Fuchsbaby


Ein Fuchsbaby als Gastschüler

aus Kölner-Stadtanzeiger (Michael Greuel) vom 15.06.2010
 


 

Bis zum Frühjahr wird das kleine Füchschen noch von Johanna Hansen großgezogen, danach soll es ausgewildert werden.

Damit sich die Fälle, wie der von "Rieke", nicht häufen, organisiert der Tierschutzverein Informationsveranstaltungen in Schulen.
 
Eifel/Hümmel - Betritt man das Grundstück von Johanna Hansen, das ganz idyllisch am Waldrand in der Nähe von Hümmel liegt, dann weiß man sofort: Hier lebt ein Tierfreund. Kaum ist man die ersten Stufen zum Haus der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Schmidtheim hinaufgegangen, wird man aus Richtung des Gartens vom Gebell gleich dreier Hunde empfangen. Im Hausflur übernimmt die Krähe "Corax" aus einem Käfig heraus die erste Begrüßung, und im Wohn- und Esszimmer sind zahlreiche Tierdarstellungen zu sehen. " Der Vogel sollte eigentlich schon längst wieder in Freiheit sein. Aber alle Versuche haben fehlgeschlagen, er fliegt einfach nicht weg", erklärte Johanna Hansen die Anwesenheit des eher ungewöhnlichen Haustieres. Auch durch ein Gehege im Garten schleicht ein Tier, das eher selten in einem Privathaushalt zu finden ist: ein Fuchs. Das kleine Fuchsbaby "Rieke" ist zweieinhalb Monate alt und wurde vor kurzem von Wanderern in der Nähe von Reetz gefunden. "Die Leute dachten fälschlicherweise, dass Rieke sterben würde, da sie allein war. Deswegen brachten sie die Kleine zu mir", berichtet Hansen. An ihrer Stimme ist zu hören, dass sie darüber nicht sehr glücklich ist. " Gundsätzlich finde ich es natürlich gut, dass die Menschen nicht weggucken, sondern handeln", möchte sie den Wanderern keinen Vorwurf machen. "Doch oft wissen die Leute leider nicht genug über die Tierwelt, um das Richtige zu tun."

Kinder sensilibieren. Im Fall von Fuchsbaby "Rieke" hätte das geheißen, sie in Ruhe zu lassen. "Sie war zweieinhalb Wochen alt und sehr gut genährt, als sie gefunden wurde. Selbst wenn sie ihre Mutter verloren haben sollte, bis zu einem gewissen Alter kümmern sich dann die Fuchsrüden um die Waisen", erklärte die Tierschützerin. Bis zum Frühjahr wird das kleine Füchschen noch von Johanna Hansen großgezogen, danach soll es ausgewildert werden. "Die Tiere kommen dann für eine gewisse Zeit nach ihren Ausflügen immer mal wieder zurück, um zu futtern", berichtete Hansen, die schon einige Füchse aufgezogen hat. Damit sich die Fälle, wie der von "Rieke", nicht häufen, organisiert der Tierschutzverein Informationsveranstaltungen in Schulen. Ziel ist es, den Schülern einen breiten Zugang zur Tierwelt zu verschaffen und sie für den Umgang mit den Tieren zu sensibilisieren. So hatte Hansen beispielsweise zu einer Veranstaltung mit Kindern der sechsten Klasse des St.-Angela-Gymnasiums in Bad Münstereifel das kleine Fuchsbaby mitgebracht. Zu Beginn der Doppelstunde wies sie die Kinder darauf hin, dass "Rieke" sehr ängstlich sei und sie daher Rücksicht nehmen müssten. "Ich war positiv überrascht, wie diszipliniert und interessiert die Kinder waren", erzählte sie. Auch mit Schulen in Dahlem, Hellenthal und Blankenheim hat sie bereits positive Erfahrungen gemacht. "Ich würde mir wünschen, dass wir so etwas regelmäßiger und an noch mehr Schulen durchführen könnten", hofft die Tierschützerin.
 
 
 
 
 
powered by Beepworld