15t2teilabjanuar2010

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1. Januar 2010 - Neujahr

Entsprechend heiter verläuft es zum Frühstück...........und auch der Rest des Tages im Hotelgelände vor allem am Pool......!!!

Ich bereite meine Zelttour nach Norden (Almona ) vor. Dazu sind div. Lebensmittel usw. einzuholen bzw. noch Transportbverbindungen zu erkunden. Auch für weiteres zusätzliches Erholen bleibt etwas Zeit – dazu nutze ich bei dem immer noch sehr heißen Wetter hier in Tupiza auch den Pool etwas.

Inzwischen ist eine Nachricht von Mario im Hotel eingegangen – er hängt noch in Chile fest, es gibt wohl wieder an der Grenze seitens der Bolivianer Blockaden. Evtl. wird Mario am Montag in Tupiza eintreffen....., somit bleibe ich beim Aufbruch am Samstag für ca. 3 Tage vorerst.

 

 

Samstag, 02. Januar 2010 Mit dem Zelt ca. 35 km nördlich von Tupiza nach Almona

Die Erkundung am Vortage passte genau, 14 Uhr geht der einzige Bus nach Norden raus. Am Bahnhof kann ich in die alte Klapperkiste einsteigen, diese hat jedoch den Vorteil, dass ich direkt bis in meine gewünschte Region komme. Noch ist es drückend heiß, entsprechend stickig ist es im rammelvoll gefüllten Bus der Indigenias. Zum Samstag fahren wohl besonders viele wieder nach dem Markt zurück hinaus zu ihren Anwesen, ich habe somit erst einmal einen unbequemen Stehplatz! Bis hoch nach Salo hält er an fast jeder Hütte, dann habe ich aber auch einen Sitzplatz. Endlich nach über 2 ½ Std. ist mein Ziel erreicht. Almona hat so gut wie keinen erkennbaren Ortskern – die paar Häuser liegen verstreut im Haupttal schon vom „Torre“ (Zeltpl. 2008!) weiter nach Norden an beiden Hangseiten und haben dann hier mit der östl. Quebrada Tamacaya ihre letzte Verbreitung. Ich möchte aber in die gegenüberliegende Quebrada (o.Namen -evtl. doch Quebr. Negra), dort fährt der Bus auch noch extra 500m rein.

Kaum ausgestiegen, muss ich erkennen, dass Regen und Gewitter im Anzug sind. Denke mal es wird schon nicht so schlimm werden und gehe schnurstracks in der Quebrada Tal aufwärts. Keine 5 min vergehen und erste Regentropfen folgen. Da ich alles am Mann habe, fürchte ich keine Probleme. Anfangs versuche ich unter den Dornensträuchern etwas Schutz zu finden – doch da wird es langsam ungemütlich und die Niederschläge werden intensiver. Nun hole ich endgültig das Regencape heraus und versuche mal mich samt großem Rucksack zu schützen.

Allein hast Du in solchen Situationen da keine Chance – Regen und Wind beherrschen Dich und nicht Du die Situation....., also will ich wenigstens aus Kenntnis, dass bald der ca. 100 Meter breite Talgrund Wasser führend ist, auf die mir vorschwebende nördliche Seite wechseln.

Es geht nur noch mit Mühe und ich wate in inzwischen braunen Fluten – welch ein Wahnsinn, kaum wäre ich nur 1 min später hier untergegangen.

Am anderen Ufer ist an Weitergehen nicht zu denken, zu stark prasselt inzwischen Hagel nieder. Noch in Trekkingsandalen, barfuss unterwegs, wird es inzwischen schön ungemütlich kalt, sonst ist am Leib auch schon kein Fetzen mehr trocken. Ich kann nur froh sein, hier relativ sicher vor den nördlich herab schießenden Wassermassen mich zu befinden. Als hätte jemand gerade ein Schleusentor geöffnet, kommt von einer nur ca. 2 m breiten Steilrinne eine Flutwelle an mir vorbeigeschossen, diese hätte mich wohl mit platt gewalzt....., ich sondierte nur ununterbrochen alle Geländesituationen, um nicht erfasst zu werden. Als ich darüber Klarheit und Sicherheit zu meinem Standort hatte, bemerkte ich erst einmal wie sehr mich die einhergehende Abkühlung erfasst hatte. Ein Zähneklappern wäre untertrieben, es waren schon fast Schüttelfrostanfälle.......!

Der Hagel hatte nachgelassen, man würde in europäischen Breiten sagen, es folgt der Landregen und ich musste weiter warten. Irgendwie meiner Situation so ausgeliefert zu sein und nicht weiter agieren zu können, dachte ich ans Fotografieren. Eine Nikon verträgt schon etwas Feuchte und ich denke auch kaum noch nach, irgendwie will ich etwas vom Spektakel festhalten. Besonders die in der breiten Talebene dahin schießenden Wassermassen (im Normalfall ist es hier trocken!) als braune Brühe mit all dem was es in solchen Fällen dann mit hinweg gespült wird. Besonders zuerst die jetzt gut gefüllte Talebene hatte es mir angetan. Auch vom seitlichen Wassersturzbach nehme ich was mit auf. Als sich dann nach gut 1 ½ Std. der westl. Horizont aufhellt, macht sich dort etwas Sonne bemerkbar – also klar es wird einen Regenbogen geben..... und was für einen....! .. ich ziehe immer noch paar mal die ohnehin schon nasse Kamera und kann das Naturschauspiel gut festhalten, Besonders der 2. Pseudobogen dazu, er begrenzt zum ersten einen Abschnitt, den ich später auf den Bildern als grau abgesetzte Fläche erst so richtig als Phänomen registriere. Dabei kann ich im Vordergrund die immer noch heftig dahin strömenden Wassermassen im Bild einordnen – was für ein Schauspiel und für eine Gelegenheit......!!

Inzwischen nur noch tröpfelnder Regen, ich muss nun schnellstens das Zelt errichten. Auf einer Anhöhe zwischen den hier üblichen Dornensträuchern, Oreocereus, leider auch Opuntien usw. finde ich eine halbwegs gerade Fläche, fein steinig-splittriger Boden. Dafür aber auch nicht so matschig – da bleibt keine Zeit weiter zum Überlegen. Vor Kälte fast schreiend, die Finger kaum zum Zusammenstecken der filigranen Glasfieberstäbe nutzen zu können, schaffe ich es doch noch.irgendwie. Nur ein Gedanke kreist im Kopf – Unterschlupf vor weiterem Regen zu finden, schnellstens trockene Sachen anziehen und heißen Tee zubereiten. (die Temp. an meiner Armbanduhr zeigte inzw. nur noch ca. 6 ° C an!!! - ich war bei gut 35^C gestartet!)

Es war dann zum Glück immer noch vor der Dämmerung, als ich es geschafft hatte, das Zelt stand, paar Sachen waren noch trocken und mein Kocher bereitete ununterbrochen heißen Mate de Coca. Zum Glück hatte ich eine ganze Flasche Zitronensaft mit, dieser in Mengen beigegeben verhinderte dann eine schon als sicher zu erwartende Erkältung wie durch ein Wunder!!

Dazu noch eine heiße Suppe, erstaunlicherweise komme ich damit schon etwas regeneriert und nicht mehrt frierend in die Nacht.

Es sind noch die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände am Kocher im Zelt etwas zu trocknen (GPS, Camcorder, Fernglas, div. Kleidung....); jedoch als ich im wärmenden Schlafsack stecke ist dabei das alles nur noch Nebensache....

Die Nacht kriege ich halbwegs herum, am meisten plagt der steinige Untergrund am Zeltboden, Isomatte u.dgl. kenne ich nicht.

 

 

Sonntag, 3. Januar Erkundung der Quebrada mit viel Erzbergbau in Richtung Cerro Jalsuri Punta

Froh bin ich natürlich, als am nächsten Morgen der Regen endgültig vorbei war. Die Nacht war es nur noch halb so schlimm gewesen.

Das GPS signalisiert mir, um 5 :45 Uhr wäre Sonnenaufgang und ich bin dann auch auf den Beinen, schon aus Neugier was das Wetter macht, denn nichts wird sehnsüchtiger erwartet, als wärmende Sonne am Morgen!!

Zwar versperren paar kleinere Bergzüge im Osten mit ein paar Restwolken das Ganze eine halbe Stunde noch, doch dann habe ich das Glück auch wirklich Sonne ab zu bekommen. Sofort sind alle Lebensgeister voll da. Noch vor dem ersten heißen Kaffee gehe ich mit der Kamera das Umfeld nach ersten Motiven im tropfnassen Zustand ab. Dabei sind die Säulenlkakteen in dieser Konstellation besonders schön. Auch erste morgendliche Futter suchende Singvögel tauchen dort auf und kommen ab und an mit auf's Bild.

Auch kann ich damit beginnen, meine immer noch feuchten Kleidungsstücke, den Rucksack..., im Prinzip alles in der Sonne auf den Dornensträuchern zum Trocknen aufzuhängen......, in gut 1 Std ist alles wieder o.k. - bis auf die Polster am großen Rucksack......

Nebenbei kann ich ohne Regen, anders als am Vorabend, etwas das Umfeld weiter erkunden.

Besonders beeidruckend eine riesige monströse Säule von Trichoc, tarijensis unmittelbar neben meinem Zelt. Hiervon fertige ich mehrfach noch zu verschiedenen Tageszeiten Bilder an. Nach reichhaltigem Frühstück (immerhin hatte ich ja auch frisches Obst usw. mitgeschleppt) starte ich bei inzwischen vollem Sonnenschein gut mit Sonnenschutz versehen, talaufwärts in Richtung Cerro Jalsuri Punta. Immer wieder erfreuen nach dem erfrischenden Regen die neuen zahlreichen Blüten bei Oreoc., und vor allem bei tarijensis mit leuchtenden Farben. Im Tal entlang beobachte ich auch die schiefrigen Felsbereiche – jedoch Blossfeldia taucht hier nicht auf, lediglich kleinere Peperomien der Spec. andinum. Als das Tal endgültig am Ende der Auftrichterung erreicht ist, kann ich wie aus Erfahrung zu erwarten, auch wieder auf fließendes Wasser treffen. Im schluchtartig schmalen Tal geht es teilweise etwas sonnengeschützt leicht aufwärts. Zunehmend jedoch wird es enger, der blaue Schieferfelshorizont bedingt zahlreiche kleine Kaskaden des inzwischen fast kristallklaren Wassers, trotz das der letzte Regen erst ca. 8 Std. zurück liegt. Immer schwieriger wird das Vorwärtskommen, jedoch kann ich auf alte verwaiste Lehmhütten stoßen, welche aber teilweise doch wohl noch genutzt werden. Ich bemerke Bergbauaktivitäten, verschiedene kleine Stollenmundlöcher, aber auch schon geförderte Erze liegen abgelagert meist in Säcken bereit. Es ist ja Sonntag und niemand ist hier außer mir. In Ruhe kann ich mich umsehen und etwas schnüffeln. Der Ausschau nach Kakteen an die seitlichen Steilwände ergibt wenig Brauchbares i.M., so daß ich noch weiter talaufwärts steige. Immer enger und einsamer wird es – jedoch mehr Bergbauaktivität – man hat wohl u.a. auch Silber- und Bleierze zutage gebracht. Dann bietet sich eine seitliche Stelle zum Aufstieg auf ein Bergriff an. Hier stoße ich u.a. auch schon in den Schuttriinnen wieder auf Solanum silvestre. Parodia maassii dominiert und etliche Cleistoc. tupizensis sehe ich. Zur Rast oben auf dem Riff in mittäglicher Hitze, finde ich auch erstmals Lobivia – ohne Blüten jedoch mit Früchten. Von den Wildkartoffeln kann ich etwas gut dokumentieren, sie haben sogar schon das Blühstadium erreicht und haben Knollen bis ca. 2cm Durchmesser. Später im Abstieg finde ich sie wieder sehr häufig in den lehmig-humosen Schuttrinnen, wahrscheinlich sammelt sich dort sehr einfach angewehter Samen schnell an. Auf dem Rückweg nutze ich natürlich das saubere erfrischende Wasser im Talgrund noch zu einem Bade. Wesentlich extra erwähnenswerte neue Pflanzen sehe ich kaum noch, lediglich von den Amaryllidaceae stecken im Schieferfels erstaunlich große Zwiebeln. Faustgröße wird dabei immer erreicht! Du fragst dich, wie die Pflanzen dort hineinwachsen können......

Da am Nachmittag noch etwas Zeit verbleibt, starte ich nochmals um die südliche Hangseite gegenüber von meinem Zeltstandort zu erkunden. Es werden noch einige schöne große Exemplare von Oreocereus und tarijensis abgelichtet, mehr passiert aber nicht mehr.

 

 

Montag, 4. Januar Umsetzen runter nach Almona und Erkundung der östlichen Bereiche

Nach dem Frühstück packe ich zusammen und laufe vorerst bis an die ersten Hütten, dort wo letztens der Bus gewendet hatte. Mich ziehen ein paar dort oberhalb in den Hügeln voll in Blüte stehende Trichoc. tarijensis an. Gertrost kann ich mein schweres Gepäck hier unten am Ortsrand auf einem riesigen Baumstamm liegen lassen. Die Ziegenbauern hier sind sehr freundlich gesinnt, da gibt es kein Problem., Ich kann noch die allmorgendlichen Rituale ihrer traditionellen Lebensform beobachten. Schon seit gut einer Stdunde raucht das erste Feuer aus den Lehmhütten zwischen den erdabgedeckten Schilfdächern. Als ich zu den überaus reichlich mit Blüten besetzten Kakteen hoch steige, kann ich mit der zunehmenden guten Aussicht erkennen, wie bei allen Campesinos inzwischen das Melken der Ziegen in den einzelnen Pferchen begonnen hat.

Bevor das nicht abgeschlossen ist, zieht man natürlich nicht wieder los auf die Weiden.

Ich jedoch habe mit meinen Kakteen voll zu tun. Der vorangegangene Regen hatte inzwischen einen wahnsinnig üppigen Blütenflor zur Entwicklung gebracht. Das Paradestück, eine alte fast kandelaberartig gewachsene Pflanze bis 4m Höhe, hatte mehrere Dutzend Blüten im Morgenlicht gerade geöffnet und brachte mich fast in einen Fotografierrausch. Immer wieder in verschiedensten Positionen und Aufnahmemodi versuche ich ich etwas herauszukitzeln. Da sind schnell mal 200 Bilder mit geschossen.

          Echinopsis/Trichocereus tarijensis (fa. almonensis)                            

Solch eine Gelegenheit mit so gutem seitlichen Licht am Morgen muß dann schon voll genutzt werden. Auch andere Pflanzen davon stehen fast ebenso üppig in Blüte, ich komme auch durch die Hanglage sehr gut heran. Welch ein Glücksgefühl, wenn es schon am Morgen mit solchen Höhepunkten losgeht. Fast vergesse ich dabei, daß ich eigentlich „Umsetzen“ will. Im Abstieg, bei Vorbeigehen an den Ziegenpferchen, komme ich noch mit den gerade mit dem Melken beschäftigten Campesinas ins Gespräch Es ist eigentlich sehr wenig „Ertrag“ was dort heraus kommt, wenn man dazu die Menge der Ziegen ins Verhältnis setzt.

Unten im Talgrund stoße ich auch auf die Wasserfassung, welche mir ausgezeichnetes TW liefert und ich ergänze auch meine Vorräte wieder auf 100%. Ich laufe in der morgendlichen Kühle weiter Tal abwärts, immer Ausschau nach geeigneten Rastplätzen haltend. Es soll nun diesmal schon eine Stelle mit Gras als Unterlage sein – die letzten Nächte waren doch etwas sehr angestrengt. Das Haupttal des Rio Salo weitet sich abwärts weiter auf und einige Landwirtschaft dominiert. Es steht alles in sattem Grün, so wie ich es aus der Region noch nie kennen lernen durfte. Die westl. Talseite ist im Grund entweder zu feucht zum Zelten und überflutungsgefährdet oder es wird dann am Hang gleich zu steil und steinig.

Ich quere nach Osten rüber und bei einem Campesino, der mit seinen Kindern im Maisfeld arbeitet, frage ich bei einer Stelle die mir gut geeignet scheint. Sofort gibt er seine Zustimmung und schon 30 min später bin ich fertig und koche schon die Mittagssuppe. Der Campesino bringt mir dann sogar noch einen Teller seiner traditionellen Kost (Queso mit Mais und Bohnen) vorbei. Ich merke, dass ich hier keinerlei Probleme erwarten dürfte, sondern sogar als willkommener Gast gesehen werde. Nattürlich spricht man über so allerhand Dinge, woher ich komme, was ich hier suche und tue usw.... Ich erfahre auch, daß oben am Cerro Jalusuri noch 30 Vicunas leben sollen.

Den Nachmittag steige ich östlich gleich am kleinen Cerrito hinter dem Haus des Campesinos in das steile Gelände bei brütender Hitze ein.

Von den erwähnnten Mineralien sehe ich zwar wenig, jedoch sind die bizarren Felsformationen schon aufregend. Dann geht es im anschliessenden Tal ostwärts hoch. Erwartungsgemäß oberhalb der Auftrichterung kommt auch Wasser auf dem schiefrigen blauen Felshorizont, welcher so typisch ist hier für eine große Region. Es steigert sich weiter oben so sehr, daß ich an einem Wasserfall im Tosbecken die ersehnte Abkühlung beim Baden finde. Auch als TW ist alles gut brauchbar und glasklar!

Ledigliuch an Kakteen taucht nichts Neues auf. Im Abstieg dann jedoch ein mit unzähligen Blütenansätzen bestückter tarijensis, den ich wieder mit dokumentiere. Inzwischen zieht schon wieder Unwetter auf. Ich muß mich zum Abend hin schnell in meinem Zelt verkriechen. Mein Campesino ist besorgt um mich und läßt mehrmals nach mir schauen bis in die Nacht hinein. Mein Zeltplatz bleibt aber relativ trocken und wird nicht überflutet. Lediglich die Hunde der angrenzenden Hütten bemerken den „Eindringling“ in ihrem Reich.

 

 

Di, 5. Januar Ausflug nach Nordosten an die Yana Loma und Quebrada Tamacaya

Am Morgen herrscht zwar nach etlichen nächtlichen Regengüssen noch sehr hohe Luftfeuchte vor ( ich messe einmal Temp. u. Luftfeuchte in der kritischen Zeit kontinuierlich häufig und dokumentiere dies!!!- sehr aufschlußreich....!) doch die dann etwas hinter den Cerros verspätet hervortretende Sonne erwärmt schnell alles auf dann ebenso wieder kaum erträgliche Hitze am Tag. Ich ziehe nordostwärts los und in der Quebrada Tamacaya komme ich zügig vorran. Irgendwie will ich doch noch in Höhen über 3500mNN vorstoßen um auch noch von den vermuteten Zwergkakteen etwas zu finden. Im kleinen Seitental an der Yana Loma steige ich wieder im blauen Schieferfels aufwärts. Sauberes Wasser, etliches an interessantern geologischen Formationen machen den Weg sehr angenehm, wenn dann auch schon Kaskaden kommen, bei denen ich größere Kletterkünste anwenden muß um überhaupt noch nach oben zu kommen. Wasserbecken von mehreren Metern sind oft seitlich zu umklettern, teilweise bin ich auch schon im Wasserfall mit hochsteigend – jedoch bei der Hitze oft ganz angenehm. Ich erreiche die typischere Lomavegetation, welche durch die Papierbäume Polylepsis taracapana gekennzeichnet ist. Einige sind nach starken Regenfällen aus den Steilhängen in die enge Schlucht mit Steinblöcken herabgestürzt und erschweren natürlich den Aufstieg – welch eine wilde Romantik!

Als es an einem etliche Meter hohen Wasserfall für mich im Haupttal nicht weiter geht, steige 8ich seitllich aus.. Schon gleich nach den ersten Metern im felsigen Riffgelände finde ich eine dicke alte Sulcorebutia, welche fast unbedornt sich in einer Felsspalte schon viele Jahre angesiedelt haben muß. Es bleibt vorerst ein Einzelgänger, so sehr ich auch suche. Das schiefrige Gelände steil aufwärts sieht so viel versprechend aus. Dann ab und an weitere Einzelexemplare – nie in Blüte. Oben auf einem Vorgipfel raste ich zwischen viel Parodia maassii, Tephrocactus, Oreos.....Hier keinerlei Spuren von Sulcos mehr....!

So suche ich im Abstieg nochmals intensiver und habe etwas Glück. Zweiergruppen und auch paar Jungpflanzen kann ich finden. Die kurze Bedornung ließ mich anfangs zu S. rauschii tendieren, jedoch der weitere hier erkundbare Habitus der Pflanzen, der doch zylindrisch dominiert, wird wohl zu einer anderen Species tendieren..., hier ist später weiter etwas zu klären!

Da ich ja noch abends zurück nqch Tupiza will und ebenso das Wetter auf die Rückkehr drängt, gehe ich zügig abwärts.

Um ca. 15 Uhr am Zelt angekommen, zieht so viel an Unwetter auf, daß ich alles gerade noch im Trockenen abbauen kann, dann beginnt es zu töpfeln. Ich suche schon nach einem Unterstand, was aber hier nahezu unmöglich ist. Die Campesinos sind alle irgendwo draussen im Feld.....

Jedoch wird der Bereich Almona diesmal verschont – sonst hätte mich nochmals das gleiche Schicksal wie zur Anreise am Samstag ereilt!!

Weiter oben am „Ortscentro“ von Almona (5 Häuser – davon Kirche, Schule, 1 Verwaltungsgebäude und 2 Hütten warte ich auf den 5 Uhr Bus, der dann wirklich auch schon 16:30 Uhr ankommt und mich mit nimmt. Unterwegs ca. 10 km weiter südlich in Höhe Salo, kann man sehen, wie es mächtig Regen gegeben haben muss. Die weite Talebene ist fast vollständig überflutet, überall strömt noch braunes geschiebereiches Wasser talabwärts und spült so manches an Vegetation usw. hinweg. Ich kann vom Fensterplatz sogar noch paar gute Bilder mit aufnehmen.

Schon gegen 19 Uht ist Tupiza erreicht, hier wieder alles in Staub gehüllt, der Regen hat die Stadt hier nicht mit erreicht. Nur im Rio Tupiza ist zu erkennen, was weiter oben örtlich begrenzt für ein Unwetter niedergegangen sein muß.

Im Mitru ist mein neues Zimmer schon reserviert – nur Mario ist noch nicht eingetroffen.

 

 

Mittwoch 6. Januar - Ruhetag – Aufarbeitung einiger Bildmaterialien usw.....

Viel ist davon nicht zu berichten. Sachen sortieren bzw. reinigen...., Post erledigen......, mal richtig Fleisch in der Parilla reinstopfen.....,

das sind so die wichtigsten Dinge des Tages.

Am Abend taucht dann sogar noch Mario auf, er hing einige Zeit an der chilen. - bolivianischen Grenze von San Pedro de Atacama kommen, fest.

Für den Folgetag haben wir uns schon gleich verabredet.

 

 

Donnerstag, 7. Januar - Kleiner Ausflug westlich raus von Tupiza zu Weingartia fideiana und in den nächsten Canyon im Massiv des Cerro Colorada nördlich des Canoyn del Inca

Zu unserem traditionellen gemeinsamen Früstück im Mitru wird am Morgen die kleine Tour verabredet. Natürlich gibt es auch so noch vieles der letzten Zeit zu erzählen, dafür ist dann tagsüber unterwegs auch noch gute Gelegenheit.

Erst gegen 10 Uhr kommen wir weg, jedoch ist man auch ganz schnell oben am westl. Stadtrand.

Hier hat Mario schon Weingartia fideiana gesichtet und wir wollen uns das anschauen. Ist doch relativ wenig an Pflanzen was wir dort antreffen.

Zwar immer wieder auch dann weiter westlich auf den folgenden Schieferhügeln, die Masse ist es nicht. Zumindest etwas Samen ist dokumentierbar, eine Frucht die noch relativ grün ist haben die Ameisen noch verschont. Da wir noch genügend Zeit haben, laufen wir weiter an den Cerro Colorado heran und steigen in den dort folgenden Canyon ein. Die markanten vielen scheibenförmigen Felswände sind immer wieder beeindruckend . Im Canyon sebst konmen wir gut hoch. Auch die wenigen Kletterstellen meistern wir ohne nasse Füße zu bekommen..

Oben als sich das Klamm weitet, zeigt mir Mario präincaische Ruinen. Neben den üblichen Kakteen taucht hier auch Trichocereus tacacarensis?

mit auf und hat sogar Blüten. Jedoch für reife Früchte sind wir zu zeitig.

Eine schöne kleine Tour bei der eigentlich von allem etwas dabei war – wir haben uns ja beide von den vorangegangenen Tagen noch etwas auszuruhen – um 4 abends sind wir auch schon zurück.

Nach dem Abendessen wird noch gemeinsam am Hotel-PC einiges an Infos ausgetauscht. Ich habe noch schnell eine Flasche chilen. Rotwein organisiert und dabei vergeht die Zeit so schnell, dass ich um Mitternacht endlich zum Aufbruch mahne. Schließlich habe ich immer noch etwas an Schlafdefizit nachzubessern.

M. hat für mich auch u.a. viele Kartenwerke der Region digitalisiert vorliegen und ich nehme seine freundlichen Angebote sehr gerne an.

 

 

Freitag, 8. Januar Ausflug auf den Cerro Elefante östlich von Tupiza

Zum Frühstück wird diese Tour vereinbart und gegen 9 Uhr brechen wir auf. Eigentlich war ich schon 2001 einmal oben am Abra Blanca, jedoch

das ist lange her und direkt auf den Cerro Elefante bin ich noch nicht gekommen. Unter Marios Führung gehen wir dem uralten Handelsweg zwischen Tupiza und Tarija und seinen Restspuren folgend, bergauf. Stark nimmt die Vegetation dann zu und wir durchsteigen dabei dann ganze Wälder von Trichocereus werdermannianus, mit Cleistocactus tupizensis, Oroec. maximus usw.... Immer wieder kann bei dem Licht am Vormittag der Blick zurück hinunter nach Tupiza bei guten Lichtverhältnissen festgehalten werden. Unser Ziel, der Cerro Elefante, zeigt sich inzwischen mit seiner ca. 300m mächtigen senkrechten Westwand noch im Schatten. Die dort ansässigen Papageien hören wir zwar, jedoch ist relativ wenig Betrieb und zu Fotos keine Gelegenheit. Auch leider ist von den Kondoren bis hinein in den Nachmittag nichts zu sehen. Die üppige Pflanzenwelt hält aber gerade nach den letzten Niederschlägen für uns doch Etliches bereit. Auf der Schulter oben, hier treffen wir inzwischen Granitgrus als Bodenverhältnisse mit an, tauchen dann ab ca. 3400mNN auch einzelne erste Lobivia ferox mit auf. Meist die ssp. longispinus, welche mit ihrer extremen Bedornung eine echte Schaupflanze darstellt. Unter den etwas schattigeren Plätzen der Büsche hier oben, finde ich auch erwartungsgemäß von den Wildkartoffeln etwas. Zwar sind keine soweit entwickelt, dass ich Blüten habe, jedoch kann ich beim Freilegen schöne Knollen dokumentieren. Selbst später oben auf dem Gipfel des C.E. Kann ich noch zahlreich Solanum silvestre in Humusspalkten auffinden. Also es dürfte sehr klar sein, dass sich die Pflanzen generativ über Samen sehr gut verbreiten und eben damit auch oft die fast unmöglichsten Orte in Höhen über ca. 3400mNN mit besiedeln, dazu aber auch immer wieder sehr gerne in unseren Kakteenhabitaten einfach als Standardbegleitvegetation dazugehören. (Ich beziehe mich dabei natürlich vorerst immer noch nur auf Bolivien, Peru und teilw. Ecuador!!)

Wir rasten dann ganz vorn an der westlichen Abbruchkante des Elefanten und genießen den gigantischen Ausblick, welchen Mario schon zurecht mit einer Luftaufnahme vom Flugzeug aus vergleicht.

Auf dem Rückweg bei intensiverem Suchen sind auf den schiefrigen Vorgipfeln auch noch Weingartia fideiana zu registrieren, wenn auch nicht viele. Im Abstieg zwar jetzt eine etwas kürzere Route, doch an Pflanzen war nichts Neues mehr zu erwarten.. Die inzwischen andere Sonnenkonstellation lässt für die Tupiza so zahlreich umgebende Felsenwelt noch paar neue Motive mit zu. Auch eine aus Richtung Tarija von der Cordillera Sama heranziehende Gewitterfront mit tief dunkelblauem Himmel, zaubert eine lohnende Farbstimmung am Nachmittag in die ohnehin schon wunderschöne Landschaft zusätzlich mit auf's Bild.

Auch wenn die Anstiege des Tages sich mit ca. 500Hm doch relativ niedrig gehalten haben, spüre ich in meinen Beinen immer noch, dass etwas an Regeneration der letzten Tage aufzuholen ist – somit will ich am Folgetag erst einmal noch einen Ruhetag einplanen. Auch sind am Tagebuch und bei den Bildern noch viele Dínge nach zu tragen usw......

Auch zu unserem abendlichen Treff am Hotel-PC zwinge ich mich mal noch deutlich vor Mitternacht das Weite zu suchen..., irgendwie bin ich doch schon 10 Wochen in Südamerika unterwegs und man sollte doch ab und an paar Ruhepausen mit einlegen......

 

 

Samstag, 9. Januar - Ruhetag in Tupiza

Es werden die neuesten Bilder hochgeladen, dasTagebuch vervollständigt und eben all die laufend anfallenden Arbeiten mit erledigt. Auch wenigstens mal eine Stunde zum Relaxen am Hotelpool bleibt mit übrig.....

 

 

Sonntag, 10 Januar – Tagestour mit Mario nach Norden raus entlang der Eisenbahn in Richtung Oploca/Torrewayko 

Wir starten früh und können am nördlichen Ortsrand noch beobachten, was eigentlich das letzte Hochwasser hier für Schäden hinterlassen hatte.

(Sicherlich von letzter Woche als ich in Almona war!) Die kleine Eisenbahnbrücke am Sillar war gänzlich zerstört – erstaunlicherweise waren aber auch am Sonntag viele Leute damit beschäftigt dort das Ganze wiederherzustellen. Auf welchem Niveau, das zeigen meine Bilder....., ein Fundus für Eisenbahn-Nostalgiker..! Was dann die ebenfalls mit nicht weniger drastischem Ausmaß der von der Quebrada Palala fast ungebremst herab geschossenen Wassermassen angerichtet haben, sehen wir dann als weggerissene Mauer, zusammengestürzte Hütten und plattgewalzte Maisfelder auftauchen. Schon 1 Woche gab es hier auch keine Trinkwasserversorgung mehr! Die kausalen Zusammenhänge der immer weniger zu bändigenden Fluten mit dem vielen Geröll von den Bergen scheinen die Menschen hier nicht zu begreifen. Immer weiter wird oben in den Hochtälern die die restliche Bodenstruktur schützende Vegetation abgeholzt. Sowohl die großen Kandelaberkakteen sind fast gänzlich dort verschwunden, als auch die sogen. „Churku-Sträucher“. Letztere für Feuerholz, unsere Kakteen für Bauholz, Kunstgewerbe oder auch oft aus Vernichtungswahn, diese könnten den Tieren schaden.....! Die Erosion hat inzwischen hier für den Menschen unbeherrschbare Ausmaße angenommen und immer noch reagieren auch die Verantwortlichen der regionalen und überregionalen Verwaltung mit dilettantischen Gegenmaßnahmen. Eigentlich ein Lehrbeispiel wie der Mensch immer noch seine Umwelt planmäßig weiter zerstört und unseren Planeten unbewohnbar machen kann. Der kurzfristige kleine lächerliche Profit aus Kakteenholzverkauf oder Holzkohlegewinnung muß schon jetzt zigfach teuer von fast ohnmächtig wirkenden Schadensabwendungen und Behebungen bezahlt werden..., da hilft auch keine Argumentation mit Klimaveränderung usw....., in früheren Zeiten hat das abfließende Wasser nicht annähernd solche Schäden verursachen können weil die natürliche Vegetation dies kompensiert hat. (Denke ich an Lawinenverbaumaßnahmen in den europäischen Alpen oder Kanalisierung unserer Gewässer bis hin zum Einsatz von Gabionenverbau (den Export Letzterer hierher habe ich auch schon beobachtet!!) dann ist für Optimismus kaum noch ein Platz geblieben.

Auf alle Fälle möchte ich mit einigen Bildern dieser Tage hier in den nächsten Vorträgen auch für dieses Thema versuchen ein paar Menschen dazu aufzurütteln..., manchmal kommt es mir vor es ist schon lange zu spät...........

Daß natürlich auch noch fast intakte Bergregionen zu finden sind, können wir dann im weiteren Verlauf unser Tour im Tal des Rio Tupiza in Richtung Oploca hoch beobachten. Dabei entstehen genügend aussagefähige schöne Landschaftsaufnahmen, von denen einige in den webalben zu finden sind. Besonders im Aufstieg zur Einsattelung hoch zum „Torrewayko“ geht die doch wesentlich unberührtere Landschaft in urwaldähnliche Verhältnisse über. Selten hat der Mensch hier Spuren hinterlassen. Die riesigen Kandelaber von Trichocereus tacaquirensis und T. werdermannianus, auch die großen Oreocereus maximus, erreichen alle ein biblisches Alter und man kann beobachten, wie diese dann oft nach Jahrhunderten im natürlichen Lauf der Dinge umstürzen, in viel Teile zerschellen, diese jedoch gerade beim tacaricensis oft schon aus einem Sproß mehre Nachkommen sprießen lassen. Damit wird mit den vielen Nachkommen sofort am Boden mit natürlicher Verjüngung – vegetativ-

ein Fortbestand der Art als auch eine Stabilisierung der Bodenoberfläche gewährleistet. Natürlich bedeutet das für den Menschen zum einen eine eingeschränkte und erschwerte Bewegungsfreiheit, zum anderen natürlich auch für die Viehnomadenwirtschaft mit vorwiegend Ziegen weniger geeignete Flächen. Trotzdem kann ich mit Sicherheit sagen, daß der Erhalt dieser Lebensräume hier oben mit seiner Schutzfunktion nachhaltig den Menschen unten in den Tälern auch rein ökonomisch gesehen, wesentlich mehr Ertrag dort bringt als es jetzt schon ist. Auch könnte auf die aufwendige und so unwirtschaftliche Beweidung hier oben im Wesentlichen verzichtet werde. Der gesicherte Mehrertrag in den durch einen nartürlich regulierten Wasserhaushalt aus den Bergregionen geschützten Täler hier am Rio Tupiza, San Juan del Oro usw. würde dies in sehr vernünftiger Weise kompensieren und nachhaltig bestätigen. So berichtete mir eine Campesina beim Ziegenmelken u.a., daß eine Ziege hier aus der Gebirgsvieweide max. 1 Liter Milch pro Tag liefere... und das zu welchem Preis muss man sehen.........!

Auch eine von den hier oben unverschont gebliebenen Pflazenbeständen profitierende Tierwelt ist zu bemerken. Die Vogelwelt hat Lebensräume zur Verfügung und es werden unsere Kakteenfrüchte als besondere Leckerbissen konsumiert wie wir recht oft beobachten können.

Daß eben aber auch die natürlich hier angesiedelten größeren Tiere die Umwelt kaum schädigen, bestätigt die Feststellung beim Freßverhalten.

Es ist bekannt, daß die Hochlandkamele wie Guanaco, Vicuna aber wohl auch schon das Alpaca die Gräser nicht abreißen, sondern durch ihre besondere Gebißform so über dem Boden abschneiden, daß ein Nachwachsen zweifelsfrei möglich ist. Die vom Mensch jetzt hier in riesigen Herden hierher gebrachten umher streifenden Ziegen reißen i.d. R. jedoch nur ab. Besonders Jungaustrieb usw. sind besonders nachhaltig zerstört oder geschädigt. Man bezeichnet scherzhafterweise die Ziegen auch als Wüstenmaschinen.....

Die Landschaftskulisse wird im weiteren Aufstieg zum Sattel zwischen Oploca und Torrewayko durch immer schönere teils auch filigranere Felsformationen bereichert. Mario kennt dabei die lohnenden Ausssichtspunkte zum Fotografieren. Bei ca. 3600mNN ist der Sattel erreicht und wir können nach Süden bis zum Sillar schauen. Zeit für etwas Rast, die Mittagszeit war schon längst vorbei. Der Abstieg ins Tal der Quebrada Palala ist teils auf einer alten Straße noch relativ gut zu gehen. Später im Talsohlenbereich mit den Erosionsgeröllen und den entsprechenden Schäden, strengt das alles wieder mehr an. Die dann linkerhand am Horizont stehenden „Schlösser“ sind im abendlichen Licht nochmals sehr verlockende Motive. Der restliche Weg in der Quebrada zurück ist vor allem nochmals „Anschauungsunterricht“ zur Demonstration der Gewalt des fließenden Wassers..........., abschreckende Beispiele gibt es eigentlich längst genügend........!!!

 

Montag, 11. Januar Tagesausflug zum Gebiet des „El Sillar“

Natürlich wieder zu zweit starten wir …., diesmal gleich im Tal der Quebr. Palala aufwärtsgehend. ...und schon wieder sind „fleissige“ Leute beim Schlagen der Churkis beschäftigt. Ich denke langsam darüber nach für die Verwaltungsbehörden in Tupiza eine Bilderdemo zu gestalten, welche ihnen die Ursachen und Wirkungen der jüngsten Hochwasserschäden eindringlich aufzeigt......, Mario wird sicherlich auch gerne dazu mit seinen Erfahrungen und Bildmaterialien beitragen – zumal er für die Leute hier in Tupiza ohnehin schon kein ganz unbeschriebenes Blatt mehr ist.

Wir lassen die schlimmsten Abschnitte bald hinter uns und haben inzwischen schon im vormittäglichen Licht gute Sicht in Richtung Sillar mit seiner einmalig schönen Farbkonstellation. Auch gesellen sich ab und an ein paar Alpacas dazu, als wären sie bestellt gewesen, als Bildvordergrund für uns natürlich sehr schön! Spuckattacken bleiben aber heute aus, ich halte den entsprechenden Abstand ein.

Dann berichtet Mario auch von einer exzentrisch gewachsenen Säule bei Trichocereus tarijensis. Diese steht dann wie ein Eingangswächter am wunderschönen Seitental mit den rotesten Felsformationen,die ich je gesehen habe. Klar das wir hier länger bleiben. Natürlich dokumentiere ich zuerst, soweit ich herankomme den „Hammer“ von Kaktus. Leider hindern dichte Churkisträucher das Herantreten. Eine zweigeteilte Cristatausbildung in ca. 5 Meter Höhe, es scheint sogar als hätte es einzelne Blüten gegeben. Die anschliessendene roten Türme und Wände haben in der Mittagszeit erstaunlich viel Licht abbekommen, wir können fast ungehindert fotografieren. Im Gegenüber, das eigentliche Sillar mit den lehmig braunen Formationen, hier kommt das Licht nicht so zur Wirkung um diese Zeit und von diesem Ort – ich hoffe dann auf den Aufstieg und die Vogelperspektive. Gute 5-600 Höhenmeter sind jetzt zu leisten um die Einsattelung oben am Sillar zu erreichen. Wir nehmen eine Direktroute und da geht es bei zügigem Steigen recht schnell. Es wird zunehmend weniger Sonne, die Temperatur fällt auf fast 20 ° C runter, so ist alles weniger schweisstreibend als erwartet. Die Vegetation verändert sich zunehmend. Zuerst Parodia und Cleistocactus dazu, dann auch ab 3700m schon erste Oreo trollii. Später folgen auch schon kleine Lobivien – wir haben richtige Hochgebirgsregion erreicht. Nur die Sonne macht sich rar. Es fehlt das Licht für gute Bilder. Auch der Blick zurück auf die zur Mittagszeit noch so leuchtenden Berge ist leicht traurig geworden. Ich gehe anfangs noch mit Mario bis nahe der 4000-er Grenze, erkunde etwas die Lobivienhabitate, jedoch keine Blüher, recht viel Staub und sehr trocken. Es ist schon nach 16 Uhr und reichlich 18 km Rückweg stehen noch an, dazu zeigen sich immer wieder auch Gewitter am Horizont. Für mich steht fest ich gehe langsam zurück – Mario ist immer noch nicht zu bremsen, er steigt noch weiter in die flachere Gipfelregion auf. Auch unten am Sattel des Sillar warte ich vergebens auf etwas Sonnenschein für ein paar klassische Blder hier, als auch auf Mario, der es ganz oben noch wissen will. Ich hatte ihm schon vorher signalisiert dann irgendwann eher zurückzugehen..., es bietet sich dann auch eine Mitfahrgelegenheit und so komme ich dann doch fast ausgeruht in Tupiza schon um 18 Uhr an.

 

                            El Sillar westlich von Tupiza 

 

Dienstag, 12. Januar Vorbereitung zur 2. Zelttour von Tupiza aus

Einiges an Equipment ist zu vervollständigen, besonders die Lebensmittel für 4 Tage sind entsprechend einzuholen. Weiterhin ein paar Bilder der letzten Tage kommen in ein neues webalbum entsprechend ins web.

Leider klappt es nicht mit der Tagebuchwebsite, hier ist das web z.Zt. in Tupiza einfach viel zu langsam, obwohl ich 2 Tage lang schon Anlauf genommen hatte........; der Ladevorgang wird dann jedes mal geblockt!

Mittwoch, 13. Januar Aufbruch in die Region der Laguna Agua y Castilla mit dem Zelt

Im Hotel und bei Mario (er hat für solch eine Tour leider keine Ambitionen.......)hinterlasse ich paar Angaben, damit man informiert ist, falls ich doch länger wegbleiben sollte.....

Am Terminal komme ich wieder, wie auch in den letzten Jahren, am Vormittag nicht mit weg. Also schnell entschlossen ein Taxi ausgehandelt, welches mich dann umgehend die ca. 20 km nördlich raus auf der Routa nach Potosi bis zur Estancia Choroma bringt. Es geht wieder in der mir bekannten Quebrada Chucunu aufwärts. Hier hatte ich im letzten Jahr die Zelttour von der Laguna zurück beendet. Ich will mir zuerst noch einmal die große Cristate von Trichocereus tarijensis mit ansehen. 

Paar Bilder, leider keine Blüten, wenigstens aber die Dokumentation um einen Vergleich zu Veränderungen seit dem letzten Jahr zu haben. Dann bei inzwischen straffer Sonneneinstrahlung forciert im Tempo aufwärts, vorbei an der verlassenen Mine Sajonia (offener Schacht-sehr gefährlich!!) in den Bergsattel zwischen Laguna und Bergmassiv von C. Tolonias/Colorada. Diesmal gleich weiter westlich bleibend, treffe ich auch wieder auf Weingartis fidaiana, die vielen Parodia maassii und einzelne der schönen Cumulopuntia rossiana, jedoch bei weitem nicht so intensiv blühend wie letztes Jahr.

Nun habe ich schon die Ausssicht rüber zur Laguna, damit ist der Weg nur noch halb so schlimm. Unten im Haupttal plane ich das Mittage ein. Der alte Quellschacht mit Überlauf ist verschlossen und läuft nicht mehr. Jedoch schon ca. 100 m abwärts im Tal finde ich erneut Wasser, das mir geeignet zum Kochen erscheint. Ein Süppchen sollte schon drin sein. Der Aufstieg zur Laguna hoch zieht sich zwar sehr lang, doch gegen halb drei bin ich am großen Quellschacht in der abschüssigen Wiese. Da hier permanent recht ordentlich viel sauberes Wasser am Überlauf zur Verfügung steht, gibt es keinen Zweifel hier den Lagerplatz festzulegen – auch die einzige Estancia weit und breit weiter unten dürfte mit mir keine Probleme haben, ich hole mir deren Zustimmung noch am Abend im Nachgang ein!

Zeit für einen Kaffee auf die Schnelle und dann nutze ich den Rest des Nachmittages um noch südlich der Laguna das mir großteils schon bekannte Gelände weiter zu erkunden. Wenigstens die Weingartia fidaiana hoffe ich einmal in Blüte anzutreffen, dafür bin ich jedoch sicher ca. 4 Wochen zu spät, wie es die Blütenreste und wenigen Früchte verraten. Auch meine Cleistocactuscristate finde ich ohne die GPS-Koordinaten nicht mehr. Viel passiert nicht mehr hier was Erwähnung bedarf. Also dann am Zelt die Vorbereitung für die 1. Nacht...., erwartungsgemäß treffen kurz vor der Dämmerung die Lamas der Campesinos ein. Alles soweit o.k., ich kann hier bleiben. Die einsetzende Nacht kann ich ohne Gewitterregen mit etwas Glück erleben, eigentlich seit Tagen schon einmal eine Ausnahme.

 

Donnerstag, 14. Januar Erkundung des östlichen Geländes im Seitental aufwärts

Die Nacht verläuft ganz ruhig, auch der steife Wind vom Nachmittag hat sich gelegt, dafür klart es ganz auf und die Temperaturen sinken hier in 3500mNN doch ganz schön.

Übrigens der nächtliche südliche Sternhimmel, so wie ich ihn hier abseits jeglichen künstlichen Lichtes erleben durfte, ist schon allein ein Erlebnis der Extraklasse. Soviele Sterne meine ich noch nie gesehen zu haben, auch vor allem noch in Horizontnähe, das ist mir besonders aufgefallen.

Zwar geht mit dem klaren Himmel eine starke Abkühlung einher in solchen Höhen, doch man sollte sich dafür einfach einmal richtig dazu vorbereiten, um auch das mit dem entsprechenden Fotoequipment aufzunehemen.

Ich mache am Morgen ein paar entsprechende Temperaturessungen an der neben meinem Zelt angesiedelten Haufenpopuntia bioliviensis. Erwartungsgemäß die Kerntemperatur in dem Sproßhaufen liegt um gut 5-8 grd. höher las die morgendliche Luftumgebungstemperatur. Frühstück neuerdings auch mit Cornflakes, die Argentinier bieten diese jetzt in Bolivien auch mit an.

Ich breche dann unten von der Estancia nach Osten im Seitental entlang auf. Noch weiden hier die Lamas und Alpakas, ich kann ein paar gute Fotos schießen. Relativ lange geht es im üblichen Schotterbett leicht bergauf. An den Hangrändern halte ich im Schiefer wieder vergebens Ausschau nach Blossfeldia u.ä.

Lediglich ein Tarijensis beglückt mich mit fast reifen Früchten. Endlich das erste mal, daß ich diese in diesem Zustand so antreffe. Auch Wildkartoffeln gesellen sich permanent im Talschotter als auch an den Hangrändern

zur Begleitvegetation hinzu. Die Regenzeit scheint hier jedesmal einen regelrechten Boom auszulösen, denn es ist ersichtlich,´daß es sich um generative Vermehrung handelt, es sind alles Sälingspflanzen. Ein paar davon haben schon vor dem Blühstadium doch schon kleine Knollen gebildet für eine schöne Dokumentation.

Im engeren oberen Talabschnitt, ich dürfte hier die 3700mNN erreicht haben, gesellen sich viele Polylepis taracapana (boliv. Papierbaum) hinzu. Es sind erstaunlich dicke und somit wohl uralte Ex., die ich hier antreffe. Dann endlich auch etwas Trinkwasser, worauf ich hier spekuliert hatte. Jedoch nicht im Talsohlenbereich austretend diesmal, es kommt seitlich aus einer auch ausgezeichneten Hangquelle, dafür eben auch noch weniger kontaminationsgefährdet wie ansonsten im Tal durch die immer umherstreichenden Weidetiere.

Es wird Zeit seitlich nun aus dem Tal auszusteigen, jedoch waren alle Abschnitte bisher zu steil. Dann rechterhand ein Felsriff, welches nicht so steil beginnt und auch weiter aufwärts gut zu begehen schien. Schon nach den ersten Metern erweist es sich als kleines Biotop. Ich finde Miniportiulaceae, eine große weissblühende Asteraceae (sehr selten-neu!), ja und wie gewünscht auch schon gleich ein paar kleine Sulcorebutien. Diese stark an S. Rauschii erninnernd – aber vorerst o. Bl. ist es sehr schwer was zu sagen.

Weiter im Aufstieg viel Parodia maassii und auch die kleine blaue Iris.(exakt Trimesia)

Dann leuchten zwischen den locker stehenden Sennasträuchern natürlich immer wieder die vielen blühenden winzigen dicht am Boden klebenden Hypseocharis pimpinellifolia auch noch neue kleine Kakteenblüten. Es sind die kleinen Sulcos, die hier mit ihren relativ großen roten Blüten aus dem Erdboden schauen und damit auch leicht zu orten sind. Welch ein Jubel, es bleibt auch nicht bei paar einzelnen, immer wieder im weiteren Aufstieg werde ich fündig und kann etliches ablichten. Auch in Kombination als besserer Größenvergleich mit Parodia und Lobivia. Nur schade am Horizonzt ziehen schon Gewitter auf. Zwar habe ich sehr viel inzwischen vom Bergrücken abgelaufen und dokumentiert, doch nach ganz oben kann ich vernünftigerweise bei dem Wetter jetzt nicht mehr.

Immerhin ist mir dann im Multihabitat dann auch noch das Auffinden einer ersten Cristate von Parodia maassii vergönnt. Leider kein Sa., doch gut zu dokumentieren , da leicht zugänglich.

Auch an Zwiebelgewächsen ist etliches im felsigen Riff auffindbar, für näheres Untersuchen ( zum Freigraben ) fehlt dann doch die Zeit........-

Etwas abrupt endet dann doch meine Visite hier, ich war aber sehr froh so schnell und ausgiebig fündig gworden zu sein. Im Abstieg runter ins Haupttal erste Tropfen vom Regen, ich werfe sofort mein Cape über und versuche weg vom Berg in Richtun Zeltstandort zu kommen. Trotz heftiger Blitze und sehr dunkler Wolken verschont mich stärkerer Regen, ich komme gerade so in leichtem Landregen 1 Std lang gut vorwärts und verlasse das stärkere Niederschlagszentrum weiter oben am Berg.

Am Zelt angekommen lichte sich der Himmel ganz auf und schon nach ½ Std. kann ich mein aufgeschobenes Mittagessen hier nachholen.

Etwas schade, denn ich ich hättegern dort am Berg noch 1-2 Std mehr verbracht. Nun nutze ich am Nachmittag die restlliche Zeit etwas nördlich vom Zelt das Gelände zur Laguna hin noch anzuschauen, jedoch keine neuen Dinge hier. Die paar Flamingos in der Lagune lassen mir auch wenig Chancen gute Bilder zu machen, dafür sind sie einfach zu weit weg.

Wenigstens kann ich am Abend noch all meine angefallenen Samenpositionen aufarbeiten und vernünftig auch bildlich dokumentieren. Es bleibt dabei auch etwas Zeit um ganz einfach nur die Ruhe und Schönheit der abgelegenen Gegend hier draussen an der Laguna zu geniessen................,

die nächsten 2 Tage sollten auch noch einmal sehr anstrengend werden!

 

Freitag, 15. Januar Weiter nach Norden hinter die Laguna in den Bergsattel zwischen den Zwillingsbergen und dem markanten Cerro ….........................

Ruhig und sternenklar vergeht die Nacht hier oben, wenn es auch zum Morgen hin kalt wird. Man freut sich auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und damit kommt wieder voll Leben in den etwas vom Liegen auf dem harten Untergrund steifen Körper. So innerhalb 40 Min werden die langen Sachen abgelegt und die kurzen Hosen wieder erforderlich, ebenso ist sofort Sonnenschutz aufzutragen. Das Früstück bringt mich endgültig wieder in Tagesform, es gibt im Prinzip nie einen Tag an dem es früh nicht ohne Sonnenschein los geht.

Heute habe ich vor Umzusetzen und muß alles abbauen. Gegen 9:30 Uhr kann ich abmaschieren. Hoch zur Laguna kurz und dann an der Ostseite tangierend zum Nordrand. Der ist steppenartig ausgeweitet mit viel niederem Strauchwerk bestanden. Die Uferzone der Laguna ist z.Zt. weit durch fehlendes Wasser zurückgegangen. Im Strauchwerk tauchen ab und an relativ große rebhuhnartige Laufvögel auf. Ein paar Fotos gelingen nur aus großer Entfernuing, wie schon am 1. Tag hier.

Die weiter mordwestlich an der Bergflanke der Zwillingsberge stattlichen Oreocereuswälder locken mich an und ich gehe diesen kleinen Umweg. Völlig unberührt hier das Ganze, sehr vitale und besonders intensiv behaarte, als auch extrem stark bedornte Exemplare, wovon ich Samen differenziert aufsammle. Die behaarte Species könnte einem mex. Cephalocereus senilis fast ganz gleichen, da auch die Dornen weit im Haarkleid verdeckt sind. Extrem das Gegenteil die „fa. rubra“,

ich benenne diese erst mal so, eine Bedornung die fast tödlich wirken könnte bei einem passenden Sturz.....Mal sehen wie sich diese Species im Vergleich in Kulturt entwickeln werden.

Leider führt die kleine Rinne unten in der weiten flachen Talebene nach Norden keinerlei Wasser. Ich steige dann immer weiter nach Norden an, um dem von mir auserwählten Ziel, dem markanten großen Cerro.................... näher zu kommen. Im Sattel zwischen beiden Bergmassiven kann ich eine brauchbare gerade Stelle zum Zeltaufschlagen finden. Ein mächtiger Oreocereus flankiert dabei meinen Lagerplatz und bietet etwas mehr Geborgenheit.

Bei Aufstellen meines Zeltes dann die böse Überraschung: es brechen 2 Glasfieberstäbe an den Verbindern so, daß ich befürchten muß, ich könnte kaum noch eine Nacht mit dem Zelt verbringen.

Doch ich habe noch etwas straffes Gewebeklebeband im Kakteenzubehör und kann die Zeltstäbe provisorisch so bandagieren, daß zumindest das Aufstellen erst einmal noch möglich ist, wenn auch die ursprüngliche Form des Kuppelzeltes stark abweicht und Instabilität mich etwas ängstlich macht, vor allem sobald ein Windstoß kommt.

Ich beschieße jetzt doch erst einmal den verlockenden Cerro zu besteigen, sollte das Zelt diese paar Stunden weiter so stabil bleiben, dann die Nacht damit zu riskieren.

Kurz noch das Mittagssüppchen und gegen halb zwei bin ich unterwegs. Ich muß steil bergauf am ersten Hausberg, überschreite dann nordwestlich unzählige viele Seitentäler mit lästigem Dornengebüsch und Lomavegetation wie Polylepis taracapana. Einzelne Loboivien (eine auch mal mit gelber Blüte!) und dann nach sehr straffem Tempo – fast im OL-Laufstil- komme ich rüber an den Hochsattel zum Cerro, der mir seinen ca. 3850mNN schon Llareta und andere Hochgebirgspflanzen aufweist. Der Wind geht hier mächtig zur Sache, ich muß aufpassen nicht in die steile Nordflanke hinabgeweht zu werden. Dort übrigens ein massiver Felssturz noch erkennbar.

Die letzten Meter hoch zum Gipfel sind von wieder üppiger Vegetation gekennzeichnet. Von riesigen verblühten Puyas, über T. tarijensis, Oreos max., mir unbekannte gelbblühende irisartige Blumen bis hin zu Wildkartoffelpflanzen ist alles vertreten.

Das Gestein wechselt zum Gipfel hin zu Granit und ich sehe dann im Gipfelplateaubereich auch die wesentlich kleineren Oreoc. trollii. So dichte Vegetation hatte ich hier nie erwartet, immerhin bin ich knapp an der 4000-tausender Marke. Schon gleich an der 3. oder 4. Pflanze von O. trollii entdecke ich eine „forma cristata“ in riesiger Ausführung. Der Trieb über 1 Meter land niederliegend

und am Ende die auffächernde Kammform mir sehr dichter anliegender Behaarung. Ich denke zuerst es handelt sich um einen toten Trieb, doch als ich auch noch Früchte am Kamm entdecke ist dies schon ein unerwarteter fast sensationeller Fund für mich. Meine erste Cristate von Oreocereus!

Natürlich dokumentiere ich ausführlich, vermesse usw....., dann kann ich auch noch im Basisbereich der Pflanze eine blühende kleine Solanum silvestre vorfinden und mit aufs Bild bringen. Noch viele weitere sehr vitale Oreros befinden sich hier oben im Gipfelbereich. Auch Parodia maassii, sowie die großen Puya. Leider sind die verblühten Exemplare noch zu früh dran um Samen der reif ist zu tragen. Jedoch als Fotomotiv mit dem tiefblauen Himmel als Hindergrund ein echter Renner.

Auch einzelne versprengte T. tarijensis sind hier noch in dieser Höhe anzutreffen. Sogar reife Früchte kann ich auffinden!

Zum Abstieg wähle ich die Route weiter nördlich auf dem Bergrücken, zwar etwas länger, jedoch ohne Talquerungen und am Ende viel angenehmer. Ich stoße auf eine blühende kleine Cumulopuntia rossiana , sind doch hier Einzelgänger.

Etwas „Brauchwasser“ kann ich im Abstieg für die Füße am Abend noch mitnehmen.....

Noch rechtzeitig im Hellen erreiche ich mein Zelt, das sich tapfer gehalten hat – ich werde also hier bleiben die letzte Nacht. Zwar macht mir auffrischender Wind zur Nacht hin viel Kopfschmerzen wenn ich mein Zelt flattern sehe, jedoch irgendwann in der Nacht beruhigt es sich etwas und auch ich finde etwas Schlaf. Der so erfolgreiche Tag am Cerro hat mich dann auch müde und sehr zufrieden gestimmt!

 

Samstag, 16. Januar Abstieg über die Nordseite und weiter westwärts nach Salo zum Bus

Etwas froh bin ich schon als endlich gegen 5 Uhr die Dämmerung einsetzt und ich alles überstanden habe. Hätte es etwa wie in den vorangegangenen Tage massiv geregnet...., nicht auszudenken dann hier oben mit dem labilen Zelt.

Ordentliches Früstück mit meinen für 4 Tage durchkalkulierten Vorräten und ich will zusätzlich noch den westlichen kleinen Hausberg kurz mit erkunden. Die knapp 200 Hm sind schnell erstiegen, wenn auch das rollige Gesteinsmaterial etwas beschwerlich ist. Neben den dominierenden Parodias ist kaum was zu nennen. Die vermuteten Zwergkakteen bleiben aus, diese bevorzugen doch lieber schiefriges Gestein, wenn auch die Höhenlage hier mit 3700mNN eigentlich gut gepasst hätte.

Somit dann Aufbruch. Im nordwärts und zugleich abwärts führenden Taleinschnitt gehe ich los. Immer noch stehen linkerhand (westlich am Hausberg) massive Oreoceuswälder. Kaum 150 Meter vom Zeltplatz weg, erkenne ich eine Besonderheit. Dort eine kräftige Cristate. Soweit hatte ich am Vorabend nicht mehr erkundet. Die Pflanze mit mind. 3 Trieben in Kammform hat Mannshöhe und ist damit sehr gut zu dokumentieren. Sehr verschiedene Kammausbildung, es ist erstaunlich wie diese sich so unterscheiden. Auch von dem kürzesten Trieb gelingt eine Draufsicht als Bild. Nun hatte ich schon so viele Jahre so viele tausende Oreo max. gesehen, an eine Cristate war dort nie zu denken. Ja und gestern erst die Cristate von trollii. Welch Glücksumstand, da hatte ich wirklich hier einen gute Wahl getroffen.

Die Zeitverzögerung im Abstieg nehme ich gerne hin. Es wird nun schwieriger den Spuren im Abstieg zu folgen. In der Talrinne erste Wasseranzeichen. Der letzte Teil zur Hauptquebrada die nach Westen hinab führt ist fast schon zu klettern, doch dort erkenne ich schon etwas fließendes Wasser, wie ich es auch vermutet hatte. (Hatten doch am Vortag die 2 Cowboys die ich traf behauptet, hier gäbe es kein Wasser in der Nähe!!!)

Nun will ich hier gleich für das Mittagessen rasten. Zwar sind hier erstaunlicherweise wieder paar Kühe in die Quebrada hineingekommen, ich steige also so weit auf, um sicherer zu sein, daß nicht zuviel kontaminiert ist......

Zwar fehlt es mittags permanent an Schatten (die Sonne steht absolut im Zenit), doch mit etwas frischem Wasser ist es halb so schlimm.

Ich braucher meine letzten Essenvorräte auf. Es gibt die „Camote“ Süßkartoffel und eine Dose Würstchen hatte ich noch. Als hätte ich es gewuß mit dem reichlichen Mittag, mir steht dann noch ein langwieriger harter Abstieg bevor, der mich fast an meine Grenzen bringt.

Zuvor sammle ich noch eine Riesenfrucht vom T. tacaquirensis auf, welche Sa. in Hülle und Fülle liefert.

Anfangs zwischen kleinen Kaskaden abwärts geht es vernünftig und einfach. Ab und an auch erste kleine Kletterstellen. Der große Rucksack und die Mitttagshitze erschweren das Ganze jedoch schon etwas. Nun kommen aber größere Geländestufen im Canyon dazu. Als ich dann nicht einmal mehr den unteren Bereich eines Wasserfalles sehen kann, wird es ernst. Die seitliche Umgehung ist nur abgebrochenes abgerutschtes viel zu gefährliche Gelände. Weitere Alternativen gibt es nicht, es sei denn ich kehre um und gehe mind. 1-2 Tag um.....

Also erste Erkundung ohne Rucksack. Die erste Abstiegsstufe scheint zu gehen, dort vom Zwischen- podest muß dann für den letzten 10 Meter -Teil Rat werden. Auf der Wasserseite, wenn es auch nur rinnsalmäßig viel Wasser dort ist, kann man im rutschigen Bereich niemals gehen. Der Mittelteil auch zu brüchig. Also dazwischen scheint es grade noch machbar. Paar Meter nach unten gewinne ich wieder. Doch dann ist es absolut zu gefährlich. Ich schätze mal auf Schwierigkeitsgrad 5 der sächs. Skala, dazu das Gepäck und brüchiger Fels......

Nun der Gedanke erst einmal den Rucksack abzuseilen....., der Strick aus dem Rucksach reicht auch doppelt genommen!!! So klettert es sich wesentlich unbeschwerter, der Saucony-Schuh ist ohnehin fast ein Modell fürs Bergsteigen. Leicht hangelnd, schnell die morschen Felspassagen übergehend komme ich weiter nach unten. Die letzten Meter als nichts mehr geht, muß ich an den seitlichen Hang mit feinem Schutt springen – da gibt es nicht mehr viel zu überlegen, sonst hätte es mich aus der Wand gedreht oder mit den abstürzenden Felsbrocken schlimmer erwischt. Fast federweich lande ich im Hangschutt, auch das nimmt der Schuh gut weg. Nun war dies ein Abschnitt von dem im kaum Fotos mehr angefertigt habe, nur im Nachgang hole ich die Kamera wieder hervor und lichte die zurückgelassene Wand ab. Doch auch hier unten im engen Tal scheint es noch nicht aller Tage Abend zu sein, ich glaube es könnten noch mehr solcher Abschnitte kommen oder ich befürchte fast, es könnte eine Falle sein die mich vor noch größere Hindernisse stellen könnte.

Zwar tun sich noch einige Abstiege im Klamm auf, jedoch die Dimension bleibt geringer als gerade bewältigt. Nach und nach weitet sich das Tal. Langsam kommt der Puls vor etwas Aufregung doch wieder herunter, wäre mir hier was zugestoßen, ….na ja aber ich hatte keine Fehleinschätzung der ganzen Situation begangen. Sicherlich sind nach so vielen Wochen Aufenthalt hier in Südamerika auch alle physisch-motorischen Bewegungszustände wie in einer Hochleistungstainingsphase in einem so guten Zustand, daß man sich ohne zu überschätzen doch wesentlich mehr zutrauen kann als es vielleicht die ersten paar Tage nach der Ankunft hier ist. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit usw. haben sich seit Wochen so gut weiterentwickelt, daß man die Belastbarkeit immer weiter hinausschieben kann..............

Im weiteren Abstieg im Tal wird das Vegetationsbild von zunehmend viel T. tacaquirensis besonders am südlichen Hang zu den Zwillingsbergen gekennzeichnet, Hier treten ganze dichte Wälder auf, so extrem im Bestand, wie ich es noch nie gesehen hatte und das dokumentiure ich ebenfalls. Auch von den typischen roten Erosionsgeröllen wie sie um Tupiza zu finden sind, kann man mit etlichen Türmen und Schluchten einen Abschnitt zwischendrin bestaunen. Lange zieht sich zwar noch der Weg bis hinab nach Salo, die Sonne brennt voll herab, die vielen Churkisträucher bieten jedoch kaum Schatten, man weicht ihnen lieber aus um nicht noch mehr Kratzte abzubekommen. Die Kehle ist fast abgeschnürt vor Durst bei der Hitze, der Weg führt auch noch westwärts gegen die Sonne. Gegen 16 Uhr erreiche ich die Strasse bach Tupiza. Noch bevor ich meine Trinkflasche hervorholen kann, kündigt eine große Staubwolke im Norden ein Fahrzeug an. Es folgen 2 Busse. Letzterer hält und ich bin schon kurz nach 17:30 Uhr zurück in Tupiza.

Mein Zimmer im Mitru ist schon reserviert, alles klappt bestens...., nur ist am Abend im Grilllokal kein Bier erhältlich zum großen „Asado de Tira“......, aber was macht das schon, mit meiner Tour war ich rundrum zufrieden und auch entsprechend erfolgreich zurückgekehrt!

Mario erscheint auch erst relativ spät am Abend von seiner Tagestour, jedoch noch zu einem ersten kleinen Austausch langt es auf alle Fälle.

 

Sonntag, 17. Januar - Ruhetag im Mitru

Sehr viele Dige sind aufzuarbeiten....., und aus dem Ruhetag wird auch wieder am Ende ein Arbeitstag. Die Rucksäcke müssen unter die Dusche, die Schuhe......, viele Pos. zur Feldnummernliste sind zu ergänzen, das Material dazu entsprechend aufzubereiten und noch z.T. im Nachgang mit zu dokumentieren, ….............................

 

 

Montag, 18 Januar - 2. Ruhetag im Mitru

Nicht nur physisch macht sich ein 2 Ruhetag nicht schlecht, auch alle anderen Dinge bedürfen noch mehr Zeit. Immerhin habe ich wieder an die 1000 Bilder von den 4 Tagen Zelttour mitgebracht, ich will was in's web stellen......, Tagebuch muß weitergeführt werden.............., ein Aufschieben will ich mir nicht leisten.

 

 

 

 

Diernstag, 19 Januar Erkundung eines neuen Habitates von Blossfeldia liliputana bei Tupiza

Von Mario erfahre ich am Sonntag, daß es auch südlich von Tupiza geeignetes Gelände für eine wahrscheinlich noch größere Blossfeldiapopulation gibt – er hat dort einige Exemplare aufgestöbert.

Also verlängere ich noch um einen Tag in Tupiza und mache mich dann am Morgen dorthin auf die Socken. Man kann zuerst einmal die Eisenbahn entlang bis fast hinunter an den Tunnel laufen. Die von M. ermittelten Koordinaten erleichtern mir natürlich das Ganze, zusätzlich haben wir auch vorher schon einen Blick auf die Karte geworfen. Ich muß dann aber noch ca. 1 km westlich in das Steilgelände hochsteigen. Es geht in völlig felsigen Trockenrinnen aufwärts. Man sollte schon entsprechend vorbereitet und mit dem Schuhwerk vor allem darauf eingestellt sein. Leider passt es immer noch lange nicht mit den Koordinaten, so muß ich nochmals absteigen dahinternd und den  nächsten Bergzug erneut angehen. Der schiefrige Fels deutet aber schon mehr darauf hin. Es passt inzwischen mit den Koordinaten, jedoch durch die Steilheit der Felswände, schwanken die Meßwerte oft um die 20-30 m, so dass ich etwas suche und herumklettere im brüchigen Fels. Doch dann nach und nach gesellen sich erste Blossfeldia dazu. Ich liege richtig und spüre dann doch auch ganze Gruppen davon auf. Besonders der brüchige Fels mit Überhängen in Rinnennähe, der gekennzeichnet ist von starker Verwitterung und auch Gesteinsabrieb scheint Blossfeldia anzuziehen. Das hätte ich so nicht vermutet. Da stehen ganze Kolonien an einem Überhang und werden wohl regelmäßig bei Niederschlägen fast mit abgespült, man sieht auch die angespülten feinen Steinabriebreste bzw. auch etwas Lehm und Humus. Schade, daß ich Gegenlicht dort zum Fotografieren habe und man auch oft aus der Kletterstellung heraus die Kamera halten muß, denn sonst wären hier noch bessere Bilder möglich gewesen. Trotzdem schätze ich am linken Überhang mindestens 150 Pflanzen gesehen zu haben. Auch an vielen anderen Stellen tritt hier noch B. auf.

 

So bin ich mit Herumklettern und Bilder machen gut 2 Std. Beschäftigt. Die Sonne bringt mich mächtig ins Schwitzen. Ich finde die Pflanzen in sehr unteschiedlichem Zustand vor. Von total vetrockneten Exemplaren bis zu recht vitalen großen Pflanzen, die auch Blütenansätze haben. Dies liegt auch vor allem an den sehr unteschiedlichen Standortbedingungen. Manchmal in eponierter Lage mit viel Sonne und kaum Wassserabfluß von oben und umgekehrt in moosigen kleinen geschützten Rinnen, die die Sonne auch weniger erreicht.

Abschließend mache ich auch noch paar Temperaturmessungen und bestimme den pH-Wert, der wieder bei leicht basisch liegt. Auch ein Trockenexempla das aus lockerem Gestein bricht, dokumentiere ich. Man sieht deutlich wie der unterirdische Wurzelteil mit Rübe doch noch längeres Weiterleben zu garantieren scheint.

Der Abstieg, den ich auf einer kürzeren Route wähle, wird aber zuletzt in der canyonartigen Rinne mit Steilstufen auch wieder zur Kletterpartie – also nichts für Sonntagsausflügler!

Habe auch davon Bilder, um beim Wiederauffinden das Ganze zu erleichtern.

Unten am Bewässerungskanal komme ich dann im Schatten noch zu meiner „Parillada“- hatte mir

am Morgen vom Mercado noch 1 Kilo „Asado de Tira“ migenommen und das war jetzt fällig.

(reichte auch gleich noch für die Abreise am Folgetag mit fertiggebraten!)

 

 

Mittwoch, 20 Januar - Abreise von Tupiza nach Uyuni

Ich habe den 10 Uhr Bus und so geht es in Ruhe am Morgen los. Kann mich von allen im Mitru noch

gut verabschieden, besonders mit Mario werde ich weiter viel in Kontakt bleiben.

Der Bus nach Uyuni über das staubige Minenstädtchen Atocha quält sich so 6 Stunden lang bis wir endlich halb fünf in Uyni sind. Erwartungsgemäß suche ich lange nach einer geeigneten Unterkunft. Alles ist wieder überteuert und sehr schäbig hier – wenn man da ans Mitru denkt......!

Im großen Residencial weiter hinten klappt es noch halbwegs und bleibt auch ruhig.

Abends auch noch Stromausfall, an Internet ist hier kaum zu denken. Auch das Wasser ist immer wieder rationiert, mit Mühe habe ich ne kalte Dusche für paar Minuten......, das ist Uyuni!!

 

 

Donnerstag, 21. Januar – Tour nach Osten raus an den Cerro Escara

Die Karte davon hatte ich ja schon auszugsweise von M. ausgedruckt bekommen. Das Gelände selbst auf früheren Reisen schon ins Auge gefasst beim Vorbeifahren.

Also starte ich recht optimistisch und ich ahne noch noch nicht, daß es diesmal wirklich hier entgegen in der Stadt, sehr erfolgreich werden wird.

Die ersten 2 Stunden laufe ich nur ostwärts hinaus zur Stadt in der Wüste, welche ja um und hinter Uyuni fast nur aus Müll besteht – ein Trauerspiel ohne Ende – da helfen auch noch so viele „Moralesverherrlichungen“ auf allen Wänden und Tafeln nichts!

Die letzte halbe Stunde vor Erreichen der Cordillere mit dem Berg Escara gelange ich in die leicht landwirtschaftlich genutzten Flächen des Quinoaanbaues. (Reismelde der Indianer) Ich kann diese Kultur hier unter den widrigen Bedingungen (es ist der Wüstenrandbereich mit fast nur Sand und auch noch ohne Bewässerungswasser!) etwas studieren. Man sät horstweise dutzende Pflanzen in Gruben und schützt mit etwas Strauchwerk leicht und irgendwie schafft es die Hälfte davon doch zu wachsen. Es sind teilweise bis 1 m hohe Büsche, die aus etlichen Pflanzen bestehen mit Abstand von bis zu einem Meter, was mich aber stutzig macht. Somit pfeift auch hier noch verdunstungs- verstärkend der Wüstenwind zwischen durch. Jedoch sehen die angetroffenen Pflanzen noch recht vital aus. Auch die Blütenansätze ab ca. 1m Höhe sind gut zu erkennen, auch in rot und anderen Farben, wie es halt bei Quinoa ist.

Doch dann, als sich das Gelände langsam von der Ebene der grossen Salzwüste um Uyuni erhebt und auch etwas steiniger wird, kommen zwischen den kleinen gerade blühenden „Heidesträuchern“ erste Kakteen. Es sind natürlich Cumulopuntia boliviana, ein mächtiger Tephrocactus und auch bald der von M. erwähnte winzige „Kleine“. Da in Blüte, nicht zu übersehen. Es ist wirklich eine winzige Opuntia(ACO wohl doch eher?) die sich hier findet. Mal sehen wer diese Exemplare bestimmen kann., etwas erinnert die Pflanze an „nigrispina“ ist jedoch dafür zu filigran und blüht auch nicht so intensiv markant dunkelrot.

Es gesellen sich massenhaft früchtetragende kleine Zwiebelgewächse hinzu. Schade die Blüten sind längst durch. Hier dokumentiere ich eine Ausgrabung.

Dann auch Samen vom massenhaft vorkommenden Tephrocactus.

Weiter tauchen jetzt schon sehr große Exemplare von Lobivia auf. Sie tragen extrem große Früchte.

Ich nasche natürlich auch davon – es gibt genügend! Leider ist die Blüte komplett schon lange durch.

Ich kann nun schon am Berghang des Cerro Escara die „Großen“ sehen. Natürlich ist es Trichocereus pascana und dann auch die weissen Flecken mit Oreocereus trollii.

Im weiteren Aufstieg komme ich in einen regelrechten Wald hinein, so dicht stehen alle Pflanzen hier. Es ist schon sehr viel Konzentration erforderlich, sich hier nicht an den vielen Pflanzen zu verletzen.7 verschiedene Species registriere ich hier zusammen. Die großen Trichos tragen alle reife, gerade aufplatzende Früchte. Diemal also ein Leichtes davon was zu gewinnen. Ich differenziere die stark rotbedornten Formen deutlich von der herkömmlichen Art mit weissen bis grauen Dornen. Rot sieht natürlich schöner aus. Ebenso verhält es sich beim Oreocereus – auch hier differenziere ich einen fa. rubra beim Samenaufsammeln. Es ist Hochsaison und alle tragen entsprechend viel an Früchten. So bin ich hier erst einmal lange beschäftigt. Dann noch eine Mittagsrast im Habitat mit bester Aussicht runter auf die große Salzpfanne nach Uyuni und weiter. Es hat auch jetzt genügend Sonne und somit nur beim Fotagrafieren schon leichte Probleme, daß es zu hell wird.

Die alten Trichoexemplare zeigen sehr häufig hier Altersschwäche durch die größere Trockenheit und neigen sich dann oft markant bogenförmig – ich dokumentiure es auch, denn so habe ich es noch nie gesehen!

Weier steige ich den Cerro Escara an, doch ganz hoch will ich nicht, es würde kaum was Neues erscheinen vermute ich, habe auch so schon extrem viel an Pflanzen gehabt, wie selten zuvor.

Kann noch eine Cumulopuntia mit auffalllend hellen durchsichtigen glasigen Dornen ausmachen, die ich ebenfalls mit untersuche. Könnte evtl. eine Var. von boliviana sein – mal schauen......

Da ich fast an die 4000m hoch bin, habe ich doch heute wieder eine ganz ordentliche Tour absolviert und merke es auch in den Knochen. Das viele konzentrierte Steigen im üppigen Kakteengelände ermüdet doch ganz schön! Somit schaue ich mich dann nicht zu spät unten an der Piste nach Potosi raus im Bergsattel nach einer Rückfahrgelegenheit mit um. Alle halbe Std. kommt

mal ein Fzg vorbei. Schließlich will ich ja noch am Abend weiter nach La Paz fahren.

Es klappt auch bald und gegen 4 Uhr am Nachmittag bin ich in der Stadt.

Kann noch warm! Duschen, gegen extra Entgelt ud sortiere meine Sachen reisefertig.

Habe noch Zeit was zu essen und auch im Internet was mit zu erledigen.

Um 20 Uhr geht mein Bus – na ja, das sind wieder die üblichen schäbigen Ratterkisten hier von Uyuni aus. Kalt wird es auch noch, muss das Fenster zubinden..., eben die üblichen Sauereien bei den Bolivianern. Auch noch Buswechsel in Oruro, nachts halb drei......, man läßt eigentlich keine Schikane aus. Da fragt man extra nach „directo“ und wird immer wieder planmäßig belogen......

 

Freitag, 22. Januar Ankunft in La Paz

Gegen 7 Uhr komme ich in La Paz an. Es herrscht gerade wieder einmal Ausnahmezustand, Evo läßt sich für weitere 5 Jahre bestätigen, dazu hat man für fast 1 Tag die komplette Innenstadt verkehrsfrei gehalten, schließlich muss ja sein Volk auch zum Jubeln präsent sein......

Ich fahre gleich mit Taxi oben rum ans Blanquita, doch dort ist schon voll. Also doch wieder ins Hostal „Andina“ und ich kriege sogar wieder das gleiche Zimmer wie 5 Wochen zuvor. So habe ich auch wieder WLAN und ich kann alles aufarbeiten. Diesmal funktioniert es sogar direkt schon im Zimmer! Duschen, bischen Früphstück nachholen – ich habe ja noch genügend am Mann vom Vortagsausflug in Uyuni und den Kaffee mache ich sowieso oft selbst.

Dann mal 1 Std. aufs Ohr gehauen und ich fliege schon wieder aus in die City, schliesslich muß ich die Weiterfahrt zur Grenze organisieren. Man empfiehlt vom Centro Cementerio mit Lokalbus zu fahren, da wäre laufend Betrieb.

Dann will ich meine Glasfieberstäbe vom Zelt evtl. neu besorgen......, doch viel zu teuer, also lasse ich es erst mal.

Wird wohl am Ende doch auf eine Lösung mit Überschiebhülsen rauslaufen, welche ich dann noch in Cajamarca auch kriege. Nmittag esse ich wieder in der Indiokneipe am Eck der Sanaygarna, es dauert nicht lange und es räumt mir auch diesmal wieder hier vom Fleisch den Magen aus!!! Das war nun mind. schon zum 3. mal hier, da ist mächtig was faul bei denen!

Somit bleibe ich fast nur noch im Hotel und ruhe etwas aus. Als es wieder besser geht, hatte schon mal bis fast Mitternacht geschlafen, bin ich ausgeruht um noch alles Fällige an Bildern gar für die webalben hochzuladen und auch mein Tagebuch fertigzustellen. Ich arbeite in der Nacht noch bis früh um 3 Uhr. Auch Mario hatte inzwischen schon wieder ne Nachricht zu Blossfeldia, er hatte ein drittes Habitat entdeckt und mich informiert.

 

 

Samstag, 23. Januar Abfahrt nach Peru - Desaguadero

Am Morgen kann ich mir Zeit lassen, denn bis zur Grenze braucht man höchstens 2-3 Stunden. Ganz ausgiebig frühstücke ich oben in der Dachlokalität, welche wirklich eine gute Aussicht hat, wäre da nicht die

fehlende Heizung – La Paz ist einfach um die Jahreszeit viel zu kühl!

Gegen 10 Uhr breche ich auf . Komme dann oben am C. Cementerio mit Taxi schnell weg. Das braucht nur

1 ½ Std bis zur Grenze. An der Vorkontrolle bemerkt ein eifriger Beamter meine Zeitüberschreitung von 4 Tagen vom Limit der Aufenthaltsdauer von 30 Tagen – mit 20 Bolis ist es schnell abgetan.....

An der Grenze beginnt es gerade zu regnen. Die Ausreise klappt ohne weitere Beanstandungen, man stempelt fast maschinell alles ab – mein Glück. Auf der peruanischen Seite steht die Schlange im Regen, das hätte sicher mehr als 2 Std. gedauert. Ich suche mir erst mal ein Hotel, gehe Mittagessen und immer noch dauert es viel zu lange. Das Wetter hat sich gebessert, langsam kommt Sonnenschein auf. Somit starte ich erst einmal raus in die Botanik gleich am Ortsrand nach Westen raus. Wie erwartet, bin ich nach gut 100 m Aufstieg

schon fündig. Eine erste kleine Tunilla und dann auch schon die Lobivien vom Formenkreis maximiliana

bzw. titicacensis. Zwar alles ohne Blüten, jedoch dafür dann die Papas silvestre. Eine kleine kompakte Form wieder mit wenigen lanzettähnlichen Blättern von der Basi heraus, nicht sehr hoch, jedoch dann überraschend große Knollen beim Freigraben. Auch immer wieder finden sich kleine Portulaceae.

Cumulopuntia boliviana auch mit paar Exemplaren, doch nichts mit Bl. u. Sa..

Im roten Sandsteinfelsen mit Humus- und Lehmbändern scheinen sich die Papas besonders wohlzufühlen, es gibt diese recht zahlreich aufzufinden. Unten am Hangende auch paar Kuturpflanzen der Silvestres, zumindest deuten die farbenprächtigen Blüten darauf hin, auch bestätigen es mir die Campesinos später beim Nachfragen. Die weiteren in größerer Zahl kultivierten Sorten wären „Dulce“ - also Süßkartoffeln meinte man, jedoch keine Camote, dafür ist es hier viel zu kalt. Ohnehin gibt man 6-7 Monate Kulturdauer an. Die Dämme der Kartoffelreihen scheinen wieder besonders hoch zu sein, liegt sicher auch wieder an den vielen Niederschlägen hier. Damit zurück zu den Kakteen, ich meine besonders die Lobivia, die hier auch ständig nasse kalte Füße haben muß. (S.a. Beobachtung schon 2001 bei Puno, als dort die Pflanzen fast im Wasser versinken.) Dazu die niederen Temperaturen – vor 5 Wochen hatte es hier auf den Hügeln am Morgen Schnee!! Desweiteren überall im Habitat Moose und Farne, auch kleine Wasserrinnsale kommen über die roten Sandsteinfelsen gelaufen. Laufe eine Runde von ca. knapp 10 km an diesem Resttag ab, s.a. GPS-Track dazu! Dann auf Heimweg zum Hotel ist an der Grenze weniger Betrieb und ich hole meinen Einreisstempel

noch ab. Im Hotel schnell nen Kaffee gemacht, der Tag war damit also ganz schön nach Plan abgelaufen.

Nur am Abend beginnt schon wieder Regen. Mein Busticket nach Moquegua bekomme ich auch noch für den Sonntagvormittag. Mit Internet ist in D. nicht viel los, doch das Nötigste kann ich erledigen und mich bei meinen peruanischen Freunden anmelden für die nächsten Tage.

Das Abendessen wird wieder nur Pollo und dann sollte es mir auch noch äusserst schwer im Magen liegen.....

Ausserdem beginnt es wieder zu regnen, die ganze Nacht scheinbar durch......

 

 

Sonntag, 24. Januar Abreise nach Moquegua

Mit immer noch schwerem Magen beginnt der Tag – zum Glück habe ich noch genügend Tee im Gepäck und kann mir so am Morgen damit ein wenig die Beschwerden etwas lindern. Gegen 9 Uhr geht mein Bus, es hat gerade etwas Regenpause. Ich freue mich schon in wärmere Regionen hinunter zu kommen.

Die ersten 3 Stunden nach Westen hin, die Anden völlig dabei überquerend, begleitet die Fahrt immer noch die nasse Kälte in Höhen zwischen 3800 und 4600mNN. Zum Glück hat hier der Bus etwas Heizung! Die 4600m Paßhöhe merke ich doch ganz schön an ein paar Kopfschmerzen und ich bin froh, als es endlich dann langsam abwärts geht. Hatte ich noch hier über 4000m die Cumulopuntien aus der Fahrt heraus mit aufgenommen, so tauchen dann bei ca. 3300mNN die Oreocereen und Corryocactus auf. Man könnte das Ganze hier sicher mit der Region Nordchile – Putre vergleichen. Das stelle ich noch kurz etwas näher fest, als es einen 5-minütigen Busstopp gibt. Euphorisch renne ich kurz den Hang an, jedoch Bl. und Früchte von den Oreros kann ich in der Kürze nicht aufspüren.Von der Behaarung und Bedornung jedoch glaube ich O. varicolor vor mir zu haben. Auch kleine halb verdorrte Tephrocacteen sind zu sehen.

In der weiteren Fahrt runter nach Moquegua wird das Landschaftspanorama vom alles dominierenden Cerro

Baul geprägt. Der mächtige Tafelberg (ca. 2600mNN) taucht dann bei Torata auf und zugleich auch an seinen

Hängen und den anschließenden Tälern einiges an Kakteen. Ich sichte im Vorbeifahren Armatocereus und Neoraimondia und auch Haageocereen. Also steht eigentlich schon fest, wo ich am nächsten Tag hingehen werde. Etliche Bilder vom Cerro B. gelingen bei voller Fahrt auch.

Schon gegen 3 Uhr nachmittags bin ich in Moquegua, ein mildes, leicht sonniges angenehmes Klima empfängt mich hier auf ca. 1600mNN Niveau über dem Meer.

Finde ein ganz ordentliches Hospedaje und komme auch gleich dazu mich weiter auszuruhen, denn die Magenprobleme hatten mich körperlich doch etwas angeschlagen.

Somit bleibe ich fast nur im Quartier, ruhe mich aus und kann mich für den Folgetag wieder stablisieren

 

 

Montag, 25. Januar Besteigung des Cerro Baul und Erkundung der Kakteenregion unterhalb von Torata

Ausgeruht und wieder fit kann ich früh starten. Frühstück präpariere ich selbst im Hotel, ehe ich mich auf irgendetwas einlasse, dafür habe ich ja Dank meines Kochers immer die Voraussetzung.

Mit einem Micro komme ich sofort hoch bis zum Einstieg an den Cerro Baul. Am Kassenhäuschen werden 4 NS fällig, dafür ein kleines Prospekt, welches auf die Ausgrabungen der Wari-Kultur hier

hinweist. Von dem Sattel der Strassenführung hier sieht es immer noch ganz schön steil aus hoch zum Gipfelplateau des mächtigen Tafelberges. Ich freue mich natürlich, dass auch schon gleich zu Anfang hier die Schutthänge mit etlichen größeren Kakteen bestanden sind. Zwar alle noch ohne Blüten und Früchte, doch zumindest kann ich auch schon von den imposanten Browningias einige

Bäume“ sehen. Gut 1 Std. und ich habe es schon geschafft hoch auf den Cerro Baul. Die senkrechten Abschnitte oben sind durch seitlich geführte Betonstufen mit Geländer wesentlich erleichtert und gesichert. Wider Erwarten kann ich oben dann keinerlei Kakteen mehr sehen. Alles nur Steinwüste und ein fast etwas monoton wirkendes Gipfelplateau. Beim näheren Betrachten kann ich jedoch erkennen, dass die vielen kleinen zusammen geschlichteten Steine in verschiedene kleine Areale und Steinhaufen wohl von vielen Pilgern zu stammen scheinen, die hier auch wohl zu rituellen Zwecken meist ihren Aufenthalt mit kleinen Feuerstellen zum Zwecke von Huldigungen an „Pachamama“ oder.....? irgendwie feiern, leider oft auch mit dem entsprechenden Zivilisationsmüll. Zeit für eine erste kleine Rast und ein 2. Frühstück, bei frischer Luft in gut 2600mNN, jedoch auch Sonnenschein.

Der Abstieg geht wesentlich zügiger und schon gegen halb elf bin ich voll auf Kakteenpirsch östöiuch vom Cerro. Einer der vielen Armatocereen hat dann auch eine alte trockene gut erhaltene Frucht. Diese klappert schon beim Schütteln, ein Zeichen, daß noch gut Samen erhalten sein dürfte, was sich gleich bestätigt. Bemerkenswert groß vor allem....., ich dokumentiere. Weiter am steinigen Hang und es taucht eine erste Neoraimondia auf. Besonders hoch und wenig als Kandelaber hier ausgebidet, nich so wie ich diese aus der Region Atico oder den Tälern bei Lima kenne. Mit etwas Glück finde ich auch hier 2 der typischen Zapfen mit erhaltenen Früchten dran, welche kaum von Insekten befallen waren. Kann dann auch wieder Indigenias beobachten, als diese die letzten Büsche hier der sehr spärlichen Vegetation für Feuerholz roden – ein Trauerspiel ohne Ende. Ich schätze mal, daß ca. 5 der hier kärglich gedeihenden Büsche nötig sind, um eine Mahlzeit mit Feuerholz abzusichern.....! Irgendwie hatte ich die Indigenias mit meiner Kamera schon etwas gestört, jedoch als ich wieder weit weg genug bin geht es munter weiter, die letzten der Vegetatiuonsreste zu zerstören!! Ein erstes blühendes Solanum taucht überraschend hier oben bei 2400mNN auch schon auf, obwohl alles so trocken, felsig und lebensfeindlich ist.

Auch von Haageocereus stehen hier prächtige Büsche, die sicher fast 2 m Höhe erreichen können.

Starke abstehende Bedornung ist kennzeichnend. Jedoch alles o. Bl. u. kaum Fr.. Doch dann paar alte trrockene Früchte die etwas Samen zeigen.

Nun halte ich weiter Ausschau nach Browningia und kann diese auch bald anlaufen, muss dazu jedoch schon etwas absteigen. Die Schutt- und Schotterhänge lassen sich trotz der Steilheit noch ganz gut begehen. Recht vital stehen die Browningias zumeist immer in Einzelposition auf dem sonst hier absolut kahlen mineralischem Boden. Die Triebe teilweise sogar in fast frisch grüner Farbe, was als letztes Vegetationsstück erkennbar ist, Jedoch auch die typisch braunen dornenlosen und glatten älteren Triebabschnitte geben in Kombination mit dem stark bedornten Stamm von meist 2-3 m Höhe der Pflanze ihr ganz besonderes einmaliges Aussehen. Dazu sind die Triebe immer noch geschwungen, zum Himmel reckend oder auch elefantenrüsselartig gebogen nach unten hängend. Was für eine skurrile Pflanze doch Browningia ist!! Ob es sich hier um die candelaris handelt, war ich mir im Moment nicht ganz sicher. Es folgen immer wieder ein paar Exemplare, solange, bis auch mein Eifer durch Pflanzen mit großen Früchten belohnt wird. Das gibt erstens tolle Bilder, dazu natürlich auch wieder Material zum Dokumentieren und Vergleichen. Es liegen sogar vollreife handgranatengroße Früchte auf dem Boden. Auch an einer riesigen Neoraimondiapflanze

kann ich nicht vorbeigehen ohne davon Bilder mit Größenvergleichen anzufertigen. Also wieder ein überaus erfolgreicher Tag bisher – Zeit und Muse auch im Habitat eine verdiente Rast einzulegen.

Im weiteren Abstieg ins Tal kommen noch kleine Haageocereen, welche durch ihren niedrigen Wuchs – fast nur liegend gekennzeichnet sind. Etwas alte Früchte sind dann doch parat.

Weiter unten im Tal, in seitlichen Schuttrinnen vor allem, wieder auch Solanum mit gelben Blüten und ich kann auch etwas Samen erstmals in reifen Kapseln finden. Erstaunlich immer wieder der Standort in den rolligen Gesteinen von Solanum – doch das hatte ich schon öfter.

Es zeigt sich dann auch noch wenigstens eine orange, von weitem leuchtende vollreife Frucht von Haageocereus spec., welcher auch fast offene rote Blüten hat! Immer wieder halte ich auch Ausschau zum Weberbauerocereus, welchen FR wohl 1953 hier gesichtet haben soll, doch dazwischen liegen

56 Jahre....., da kam ich erst einmal auf diese Welt! Zwar tauchen paar verdächtige etwas anders erscheinende Pflanzen auf, es könnten jedoch alles nur variierende Haageocereen sein, oder Hybriden mit ?----, es fällt mir schwer das hier einzuschätzen. Zumindest fertige ich Bilder an.

 

Der weitere Weg im Tal der inzwischen erreichten Strassenführung Moquegua – Desaguadero abwärts, zeigt nur noch im Wesentlichen Neoraimondia und paar kleine Tephrocacteen.

Dann beginnt auch schon das Bewässerungsland bei ca. 2000mNN im Tal und alles wird grün und landwirtschaftlich genutztes Gelände. Ich erfreue mich an frischen Feigen die ich am Straßenrand zupfe, sehe fast alles an Obstbäumen was man so kennt und staune auch über die vielen kultivierten Chrysanthemen, die dieses Klima (subtropisch) gut vertragen. Auch Erdbeerem sehe ich, Wein wird angebaut, Mango usw....., ja sogar von Baumwolle kann ich wieder Samen auffinden.

Dabei steht rechtsseitig meist gut sichtbar als Fotomotiv fast stets der imposante Cerro Baul im Hindergrund. Unzählige Bilder noch im abendlich guten Licht, bis ich dann langsam zur Rückfahrt schreiten muss.

 

Dienstag, 26. Januar Tagesausflug an den Pazific hinunter nach Ilo

Heute will ich den Pazific wenigstens einmal wiedersehen – lange genug habe ich mich im Hochland aufgehalten. Busse gehen von Moquegua laufend – so bin ich nach ca. 80 min rasender Fahrt durch die absolut leere trockene Wüste hinunter nach Ilo gekommen. Erst auf den letzten 10 Kilometern, man hat hier schon einen guten Blick hinab auf den Ozean, taucht etwas vertrocknete spärliche Vegetation auf, die Lomas von Ilo. Ich schöpfe Hoffnung und will diese auf der Rückfahrt möglichst mit inspizieren.

Doch erst einmal genieße ich das Panorama nach Westen mit dem immer wieder irreal wirkenden

Übergang von Vollwüste zum Meer. Ilo mit seinem Hochseehafen kann man schon deutlich erkennen.

Es ist erstaunlich, wie die ersten Schätzungen der Entfernung runter zum Meer durch den Höhenmesser wesentlich korrigiert werden, es scheint so nahe und schon fast erreicht das Meer, doch dann sind es immer noch viele Kilometer weiter abwärts bis endlich Meeresspiegelniveau erreicht ist. Lediglich bei den barometrischen Werten muß ich mal wieder etwas korrigieren und neu kalibrieren . Die GPS-Höhe passt diesmal recht exakt!

Irgendwie scheint es alle Leute am Morgen runter zum Hafen zu ziehen, ich laufe einfach hinterher

und stehe schon schnell am Dreh-und Angelpunkt für den Fischumschlag mit dem immer wieder für mich interessantesten Teil, dem Fischmarkt. Wenn es auch einiges zu sehen gibt, die Diversität an Fischen nimmt kontinuierlich ab, ich meine es wird wohl doch am Artensterben bzw,. der Überfischung des Humboldtstromes und dem El Nino Effect liegen.

Ich sehe mir noch den schmuck angerichteten Aussichtsbereich am Fischereihafen an, schlendere die Hafenpromenade nach Norden gut einen Kilometer entlang und bin wirklich erstaunt wie ordentlich

alles angerichtet ist, wirklich eine Überraschung positiver Art, deren Hintergründe ich kurz später auch noch näher erfahre.

Natürlich darf ein Fischessen dort direkt am Hafen nicht fehlen, wo alles doch am frischsten und sicher auch perfektesten zubereitet ist …., lecker lecker, nach so vielen Rindfleischasados......!

Zum Playa raus nach Süden komme ich im 2. Anlauf auch noch mit einem Taxi. Zuvor wurde ich Zeuge wie ein nicht sachgemäß verladenes Hochseefischereinetz an einer Strassenkreuzung wieder auf einen Sattelzug verladen werden mußte. Da kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen, als dort fast 20 Arbeiter das Ganze Ungetüm versuchen wieder zu verstauen. Denke ich von weitem erst die gelben leuchtenden Schwimmkörper wären Müllsäcke, so viele davon waren schon am Heck hochgezogen verstaut, doch dann sehe ich wie man eifrig an dem riesigen Netzsack versucht das Gewirr so zu beherrschen, um irgendwann alles auf die 16 m Pritsche zu bekommen – ein Video hätte ich aufnehmen sollen – hätte bloß etwas lang gedauert.......!

Am Playa dann nach 10 min Taxifahrt wieder alles in neuem sauberen vorbildlichen Zustand.

Ein freundlicher Restaurantbesitzer klärt mich auf, ein US-Konzern, der hier die Bodenschätze hebt hätte wohl für die Infrastruktur der Stadt einiges als Ausgleich für Umweltschäden adäquat geleistet mit finanziellen Mitteln – ich wage nicht drüber nachzudenken, wie hoch wohl die Ausbeute hier sein muß, wenn dann immer noch so viel für „Wohltätigkeitszwecke“ abfällt. Immerhin kann ich an einem gepflegten Sandstrand baden – auch das Wasser erscheint mir sehr angenehm temperiert und sauber.

Dann habe ich noch die vorgelagerte Halbinsel mit kleinen Felshügeln ins Auge gefasst, dort vermute ich evtl. Islayapflanzen, so ähnlich wie bei Chala weiter nördlich in Peru.

Man dürfte dieses Gelände wohl betreten, so die Aussagen hier am Strand. Ich marschiere nach dem erfrischenden Bad dort hin (gut 1 km nur – bei straffem Sonnenschein und Hitze) und stehe vor verschlossenem Tor und der 2.5m hohen Mauer. Es steht extra dran, nur für autorisierte Personen ist Zutritt. Niemanden kann ich sehen, weit und breit – die typische Latinoruhe. Also schwinge ich mich über die Mauer und laufe los. Zwischen den Hügeln erkenne ich unten am Meer eine Containerstation. Ich weiche seitlich aus um möglichst nicht gesehen zu werden. Zwischen weiteren Hügeln die nur von paar Seevögeln zum Fressen und Ruhen besucht werden, schaue ich mich kurz um – alles absolut so arid und leer gefegt – hier ist nichts zu finden. Weiter nach Norden ausweichend komme ich an das Militärgelände, schon sehe ich Wachtürme, nun wird es mir langsam mulmig, komme mir vor wie in einem James Bond -Film langsam und genauso muss es wohl auch gewesen sein, niemand scheint bei der Hitze sich um mich zu kümmern bzw. Ausschau gehalten zu haben.

In Deckung der Außenmauer ziehe ich ab und entkomme der leicht fatalen Situation dann schadlos, jedoch auch ohne jegliche botanische Ausbeute.

Da es noch früh am Nachmittag ist, ich aber auch nicht faul am Strand liegen will, entscheide ich mich doch noch hoch zu den am Horizont so nahe liegenden Lomas zu fahren.

Ein Taxi bringt mich schnell die gut 15 km dort hoch und ich steige voller Erwartung dort los, immer noch nach oben von ca. 300mNN beginnend. Laufend. nur vertrocknete Gräser und Kleinbüsche, ausser einer Asteraceae, gelbblühend, mir schon von früher bekannt. Diese scheint hier zu überleben im Moment. So sehr ich auch meine Augen die nächsten 6-7 Kilometern beim Aufsteigen zwar anstrenge, ausser interessanten schönen kleinen Sanddünen, leichte Zunahme an Vegetationsspuren aus anderen Jahresabschnitten – ich finde keinen der von mir ersehnten Haageocereen, die sich sonst in solchem Milieu am Boden herum drücken und auch mit Sandverwehungen leben können.

Nach gut 3 Std. gebe ich auf und versuche an der Straße wieder nach Moquegua weg zu kommen. Bald wäre es dunkel geworden, als dann doch noch 2 junge Leute aus Arequipa halten. Dann trifft es sich, dass beide sogar als Biologen bzw. in der Landwirtschaft etwas Bescheid wissen. Wir haben eine angeregte Unterhaltung, die Zeit vergeht im Fluge..., sogar vom Weberbauerocereus von Arequipa und von Oreoc. rettigii berichten sie mir – was gibt es doch für Zufälle!

Im Dunkel erst erreiche ich mein Quartier.

 

 

Mittoch, 27. Januar Weiterreise nach Arequipa …..und Lima

Morgens komme ich gegen 10 Uhr von Moquegua weg und bin nach 3 Std.Fahrt in Arequipa. Somit bleibt genügend Zeit dort noch für die Nachtfahrt nach Lima einen geeigneten Bus zu finden.

Unterwegs zeichne ich mit meinem GPS-Logger die Fahrt auf und kann u.a. überraschend mittendrin einmal nach einer tiefen Talquerung runter auf ca. 500mNN Neoraimondiabestände registrieren.

Dann natürlich in den Talabschnitten unterhalb von Arequipa, mir zwar schon bekannt, das es dort einiges gibt, doch diesmal sehe ich auch Browningia direkt und kann paar Bilder aus der Fahrt heraus schießen.

Mittagessen, bissel Internet, so ist die kurze Wartezeit hier schnell überbrückt, denn schon um halb fünf geht

mein Nachtbus nach Lima.

Habe gut gewählt mit „Pacifico del Sur“ und habe vorteilhaften Einzelsitz im 1.piso, so kann ich noch einiges am PC erledigen und auch relativ gut in der Nacht ruhen.

 

 

Donnerstag, 28. Januar - Ankunft in Lima

Kaum spürbar übermüdet komme ich an. Es geht gleich wieder in die Avenida Pierola in mein spartanisches

Quartier beim Chinesen.

Der telefon. Kontakt zu Guillermo gleich noch stellt die Weichen auf Weiterreise.Er hat keine Zeit im Moment und so verschieben wir unsere Vorhaben auf das Ende meiner Reise Mitte Februar.

Dafür hat sich Nelson wieder per mail gemeldet und schon einen Routenplan für unsere Maranontour ausgearbeitet – klar das ich nun sofort nach Cajamarca gehe.

Viel passiert nicht mehr, gute Internetverbindung suche ich im Centro vergebens!

 

 

Freitag, 29. Januar Abreise nach Cajamarca

Am Vormittag breche ich nach Miraflores auf um wenigstens noch Gaskartuschen für die Maranontour zu ergänzen, es ist der einzige mir bekannte Laden dafür in Lima. Auch hat Miraflores wenigstens mal schnelles vernünftiges Internet, somit kann ich paar fällige Dinge weiter hochladen bzw. so noch mit erledigen.

Um 7 abends geht mein Nachtbus nach Cajamarca ab.

Mit Flores klappt es in einem „Coche Cama“ Bus – habwe Einzelsitz im „Primero Piso“ und kann recht ordentlich die Nacht über die Runden bringen. Abends noch paar Stunden am Netbook, gegen Mitternacht dann komme ich fast 5 Std. durchgehend zum Schlafen.

 

Samstag, 30. Januar Ankunft in Cajamarca

Erst als es zu Dämmern beginnt wache ich auf und da ist schon die Panam längst verlassen und der Bus schlängelt sich im Jequetepequetal aufwärts. Leider hindern Baustellen den Weg mächtig, so daß dann erst gegen Mittag Cajamarca erreicht ist.

Steige wieder gleich im Spayazzo-Hostal an der Kreuzung ab.

Auch der Kontakt zu Nelson ist schnell hergestellt.

Noch am selben Abend treffen wir uns und bereden die ersten Dinge.

 

Sonntag, 31. Januar Vorbereitung der Trekkingtour an den Rio Crisnejas und Maranon

Ich bereite allerhand an Einkäufen von Lebensmitteln vor. Immerhin weist der Plan von Nelson eine 7-Tages-

Tour aus.

Zwar hat Nelson anfangs plötzlich wieder mal keine Zeit – er müßte wohl doch arbeiten in den Ferien uind ein Ersatz für ihn koste Geld. Mit 100 Euro (die ich ihm schon gleich am Samstagabend noch gebe) wird seine Stimmungslage dann plötzlich doch wesentlich anders – es scheint nun doch sofort am Montag möglich zu sein aufzubrechen.

Ich bin zum Mittagessen am Sonntag bei Nelson eingeladen und wir klären die letzten Details ab.

 

 

Montag, 1. Februar Abfahrt nach San Marcos und weiter bis Huagal – Beginn der Trekkingtour

Schon kurz vor 10 Uhr ist Nelson im Hotel, so dass wir noch Mittags in San Marcos ankommen, dort zu Mittag essen und schon gleich anschließend einen Transport hoch nach Huagal ausfindig machen. Jedoch sind für die Taxifahrt(die Alternative wäre Früh um 3 Uhr !!) satte 25 $ für mich fällig werden. Was hilft es, wir sind somit noch mit Schnellstart am selben Tag voll in die geplante Tour eingestiegen.

Schon gegen 16 Uhr sind wir oben in 3000m NN in Huagal. Zwischendurch muß uns der Taxifahrer auch bei 3 kleinen Zwischenstopps an Mat. intertexta, Peperomia u.a. kurz paar Fotoaufenthalte gönnen.

Die frische Bergluft oben in Huagal am Nachmittag ist angenehm zum los laufen.

Es wird schon eine erste Peperomia aufgefunden und auch Samen ist wohl ausreichend auszumachen. Paar Bilder, dann schon wechselt die Vegetation unten in der Schlucht mit viel mehr Aufsitzerpflanzen – jedoch diese sind im Steilfels kaum erreichbar – schon für die Kamera nicht so einfach. Wir müssen zuerst noch die Quebrada Bachota überqueren nach Capuli (kannte ich noch gut von 2008).. Dort meint Nelson einen geeigneten Platz zum Campieren zu finden. Jedoch bekommt er bei seinen langen Anfragen stets nur Absagen – keiner der Campesinos will ihm eine Erlaubnis geben …, wer halt viel fragt.......!

Muß unbedingt einmal anmerken:

Wieviele Campesinos bevölkern die Städte zu Markttagen (Markt ist aber fast täglich immer und überall !!) und belagern sämtliche Ggehwege Plätze Hauswände u.s.w.. mit unzähligen Hinterlassenschaften, schlafen, campieren dann in allen Ecken und Winkeln..........; ich meine hier hätte ich mich nicht so abweisen lassen müssen wie Nelson. Die Bergdörfer würden keinerlei Schaden von solch einer Zeltrast wie wir sie praktizieren genommen, auch lärmen wir nicht herum und hinterlassen keinen Müll.....; hier hätte ich den Campesinos aber Contra gegeben...!!Ohnehin wären wir nach 10 Std. wieder weitergezogen...., verstehe einer die Latinos... !

Jedenfalls bringt uns das sinnlose lange Gequassel von Nelson am Ende nicht weiter, wir kommen weder an ein bissel Wasser heran, noch dürfen wir jetzt nicht mal die 3qm für das Zeltaufstellen in Beschlag nehmen.

Obwohl die Dämmerung naht, ziehen wir nun weiter am Steilhang mit unseren schweren Rucksäcken in Richtung Nueva Esperanza wie schon 2008. Da bleibt weder Zeit für die Pflanzen dort, noch groß für ein Bild mit dem herrlichen Bergpanorama. Gerade so kommen wir noch im letzten Tageslicht dort an. Ehe Neson wieder fragt lege ich fest wir campieren an der Schule, dort ist ebene Fläche und wer soll da in den Ferien schon was dagegen einwenden. Auch begünstigt dann Reststroh von einem Dreschplatz des Getreides, wie ich es so schon in Capuli ausfindig gemacht hatte, unser Lager mit mehr Bequemlichkeit.

Eine heisse Suppe gelingt noch und dann tauchen schon paar neugierige Campesinos auf, doch nun stehen diese hier vor vollendeter Tatsache.

Das nächtliche Bergpanorama mit dem gigantischen südlichen Sternhimmel ist eine grandiose Entschädigung für die Mühen am ersten Tag. Immerhin wurde dann zuletzt im Sturmschritt in 3000m NN mir gut 20 kg Gepäck gegangen. U.a. konnte die Felswand mit dem Multihabitat von 2008 nur im Vorbeigehen bestaunt werden. Jedoch ein kleiner Trost, diese war diesmal durch mehr Trockenheit im Vergleich fast abgedörrt!!

Es sind wesentliche Teile von den damaligen vielen Pflanzen einfach nicht mehr vorhanden bzw. in Trockenruhe zurückgeschrumpft gewesen.

 

 

Dienstag, 2. Februar Abstieg nach Matibamba über Pay Pay - 2. Tag Trekkingtour mit Nelson

Die Nacht bleibt wider Erwarten in 3000mNN recht mild.

Der Ostlage verdankend, erreichen uns hier am Morgen auch gleich ab 6 Uhr die ersten Sonneneinstrahlen.

Es gibt Frühstück mit heissem Kaffe und Kakao und schnell sind wir dann auch schon wieder auf Achse um vorn vom Einzelgehöft in Nueva Esperanza das Habitat von Matucacna huagalensis aufzusuchen. Dazu braucht man nur etwas in Richtung Los Negros hin abzusteigen und findet im stark hängigen Gelände das, auch wie leicht zu erkennen war, von Rindern beweidet wird, die runden Exemplare der selteneren Huagalensis. Es sind sehr viele Exemplar beschädigt oder gar von den Rinderhufen herausgestossen. Der Zwergstrauchwuchs hier verhindert aber etwas das ganze Zerstören der Population, die ohnehin nicht sehr groß ist. In Deckung von kleinen Sträuchern gedeihen aber immer wieder Jungpflanzen, wie ich mehrfach gut dokumentieren kann. Bl. und Sa. Fehlanzeige – so macht es nicht den richtigen Spaß. Geologisch sei zu bemerken, daß auch hier schon Kalksteine der ohnehin weit verbreiteten Riffkalkformationen das Feld mit zieren. Ich fertige 2 Mischproben zur pH-Wert-Messung an, die beide dann auch leicht über 7,0 ergeben, trotz dass ich auch von den hier wachsenden Moosen etwas mit beimische.Enttäuscht ziehe ich dann später als Nelson auch hier ab – wollte es einfach nicht wahr haben keine Blüte anzutreffen! Üppige Begleitvegetation wie Peperomia cymbifolia, div. Asteraceae, erste Orchideen, Puya usw. schmücken jedoch das Areal etwas aus und deuten doch auf die Vitalität des Standortes hin.

Wir müssen nun die Quebrada von El Infernillo queren um rüber zum Cerro los Negros zu kommen. 2008 führte ich diesen Ort noch wegen seiner guten Aussicht als Mirador auf. Dazu bedarf es wieder eines steilen Abstieges rein in das V-Tal um dann auf der Hanggegenseite mit relativ wenig Anstieg vor nach Los Negros zu kommen.Den exponierten Platz (Mirador) mit seinem Multihabitat von 2008 kannte Nelson nicht, bzw. hatte er noch nie im Vorbeigehen näher beachtet und ist erstaunt was ich ihm dort an Vielfalt vom Sukkulentenreich zeigen konnte. Erst wollte er garnicht den relativ leichten Abstieg in die Felsschrofen wagen.

Beachtenswert deutlich an diesem Morgen lassen sich die feuchtwarmen Luftmassen, vom Rio Crisnejas heraufziehend, beobachten. Der massive Wolkendunst läßt anfangs fast keine Fotografie zu, lichtet sich dann doch langsam und wir haben recht ordentliche Lichtverhältnisse um hier nun Bilder anzufertigen von:

Peperomien, davon eine evtl. neue Species mit, verschiedene Solanum silvestre, natürlich die Matucana myriacantha – leider alle ohne Blüten, Caiophora spec., Puyen in mind. 2 Species, Tillandsia,, Pillia, Sedum isidorum,....... eigentlich müßte man allein schon hier 1 Tag Zelten um alles genau zu erkunden.......; doch Nelson mahnt zum Weitermarsch, immerhin stehen noch gut 1700m Abstieg nach Pay Pay an. Wenigstens noch paar Bilder von der exponierten Riffnase vorn – dann geht es weiter. Immer wieder begeistert der Tiefblick hinab auf das Tal des Crisnejas mit den grauen mächtigen schroffen Bergzügen dahinter als Kulisse. Ab und an kann auch Nelson es nicht lassen davon paar Bilder mit anzufertigen. Bald ist „La Gruta“ erreicht, die Höhle mit dem unbekannten Corryocactus. Während ich mich wieder diesem widme, entdeckt Nelson gleich an der Felswand daneben eine neue Peperomia. Diese ist vor allem durch sehr sukkulente Blätter gekennzeichnet, die leichte Blattnervkennzeichnung als markantes Erkennungsmaterial besitzt – eine Besonderheit, die auch Nelson sofort erstaunen läßt. Sogar Sa. trägt das Exemplar, weitere befinden sich nur mit Kletttern erreichbar in der Felswand über der Höhle. Im weiteren Abstieg dann die gerade von Nelson neu beschriebene Species von Matucana – s.a. seine Veröffentlichung in „Haseltonia – USA“. Schon wie 2008 auch diesmal wieder Bl. und Sa. auffindbar. Zwischen den einzelnen roten Sandsteinschrofen ein besonderes Habitat meine ich. Da es auf Mittag geht, ist dann auch ein Exemplar mit gut geöffneten Blüten dabei. Es variieren die Blütenfarben von dunkelkarminrot bis zu fast orange ins Helle. Weiter, wir wollen bald Mittag machen und ich schlage die kleine Einsattelung bei ca. 2000mNN vor. Wir haben Schatten, der ist inzwischen ganz wichtig, denn nach den Abstieg um gut 1000m ist es hier schon brütend heiß – sicher gut 35 °C! Während Nelson die Suppe kocht, kann ich meine Espostoa spec. con 2008 wieder aufsuchen, leider aber wieder ohne Blüten und dann ist diese auch in der Steillage so schwer zugänglich. Kaum daß man Bilder machen kann davon. Mit etwas Ausschau können dann jedoch weitere Exemplare von dieser unbekannten Espostoa im Umfeld ausgemacht werden. Nach unserem Süppchen mit „Salchichas“ drin geht es im Abstieg ans Werk. Eine Jungpflanze hat mit dem ersten Cephalium schon eine erkennbare Frucht gebildet, die sich erreichen läßt. Bemerkenswert starke, stets gerade aufrechte sehr kurz bedornte Triebe sind kennzeichnend.Mehr aber an dieser Stelle nicht – es könnte sich wohl doch hierraus eine Erstbeschreibung ergeben.......! Der stark serpentinenreiche weitere Abstieg nach Pay Pay runter wird zum Schweissbad wie schon 2008 auch. Jedoch kann ich im unteren letzten Teil diesmal Cleistocactus serpens erstmals im Habitat ausfindig machen. Ein sehr filigraner typischer Cleistocactus mit erstaunlich weit geöffneten Blüten in herrlichem orangerot. Es sind nur wenige Exemplare zwischen den vielen Browningia pilleifera, die hier die starke Steilhangarena bevölkern und dominieren. Die Flaschenbäume dazwischen geben diesem Abschnitt ein ganz eigenes markantes sehr dekoratives Gepräge und fordern immer wieder den Griff zur Kamera heraus. Doch Pay Pay ist im Visir, zu sehr kreisen jetzt die Gedanken an ein Bier im Kopf, auch gehen unsere Wassereserven zu Ende. So 3-4 Liter hat jeder schon konsumiert seit früh. Doch dann die Unwegbarkeiten im Dorf – kein Laden hat auf.. Nelson spricht ewig mit den Einheimischen, doch bei einer Bitte nach Wasser dann nur Achselzucken, keiner will was herausgeben – ich bin sowas von enttäuscht diesmal,daß ich fast was gesagt hätte. Dann endlich erbarmt sich eine Frau und reicht uns einen Scheffel Wasser. Ohne was zu zurücklegen zu können davon müssen wir jetzt hier unten im sauheissen Tal die weiteren Kilometer nach Matibamba zurücklegen. Die letzten Tropfen aus den leeren Trinkflaschen werden noch einmal ausgesogen..., dann ist nichts mehr zu machen. Auch kennt Nelson irgendwie nicht so richtig den Pfad der nach Matibamba führt. Am Ende hat das jedoch auch sein Gutes, wir stossen im Kreuzen des flachen Talterraines zwischen den vielen Armatocereen und Espostoen auf eine „Forma cristata“ von Mirabilis, die sich gut sehen lassen kann.5 seperate Haupttriebe tragen Cephalium, jedes davon in einer anderen sehr skurrilen Ausführung. Zu meiner großen Freude sind auch noch mehrfach dort im Cephalium reife Früchte dokumentierbar. Da auch die Höhe in menschlichen Dimensionen mit ca. 2 Metern gut paßt, ist es ein echter Leckerbissen für viele anschauliche Fotomotive.

Wenig später, fast in Talsohlenbereich am Crisnejas, eine Möglichkeit zum Campieren, ein Bewässerungsgraben mit Brauchwasser, flache etwas steinfreie ebene Areale mit Schatten z.T., da es auch etwas Baumbestand hat – sollte man sich evtl. vormerken. Ich halte es wenigstens in 1 Bild mit fest.

Weiter geht es immer wieder im Talsohlenbereich, jetzt unzählige mal über kleine Seitenarme des Creisnejas springend, über Steine oft das Ganze passierend, ein Wunder dass wir dabei kaum einmal im Wasser mit verschwinden. Jedoch der Hauptabfluß des Crisnejas liegt noch weiter südlich von uns und so geht es, wenn auch mit vielen Unwegbarkeiten, doch vorwärts bis wir erste Hütten treffen – nur ein „Vorort“ von Matibamba. Es wird bald dunkel, doch nun noch einmal ein Hügel mit Einsattelung der zu queren ist wie uns Einheimische erklären. An den nächsten Orangenbäumen bediene ich mich erst einmal, da muß Nelson warten. So ist im Heisshunger (Durst) ganz schnell wenigstens für Minuten etwas das Schlimmste gebannt.

Man kann eine Orange fast im Ganzen verschlingen, so war es zumindest hier an diesem Tag in dieser Situation – nur um zu erläutern wie ausgedörrt ich mir vorkam! Dann bei nicht mehr belastend brennender Sonne in der Abenddämmerung kommen wir in Matibamba an. Nelson hat sich inzwischen Blasen gelaufen und hängt etwas hinterher. Ich besorge im ersten und einzigen Laden (die Hüttenbox hatte max. 10 versch,. Artikel....) eine große Flasche Limonade..Nun ist auch Nelson heran und kann zum Quartier in der Arztstation 

gleich gegenüber alles Nötige abklären. Sofort werde ich von den Einheimischen neugierig bestaunt, ob das wohl nur an meinem inzwischen mächtig gewucherter Bart lag bezweifle ich. Hierher verirrt sich so gut wie niemand. Somit sind wir beide dann das Dorfgespräch und werden auch bis in unser Quartier noch paar Stunden lang aufmerksam verfolgt Dort empfängt man uns mit einem Wassereis, sogar dann auch noch gekühlte Cola – welch ein Labsal!! Man ist hier über höchst seltenen Besuch sehr erfreut und gewährt uns Unterschlupf mit freundlicher Hilfe. Es wird sogar ein Abendessen für uns gekocht – Spaghetti mit etwas Thunfisch, wir schlingen die großen Portionen rein wie ein paar Kannibalen, man schaut zu und freut sich darüber.Natürlich kommen Gespräche in Gang, wenn Menschen aus zweierlei Welten an solchen abgeschiedenen Orten zusammentreffen, die dann doch von beiden Seiten sehr angeregt geführt werden.

Wenn Wasser und Strom in winzigen Portionen u.a. auch nur hier zur Verfügung stehen, kann man sich vorstellen, was es bedeuten muß, hier diesen Dienst zu leisten......, meine größte Hochachtung kann ich nur an dieser Stelle sagen. Der ganze Ort ansonsten nur im Dunklel, ab und an eine Taschenlampe und ein Transistorradio, ja und dann die Hund die wohl wie fast überall auf der Welt nicht fehlen dürfen......, nur wenn diese Nachts etwas leiser sein könnten..... ; jedoch hier beginnt für viele bei den etwas niederen Temperaturen nachts erst das Leben wieder. Mit großer Dankbarkeit nehmen wir auch die Duschmöglichkeit in der Station an, wenn auch im völligen Dunkel..., macht nichts da sieht man den Dreck weniger und ist schneller fertig......Es ist schon erstaunlich wie sich der Mensch innerhalb von nur wenigen Stunden bei den entsprechenden äusseren Bedingungen aus seinem verwöhnten Zivilisationswohlstandsleben doch irgendwie anpassen können muss – es bleibt dann einfach nichts weiter übrig. Wir bekommen ein eigenes Zimmer mit einer Liege, ziehen es aber dann doch vor vor unter dem Dach im Freien zu nächtigen, es ist einfach von der Luft her etwas angenehmer, wenn auch des nachts die Hunde oft heranschleichen und los bellen....

Die Erschöpfung von den Strapazen des Tages lassen auch bald Moskitos und Hundebellen nebensächlich werden.....man ist so froh nicht mehr so durstig zu sein und seinen Körper irgendwie nur auszustrecken und ruhen lassen zu können!

 

 

Mittwoch 3. Februar - Tagestour nach El Tingo bis an den Maranon und zurück nach Matibamba

Doch halbwegs etwas erholt starten wir in den nächsten Tag. Das Früstück, ich hatte u.a. vorsorglich Haferflocken von den Quäckern besorgt, bereite ich schnell zu. Brot ist nicht mehr und das letzte haben inzwischen die Ameisen trotz verschlossener Packung des Trockenbrotes, für sich erobert – wir sind in den Tropen angekommen mit all seinen Vor- und Nachteilen!Auch die restl. Salchichas riechen inzwischen sehr verdächtig – die ständigen Temperaturen um und über 30 grd C fordern ihren Tribut. Konservenwurst oder gar Fleisch findet man in Nordperu überhaupt nie! Also geht es mit rel. Wenig gefülltem Magen los. Wir haben einen Führer geordert, der sogar pünktlich kurz nach 7 Uhr da ist. Noch brennt keine Sonne und wir gehen abwärts zu den Pflanzungen noch Orangen einpacken. Trotz Gewichtsbelastung, die aber heut ohne das restliche Gepäck wesentlich geringer ist, schnappe ich möglichst viel von den Dingern – ich kenne das, wie man ausgedurstet dafür sehr dankbar ist. Inzwischen hat uns die Sonne ein und schon gegen halb neun tropft der Schweiss herab von der Stirn und allen anderen Körperteilen. Der Zugang runter nach El Tingo ,dem Zusammenfluß von Crisnejas mit Maranon, ist doch ganz schön verzwickt. Ich kann jetzt verstehen warum Nelson hierfür einen Führer geordert hat. Oft geht es nur im seitlich gerade noch trockenen Bereich des Crisnejas entlang, da sieht man weder Spuren noch Ansätze von Wegverläufen. Dann beobachten wir wie Einheimische den reisssenden Fluß per Stahlseil überqueren – noch nicht ahnend, daß wir schon 5 Minuten später ebenfalls eine Querung haben. Hier sieht die aus krummen Knpüppeln zusammengestellte Dreibockbasi mit Stahlseilbefestigung zum Überspannen des ganzen Flusses und fragwürdiger Verankerung nicht gerade mehr vertrauenswürdig aus. Dann hat auch unser Führer aus seinem kleinen Beutelchen eine kleine Seilrolle parat und noch gut 3 m Strick. Wie sollte das bloss gehen, dachte ich! Geschickt knüpft er einen aus 2 Schleifen bestehenden Sitz (ähnlich wie beim Bergsteigen) jedoch so knapp und kurz gefasst, dass damit dann der an der Seilrolle Befestigte wirklich auch nicht wegpendeln konnte. Nun war noch das Problem, wie kommt die Seilrolle zurück zum Nächsten, denn der hätte sonst keine – die Einheimischen tragen diese wie ein Raucher seine Zigaretten bei sich. Doch in meinem Rucksack befindet sich zum Glück noch die Kordel, welche mir schon am Wasserfall in Boilvien am letzten Zelttag zum Abseilen behilflich war. Damit konnte es losgehen. Zum Glück gibt das straff gespannte Seil nicht sehr nach, sonst hätte beim Erreichen der anderen Seite es ja bergrauf zum Endpunkt mächtig Probleme gegeben. Es läuft im wahrsten Sinne wie am Schnürchen. So gut, dass wir auch entsprechend Muse finden einiges zu fotografieren dabei – übrigens tolle Bilder, zumal sich im Hintergrund der Cerro Chimboyoc zeigte. Wir sind alle gut rübergekommen und weiter laufen wir durch Cocapflanzungen, welche auch Blüten und Früchte tragen. Sollte es da einem Botaniker nicht auch für ein paar Samen reizen...., doch zu solchen Dingen will ich mich nicht weiter äussern.

Kaum das erste große Hindernis überwunden, stehen jetzt gleich 2 mal Flußquerungen zu Fuß an. Es sind zwar nur Seitenarme des Crisnejas, doch ein Staucheln hier würde alle technische Ausrüstung die ja immer am Mann ist, unbrauchbar machen – also höchste Vorsicht. Das Wasser geht aber nur max. bis zur Hüfte, doch

wir haben Glück und unser Führer ist auch sehr umsichtig. Dann schließen sich Kletterpartien an, weil ein Weiterkommen unten im Tal nicht möglich ist. Der meist sehr abschüssige Fels bietet aber zumeist griffreiche Stellen, ansonsten wären wir hier gescheitert. Inzwischen gesellen sich auch schon erste Matucana spec. in den Felspartien dazu, welche natürlich mit dokumentiert werden – kaum aber so wesentlich unterschiedlich zur M. spec. vom Vortag, wie wir beide meinen. Also weiter nach Tingo, das ja aus 2 Ortsteilen besteht. Südlich der Teil zu Cajabamba gehörig, am Nordufer des Crisnejas dann der Teil von San Marcos – verwaltungstechnisch gesehen. Wir kommen auf der Südseite lang. Mit Reisfeldern und Pflanzungen von Papaya im Wesentlichen kündigt sich der Ort an. Dann können wir schon vorn den Zusammenfluß von Maranon und Crisnejas ausmachen. Wasserdampf aber auch Sandstaubwolken steigen dort hoch – welch ein Widerspruch eigentlich, jedoch die Gluthitze, wir sind hier bei nur noch ca. 1000mNN, kann beides gleichzeitig erzeugen. Zum Erstaunen treffen wir auf Schiffersleute mit einem kleinen langen schmalen Boot.

Man bietet auch uns diese Dienste an, jedoch würden wir nicht rechtzeitig abends zurückkommen. Also kurz ein paar Informationen eingeholt ( es gibt eine Bootsfahrt für 100 NS 2 Std aufwärts zum nächste großen Ort der wohl Strasenanbindung hat!!!

Wir verschlingen ein paar Orangen, ich mache ein zwei Gruppenbilder am Maranon und es geht wieder rückwärts. Dann begutachten wir die Felspassagen oberhalb El Tingo etwas näher und könne sehr dichten Bestand mit Matucana erkennen. Ja aber was für Dinger sind das, z.T. richtige Monster, so groß. Auch eine Species die M. formosa ähnelt ist dabei, evtl. auch viel Hybridisierung? Jedenfalls können auch paar Blüten gefunden werden und beim Vermessen der „Monster“ komme ich schon mal auf gut 60 cm Länge! Meist sind die Pflanzen im unteren Hangbereich am stärksten vertreten. Hier wäre dann ein gesonderter Aufenthalt zum weiteren Studium angebracht. Wie mir Nelson versichert auch für ihn völlig neu alles, hierher hat sich wohl bisher so gut wie kein Botaniker je verirrt, zu aufwendig und auch gefährlich ist der Anmarschweg.

Der weitere Rückweg klappt ohne Zwischenfälle, doch trotzdem wird es dann fast 17 Uhr bis wir zurück in Matibamba sind. Ein langsameres Tempo und wir hätten es kaum geschafft. Auch wären noch weitere Pflanzen aufgetaucht, hätten wir uns verzettelt. Die letzten Meter in den Pflanzungen zeigt uns unser Führer reife Guyabafrüchte, welche nicht so geläufig für einen Europäer sind – diese schmecken relativ exotisch.

Da gegen Abend noch etwas Zeit ist und wir uns kurz etwas erholt hatten, brechen wir noch einmal kurz auf etwas oberhalb von Matibamba auf der kleinen Hochfläche noch etwas herumzustöbern. Zwischen Armatocereus balsasensis, Browningia pilleifera, Espostoa mirabilis und Flaschenbäumen halten wir vergebens Ausschau nach Matucana. Max. 1 – 2 Stck dann war es schon alles. Auch nur wenige Melocactus bellavistensis. Etwas enttäuschend – wir hatten alle mehr erwartet, kennen jetzt aber schon den Anfangsteil des Weiterweges am nächsten Tag.

Am Abend werden wir wieder von den Einheimischen umlagert und bestaunt..., was die Fremden da wohl so treiben. Da wird noch im Nachgang so manche Frucht und Samen dokumentiert oder gar erst zerlegt und zum Trocknen vorbereitet, Notizen gemacht, Karten gewälzt......; ich zeige dann paar Bilder aus meiner

Mappe (Netbook habe ich hier nicht mit!) und es geht ja auch über den Kameramonitor der Nikon einiges zu machen. Jedenfalls bleibt eine Traube von Neugierigen bis in die Nacht hinein hier hängen.

 

 

Donnerstag, 4 Februar Aufstieg nach Liliconga von Matibamba - 4 .Trekkingtag

Recht zeitig brechen wir früh auf, denn bevor die Sonne herauskommt ist es gerade noch erträglich unten in Matibamba. Das Terrain vom Vorabend kreuzend, erwarten wir nicht viel. Doch dann stößt Nelson auf eine Matucana spec. mit Blüten und Früchten. Ich habe das Glück eine Cristate von Armatocereus balsasensis zu entdecken. Diese hat zwar keine sehr großen Ausbildungen der „Kämme“, doch dafür auch wieder mehrere. Jedoch mit gut 4-5m Höhe nicht ganz so einfach erreichbar. Auch später dann endlich mal ein balsasensis

in Blüte. Hatte nicht auf eine so schöne rote Blüte gewartet.....Das erste mal für mich, obwohl ich schon so viele Exemplare davon gesehen habe. Die Browningias stehen hier ebenfalls recht kräftig als Kandelaber herum und ich nutze dies für ein paar Fotos zusätzlich. Immer noch haben wir keine Sonne und steigen demzufolge recht zügig auf. Dann ab ca. 2000m NN, wir haben eine Zone von hohem Strauchwerk erreicht die keinerlei Kakteen mehr beherbergt, wird es zum fortgeschrittenen Vormittag doch schnell warm. Die anfänglichen Wolken oben bei ca. 2500m sind aufgelöst und es gibt die volle Hoichgenbirgsstrahlung! Nun tauchen wider Erwarten doch noch Kakteen auf. Zwar nichts von den beliebten Matucanas mehr, sondern wieder die Espostoa spec. mit ihrem schlanken Wuchs, jedoch starken Trieben. Später auch noch ein XXXXXXX, der jedoch wohl so neu und selten sein sollte wie Nelson meint, daß ich hier das Ganze erst einmal auslasse......, auf alle Fälle war ich höchst erfreut diese Entdeckung zu machen und konnte dies gut dokumentieren. Reife Früchte gab es ebenfalls davon. Ein relativ eng begrenzter Standort, gut das die ganze Zeit das GPS mitläuft somit ist alles später leicht exakt nachvollziehbar und wieder aufzufinden. Leider hat Nelson wieder einige Problem mit seinen Beinen, so daß ich hier fast alles allein dokumentiere. Inzwischen wird der Anstieg immer noch etwas steiler und wir können endlich das Dorf Marante sehen. Es zieht sich aber noch lange nach oben, bis wir endlich an unserem Rastplatz an der Dorfschule sind. Hier können wir endlich Wasser fassen, alles ist inzwischen leer getrunken.

Ich bereite das Mittagssüppchen zu, mit etwas Schatten ruhen wir doch ganz gut aus. Es geht weiter steil aufwärts,bis dann endlich die ca. 2700mNN von Liliconga erreicht sind. Nun haben wir doch schon gute 1600

Meter Höhenanstieg hinter uns.Dazu die schweren Rucksäcke, man merkt es gewaltig in den Beinen. Von hier sollte dann die Route ursprünglich wieder abwärtsführend zum Maranon nach Montevideo gehen. Da Nelson aber kaum noch tragbares Schuhwerk hatte und leicht verletzt war, nun der Schwenk in Richtung Westen um abzukürzen und möglichst am Freitag den Transport hinunter nach San Marcos zu erwischen.

Nelson kennt einen Campesino etwas weiter aufsteigend im großen Osthang mit einer Hacienda, dort wäre es gut zu lagern. Also steigen wir nochmals weiter auf. Dann haben wir reichlich die 2800mNN erreicht, es wird spürbar kühler, vor allem als es Abend wird. Entsprechend müssen auch nach Tagen wieder mal lange Sachen ausgepackt werden. Beim Campesino werden wir freundlich aufgenommen. Im Umfeld seiner Ranch stoßen wir u.a. auch auf eine riesige Peperomia, die beim Dokumentieren sagenhafte 60 cm Länge ergibt und große Samen trägt. Das wird wohl die nächste Erstbeschreibung werden, Nelson nimmt entsprechend Belegmaterial mit usw.. Wir durchstreifen noch etwas das weitere Umfeld, zwar viel Diversität gerade in den felsigen Bereichen mit Orchideen auch, jedoch an Kakteen ist hier nichts, dazu hätten wir nochmals über die 3000m hoch steigen müssen. Dann hätte uns die Nacht eingeholt..., also Schluß für diesen Tag.

Abendessen nehmen wir mit der Familie vom Campesino ein. Ich spendiere unseren bis hierher mitgeschleppten Schinken, der dann leider etwas bei der Zubereitung der Campesina untergeht.Es wäre nach 4 Tagen das erste Stückchen Fleisch gewesen. Fast im Dunkeln sitzen wir mit in der Behausung, wo noch am offenen Feuer gekocht wird. Dabei kein Rauchabzug, die Augen brenne wie verrückt. Die aufgetragenen Speisen wären für ungeübte Mitteleuropäer schon sehr gewöhnungsbedürftig. Man ist Maiskörner zu allem, sogar Mehl wird mit Löffeln gegessen. Gut daß es aber auch Kartoffel gibt. Wasser ist im Prinzip bis auf etwas Trinkwasser nicht vorhanden, schon wieder die Fehlinformation von Nelson, worüber ich mich etwas ärgere. Du schwitzt den ganzen Tag wie ein Verrückter und hast dann doch etwas das Bedürfnis dich ein kleinwenig zu waschen...., doch ich glaube die Latinos kennen das mit dem Wasser nicht so, sie fühlen sich auch so wohl und bei dem fehlenden Licht sieht eh keiner den Dreck! Wir bekommen einen Raum in einem Nebengebäude, lagern auf dem Fußboden. Doch besser, denn die Nacht bringt Regen, da hätten wir mit Zelt doch nicht so glücklich ausgesehen. 4-5 Uhr soll es morgen auch schon weitergehen.......und da wäre Zeltabbau auch garnicht so günstig.

 

 

Freitag, der 5. Februar Rückweg über San Isidro nach San Marcos

Sehr entgegen kommt uns das freundliche Angebot vom Campesino unsere Rucksäcke bis San Isidro per Esel zu transportieren. Dort ist Freitags Markt und er will ohnehin dorthin. Im Dunkel früh noch, jedoch bei weitem später als angekündigt, sattelt er die Tiere. Vorher ein kleines Frühstück, zum Glück habe ich noch was von den Haferflocken dabei – die Maissuppe früh um 5 mit xxxx???, da war ich sehr skeptisch.

Wir bräuchten nicht zu Trinken und zu Essen für die Strecke meint Nelson. Na denke ich, dann geht es sicher schnell.

Doch schon nach den ersten 10 Minuten beginnt der Regen wieder, im Schein der Taschenlampe steigen wir aufwärts und es wird zunehmend schlammig. Die Rutschgefahr ist exttrem! Immer höher, dann die Einsattelung von Veintanillia. Ich denke mal die Hälfte ist weg. Doch schon kommt Durst auf, trotz Regen. Weitere Anstiege folgen, der Schlamm aber wird extrem. Wir waten förmlich im Brei, Kraftanstrengung ist enorm hoch, dazu die Angst hier zu Boden zu gehen. Bestimmt 10 km Schlamm müssen gelaufen werden, da entweichen mir doch so manche leichte Flüche......, es nimmt kein Ende. Dazu der Durst. Ich bin so sauer, daß ich auch keinmal mehr die Kamera heraushole – auch schon aus Angst diese könnte mit im Schlamm versinken. Endlich steinigeres Terrain, dafür geht es noch mehr bergauf. Die Höhenmesser zeigen längst schon weit über 3500m an, doch beim Blick im Wolken-und Regendunst nach oben ist kein Ende erkennbar. Inzwischen haben sich dutzende andere mitziehende Campesinos eingereiht. Wie eine endlose Karawane im gespenstischen Nebel geht es weiter. Zwar taucht dann recht abwechslungsreiche Hochgebirgszwergvege-

tation auf, doch durch den Regen packe ich die Kamera immer wieder schnell unters Regencape. Paar Bilder kann ich mir vom ganzen „Spektakel“ hier dann doch nicht verkneifen, trotz Nässe, Kälte, Schlamm und Erschöpfung. Oft werde ich fast mühelos erscheinend von Kindern und älteren Campesinas überholt. In Sandalen, den Schlamm bis zu den Knien hoch an den nackten Beinen sausen diese oft wieselflink an mir vorbei. Fast will ich die Welt nicht mehr verstehen. Nun gut wir waren sicher schon paar Stunden mehr auf den Beinen. Doch trotzdem allein in dem Schuhwerk....., ich dagegen im Highteck Spezialschuh und als trainierter 100km -Läufer. Sicherlich hat mich auch die Höhe wieder etwas mit angeschlagen, dann dehydriert – dank Nelson und eben auch starkes Hungergefühl. Plane nie etwas mit einem Latino, ohne dass du selbst noch das Ganze extra versuchst abzusichern ist wieder einmal die Lehre daraus. Zu Coca u.a. Dingen wollte ich auch nicht greifen, das wäre Doping, Dieses Doping der armen Leute hier spielt jedoch eine oft entscheidende Rolle – ich beobachtete schon öfter wie sich die Leute dann ab bestimmten Punkten (Belastungen) kurz zurückziehen und dann auftauchen den Mund zum Bersten voll mit Cocablättern kauend!!!! Bzw. unten im Cocaanbaugebiet haben sie ihr Cocadöschen aus dem sie sicher noch hochwirksamer die Prozedur erfolgen lassen können. Auch zieren dann solche Wege häufig die Überreste ausgespiehener Cocablätter! Selbst Taxifahrer/Busfahrer habe ich schon beobachtet, die dann fast nicht mehr Herr der Lage (Auto ) waren.

Auf welch sonderbare Weise mein Freund Nelson jedoch plötzlich wieder so flink war kann ich nicht erklären. Sicher auch, weil es schnell nach Hause ging. Ordentlich entlohnt hatte ich ihn ja dummerweise schon vorher. Endlich nach fast 5 Std ist dann der Hochsattel bei reichlich 3700mNN erreicht und mit dem Abstieg fühle ich mich zunehmend besser. Dann taucht auch in einer Wolkenlücke schon einmal tief unten San Isidro auf.. Gute 700m Höhe sind in Geröll wieder abzusteigen, bloß nicht Straucheln auf zuletzt. Irgendwie sind wir dann nach gut 6 Std unten am Marktzentrum von San Isidro. Etwas ganz schwacher Sonnenschein belebt den ausgepowerten Körper wieder. Schnell was zu trinken und die Schlammklamotten abstreifen.

Dann sieht die Welt schon anders aus. Ich lade noch meine Begleiter zum Pollo -Essen ein, seit langem, daß ich mich auf Pollo freue, dazu ein großes Bier und das Regenerieren geht dann doch sehr schnell. Es war sicher der Hungerast der so mit zu schaffen machte. Auf dem Markt treffe ich auch auf einen alten bekannten Campesino von 2008, der mich sogar noch mit Namen kennt und anspricht, zum völligen Erstaunen von Nelson. Natürlich geht es wieder um Kartoffeln auf dem Markt für mich. Die „Huagalensis“ hole ich mir, dazu paar „Peruanitas“ u. noch was so aus der großen Höhe stammt, denn damit ist die Anpassung in D zuhaus wesentlich einfacher und erfolgversprechend.

Gegen 14 Uhr klappt es auch mit einem Micro nach San Marcos und gegen 18 Uhr sind wir in Cajamarca.

Im „Spayazzo“ kriege ich schnell mein Zimmer, hole noch schnell die restlichen Sachen von Nelsons Haus und dann endlich unter die Dusche, die leider wieder fast kalt ist. Totmüde falle ich ins Bett!

 

Todmüde falle ich ins Bett!

 

Samstag, 6. Februar ….....Schon wieder in San Marcos

Da Samstags großer Kartoffelmarkt in San Marcos ist und auch mein Amigo von San Isidro dort sein will, fahre ich am Morgen schon wieder raus. Es hatte aber die ganze Nacht geregnet und so besteht der ganze Marktplatz nur aus Schlamm. Es ist nicht gerade das reinste Vergnügen dort umher zu wandeln. Es kostet mich einige Überwindung dann doch noch mich dort rein zu begeben – hatte eigentlich noch vom Vortage genug!

Jedoch kann ich noch ein paar extra Knollen mir aussuchen, nur mein Amigo taucht nicht auf.....!

Mittag esse ich im Ecklokal am Plaza und dort kommt dann zufällig Ejose vorbei, der ja sein Vaterhaus in Aguas Calientes rekonstruiert. So können wir gleich den Treff in A.C. besprechen und ich brauche nicht zu telefonieren. Anschließend klären wir noch paar Dinge im Internetcafe ab, so daß Ejose u.a. besser an meine Bilder im web herankommt. Da ich durch weiteren recht heftigen Regen nun nicht mehr hoch an den Botanischen Garten komme, bleibt nur noch ein Besuch beim Fotografen Gilmer am Plaza. Er freut sich natürlich und auch als dann diesmal sein Sohn mit da ist, der übrigens gut englisch spricht, können wir noch paar Dinge mit besprechen und ich kann somit besser diese Verbindung zusätzlich nach San Marcos aufrecht erhalten. Am späten Nachmittag kehre ich nach Cajamarca zurück, immer noch Regen und unfreundliches Wetter. Ich kann es kaum erwarten nach Aguas Calientes zu kommen.

 

 

Sonntag, 7. Februar ...Ruhetag in Cajamarca und restliche Ausrüstung von Trekkingtour säubern.....

Viel passiert nicht....., außer das ich immer noch mit dem Trocknen der restlichen Dinge beschäftigt bin. Mit Nelson habe ich mich noch einmal am Montag verabredet, wir wollen wegen Niederschlagsdaten uns in Cajamarca kundig machen.

 

 

Montag, 8. Februar - Abreise nach Aguas Calientes zurück ins Warme

Früh kommt Nelson und eigentlich sollte es raus zur Uni gehen. Doch dann entscheidet sich Nelson für den Meteorologischen Dienst „Senamhi“ hier in Cajamarca. Die website war eigentlich schon recht wenig versprechend......!

Leider kommt nichts heraus! Nelson scheint nicht zu begreifen, daß man dafür bei diesem Dienstleister mächtig zur Kasse gebeten wird. Ich kläre das dann kurzerhand schnell ab und wir können uns den restlichen Aufwand nach Daten zu fragen ,ersparen. Das war nun wieder nicht sehr hilfreich mit Nelson loszugehen.

Am Mittag fährt dann mein Bus raus nach A.C., Nelson hat keine Lust mehr mitzukommen, ich hätte ihm wohl schon wieder Geld vorstrecken sollen...., doch dazu habe ich keine Lust mehr. Es ist mir einfach doch

zu banal auf diese Weise unsere „Zusammenarbeit“ weiter fortzuführen.

Gegen 15 Uhr treffe ich in A.C. ein. Im Hostal am Thermalbad komme ich sofort wieder gut unter und der rührige Betreiber dort freut sich mich nach dem letzten Besuch vom Dezember dort wieder zu sehen.

Die Wärme hier tut sehr gut nach den vergangenen Tagen. Auch kann ich restliche Ausrüstungsgegenstände

die noch Grundreinigung benötigt haben, wie die Rucksäcke usw. ,hier mit dem zur Verfügung stehenden Thermalwasser endgültig wieder auf Vordermann bringen innerhalb der nächsten Tage. Zuerst natürlich einmal ein wohltuendes Bad im großen Schwimmbecken, das immerhin knapp 45° C heißes Wasser hat.

Am Abend trifft zufällig dann schon Ejose ein, es gibt im Hostal eine kleine Bürgerversammlung und so haben wir gleich die Möglichkeit uns für den Folgetag zu verabreden. Mit Ejose gehe ich sehr gerne los, denn ich weiß, daß er niemals nach einer Vergütung fragen würde. Ich erledige die notwendigen Dinge zur Versorgung unserer Tour am Dienstag mit paar Lebernsmitteln, wobei natürlich im heißen „Valle“ die Getränke und Früchte ganz im Vordergrund stehen.

 

 

Dienstag, 9. Februar Tagestour runter im Valle bis an den Canyon des Rio Crisnejas

Für um 7 Uhr habe ich Ejose zum Früstück im lauschigen Hof des Restaurantes hinter dem Hostal eingeladen.

Dann brechen wir noch bevor die Sonne so richtig zum Zuge kommt, auf. Ähnlich wie schon 2008 mit Ejose, die Tour war damals schon sehr sehr schön, immer parallel am Crisnejas entlang durch die vielen Pflanzungen der Campesinos. Es macht dort so viel Freude an Bananenstauden, Papaya, Orangenbäumen, Zuckerrohr usw. entlangzugehen. Für den Rückweg war klar, wir decken uns nochmals kräftig mit Orangen ein.

Auch wenn es erst reichlich ein Jahr her ist, dass ich diese Gegend besucht hatte, so sieht man erfahrungsgemäß beim 2. Male alles etwas anders, auch spielt die evtl. andere Wetterlage eine Rolle mit. So wird es dann in der Bruchsteinzone mit den vielen Trixanthocereus/Espostoa blossfeldiorum wieder sehr interessant. Nicht nur der vielen Peperomia dolabiformis wegen, sondern ich kann auch sofort dort erstmals eine Sinningia auffinden. Und was für eine Riesenpflanze. Bis über 60 cm hoch, die Knolle dann frei gebuddelt könnte fast 4 Pfund an Gewicht gehabt haben. Natürlich muss das gut dokumentiert werden. Ejose war erstaunt, mit welcher Sicherheit ich ihm diese Knolle der gelbblühenden Sinningia dann aus dem Bruchsteinboden hervor zaubern konnte. Für ihn war Sinningia wohl bisher ganz unbekannt. Auch eine andere stark sukkulente Portulaceae finde ich noch hier im Areal. Es geht weiter an einzelnen Lasiocereus vorbei, hier war ich noch auf der Suche von ordentlichen Früchten zur Dokumentation.Im steilen engen Canyonbereich kann ich in sehr luftiger Höhe noch zusätzlich Lasiocereus mit extremer langer und gelber Bedornung mit dem Fernglas erspähen. Es scheint fast so, als könnte es sich auch um eine neue Species handeln. Das wollen wir uns natürlich näher anschauen. Anfangs kommen wir im Steilgelände auch noch recht passabel aufwärts. Seitlich sind wir nun schon im stark abschüssigen Felsgelände so nahe, daß sich eine weitere Beurteilung der Cereen machen läßt. Ich kann weder Früchte erkennen dort, noch erhärtet sich der Verdacht eine neue Speciwes könnte dabei erkundet werden. Wir begnügen uns dann mit einem anderen Lasiocereus ohne größere Kletterpartie, der jedoch 2 vollreife geplatzte Früchte trägt, die sofort abfallen. Zum Erstaunen taucht dann auch noch eine schlanke Espostoa auf, so im Habitus und auch der Bedornung, wie unlängst bei Pay Pay und Matibamba beschrieben. Leider hat sie im wenigen Cephalium keine Früchte tragend, doch dann wenig später aufwärts zurück in Richtung A.C. findet sich auch davon noch ein geeignetes Exemplar. Mal sehen was der Vergleich der Bilddokumentationen ergibt, ob es Zusammenhänge gibt. Die Standortbedingungen würden schon erst einmal dazu passen.......

Wir halten Mittagsrast unter einem riesigen Felsdach, welches zusätzlich von Bäumen abgeschottet ist, so daß sich hier noch recht kühlere Luft gehalten hat und wir uns etwas erholen. Ich koche das Mittagssüppchen und so gehen wir dann recht erholt und gestärkt auf den Rückweg. Noch vor der Bruchsteinzone entdecken wir eine kleine Cristate von Espostoa lanialuligera, leider nur ein Trieb ausgebildet als Kammform. Im Bruchsteinfeld teste ich auch noch mit Mischproben den pH-Wert des Substrates und kann wieder feststellen, das dieser knapp im basischen Bereich bei ca. 7,2 liegt. Der weitere Rückweg ist dann mit viel Hitze des Nachmittages doch noch anstrengend. Jedoch locken dann die goldenen Orangen von einer Pflanzung und der dort anwesende Campesino verkauft uns gerne etwas davon. So an die über 30 Orangen bekommen wir für ein vergleichsweise lächerliches Entgelt von umgerechnet ca. 50 Cent! Natürlich werden zum Durstlöschen sofort etliche davon gierig verschlungen - was für eine Köstlichkeit und dann eben gerade selbst noch gepflückt! So erfrischt und gestärkt fällt der restliche Rückweg nicht mehr so schwer.

Im Hostal angekommen, lade ich Ejose noch zum Thermalbaden ein, was er dankend an nimmt.

 

 

Mittwoch, 10 Februar Ausflug nach Südwesten mit dem Restaurantbesitzer

Er will mir unbedingt seine Ländereien in Richtung Cajabamba zeigen, mit dem Hintergedanken der „Gringo“ könnte ja Interesse am Kauf haben......

Ja wieder einmal mit einem echten Latino unterwegs....., keinerlei exakte Info wie weit es ist und wie lang es dauert. „Ich solle nur gleich ohne Frühstück los“ meint er, das war wieder so ein Ding. Ich dachte wir sind dann auch schnell zurück. Doch erst mit dem Bus eine halbe Std., dann ein Taxi nochmals so lange und jetzt meinte er wir müßten noch bissel gehen. Am Ende laufen wir nochmals ne Std., der Magen fängt an zu knurren, obwohl ich schon vorsorglich Bananen mit hatte und Wasser. Gegen 10 Uhr sind wir endlich da. Zwar eine sehr ruhige schöne Gegend, besonders das Vogelgezwitscher am Morgen war fast wie im Frühling bei uns zu haus..... jedoch mit Höhen um 2000mNN fast tropische Vegetation. Das riesige Grundstück dann jedoch kaum noch bewirtschaftet im Dornröschenschlaf. Eine verfallene Hütte umgeben von fast dschungelartigem Bewuchs mit einzelnen früchtetragenden Bäumen. All das will er mir natürlich zeigen. Chiremoya. Limas. Orangen. sogar Äpfel, jedoch was mir neu war und exotisch lecker schmeckte, sind Chalarinas. Eine kugelige Frucht, im Reifezustand gelblich mit schmelzig saftig feinem weissem Fruchtfleisch, die ich bisher so noch nie gesehen noch probieren konnte. Eine Leckerei besonderer Art!!!

Ab und an verschwindet mein Begleiter wortlos im Gelände, ich kann nicht erraten was es wohl soll. Dann merke ich beim Wiedereintreffen, er hat sich mit Cocablättern vollgestopft und taumelt leicht durch die Gegend. Etwas seltsam kommt mir das Ganze schon vor........

Es dauert lange bis ich meinem Freund klarmachen kann, daß ich keinerlei Interesse an seinem Land habe.

Immer weiter führt er mich herum. Irgendwann hat er es begriffen. Er packt mir noch den Rucksack voller Früchte und es sieht nach Rückweg aus. Doch dann nach gut 10 Minuten verabschiedet er sich urplötzlich. und läßt mich stehen.

Was soll es, denke ich und trete den Heimweg allein an. Mittag nach 13 Uhr bin ich vom „kleinen Ausflug am Morgen“ zurück.

Den Rest des Tages verbringe ich im Hostal, am Thermalbecken und beim weiteren Aufarbeiten der Reiseberichte und …..was sonst so noch liegen geblieben ist.

 

 

Donnerstag, 11. Februar - Meine letzte Tour in Nordperu - hoch nach Socchagon

Gleich nach dem Frühstück komme ich vorn im Ort mit einem Taxi weg, das mich direkt bis hoch in den Ort Socchagon bringt. Zu Fuß hätte ich 2 Std. gebraucht und damit zuviel Zeit verloren, auch soll es am letzten Tag etwas ruhiger zugehen. So beginnt meine Tour dann in ca. 2300mNN und ich habe hier fast 500m höher als Aguas Calientes am Morgen noch schöne frische Luft. Doch dann fängt auch hier die Sonne schon mächtig an zu brennen. Vorerst bewege ich mich in der lockeren Bebauung in Ortsmitte. Die dazwischen liegenden Brachen, meist mit Felsblöcken und Dornengestrüpp durchsetzt,stellen Rückzugsrefugien für allerlei Pflanzen und aber auch Tiere dar. Schon vom Weg aus kann ich einen großen Weberbauerocereus ausmachen und dort auch reife Früchte vorfinden.Leider sind die Blüten nicht auf!

Etwas weiter bergauf dann in stark hängigem Gelände tauchen im niederen Bewuchs etliche Peperomia auf. Die kleinste davon ähnelt stark andina, jedoch mit Knollen bis fast 5cm Durchmesser könnte es etwas anderes sein. Dazu noch Pep. galioides mit seinen langen Blütenständen weit leuchtend und sehr stark verbreitet.

Nun auch erwartungsgemäß von Matucana die intertexta, leider keine aktuellen Blüten mehr vorhanden, nur Reste. Viel andere schmückende Begleitpflanzen wie Salvien in rot und blau, Sträucher die ich noch nicht zuordnen kann, der mex. Stechmohm (Argemone mexicana) mit seinen gelben Blüten, einzelne Puya, auch ein Sedum usw......

Bemerkenswert auch ein eiziger nicht mehr später wieder zusätzlich aufgefundener Borzicactus – ähnlich der Neuentdeckung von Matibamba. Recht befriedigt für die ersten paar Meter des Tages geht es aufwärts, nach Nordwesten, das Dorf am Steilhang verlassend. Dort ebenfalls wieder sehr dichte Bestände der Pep. galioides, weitere Puya und auch nochmals Mat. intertexta. Dann oben auf dem großen Zwischenplateau in ca. 2650mNN ebenfalls Fortsetzung der Intertextapopulation, leider immer noch ohne Blüten.

Somit entschließe ich mich noch den großen Bergzug nördlich von Socchagon zu ersteigen, wenn es auch nochmals reichliche 300Hm aufwärts in steilem Gelände gehen muß. Ich komme recht gut vorwärts und schon bald auch hier eineobere Population von intertexta. Dazu mehr an Aufsitzerpflanzen aus dem Reich von Tillandsia, meist mit rötlicher Färbung besonders schön also. Recht dicht die Matucanapopulation dann oben fast am Cumbre, bei ca. 2900m und höher im Fels. Auch eine einzelne Echeveria läuft mir über den Weg. Evtl. oreophilla...., meinte später Nelson...

Erste Blüten von interetexta, jedoch schon zu weit verblüht für gute Bilder!. Ich raste erst einmal um Mittag zu machen. Danach endgültig die Bergkuppe erreicht und noch ca. ½ km weiter nach Nordosten gegangen. Hier in einem ehemaligen Feld von Chulpas (Gräber der Indios) in steinig felsigem Terrain wieder Matucana.

Auch in den Steinmauern verteilt stehen große meist stark bedornte Exemplare. Nehme mir nochmals viel Zeit, dokumentiere u.a. auch die geplünderten Grabstellen mit Knochen teilweise herumliegend, doch dann endlich noch der verdiente Lohn. Eine intertexta hat eine wunderschön geöffnete Blüte für die Fotos. Sattes rot bis leicht orange, also die klassische intertexta. Lediglich Sa. ist hier kaum auffindbar bzw. nicht reif. Mann kann also zur Verbreitung von Matucana intertexta im Raum Aguas Calientes Socchagon sagen, daß diese fast flächendeckend das ganze Areal noch besiedelt haben. Abgesehen von den anthropogenen Einflüssen der Landwirtschaft, hat es hier eine sehr gut erhaltene Verbreitung. Daß natürlich die Exemplare von den niederen Standorten bei unter 2000mNN sich zu den Ex. um 3000mNN unterscheiden, kann natürlich anhand der ausführlichen Dokumentation im Detail gut nachvollzogen werden. Zwar gibt es ganz oben evtl. etwas üppiger bedornte Formen, doch eine Generalisierung wage ich im Moment noch zu bezweifeln.

Recht ordentlich natürlich der Ausblick von ganz hier oben. Im Norden kann man schon teilweise den Cerro Chimboyoc erkennen, sieht hinunter ins Canyongebiet vom vorletzten Tag mit Ejose und natürlich auch in alle anderen Richtungen, zumal ich sehr gutes Wetter erwischt habe. Auch im Steilabstieg wieder etliche Matucanas. Durch den Ort Socchagon dann auf der sich wunderschön durch die Landschaft schlängelnden Fahrstraße, jedoch Fahrzeug kommt nicht ein einziges den ganzen Tag über wie ich beobachten kann.

Hier immer noch paar wunderschöne Landschaftsaufnahmen einer sehr romantisch gewachsenen Kulturlandschaft, die in jedes Klischee passen würde. Hatte auch schon 2008 hier den Vergleich zu Südtirol gezogen. Unten am „Sinningiaberg“ (hier hatte ich 2008 die rotblühenden Sinningias gefunden) stoße ich noch auf eine Espostoa lanianuligera mit Frucht. Es ist wohl mit das oberste Verbreitungsgebiet dieser Espostoa. Von hier der wunderschöne Ausblick hinunter nach Aguas Calientes – doch die 10 km Luftlinie die mich davon trennen, müssen erst bewältigt werden. Also nur eine kurze Rast, dann stürze ich schon los. Immerhin ist es gegen 4 Uhr nachmittags und Zeit zur Rückkehr. Anfangs verläuft der Weg der Campesinos recht ordentlich und ich stoße auch nochmals auf sehr große M. intertexta mit Früchten.

Dann verläuft sich mein Weg im Busch und ich habe Mühe endlich wieder eine Route zu finden. Somit wird aus dem als ganz ruhig geplanten Tag ein recht straffer Rückweg mit teilweisem Lauftempo, die Zeit sitzt mir einfach im Nacken. Gerade noch vor dem Dunkelwerden treffe ich am Ortsrand von A. C. Ein. Dort habe ich das Glück beobachten zu können, wie ein Brennofen für Tonerzeugnisse geheizt wurde. Die Arbeiter dort zeigen mir bereitwillig was sie hier so treiben und ich kann einiges davon im abendlichen Licht festhalten. Ist schon enorm, wie man mit dem bissel Holz angeblich Brenntemperaturen von bis 1500° C erzeugt!

Zum Regenerieren kann ich natürlich dann am Abend noch das Thermalwasser gut nutzen. Auch meine total zerschundenen Beine können sich davon etwas beruhigen lassen.

 

 

Freitag, 12. Februar Rückreise nach Cajamarca

Gleich nach dem Frühstück breche ich auf.. Doch zuvor hatte ich noch gleich nach dem Aufstehen ein erquickendes Bad im nächtlich etwas abgekühlten Thermalwasser genommen. Dazu die morgendlic he Frische und Ruhe, man kann sich ganz schön an diesen Luxus gewöhnen.

Halb Neun fährt mein Bus, „Rojas“ ist wohl die zuverlässigste Busgesellschaft hier aus dieser Route Cajamarca- Cajabamba.

Mittags bin ich in Cajamarca und steige wieder im Spayazzo ab.

Viel passiert nicht mehr, ausser orgnisatorische Dinge beim Aufarbeiten der Reise.

 

 

Samstag, 13. Februar STRASSENKARNEVAL IN CAJAMARCA  s.a extra webalbum mit ca. 100 Bildern - sehr farbenprächtig - aber brutal!!!

http://picasaweb.google.de/kaktussteffen1/X315SAExpCarnevalCajamarca#

Gleich früh kommt Nelson vorbei, er wollte sich noch Bilder holen vom Trekking. Als das erledigt ist steigert sich auf den Strassen draussen die Karnevalsstimmung inzwischen so sehr, daß ich nicht mehr wegkomme.

War die Tage zuvor das Werfen von Wasserbeuteln noch harmlos, so läuft das ab heute mit deftigen Farbbeuteln wesentlich brutaler ab. Ich ziehe es vor nicht mehr das Hotel zu verlassen, sondern kann eigentlich das ganze Treiben recht gut von den Fenstern aus beobachten und dann auch entsprechend Videos aufnehmen und natürlich auch zahlreiche Bilder anfertigen. Es wird immer rasanter da draußen, so viel bunte verteilen, ist schon sehenswert. Ganz gemein dann das Öffnen von Autotüren und Hineinspritzen von Farbe.

Immer wieder wechseln sich Gruppen mit verschiedensten Farbkonstellationen ab. Dann auch eine Art Festumzug, ähnlich wie wir es kennen, jedoch mit relativ wenig Hintergrund außer wildem Treiben, immer wieder mit viel „Farbeinsatz“.

Das Ganze geht schon fast 2 Std. lang vor dem Hotel als farbenprächtiges Treiben, das sich schon lohnt zu fotografieren.

Als dann nach dem Mittag etwas Ruhe einkehrt, schnappe ich mir ein Taxi, verriegele die Türen und fahre rein ins Centro was essen. Auch am Plaza dann noch wildes Chaos. Lange schaffe ich es nicht mehr mich ganz unbeschadet zu halten. Man nimmt jedoch auf Touristen bzw. Gringos etwas Ruecksicht – somit komme ich auch noch, wenn auch unter viel Wagemut, zu weiteren Bildern. Auch ich bekomme noch eine kleine

Kriegsbemalung“ ab und zeihe dann langsam ins Hotel zurück. Um 18 Uhr geht ja dann auch mein Bus nach Lima. Habe mir bei „Flores“ einen Platz im „Coche Cama“ sichern können und so komme ich recht bequem durch die Nacht.

 

 

Sonntag, 14. Februar Ankunft in Lima

Habe im Internet im „Inka Path“ reserviert, dort kann ich über WLAN verfügen und wohne auch schön zentral die letzten Tage. Zumindesdt so war es angedacht – später wieder die böse Überraschung, daß das Internet nach dem anfänglichen Funktionieren wieder aussetzt und mir etliches an zuletzt geplanten Dingen

nicht mehr möglich ist.

Zumindest verfüge ich aber über relativ viel Platz und das ist wichtig die letzten Tage vor der Abreise, um alle Sachen noch einmal etwas auf Vordermann zu bringen, bzw. so zu ordnen.....

Das Wetter in Lima empfängt mich hochsommerlich warm mit viel Sonne. Das ist schon angenehm nach dem letzten kalten Tag in Cajamarca.

 

Montag, 15 Februar Besuch im Jardin Botanico und Herbario der Uni San Marcos

Es ergeben sich noch ein paar Möglichkeiten in Lima sich weiter umzusehen.

Auch gerade im Botanischen Garten, den ich schon 3 mal besucht hatte, finde ich immer wieder neue interessante Dinge.

U.a. erstehe ich auch noch ein aktuelles Pflanzenbestimmungsbuch des “Museo de Historia Natural“ der Uni.

Zwar beschränkt es sich auf die Provinz Ancash, doch da ich auch gerade dort schon mehrfach war, hilft mir dies viel weiter!

Obwohl als ruhiger Tag in Lima geplant, bin ich wieder bis in die Dunkelheit hinein auf den Beinen und auch dieser drittletzte Tag bringt damit kaum etwas Erholung.

 

 

Dienstag, 16. Februar Ultimativ letzter Feldausflug – nach Chosica im unteren Rimactal

Da es mit dem Microbus recht leicht und sehr kostengünstig machbar ist, starte ich noch einmal raus „ins Feld“. Es braucht zwar so seine 2 Stunden bis man draußen in Chosica ist, die Ortsteile von Lima – Centro bis Chosica raus sind hoffnungslos durch Verkehr überlastet!

Doch dann, ich kenne Chosica von mehreren Reisen der letzten Jahre recht gut, kann ich zielgerichtet in wenigen Minuten mein geplantes Gebiet ansteuern. Ich möchte unbedingt noch im Habitat von Cleistocactus xylorhizus Blüten auffinden, was mir bis dato noch nie gelungen ist!

Zwar hat sich an diesem Tag wieder recht dicker Küstennebel - „Garua“ auf die Region gelegt, doch das kann sich manchmal auch im Tagesverlauf etwas lichten.

Ich steige wieder gleich vom Ortsrand etwas unterhalb der 2 Hängebrücken am Bahnhof Chosica im steilen V-Tal ein. Natürlich wieder alles im typischen Grau mit Staub und kaum von Pflanzenleben zeugend.

Doch schon an den ersten Exemplaren von Neoraqimondia roseiflora und auch bei Haageocereus, als auch die Tephrocacteen scheinen in momentanen Neuaustrieb zu stehen. Es sind deutlich frischgrüne Pflanzenteile zu erkennen.

Meine Cleistocacteen tauchen auch bald auf, mit ähnlichen Merkmalen eines neuen Vegetationsschubes.

Jedoch von Blüten so gut wie kein Ansatz im Moment.

Ich riskiere wieder etwas den abschüssigen Aufstieg im stark verwitterten Granithang. Doch wesentlich einfacher komme ich weiter oben dann deutlich über 1000mNN vorwärts, als ich in den Felsschrofen bzw. Blocksteinfelderm weiter suche. Mit dem Fernglas kann ich weiter abseits von Chosica in Höhen um 1300mNN immer wieder Populationen von Neoraimonia leicht ausfindig machen, welche dann auch noch Cleistocactus xylorhizu beherbergen. Endlich zumindest doch schon große Früchte dokumentierbar, als auch Blütenknospen. Letztere jedoch bestimmt noch mit 3-5 Tagen Vegetationzeitbedarf bis zur Entfaltung. Es scheint also doch möglich zu sein noch etwas zu finden. Ich gebe nicht auf, steige immer weiter hoch..., dann endlich das Signal..., ich kann weiter oben eine rote Blüte erkennen. Eindeutig ein xylorhizus!! Eine sehr vital, typisch eine auch basal mehrfach sprossende Pflanze von ca. 1 Meter Höhe hat eine voll geöffnete Blüte, als auch noch eine sich wohl am Folgetag noch öffnende Blüten. Ich kann viele Bilder zur Dokumentation anfertigen. Auch begünstigt inzwischen sehr diffuses Licht, die Sonne hat die Wolkendecke hier leicht aufgelöst, meine Aktivitäten. Es ist wiklich ein Prachtexemplar dieser Species. Es scheint alles zum Abschluss meiner Tour nochmals zu passen. Die sehr kräftige Bedornung, auch bis in den Scheitelbereich hinein, aus dem die Blüten hervorgebrochen sind, es ist schon ein sehr großes Glück für mich noch einmal hier so zum Zuge zu kommen. Natürlich kann ich der taxonomischen Zuordnung zu Cleistocactus aus meiner Sicht hier nicht zustimmen, eine typische schiefsaumige, weit geöffnete Blüte von Loxanthocereus, aber diese Gattung will man zur Zeit nicht mehr anerkennen akzeptieren......!

Die leichte Sonneneinstrahlung bringt dabei die zarte rote Blütenblätterfarbe noch einmal so richtig zum Leuchten – besser konnte es nicht klappen am Ende, Es scheint doch ein respektabel großes Verbreitungsgebiet zu sein ( 2008 war ich in der Quebrada California und diese liegt immerhin mind. 5 km Luftlinie weg!) Es kann mit Sicherheit angenommen werden, dass zwischen beiden Orte und auch darüber hinaus noch weitere Gebiete mit Xylorhizus bevölkert sind, da sich die objektiven Standortbedingungen kaum ändern in diesem Bereich. Das ganze Areal ist durchgehend von den typischen Granitblocksteinformationen gekennzeichnet, worin sich eben gerade Neoraimondia und C. Xylorhizus am wohlsten zu fühlen scheinen.

Auch Neoraimondia roseiflora hat fast geöffnete Blütenansätze, Haageocereus dagegen bietet mir nur reife Früchte an zum Fotografieren, ich hätte auch gern hier noch zum Abend hin eine geöffnete Blüte mit abgelichtet. Auch im unteren Talbereich ist noch Solanum silvestre gelbblühend auffindbar.

Mit diesen abschließenden letzten Feldaktivitäten kehre ich überaus zufrieden nach Lima zurück.

In einem typischen Bierlokal gleich hinter dem Plaza San Martin beschließe ich den erfolgreichen Tag bei Pisco Sour. Bier und gutem Essen. Immerhin komme ich auch von allen Feldausflügen körperlich unbeschadet, sowie was auch das Equipment betrifft, ohne wesentliche Schäden über die Runden!! Knapp 4 Monate Südamerikatour gehen langsam zu Ende.......................

 

 

Mittwoch, 17. Februar Noch einmal in den Botanischen Garten

Ein Kurzbesuch, jedoch es lassen sich weitere evtl. gemeinsame Ziele einer Zusammenarbeit mit der Leiterein

dort abstimmen. Auch verfolgt man mit regem Interesse ein paar Bilder meiner letzten Aktivitäten hier in Peru, die ich u.a. auch kurz mit vorstelle.............

Somit wächst eigentlich auch das gegenseitige Verständnis und Vertrauen. Immerhin kann ich doch von etlichen Standortfunden mit ausführlichem Bildmaterial berichten, welches mit großem Interesse verfolgt wird und so z. T. wenig bekannt ist.

 

 

Donnerstag, 18. Februar Abreise von Lima

Im Wesentlichen packe ich nur und ruhe mich noch bissel aus........................

Abends kurz nach 20 Uhr gwht mein Flieger mit KLM.

Vom Aeroporto noch die letzten mails mit paar Bildern zur Rückkehr von der 15. SA-Tour!

 

 

Freitag, 19. Februar Ankunft zuhaus in Mannichswalde

Schon beim Landeanflug in Frankfurt kann ich noch vom „Winter 2010“ bissel was erkennen – denn wenn hier noch Scheereste liegen, dann will das was heissen. Jedoch deckt fast alles eine dicke Wolkendecke ab und es herrscht wohl seit einem Tag leichtes Tauwetter – also ungemütlich – nasskalt!

Pünktlich gelandet in Fft.; auch den 19 Uhr-Zug schaffe ich dann bequem! So komme ich noch am selben Abend bis Gera. 23 Uhr ist Ankunft, sogar eine Std. eher als letztes Jahr. Dort werde ich abgeholt mit dem Auto.

Knapp vor Mitternacht bin ich endgültig zuhause.

 

 

Am Samstag den 20. Februar stehe ich 13 Uhr schon wieder das erste mal auf Skiern........, schließlich möchte ich auch noch etwas vom Winter nachholen …..... , und am 28. Februar steht der 50 km Skilanglauf in Klingenthal - Mülleithen auf meinem Plan........!!

Ski Heil!

 

Die vorläufige Form des auf der Reise oft unter widrigen Bedingungen geschriebenen Tagebuches wird im Laufe des Jahres nochmals leicht überarbeit und dann entsprechend gekennzeichnet und auch im web dann nochmals ersetzt und neu veröffentlicht.

Allen treuen Lesern bis hier zum Ende mein Dank – für Hinweise, Ergänzungen und Berichtigungen – auch gerade bei botanischen Details - bin ich immer wieder dankbar!!

Hasta pronto

 

Steffen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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