Haflinger Schmidt |
||
|
Herzlich Willkommen...... ......auf unserer Seite...... wir möchten euch als Erstes einen kleinen Einblick in die Geschichte des Haflingers geben ....
Bis zum Jahre 1899, schreibt Landesstallmeister Gobert Baron Sternbach 1984 in einem Artikel über die Geschichte dieser Pferde, gab es keinen Haflinger als Rasse. Tatsächlich sind die hübschen Blondmähnen, die heute mit der Südtiroler Tradition so eng verbunden scheinen, eine späte Schöpfung des Habsburgerreiches. Der gesamte Tiroler Raum war in seiner Pferdezucht nie autark, unter anderem weil die Futterbasis für eine nutzbringende Pferdezucht in den kargen Alpentälern nicht gegeben war. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entschlossen sich das Habsburger Ackerbauministerium und das für Pferdezucht zuständige Militärinspektorat, die Pferdezucht im Tiroler Raum gezielt zu fördern. Einerseits sollten die Truppen ihren Pferdebedarf direkt vor Ort decken können, andererseits wollte man den relativ armen Bergbauern zu einem einträglichen Nebenverdienst verhelfen. Der Hengstfohlen-Aufzuchthof in Laas im Vinschgau wurde eingerichtet. Die bäuerlichen Züchter bekamen so eine Abnahmegarantie für ihre Hengstfohlen. Vierjährig wurden die Jungpferde vom Heer übernommen. Nach vier Jahren Ausbildung wurden sie als Reservepferde zu einem Bauern oder Wirtschaftstreibenden in Pflege gegeben, der sie bei Manövern oder im Kriegsfall der Truppe in tadellosem Zustand zur Verfügung stellen musste. Nach weiteren vier Jahren ging das Pferd in den Besitz des Pflegers über. Auf diese Weise wurden die bäuerlichen Züchter motiviert, ein kräftiges Trag- und Saumpferd für die Erfordernisse der alpinen Kriegsführung zu züchten. Und es wurde gleichzeitig der Grundstein für die bis heute übliche Form der Haflingerzucht gelegt. Aus der Paarung des orientalischen Hengstes "133 El Bedavi XXII" und einer Landstute galizischer Herkunft wurde 1874 in Schluderns/Südtirol bei einem dieser Züchter, Josef Folie, ein Goldfuchs mit Aalstreifen geboren: "249 Folie". Noch dachte keiner an die Begründung einer neuen Rasse. "Haflinger" war damals in Südtirol ein volkstümlicher Ausdruck für Saum- und Tragpferde. 249 Folie entsprach aber offensichtlich den Idealvorstellun- gen des Heeres und wurde als Deckhengst angekauft. Gestütskommandant Graf Huyn beschreibt ihn begeistert als ein Muskelpaket mit Araberadel, langer schräggelagerter Schulter, strammem Rücken, gerader Kruppe, tiefer Be- muskelung, kräftigen Gelenken, weiträumigem, korrektem Gang und einem herrlichen Temperament. Widerristhöhe 158 cm (Bandmaß), Gürtel 182 cm, Röhrbein 20,5 cm. 19 Jahre lang deckte 249 Folie und vererbte seine Eigenschaften durchschlagend an seine Nachkommen. 1897 wurde eine Durchmusterung des Stutenbestandes am Tschögglberg und im Vinschgau organisiert, um den Erfolg der Zuchtbemühungen zu überprüfen. Ein Jahr später wurde vom K.K. Ackerbauministerium die Rassebezeichnung "Haflinger" für diesen Pferdebestand genehmigt - auch um den Züchtern im Vinschgau, auf dem Tschögglberg, in Jenesien und am Ritten einen festen Anhaltspunkt für ihre weitere Zucht zu geben. Zwar musste die Gestütsverwaltung noch weiterhin Voll- und Halbblutaraberhengste für den Aufbau ihrer Tragpferdezucht heranziehen, doch kristallisierte sich der Goldfuchs Folie und seine Nachzucht als wichtigste Stammlinie der künftigen Haflingerzucht heraus. Die sieben Hengste, die in der heutigen Zucht als Linienbegründer gelten, sind ausnahmslos Nachkommen von Folie und bis auf einen sind sie alle in Südtirol geboren. 1904 wurde am Tschögglberg die "1. Haflingerzuchtgenossenschaft Mölten" gegründet, welche die Dörfer Hafling, Vöran, Meran und Jenesien umfasste. Der angeschlossene Haflinger - Aufzuchtshof sollte den Bauern den kostspieligen Unterhalt züchterisch wertvoller Jungstuten abnehmen. 1908 folgte die Pferdezuchtgenossenschaft Sarntal. Den Sarnern schließlich mit ihrer traditionellen Vorliebe für Füchse mit blonden Mähnen ist dieses weitere Marken- zeichen des Haflingers zu verdanken. Zur Jahrhundert- wende nämlich spielte die Farbgebung in der Haflingerzucht noch keine erhebliche Rolle. Es gab Rappen, Braune, Füchse und Falben. Erst durch den verstärkten Zucht- einsatz der "weißmähnigen Sarner" setzte sich der blonde Goldfuchs allmählich als Rassesymbol des Haflingers durch. Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |