Die Thüringer Wald Ziege

Nach Thüringen wurden etwa im Jahre 1880 mehrfach Ziegen des Toggenburger Schlags aus dem Gebiet Toggenburg in der östlichen Schweiz nach Deutschland in die Region Thüringen eingeführt.
Die Toggenburger Ziegen zeigten nach ihrer Einkreuzung in die Thüringer Landschläge eine außergewöhnliche Durchschlagskraft. Die Kreuzungsprodukte wurden Thüringer Toggenburger genannt.
Im August 1935 wurden dann diese Thüringer Toggenburger nach genauester Prüfung durch eine Züchterkommission in Thüringer Wald Ziege (TWZ) umbenannt. Zu der Zeit wurden in Deutschland 52.810 Tiere gezählt.
In den Folgejahren verringerten sich die Bestandszahlen aber derart dramatisch, dass 1988 zur Blutauffrischung (Inzuchtprobleme) ein Bock und drei Muttertiere der Toggenburger Rasse aus der Schweiz zur gezielten Zucht zugekauft wurden. Zu dieser Zeit gab es etwa 200 Muttertiere. 5 Jahre später wurden die TWZ dann von der GEH als gefährdete Nutztierrasse anerkannt und in ihre Rote Liste als "stark gefährdet" aufgenommen. Die Thüringer Wald Ziege ist aufgrund ihrer Sonderstellung bei den bunten Rassen die einzige, die offiziell als bedrohte Ziegenrasse anerkannt ist.
Im Jahre 2005 konnte man das 70jährige Bestehen dieser Rasse begehen. Aktuell werden ca. 1300 weibliche Tiere in den Herdbüchern der Bundesländer geführt. Davon entfallen etwa die 40 % auf Thüringen selbst. In Rheinland Pfalz dürften es etwa um die 150 sein.

Maße und Gewichte:
Widerristhöhe : Ziege 70 - 75 cm : Bock 80 - 85 cm
Gewicht : Ziege 40 - 55 kg : Bock 55 - 70 kg

  • Widerstandsfähig und anspruchslos,
  • vorwiegend milchbetonte Doppelnutzung (Milch und Fleisch),
  • Einsatz in der Landschaftspflege,
  • saisonale Brunst, eine Lammung pro Jahr, in der Regel Zwillingsgeburten, Drillingsgeburten sind jedoch nicht selten,
  • Milchleistung 700 - 800 kg mit durchschnittlich 3,5% Fett und 3,00% Eiweiß.

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