Notzeiten


Notzeiten

 

Draußen vom Walde komm ich her und ich sag Euch, ich sorg mich sehr! Unser Wild, ob Reh, Hirsch, Sau, Hase oder Fuchs, hungert und leidet Not. Nicht nur Futtermangel, sondern auch Kälte und die vereiste Schneedecke bereitet all unseren heimischen Wildarten große Probleme. Hinzu kommen noch die brechenden Äste und Bäume,  die den Tieren den Weg auf ihren gewohnten Wechseln geradezu versperren. Überall in den Medien ist zu lesen und zu hören, wie schön der Wald jetzt ist, ideal für Spaziergänger und Skifahrer, aber wer denkt an die Tiere des Waldes? Jeder Bürger, der die Wege verlässt, laut durch die Natur rennt oder vielleicht sogar seinen Hund von der Leine lässt, ist mitverantwortlich am langsamen, elenden Tod unserer Waldbewohner. Die Unruhe oder sogar Flucht des Wildes verbraucht die Energiereserven, die sie nur schwierig wieder aufbauen können. Kurz vor Weihnachten wurde das Fütterungsverbot in Rheinland-Pfalz aufgehoben. In NRW herrscht in Notzeiten Fütterungspflicht, das heißt, alle Revierinhaber müssen flächendeckend füttern. Man kann nur hoffen, dass dies auch geschieht. Oft wird argumentiert, das ist eben Natur, die Schwachen sterben, die Starken überleben. Doch unberührte Natur gibt es schon lange nicht mehr bei uns. Neben der Störung durch den Menschen im Wald, kommt das Fehlen des Unterwuchses durch die Forstwirtschaft, das Fehlen der Pilze, die von so genannten Naturfreunden bzw. kommerziellen Sammlern Körbeweise aus den Dickungen (Ruhezonen des Wildes) geschleppt werden. Hinzu kommt noch die Veränderung in der Landwirtschaft. Früher wurden die Felder abgeerntet und erst im nächsten Frühjahr gepflügt. So blieben Reste von Ähren und Körnern als Nahrung für das Wild, die mit Fettreserven (Feist) in den Winter gehen konnten. Heutzutage wird der Pflug sofort nach der Ernte eingesetzt und das Wild startet "schlank" in den langen, harten Winter.

 

Verantwortungsbewusste Jäger müssen jetzt ihre Waffen im Schrank lassen, über das Wort "Hege" nachdenken und füttern. Verantwortungsbewusste Tierschutzverbände sollten gegen Fütterungsverbote rebellieren, denn es handelt sich hier eindeutig um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Nicht nur Hunde und Katzen haben ein Recht auf Schutz, auch unser heimisches Wild braucht Hilfe.

 

Draußen vom Walde komm ich her…….

 

Hanne Hansen

1. Vorsitzende des Tierschutzvereines Schmidtheim e. V.

 

eingestellt am 29.12.2010 - 17.30 Uhr

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