auch davon ein wenig mitbekommen, jedoch ist hier sehr vorsichtig mit der Kamera vorzugehen.
Doch dann ruft die Botanik:
Ich steige zuerst jedoch in die Bergflanke nördlich des Dorfes ein und habe so meine Hoffnung dort auf Lobivia in diesen Höhen zu treffen. So klappt es auch schon nach ca. 10 min, als ich erste Felspartien erreichen kann..
Das Fernglas war mir dazu sehr hilfreich! Leider sind kaum blühende Exemplare anzutreffen. Dafür zeigen sich an Begleitvegetation noch Cumulopuntia boliviensis, kleine Peperomia, Puya, und dann auch noch kleine Wildkartoffelpflanzen.
Am ersten Rastplatz nehme ich mir die Zeit um endlich auch einmal wieder nähere Standortuntersuchung zu betreiben. So u.a. pH-Wert – Messung, Temperatur im Habitat und im Boden bis 10cm Tiefe, Luftfeuchte; ich vermesse einzelne Pflanzen und dokumentiere am Ende die im Bild festgehaltenen Werte noch mit der GPS-Aufzeichnung einschl. einer barometrischen Höhenmessung.
Da durch die vorangegangenen hohen Niederschläge der Boden extrem feucht war, hatte ich u.a. auch die Befürchtung, dass hier in fast 400mNN der Boden doch sehr kalt ist. Dies konnte ich aber sofort dann beim Einsatz des Bodenthermometers widerlegen. Die wenige Sonneneinstrahlung seit dem Morgen hatten doch schon Werte von nahe 20°C erbracht!! Rein gefühlsmäßig hätte ich in dieser Höhe auf ca. 10 °C geschätzt.
Es herrschen also doch Standortfaktoren vor, die unseren mitteleuropäischen Bedingungen in keiner Weise auch nur annähernd entsprechen. Man meint immer wieder bei der hohen Niederschlagsitensität hier, daß die Kakteen oder auch andere Pflanzen, Fäulniserscheinungen zeigen müssten.
Ich steige nun ab hinunter in den nach Palka führenden Canyon.
Im noch stark landwirtschaftlich geprägten Gelände von Uni, stosse ich dabei in Feldrainen, Steinhaufen u.,dgl. auf Restpopulationen von ACO, Corryocactus melanotrichus, sogar einzelne Tephrocactus/ACO floccosus.
Weiter unten dann, als ich ca. 3600mNN erreiche, finde ich auch den typischen Vertreter der Region Oreocereus umirensis. Er ist gekennzeichnet durch die auffallende Verkahlung der Behaarung im unteren Teil der senkrechten Triebe. Da ich inzwischen schönsten Sonnenschein hier unten habe, wird diese Stelle auch ideal für die überfällige Mittagsrast. Es ist so angenehm warm, dass auch endlich mal die kurzen Hosen getragen werden können!
Der Ausblick hinunter zum stark von Erosion geprägten Canyon lässt tolle Fotomotive zu. Dabei einen entsprechenden Kaktus als Vordergrundmotiv – es ist ein wahrlicher Glückstag noch geworden. Die Zeit sitzt mir auch noch nicht im Nacken, so dass ich ganz in Ruhe hier weiter botanisieren kann. Eine Lobivia findet sich auch wieder, jedoch in lila Farbtönen und doch wesentlich kleiner, dafür sehr stark sprossend!
Auch von der schwer zuzuordnenden Tunilla sind paar Exemplar hier. Es findet sich ein winziges Portulaceae und nochmals auch paar Cumulopuntien.
Ich setzte meinen Abstieg hinunter in den Canyon fort und stoße immer wieder auf fast atemberaubende Motive. Die oft bis 100m hohen Erosionstürme sind schon bewundernswert und locken zu vielfältiger Motivauswahl.. Das inzwischen am fortgeschrittenen Nachmittag von der Seite kommende Sonnenlicht hilft mir zusätzlich zu vernünftiger Bildqualität.
Im Canyon selbst sollte man nicht zulange verweilen, ein Gewitter oben in den Bergen hätte hier fatale Folgen........!!
Nach dem Passieren der Engstelle weitet sich das Tal wieder auf und ich stoße auch auf neue Vegetation., denn die geringere Höhe um 3200mNN lässt andere Pflanzen gedeihen. Eine Echinopsis taucht auf, jedoch wieder nicht in Blüte. Ich schätze mal das Gleiche wie schon damals bei Sapahaqui.
Recht überraschend dann eine mittelgroße Peperomia, die sicher noch gesondert betrachtet werden muss von meinen Spezialisten. Als Abschluss beim Verlassen der letzten Felspassagen kurz vor Palka dann noch eine bemerkenswert schön blühende Bromeliaceae......
Die letzten Wegpassagen hinein nach Palka schmücken herrliche Galdiolenfelder..
In Palca selber ist nicht viel los, ich nutze gleich eine Mitfahrgelegenheit auf einem Pickup um nach Uni zurückzukommen.
Auf der Rückfahrt zeigen sich an den Hängen oberhalb von Palka nochmals etliche Oreocereus urmirensis.
Auch ergibt sich ein guter Ausblick von weiter oben hinüber zum Illimani.
Als hätte der Tag nicht schon genügend tolle Erlebnisse gehabt, wurde ich dann am Sattel oben(ich steige abvom Pickup) noch mit einem Superausblick im Abendlicht zum Illimani belohnt. In Ruhe warte ich Momente mit etwas weniger Wolken ab und komme so noch zu paar guten Bildern.
Mit diesen letzten abschließenden beglückenden Eindrücken dieser Tagestour fahre ich zurück nach La Paz.
Als Abschluß des Tages gönne ich mir dann in der City ein Grillrestaurant. Das angebotene Vacio/Flankensteak hält auch fast argentinischen Ansprüchen stand.
Inzwischen hat aber schon wieder Regen eingesetzt. Mein Rückweg zum Hotel, ein Taxi bekomme ich nicht!, wird dann zur nächtlichen „Kalten Dusche“!!
Nur gut in meinem Hotel können die Auswirkungen mit heißem Wasser etwas abgemildert werden ….
Montag, 21. Dezember - Abreise nach Sucre
Zwar gibt es nur die Nachtverbindung und damit wieder die ewige Warterei bis abends, jedoch bekomme ich zumindest bei „El Dorada“ einen Platz in der 1. Klasse!
Die ganze Zeit kann ich nur drinnen im Hotel zur „Schreibarbeit“ nutzen, denn La Paz ist den ganzen Tag nur in Wolken und damit einhergehenden Regen eingehüllt. Mein angedachter Besuch im Botanischen Garten fällt somit voll ins Wasser. Zumindest kann ich das Wesentliche bei den Bildern und Tagebuchaufzeichnungen auf Vordermann bringen.
Derr Abschied von La Paz fällt dannnicht schwer – es ist die letzten paar Momente auf dem Busterminal zum Warten wirklich s...kalt, 17 grad zeigen die Thermometer, ich freue mich auf eine wärmere Region!
Pünktlich geht es halb 8 mit einem neuen Bus los, sogar wieder die zugesicherten 3 Plätze nur je Reihe, damit sehr viel Platz zur Seite als auch zum Vordermann. Soweit ich mitbekommen habe existieren jetzt in Bolivien nur noch Einheitspreise für alle Routen, es hing Entsprechendes am terminasl aus. Natürlich kostet der „Coche Cama“ fast das Doppelte, jedoch was sind schon ca. 13 Euro für 14 Std . Busfahrt mit sehr angenehmen Komfort.
Entsprechend entspannt komme ich am nächsten Tag in Sucre an.
Dienstag, 22. Dezember: Sucre – eine weiße Stadt und Ausflug zu ersten Kakteen am Stadtrand
Schon bei der Ankunft zeigt sich hier in Sucre ein wesentlich wärmeres Wetter, auch Regen scheint es erst einmal nicht zu geben. Ich habe die Stadt von 2002 noch etwas in Erinnerung und gehe somit gleich vom Terminal zu Fuß los. Die Quartiere scheinen überteuert und ich suche erstmal etwas Einfacheres, möchte dann aber über die Weihnachtstage doch noch etwas Besseres finden.
Da ich relativ ausgeruht im Nachtbus über die Runden gekommen bin, breche ich schon gegen 11 Uhr wieder
raus ins Gelände auf. Habe mir einen der 2 markanten Bergbuckel südlich der Stadt vorgenommen. Wenn auch dort der Eukalyptusbaumbestand kaum viel erwarten lässt, erhoffe ich mir von den dortigen Felsstufungen aber ein paar Möglichkeiten. Ich bin schon in einer Viertelstunde Fußmarsch im mit viel Geröll durchsetzten Steilhang und finde schon zu Anfang eine erste Echinopsis. Als dann kleine parallel angeordnete Felsriffe sich ca. 200m bergauf ziehen, wird es sehr interessant. Schon weit unten gerade noch so im Fels erreichbar, eine Echeveria, zwar alte Blütenstände mit Samen, jedoch das Glück davon auch in Blüte etwas zu finden, tritt nicht ein. Dann auch die erwarteten kleinen Kugelkakteen, ich denke nur an Sulcorebutia, doch es sind alles nur Pflanzen die zu Aylostera zu rechnen sind. Keine Blüten, jedoch zumindest sind ein paar reife Früchte zu finden. Immer wieder sind die kleinen Pflanzen in Humusspalten mit etwas Moos am ehesten zu finden. Dann auch eine Echinopsis direkt auf blankem Fels in exponierter Lage von weitem zu sehen, nur die Knospe brauchte noch 1-2 Tage zur vollen Blüte. Echt schade – das wäre ein Superbild geworden. Weiter oben dann auch noch eine Lobivia mit weit leuchtender roter Blüte, diese jedoch nicht mehr im Fels stehend. Ich quere den Hang nahe der Gipfelregion des Berges noch etwas, kaum Neues.
Dann auf der Gegenseite des Berges stoße ich auf ein paar große Peperomien, weiterhin auch paar schön bunt blühende Puyen und auch kaum noch erwartet, ein paar säulige Kakteen. Es sind beim Näherkommen doch dann leicht als Cleistocactus auszumachende Exemplare. Jedoch ohne Blüten usw......; und durch die Lage im Steilfels sehr schwer zugängig. Am Folgettag sollte ich diese Species dann wiederfinden.
Mittwoch, 23. Dezember Tagestour zu den „Siete Cascadas“ nördlich von Sucre
Zuerst wechsle ich am Morgen das Hotel. Im „Gran Hotel““ komme ich sehr gut unter. Wichtig, man hat gleich die großzügige WIFI-Zone und auch Frühstück, das alles spart Zeit und macht sich einfach auch angenehmer.
Zwar war ich schon 2002 bei den Wasserfällen, doch damals stark unter Zeitdruck. Diesmal fahre ich wieder mit dem Taxi raus, doch schicke es gleich wieder weg. Beginne meine Tour dann nach Osten hin auf die hohen Hügel.
Sofort erkenne ich meinen Cleistocactus von Vortage wieder. Diemal schön in Blüte und mit masssenhaft Fruchtansatz. Die erwarteteten Sulcos bleiben aber trotz intensiver Suche hier aus. Lediglich viele der großen Kandelabercereen, mit den weissen markanten Dornen, sehr auffallend. Auch mit vielen Früchten, alle jedoch noch unreif. Ich steige die steinigen Hänge hinunter ins Tal an der „Hacienda de Siete Cascadas“ vorbei.
Sehr schöne Lage das ganze Gelände dort. Menschen sieht man aber keine!
Nun will ich die Cascaden aufsuchen und laufe in der inzwischen hier sehr intensiv brennenden Sonneneinstrahlung (das Tal liegt nur noch um 2300mNN hoch) in gut ½ Std. dort hin. Es bietet sich dann natrürlich ein erfrischendes Bad dort an, wenn auch die Wasserqualität durch natürliche Trübung von Schwebstoffen nicht so gut erscheint. Auch ist Zeit für eine Mittagsrast. Dann erkunde ich weiter hier an den linken Steilhängen das Gelände. Immerhin finde ich gleich zu Anfang im Fels Echeveria,, aber noch kurz vor der Blüte. Die kleinen Rebutien (nahe minuscula) sind auch noch zahlreich vorhanden. Etwas weit muss ich erst hochsteigen, um dann auch wieder Parodia anzutreffen. Dafür sind diesmal hier wesentlich größere Prachtexemplare in Blüte zu bestaunen.Die orangeroten Blüten machten das Auffinden nicht sehr schwer.
Auch Sa. stellt kein Problem dar. Mit Sicherheit kann im Cascadengelände mit sehr schwer zugängigen Steilhängen noch mit weiteren Pflanzen gerechnet werden, doch diese Kletterpartie riskiere ich nicht.
Dass natürlich durch die von den kleinen Wasserfällen erzeugte höhere Luftfeuchte eine höhere Biodiversität bedingt, ist naheliegend. Von weitem kann ich u.a. schon Begoniaceae erkennen mit dem Fernglas.
Dann trete ich den Rückweg an. Dazu quere ich unterhalb der Wasserfälle das Tal und gehe dann auf einem
in Richtung Sucre sich hochziehenden Bergrücken. Zum letzten Rest kann ich oben an den ersten Hütten einen Stadtbus erwischen.
Am Abend gönne ich mir in einer kleinen Parillada ein gutes Stück Fleisch.....!
Donnerstag, 24. Dezember Kleiner Ausflug an den westlichen kleinen Stadtberg
Am Vormittag starte ich zu Fuß nach Süden hinaus zur Stadt. Ich komme dabei am sehr schön oberhalb der Stadt gelegenen Mirador am Convent vorbei. Von der großen Terrasse aus habe ich einen gutenÜberblick über die ganze Stadt, auch gibt es dazu ein paar erklärende Hinweise auf einem Lageplan dazu. Auch hier alle Gebäude des Komplexes zum Convent in sehr gepflegtem Weiß gehalten. Als besonderer Kleinod fiel mir noch eine gesondert aufgestellte Sonnenuhr aus dem Jahre 1855 auf, welche noch voll funktionstüchtig zu sein schien. Zum benachbarten Berg, er schien wohl auch als Pilgerberg mit benutzt zu werden, waren es nur noch wenige Meter. Es zogen sich dann auch die entsprechenden Kreuzwegsstationen mit einzelnen massiven
Bauwerken am Fahrwegrand mit entlang.Ich verlasse bald den Fahrweg und quere in den abermals sehr steinigen steilen Hang hinein. Zwar treffe ich auch hier wieder auf viele Eukalytusanpflanzungen, versuche dann natürlich die etwas freieren Stellen mit mehr Fels in meinen Focus zu bekommen. Schon bald treffe ich auf einem Felsblock in einer waagerechten kleinen Humustasche auf eine erste echte Sulcorebutia. Es dürfte sich um S.can.......................handeln. Prägnant die kurzen anliegenden Dornen, leider ohne Blüte. Es sollte dann davon aber das einzige Ex. bleiben. An späteren Felsen taucht schon von weiten leuchtend eine erste Aylostera auf. In einer senkrechten kleinen Felswand, absolut trockener Standort.Beim weiteren Erkunden finde ich sogar noch ein sehr großes Ex., dann viel Jungex., auch meist davon mit Blüte. Die Standorte sind ganz verschieden hier, einmal auch in Humusspalten mit viel Nachwuchs, dann aber auch exponiert im Fels, ohne registrierbare Humussubstrate...! Dazwischen in Humusspalten auch etliches von der kleinen Peperomia andina? (muß noch exakt bestimmt werden) Das ganze kleine Habitat, welches inzwischen auch mit viel Sonnenschein bedacht war, untersuchte ich dann mit all meinen mitgeführten Meßinstrumenten. Ich dokumentierte die Temperaturen zu verschieden Zeitpunkten, auch an Oberfläche und im Substrat, parallel dazu die Luftfeuchtewerte; dann auch noch pH-Wert-Messung vom Substrat. GPS führte ich an diesem Tag nicht mit..., lediglich die entsprechenden Höhenangaben kamen noch mit auf die entsprechenden Bilder.
Durch die entsprechende fotografische Dokumentation der Habitatssituation ist ein Wiederauffinden sicherlich relativ einfach möglich, befindet sich doch alles hier auch noch in Sichtweite zur Stadt.
Den Rest des Tages probiere ich zur Feier des Tages noch die feinen Pralinen der dafür hier in Sucre bekannten Konfiseriemanufakturen – eine echte Leckerei. Gekauft wird aus einer reichlich diversitären Auswahl in Form, Farbe, Geschmacksnote......nach Gewicht aus den Auslagen der mehreren Geschäfte hier in Sucre. Über die Menge der von mir hier verzehrten Pralinen will ich hier nicht weiter berichten.............
Zum Abendessen im Restaurant „Los Balcones“ mit schönem Blick auf das abendliche Treiben am Plaza, treffe ich noch auf zwei deutsche Weltenbummler. Im weiteren Gespräch zeigt sich, das man starkes Interesse für das erzgebirgische Bandonion hat. Da ich noch vor meiner Abreise im Oktober erst dazu im sogen. „Prolog zur 15. SA-Exped.“ dazu berichtet hatte, kann ich natürlich entsprechend Auskünfte und Informationen weitergeben. Es entwickelt sich noch ein für beide Seiten interessanter langer Gesprächs- und Diskussionsabend. Zum nächsten Bandionionfestival im Oktober 2010 habe ich zumindest schon einmal eingeladen – man wird sich per mail weiter kontaktieren......!
Freitag, 25.Dezember - 1. Weihnachtstag - Ausflug nach Tarabuco
Es hatte die Nacht etwas Regen in Sucre gegeben und so starte ich früh bei entsprechend frischer Luft.
Mit einem Colectivo bin ich in reichlich 1 Std. oben in Tarabuco auf ca. 3200mNN. Dort hat es noch wesentlich mehr Wolken und es nieselt hier noch leicht, obwohl es schon gegen 11 Uhr ist, als ich dort ankomme. Mit Muehe kann ich die suedlich vorgelagerten hohen Berge erkennen. Trotzdem breche ich dorthin auf. Zum Glück habe ich mit Regenjacke und meiner „Feldhose-lang“ vorgesorgt. Schon kurz hinter den letzten Häusern ,im noch relativ flachen Gelände, tauchen zwischen kleinen Sträuchern schon erste Lobivien auf. Die hier typische Lob. ci........? Ich versuche mich zuerst am kleineren Hügel nordwestlich, zwar ist dort die Vegetation schon durch Polylepsis taracapana (boliv. Papierbaum) gekennzeichnet, also Vegetation höherer Lagen, mein Wunsch nach Sulcorebutia und & wird aber in keinerlei Weise hier in Erfüllung gehen.
Somit der Abstieg und ich orientiere mich doch zum sehr hoch erscheinenden dominierenden mächtigen
Felsberg südlich von Tarabuco. Die fast blank und glänzend erscheinende Nordflucht zieht magisch an.
Auf dem Weg dorthin treffe ich noch vor dem Wandfuß völlig überraschend auf einen undefinierbaren Cereus.
Ähnelt zwar dem Trichoc. tarijensis, jedoch dafür die Triebe zu schlank, die Bedornung hätte gepasst. Auch die Blüten sind fast weiss, jedoch nicht mehr ganz offen, erscheinen auch seitlich- kaum beim tarij.!, dafür aber reichlich Samen in riesigen grünen Früchten. Nur 2 Exemplare wachsen überhaupt hier.
Dann quere ich in Richtung des Wandfußes. Noch kurz davor dann die erste Überraschung, eine kleine schöne kompakte Wildkartoffel in blauer Blüte. Im regennassen Boden komme ich an die im Verhältnis sehr große Knolle heran. Diese sitzt zwar fast 20 cm tief, kann alles aber dann komplett geborgen gut dokumentieren.
Die Blätter der Wildkartoffel sind groß, jedoch kaum gefiedert, eine recht kompakte Form vom Habitus wie ich sie bisher nur selten gefunden habe. Dann auch noch in Gesellschaft eine Peperomia – mittelgroß.
Nun lockt aber schon die riesige schräge Felswand mit einzelnen Farbtupfern leuchtend. Etwas Knallrotes zuerst, mit der Blütengröße als Kaktus unvorstellbar. Nach dem ersten Einstieg von nur ca. 10 Meter in die sehr gut kletterbare Felswand( die Schichtung war ideal zum Begehen der kleinen fast waagerechten Felsbänder)erkenne ich eine riesige Begoniaceae. So frisch rot leuchtend nach dem Regen, der jetzt endgültig auch vorbei ist, bildet das zu dem saubergewaschenen Fels und der frischgrünen Begleitvegetation einen herrlichen Kontrast. In den Felsbändern stoße ich auch schon gleich zu Anfang auf eine erste Aylostera zwischen Moos, viele hochandine mir unbekannte Zwergsträucher, einzelne Amaryllidaceae, Oxalis
u.v.a.m. Die Entscheidung ist für mich jetzt gefallen, ich werde diese mächtige Felswand im Alleingang wagen. Es ist so interessant und abwechslungsreich. Auch scheint es an sehr schwierig erscheinenden Passagen doch nicht viel zu geben. Die Wand neigt sich doch mehr als von weitem gedacht, es gibt genügend Stellen zum Verschnaufen und der etwas schiefrige Stein ist griffig, meist fest und trotz Nässe wenig rutschig. Mit Bedacht und aus Euphorie mich nicht in der unendlich erscheinenden Wand zu versteigen, gehe ich in Ruhe los, immerhin führe ich auch genügend Verpflegung mit und mein Speziallaufschuh Marke „Sauconi“ Modell “Racor“ (Andreas vom Laufsportladen in Borna sei hier nochmals herzlich gedankt – der Mann versteht etwas davon!!!) gibt mir genügend Trittsicherheit bei gleichzeitiger Leichtigkeit den Schuh auch bis zu 10 Std. am Tag in extremsten Gelände nicht als Ballast zu fühlen. Somit erobere ich nach und nach weiteres Terrain in der Wand und erfreue mich u.a. an noch mehr wunderschönen Begoniaceae, alle wieder so riesig groß als wären es Kulturexemplare. Dann auch zusätzlich stoße ich auf richtige Sulcorebutien. Leider diese ohne Blüte, so dass ich hier mit dem Einordnen später mich noch kundig machen muss. Aylostera dafür immer wieder auch fürs Foto mit Blüten präsent. Und dann auch mitten zwischen den Kakteen wieder Wildkartoffeln in kleinen Humusbecken, die selbe Species wie unten vom Wandfuß. Meine Theorie der gleichen Verbreitungsgebiete von Solanum „silvestre“ und Cactaceae erhält weiteren Nährboden, es sind klare Beweise, wie ich diese schon mehrfach in verschiedensten Kakteenhabitaten erbringen konnte. Sowohl benötigen Solanum „silvestre“ und unsere Hochlandkakteen genügend Feuchte, (stellenweise tropfte es noch richtig von den Felsen) als auch natürlich die relativ niedrigen Durchschnittstemperaturen (wir sind bei ca. 3700mNN angelangt) als auch die kräftigere Sonneneinstrahlung und den in solchen Höhen einhergehenden gut funktionierenden Luftaustausch! An einer markanten Felsstufung mit mehreren Begonien ,sowie zahlreichen Peperomien, kann ich gut Mittagsrast halten. Die hier meist tief im Moos steckenden Pflanzen von Pep., Begon., und auch Aylostera untersetze ich noch mit ein paar zusätzlichen Standortdaten, wie Temperatur am Erdboden und in 5cm Tiefe, rel. Luftfeuchte usw..
Zwar tauchen dann nur noch die Lobivien zum Gipfel hoch bereichernd mit auf, jedoch die Gesamtfelswand stellte schon ein Habitat besonderer Diversität und Einmaligkeit dar, das ich in solcher Schönheit bisher kaum erleben durfte. Knapp die 4000-tausender Höhe ist dann auf dem Gipfel erreicht. Immer noch steht in Felsvertiefungen auch hier Wasser. Das Märchen vom ewig ariden Kakteenhabitat, ich möchte es so gern hier in Südamerika umschreiben – es ist eben in der Regenzeit doch auch bei den Kakteen schon entsprechend eine Situation, die ein Umdenken vieler Kakteenpfleger erfordern sollte. (Noch extremer sollte ich es schon am Folgetag auf der Reise nach Camargo erleben!)
Der Abstieg erfolgt relativ schneller weiter westlich in seichterem von Schrofen durchsetztem Gelände. Dabei taucht auch noch einmal ACO shaeferii auf, diesmal auch mit den klassischen roten runden Früchten.
Die Rückfahrt trete ich dann von Tarabuco an, als auch die Sonne inzwischen voll herausgekommen ist.
Dabei kann ich noch kurz vor Sucre wieder viele Hänge mit voll in Blüte stehender Cereen aus der Fahrt heraus erkennen. Der vorangegangene Regen muss wohl hier zu einer Blütenexplosion geführt haben, schade
dass dann die Buspanne nicht an der richtigen Stelle eingetreten ist.....!
Am Abend hole ich eine warme Mahlzeit im Szenetreff „Joyride“ nach, man gibt sich hier doch beachtenswert Mühe die Bedürfnisse der vielen Traveller und sonst. Gringos in der Touristenstadt Sucre zu befriedigen. Das Supersteak hält was es verspricht und es gibt auch Bier vom Fass!!
Samstag, 26. Dezember - Abreise nach Camargo über Potosi
Ganz in Ruhe starte ich am Morgen aus meinem recht angenehmen Gran Hotel von Sucre. Nutze früh noch das WLAN hier etwas um restliche Post u.dgl. zu erledigen.
Halb elf habe ich mein Ticket mit „6 de Octubre“ nach Camargo. Habe endlich mal eine Tagfahrt gewählt, zuviele Nächte wurden sich in letzter Zeit sonst so um die Ohren geschlagen.
Bis Potosi ist es in Höhen um 2400mNN pendelnd noch sehr heiß im Bus. Erst als das Höhenniveau von Potosi mit ca. 4000mNN erreicht ist, wird es spürbar kalt! Die spektakulären Felsmassive vor Potosi erinnern schon etwas an die Südtiroler Bergwelt. Durch die inzwischen amazonasseitig heranziehenden dunklen Wolkenberge kommen die hellen Felsfomationen in sehr schönem Kontast auf''s Bild. Nach ca. 4 Std. ist dann
Potosi erreicht – es ist Zeit ein Mittagessen einzunehmen. Vorbei am wohl weltgrößten Silberberg, dem mir schon lange gut bekannten „Cerro Rico“ geht es dann weiter in Richtung Camargo. Hier im Hochland südlich von Potosi um die 4000m hoch,sind noch massiv Oreocereus celsianus anzutreffen und prägen teilweise das Landsachaftsbild kilometerlang. Inzwischen hat das heranziehende Unwetter schon auf Bergen knapp über 4000m NN Schnee hinterlassen. Ein paar Bilder gelingen doch aus der Fahrt heraus. Ich bin schon etwas erstaunt den Schnee bis in solche Tiefen herunter zu sehen. Doch erst richtig zur Sache ist das Unwetter dann nochmals ca. 50km weiter in Richtung Camargo gegangen. Es hat solche ergiebige Niederschläge gegeben, dass das ganze Hochland hier in riesigen Flächen unter Wasser stand. Ja ich sage Wasser, doch dann auch Schnee, Hagelkörner bis 20cm Höhe aufgetürmt!! Das hinwegfliessende Wasser spülte schon riesige Mengen davon weg, doch immer noch kann man staunen was dort wohl vor paar Minuten für ein Unwetter niedergegangen sein muss. Ich denke an einer Erscheinung wie einen Blizzard in Nordamerika.....!
Das dies nun aber auch noch alles Land der Kakteen (Lobivia, Cumulpo., Oreocereus) ist, macht die ganze Sache doch so erwähnenswert. Was müssen diese Pflanzen hier wohl erdulden......., man sollte also bei best. Hochlandkakteen doch genauer auf die heimatlichen Standortbedingungen achten.
Abends um 8 ist dann endlich Camargo erreicht, unsere unbefestigte Piste hatte durch das Unwetter zum Glück kaum Beeinträchtigungen, Erdrutsche sind ausgeblieben, bzw. durch das hier im Unwetterzentrum flache Gelände, kaum so möglich gewesen.
Noch erst vor 11 Monaten war ich zuletzt in Camargo – entsprechend gut kenne ich mich aus.
Doch mein schönes Hotel „Chujllas“ von damals hatte geschlossen!
Im Hostal „Plaza“ komme ich aber auch sehr gut unter. Auch meine Parillada von damals kann ich zum Abendbrot wiederfinden und mir gehörig an sattem Rindersteak den Bauch vollschlagen!
Sonntag, 27. Dezember - Oreocereus culpinensis im 2. Anlauf; Weingartia westii u.a
Nun hatte ich es im Vorjahr verpasst die Berge kurz vor Culpina mit zu besuchen. Zeilgerichtet starte ich am
Morgen nachdem mich eines der Schnelltaxis von Camargo aus mit hoch genommen hatte. Bei reichlich 3000mNN lasse ich mich absetzen. Inzwischen hat sich der Himmel weiter leicht verfinstert und ich habe nicht mehr das allerbeste Licht für die ersten Bilder hier oben. Jedoch bin ich sofort im richtigern Habitat, welches besonders durch die kräftigen, meist basal verzweigten Triebe der Oreos gekennzeichnet ist. Dazwischen tummeln sich auch noch viele Parodia camargensis ssp.?, einige der schwach bedornten Cereen, welche fast nie Blüten und Früchte haben, sowie lockere Tephrocactushaufen und
später dann auch noch ein Cleistocactus, der dem Tupizensis sehr nahe kommt. Ich finde bei den Oreos auch gleich ein paar gute Blüten zur Doku, Sa. ist dann auch kein Problem. Dieser Oreo steht sicher dem Maximus sehr nahe, jedoch erreicht er nicht ganz dessen Dimensionen in Höhe und Triebstärke. Die Do-farbe variiert von hornfarben bis rotbraun, wobei die schöne weiße Behaarung doch auch meist bis zur Basis erhalten ist. Nach gut ½ Std. merke ich die heranziehenden Gewitter. Zum Glück habe ich ein Regencape mit. Ich verlasse die oberen Bergregionen etwas, suche etwas Schutz, soweit das in dieser Landschaft möglich ist, unter einem kleinem Halbstrauch.
Die Blitze kommen nicht näher und auch das Regenzentrum tangiert mich nur leicht. Somit ist das Ganze schon in gut 30 min vorbei. Die Temperaturen sind immer noch angenehm mild hier oben und ich kann eigentlich relativ unbeschwert meinen Feldgang in Richtung Tal hinab nach San Pedro fortsetzen. An einer dann folgenden sehr geschützt liegenden Felskuppe nutze ich die Gelegenheit gleich um hier Mittagsrast einzulegen. Ic h verfolge etwas nebenbei die Werte am Hygrometer und bin erstaunt, wie schnell sich doch nach dem kleinen Regen die Luftfeuchte wieder auf Werte unter 25% senkt. Inzwischen befinde ich mich auch im Zentrum des Cleistocactushabitates, die Exemplare sind hier besonders schön entwickelt und bestechen durch ihre im Gegenlicht so herrlich leuchtenden langen zahlreichen radial abstehenden Dornen.
Ich folge einer langgezogenen felsigen Bergrippe talabwärts. Zwar ist das Vorwärtskommen nicht sehr schnell, doch dafür bleibt recht üppige Kakteenvegetation erhalten. Schon ab ca. 2800mNN gesellen sich zahlreich die oft großen Exemplare von Weingartia westii hinzu. Aber eben wieder wie schon im Vorjahr alle ohne Blüten – sicher bin ich dafür 1-2 Monate zu spät. Auch Samen sind kaum zu sehen, obwohl die Population sehr sehr stark vertreten ist. Immer wieder besiedelt diese Weingartia auch die kargsten Felsabschnitte, ein echter Überlebenskünstler, genauso wie dann weiter unten bei ca. 2500mNN die vielen langzylindrischen Lobivien. Irgend etwas muss doch am Sandstein so attraktiv für die Pflanzen sein.
Ich entschließe mich dann so bei 2500mNN auch das Substrat dieses Standortes näher zu untersuchen. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass es wohl am basischen Milieu liegen dürfte. Ich hatte erst noch wegen geringer
Vorkommen von Moos in Spalten auf „sauer“ getippt. Dabei hatte ich Substratmischproben angesetzt.
Auch zur Bodentemperatur und Luftfeuchte halte ich die entsprechenden Werte mit fest. Hierbei zeigte sich dann auch, wie stark die nun inzwischen vorherrschende Sonneneinstrahlung die Werte gedrückt hat. Unter 20% Luftfeuchte hier schon, obwohl noch in Felsvertiefungen Wasser vom mittäglichen Regen stand. Beim weiteren Abstieg ist zu erkennen, dass der Regen die tieferen Regionen unter 2500mNN immer weniger erreicht hat. Entsprechend nehmen die Lobivien hier einen immer dünnzylindrischeren Habitus an. Sie sind hier dann oft im Verhältnis Durchmesser zu Wuchshöhe von 1 : 8-10 anzutreffen. Es ist dann auch als ein Bodenszenario zu charakterisieren, das aus einer grundhaften massiven schrägen Sandsteinsockelplatte besteht, welche mit Spalten und anderen Störungen bzw. auch sandigen Lockergestein und sonst. Geröllen nur zu ca. 50 % bedeckt ist. Genau auf eigentlich so lebensfeindlichem Terrain siedelten doch so viele der Lobivien, immer noch auch Weingartia und auch Parodia. In den Bereichen mit etwas lehmigem Sand bzw. auch etwas Humus, tauchen weiß blühende Amaryllidaceae auf. Obwohl sehr wenig oberirdisches Blattwerk, kann ich bei einer vorsichtigen Probegrabung feststellen, dass sich die Zwiebel in erst 20 cm Tiefe befindet und erstaunlicherweise mit um die 8cm Durchmesser eine sehr große unerwartete Dimension hat! Die Population schien auch noch extrem viele Exemplare zu besitzen, man konnte auf geringstem Abstand immer wieder auf Pflanzen stossen.
Im weiteren Abstieg sind auch sehr viele Lobivien in Blüte. Es dominiert natürlich der dunkelrote Farbton. Doch dann kommen auch erstaunlicherweise orange hinzu, ich sehe fast gelbblühende Ex., auch cremefarben,
und weiß; eine erstaunliche Vielfalt am Ende. Da es immer noch gutes Licht mit Sonne von der Seite gab, kann ich in Ruhe hiervon sehr viele Bilder anfertigen, um etwas von diesem Blütenfeuerwerk festzuhalten.
Den restlichen Rückweg unten ab San Pedro kann ich eine passende Mitfahrgelegenheit nach Camargo finden.
Den Abend beschließt wieder ein Riesenchurassco bei meinem Grillmeister, ich glaube die 1kg-Grenze ist fast erreicht. Das ständige Beträufeln mit Limettensaft während des Grillens macht das Fleisch noch saftiger und angenehm weich....., ein abendliches Ritual auf das man kaum noch verzichten möchte!
Das eisgekühlte große Cerveza dazu und alle Anstrengungen des Tages sind schnell vergessen.
Montag, der 28. Dezember Villa Abecia - ca. 45km weiter südlich von Camargo - tolle Wasserfälle
Meine Wirtin vom Hostal empfiehlt mir diesen Ort. Mit dem Linienbus der gerade ablegt, bin ich schon nach ca. 1 Std. dort. Unterwegs berausche ich mich immer wieder an der westseitigen einmaligen roten Sandsteinszenerie. Habe ein offenes Fenster für ein paar Schnappschüsse!
In V.A. herrscht ganz gelassene Ruhe als ich am kleinen schattigen Plaza ankomme. Irgendwie zieht es mich sofort in das westliche grüne Seitental hinauf. Es scheint Bewässerungswasser zu geben, denn es ist etliches an Bewuchs zu erkennen. Ich folge einem immer schmaler und romantisch werdenden Weg, welcher mich durch die Obstfelder, an Weinspalieren entlang, an kleinen Bewässerungskanälen leicht bergan führt.
Ich habe meist geschützt unter dem Blätterdach der Avocadobäume oder dem peruanischen Pfefferbaum viel Schatten und bemerke erst viel später ,als ich diesen Schutz nicht mehr habe ,was für ein heißer Tag bevor- steht. Die kleine Wanderung in diesem „Gartenlandparadies“ wird wohl unvergesslich bleiben. Ich kann von Kirschbäumen naschen, sehe fast reife Aprikosen und Pfirsiche, man kultiviert auch Wein, es gibt Rosen und andere Blumen, ich glaube es ist so etwas wie der „Garten Eden“!!
Am Ende der oberen Gartenlandgrenze beginnt im nicht bewässerten Terrain die halbwüstehafte Primärvegetation. So stoße ich auch gleich auf einige Kakteen. Der schlanke weissblühende Cereu, wie immer von Insekten befallen,trägt niemals reife Früchte, so sehr ich auch den ganzen weiteren Tag suche!!
Ich komme auf den maroden Fahrweg der mich im Takl aufwärts führt. Ich bemerke nun zu meiner Freude, dass es im Tal unten (der Weg führt hangseitig gut 40 m höher entlang) herrliche Wasserfälle gibt. Schon an den Bewässerungskanälen konnte ich erkennen, dass es hier fast kristallklares Wasser gibt, was nicht sehr häufig in Südamerika geologisch bedingt der Fall ist. Somit freue ich mich schon dies auf meinem Rückweg zu nutzen. Erst einmal steht mir ein schweißtreibender Anstieg bevor. Nach gut 400Hm eine Rast. Dann tauchen Parodia camargensis ssp.? auf, auch meine Lobivien wieder und auch der Cleistocactus des Vortages.
Dann ein Hinweis zu einem Mirador – das will ich schon nutzen, da ich mir vom weiteren Anstieg auch noch zunehmend variierende Vegetation erhoffe. In voller Sonne geht es zügig hoch. Manchmal scheint der Anstieg als geht es direkt hoch in den Himmel, dann erkenne ich endlich das Ziel, der Antennenberg ist es. Knapp die 3000 Marke verpasst, jedoch habe ich auch so um die 900Hm genommen. Meine Thermometer zeigen gute
35° C an, so verrückt kann nur ein Gringo sein. Ich treffe keine Menschenseele.
Aber es hat sich gelohnt, die Aussicht hier oben ist gigantisch. Das ganze Nord - Süd durchziehende Riesental von Camargo kommend ist zu überblicken. Dazu auch die Weitsicht nach Westen. Dort muss dann ja bald Cotagaita und Tupiza liegen. Ein idealer Ort um auch wieder ein paar gute Fotos zu stellen, soweit das eben mit Selbstauslöser möglich ist. Dazu plaziere ich mich mehrmals vorn an der Abbruchkante des Gelaändes, welche dann mit schätzungsweise 700 Metern senkrechtem Fels auch sofort die freie Sicht in gigantischen Ausmaß freigibt! Auch eine Mittagsrast wird ausgiebig abgehalten – nur es fehlt jeder Schatten.
Zum Glück hatte ich früh vorsorglich viel Sonnenschutz aufgetragen.
Finde auch hier oben noch Lobivia und die Parodia. Weitere Neufunde sind nicht zu machen an dem Tag.
Zügig, ja fast im Laufschritt ,zieht es mich talabwärts zu den lockwenden Wasserfällen. Dort komme ich an den oberen Teil der nicht von Einheimischen frequentiert wird nur durch Klettern hinab. Durch die Steilheit
schaltet auch mein GPS inzwischen ab! Ich komme heil hinab ans Wasser. Es ist ein von dem fließenden Wasser zumeist blank geschliffener roter Sandstein, der hier vorherrscht. Ich gönne mir schon etliche Zeit um mich von den Strapazen bei weit über 30 grd in der sengenden Sonne zu erholen. Ich kann auch Schattenbereiche zum Baden nutzen, der Körper muss sich langsam heruntertemperieren, zum Glück ist das Wasser auch nicht so eiskalt.
Die vielen einzelnen Kaskaden halte ich auch im Bild mit fest. Zwar keine sonderlich hohen Fallhöhen, dabei, jedoch die Formenvielfalt und oft sogar etwas Eleganz wie sich das Wasser zwischen dem roten Sandstein Wege gebahnt hat, macht diesen Ort unvergesslich. Wassertöpfe mit sprudelndem Zulauf, kleine Rutschbahnen, Flachstellen zum Ausruhen, eigentlich für jedes Bedürfnis hat die Natur hier meisterlich etwas geschaffen.
Im weiteen Abstieg nach Villa A. läßt sich noch auf gut 1.5 km Länge fast ebensolch geschmeidiges Kaskadengelände erkunden. Seitlich kommt auch 2 x Quellwasser aus der Steilwand hervortretend, zu meiner Überraschung. Ideal auch eine Stelle zum Zelten halte ich fest!
Ich muß mich aber dann zum Heimweg sputen. Schon am oberen Ortsrand treffe ich auf ein Schnelltaxi nach Camargo – in 30 min bin ich dort.
Abends esse ich im Capriccio, mein Grillmeister hat sich wegen Geburtstagsfeier entschuldigt!
Dienstag, der 29. Dezember – ein Ruhetag in Camargo
Es wird Zeit einmal kürzer zu treten und somit wird an diesem Tag weiter nichts als Tagebuch schreiben, einmal ein Mittagessen mit ermöglichen und sich noch etwas in Camargo umzuschauen. Viel Erwähnens-
wertes ist nicht in der Stadt. Ausser, dass man versucht über den hier ansässigen Weinanbau etwas Tourismus anzukurbeln. Jedoch sind mir die Nachwirkungen des Weines von Camargo noch vom letzten Jahr voll in Erinnerung und ich probiere diesmal lieber nicht davon!!!
Das Wetter ist wieder sehr drückend heiß, ich war dann sehr froh nicht unterwegs gewesen zu sein. So brauen sich auch einige schwere Gewitter zusammen, die diesmal mit heftigen Niederschlägen auch die Tieflagen im Tal fast voll mit erreichen. Somit fällt auch meine Parillada am Abend aus, denn aus dem Grillen im Freien wurde an diesem Tag nichts!
Mittwoch, 30. Dezember – Abreise von Camargo nach Tupiza
Etwas zeitiger stehe ich auf und komme auch mit einem Schnelltaxi dann schon halb neun weg. In nur 2 Stunden ist die Strecke nach Iscayachi geschafft. Unterwegs beobachte ich, dass die Region hinter La Puente ansteigend sich bis auf die 3200mNN hoch als sehr artenreiches Kakteenhabitat zeigt. Auch ein paar Bilder aus dem Fenster gelingen, um wenigstens etwas davon als spätere Erinnerung für weitere Unternehmungen festzuhalten.
In Iscayachi hat sich seit dem Vorjahr doch bezüglich der Strassensituation etwas getan. Man ist vorangekommen, so dass durch den neuen Asphalt es bedeutend weniger lästigen Staub gibt!!
Auch die Hauptroute von Norden kommend ist zu ca. 80% schon weit fertiggestellt – somit fährt es sich wesentlich schneller und angenehmer.
Jedoch mit dem Anschlußbus in Iscayachi habe ich wieder so meine Probleme. Es dauert wieder ewig......
Nach gut 5 Std. klappt es doch noch – ein Bus nach Villazon zur Grenze hat gerade noch einen Platz frei.
Da es jedoch inzwischen schon nach 16 Uhr ist, bedeutet das, wenn ich noch bis Tupiza kommen will, daß ich dann nachts an der Cruze im Altiplano fast im Niemandsland umsteigen muss. Erst einmal geht es ganz gut vorwärts, auch die Landschaft draußen zeigt sich im späten Licht des Tages noch einmal in voller Schönheit.
Gerade der Bereich an den Lagunen südlich von Iscayachi kam mir noch nie so schön vor wie diesmal. Natürlich auch dadurch, daß es wohl schon einigen Regen gegeben haben muss, denn alles stand in gutem Grün – in 4000mNN, ist das nicht so selbstverständlich. Auch die gefährliche Kurvenstrecke hinab zum Rio San Juan del Oro verlief ohne Zwischenfälle – was hat es hier früher schon für schlimme Unfälle gegeben!!
Ein Halt unten am herunter gelodderten Hotel Torino, ich verzichte darauf hier zu bleiben.....
Dann noch ein abwechslungsreiches Gespräch mit einem echten „Parilladero“ (arg. Grillmeister) aus Villazon
Ich kann allerhand über sein Handwerk erfahren, wir wollen auch etwas in Kontakt bleiben, schließlich bin ich ein Typ der das argent. Rindfleisch gerade zu verehrt!.
Gegen 21 Uhr muss ich an der Cruze hinaus in die dunkle Nacht. Richte mich schon mal auf sicher 1 Std
Wartezeit hier ein, wenn überhaupt etwas kommt – zur Not hätte ich mein Zelt aufschlagen müssen!!!
Doch schon nach knapp 5 Min der richtige Bus nach Tupiza hält – hatte mit der Taschenlampe etwas Signal gegeben...., man da fiel mir ein Stein vom Herzen. Zwar rattert der vom „Boqueron“ mächtig lange noch bis halb 12 durch die Nacht, ist mir dann aber fast egal.
Um Mitternacht komme ich in Tupiza im Stammhotel Mitru noch gut unter – nur mit etwas Hunger muss ich ins Bett!!
Donnerstag, Silvester 2009
Mit einem sehr guten Frühstücksbuffett beginnt der Tag im Mitru. Man hat weiter daran verbessert. Mehr Obst zur Auswahl, auch bei den Brötchen kommt jetzt schon fast Baguettequalität mit zur Auswahl.
Auch all die Bediensteten sind wie immer sehr freundlich und hilfreich und dann begrüßt auch Fabiola die Chefin mich persönlich.
Nur Mario ist noch nicht im Lande, er würde wohl noch in der chilenischen Atacama sein.
Sehr viel plane ich nicht für diesen Tag – nur am Nachmittag geht es mal für 2-3 Std in die Quebrada Palala zu den Blossfeldien.
Das im Vorjahr aufwendig dokumentierte Habiat will ich mir wieder ansehen und ggf. auch erneut neu aufnehmen.
Jedoch ganz schöne Enttäuschung für mich, die wohl hier schon lang anhaltende Trockenheit hat fast alle Pflanzen so mächtig schrumpfen lassen, daß ich fast verzweifle. Viele finde ich gar nicht, bzw. sind diese jetzt so klein und fast unsichtbar. Zwar klettere ich noch weiter links in die Wand, überschreite auch den Grat oben, steige die Rückseite ab, laufe dort am Wandfuß alles ab, jedoch auch nirgends Hinweise auf weitere Pflanzen. Lediglich zwei pH-Wert-Messungen führe ich noch durch. Reste von etwas in letzter Zweit abgeflossenem Oberflächenwasser in der Talrinne (eigentlich ein Widerspruch zum sonst so trockenen Milieu hier!!) weisen überraschend leicht basische Werte auf. Das Umgebungssubstrat der Blossfeldia ist annähernd neutral bei pH=6,97 .
Gerade die oberen Felspartien erscheinen sehr vertrocknet!! Alle Exemplare von B.sind nahezu fast zur Unkenntlichkeit geschrumpft. Lediglich zum Wandfuß hin gibt es auch ein paar Pflanzen die sogar Blütenansatz tragen!
Mal sehen was Mario dazu sagt – er hatte mir ja erst unlängst noch Langzeitblütendokumentationen vom Habitat aus dem Anfang des Jahres 2009 zu gesendet.
Auf dem Rückweg, inzwischen brennt die Sonne nicht mehr so brutal, schaue ich bei den roten Tunillas noch vorbei imTalschotter
und freue mich schon auf die roten Zinnen der Quebrada Palala im Abendlicht. Dort kommen dann auch noch ein paar schöne Bilder zustande. Im Hotel zwar schon spät zu meiner Rückkehr, gönne ich mir noch schnell zur Dämmerung ein erfrischendes Bad im hauseigenen Pool. Inzwischen bevölkern schon an die 25 angereiste junge Argentinier alles hier, soviel Leben hatte ich ewig nicht im Mitru erlebt.
Zum Abendessen suche ich die Stammkneipe der Eisenbahnveteranen auf . Die Parillada, ich habe ein „Asado de Tira“ - das war ein Riesenbatzen Fleisch mit kleinem Rippenanteill, der insgesamt fast 1 Kilo erreicht hat. Dazu noch eine fette Grillwurst, man das verlangt vielleicht Kondition !!! War aber auch gut so, denn eine andere Kneipe für den Silvesterabend finde ich anschließend nicht. Irgenwie scheint hier kaum was abzugehen – die ganze Nacht verläuft sehr ruhig, auch an Böllern ist sehr wenig zu hören.
Nur die Argentinier feiern etwas im Hotel – es bleibt aber auch im Rahmen...,ein paar davon kommen lediglich dann am nächsten Morgen gleich noch mit Rotweinflasche zum Frühstück!!
1. Januar 2010 - Neujahr
Entsprechend heiter verläuft es zum Frühstück...........und auch der Rest des Tages im Hotelgelände vor allem am Pool......!!!
Ich bereite meine Zelttour nach Norden (Almona ) vor. Dazu sind div. Lebensmittel usw. einzuholen bzw. noch Transportbverbindungen zu erkunden. Auch für weiteres zusätzliches Erholen bleibt etwas Zeit – dazu nutze ich bei dem immer noch sehr heißen Wetter hier in Tupiza auch den Pool etwas.
Inzwischen ist eine Nachricht von Mario im Hotel eingegangen – er hängt noch in Chile fest, es gibt wohl wieder an der Grenze seitens der Bolivianer Blockaden. Evtl. wird Mario am Montag in Tupiza eintreffen....., somit bleibe ich beim Aufbruch am Samstag für ca. 3 Tage vorerst.
Samstag, 02. Januar 2010 Mit dem Zelt ca. 35 km nördlich von Tupiza nach Almona
Die Erkundung am Vortage passte genau, 14 Uhr geht der einzige Bus nach Norden raus. Am Bahnhof kann ich in die alte Klapperkiste einsteigen, diese hat jedoch den Vorteil, dass ich direkt bis in meine gewünschte Region komme. Noch ist es drückend heiß, entsprechend stickig ist es im rammelvoll gefüllten Bus der Indigenias. Zum Samstag fahren wohl besonders viele wieder nach dem Markt zurück hinaus zu ihren Anwesen, ich habe somit erst einmal einen unbequemen Stehplatz! Bis hoch nach Salo hält er an fast jeder Hütte, dann habe ich aber auch einen Sitzplatz. Endlich nach über 2 ½ Std. ist mein Ziel erreicht. Almona hat so gut wie keinen erkennbaren Ortskern – die paar Häuser liegen verstreut im Haupttal schon vom „Torre“ (Zeltpl. 2008!) weiter nach Norden an beiden Hangseiten und haben dann hier mit der östl. Quebrada Tamacaya ihre letzte Verbreitung. Ich möchte aber in die gegenüberliegende Quebrada (o.Namen -evtl. doch Quebr. Negra), dort fährt der Bus auch noch extra 500m rein.
Kaum ausgestiegen, muss ich erkennen, dass Regen und Gewitter im Anzug sind. Denke mal es wird schon nicht so schlimm werden und gehe schnurstracks in der Quebrada Tal aufwärts. Keine 5 min vergehen und erste Regentropfen folgen. Da ich alles am Mann habe, fürchte ich keine Probleme. Anfangs versuche ich unter den Dornensträuchern etwas Schutz zu finden – doch da wird es langsam ungemütlich und die Niederschläge werden intensiver. Nun hole ich endgültig das Regencape heraus und versuche mal mich samt großem Rucksack zu schützen.
Allein hast Du in solchen Situationen da keine Chance – Regen und Wind beherrschen Dich und nicht Du die Situation....., also will ich wenigstens aus Kenntnis, dass bald der ca. 100 Meter breite Talgrund Wasser führend ist, auf die mir vorschwebende nördliche Seite wechseln.
Es geht nur noch mit Mühe und ich wate in inzwischen braunen Fluten – welch ein Wahnsinn, kaum wäre ich nur 1 min später hier untergegangen.
Am anderen Ufer ist an Weitergehen nicht zu denken, zu stark prasselt inzwischen Hagel nieder. Noch in Trekkingsandalen, barfuss unterwegs, wird es inzwischen schön ungemütlich kalt, sonst ist am Leib auch schon kein Fetzen mehr trocken. Ich kann nur froh sein, hier relativ sicher vor den nördlich herab schießenden Wassermassen mich zu befinden. Als hätte jemand gerade ein Schleusentor geöffnet, kommt von einer nur ca. 2 m breiten Steilrinne eine Flutwelle an mir vorbeigeschossen, diese hätte mich wohl mit platt gewalzt....., ich sondierte nur ununterbrochen alle Geländesituationen, um nicht erfasst zu werden. Als ich darüber Klarheit und Sicherheit zu meinem Standort hatte, bemerkte ich erst einmal wie sehr mich die einhergehende Abkühlung erfasst hatte. Ein Zähneklappern wäre untertrieben, es waren schon fast Schüttelfrostanfälle.......!
Der Hagel hatte nachgelassen, man würde in europäischen Breiten sagen, es folgt der Landregen und ich musste weiter warten. Irgendwie meiner Situation so ausgeliefert zu sein und nicht weiter agieren zu können, dachte ich ans Fotografieren. Eine Nikon verträgt schon etwas Feuchte und ich denke auch kaum noch nach, irgendwie will ich etwas vom Spektakel festhalten. Besonders die in der breiten Talebene dahin schießenden Wassermassen (im Normalfall ist es hier trocken!) als braune Brühe mit all dem was es in solchen Fällen dann mit hinweg gespült wird. Besonders zuerst die jetzt gut gefüllte Talebene hatte es mir angetan. Auch vom seitlichen Wassersturzbach nehme ich was mit auf. Als sich dann nach gut 1 ½ Std. der westl. Horizont aufhellt, macht sich dort etwas Sonne bemerkbar – also klar es wird einen Regenbogen geben..... und was für einen....! .. ich ziehe immer noch paar mal die ohnehin schon nasse Kamera und kann das Naturschauspiel gut festhalten, Besonders der 2. Pseudobogen dazu, er begrenzt zum ersten einen Abschnitt, den ich später auf den Bildern als grau abgesetzte Fläche erst so richtig als Phänomen registriere. Dabei kann ich im Vordergrund die immer noch heftig dahin strömenden Wassermassen im Bild einordnen – was für ein Schauspiel und für eine Gelegenheit......!!
Inzwischen nur noch tröpfelnder Regen, ich muss nun schnellstens das Zelt errichten. Auf einer Anhöhe zwischen den hier üblichen Dornensträuchern, Oreocereus, leider auch Opuntien usw. finde ich eine halbwegs gerade Fläche, fein steinig-splittriger Boden. Dafür aber auch nicht so matschig – da bleibt keine Zeit weiter zum Überlegen. Vor Kälte fast schreiend, die Finger kaum zum Zusammenstecken der filigranen Glasfieberstäbe nutzen zu können, schaffe ich es doch noch.irgendwie. Nur ein Gedanke kreist im Kopf – Unterschlupf vor weiterem Regen zu finden, schnellstens trockene Sachen anziehen und heißen Tee zubereiten. (die Temp. an meiner Armbanduhr zeigte inzw. nur noch ca. 6 ° C an!!! - ich war bei gut 35^C gestartet!)
Es war dann zum Glück immer noch vor der Dämmerung, als ich es geschafft hatte, das Zelt stand, paar Sachen waren noch trocken und mein Kocher bereitete ununterbrochen heißen Mate de Coca. Zum Glück hatte ich eine ganze Flasche Zitronensaft mit, dieser in Mengen beigegeben verhinderte dann eine schon als sicher zu erwartende Erkältung wie durch ein Wunder!!
Dazu noch eine heiße Suppe, erstaunlicherweise komme ich damit schon etwas regeneriert und nicht mehrt frierend in die Nacht.
Es sind noch die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände am Kocher im Zelt etwas zu trocknen (GPS, Camcorder, Fernglas, div. Kleidung....); jedoch als ich im wärmenden Schlafsack stecke ist dabei das alles nur noch Nebensache....
Die Nacht kriege ich halbwegs herum, am meisten plagt der steinige Untergrund am Zeltboden, Isomatte u.dgl. kenne ich nicht.
Sonntag, 3. Januar Erkundung der Quebrada mit viel Erzbergbau in Richtung Cerro Jalsuri Punta
Froh bin ich natürlich, als am nächsten Morgen der Regen endgültig vorbei war. Die Nacht war es nur noch halb so schlimm gewesen.
Das GPS signalisiert mir, um 5 :45 Uhr wäre Sonnenaufgang und ich bin dann auch auf den Beinen, schon aus Neugier was das Wetter macht, denn nichts wird sehnsüchtiger erwartet, als wärmende Sonne am Morgen!!
Zwar versperren paar kleinere Bergzüge im Osten mit ein paar Restwolken das Ganze eine halbe Stunde noch, doch dann habe ich das Glück auch wirklich Sonne ab zu bekommen. Sofort sind alle Lebensgeister voll da. Noch vor dem ersten heißen Kaffee gehe ich mit der Kamera das Umfeld nach ersten Motiven im tropfnassen Zustand ab. Dabei sind die Säulenlkakteen in dieser Konstellation besonders schön. Auch erste morgendliche Futter suchende Singvögel tauchen dort auf und kommen ab und an mit auf's Bild.
Auch kann ich damit beginnen, meine immer noch feuchten Kleidungsstücke, den Rucksack..., im Prinzip alles in der Sonne auf den Dornensträuchern zum Trocknen aufzuhängen......, in gut 1 Std ist alles wieder o.k. - bis auf die Polster am großen Rucksack......
Nebenbei kann ich ohne Regen, anders als am Vorabend, etwas das Umfeld weiter erkunden.
Besonders beeidruckend eine riesige monströse Säule von Trichoc, tarijensis unmittelbar neben meinem Zelt. Hiervon fertige ich mehrfach noch zu verschiedenen Tageszeiten Bilder an. Nach reichhaltigem Frühstück (immerhin hatte ich ja auch frisches Obst usw. mitgeschleppt) starte ich bei inzwischen vollem Sonnenschein gut mit Sonnenschutz versehen, talaufwärts in Richtung Cerro Jalsuri Punta. Immer wieder erfreuen nach dem erfrischenden Regen die neuen zahlreichen Blüten bei Oreoc., und vor allem bei tarijensis mit leuchtenden Farben. Im Tal entlang beobachte ich auch die schiefrigen Felsbereiche – jedoch Blossfeldia taucht hier nicht auf, lediglich kleinere Peperomien der Spec. andinum. Als das Tal endgültig am Ende der Auftrichterung erreicht ist, kann ich wie aus Erfahrung zu erwarten, auch wieder auf fließendes Wasser treffen. Im schluchtartig schmalen Tal geht es teilweise etwas sonnengeschützt leicht aufwärts. Zunehmend jedoch wird es enger, der blaue Schieferfelshorizont bedingt zahlreiche kleine Kaskaden des inzwischen fast kristallklaren Wassers, trotz das der letzte Regen erst ca. 8 Std. zurück liegt. Immer schwieriger wird das Vorwärtskommen, jedoch kann ich auf alte verwaiste Lehmhütten stoßen, welche aber teilweise doch wohl noch genutzt werden. Ich bemerke Bergbauaktivitäten, verschiedene kleine Stollenmundlöcher, aber auch schon geförderte Erze liegen abgelagert meist in Säcken bereit. Es ist ja Sonntag und niemand ist hier außer mir. In Ruhe kann ich mich umsehen und etwas schnüffeln. Der Ausschau nach Kakteen an die seitlichen Steilwände ergibt wenig Brauchbares i.M., so daß ich noch weiter talaufwärts steige. Immer enger und einsamer wird es – jedoch mehr Bergbauaktivität – man hat wohl u.a. auch Silber- und Bleierze zutage gebracht. Dann bietet sich eine seitliche Stelle zum Aufstieg auf ein Bergriff an. Hier stoße ich u.a. auch schon in den Schuttriinnen wieder auf Solanum silvestre. Parodia maassii dominiert und etliche Cleistoc. tupizensis sehe ich. Zur Rast oben auf dem Riff in mittäglicher Hitze, finde ich auch erstmals Lobivia – ohne Blüten jedoch mit Früchten. Von den Wildkartoffeln kann ich etwas gut dokumentieren, sie haben sogar schon das Blühstadium erreicht und haben Knollen bis ca. 2cm Durchmesser. Später im Abstieg finde ich sie wieder sehr häufig in den lehmig-humosen Schuttrinnen, wahrscheinlich sammelt sich dort sehr einfach angewehter Samen schnell an. Auf dem Rückweg nutze ich natürlich das saubere erfrischende Wasser im Talgrund noch zu einem Bade. Wesentlich extra erwähnenswerte neue Pflanzen sehe ich kaum noch, lediglich von den Amaryllidaceae stecken im Schieferfels erstaunlich große Zwiebeln. Faustgröße wird dabei immer erreicht! Du fragst dich, wie die Pflanzen dort hineinwachsen können......
Da am Nachmittag noch etwas Zeit verbleibt, starte ich nochmals um die südliche Hangseite gegenüber von meinem Zeltstandort zu erkunden. Es werden noch einige schöne große Exemplare von Oreocereus und tarijensis abgelichtet, mehr passiert aber nicht mehr.
Montag, 4. Januar Umsetzen runter nach Almona und Erkundung der östlichen Bereiche
Nach dem Frühstück packe ich zusammen und laufe vorerst bis an die ersten Hütten, dort wo letztens der Bus gewendet hatte. Mich ziehen ein paar dort oberhalb in den Hügeln voll in Blüte stehende Trichoc. tarijensis an. Gertost kann ich mein schweres Gepäck hier unten am Ortsrand auf einem riesigen Baumstamm liegen lassen. Die Ziegenbauern hier sind sehr freundlich gesinnt, da gibt es kein Problem., Ich kann noch die allmorgendlichen Rituale ihrer traditionellen Lebensform beobachten. Schon seit gut einer Stdunde raucht das erste Feuer aus den Lehmhütten zwischen den erdabgedeckten Schilfdächern. Als ich zu den überaus reichlich mit Blüten besetzten Kakteen hoch steige, kann ich mit der zunehmenden guten Aussicht erkennen, wie bei allen Campesinos inzwischen das Melken der Ziegen in den einzelnen Pferchen begonnen hat.
Bevor das nicht abgeschlossen ist, zieht man natürlich nicht wieder los auf die Weiden.
Ich jedoch habe mit meinen Kakteen voll zu tun. Der vorangegangene Regen hatte inzwischen einen wahnsinnig üppigen Blütenflor zur Entwicklung gebracht. Das Paradestück, eine alte fast kandelaberartig gewachsene Pflanze bis 4m Höhe, hatte mehrere Dutzend Blüten im Morgenlicht gerade geöffnet und brachte mich fast in einen Fotografierrausch. Immer wieder in verschiedensten Positionen und Aufnahmemodi versuche ich ich etwas herauszukitzeln. Da sind schnell mal 200 Bilder mit geschossen. Solch eine Gelegenheit mit so gutem seitlichen Licht am Morgen muß dann schon voll genutzt werden. Auch andere Pflanzen davon stehen fast ebenso üppig in Blüte, ich komme auch durch die Hanglage sehr gut heran. Welch ein Glücksgefühl, wenn es schon am Morgen mit solchen Höhepunkten losgeht. Fast vergesse ich dabei, daß ich eigentlich „Umsetzen“ will. Im Abstieg, bei Vorbeigehen an den Ziegenpferchen, komme ich noch mit den gerade mit dem Melken beschäftigten Campesinas ins Gespräch Es ist eigentlich sehr wenig „Ertrag“ was dort heraus kommt, wenn man dazu die Menge der Ziegen ins Verhältnis setzt.
Unten im Talgrund stoße ich auch auf die Wasserfassung, welche mir ausgezeichnetes TW liefert und ich ergänze auch meine Vorräte wieder auf 100%. Ich laufe in der morgendlichen Kühle weiter Tal abwärts, immer Ausschau nach geeigneten Rastplätzen haltend. Es soll nun diesmal schon eine Stelle mit Gras als Unterlage sein – die letzten Nächte waren doch etwas sehr angestrengt. Das Haupttal des Rio Salo weitet sich abwärts weiter auf und einige Landwirtschaft dominiert. Es steht alles in sattem Grün, so wie ich es aus der Region noch nie kennen lernen durfte. Die westl. Talseite ist im Grund entweder zu feucht zum Zelten und überflutungsgefährdet oder es wird dann am Hang gleich zu steil und steinig.
Ich quere nach Osten rüber und bei einem Campesino, der mit seinen Kindern im Maisfeld arbeitet, frage ich bei einer Stelle die mir gut geeignet scheint. Sofort gibt er seine Zustimmung und schon 30 min später bin ich fertig und koche schon die Mittagssuppe. Der Campesino bringt mir dann sogar noch einen Teller seiner traditionellen Kost (Queso mit Mais und Bohnen) vorbei. Ich merke, dass ich hier keinerlei Probleme erwarten dürfte, sondern sogar als willkommener Gast gesehen werde. Nattürlich spricht man über so allerhand Dinge, woher ich komme, was ich hier suche und tue usw.... Ich erfahre auch, daß oben am Cerro Jalusuri noch 30 Vicunas leben sollen.
Den Nachmittag steige ich östlich gleich am kleinen Cerrito hinter dem Haus des Campesinos in das steile Gelände bei brütender Hitze ein.
Von den erwähnnten Mineralien sehe ich zwar wenig, jedoch sind die bizarren Felsformationen schon aufregend. Dann geht es im anschliessenden Tal ostwärts hoch. Erwartungsgemäß oberhalb der Auftrichterung kommt auch Wasser auf dem schiefrigen blauen Felshorizont, welcher so typisch ist hier für eine große Region. Es steigert sich weiter oben so sehr, daß ich an einem Wasserfall im Tosbecken die ersehnte Abkühlung beim Baden finde. Auch als TW ist alles gut brauchbar und glasklar!
Ledigliuch an Kakteen taucht nichts Neues auf. Im Abstieg dann jedoch ein mit unzähligen Blütenansätzen bestückter tarijensis, den ich wieder mit dokumentiere. Inzwischen zieht schon wieder Unwetter auf. Ich muß mich zum Abend hin schnell in meinem Zelt verkriechen. Mein Campesino ist besorgt um mich und läßt mehrmals nach mir schauen bis in die Nacht hinein. Mein Zeltplatz bleibt aber relativ trocken und wird nicht überflutet. Lediglich die Hunde der angrenzenden Hütten bemerken den „Eindringling“ in ihrem Reich.
Di, 5. Januar Ausflug nach Nordosten an die Yana Loma und Quebrada Tamacaya
Am Morgen herrscht zwar nach etlichen nächtlichen Regengüssen noch sehr hohe Luftfeuchte vor ( ich messe einmal Temp. u. Luftfeuchte in der kritischen Zeit kontinuierlich häufig und dokumentiere dies!!!- sehr aufschlußreich....!) doch die dann etwas hinter den Cerros verspätet hervortretende Sonne erwärmt schnell alles auf dann ebenso wieder kaum erträgliche Hitze am Tag. Ich ziehe nordostwärts los und in der Quebrada Tamacaya komme ich zügig vorran. Irgendwie will ich doch noch in Höhen über 3500mNN vorstoßen um auch noch von den vermuteten Zwergkakteen etwas zu finden. Im kleinen Seitental an der Yana Loma steige ich wieder im blauen Schieferfels aufwärts. Sauberes Wasser, etliches an interessantern geologischen Formationen machen den Weg sehr angenehm, wenn dann auch schon Kaskaden kommen, bei denen ich größere Kletterkünste anwenden muß um überhaupt noch nach oben zu kommen. Wasserbecken von mehreren Metern sind oft seitlich zu umklettern, teilweise bin ich auch schon im Wasserfall mit hochsteigend – jedoch bei der Hitze oft ganz angenehm. Ich erreiche die typischere Lomavegetation, welche durch die Papierbäume Polylepsis taracapana gekennzeichnet ist. Einige sind nach starken Regenfällen aus den Steilhängen in die enge Schlucht mit Steinblöcken herabgestürzt und erschweren natürlich den Aufstieg – welch eine wilde Romantik!
Als es an einem etliche Meter hohen Wasserfall für mich im Haupttal nicht weiter geht, steige 8ich seitllich aus.. Schon gleich nach den ersten Metern im felsigen Riffgelände finde ich eine dicke alte Sulcorebutia, welche fast unbedornt sich in einer Felsspalte schon viele Jahre angesiedelt haben muß. Es bleibt vorerst ein Einzelgänger, so sehr ich auch suche. Das schiefrige Gelände steil aufwärts sieht so viel versprechend aus. Dann ab und an weitere Einzelexemplare – nie in Blüte. Oben auf einem Vorgipfel raste ich zwischen viel Parodia maassii, Tephrocactus, Oreos.....Hier keinerlei Spuren von Sulcos mehr....!
So suche ich im Abstieg nochmals intensiver und habe etwas Glück. Zweiergruppen und auch paar Jungpflanzen kann ich finden. Die kurze Bedornung ließ mich anfangs zu S. rauschii tendieren, jedoch der weitere hier erkundbare Habitus der Pflanzen, der doch zylindrisch dominiert, wird wohl zu einer anderen Species tendieren..., hier ist später weiter etwas zu klären!
Da ich ja noch abends zurück nqch Tupiza will und ebenso das Wetter auf die Rückkehr drängt, gehe ich zügig abwärts.
Um ca. 15 Uhr am Zelt angekommen, zieht so viel an Unwetter auf, daß ich alles gerade noch im Trockenen abbauen kann, dann beginnt es zu töpfeln. Ich suche schon nach einem Unterstand, was aber hier nahezu unmöglich ist. Die Campesinos sind alle irgendwo draussen im Feld.....
Jedoch wird der Bereich Almona diesmal verschont – sonst hätte mich nochmals das gleiche Schicksal wie zur Anreise am Samstag ereilt!!
Weiter oben am „Ortscentro“ von Almona (5 Häuser – davon Kirche, Schule, 1 Verwaltungsgebäude und 2 Hütten warte ich auf den 5 Uhr Bus, der dann wirklich auch schon 16:30 Uhr ankommt und mich mit nimmt. Unterwegs ca. 10 km weiter südlich in Höhe Salo, kann man sehen, wie es mächtig Regen gegeben haben muss. Die weite Talebene ist fast vollständig überflutet, überall strömt noch braunes geschiebereiches Wasser talabwärts und spült so manches an Vegetation usw. hinweg. Ich kann vom Fensterplatz sogar noch paar gute Bilder mit aufnehmen.
Schon gegen 19 Uht ist Tupiza erreicht, hier wieder alles in Staub gehüllt, der Regen hat die Stadt hier nicht mit erreicht. Nur im Rio Tupiza ist zu erkennen, was weiter oben örtlich begrenzt für ein Unwetter niedergegangen sein muß.
Im Mitru ist mein neues Zimmer schon reserviert – nur Mario ist noch nicht eingetroffen.
Mittwoch 6. Januar - Ruhetag – Aufarbeitung einiger Bildmaterialien usw.....
Viel ist davon nicht zu berichten. Sachen sortieren bzw. reinigen...., Post erledigen......, mal richtig Fleisch in der Parilla reinstopfen.....,
das sind so die wichtigsten Dinge des Tages.
Am Abend taucht dann sogar noch Mario auf, er hing einige Zeit an der chilen. - bolivianischen Grenze von San Pedro de Atacama kommen, fest.
Für den Folgetag haben wir uns schon gleich verabredet.
Donnerstag, 7. Januar - Kleiner Ausflug westlich raus von Tupiza zu Weingartia fideiana und in den nächsten Canyon im Massiv des Cerro Colorada nördlich des Canoyn del Inca
Zu unserem traditionellen gemeinsamen Früstück im Mitru wird am Morgen die kleine Tour verabredet. Natürlich gibt es auch so noch vieles der letzten Zeit zu erzählen, dafür ist dann tagsüber unterwegs auch noch gute Gelegenheit.
Erst gegen 10 Uhr kommen wir weg, jedoch ist man auch ganz schnell oben am westl. Stadtrand.
Hier hat Mario schon Weingartia fideiana gesichtet und wir wollen uns das anschauen. Ist doch relativ wenig an Pflanzen was wir dort antreffen.
Zwar immer wieder auch dann weiter westlich auf den folgenden Schieferhügeln, die Masse ist es nicht. Zumindest etwas Samen ist dokumentierbar, eine Frucht die noch relativ grün ist haben die Ameisen noch verschont. Da wir noch genügend Zeit haben, laufen wir weiter an den Cerro Colorado heran und steigen in den dort folgenden Canyon ein. Die markanten vielen scheibenförmigen Felswände sind immer wieder beeindruckend . Im Canyon sebst konmen wir gut hoch. Auch die wenigen Kletterstellen meistern wir ohne nasse Füße zu bekommen..
Oben als sich das Klamm weitet, zeigt mir Mario präincaische Ruinen. Neben den üblichen Kakteen taucht hier auch Trichocereus tacacarensis?
mit auf und hat sogar Blüten. Jedoch für reife Früchte sind wir zu zeitig.
Eine schöne kleine Tour bei der eigentlich von allem etwas dabei war – wir haben uns ja beide von den vorangegangenen Tagen noch etwas auszuruhen – um 4 abends sind wir auch schon zurück.
Nach dem Abendessen wird noch gemeinsam am Hotel-PC einiges an Infos ausgetauscht. Ich habe noch schnell eine Flasche chilen. Rotwein organisiert und dabei vergeht die Zeit so schnell, dass ich um Mitternacht endlich zum Aufbruch mahne. Schließlich habe ich immer noch etwas an Schlafdefizit nachzubessern.
M. hat für mich auch u.a. viele Kartenwerke der Region digitalisiert vorliegen und ich nehme seine freundlichen Angebote sehr gerne an.
Freitag, 8. Januar Ausflug auf den Cerro Elefante östlich von Tupiza
Zum Frühstück wird diese Tour vereinbart und gegen 9 Uhr brechen wir auf. Eigentlich war ich schon 2001 einmal oben am Abra Blanca, jedoch
das ist lange her und direkt auf den Cerro Elefante bin ich noch nicht gekommen. Unter Marios Führung gehen wir dem uralten Handelsweg zwischen Tupiza und Tarija und seinen Restspuren folgend, bergauf. Stark nimmt die Vegetation dann zu und wir durchsteigen dabei dann ganze Wälder von Trichocereus werdermannianus, mit Cleistocactus tupizensis, Oroec. maximus usw.... Immer wieder kann bei dem Licht am Vormittag der Blick zurück hinunter nach Tupiza bei guten Lichtverhältnissen festgehalten werden. Unser Ziel, der Cerro Elefante, zeigt sich inzwischen mit seiner ca. 300m mächtigen senkrechten Westwand noch im Schatten. Die dort ansässigen Papageien hören wir zwar, jedoch ist relativ wenig Betrieb und zu Fotos keine Gelegenheit. Auch leider ist von den Kondoren bis hinein in den Nachmittag nichts zu sehen. Die üppige Pflanzenwelt hält aber gerade nach den letzten Niederschlägen für uns doch Etliches bereit. Auf der Schulter oben, hier treffen wir inzwischen Granitgrus als Bodenverhältnisse mit an, tauchen dann ab ca. 3400mNN auch einzelne erste Lobivia ferox mit auf. Meist die ssp. longispinus, welche mit ihrer extremen Bedornung eine echte Schaupflanze darstellt. Unter den etwas schattigeren Plätzen der Büsche hier oben, finde ich auch erwartungsgemäß von den Wildkartoffeln etwas. Zwar sind keine soweit entwickelt, dass ich Blüten habe, jedoch kann ich beim Freilegen schöne Knollen dokumentieren. Selbst später oben auf dem Gipfel des C.E. Kann ich noch zahlreich Solanum silvestre in Humusspalkten auffinden. Also es dürfte sehr klar sein, dass sich die Pflanzen generativ über Samen sehr gut verbreiten und eben damit auch oft die fast unmöglichsten Orte in Höhen über ca. 3400mNN mit besiedeln, dazu aber auch immer wieder sehr gerne in unseren Kakteenhabitaten einfach als Standardbegleitvegetation dazugehören. (Ich beziehe mich dabei natürlich vorerst immer noch nur auf Bolivien, Peru und teilw. Ecuador!!)
Wir rasten dann ganz vorn an der westlichen Abbruchkante des Elefanten und genießen den gigantischen Ausblick, welchen Mario schon zurecht mit einer Luftaufnahme vom Flugzeug aus vergleicht.
Auf dem Rückweg bei intensiverem Suchen sind auf den schiefrigen Vorgipfeln auch noch Weingartia fideiana zu registrieren, wenn auch nicht viele. Im Abstieg zwar jetzt eine etwas kürzere Route, doch an Pflanzen war nichts Neues mehr zu erwarten.. Die inzwischen andere Sonnenkonstellation lässt für die Tupiza so zahlreich umgebende Felsenwelt noch paar neue Motive mit zu. Auch eine aus Richtung Tarija von der Cordillera Sama heranziehende Gewitterfront mit tief dunkelblauem Himmel, zaubert eine lohnende Farbstimmung am Nachmittag in die ohnehin schon wunderschöne Landschaft zusätzlich mit auf's Bild.
Auch wenn die Anstiege des Tages sich mit ca. 500Hm doch relativ niedrig gehalten haben, spüre ich in meinen Beinen immer noch, dass etwas an Regeneration der letzten Tage aufzuholen ist – somit will ich am Folgetag erst einmal noch einen Ruhetag einplanen. Auch sind am Tagebuch und bei den Bildern noch viele Dínge nach zu tragen usw......
Auch zu unserem abendlichen Treff am Hotel-PC zwinge ich mich mal noch deutlich vor Mitternacht das Weite zu suchen..., irgendwie bin ich doch schon 10 Wochen in Südamerika unterwegs und man sollte doch ab und an paar Ruhepausen mit einlegen......
Samstag, 9. Januar - Ruhetag in Tupiza
Sonntag, 27. Dezember - Oreocereus culpinensis im 2. Anlauf; Weingartia westii u.a.
Nun hatte ich es im Vorjahr verpasst die Berge kurz vor Culpina mit zu besuchen. Zeilgerichtet starte ich am
Morgen nachdem mich eines der Schnelltaxis von Camargo aus mit hoch genommen hatte. Bei reichlich 3000mNN lasse ich mich absetzen. Inzwischen hat sich der Himmel weiter leicht verfinstert und ich habe nicht mehr das allerbeste Licht für die ersten Bilder hier oben. Jedoch bin ich sofort im richtigern Habitat, welches besonders durch die kräftigen, meist basal verzweigten Triebe der Oreos gekennzeichnet ist. Dazwischen tummeln sich auch noch viele Parodia camargensis ssp.?, einige der schwach bedornten Cereen, welche fast nie Blüten und Früchte haben, sowie lockere Tephrocactushaufen und später dann auch noch ein Cleistocactus, der dem Tupizensis sehr nahe kommt. Ich finde bei den Oreos auch gleich ein paar gute Blüten zur Doku, Sa. ist dann auch kein Problem. Dieser Oreo steht sicher dem Maximus sehr nahe, jedoch erreicht er nicht ganz dessen Dimensionen in Höhe und Triebstärke. Die Do-farbe variiert von hornfarben bis rotbraun, wobei die schöne weiße Behaarung doch auch meist bis zur Basis erhalten ist. Nach gut ½ Std. merke ich die heranziehenden Gewitter. Zum Glück habe ich ein Regencape mit. Ich verlasse die oberen Bergregionen etwas, suche etwas Schutz, soweit das in dieser Landschaft möglich ist, unter einem kleinem Halbstrauch.
Die Blitze kommen nicht näher und auch das Regenzentrum tangiert mich nur leicht. Somit ist das Ganze schon in gut 30 min vorbei. Die Temperaturen sind immer noch angenehm mild hier oben und ich kann eigentlich relativ unbeschwert meinen Feldgang in Richtung Tal hinab nach San Pedro fortsetzen. An einer dann folgenden sehr geschützt liegenden Felskuppe nutze ich die Gelegenheit gleich um hier Mittagsrast einzulegen. Ic h verfolge etwas nebenbei die Werte am Hygrometer und bin erstaunt, wie schnell sich doch nach dem kleinen Regen die Luftfeuchte wieder auf Werte unter 25% senkt. Inzwischen befinde ich mich auch im Zentrum des Cleistocactushabitates, die Exemplare sind hier besonders schön entwickelt und bestechen durch ihre im Gegenlicht so herrlich leuchtenden langen zahlreichen radial abstehenden Dornen.
Ich folge einer langgezogenen felsigen Bergrippe talabwärts. Zwar ist das Vorwärtskommen nicht sehr schnell, doch dafür bleibt recht üppige Kakteenvegetation erhalten. Schon ab ca. 2800mNN gesellen sich zahlreich die oft großen Exemplare von Weingartia westii hinzu. Aber eben wieder wie schon im Vorjahr alle ohne Blüten – sicher bin ich dafür 1-2 Monate zu spät. Auch Samen sind kaum zu sehen, obwohl die Population sehr sehr stark vertreten ist. Immer wieder besiedelt diese Weingartia auch die kargsten Felsabschnitte, ein echter Überlebenskünstler, genauso wie dann weiter unten bei ca. 2500mNN die vielen langzylindrischen Lobivien. Irgend etwas muss doch am Sandstein so attraktiv für die Pflanzen sein.
Ich entschließe mich dann so bei 2500mNN auch das Substrat dieses Standortes näher zu untersuchen. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass es wohl am basischen Milieu liegen dürfte. Ich hatte erst noch wegen geringer
Vorkommen von Moos in Spalten auf „sauer“ getippt. Dabei hatte ich Substratmischproben angesetzt.
Auch zur Bodentemperatur und Luftfeuchte halte ich die entsprechenden Werte mit fest. Hierbei zeigte sich dann auch, wie stark die nun inzwischen vorherrschende Sonneneinstrahlung die Werte gedrückt hat. Unter 20% Luftfeuchte hier schon, obwohl noch in Felsvertiefungen Wasser vom mittäglichen Regen stand. Beim weiteren Abstieg ist zu erkennen, dass der Regen die tieferen Regionen unter 2500mNN immer weniger erreicht hat. Entsprechend nehmen die Lobivien hier einen immer dünnzylindrischeren Habitus an. Sie sind hier dann oft im Verhältnis Durchmesser zu Wuchshöhe von 1 : 8-10 anzutreffen. Es ist dann auch als ein Bodenszenario zu charakterisieren, das aus einer grundhaften massiven schrägen Sandsteinsockelplatte besteht, welche mit Spalten und anderen Störungen bzw. auch sandigen Lockergestein und sonst. Geröllen nur zu ca. 50 % bedeckt ist. Genau auf eigentlich so lebensfeindlichem Terrain siedelten doch so viele der Lobivien, immer noch auch Weingartia und auch Parodia. In den Bereichen mit etwas lehmigem Sand bzw. auch etwas Humus, tauchen weiß blühende Amaryllidaceae auf. Obwohl sehr wenig oberirdisches Blattwerk, kann ich bei einer vorsichtigen Probegrabung feststellen, dass sich die Zwiebel in erst 20 cm Tiefe befindet und erstaunlicherweise mit um die 8cm Durchmesser eine sehr große unerwartete Dimension hat! Die Population schien auch noch extrem viele Exemplare zu besitzen, man konnte auf geringstem Abstand immer wieder auf Pflanzen stossen.
Im weiteren Abstieg sind auch sehr viele Lobivien in Blüte. Es dominiert natürlich der dunkelrote Farbton. Doch dann kommen auch erstaunlicherweise orange hinzu, ich sehe fast gelbblühende Ex., auch cremefarben,
und weiß; eine erstaunliche Vielfalt am Ende. Da es immer noch gutes Licht mit Sonne von der Seite gab, kann ich in Ruhe hiervon sehr viele Bilder anfertigen, um etwas von diesem Blütenfeuerwerk festzuhalten.
Den restlichen Rückweg unten ab San Pedro kann ich eine passende Mitfahrgelegenheit nach Camargo finden.
Den Abend beschließt wieder ein Riesenchurassco bei meinem Grillmeister, ich glaube die 1kg-Grenze ist fast erreicht. Das ständige Beträufeln mit Limettensaft während des Grillens macht das Fleisch noch saftiger und angenehm weich....., ein abendliches Ritual auf das man kaum noch verzichten möchte!
Das eisgekühlte große Cerveza dazu und alle Anstrengungen des Tages sind schnell vergessen.
Montag, der 28. Dezember Villa Abecia - ca. 45km weiter südlich von Camargo - tolle Wasserfälle
Meine Wirtin vom Hostal empfiehlt mir diesen Ort. Mit dem Linienbus der gerade ablegt, bin ich schon nach ca. 1 Std. dort. Unterwegs berausche ich mich immer wieder an der westseitigen einmaligen roten Sandsteinszenerie. Habe ein offenes Fenster für ein paar Schnappschüsse!
In V.A. herrscht ganz gelassene Ruhe als ich am kleinen schattigen Plaza ankomme. Irgendwie zieht es mich sofort in das westliche grüne Seitental hinauf. Es scheint Bewässerungswasser zu geben, denn es ist etliches an Bewuchs zu erkennen. Ich folge einem immer schmaler und romantisch werdenden Weg, welcher mich durch die Obstfelder, an Weinspalieren entlang, an kleinen Bewässerungskanälen leicht bergan führt.
Ich habe meist geschützt unter dem Blätterdach der Avocadobäume oder dem peruanischen Pfefferbaum viel Schatten und bemerke erst viel später ,als ich diesen Schutz nicht mehr habe ,was für ein heißer Tag bevor- steht. Die kleine Wanderung in diesem „Gartenlandparadies“ wird wohl unvergesslich bleiben. Ich kann von Kirschbäumen naschen, sehe fast reife Aprikosen und Pfirsiche, man kultiviert auch Wein, es gibt Rosen und andere Blumen, ich glaube es ist so etwas wie der „Garten Eden“!!
Am Ende der oberen Gartenlandgrenze beginnt im nicht bewässerten Terrain die halbwüstehafte Primärvegetation. So stoße ich auch gleich auf einige Kakteen. Der schlanke weissblühende Cereu, wie immer von Insekten befallen,trägt niemals reife Früchte, so sehr ich auch den ganzen weiteren Tag suche!!
Ich komme auf den maroden Fahrweg der mich im Takl aufwärts führt. Ich bemerke nun zu meiner Freude, dass es im Tal unten (der Weg führt hangseitig gut 40 m höher entlang) herrliche Wasserfälle gibt. Schon an den Bewässerungskanälen konnte ich erkennen, dass es hier fast kristallklares Wasser gibt, was nicht sehr häufig in Südamerika geologisch bedingt der Fall ist. Somit freue ich mich schon dies auf meinem Rückweg zu nutzen. Erst einmal steht mir ein schweißtreibender Anstieg bevor. Nach gut 400Hm eine Rast. Dann tauchen Parodia camargensis ssp.? auf, auch meine Lobivien wieder und auch der Cleistocactus des Vortages.
Dann ein Hinweis zu einem Mirador – das will ich schon nutzen, da ich mir vom weiteren Anstieg auch noch zunehmend variierende Vegetation erhoffe. In voller Sonne geht es zügig hoch. Manchmal scheint der Anstieg als geht es direkt hoch in den Himmel, dann erkenne ich endlich das Ziel, der Antennenberg ist es. Knapp die 3000 Marke verpasst, jedoch habe ich auch so um die 900Hm genommen. Meine Thermometer zeigen gute
35° C an, so verrückt kann nur ein Gringo sein. Ich treffe keine Menschenseele.
Aber es hat sich gelohnt, die Aussicht hier oben ist gigantisch. Das ganze Nord - Süd durchziehende Riesental von Camargo kommend ist zu überblicken. Dazu auch die Weitsicht nach Westen. Dort muss dann ja bald Cotagaita und Tupiza liegen. Ein idealer Ort um auch wieder ein paar gute Fotos zu stellen, soweit das eben mit Selbstauslöser möglich ist. Dazu plaziere ich mich mehrmals vorn an der Abbruchkante des Gelaändes, welche dann mit schätzungsweise 700 Metern senkrechtem Fels auch sofort die freie Sicht in gigantischen Ausmaß freigibt! Auch eine Mittagsrast wird ausgiebig abgehalten – nur es fehlt jeder Schatten.
Zum Glück hatte ich früh vorsorglich viel Sonnenschutz aufgetragen.
Finde auch hier oben noch Lobivia und die Parodia. Weitere Neufunde sind nicht zu machen an dem Tag.
Zügig, ja fast im Laufschritt ,zieht es mich talabwärts zu den lockwenden Wasserfällen. Dort komme ich an den oberen Teil der nicht von Einheimischen frequentiert wird nur durch Klettern hinab. Durch die Steilheit
schaltet auch mein GPS inzwischen ab! Ich komme heil hinab ans Wasser. Es ist ein von dem fließenden Wasser zumeist blank geschliffener roter Sandstein, der hier vorherrscht. Ich gönne mir schon etliche Zeit um mich von den Strapazen bei weit über 30 grd in der sengenden Sonne zu erholen. Ich kann auch Schattenbereiche zum Baden nutzen, der Körper muss sich langsam heruntertemperieren, zum Glück ist das Wasser auch nicht so eiskalt.
Die vielen einzelnen Kaskaden halte ich auch im Bild mit fest. Zwar keine sonderlich hohen Fallhöhen, dabei, jedoch die Formenvielfalt und oft sogar etwas Eleganz wie sich das Wasser zwischen dem roten Sandstein Wege gebahnt hat, macht diesen Ort unvergesslich. Wassertöpfe mit sprudelndem Zulauf, kleine Rutschbahnen, Flachstellen zum Ausruhen, eigentlich für jedes Bedürfnis hat die Natur hier meisterlich etwas geschaffen.
Im weiteen Abstieg nach Villa A. läßt sich noch auf gut 1.5 km Länge fast ebensolch geschmeidiges Kaskadengelände erkunden. Seitlich kommt auch 2 x Quellwasser aus der Steilwand hervortretend, zu meiner Überraschung. Ideal auch eine Stelle zum Zelten halte ich fest!
Ich muß mich aber dann zum Heimweg sputen. Schon am oberen Ortsrand treffe ich auf ein Schnelltaxi nach Camargo – in 30 min bin ich dort.
Abends esse ich im Capriccio, mein Grillmeister hat sich wegen Geburtstagsfeier entschuldigt!
Dienstag, der 29. Dezember – ein Ruhetag in Camargo
Es wird Zeit einmal kürzer zu treten und somit wird an diesem Tag weiter nichts als Tagebuch schreiben, einmal ein Mittagessen mit ermöglichen und sich noch etwas in Camargo umzuschauen. Viel Erwähnens-
wertes ist nicht in der Stadt. Ausser, dass man versucht über den hier ansässigen Weinanbau etwas Tourismus anzukurbeln. Jedoch sind mir die Nachwirkungen des Weines von Camargo noch vom letzten Jahr voll in Erinnerung und ich probiere diesmal lieber nicht davon!!!
Das Wetter ist wieder sehr drückend heiß, ich war dann sehr froh nicht unterwegs gewesen zu sein. So brauen sich auch einige schwere Gewitter zusammen, die diesmal mit heftigen Niederschlägen auch die Tieflagen im Tal fast voll mit erreichen. Somit fällt auch meine Parillada am Abend aus, denn aus dem Grillen im Freien wurde an diesem Tag nichts!
Mittwoch, 30. Dezember – Abreise von Camargo nach Tupiza
Etwas zeitiger stehe ich auf und komme auch mit einem Schnelltaxi dann schon halb neun weg. In nur 2 Stunden ist die Strecke nach Iscayachi geschafft. Unterwegs beobachte ich, dass die Region hinter La Puente ansteigend sich bis auf die 3200mNN hoch als sehr artenreiches Kakteenhabitat zeigt. Auch ein paar Bilder aus dem Fenster gelingen, um wenigstens etwas davon als spätere Erinnerung für weitere Unternehmungen festzuhalten.
In Iscayachi hat sich seit dem Vorjahr doch bezüglich der Strassensituation etwas getan. Man ist vorangekommen, so dass durch den neuen Asphalt es bedeutend weniger lästigen Staub gibt!!
Auch die Hauptroute von Norden kommend ist zu ca. 80% schon weit fertiggestellt – somit fährt es sich wesentlich schneller und angenehmer.
Jedoch mit dem Anschlußbus in Iscayachi habe ich wieder so meine Probleme. Es dauert wieder ewig......
Sonntag, 27. Dezember - Oreocereus culpinensis im 2. Anlauf; Weingartia westii u.a.
Nun hatte ich es im Vorjahr verpasst die Berge kurz vor Culpina mit zu besuchen. Zeilgerichtet starte ich am
Morgen nachdem mich eines der Schnelltaxis von Camargo aus mit hoch genommen hatte. Bei reichlich 3000mNN lasse ich mich absetzen. Inzwischen hat sich der Himmel weiter leicht verfinstert und ich habe nicht mehr das allerbeste Licht für die ersten Bilder hier oben. Jedoch bin ich sofort im richtigern Habitat, welches besonders durch die kräftigen, meist basal verzweigten Triebe der Oreos gekennzeichnet ist. Dazwischen tummeln sich auch noch viele Parodia camargensis ssp.?, einige der schwach bedornten Cereen, welche fast nie Blüten und Früchte haben, sowie lockere Tephrocactushaufen und später dann auch noch ein Cleistocactus, der dem Tupizensis sehr nahe kommt. Ich finde bei den Oreos auch gleich ein paar gute Blüten zur Doku, Sa. ist dann auch kein Problem. Dieser Oreo steht sicher dem Maximus sehr nahe, jedoch erreicht er nicht ganz dessen Dimensionen in Höhe und Triebstärke. Die Do-farbe variiert von hornfarben bis rotbraun, wobei die schöne weiße Behaarung doch auch meist bis zur Basis erhalten ist. Nach gut ½ Std. merke ich die heranziehenden Gewitter. Zum Glück habe ich ein Regencape mit. Ich verlasse die oberen Bergregionen etwas, suche etwas Schutz, soweit das in dieser Landschaft möglich ist, unter einem kleinem Halbstrauch.
Die Blitze kommen nicht näher und auch das Regenzentrum tangiert mich nur leicht. Somit ist das Ganze schon in gut 30 min vorbei. Die Temperaturen sind immer noch angenehm mild hier oben und ich kann eigentlich relativ unbeschwert meinen Feldgang in Richtung Tal hinab nach San Pedro fortsetzen. An einer dann folgenden sehr geschützt liegenden Felskuppe nutze ich die Gelegenheit gleich um hier Mittagsrast einzulegen. Ic h verfolge etwas nebenbei die Werte am Hygrometer und bin erstaunt, wie schnell sich doch nach dem kleinen Regen die Luftfeuchte wieder auf Werte unter 25% senkt. Inzwischen befinde ich mich auch im Zentrum des Cleistocactushabitates, die Exemplare sind hier besonders schön entwickelt und bestechen durch ihre im Gegenlicht so herrlich leuchtenden langen zahlreichen radial abstehenden Dornen.
Ich folge einer langgezogenen felsigen Bergrippe talabwärts. Zwar ist das Vorwärtskommen nicht sehr schnell, doch dafür bleibt recht üppige Kakteenvegetation erhalten. Schon ab ca. 2800mNN gesellen sich zahlreich die oft großen Exemplare von Weingartia westii hinzu. Aber eben wieder wie schon im Vorjahr alle ohne Blüten – sicher bin ich dafür 1-2 Monate zu spät. Auch Samen sind kaum zu sehen, obwohl die Population sehr sehr stark vertreten ist. Immer wieder besiedelt diese Weingartia auch die kargsten Felsabschnitte, ein echter Überlebenskünstler, genauso wie dann weiter unten bei ca. 2500mNN die vielen langzylindrischen Lobivien. Irgend etwas muss doch am Sandstein so attraktiv für die Pflanzen sein.
Ich entschließe mich dann so bei 2500mNN auch das Substrat dieses Standortes näher zu untersuchen. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass es wohl am basischen Milieu liegen dürfte. Ich hatte erst noch wegen geringer
Vorkommen von Moos in Spalten auf „sauer“ getippt. Dabei hatte ich Substratmischproben angesetzt.
Auch zur Bodentemperatur und Luftfeuchte halte ich die entsprechenden Werte mit fest. Hierbei zeigte sich dann auch, wie stark die nun inzwischen vorherrschende Sonneneinstrahlung die Werte gedrückt hat. Unter 20% Luftfeuchte hier schon, obwohl noch in Felsvertiefungen Wasser vom mittäglichen Regen stand. Beim weiteren Abstieg ist zu erkennen, dass der Regen die tieferen Regionen unter 2500mNN immer weniger erreicht hat. Entsprechend nehmen die Lobivien hier einen immer dünnzylindrischeren Habitus an. Sie sind hier dann oft im Verhältnis Durchmesser zu Wuchshöhe von 1 : 8-10 anzutreffen. Es ist dann auch als ein Bodenszenario zu charakterisieren, das aus einer grundhaften massiven schrägen Sandsteinsockelplatte besteht, welche mit Spalten und anderen Störungen bzw. auch sandigen Lockergestein und sonst. Geröllen nur zu ca. 50 % bedeckt ist. Genau auf eigentlich so lebensfeindlichem Terrain siedelten doch so viele der Lobivien, immer noch auch Weingartia und auch Parodia. In den Bereichen mit etwas lehmigem Sand bzw. auch etwas Humus, tauchen weiß blühende Amaryllidaceae auf. Obwohl sehr wenig oberirdisches Blattwerk, kann ich bei einer vorsichtigen Probegrabung feststellen, dass sich die Zwiebel in erst 20 cm Tiefe befindet und erstaunlicherweise mit um die 8cm Durchmesser eine sehr große unerwartete Dimension hat! Die Population schien auch noch extrem viele Exemplare zu besitzen, man konnte auf geringstem Abstand immer wieder auf Pflanzen stossen.
Im weiteren Abstieg sind auch sehr viele Lobivien in Blüte. Es dominiert natürlich der dunkelrote Farbton. Doch dann kommen auch erstaunlicherweise orange hinzu, ich sehe fast gelbblühende Ex., auch cremefarben,
und weiß; eine erstaunliche Vielfalt am Ende. Da es immer noch gutes Licht mit Sonne von der Seite gab, kann ich in Ruhe hiervon sehr viele Bilder anfertigen, um etwas von diesem Blütenfeuerwerk festzuhalten.
Den restlichen Rückweg unten ab San Pedro kann ich eine passende Mitfahrgelegenheit nach Camargo finden.
Den Abend beschließt wieder ein Riesenchurassco bei meinem Grillmeister, ich glaube die 1kg-Grenze ist fast erreicht. Das ständige Beträufeln mit Limettensaft während des Grillens macht das Fleisch noch saftiger und angenehm weich....., ein abendliches Ritual auf das man kaum noch verzichten möchte!
Das eisgekühlte große Cerveza dazu und alle Anstrengungen des Tages sind schnell vergessen.
Montag, der 28. Dezember Villa Abecia - ca. 45km weiter südlich von Camargo - tolle Wasserfälle
Meine Wirtin vom Hostal empfiehlt mir diesen Ort. Mit dem Linienbus der gerade ablegt, bin ich schon nach ca. 1 Std. dort. Unterwegs berausche ich mich immer wieder an der westseitigen einmaligen roten Sandsteinszenerie. Habe ein offenes Fenster für ein paar Schnappschüsse!
In V.A. herrscht ganz gelassene Ruhe als ich am kleinen schattigen Plaza ankomme. Irgendwie zieht es mich sofort in das westliche grüne Seitental hinauf. Es scheint Bewässerungswasser zu geben, denn es ist etliches an Bewuchs zu erkennen. Ich folge einem immer schmaler und romantisch werdenden Weg, welcher mich durch die Obstfelder, an Weinspalieren entlang, an kleinen Bewässerungskanälen leicht bergan führt.
Ich habe meist geschützt unter dem Blätterdach der Avocadobäume oder dem peruanischen Pfefferbaum viel Schatten und bemerke erst viel später ,als ich diesen Schutz nicht mehr habe ,was für ein heißer Tag bevor- steht. Die kleine Wanderung in diesem „Gartenlandparadies“ wird wohl unvergesslich bleiben. Ich kann von Kirschbäumen naschen, sehe fast reife Aprikosen und Pfirsiche, man kultiviert auch Wein, es gibt Rosen und andere Blumen, ich glaube es ist so etwas wie der „Garten Eden“!!
Am Ende der oberen Gartenlandgrenze beginnt im nicht bewässerten Terrain die halbwüstehafte Primärvegetation. So stoße ich auch gleich auf einige Kakteen. Der schlanke weissblühende Cereu, wie immer von Insekten befallen,trägt niemals reife Früchte, so sehr ich auch den ganzen weiteren Tag suche!!
Ich komme auf den maroden Fahrweg der mich im Takl aufwärts führt. Ich bemerke nun zu meiner Freude, dass es im Tal unten (der Weg führt hangseitig gut 40 m höher entlang) herrliche Wasserfälle gibt. Schon an den Bewässerungskanälen konnte ich erkennen, dass es hier fast kristallklares Wasser gibt, was nicht sehr häufig in Südamerika geologisch bedingt der Fall ist. Somit freue ich mich schon dies auf meinem Rückweg zu nutzen. Erst einmal steht mir ein schweißtreibender Anstieg bevor. Nach gut 400Hm eine Rast. Dann tauchen Parodia camargensis ssp.? auf, auch meine Lobivien wieder und auch der Cleistocactus des Vortages.
Dann ein Hinweis zu einem Mirador – das will ich schon nutzen, da ich mir vom weiteren Anstieg auch noch zunehmend variierende Vegetation erhoffe. In voller Sonne geht es zügig hoch. Manchmal scheint der Anstieg als geht es direkt hoch in den Himmel, dann erkenne ich endlich das Ziel, der Antennenberg ist es. Knapp die 3000 Marke verpasst, jedoch habe ich auch so um die 900Hm genommen. Meine Thermometer zeigen gute
35° C an, so verrückt kann nur ein Gringo sein. Ich treffe keine Menschenseele.
Aber es hat sich gelohnt, die Aussicht hier oben ist gigantisch. Das ganze Nord - Süd durchziehende Riesental von Camargo kommend ist zu überblicken. Dazu auch die Weitsicht nach Westen. Dort muss dann ja bald Cotagaita und Tupiza liegen. Ein idealer Ort um auch wieder ein paar gute Fotos zu stellen, soweit das eben mit Selbstauslöser möglich ist. Dazu plaziere ich mich mehrmals vorn an der Abbruchkante des Gelaändes, welche dann mit schätzungsweise 700 Metern senkrechtem Fels auch sofort die freie Sicht in gigantischen Ausmaß freigibt! Auch eine Mittagsrast wird ausgiebig abgehalten – nur es fehlt jeder Schatten.
Zum Glück hatte ich früh vorsorglich viel Sonnenschutz aufgetragen.
Finde auch hier oben noch Lobivia und die Parodia. Weitere Neufunde sind nicht zu machen an dem Tag.
Zügig, ja fast im Laufschritt ,zieht es mich talabwärts zu den lockwenden Wasserfällen. Dort komme ich an den oberen Teil der nicht von Einheimischen frequentiert wird nur durch Klettern hinab. Durch die Steilheit
schaltet auch mein GPS inzwischen ab! Ich komme heil hinab ans Wasser. Es ist ein von dem fließenden Wasser zumeist blank geschliffener roter Sandstein, der hier vorherrscht. Ich gönne mir schon etliche Zeit um mich von den Strapazen bei weit über 30 grd in der sengenden Sonne zu erholen. Ich kann auch Schattenbereiche zum Baden nutzen, der Körper muss sich langsam heruntertemperieren, zum Glück ist das Wasser auch nicht so eiskalt.
Die vielen einzelnen Kaskaden halte ich auch im Bild mit fest. Zwar keine sonderlich hohen Fallhöhen, dabei, jedoch die Formenvielfalt und oft sogar etwas Eleganz wie sich das Wasser zwischen dem roten Sandstein Wege gebahnt hat, macht diesen Ort unvergesslich. Wassertöpfe mit sprudelndem Zulauf, kleine Rutschbahnen, Flachstellen zum Ausruhen, eigentlich für jedes Bedürfnis hat die Natur hier meisterlich etwas geschaffen.
Im weiteen Abstieg nach Villa A. läßt sich noch auf gut 1.5 km Länge fast ebensolch geschmeidiges Kaskadengelände erkunden. Seitlich kommt auch 2 x Quellwasser aus der Steilwand hervortretend, zu meiner Überraschung. Ideal auch eine Stelle zum Zelten halte ich fest!
Ich muß mich aber dann zum Heimweg sputen. Schon am oberen Ortsrand treffe ich auf ein Schnelltaxi nach Camargo – in 30 min bin ich dort.
Abends esse ich im Capriccio, mein Grillmeister hat sich wegen Geburtstagsfeier entschuldigt!
Dienstag, der 29. Dezember – ein Ruhetag in Camargo
Es wird Zeit einmal kürzer zu treten und somit wird an diesem Tag weiter nichts als Tagebuch schreiben, einmal ein Mittagessen mit ermöglichen und sich noch etwas in Camargo umzuschauen. Viel Erwähnens-
wertes ist nicht in der Stadt. Ausser, dass man versucht über den hier ansässigen Weinanbau etwas Tourismus anzukurbeln. Jedoch sind mir die Nachwirkungen des Weines von Camargo noch vom letzten Jahr voll in Erinnerung und ich probiere diesmal lieber nicht davon!!!
Das Wetter ist wieder sehr drückend heiß, ich war dann sehr froh nicht unterwegs gewesen zu sein. So brauen sich auch einige schwere Gewitter zusammen, die diesmal mit heftigen Niederschlägen auch die Tieflagen im Tal fast voll mit erreichen. Somit fällt auch meine Parillada am Abend aus, denn aus dem Grillen im Freien wurde an diesem Tag nichts!
Mittwoch, 30. Dezember – Abreise von Camargo nach Tupiza
Etwas zeitiger stehe ich auf und komme auch mit einem Schnelltaxi dann schon halb neun weg. In nur 2 Stunden ist die Strecke nach Iscayachi geschafft. Unterwegs beobachte ich, dass die Region hinter La Puente ansteigend sich bis auf die 3200mNN hoch als sehr artenreiches Kakteenhabitat zeigt. Auch ein paar Bilder aus dem Fenster gelingen, um wenigstens etwas davon als spätere Erinnerung für weitere Unternehmungen festzuhalten.
In Iscayachi hat sich seit dem Vorjahr doch bezüglich der Strassensituation etwas getan. Man ist vorangekommen, so dass durch den neuen Asphalt es bedeutend weniger lästigen Staub gibt!!
Auch die Hauptroute von Norden kommend ist zu ca. 80% schon weit fertiggestellt – somit fährt es sich wesentlich schneller und angenehmer.
Jedoch mit dem Anschlußbus in Iscayachi habe ich wieder so meine Probleme. Es dauert wieder ewig......
Sonntag, 27. Dezember - Oreocereus culpinensis im 2. Anlauf; Weingartia westii u.a.
Nun hatte ich es im Vorjahr verpasst die Berge kurz vor Culpina mit zu besuchen. Zeilgerichtet starte ich am
Morgen nachdem mich eines der Schnelltaxis von Camargo aus mit hoch genommen hatte. Bei reichlich 3000mNN lasse ich mich absetzen. Inzwischen hat sich der Himmel weiter leicht verfinstert und ich habe nicht mehr das allerbeste Licht für die ersten Bilder hier oben. Jedoch bin ich sofort im richtigern Habitat, welches besonders durch die kräftigen, meist basal verzweigten Triebe der Oreos gekennzeichnet ist. Dazwischen tummeln sich auch noch viele Parodia camargensis ssp.?, einige der schwach bedornten Cereen, welche fast nie Blüten und Früchte haben, sowie lockere Tephrocactushaufen und später dann auch noch ein Cleistocactus, der dem Tupizensis sehr nahe kommt. Ich finde bei den Oreos auch gleich ein paar gute Blüten zur Doku, Sa. ist dann auch kein Problem. Dieser Oreo steht sicher dem Maximus sehr nahe, jedoch erreicht er nicht ganz dessen Dimensionen in Höhe und Triebstärke. Die Do-farbe variiert von hornfarben bis rotbraun, wobei die schöne weiße Behaarung doch auch meist bis zur Basis erhalten ist. Nach gut ½ Std. merke ich die heranziehenden Gewitter. Zum Glück habe ich ein Regencape mit. Ich verlasse die oberen Bergregionen etwas, suche etwas Schutz, soweit das in dieser Landschaft möglich ist, unter einem kleinem Halbstrauch.
Die Blitze kommen nicht näher und auch das Regenzentrum tangiert mich nur leicht. Somit ist das Ganze schon in gut 30 min vorbei. Die Temperaturen sind immer noch angenehm mild hier oben und ich kann eigentlich relativ unbeschwert meinen Feldgang in Richtung Tal hinab nach San Pedro fortsetzen. An einer dann folgenden sehr geschützt liegenden Felskuppe nutze ich die Gelegenheit gleich um hier Mittagsrast einzulegen. Ic h verfolge etwas nebenbei die Werte am Hygrometer und bin erstaunt, wie schnell sich doch nach dem kleinen Regen die Luftfeuchte wieder auf Werte unter 25% senkt. Inzwischen befinde ich mich auch im Zentrum des Cleistocactushabitates, die Exemplare sind hier besonders schön entwickelt und bestechen durch ihre im Gegenlicht so herrlich leuchtenden langen zahlreichen radial abstehenden Dornen.
Ich folge einer langgezogenen felsigen Bergrippe talabwärts. Zwar ist das Vorwärtskommen nicht sehr schnell, doch dafür bleibt recht üppige Kakteenvegetation erhalten. Schon ab ca. 2800mNN gesellen sich zahlreich die oft großen Exemplare von Weingartia westii hinzu. Aber eben wieder wie schon im Vorjahr alle ohne Blüten – sicher bin ich dafür 1-2 Monate zu spät. Auch Samen sind kaum zu sehen, obwohl die Population sehr sehr stark vertreten ist. Immer wieder besiedelt diese Weingartia auch die kargsten Felsabschnitte, ein echter Überlebenskünstler, genauso wie dann weiter unten bei ca. 2500mNN die vielen langzylindrischen Lobivien. Irgend etwas muss doch am Sandstein so attraktiv für die Pflanzen sein.
Ich entschließe mich dann so bei 2500mNN auch das Substrat dieses Standortes näher zu untersuchen. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass es wohl am basischen Milieu liegen dürfte. Ich hatte erst noch wegen geringer
Vorkommen von Moos in Spalten auf „sauer“ getippt. Dabei hatte ich Substratmischproben angesetzt.
Auch zur Bodentemperatur und Luftfeuchte halte ich die entsprechenden Werte mit fest. Hierbei zeigte sich dann auch, wie stark die nun inzwischen vorherrschende Sonneneinstrahlung die Werte gedrückt hat. Unter 20% Luftfeuchte hier schon, obwohl noch in Felsvertiefungen Wasser vom mittäglichen Regen stand. Beim weiteren Abstieg ist zu erkennen, dass der Regen die tieferen Regionen unter 2500mNN immer weniger erreicht hat. Entsprechend nehmen die Lobivien hier einen immer dünnzylindrischeren Habitus an. Sie sind hier dann oft im Verhältnis Durchmesser zu Wuchshöhe von 1 : 8-10 anzutreffen. Es ist dann auch als ein Bodenszenario zu charakterisieren, das aus einer grundhaften massiven schrägen Sandsteinsockelplatte besteht, welche mit Spalten und anderen Störungen bzw. auch sandigen Lockergestein und sonst. Geröllen nur zu ca. 50 % bedeckt ist. Genau auf eigentlich so lebensfeindlichem Terrain siedelten doch so viele der Lobivien, immer noch auch Weingartia und auch Parodia. In den Bereichen mit etwas lehmigem Sand bzw. auch etwas Humus, tauchen weiß blühende Amaryllidaceae auf. Obwohl sehr wenig oberirdisches Blattwerk, kann ich bei einer vorsichtigen Probegrabung feststellen, dass sich die Zwiebel in erst 20 cm Tiefe befindet und erstaunlicherweise mit um die 8cm Durchmesser eine sehr große unerwartete Dimension hat! Die Population schien auch noch extrem viele Exemplare zu besitzen, man konnte auf geringstem Abstand immer wieder auf Pflanzen stossen.
Im weiteren Abstieg sind auch sehr viele Lobivien in Blüte. Es dominiert natürlich der dunkelrote Farbton. Doch dann kommen auch erstaunlicherweise orange hinzu, ich sehe fast gelbblühende Ex., auch cremefarben,
und weiß; eine erstaunliche Vielfalt am Ende. Da es immer noch gutes Licht mit Sonne von der Seite gab, kann ich in Ruhe hiervon sehr viele Bilder anfertigen, um etwas von diesem Blütenfeuerwerk festzuhalten.
Den restlichen Rückweg unten ab San Pedro kann ich eine passende Mitfahrgelegenheit nach Camargo finden.
Den Abend beschließt wieder ein Riesenchurassco bei meinem Grillmeister, ich glaube die 1kg-Grenze ist fast erreicht. Das ständige Beträufeln mit Limettensaft während des Grillens macht das Fleisch noch saftiger und angenehm weich....., ein abendliches Ritual auf das man kaum noch verzichten möchte!
Das eisgekühlte große Cerveza dazu und alle Anstrengungen des Tages sind schnell vergessen.
Montag, der 28. Dezember Villa Abecia - ca. 45km weiter südlich von Camargo - tolle Wasserfälle
Meine Wirtin vom Hostal empfiehlt mir diesen Ort. Mit dem Linienbus der gerade ablegt, bin ich schon nach ca. 1 Std. dort. Unterwegs berausche ich mich immer wieder an der westseitigen einmaligen roten Sandsteinszenerie. Habe ein offenes Fenster für ein paar Schnappschüsse!
In V.A. herrscht ganz gelassene Ruhe als ich am kleinen schattigen Plaza ankomme. Irgendwie zieht es mich sofort in das westliche grüne Seitental hinauf. Es scheint Bewässerungswasser zu geben, denn es ist etliches an Bewuchs zu erkennen. Ich folge einem immer schmaler und romantisch werdenden Weg, welcher mich durch die Obstfelder, an Weinspalieren entlang, an kleinen Bewässerungskanälen leicht bergan führt.
Ich habe meist geschützt unter dem Blätterdach der Avocadobäume oder dem peruanischen Pfefferbaum viel Schatten und bemerke erst viel später ,als ich diesen Schutz nicht mehr habe ,was für ein heißer Tag bevor- steht. Die kleine Wanderung in diesem „Gartenlandparadies“ wird wohl unvergesslich bleiben. Ich kann von Kirschbäumen naschen, sehe fast reife Aprikosen und Pfirsiche, man kultiviert auch Wein, es gibt Rosen und andere Blumen, ich glaube es ist so etwas wie der „Garten Eden“!!
Am Ende der oberen Gartenlandgrenze beginnt im nicht bewässerten Terrain die halbwüstehafte Primärvegetation. So stoße ich auch gleich auf einige Kakteen. Der schlanke weissblühende Cereu, wie immer von Insekten befallen,trägt niemals reife Früchte, so sehr ich auch den ganzen weiteren Tag suche!!
Ich komme auf den maroden Fahrweg der mich im Takl aufwärts führt. Ich bemerke nun zu meiner Freude, dass es im Tal unten (der Weg führt hangseitig gut 40 m höher entlang) herrliche Wasserfälle gibt. Schon an den Bewässerungskanälen konnte ich erkennen, dass es hier fast kristallklares Wasser gibt, was nicht sehr häufig in Südamerika geologisch bedingt der Fall ist. Somit freue ich mich schon dies auf meinem Rückweg zu nutzen. Erst einmal steht mir ein schweißtreibender Anstieg bevor. Nach gut 400Hm eine Rast. Dann tauchen Parodia camargensis ssp.? auf, auch meine Lobivien wieder und auch der Cleistocactus des Vortages.
Dann ein Hinweis zu einem Mirador – das will ich schon nutzen, da ich mir vom weiteren Anstieg auch noch zunehmend variierende Vegetation erhoffe. In voller Sonne geht es zügig hoch. Manchmal scheint der Anstieg als geht es direkt hoch in den Himmel, dann erkenne ich endlich das Ziel, der Antennenberg ist es. Knapp die 3000 Marke verpasst, jedoch habe ich auch so um die 900Hm genommen. Meine Thermometer zeigen gute
35° C an, so verrückt kann nur ein Gringo sein. Ich treffe keine Menschenseele.
Aber es hat sich gelohnt, die Aussicht hier oben ist gigantisch. Das ganze Nord - Süd durchziehende Riesental von Camargo kommend ist zu überblicken. Dazu auch die Weitsicht nach Westen. Dort muss dann ja bald Cotagaita und Tupiza liegen. Ein idealer Ort um auch wieder ein paar gute Fotos zu stellen, soweit das eben mit Selbstauslöser möglich ist. Dazu plaziere ich mich mehrmals vorn an der Abbruchkante des Gelaändes, welche dann mit schätzungsweise 700 Metern senkrechtem Fels auch sofort die freie Sicht in gigantischen Ausmaß freigibt! Auch eine Mittagsrast wird ausgiebig abgehalten – nur es fehlt jeder Schatten.
Zum Glück hatte ich früh vorsorglich viel Sonnenschutz aufgetragen.
Finde auch hier oben noch Lobivia und die Parodia. Weitere Neufunde sind nicht zu machen an dem Tag.
Zügig, ja fast im Laufschritt ,zieht es mich talabwärts zu den lockwenden Wasserfällen. Dort komme ich an den oberen Teil der nicht von Einheimischen frequentiert wird nur durch Klettern hinab. Durch die Steilheit
schaltet auch mein GPS inzwischen ab! Ich komme heil hinab ans Wasser. Es ist ein von dem fließenden Wasser zumeist blank geschliffener roter Sandstein, der hier vorherrscht. Ich gönne mir schon etliche Zeit um mich von den Strapazen bei weit über 30 grd in der sengenden Sonne zu erholen. Ich kann auch Schattenbereiche zum Baden nutzen, der Körper muss sich langsam heruntertemperieren, zum Glück ist das Wasser auch nicht so eiskalt.
Die vielen einzelnen Kaskaden halte ich auch im Bild mit fest. Zwar keine sonderlich hohen Fallhöhen, dabei, jedoch die Formenvielfalt und oft sogar etwas Eleganz wie sich das Wasser zwischen dem roten Sandstein Wege gebahnt hat, macht diesen Ort unvergesslich. Wassertöpfe mit sprudelndem Zulauf, kleine Rutschbahnen, Flachstellen zum Ausruhen, eigentlich für jedes Bedürfnis hat die Natur hier meisterlich etwas geschaffen.
Im weiteen Abstieg nach Villa A. läßt sich noch auf gut 1.5 km Länge fast ebensolch geschmeidiges Kaskadengelände erkunden. Seitlich kommt auch 2 x Quellwasser aus der Steilwand hervortretend, zu meiner Überraschung. Ideal auch eine Stelle zum Zelten halte ich fest!
Ich muß mich aber dann zum Heimweg sputen. Schon am oberen Ortsrand treffe ich auf ein Schnelltaxi nach Camargo – in 30 min bin ich dort.
Abends esse ich im Capriccio, mein Grillmeister hat sich wegen Geburtstagsfeier entschuldigt!
Dienstag, der 29. Dezember – ein Ruhetag in Camargo
Es wird Zeit einmal kürzer zu treten und somit wird an diesem Tag weiter nichts als Tagebuch schreiben, einmal ein Mittagessen mit ermöglichen und sich noch etwas in Camargo umzuschauen. Viel Erwähnens-
wertes ist nicht in der Stadt. Ausser, dass man versucht über den hier ansässigen Weinanbau etwas Tourismus anzukurbeln. Jedoch sind mir die Nachwirkungen des Weines von Camargo noch vom letzten Jahr voll in Erinnerung und ich probiere diesmal lieber nicht davon!!!
Das Wetter ist wieder sehr drückend heiß, ich war dann sehr froh nicht unterwegs gewesen zu sein. So brauen sich auch einige schwere Gewitter zusammen, die diesmal mit heftigen Niederschlägen auch die Tieflagen im Tal fast voll mit erreichen. Somit fällt auch meine Parillada am Abend aus, denn aus dem Grillen im Freien wurde an diesem Tag nichts!
Mittwoch, 30. Dezember – Abreise von Camargo nach Tupiza
Etwas zeitiger stehe ich auf und komme auch mit einem Schnelltaxi dann schon halb neun weg. In nur 2 Stunden ist die Strecke nach Iscayachi geschafft. Unterwegs beobachte ich, dass die Region hinter La Puente ansteigend sich bis auf die 3200mNN hoch als sehr artenreiches Kakteenhabitat zeigt. Auch ein paar Bilder aus dem Fenster gelingen, um wenigstens etwas davon als spätere Erinnerung für weitere Unternehmungen festzuhalten.
In Iscayachi hat sich seit dem Vorjahr doch bezüglich der Strassensituation etwas getan. Man ist vorangekommen, so dass durch den neuen Asphalt es bedeutend weniger lästigen Staub gibt!!
Auch die Hauptroute von Norden kommend ist zu ca. 80% schon weit fertiggestellt – somit fährt es sich wesentlich schneller und angenehmer.
Jedoch mit dem Anschlußbus in Iscayachi habe ich wieder so meine Probleme. Es dauert wieder ewig......
Morgen nachdem mich eines der Schnelltaxis von Camargo aus mit hoch genommen hatte. Bei reichlich 3000mNN lasse ich mich absetzen. Inzwischen hat sich der Himmel weiter leicht verfinstert und ich habe nicht mehr das allerbeste Licht für die ersten Bilder hier oben. Jedoch bin ich sofort im richtigern Habitat, welches besonders durch die kräftigen, meist basal verzweigten Triebe der Oreos gekennzeichnet ist. Dazwischen tummeln sich auch noch viele Parodia camargensis ssp.?, einige der schwach bedornten Cereen, welche fast nie Blüten und Früchte haben, sowie lockere Tephrocactushaufen und später dann auch noch ein Cleistocactus, der dem Tupizensis sehr nahe kommt. Ich finde bei den Oreos auch gleich ein paar gute Blüten zur Doku, Sa. ist dann auch kein Problem. Dieser Oreo steht sicher dem Maximus sehr nahe, jedoch erreicht er nicht ganz dessen Dimensionen in Höhe und Triebstärke. Die Do-farbe variiert von hornfarben bis rotbraun, wobei die schöne weiße Behaarung doch auch meist bis zur Basis erhalten ist. Nach gut ½ Std. merke ich die heranziehenden Gewitter. Zum Glück habe ich ein Regencape mit. Ich verlasse die oberen Bergregionen etwas, suche etwas Schutz, soweit das in dieser Landschaft möglich ist, unter einem kleinem Halbstrauch.
Die Blitze kommen nicht näher und auch das Regenzentrum tangiert mich nur leicht. Somit ist das Ganze schon in gut 30 min vorbei. Die Temperaturen sind immer noch angenehm mild hier oben und ich kann eigentlich relativ unbeschwert meinen Feldgang in Richtung Tal hinab nach San Pedro fortsetzen. An einer dann folgenden sehr geschützt liegenden Felskuppe nutze ich die Gelegenheit gleich um hier Mittagsrast einzulegen. Ic h verfolge etwas nebenbei die Werte am Hygrometer und bin erstaunt, wie schnell sich doch nach dem kleinen Regen die Luftfeuchte wieder auf Werte unter 25% senkt. Inzwischen befinde ich mich auch im Zentrum des Cleistocactushabitates, die Exemplare sind hier besonders schön entwickelt und bestechen durch ihre im Gegenlicht so herrlich leuchtenden langen zahlreichen radial abstehenden Dornen.
Ich folge einer langgezogenen felsigen Bergrippe talabwärts. Zwar ist das Vorwärtskommen nicht sehr schnell, doch dafür bleibt recht üppige Kakteenvegetation erhalten. Schon ab ca. 2800mNN gesellen sich zahlreich die oft großen Exemplare von Weingartia westii hinzu. Aber eben wieder wie schon im Vorjahr alle ohne Blüten – sicher bin ich dafür 1-2 Monate zu spät. Auch Samen sind kaum zu sehen, obwohl die Population sehr sehr stark vertreten ist. Immer wieder besiedelt diese Weingartia auch die kargsten Felsabschnitte, ein echter Überlebenskünstler, genauso wie dann weiter unten bei ca. 2500mNN die vielen langzylindrischen Lobivien. Irgend etwas muss doch am Sandstein so attraktiv für die Pflanzen sein.
Ich entschließe mich dann so bei 2500mNN auch das Substrat dieses Standortes näher zu untersuchen. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass es wohl am basischen Milieu liegen dürfte. Ich hatte erst noch wegen geringer
Vorkommen von Moos in Spalten auf „sauer“ getippt. Dabei hatte ich Substratmischproben angesetzt.
Auch zur Bodentemperatur und Luftfeuchte halte ich die entsprechenden Werte mit fest. Hierbei zeigte sich dann auch, wie stark die nun inzwischen vorherrschende Sonneneinstrahlung die Werte gedrückt hat. Unter 20% Luftfeuchte hier schon, obwohl noch in Felsvertiefungen Wasser vom mittäglichen Regen stand. Beim weiteren Abstieg ist zu erkennen, dass der Regen die tieferen Regionen unter 2500mNN immer weniger erreicht hat. Entsprechend nehmen die Lobivien hier einen immer dünnzylindrischeren Habitus an. Sie sind hier dann oft im Verhältnis Durchmesser zu Wuchshöhe von 1 : 8-10 anzutreffen. Es ist dann auch als ein Bodenszenario zu charakterisieren, das aus einer grundhaften massiven schrägen Sandsteinsockelplatte besteht, welche mit Spalten und anderen Störungen bzw. auch sandigen Lockergestein und sonst. Geröllen nur zu ca. 50 % bedeckt ist. Genau auf eigentlich so lebensfeindlichem Terrain siedelten doch so viele der Lobivien, immer noch auch Weingartia und auch Parodia. In den Bereichen mit etwas lehmigem Sand bzw. auch etwas Humus, tauchen weiß blühende Amaryllidaceae auf. Obwohl sehr wenig oberirdisches Blattwerk, kann ich bei einer vorsichtigen Probegrabung feststellen, dass sich die Zwiebel in erst 20 cm Tiefe befindet und erstaunlicherweise mit um die 8cm Durchmesser eine sehr große unerwartete Dimension hat! Die Population schien auch noch extrem viele Exemplare zu besitzen, man konnte auf geringstem Abstand immer wieder auf Pflanzen stossen.
Im weiteren Abstieg sind auch sehr viele Lobivien in Blüte. Es dominiert natürlich der dunkelrote Farbton. Doch dann kommen auch erstaunlicherweise orange hinzu, ich sehe fast gelbblühende Ex., auch cremefarben,
und weiß; eine erstaunliche Vielfalt am Ende. Da es immer noch gutes Licht mit Sonne von der Seite gab, kann ich in Ruhe hiervon sehr viele Bilder anfertigen, um etwas von diesem Blütenfeuerwerk festzuhalten.
Den restlichen Rückweg unten ab San Pedro kann ich eine passende Mitfahrgelegenheit nach Camargo finden.
Den Abend beschließt wieder ein Riesenchurassco bei meinem Grillmeister, ich glaube die 1kg-Grenze ist fast erreicht. Das ständige Beträufeln mit Limettensaft während des Grillens macht das Fleisch noch saftiger und angenehm weich....., ein abendliches Ritual auf das man kaum noch verzichten möchte!
Das eisgekühlte große Cerveza dazu und alle Anstrengungen des Tages sind schnell vergessen.
Montag, der 28. Dezember Villa Abecia - ca. 45km weiter südlich von Camargo - tolle Wasserfälle
Meine Wirtin vom Hostal empfiehlt mir diesen Ort. Mit dem Linienbus der gerade ablegt, bin ich schon nach ca. 1 Std. dort. Unterwegs berausche ich mich immer wieder an der westseitigen einmaligen roten Sandsteinszenerie. Habe ein offenes Fenster für ein paar Schnappschüsse!
In V.A. herrscht ganz gelassene Ruhe als ich am kleinen schattigen Plaza ankomme. Irgendwie zieht es mich sofort in das westliche grüne Seitental hinauf. Es scheint Bewässerungswasser zu geben, denn es ist etliches an Bewuchs zu erkennen. Ich folge einem immer schmaler und romantisch werdenden Weg, welcher mich durch die Obstfelder, an Weinspalieren entlang, an kleinen Bewässerungskanälen leicht bergan führt.
Ich habe meist geschützt unter dem Blätterdach der Avocadobäume oder dem peruanischen Pfefferbaum viel Schatten und bemerke erst viel später ,als ich diesen Schutz nicht mehr habe ,was für ein heißer Tag bevor- steht. Die kleine Wanderung in diesem „Gartenlandparadies“ wird wohl unvergesslich bleiben. Ich kann von Kirschbäumen naschen, sehe fast reife Aprikosen und Pfirsiche, man kultiviert auch Wein, es gibt Rosen und andere Blumen, ich glaube es ist so etwas wie der „Garten Eden“!!
Am Ende der oberen Gartenlandgrenze beginnt im nicht bewässerten Terrain die halbwüstehafte Primärvegetation. So stoße ich auch gleich auf einige Kakteen. Der schlanke weissblühende Cereu, wie immer von Insekten befallen,trägt niemals reife Früchte, so sehr ich auch den ganzen weiteren Tag suche!!
Ich komme auf den maroden Fahrweg der mich im Takl aufwärts führt. Ich bemerke nun zu meiner Freude, dass es im Tal unten (der Weg führt hangseitig gut 40 m höher entlang) herrliche Wasserfälle gibt. Schon an den Bewässerungskanälen konnte ich erkennen, dass es hier fast kristallklares Wasser gibt, was nicht sehr häufig in Südamerika geologisch bedingt der Fall ist. Somit freue ich mich schon dies auf meinem Rückweg zu nutzen. Erst einmal steht mir ein schweißtreibender Anstieg bevor. Nach gut 400Hm eine Rast. Dann tauchen Parodia camargensis ssp.? auf, auch meine Lobivien wieder und auch der Cleistocactus des Vortages.
Dann ein Hinweis zu einem Mirador – das will ich schon nutzen, da ich mir vom weiteren Anstieg auch noch zunehmend variierende Vegetation erhoffe. In voller Sonne geht es zügig hoch. Manchmal scheint der Anstieg als geht es direkt hoch in den Himmel, dann erkenne ich endlich das Ziel, der Antennenberg ist es. Knapp die 3000 Marke verpasst, jedoch habe ich auch so um die 900Hm genommen. Meine Thermometer zeigen gute
35° C an, so verrückt kann nur ein Gringo sein. Ich treffe keine Menschenseele.
Aber es hat sich gelohnt, die Aussicht hier oben ist gigantisch. Das ganze Nord - Süd durchziehende Riesental von Camargo kommend ist zu überblicken. Dazu auch die Weitsicht nach Westen. Dort muss dann ja bald Cotagaita und Tupiza liegen. Ein idealer Ort um auch wieder ein paar gute Fotos zu stellen, soweit das eben mit Selbstauslöser möglich ist. Dazu plaziere ich mich mehrmals vorn an der Abbruchkante des Gelaändes, welche dann mit schätzungsweise 700 Metern senkrechtem Fels auch sofort die freie Sicht in gigantischen Ausmaß freigibt! Auch eine Mittagsrast wird ausgiebig abgehalten – nur es fehlt jeder Schatten.
Zum Glück hatte ich früh vorsorglich viel Sonnenschutz aufgetragen.
Finde auch hier oben noch Lobivia und die Parodia. Weitere Neufunde sind nicht zu machen an dem Tag.
Zügig, ja fast im Laufschritt ,zieht es mich talabwärts zu den lockwenden Wasserfällen. Dort komme ich an den oberen Teil der nicht von Einheimischen frequentiert wird nur durch Klettern hinab. Durch die Steilheit
schaltet auch mein GPS inzwischen ab! Ich komme heil hinab ans Wasser. Es ist ein von dem fließenden Wasser zumeist blank geschliffener roter Sandstein, der hier vorherrscht. Ich gönne mir schon etliche Zeit um mich von den Strapazen bei weit über 30 grd in der sengenden Sonne zu erholen. Ich kann auch Schattenbereiche zum Baden nutzen, der Körper muss sich langsam heruntertemperieren, zum Glück ist das Wasser auch nicht so eiskalt.
Die vielen einzelnen Kaskaden halte ich auch im Bild mit fest. Zwar keine sonderlich hohen Fallhöhen, dabei, jedoch die Formenvielfalt und oft sogar etwas Eleganz wie sich das Wasser zwischen dem roten Sandstein Wege gebahnt hat, macht diesen Ort unvergesslich. Wassertöpfe mit sprudelndem Zulauf, kleine Rutschbahnen, Flachstellen zum Ausruhen, eigentlich für jedes Bedürfnis hat die Natur hier meisterlich etwas geschaffen.
Im weiteen Abstieg nach Villa A. läßt sich noch auf gut 1.5 km Länge fast ebensolch geschmeidiges Kaskadengelände erkunden. Seitlich kommt auch 2 x Quellwasser aus der Steilwand hervortretend, zu meiner Überraschung. Ideal auch eine Stelle zum Zelten halte ich fest!
Ich muß mich aber dann zum Heimweg sputen. Schon am oberen Ortsrand treffe ich auf ein Schnelltaxi nach Camargo – in 30 min bin ich dort.
Abends esse ich im Capriccio, mein Grillmeister hat sich wegen Geburtstagsfeier entschuldigt!
Dienstag, der 29. Dezember – ein Ruhetag in Camargo
Es wird Zeit einmal kürzer zu treten und somit wird an diesem Tag weiter nichts als Tagebuch schreiben, einmal ein Mittagessen mit ermöglichen und sich noch etwas in Camargo umzuschauen. Viel Erwähnens-
wertes ist nicht in der Stadt. Ausser, dass man versucht über den hier ansässigen Weinanbau etwas Tourismus anzukurbeln. Jedoch sind mir die Nachwirkungen des Weines von Camargo noch vom letzten Jahr voll in Erinnerung und ich probiere diesmal lieber nicht davon!!!
Das Wetter ist wieder sehr drückend heiß, ich war dann sehr froh nicht unterwegs gewesen zu sein. So brauen sich auch einige schwere Gewitter zusammen, die diesmal mit heftigen Niederschlägen auch die Tieflagen im Tal fast voll mit erreichen. Somit fällt auch meine Parillada am Abend aus, denn aus dem Grillen im Freien wurde an diesem Tag nichts!
Mittwoch, 30. Dezember – Abreise von Camargo nach Tupiza
Etwas zeitiger stehe ich auf und komme auch mit einem Schnelltaxi dann schon halb neun weg. In nur 2 Stunden ist die Strecke nach Iscayachi geschafft. Unterwegs beobachte ich, dass die Region hinter La Puente ansteigend sich bis auf die 3200mNN hoch als sehr artenreiches Kakteenhabitat zeigt. Auch ein paar Bilder aus dem Fenster gelingen, um wenigstens etwas davon als spätere Erinnerung für weitere Unternehmungen festzuhalten.
In Iscayachi hat sich seit dem Vorjahr doch bezüglich der Strassensituation etwas getan. Man ist vorangekommen, so dass durch den neuen Asphalt es bedeutend weniger lästigen Staub gibt!!
Auch die Hauptroute von Norden kommend ist zu ca. 80% schon weit fertiggestellt – somit fährt es sich wesentlich schneller und angenehmer.
Jedoch mit dem Anschlußbus in Iscayachi habe ich wieder so meine Probleme. Es dauert wieder ewig......