wieallesbegann


Meine Geschichte beginnt eigentlich schon bevor sie erst richtig anfängt...

Im Sommer 2000 waren wir alle noch schön Urlaub machen in der Schweiz. Ich klagte damals schon über Schmerzen im Sprunggelenk, aber da denkt man sich nichts dabei - wir waren ja viel wandern. Nun ja, die Tage vergingen und manchmal tat mein Fuß weh, manchmal auch nicht. Natürlich waren wir auch beim Arzt, dieser führte die Schmerzen auf das Wachstum zurück. Ein anderes Mal waren meine Sehnen zu kurz und ich musste Dehnübungen machen. So ging das Wochenlang weiter und die Schmerzen wurden einfach nicht besser. Als mir dann jemand im folgenden Winter mit dem Schlitten über den Fuß gefahren ist, schickte uns der Arzt endlich zum Röntgen. Auf dem Röntgenbild haben die Ärzte dann nur etwas gesehen, das so aussieht wie eine Zyste. Uns wurde gesagt, die müsste man operativ entfernen und ich bekäme einen Gips. Ich war natürlich voll happy, denn ich müsste operiert werden (keine Schule), dann hab ich außerdem ne kleine Narbe und nen Gips hab ich auch. Aber die Ärzte wollten aus Sicherheit noch eine Computertomographie (CT) machen. Gesagt getan, in den nächsten Tagen fuhren wir also zu einem Orthopäden um ein CT zu machen. Für mich war das damals die erste "richtig große" Untersuchung und deshalb auch ein bisschen komisch. Bis dahin konnte ich auch noch nicht wissen, dass das nicht die letzte gewesen ist. Nun ja, da saßen wir (Mum & Dad & ich) im Wartezimmer und warteten. Nach längerer Wartezeit wurden wir nun endlich aufgerufen und erfuhren das Ergebnis: KNOCHENTUMOR. Ich hab erst mal gar nichts begriffen. Zu der Zeit habe ich noch nicht gewusst, dass Tumor = Krebs. Das heißt, ich hab das Gespräch mit dem Doc nicht so wahrgenommen. Ich merkte nur, dass es etwas schlimmeres sein muss, da mein Dad Tränen in den Augen hatte. Tja, und dann nahm alles seinen lauf. Uns wurde ein Orthopäde aus Tübingen empfohlen, dieser sei Spezialist für Knochentumore.

Es gibt Momente im Leben, da steht die Welt für einen Augenblick still

und wenn sie sich dann weiterdreht, ist nichts mehr wie es war.

Am 13. Februar 2001 fuhren wir also in die Uniklinik (Homepage) nach Tübingen (400 km weit weg) zu dem Arzt. Dieser meinte erst mal nur, dass man ohne eine Probeentnahme (Biopsie) nichts Genaueres sagen kann, da der Tumor entweder gut- oder bösartig sein kann. Bei mir waren aber die Chancen sehr gering, einen gutartigen Tumor zu haben. Meine Mum und ich blieben erst mal in Tübingen, denn in den nächsten Tagen soll bereits die Biopsie stattfinden.

Ich wurde in ein Zimmer der Orthopädie gebracht, in dem schon zwei andere Kinder mit drin lagen. Ich packte erst mal meine 100 Sachen (50 Kuscheltiere, Bücher, Gameboy, Schulzeug) aus. Bis jetzt fand ich es immer noch lustig, im Krankenhaus zu sein. Das Doofe waren halt die Krücken. Den Rest des Tages verbrachte ich fast nur mit Gameboy spielen und meine Mum las ein Buch nach dem anderen.

Am nächsten Tag wurde dann also die Probeentnahme durchgeführt und dann begann das lange Warten. Meistens dauert es bis zu 2 Wochen, bis das Ergebnis vorliegt und so war das auch bei mir. Heimfahren trauten wir uns nicht, denn es könnte ja sein, dass am nächsten Tag das Ergebnis da ist. Also blieben wir in Tübingen, feierten dort Fasching und warteten auf das Ergebnis.

Nach längerer Zeit kam dieses dann auch und es war wie befürchtet ein bösartiger Knochentumor.

Mit der Chemotherapie sollte sofort begonnen werden.

Chemo-Zeit

Ich wusste nicht, was mir bevor stand,

                         aber ich sagte,                                                       

                                  das mache ich,

                                               ich will noch nicht sterben

 


 

 

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