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Der 09.06.2006 ich hatte nun endlich den Termin bei dem Spezialisten in Wuppertal. Dr. H. nahm uns dann in Empfang und ich sagte ihm das meine Mutter und auch mein Freund mit reinkommen sollen zur Untersuchung. Es war kein Problem. Er fing dann an Ultraschall zu machen und mußte mir leider die Diagnose bestättigen. Gleichzeitig aber bestättigte er noch das unser Baby eine Spina bifida Aperta hatte. Ich war bitterlich am weinen. Wie sehr hatte ich in der Nacht gehofft das ist ein Traum oder das sich die Diagnose nicht bestättigen würde auch wenn ich im innernen schon das Gefühl hatte das sie sich bestättigt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Tja, aber leider zog mir das den Boden unter den Füßen weg und ich war da nicht mehr wirklich aufnahmefähig gewesen. Ich willigte ein am darauf folgenden Montag den 12.06.2006 eine Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen. Ich habe dieser Untersuchung nur zugestimmt um einen Chromosomenschaden auszuschließen und um das Geschlecht zu erfahren, damit wir unserem Baby auch einen Namen geben können. Ich war dann morgens um 8 Uhr dort,wieder mit Mama und Björn. Ich habe mir diese Untersuchung viel schlimmer vorgestellt. Gut angenehm war sie nicht und ich hatte auch das Gefühl mir nimmt die Nadel die Luft, aber alles in allem ging es. Der erste Stich durch die Bauchdecke war nicht sonderlich schmerzlich, aber der durch die Gebärmutter war sehr unangenehm. Die Einstichstelle hat auch ein paar Tage weh getan, aber es war auszuhaten. Die Untersuchung verlief ohne Komplikationen. Ich muß gestehen ich habe gehofft,daß ich zu den 1% Frauen gehöre die nach so einer Untersuchung eine Fehlgeburt erleiden, denn das hätte mir meine Entscheidung wesentlich erleichtert, aber so war es leider nicht. Ich mußte dann erst einmal eine halbe Stunde liegen und ein Glas Magnesium trinken und bekam noch ein paar Beutel mit für zuhause. Es wurde noch ein Ultraschall gemacht um zu schauen, ob auch alles okay ist und einen Tag später mußte ich zu meiner Ärztin zur Kontrolle. Auch da war alles in bester Ordnung. Morgens bevor wir aber zur Frauenärztin gefahren sind, waren wir noch in einem Integrtiven Kindergarten. Dort hatte meine Schwester Stefanie einen Termin organisiert, wo man mir die Möglichkeit bot zwei Kinder kennenzulernen die einen Spina bifida und einen Hydrocephalus haben. Ich bin ehrlich! Ich habe sonst keinerlei Probleme mit behinderten Menschen, denn meine Mutter hat mich schon sehr früh an behinderte Kinder ran geführt, denn sie hatte sie früher mal gefahren. Aber das hier hat mich wirklich geschockt. Ich habe nicht viel erwartet, aber bei dem Anblick der beiden Jungs habe ich mich sehr erschrocken. Einer von ihnen sollte jetzt nach den Ferien in die Schule kommen, aber der Junge war kaum größer wie ein 2 Jähriges Kind. Geistig waren die beiden Jungs auch sehr stark behindert und mir liefen nur so die Tränen bei dem Anblick. Nicht das diese Kinder nicht liebenswert sind oder so, aber das wollte ich für mein Kind nicht. Sie haben nicht sprechen können und sich auch sonst nicht verständigen können und laufen konnten sie auch nicht. Sie bewegten sich mir Rollbrettern durch den Kindergarten vorwärts, aber wieviel sie verstehen und mitbekommen konnte man nicht gewiss sagen. Da stand ich nun mit den Eindrücken und wußte nicht was mach ich. Wobei wenn ich ehrlich bin für mich da schon sicher war,daß ich sowas nicht für mein Kind will. Dr. H. sagte mir bei dem Gespräch das unser Baby vielleicht nur eine Lebenserwartung von 5 Jahren haben wird, wenn sie das Ende der Schwangerschaft erreichen würde. Sie hätte auch vorzeitig geholt werden müßen,damit wärend der Geburt die Blase die an der offenen Stelle auf dem Rücken war nicht weiter reißt und noch mehr Schaden anrichtet. Desweiteren würde unser Baby mit aller wahrscheinlichkeit nach niemals laufen können und müßte wenn ihr Leben lang Katheterisiert werden,da sie nicht selbstständig ihr Geschäft verrichten könnte. Sie hätte kein gefühl in den Beinen und somit auch ihren darm und ihre Blase nicht unter Kontrolle. Man kann einen offenen Rücken auch schon im Mutterleib operieren lassen, aber leider war es bei unserem Baby zu groß um die Stelle operieren zu lassen, also hätte man das dann wenn nach der Geburt machen müssen. Aber nach der Geburt hätte auch der Hydrocephalus operiert werden müssen um den Druck im Kopf zu mindern. Will ich soviele Schmerzen meinem Baby gleich nach der Geburt antun? Nun war ich erst einmal bei der Ärztin und sie schaute nach, wie es unserem Baby nach der Fruchtwasseruntersuchung ging. Es ging ihr wunderbar. Am 14.06.2006 hatte ich nochmal mit der Humangenetikerin Frau Dr. P. ein Gespräch gehabt, wo ich nur mit meiner Mutter da war. Ich erzählte ihr von meinen ganzen Sorgen und auch davon das ich mir zwei Kinder angeschaut habe und welche Eindrücke ich davon mitgenommen habe. Ich fragte sie auch nach ihrer ehrlichen Meinung was sie in meiner Situation tun würde. Sie sagte mir das sie mir die Entscheidung nicht abnehmen kann und darf. Das war mir klar, aber wie würde sie sich entscheiden, rein objektiv betrachtet? Sie wr ehrlich und sagte mir, daß sie sich dagegen entscheiden würde mit der Situation wie sie bei mir ist. Ich habe einen gesunden Jungen, der jetzt in die Schule kommt,der viele neue Dinge lernt und der mich mehr als dringend jetzt braucht. Dann krieselte es zu diesem Zeitpunkt doch etwas arg in unserer Beziehung, weil Björn mir Dinge sagte, die ich in diesem Moment einfach nicht hören wollte. Ich fragte ihn nach ehrlichen Meinungen, wo er auch ehrlich antwortete, aber das war nicht das was ich da hören wollte, obwohl ich eine ehrliche Antwort von ihm wollte. Naja viele Gefühle sind dort hoch gekommen und wir haben uns was da alles in der zeit passiert ist zum Glück nicht krumm genommen. Es war einfach eine Ausnahmesituation, wo niemand wußte wie man richtig zu handeln hat. All diese Dinge und das unser Baby dann viel im Krankenhaus liegen würde waren Dinge die immer mehr gegen diese Schwangerschaft sprachen. Also entscheid ich mich schweren Herzens gegen unser Baby und bad um den Schein um so spät noch einen Abbruch vornehmen lassen zu dürfen. Ich rief dann meine Frauenärztin an um mit ihr alles weitere zu besprechen und um einen Termin im Krankenhaus zu bekommen. Am 12.06.2006 bekam ich dann gegen 15:30 Uhr dann einen Anruf. Es war Frau Dr. P. die mir das Ergebniss der Fruchtwasseruntersuchung mitteilte. Es lag kein Chromosomenschaden vor und wir bekommen ein Mädchen! 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