Bruchtest
Obwohl der Bruchtest und bei Prüfungen, Wettkämpfen oder Vorführungen immer wieder praktiziert wird, gehört er nicht zu den üblichen Trainingsinhalten. Er resultiert vielmehr zwangsläufig aus den gewohnten Übungen.
Voraussetzungen zur Durchführung des Bruchtests
Beim Bruchtest werden eine Technik und alle damit verbundenen Faktoren auf ihre Wirksamkeit geprüft. Techniken, die durch Training gebildet, gesteigert und gefestigt werden und damit langfristig erhalten bleiben.
Die Voraussetzungen für einen guten Bruchtest sind:
Kondition, Kraft , Schnelligkeit, Ausdauer,Beweglichkeit,Koordination
Atmung beim Bruchtest
Eine perfekte Atmung ist beim Bruchtest von großer Wichtigkeit. Mit einem tiefen Atemzug leitet man die Handlung ein. Wenn die Körperwaffe auf das Material niedersaust, stößt man bei Erreichen des Ziels die gestaute Luft explosionsartig durch den Mund aus. Nach Beendigung des Bruchtest muss sämtliche Luft die Lunge verlassen haben.
Grundsätzlich kann man die Wirkung jeder Schlag-, Stoß- oder Tritttechnik in einem Bruchtest.
Jeder Körper ist bestrebt, den Zustand beizubehalten, den er momentan einnimmt; diese Eigenschaft nennt man Trägheit. Mit Hilfe der Muskelkraft ist man aber in der Lage, den Körper oder in unserem Falle eine Körperwaffe zu aktivieren. Ziel jeder beim Bruchtest angewandten Technik ist es, auf rationellem Wege die höchstmögliche Bewegungsenergie zu erzeugen, die ihr die nötige Schlagkraft verleiht und damit die Fähigkeit, Materie zu zerbrechen. Maßgebend hierfür ist zum einen die Masse der Körperwaffe, in einigen Fällen die des Körpers und zum anderen ihre Beschleunigung, und die daraus resultierende Geschwindigkeit, mit der sie sich auf das Ziel bewegt (Kraft = Masse x Beschleunigung)Aus diesem Grunde ist die Wahl des richtigen Abstandes zum Bruchtestmaterial von, großer Bedeutung. Ziel der zu erprobenden Technik muss der schwächste Punkt des Materials sein. Hier soll - in dem Augenblick, in dem die Technik ihre höchste Kraft erreicht - die volle Kraftentfaltung stattfinden. Bei elastischen Stoffen wie beispielsweise Holz befindet sich dieser Punkt quasi hinter dem Material, weil es zunächst um einiges nachgibt, es biegt sich durch. Die angewandte Technik muss das Material sozusagen durchdringen. Nicht elastische Stoffe wie Gasbeton und Dachziegel brechen hingegen schon früher.
Bruchtestmaterial
Vor der Vorführung eines Bruchtestes sollte man besonderen Wert auf die Auswahl und Vorbereitung des Bruchtestmaterials legen. Dabei muss alles exakt auf die zu erprobende Technik und die Leistungsfähigkeit des Ausführenden abgestimmt sein. Scheitert eine Technik am falschen Material oder durch unsachgemäßes Halten, so kann das schwere Verletzungen für alle, die am Bruchtest beteiligt sind, nach sich ziehen.
Ideal sind Fichtenholzbretter, wie sie bei Prüfungen oder Wettkämpfen verwendet werden; ihr Format und ihre Dicke sind in den Prüfungsordnungen genau festgehalten. Die Bretter sollen eine Fläche von 30 x 30 cm haben und eine Dicke zwischen 1,5 und 3,5 cm aufweisen. Die jeweilige Dicke richtet sich nach dem Alter des Bruchtestausführenden. So sollen die Bretter für Kinder bis 13 Jahre nicht dicker als 1,5 cm sein, die für 14- bis 15jährige 2,5 cm nicht überschreiten, und für Erwachsene ist eine Bretterdicke von 3,5 cm vorgesehen. Bei Demonstrationen finden außerdem noch andere Materialien für den Bruchtest Verwendung; beispielsweise Gasbetonplatten, Ziegelsteine, Dachziegel, Flußkiesel, Flaschen usw.
Materialien müssen mit einem Tuch oder etwas ähnlichem abgedeckt werden.
Erschwert wird der Bruchtest, wenn das Material von Personen gehalten wird. Bevor man mit der Bruchtestausführung beginnt, sollte man mit den Haltern die Technik besprechen und ihnen die Punkte erklären, auf die sie zu achten haben. Der oder die Halter müssen stabil stehen und das Material sicher fixieren, damit es nicht nachgeben kann.
Bei Geschwindigkeitsbruchtesten ist es üblich, das Material frei hinzustellen oder sogar hoch zuwerfen.
Beim Werfen muss auf eine einwandfreie Flugbahn des Brettes geachtet werden, denn ein taumelndes Brett würde nicht nur den Bruchtest misslingen lassen, sondern es besteht zudem eine enorme Verletzungsgefahr, z.B. wenn man mit der Körperwaffe eine Ecke oder Kante des Brettes ungünstig trifft. Die Konstruktion muss stabil sein und darf nicht wackeln.