Bahnradsport

Informationen rund um das Holzoval

1x1 DES BAHNRADSPORTS

 

Um den richtigen Überblick zu haben, sollte man eine Brille nicht vergessen.  Aber der Helm ist Pflicht.  

 

                

  

 

Die 4000-Meter-Verfolgung

Die Qualifikation ist nicht unbedingt spannend. Wer da Sechstagerennen-action erwartet, wird enttäuscht sein. Die Sportler fahren allein gegen die Uhr.  Doch schon hier ist Taktik gefragt. Mit Draufsetzen und Losstrampeln hat das nichts zu tun. Über die Startreihenfolge entscheiden die vorherigen Leistungen, also bei einer WM startet der Weltmeister des vergangenen Jahres als letzter. Die Qualifikationen finden meist am Vormittag statt. Die besten Fahrer legen die 4000m in einer Zeit zwischen 4:25min und 4:15 min zurück.  Das Finale am Nachmittag oder Abend sieht so aus: Um die Plätze 3 + 4 fahren die beiden Sportler, die die 3. bzw. 4.schnellste Zeit erreicht haben.  Das ist das sogenannte Kleine Finale. Die beiden Zeitschnellsten der Qualifikation fahren im Großen Finale um Platz 1 und 2.

Die eigentliche Verfolgung ist schon richtig spannend:

Die Fahrer starten auf den Geraden und zwar gegenüber, jeweils aus einer Startmaschine. In welcher Übersetzung  sie fahren, das steht ihnen frei. Schon hier kann die Entscheidung über Sieg oder Niederlage fallen. Gewonnen hat der, der die 4000m am schnellsten zurück gelegt hat.  Aber der besondere Sieg ist das Einholen. Schafft es ein Sportler, den anderen zu überholen, so ist er sofort der Sieger und das Rennen wird abgeschossen. Peng-peng. Peinlich, diese Niederlage ist nicht gerade beliebt.

Der Trainer spielt eine wichtige Rolle. Mit Stoppuhr bewaffnet steht er an der Startlinie und misst die Rundenzeiten. Er ruft diese nicht nur seinem Sportler zu, sondern schreitet an der Linie hin und her. Daran, wo der Trainer steht, erkennt der Fahrer, ob er führt oder nicht, ob er schneller fahren muss oder im Plan liegt. Der Plan ist das Spannende daran. Man kann nicht von der ersten bis zur letzten Runde "volle Pulle" fahren. Wie sieht die Taktik aus? Gleich davonsausen und den Gegner nerven? Oder den Gegner ein wenig vor sich hertreiben und in dem letzten Kilometer dann abzischen?  Oder ist das Einholen drin?

Das Bahnrad hat keine Bremsen. Die Geschwindigkeit wird allein durch das Treten geregelt.

Eine bedeutende Rolle spielt die Aerodynamik, also die Verminderung des Luftwiderstandes. Bei den hohen Geschwindigkeiten achten dieSportler sehr darauf, Wissenschaftler helfen ihnen,die optimale Lösung zu finden. Der Helm, die Kleidung, die Sitzhaltung wird dem genau  angepaßt.  Roberts Haltung auf dem Rad ist ein Lehrstück und ein ästhetischer Genuß. Er rackelt nicht mit dem Kopf herum oder sitzt schief - er fährt sehr harmonisch und gleichmäßig, sitzt ruhig auf dem Rad.  Robert wirkt trotz seiner Größe keinesfalls wie ein Riese auf dem Rad. Was er für ein Kraftpaket ist, sieht man besonders, wenn er aus der Startmaschine heraus Geschwindigkeit aufnimmt.

  Dieses Foto zeigt die Aerodynamik deutlich - der Helm leitet die Luft über den gewölbten Rücken ab. So ist der Luftwiderstand am geringsten.

Danke an Dana aus den USA, der mir diese Fotos zur Verfügung stellte.

 

 

Für viele ist es die Königsdisziplin oder neudeutsch Highlight : Der Bahnvierer oder korrekter die 4000m Mannschaftsverfolgung.

 

Der Vierer fasziniert durch seine Wechsel und das fast milimetergenaue Fahren der vier Sportler hintereinander. Der Anfahrer hat am meisten Körner erst einmal aufzubieten, er muss die Karawane in Schwung bringen. Die anderen drei fahren in seinem Windschatten und sparen damit Kraft. Hat der Vierer genug Fahrt aufgenommen, so fährt der Anfahrer nach oben und hängt sich hinten wieder an. So wechseln sich die Sportler ab. Wann, das wird vorher abgesprochen und es ergibt sich auch aus dem Renngeschehen. Der schwächste Fahrer wird die kürzeste Zeit die Führung innehaben.  Im Ziel müssen nur drei Sportler sein. Einer darf also auf der Strecke bleiben. Der Vierer sollte nie aufreißen, dieses Dicht-an-Dicht ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Zeit, denn so wird der Luftwiderstand für das gesamte Team geringer. Auf dem Foto kann man das gut erkennen. 

Die Vierer fahren schneller als es der Einerverfolger kann. Der Weltrekord liegt unter 4 Minuten. Der deutsche Vierer mit Robert Bartko, Daniel Becke, Guido Fulst und Jens Lehmann hatte diese Schallmauer als erster Vierer in der Welt durchbrochen.

 

Madison:

    Das Zweiermannschaftsfahren (hier mit Guido Fulst in Berlin) findet Ihr dann beim Sechstagerennen wieder - in teilweise abgewandelter Form und eben sozusagen 6 Nächte  lang.  Die kräftigen Wechsel sind bei diesem Rennen spektakulär und fordern Kraft in richtiger Dosis sowie Konzentration. Ein Fahrer ist immer auf der Rundenhatz, der andere schnappt kurz Luft (nunja), fährt oben und steigt dann wieder ein, um seinen Teamkollegen abzulösen. Wer hierbei unkonzentriert ist, riskiert für sich und andere schwere Stürze. Es geht um Punkte- und Rundengewinne. Rundengewinn heißt, dass das Team sich vom Feld löst und hinten wieder anschließt. Hört sich leicht an, ist es aber nicht, denn das Feld mag solche Überrundungen nicht unbedingt gut leiden. Der richtige Riecher (sprich Zeitpunkt) für das Losziehen auf Rundenjagd ist oft entscheidend, natürlich auch ein hammerharter Antritt.  Die führenden Mannschaften belauern sich, mitunter arbeiten Mannschaften zusammen, um ein anderes Team nicht siegen zu lassen. Kurzum - ein spannendes und mit Action geladenes Kapitel Bahnradsport.

 

Und weil es in den genannten Disziplinen heißt, eine ordentliche Menge an Runden (Kilometern) zu absolvieren, gehören diese zum Ausdauerbereich des Bahnradsports.

 

Dann gibts noch die "Kurzen:"  die Sprinter - das sind die Kerle mit den gigantischen Oberschenkeln und oft die Showmaster auf der Bahn, wie Fiedel (Jens Fiedler)  oder Tournoud aus Frankreich es oft dem Publikum zeigten. Die erfreuen ihr Publikum besonders, wenn sie nicht fahren - also mit ihren Stehversuchen.

(kommt mal mehr dazu)

 

Und dann die Krachmacher:

Die einen fahren hinter einem Mann auf einem Hühnerschreck  (Derny) hinterher, die anderen hinter laut knatternden und stinkenden Motorrädern. Alle versuchen den Windschatten ihres Dernys bzw. Schrittmachers auszunutzen und erreichen so beachtliche Geschwindigkeiten.

Robert gehört mit zu den besten, wenn es um das Derny geht. Bei vielen Sechstagerennen hat er das bewiesen, aber auch im Cup-geschehen.  Die Männer, die vorn auf diesem Gefährt sitzen und manches Lächeln einfangen, wenn sie scheinbar radelnd daherknattern, spielen mit ihrem Können und ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle. Wer Schrittmacher  Dieter Durst oder  den Niederländer Joop Zijlaard  vor sich hat, kann schon einen wesentlichen "Siegpunkt" für sich verbuchen.    

 

Mehr Informationen    zum Derny- und Stehersport:

 

http://www.stayer.de

 



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